INHALT
Sinologen, wo sind wir? Über unsere zögerliche Einmischung in den Mediendiskurs zu China
Warum sind Sinologen im deutschen Mediendiskurs so stark
unterrepräsentiert? Warum werden stattdessen andere „Experten“ befragt?
Melden Sinologen sich nicht oft genug zu Wort? Wenden sich die Medien an
die „Falschen“? Haben wir es also mit einem Phänomen von Hol- oder
Bringschuld zu tun? Cora Jungbluth äußert sich – anlässlich der
Podiumsdiskussion auf der SHAN-Ehemaligenfeier – zu diesem Thema.
Erzähl mal … Sabrina Jäger
In ihrem Interview mit SHAN erzählt Sabrina Jäger, wie sie von der
Sinologie zum Dokumentarfilm gekommen ist. Nach ihrem BA-Studium in
Heidelberg hat sie zunächst einen Doppelabschluss in Göttingen und
Beijing gemacht und dann verschiedene Praktika absolviert. Für ihren
eigenen Film war ihr jedoch wichtig, ihren sinologischen Hintergrund
miteinzubringen.
DAAD-Übersetzerwettbewerb: Blut- und Eisentauben
Sophia Zasche berichtet von ihrer Teilnahme am deutsch-chinesischen
Übersetzerwettbewerb des DAAD und stellt uns ihre Übersetzung des
melancholischen Romans Blut- und Eisentauben von Lu Min vor, die sie im Rahmen des Wettbewerbes gemeinsam mit Li Yinyin erstellt hat.
Chinesische Studenten im nationalsozialistischen Deutschland
In seinem Artikel stellt uns Thomas Kampen Ji Xianlin, Qiao Guanhua und
Qiu Fazu vor, die sich noch nach 1933 nach Deutschland zum Studieren
wagten. Qiu Fazu besuchte unter anderem die Universität Heidelberg, wo
ihm 1982 die Ehrendoktorwürde verliehen wurde.
Sinologen, wo sind wir? Über unsere zögerliche Einmischung in den Mediendiskurs zu China
Chinas weltweite Bedeutung nimmt kontinuierlich zu – wirtschaftlich,
politisch und immer mehr auch kulturell. China ist in den Medien
allgegenwärtig, leider oft jedoch einseitig und undifferenziert. Wo sind
nur die Sinologen, also die Personen, die sich – wie der Name schon
sagt – fachlich mit China auseinandersetzen und den Mediendiskurs daher
um einige Facetten bereichern könnten? Sie glänzen sehr häufig vor allem
durch eines: Abwesenheit.
Ein eklatantes Beispiel hierfür war die globale Finanz- und
Wirtschaftskrise. China stand plötzlich als möglicher Retter in der Not
ganz vorne in der medialen Berichterstattung und wurde in gängigen
Wirtschaftsblättern herauf und herunter analysiert – von Wirtschafts-
und Finanzexperten, die allesamt plötzlich zu Chinaexperten mutierten,
zum Teil jedoch nicht einmal über das Schattenbankensystem oder die
notleidenden Kredite im chinesischen Bankensektor Bescheid wussten. In
meiner Erinnerung (die natürlich trügen kann) meldete sich nicht ein
einziger Sinologe zu Wort. Vielleicht wurden die Sinologen auch einfach
nicht gefragt, aber auf das Thema Holschuld versus Bringschuld komme ich
noch zu sprechen.
Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das ich in Bezug auf China schon über
viele Jahre hinweg beobachten kann: Personen, die über keinerlei oder
allenfalls rudimentäre Landeskenntnisse verfügen, die kein Chinesisch
können und keinerlei chinabezogenen fachlichen Hintergrund haben,
schwingen sich in den deutschsprachigen Medien zu Chinaexperten auf und
wurden – ohne jegliche Legitimität – lange Zeit auch als solche
akzeptiert. Zum Glück ändert sich das gerade zunehmend. Für mich hat
diese Situation zwangsläufig die Frage aufgeworfen, ob es sich hierbei
mal wieder um ein Phänomen „mit chinesischen Charakteristika“ handelt –
denn wäre es glaubwürdig, wenn jemand ohne Landes- und
Sprachkenntnisse zum USA-Experten oder Frankreichexperten stilisiert
würde? Ich halte das für relativ unwahrscheinlich. Aber China ist ja
anders und mysteriös. China kann man sowieso nicht verstehen. Also
braucht man auch keine eingehenderen Kenntnisse zur Beurteilung der Lage
– ist das die dahinter stehende, kaum nachzuvollziehende Logik? Warum
werden Sinologen nicht gefragt (=Holschuld der Medien)? Warum sorgen
Sinologen nicht dafür, dass sie gefragt werden (=Bringschuld der
Sinologen)? Hier gilt es natürlich zu differenzieren, denn
natürlich ist Sinologe nicht gleich Sinologe. Und nicht jeder Sinologe
kann zu jedem aktuellen chinabezogenen Thema etwas sagen. Es ist
vielleicht auch eine Generationenfrage. Denn die deutsche Sinologie ist
traditionell eher historisch-philologisch aufgestellt, woraus sich
einfach weniger medienwirksame Themen ergeben.
In meiner Generation (Magister 2006) gibt es hingegen einige
Heidelberger Absolventen, die a) gegenwartsbezogen arbeiten und b) in
Positionen sind, in denen Pressearbeit eine wichtige Rolle spielt (z. B.
private Stiftungen). Das heißt, dass Sinologen, die nicht in der
Wissenschaft bleiben (also die Mehrheit), durchaus versuchen, Einfluss
auf den deutschen Pressediskurs zu China zu nehmen. Das erweist sich
allerdings als nicht immer einfach. Wir leben in einem Land, in dem – im
Gegensatz zu dem Land, mit dem wir uns als Sinologen in der Regel
beschäftigen – Pressefreiheit herrscht. Das heißt, dass wir den Medien
Informationen zur Verfügung stellen können und dies auch so präzise und
differenziert tun, wie wir es in unserer akademischen Ausbildung gelernt
haben. Aber was damit passiert und wie diese Informationen verwendet,
verkürzt und möglicherweise verunstaltet werden – das können wir nicht
mehr beeinflussen und die Dinge nehmen ihren unaufhaltsamen Lauf. Aber
das ist eben der Preis der Pressefreiheit. Eine besondere Gefahr stellt
in dieser Hinsicht das Labelling dar. Anscheinend muss jede Person, die
in den Medien zitiert wird ein Politiker, Prominenter, Teilnehmer von
„Deutschland sucht den Superstar“ oder eben wenigstens ein thematisch
passender Experte sein. Wenn es um China geht, muss das dann eben ein
Chinaexperte sein, auch wenn es völlig nebulös ist, woher die fachliche
Legitimität dafür stammt. Sinologen bringen immerhin ein Stück weit das
Zeug mit. Oftmals ist China aber nicht ausreichend, da scheinbar China =
Asien und Asien = China ist, muss gleich der fragwürdige Titel des
sogenannten „Asienexperten“ herhalten – Ein solcher Mensch müsste
dementsprechend ja fundierte Kenntnisse zu einem äußerst heterogenen
Kontinent haben: Ein Kommentar zum Nahostkonflikt oder zur Lage in
Afghanistan, eine Kurzanalyse zu den anstehenden Regionalwahlen in
Indien oder der politischen Situation in Myanmar, eine Einschätzung zum
Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten in Deutschland oder zur Lage
auf der koreanischen Halbinsel – Diese Themen sollte ein
„Asienexperte“, gleichsam einer 1000-jährigen Eier legenden
Sojamilchsau, also ohne Weiteres abhandeln können…Die Realität sieht
natürlich anders aus. Dennoch ist es schwierig, um dieses Label herum zu
kommen. Denn genauso wenig Einfluss wie auf den verwendeten Inhalt hat
man im Medienkontakt hinsichtlich der Bezeichnung, mit der man in
Erscheinung tritt. Und Sinologe scheint in dieser Hinsicht einfach
(noch?) zu exotisch zu sein. Immerhin lässt sich als Sinologe außerhalb
der Wissenschaft die Bringschuld ein wenig begleichen und ist der
Kontakt einmal hergestellt, kommen Medienvertreter auch gerne ihrer
Holschuld nach und rufen den „Rundum-sorglos“ Chinaexperten zu jedem
Thema an, das gerade auf der Agenda steht – vom Parteitag und dem
Regierungswechsel über das Frühlingsfest hin zu Strafzöllen auf
chinesische Solarprodukte. Dann liegt es an uns selbst zu entscheiden,
auf welche Anfragen wir fachkompetent und gewissenhaft eingehen können.
Doch wie sieht es mit der Hol- und Bringschuld in Bezug auf Sinologen
in der Wissenschaft aus? Verfügen deutsche Redaktionen über Listen der
wichtigsten deutschen Sinologen mit ihren jeweiligen
Forschungsschwerpunkten? Besteht allgemein Interesse an aktueller
Forschung zu China? Ist das in der journalistischen Praxis überhaupt
üblich und in anderen Fächern auch der Fall? Ich würde das bezweifeln.
Vieles bleibt doch eher dem Zufall, persönlichen Kontakten oder dem
eigenen Engagement überlassen. Womit wir bei der Frage der Bringschuld
der Wissenschaft wären. Ein äußerst sensibles und heikles Thema, wie wir
bei der Podiumsdiskussion am 4. Mai anlässlich der SHAN-Alumnifeier
sehen konnten. Einerseits ist es gerade für Wissenschaftler schwierig,
ihre Forschungsergebnisse so in den Medien zu platzieren, dass sie
dargestellt werden, wie sie sind: differenziert und tiefgründig, aber
vielleicht auch schwer auf den Punkt zu bringen und eben nicht
publikumswirksam und polemisch. Denn – wie oben geschildert – ist es
nahezu unmöglich für die qualitativ angemessene Verwendung von zur
Verfügung gestellten Informationen zu sorgen. Aus diesem Grund ist es
vielleicht nicht verwunderlich, dass von Seiten der deutschen
Wissenschaft (im UK und den USA läuft das meines Wissens zum Teil
anders) gewisse Berührungsängste gegenüber den Medien bestehen. Denn
eine fachlich undifferenzierte Darstellung könnte dem eigenen Image in
der Fachgemeinschaft vielleicht doch mehr schaden als nützen. Zudem
kostet die Auseinandersetzung mit den Medien viel Zeit – Zeit, die
kostbar ist und auf andere Dinge verwendet werden könnte. Das ist jedoch
bei weitem kein Sinologen-spezifisches Problem. Ein aufschlussreiches
Zitat aus der aktuellen Wirtschaftswoche (17.6.2013, S. 38) zeigt, dass
es sich bei der Frage nach der Medienpräsenz von Wissenschaftlern um ein
allgemeines Paradigma handelt, dass auch so scheinbar praxisnahe Fächer
wie die Wirtschaftswissenschaften betrifft: „Mit Steuergeldern
finanzierte Ökonomen sollen nicht im akademischen Elfenbeinturm hocken…
Volkswirte sollen sich mit ihrer Fachkompetenz in die wirtschafts- und
gesellschaftspolitische Debatte einmischen und nicht dem Politiker,
Hobbyökonomen und Juristen die Deutungshoheit überlassen.“ Hier kommen
zwei Dinge zur Sprache, die Wissenschaftler unabhängig vom Fachbereich
betreffen: Zum einen die Frage der Finanzierung, die in der Regel
steuerbasiert ist. Zum anderen die Frage nach der gesellschaftlichen
Verantwortung und damit der Deutungshoheit ihres Fachgebiets, die sich
daraus, aber auch aus dem Anspruch der Wissenschaft selbst ergibt.
Wissenschaft ist eingebettet in die Gesellschaft, sie arbeitet in ihr
und aus ihr heraus und bringt sie im (Idealfall) voran. Allerdings
ist gerade für den gesellschaftlichen Fortschritt die Freiheit von
Forschung und Lehre eine grundlegende Voraussetzung. Es ist allzu
verführerisch, aber auch sehr gefährlich, wissenschaftliche Erkenntnis
allein am (gesellschaftlichen) Mehrwert zu messen, der ohnehin kaum
definierbar ist. Zudem entfalten Forschungsergebnisse oftmals
zeitversetzt oder über Umwege ihre Wirkung außerhalb der Fachwelt. Und
manche tun dies auch gar nicht. Insofern wäre es wenig zielführend oder
für die Sache sogar schädlich, alle Sinologen zu zwangsverpflichten,
sich in die chinabezogene Mediendebatte einzuschalten. Wünschenswert
wäre aber eine aktive Gestaltung der Pressearbeit sinologischer
Institute in Deutschland, möglicherweise in Kooperation mit den
Pressestellen der jeweiligen Universität. Die deutsche Sinologie hat
viel zu bieten, Sie sollte und muss die Debatte zu China in Deutschland
im 21. Jahrhundert mit gestalten, um ihre rechtmäßige Deutungshoheit in
dieser Hinsicht zu etablieren.
(Dieser Beitrag gibt ausschließlich die persönliche Meinung der Autorin wieder.)
Cora Jungbluth
Cora Jungbluth ist Project Managerin im Programm „Deutschland und
Asien“ der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh und dort zuständig für den
Regionalbereich Greater China. Ihr Fachgebiet umfasst die
wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Deutschland und
China. Bevor sie im Juli 2012 in die Stiftung wechselte, war sie als
wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sinologie der
Universität Freiburg und als Projektmitarbeiterin am Heidelberger
Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext: die Dynamik der
Transkulturalität“ tätig. Cora Jungbluth studierte Sinologie und
Volkswirtschaftslehre in Heidelberg, Shanghai und Beijing und
promovierte in Heidelberg mit einer Arbeit zur Internationalisierung
chinesischer Unternehmen.
Aktuelle Beispiele für Interviews mit Cora Jungbluth als „Asienexpertin“
http://news.xinhuanet.com/english/china/2013-05/25/c_132408325.htm
http://news.xinhuanet.com/world/2013-05/24/c_124758320.htm
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Erzähl mal … Sabrina Jäger
In ihrem Dokumentarfilm „Eisbein süßsauer“ gibt Sabrina Jäger
einen Einblick in die Entscheidungsfindung zweier Abiturientinnen mit
chinesischen Wurzeln im Spannungsfeld ihrer deutsch-chinesischen
Zwischenwelt. Nach mehreren Praktika entschied sie sich dazu, einen
eigenen Dokumentarfilm zu drehen, für den sie diese beiden Protagonisten
ein dreiviertel Jahr lang begleitete.
SHAN: Obwohl du jetzt deinen eigenen Dokumentarfilm gedreht
hast, kommst du nicht direkt aus der Filmwissenschaft. Vielleicht
könntest du uns einen kurzen Überblick darüber geben, was du genau
studiert hast.
Sabrina Jäger: Gerne. Zunächst habe ich hier in Heidelberg auf
Bachelor studiert. Sinologie im Hauptfach (75%) und Soziologie im
Nebenfach (25%). Damals hatten wir während des Propädeutikums noch
sowohl klassisches als auch modernes Chinesisch. Während des BA-Studiums
war ich außerdem zum Auslandsaufenthalt für ein Jahr in Taibei. Da ich
zu dem ersten Jahrgang gehörte, der einen BA-Abschluss gemacht hat, war
entsprechend auch der Masterstudiengang in Heidelberg noch nicht sehr
ausgereift. Insbesondere fehlte es an Studenten, sodass ich mich nach
anderen Masterstudiengängen umgesehen habe. Schließlich habe ich einen
Masterstudiengang an der Uni Göttingen gefunden, der mich sehr
interessiert hat. Dort wurde gerade ein neuer Master eingeführt, der die
Bereiche Kulturwissenschaften, Germanistik und Sinologie versuchte,
miteinander zu verknüpfen: Interkulturelle Germanistik Deutschland –
China.
Im Rahmen dieses Studiengangs habe ich ein Jahr in Göttingen studiert
und ein Jahr an unserer chinesischen Partneruniversität in Peking. Meine
Masterarbeit habe ich an der BFSU (Beijing Waiguoyu Daxue 北京外国语大学) in
Peking geschrieben. Im Jahr 2010 habe ich dann meinen Masterabschluss
gemacht. Da wir in beiden Ländern studiert haben, erhielten wir
dementsprechend einen Doppelabschluss. Besonders gut gefallen hat mir,
dass ich während meiner Zeit an den chinesischen Unis mit integriert
war. So habe ich Kurse in der Germanistik besucht und dort viel über
unterschiedliche wissenschaftliche Methoden und über die Unterschiede im
Bildungssystem gelernt. So waren zwar manche wissenschaftlichen Ansätze
schwer miteinander zu verbinden, dabei galt es aber dies durch
interkulturelle Kommunikation und Kompetenz auszugleichen.
Und nach deinem Studium bist du dann direkt zum Film gegangen?
Nein, zunächst habe ich verschiedene Praktika gemacht, z.B. im Verlag
in Peking oder im chinesischen Kulturzentrum in Berlin. Das war sehr
spannend und ich habe viel über Kulturvermittlung gelernt. Danach habe
ich mich bei verschiedenen Kultureinrichtungen beworben, aber trotz
guter Noten nur Absagen erhalten. Denn leider fehlen im Kulturbereich
oftmals die Gelder. Über die ZO-Liste kam dann ein
Praktikumsangebot von dem Dokumentarfilmer Arne Birkenstock aus Köln.
Nach einer Bewerbung und einem Vorstellungsgespräch wurde ich direkt
angenommen. Arne Birkenstock hatte bereits eine
Dokumentations-Serie (7000 km Heimweh) über deutsche Schüler in China,
die dort in Gastfamilien leben, gemacht. Hierbei war für mich vor allem
die Machart solch einer Dokumentation interessant. Bereits während
meines Studiums habe ich meinen Fokus auf Medien und Film gelegt.
Besonders interessierten mich hierbei die Auswirkungen unterschiedlicher
Medien auf die Zuschauer mit ihren verschiedenen
Weltanschauungen. In meiner BA-Arbeit über den Tibet-Konflikt
1950/51 habe ich die verschiedenen Sichtweisen des Westens und Chinas
untersucht und mich im Masterstudium ebenfalls mit der Berichterstattung
auseinandergesetzt. Meine Masterarbeit behandelte dann chinesische
historische Fernsehserien als Phänomene kultureller Identitätsstiftung.
Während des halbjährigen Praktikums in Köln habe ich beispielsweise
neue Filmthemen recherchiert, Exposés für Filmförderungen geschrieben
und konnte Teile des aktuellen Projekts im Schnitt begleiten. Dort wurde
mir klar, dass ich einen eigenen Film machen wollte. Diese Erkenntnis
kam leider erst nach dem Studium. Wichtig war es nun, so viele
Erfahrungen wie möglich zu sammeln. Daher ging ich im Herbst 2011 als
Produktionsassistentin zu einer großen Produktionsfirma in Köln, die im
Jahr mehrere Filme produziert. Bei dieser Tätigkeit ging es viel um
Organisation der verschiedenen Phasen eines Films. Die
Organisationsarbeit betrifft in diesem Fall fast 80% eines Films.
Währenddessen habe ich selbst schon nach möglichen Themen für meinen
eigenen Film recherchiert. Ich wollte auf jeden Fall meinen eigenen
Hintergrund und die Erfahrungen der letzten Jahre mit einbringen.
Und wie kam es dann tatsächlich zu deinem Dokumentarfilm?
Mir war also klar, es musste um China gehen. Ich wusste aber auch,
dass ich wegen begrenzter Mittel nicht vor Ort recherchieren, geschweige
denn drehen konnte. Also habe ich mich für das „Überthema“: ´Chinesen
in Deutschland` entschieden. Die Beschreibung des Filmvorhabens mit der
Suche nach möglichen Protagonisten habe ich per E-Mail an das
Konfuzius-Institut in Düsseldorf geschickt. Die E-Mail ist dann aber
noch über verschiedene andere Verteiler gelaufen, sodass sich
schließlich zwischen 200 und 300 Chinesen bei mir gemeldet haben. Dies
hat mir ganz klar das Bedürfnis der in Deutschland lebenden
Chinesen gezeigt, sich in der Öffentlichkeit mehr wahrgenommen zu
werden. Es ist nun mal leider so, dass Chinesen in unserer Gesellschaft
nicht wirklich wahrgenommen werden. Und wenn, dann häufig mit
Stereotypen versehen.
Ich habe dann mit ein paar Interessierten und möglichen Protagonisten
telefoniert und mir ihre Biografien und aktuelle Lebenssituation
angesehen. Ein guter Dokumentarfilm zeichnet sich für mich durch eine
gute Geschichte aus. Das bedeutet, dass der Zuschauer im Film den
Protagonisten bei einer Entwicklung begleiten soll. Entsprechend musste
ich die Protagonisten recherchieren. Schließlich habe ich die Auswahl
auf vier Protagonisten reduziert. Einer davon war gerade in der
Abiturphase, was ein wichtiger Teil der Handlung war. Da war mir klar,
dass ich nicht warten konnte, bis ich Geld zugesagt bekam oder eine
Produktionsfirma gefunden hatte, sondern dass ich gleich anfangen
musste.
Im Mai letzten Jahres, habe ich daher, zusammen mit meinem Partner,
der schon Erfahrung mit der Kamera hatte, angefangen zu drehen.
Bezüglich des Equipments habe ich mich bei Kollegen erkundigt, in
Internetforen nachgefragt und ich hatte glücklicherweise auch genügend
Bekannte, die mir dabei geholfen haben.
Der Hauptgrund, weswegen ich den Film alleine gemacht habe, ist, dass
ich mich zu aller erst einmal „ausprobieren“ wollte und schauen, ob ich
mich in der Position als Interviewerin und Regisseuren auch wohlfühle.
Darüber hinaus wollte ich bei so einem mit vielen negativen Vorurteilen
behafteten Thema wie China meine eigene Perspektive verfolgen. Im
Nachhinein denke ich, dass ich zu wenig Erfahrung hatte und manche Ziele
vielleicht in Zusammenarbeit mit einer Produktionsfirma klarer hätten
formuliert werden können.
Der Film behandelt die unterschiedlichen Hintergründe und
unterschiedlichen Biographien der Protagonisten. Dabei interessierte
mich besonders, wie sie mit dem Leben zwischen den Kulturen umgehen. Der
Schnitt hat vier bis fünf Monate gedauert. In dieser Phase hat sich die
Dramaturgie des Films nochmal komplett verändert – wie es bei
Dokumentarfilmen oft üblich ist. Der Film behandelt nun nur noch zwei
Protagonisten. Mir war wichtiger, das Leben der zwei jungen Frauen
persönlich und nahe zu erzählen.
Wieso hast du den Film „Eisbein süßsauer“ genannt?
Der Titel für meinen Film stand eigentlich gleich von Anfang an fest.
Ich habe nach einer Metapher gesucht, die beide Kulturen vereint.
„Süß-sauer“ ist ein sehr starker Begriff und das Leben ist eben nicht
immer nur süß, sondern auch mal sauer.
Mittlerweile habe ich aber auch eine englische Version, die für
Festivals eingereicht werden kann. Wenn der Film gut ist, wird er
ausgewählt und läuft dann auf einem Festival. Es gibt drei Kategorien
solcher Festivals, von A-C, wobei A die großen Festivals sind, wie in
Cannes, und C die kleineren unbekannten Festivals. Filmfestivals
sind deshalb von großer Bedeutung für einen Film, da dort auch Leute aus
der gleichen Branche sind und der Film so eine höhere Chance hat,
national und international eingekauft zu werden. Allerdings muss man den
Film auf den verschiedenen Festivals bereits ein halbes Jahr im Voraus
einreichen.
Vielleicht kannst du unseren Studenten noch ein paar Tipps geben, wie man in die Branche kommt?
Professionell kommt man natürlich über die Filmhochschule in die
Branche, aber als Quereinsteiger ist das auch noch möglich. Allerdings
sollte man dafür schon während des Studiums mehrere Praktika machen. Im
Medienbereich geht vieles über Kontakte. Wenn man sich erst nach dem
Studium für etwas entscheidet, kann das manchmal ein sehr mühsamer Weg
werden. In meiner Position als Produktionsassistentin habe ich selbst
viele Bewerbungen gelesen. Letztlich, so schade das für manch Fleißige
auch sein mag, zählen in dieser Branche die Noten nicht so viel.
Praktische Erfahrungen stehen hierbei im Vordergrund. So gilt es auch
für mich noch, viele weitere Erfahrungen und Wissen zu sammeln. So
besuche ich auch weiterhin Seminare und Workshops und arbeite bereits an
meinem nächsten Filmvorhaben.
SHAN bedankt sich ganz herzlich für das Interview!
Das Interview führte Fabienne Wallenwein.
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DAAD-Übersetzerwettbewerb: Blut- und Eisentauben
Übersetzungen sind immer schwierig. Selbst wenn man den Sinn eines
Textes verstanden hat, muss man noch immer die Aufgabe meistern, diesen
in angemessenes Deutsch zu übertragen – viele kennen sicher die Frage
„Was soll das bedeuten?“. Ist der zu übersetzende Text kein Sachtext,
sondern Literatur, so heißt angemessen natürlich schönes Deutsch, das
gewisse Stimmungen vermitteln soll. Eine Herausforderung, die nur
gemeistert werden kann, wenn man Chinesisch und Deutsch gleichermaßen
gut beherrscht und für beide Sprachen ein gutes Gefühl hat;
deswegen haben sich noch nicht viele an diese Aufgabe herangewagt.
Leider, denn so haben viele begabte chinesische Autoren keine
Gelegenheit, auch ein deutsches Publikum zu erreichen.
Deswegen organisierte der DAAD Ende letzten Jahres einen
Übersetzungswettbewerb, bei dem Tandems aus jeweils einem deutschen und
einem chinesischen Muttersprachler gebildet wurden. Die Idee dahinter
war, so Defizite in der einen oder anderen Sprache ausgleichen zu
können. In einer Vorrunde wurden zunächst nur Auszüge aus drei Texten
übersetzt, deren fertige Übersetzungen als Abschluss des Projektes in
Deutschland unter dem Titel „Auf den Schwingen der Morgenröte“
veröffentlicht werden sollen. In der Endrunde wurden die Texte komplett
übersetzt und unter diesen Übersetzungen wurden wieder die besten für
jeden Text ausgewählt.
Übersetzt wurden drei Kurzgeschichten, geschrieben jeweils von Nanjinger Schriftstellern der jüngeren Generation: Blut- und Eisentauben von Lu Min (鲁敏), Lehrer einer Mädchenschule von Huang Fan (黄梵) und Lebewohl, Chopin von Dan Yu (丹羽). Auch ich hatte mit einer Freundin, Li Yinyin, ein Übersetzertandem gebildet und eine Übersetzung von Lu Mins Blut- und Eisentauben in der Endrunde eingereicht.
Lu Min, geboren 1973 in Dongtai, Jiangsu, verlor mit 16 ihren Vater,
nahm nach ihrem Schulabschluss zunächst verschiedenste Arbeiten an, bis
sie sich mit 25 entschloss, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Mit dem
Schreiben will sie gegen die Sinnlosigkeit des Lebens ankämpfen und so
setzt sie sich auch in ihren Geschichten viel mit den Themen Einsamkeit,
Sinnentleertheit und Stumpfsinn im Alltag der heutigen chinesischen
Gesellschaft auseinander. Diese Stimmung findet sich auch in der
Kurzgeschichte Blut- und Eisentauben. Die Hauptperson, Herr Mu,
lebt ein ganz normales Leben in einer beliebigen Stadt in China, geht
zur Arbeit, hat eine Frau, einen studierenden Sohn und ein schönes
Zuhause. Die Geschichte beginnt, als er seinen Nachbarn schräg über
seiner Wohnung kennen lernt, mit ihm über dessen Brieftauben ins
Gespräch kommt und Gefallen an den Tieren, nicht aber an ihrem Halter
findet. Im Laufe der Geschichte versucht sich Herr Mu in Gedanken immer
mehr in eine bessere Welt der Tauben zu fliehen, um dem Alltagstrott
seines Jobs und den immer neuen Ermahnungen und Maßnahmen seiner
gesundheitsfanatischen Frau zu entgehen. Es werden seine Gedanken,
Hoffnungen und auch sein Leiden geschildert bis zu dem Punkt, an dem er
nur noch aufgeben kann.
Die Geschichte ist vor allem lesenswert, weil sie ganz abseits von
jeglichen großen Fragen, mit denen sich China zu beschäftigen hat, seien
sie politischer oder wirtschaftlicher Natur, einen ganz normalen
Menschen, seine Gedanken, seine Freuden und Nöte schildert. Man liest
über Probleme, die nicht nur Menschen in China haben könnten. Außerdem
ist die Mann-Frau-Beziehung in einer normalen chinesischen Familie auch
ein Thema der Kurzgeschichte. So erkennt der Leser im Verlauf der
Geschichte zum Beispiel, dass die so harmonisch scheinende Ehe von Herrn
und Frau Mu nur aufgrund völligem Desinteresse aneinander funktioniert.
Man redet miteinander, dabei aneinander vorbei und stört sich nicht
daran, denn es ist den Aufwand nicht wert, Missverständnisse zu klären.
Wer nun neugierig auf die Geschichte geworden ist und nicht auf die
Veröffentlichung des Buches warten möchte, in der übrigens eine andere
Übersetzungsversion erscheinen wird, kann die komplette Übersetzung am
Ende der Seite als PDF herunterladen.
Sophia Zasche
Download: Blut-und Eisentauben
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Chinesische Studenten im nationalsozialistischen Deutschland: Ji Xianlin, Qiao Guanhua und Qiu Fazu
Anfang der dreißiger Jahre lebten noch viele linke chinesische
Studierende in Deutschland. 1933 kehrten manche von ihnen – wie Du
Renzhi und Liu Simu – in die Heimat zurück (vgl. Von der Frankfurter Schule zur Pekinger Akademie, Nr. 60); manche wurden verhaftet – wie z.B. Hu Lanqi (vgl. Chinesinnen in Deutschland, Nr. 42) – und manche gingen in andere europäische Länder – wie Xie Weijin, der später am Spanischen Bürgerkrieg teilnahm (vgl. Von Sichuan nach Deutschland und Spanien, Nr. 23).
Für die unpolitischen und rechten Kuomintang-nahen Studenten gab es
zunächst keinen Grund zu fliehen. Der prominenteste war Chiang Kai-sheks
adoptierter (zweiter) Sohn Chiang Wei-kuo (Jiang Weiguo, der sich auch
Wego Chiang nannte); Chiangs ältester Sohn Ching-kuo (Jiang Jingguo)
lebte zu der Zeit in der Sowjetunion.
Es gab jedoch auch Chinesen, die erst nach 1933 nach Deutschland
reisten; drei von ihnen sollen hier vorgestellt werden. Der älteste
wurde im Revolutionsjahr 1911 (Xinhai) geboren, die andern beiden wenig
später; sie hatten also – im Gegensatz zu den obengenannten
früheren Studierenden – den Untergang des Kaiserreichs der Qing nicht
mehr selbst miterlebt und waren von den Wirren der frühen Republikzeit
geprägt. Qiao Guanhua war der prominenteste und hochrangigste und hatte
vermutlich wenig Zeit, ausführliche Memoiren zu verfassen, schrieb
jedoch kürzere Texte; Ji und Qiu, die über neunzig wurden, haben dagegen
ausführliche Erinnerungen hinterlassen.
Ji Xianlin (1911-2009) stammte aus der ostchinesischen Küstenprovinz
Shandong. Seine gebildete aber verarmte Familie konnte ihn zunächst
wenig unterstützen, sein Vater starb früh. Dennoch gelang es ihm 1930
Student der Qinghua Universität zu werden und 1934 zu graduieren.
Zufällig wurde bald darauf ein chinesisch-deutscher Stipendienvertrag
abgeschlossen, Ji Xianlin und Qiao Guanhua waren die ersten beiden
Studenten, die im September 1935 – über Shanhaiguan, Harbin und Irkutsk –
in den Westen reisen durften. Ji ging dann an die Universität
Göttingen, wo er Sanskrit lernte und Chinesisch unterrichtete. Wie viele
andere Asiaten konnte er nach Ausbruch des Weltkriegs nicht in die
Heimat zurückkehren. Da er allerdings von seiner Familie
„zwangsverheiratet“ worden war und wenig Interesse an seiner Gattin
hatte, zog es ihn nicht zurück und er verliebte sich (unglücklich) in
eine Deutsche. Nach dem Krieg kehrte er dann doch zurück, die Rückreise
über die Schweiz, Frankreich und Vietnam dauerte mehrere Monate. Ji
wurde Professor in Beijing und gehörte zu den wichtigsten
Sanskritforschern und Indienexperten Chinas. Bei einem Deutschlandbesuch
in den achtziger Jahren traf er seinen alten Doktorvater wieder – aber
nicht seine frühere Freundin.
Qiao Guanhua (1913-1983) profitierte wie Ji Xianlin von der
Unterstützung durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD),
hatte aber vollkommen andere Interessen. Er stammte aus der
Nachbarprovinz Jiangsu, hatte sein Studium an der Qinghua schon 1933
beendet und war dann nach Japan gegangen. Wegen politischer Aktivitäten
mußte er das Land bald wieder verlassen und bekam dann die Gelegenheit,
mit Ji nach Deutschland zu reisen. Ji schrieb über Qiao: „Er studierte
Philosophie, zwei Klassen über mir. Auf dem Uni-Gelände schritt er,
einen Band der deutschen Ausgabe von Hegels Gesamtwerk in der Hand,
erhobenen Hauptes dahin, als sei er allein. […] Er war intelligent und
vor allem in der klassischen Literatur gebildet.“ (S.52) Qiao
Guanhua ging nach Tübingen, schrieb eine Dissertation über Zhuangzi und
kehrte schon 1937 nach China zurück; nach eigenen Angaben, hatte er
keine Zeit auf die Promotionsurkunde zu warten. Er trat dann der KP
China bei, war im Bereich internationale Propaganda tätig und hatte
dabei Kontakt mit Zhou Enlai, dem ebenfalls aus Deutschland
zurückgekehrten Wang Bingnan und seiner Frau Anna Wang. In der VR China
war er einer der Spitzendiplomaten, der auch bei der UNO eine wichtige
Rolle spielte. Nach dem frühen Tod seiner ersten Frau, die auch im
diplomatischen Bereich gearbeitet hatte, heiratete er eine jüngere Frau,
die vorher als Mao Zedongs Englischlehrerin tätig war. Sie schrieb
später ausführlich über Mao und Qiao.
Qiu Fazu (1914-2008) stammte aus Zhejiang und wuchs in der Nähe der
Provinzhauptstadt Hangzhou auf. In der ersten Häfte der dreißiger Jahre
studierte er zunächst in China Medizin, von 1937 bis 1946 studierte und
arbeitete er in Deutschland und promovierte in München. Er heiratete
eine Deutsche und kehrte dann mit ihr und einem Sohn in seine Heimat
zurück. Sie verbrachten etwa ein Jahrzehnt in Shanghai und zogen dann
nach Wuhan, wo beide Ehepartner viele Jahre arbeiteten. Qiu wurde Rektor
der Medizinhochschule Wuhan und erhielt 1982 die Ehrendoktorwürde
der Universität Heidelberg. Als er 2008 starb, lebte seine Frau noch,
eine Enkelin studierte in Heidelberg.
Literatur:
Zhang Hanzhi: Fengyu qing, Shanghai, 1994.
Ji Xianlin: Zehn Jahre in Deutschland, Beijing, 2009.
T. Kampen: Chinesen in Europa – Europäer in China, Gossenberg, 2010.
Qiu Fazu: Über mich selbst. In meinen eigenen Worten, Heidelberg, 2011.
Dr. Thomas Kampen
PS: Die Universität Tübingen meldete im letzten Herbst:
Ein weiterer Höhepunkt des Festakts war die feierliche Übergabe der
originalen Promotionsurkunde Qiao Guanhuas aus dem Jahr 1938 an seinen
Sohn Qiao Zonghuai, ehemaliger Vize-Außenminister der Volksrepublik
China. „Es rührt mich sehr, die Urkunde meines Vaters an seiner Statt in
Empfang nehmen zu dürfen“, sagte Qiao Zonghuai in Chinesisch. Sein
Vater (1913-1983), ehemaliger Außenminister Chinas, ging 1935 zum
Auslandsstudium nach Tübingen, wo er seine Doktorarbeit in Philosophie
abschloss. „Diese Zeit bereicherte ihn immens und hatte großen Einfluss
auf sein späteres Leben.“ Nach dem Angriff Japans auf die
Marco-Polo-Brücke 1937 verließ Qiao Guanhuas Deutschland. Seine
Promotionsurkunde wurde erst 1938 ausgestellt, weshalb er sie nicht
mitnehmen konnte.


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