{"id":1058,"date":"2016-01-01T12:00:00","date_gmt":"2016-01-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2016\/01\/01\/newsletter-maerz-2016-nr-86-2\/"},"modified":"2026-05-20T18:59:20","modified_gmt":"2026-05-20T17:59:20","slug":"newsletter-maerz-2016-nr-86-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2016\/01\/01\/newsletter-maerz-2016-nr-86-2\/","title":{"rendered":"Newsletter M\u00e4rz 2016 Nr. 86"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 id=\"anker_DieJournalistinWangXingj\" style=\"text-align: justify;\">Die Journalistin Wang Xingjuan \u738b\u884c\u5a1f<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Thomas Kampen stellt in einem Beitrag die Journalistin und Frauenrechtlerin Wang Xingjuan vor, die erst nach ihrer Pensionierung in der \u00d6ffentlichkeit bekannt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#1\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_ZhuMindieeinsameTochterd\" style=\"text-align: justify;\">Zhu Min \u2013 die einsame Tochter des Generals Zhu De<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiterer Text behandelt die in Deutschland gezeugte, in Ru\u00dfland geborene Tochter von Zhu De, Zhu Min, die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs in deutsche Gefangenschaft geriet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#2\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_UngewhnlicheEhen:DieLan-\" style=\"text-align: justify;\">Ungew\u00f6hnliche Ehen: Die Lan-Schwestern und ihre M\u00e4nner<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Spannend und undurchsichtig ist die Geschichte der Lan-Schwestern, die &nbsp;in Beijing, Nanjing, Shanghai, Guilin, Xinjiang, Taiwan und Korea aktiv waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#3\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Tochter-Schwester-Mutter\" style=\"text-align: justify;\">Tochter &#8211; Schwester &#8211; Mutter: drei Texte aus China<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich werden noch einige kurze chinesische Texte \u00fcber Frauen pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#4\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Josie-MariePerkuhninterv\" style=\"text-align: justify;\">Josie-Marie Perkuhn interviewt Astrid Lipinsky<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Josie-Marie Perkuhn stellte f\u00fcnf Fragen an die Expertin f\u00fcr Frauen und Recht in China, Dr. Astrid Lipinsky. Themen sind u.a. das Frauenschutzgesetz, h\u00e4usliche Gewalt, Rechtsprechung und aktuelle Medien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#5\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_DiskursberGeschlechtergl\" style=\"text-align: justify;\">Geschlechtergleichstellung im Kontext der Rechtsreform<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Artikel betrachtet die Gleichstellung der Frau von zwei Seiten: welche Rechtsnormen haben sich im Rechtsreformprozess der sp\u00e4ten Qing-Zeit ver\u00e4ndert und welche weiblichen Akteure haben sich f\u00fcr Frauen und ihre Rechte eingesetzt? Hierzu wird die historische Entwicklung der Rechtsnormen f\u00fcr Frauen im Positiven wie im Negativen nachgezeichnet; anschlie\u00dfend werden drei f\u00fcr den Diskurs der Gleichberechtigung bedeutsame weibliche Akteure vorgestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#6\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Mateer\" style=\"text-align: justify;\">Julia B. Mateer (Di Jiulie \u72c4\u5c31\u70c8, 1837-1898) &#8211; Missionarin, Musikp\u00e4dagogin<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Julia B. Mateer (1837-1898) lebte als protestantische Missionarin in China. Zusammen mit ihrem Mann betrieb sie eine Jungenschule und verfasste eines der ersten Lehrb\u00fccher f\u00fcr Musik, in dem sie die Prinzipien der westlichen Musiklehre und Singpraxis auf chinesisch erkl\u00e4rte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#7\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"1\" name=\"1\">Die Journalistin Wang Xingjuan \u738b\u884c\u5a1f<\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor knapp zehn Jahren erschien das Buch <em>Duocai de heping (Colours of Peace) <\/em>in Beijing. Darin befindet sich ein Kapitel von Wang Ping \u00fcber Wang Xingjuan in dem steht, dass diese 1988 in den Ruhestand gegangen war. Genau in jenem Jahr hatte ich Wang Xingjuan in Beijing getroffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>He Zizhen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den fr\u00fchen achtziger Jahren schrieb sie das Buch <em>He Zizhen de lu<\/em> \u00fcber Mao Zedongs zweite Frau He Zizhen (1910-1984), das nach langen Kontroversen 1985 in kleiner Auflage <em>neibu<\/em> gedruckt wurde. Sp\u00e4ter folgte noch der Band <em>Li Min, He Zizhen yu Mao Zedong <\/em>(<a href=\"http:\/\/www.zo.uni-heidelberg.de\/sinologie\/shan\/nl-archiv\/2009_NL32.html#3\" target=\"_blank\">Li Min ist die Tochter von Mao und He<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die lebendige Journalistin weitaus gespr\u00e4chiger war als die offiziellen Parteihistoriker, habe ich viel bei dem Gespr\u00e4ch gelernt. Sie erw\u00e4hnte auch, dass der Widerstand gegen Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber He Zizhen unter anderem von Deng Yingchao kam. Sie war die Witwe von Zhou Enlai, der in den drei\u00dfiger Jahren ein Gegner Maos war. Sie und andere wollten unbedingt verhindern, dass die damaligen Kontroversen \u00f6ffentlich bekannt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiteres Problem von He war bis 1976, dass Jiang Qing die offizielle Frau Maos war und He nicht erw\u00e4hnt werden sollte. Als Jiang Qing dann verhaftet wurde, begann ein Kult um Maos erste (fr\u00fch ermordete) Frau Yang Kaihui, auch dabei sollte die zweite nicht erw\u00e4hnt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings hatte He Zizhen, die den Langen Marsch mitgemacht hatte, auch viele Freunde beim Milit\u00e4r; ihr \u00e4lterer &nbsp;Bruder war auch KP-Funktion\u00e4r.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wang Xingjuan<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wang Xingjuan wurde 1930 in Guangdong geboren und hatte als Tochter einer Nebenfrau in einer Gro\u00dffamilie einen besonders schlechten Status; sie verlie\u00df ihre Familie und studierte in Nanjing. Ab 1951 arbeitete sie in Beijing bei der Jugendzeitung (<em>Zhongguo qingnianbao<\/em>), sp\u00e4ter in einem Verlag (Beijing chubanshe). In den achtziger Jahren schrieb sie f\u00fcr verschiedene Frauenzeitschriften und besch\u00e4ftigte sich vor allem mit Problemen junger M\u00e4dchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem Vierteljahrhundert ihres Ruhestand wurde sie als \u201eFounder of China&#8217;s first women&#8217;s NGO\u201c bekannt: <a href=\"http:\/\/www.womenofchina.cn\/womenofchina\/html1\/special\/15\/6134-1.htm\" target=\"_blank\">Beijing Maple Women&#8217;s Psychological Counseling Center.<\/a> Im Jahre 2009 traf sie Hilary Clinton bei deren Chinareise. 2013 wurde sie \u201c<a href=\"http:\/\/www.womenofchina.cn\/womenofchina\/html1\/news\/china\/16\/8744-1.htm\" target=\"_blank\">Most Influential Public Welfare Figure in China<\/a>\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Literatur:<\/p>\n<p><em>He Zizhen de lu<\/em>, Beijing, 1985.<\/p>\n<p><em>Li Min, He Zizhen yu Mao Zedong<\/em>, Beijing, 1993.<\/p>\n<p><em>Duocai de heping (Colours of Peace)<\/em>, &nbsp;Beijing, 2007.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"NL86 Artikel1\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214801\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/wangimage001-1.jpg\" style=\"width: 240px; height: 300px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><br style=\"clear: both;\"> \u200b<\/span>\u200b<\/p>\n<p>Dr. Thomas Kampen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"2\" name=\"2\">Zhu Min \u2013 die einsame Tochter des Generals Zhu De<\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zhu De (1886-1976) war Gr\u00fcnder der Roten Armee und sp\u00e4ter Oberkommandierender der Volksbefreiungsarmee (VBA). In den fr\u00fchen zwanziger Jahren lebte er in Deutschland und wurde hier Mitglied der KP.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In G\u00f6ttingen und Berlin lebte Zhu mit einer Chinesin zusammen, die 1925 schwanger wurde, im April 1926 eine Tochter bekam \u2013 und starb. Die Tochter Zhu Min wurde in Moskau geboren, da Zhu De wegen politischer Aktivit\u00e4ten aus Deutschland ausgewiesen worden war. Das Kind wurde nach China gebracht und verbrachte einige Jahre bei Verwandten in der Provinz Sichuan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zhu De lebte (wie Mao Zedong) ab 1927 in der s\u00fcdchinesischen Provinz Jiangxi, wo die Rote Armee und die Chinesische Sowjetrepublik gegr\u00fcndet wurden. 1934 begann der Lange Marsch, ab 1937 war Yan\u2019an (in Nordwestchina) das Zentrum der Kommunisten. 1929 hatte Zhu De Kang Keqing (1912-1992) geheiratet und lebte mit dieser bis zu seinem Tod zusammen. Kang stammte wie Maos zweite Frau He Zizhen aus der Provinz Jiangxi, beide kamen aus armen Familien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Alter von 14 Jahren konnte Zhu Min nach Yan\u2019an reisen und zum ersten Mal ihren Vater wiedersehen. Aber schon im folgenden Jahr wurde Zhu Min mit Maos Tochter Li Min zur Ausbildung in die Sowjetunion geschickt. Da die Verh\u00e4ltnisse in Yan\u2019an sehr primitiv waren, galt es als besonderer Gl\u00fccksfall, da\u00df sie mit einem Milit\u00e4rflugzeug fliegen konnten und in ein Kinderheim in der N\u00e4he von Minsk kamen. Dieses Gebiet wurde jedoch noch im gleichen Jahr von den Deutschen erobert und sie wurde festgenommen und nach Ostpreu\u00dfen gebracht. Erst 1946 konnte sie nach Moskau zur\u00fcckkehren, sie ging noch einige Jahre zur Schule und 1949 auf eine Hochschule.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel2a\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214810\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel2a-1.jpg\" style=\"width: 500px; height: 372px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><\/span><br style=\"clear: both;\"> \u200b<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1953 kehrte sie nach China zur\u00fcck und sah ihren Vater wieder. Danach arbeitete sie in der Hauptstadt als Dozentin an einer Hochschule, 1986 ging sie in den Ruhestand. In den folgenden Jahren ver\u00f6ffentlichte sie einige B\u00fccher und Aufs\u00e4tze \u00fcber ihren Vater und ihr eigenes Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch Zhu Min erreichte ein hohes Alter \u2013 sie starb im April 2009.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel2b\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214811\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel2b-1.jpg\" style=\"width: 500px; height: 357px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><br style=\"clear: both;\"> \u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel2c\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214812\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel2c-1.jpg\" style=\"width: 397px; height: 274px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><br style=\"clear: both;\"> \u200b<\/span>\u200b<\/span>\u200b<\/p>\n<p>Literatur:<\/p>\n<p>Agnes Smedley: The Great Road \u2013 The Life and Times of Chu Teh, New York, 1956.<\/p>\n<p>Agnes Smedley: Der gro\u00dfe Weg, Berlin, 1958.<\/p>\n<p>Zhu De nianpu, Beijjing, 2006.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dr. Thomas Kampen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"3\" name=\"3\">Ungew\u00f6hnliche Ehen: Die Lan-Schwestern und ihre M\u00e4nner<\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wuchsen in Nordchina drei M\u00e4dchen der Familie Lan auf, die eigentlich aus der s\u00fcd\u00f6stlichen Provinz Fujian stammte. Alle drei bekamen eine gute Ausbildung, was auf modern denkende Eltern schlie\u00dfen l\u00e4sst; alle drei lernten Englisch und sie interessierten sich f\u00fcr Literatur, Theater und Film. Allerdings ist \u00fcber die Familie nicht viel mehr bekannt und auch \u00fcber die M\u00e4dchen wei\u00df man nicht viel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Regisseurin<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genaue Daten gibt es nur von der j\u00fcngsten \u2013 Fuxin: sie wurde 1917 geboren &nbsp;und starb 1984. Sie hatte in Nanjing eine Theaterschule besucht und floh nach den japanischen Angriffen 1937 mit vielen anderen in die S\u00fcdprovinzen Guangxi und Guizhou. Dort traf sie viele K\u00fcnstler und Intellektuelle aus Shanghai, die schon ihre \u00e4lteste Schwester kannten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Gr\u00fcndung der Volksrepublik arbeitete sie in Beijing, Changchun und Korea. Sie war vor allem Regisseurin und \u00dcbersetzerin und wird in verschiedenen biographischen Nachschlagewerken erw\u00e4hnt. Ihr Mann war der Autor Yan Gong (1914-2000).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Funkerin<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die etwa zehn Jahre \u00e4ltere mittlere Schwester Fuzeng war geheimdienstlich t\u00e4tig und hat ihre Herkunft lange verschleiert. Sie war etwa f\u00fcnfzig Jahre lang mit einem Mann verheiratet, der abwechselnd die Familiennamen Chen, Liu und Zhang benutzte. (Daher bekamen auch ihre beiden Kinder unterschiedliche Familiennamen.) Sie hatten sich in den zwanziger Jahren w\u00e4hrend des Studiums in Nordchina kennen gelernt. Der Mann ging dann nach S\u00fcdchina, sp\u00e4ter nach Shanghai und holte die Frau nach. Er wurde \u2013 vermutlich durch Vermittlung durch die amerikanische Journalistin Agnes Smedley \u2013 Mitglied von Richard Sorges Spionagering. Da Sorge kein Chinesisch konnte, war das flie\u00dfend Englisch sprechende Paar f\u00fcr ihn sehr n\u00fctzlich, die Frau wurde sp\u00e4ter zur Funkerin ausgebildet. Der Mann suchte sich aus seinem Freundeskreis drei Assistenten \u2013 da alle neu in Shanghai waren, hatten die lokalen Sicherheitsorgane keine Informationen \u00fcber sie. Ende 1932 mu\u00dfte Sorge die Stadt verlassen, da er von Verhaftung bedroht war. Die Chinesen arbeiteten nun f\u00fcr seine Nachfolger, die aus Osteuropa stammten. Einer von ihnen wurde 1935 verhaftet, sp\u00e4ter ausgewiesen. Die meisten Chinesen konnten fliehen, einige wurden jedoch verhaftet und hingerichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ehepaar, das nun den Familiennamen Chen benutzte wurde nach der Flucht in die Sowjetunion auf einen neuen Posten nach Xinjiang (Sinkiang) geschickt. Dort herrschte ein lokaler Machthaber namens Sheng Shicai, der vor\u00fcbergehend mit der Sowjetunion zusammenarbeitete und daf\u00fcr sowjetische Unterst\u00fctzung bekam. Nach ein paar Jahren \u00e4nderte er jedoch seine Haltung und paktierte mit Chiang Kai-shek; dies war offenbar eine Folge der Schw\u00e4chung der Sowjetunion durch den deutschen Angriff. Die Kommunisten mu\u00dften nun fliehen, das Paar war erfolgreich und ging mit den beiden Kindern wieder in die Sowjetunion. Andere wurden \u2013 wie ein Bruder Mao Zedongs \u2013 get\u00f6tet oder verhaftet. Das Paar reiste dann \u00fcber Sibirien nach Nordchina, der Mann ging sp\u00e4ter in die kommunistische Zentrale Yan\u2019an, die Frau wurde von den Japanern vor\u00fcbergehend inhaftiert. Die Kinder hatten sie in einem sowjetischen Kinderheim gelassen \u2013 die ganze Familie war dann erst in den f\u00fcnfziger Jahren wieder vereint.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beide Ehepartner arbeiteten wohl nach 1949 f\u00fcr den Geheimdienst; sie starb 1979, ihr Mann 1995. Er hat in seinen letzten Lebensjahren einige autobiographische Texte ver\u00f6ffentlicht, die vermutlich auf fr\u00fcheren Berichten f\u00fcr seine Arbeitgeber beruhten. Hierin berichtete er auch ausf\u00fchrlich \u00fcber seine Zusammenarbeit mit Richard Sorge. Die beiden 1928 und 1931 geborenen \u201eKinder\u201c leben vielleicht noch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Schauspielerin<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00e4lteste der drei Schwestern wurde schon in ihrer Jugendzeit ber\u00fchmt, sie sang, spielte Theater und soll ungew\u00f6hnlich h\u00fcbsch gewesen sein. Sie hie\u00df Fuqing, wurde aber als Schauspielerin Lan Lan bekannt. Sie hatte eine Vorliebe f\u00fcr ernste Rollen und spielte schon fr\u00fch M\u00fctter, Schwiegerm\u00fctter und K\u00f6niginnen. Sie soll 1928 ihr Studium an der Yanjing Universit\u00e4t abgeschlossen haben. Zu dieser Zeit druckte eine Illustrierte ein Bild von ihr auf der Titelseite. Sie war in den drei\u00dfiger Jahren mit dem Drehbuchschreiber und Journalisten Sun Shiyi verheiratet und bildete Schauspieler aus. Die bekannteste &nbsp;Sch\u00fclerin war die sp\u00e4tere Frau Mao Zedongs \u2013 Jiang Qing, die sich bis zu ihrer Hochzeit Lan Ping nannte, da ihre Lehrerin Lan hie\u00df. Alle drei lebten in den mittleren drei\u00dfiger Jahren in Shanghai, wo Sun beim Film arbeitete. Er schrieb das Drehbuch f\u00fcr den bekannten Film Xin N\u00fcxing \/ New Women (1934). Der Film behandelte einen Selbstmord, die Hauptdarstellerin war Ruan Lingyu, die 1935 auch Selbstmord beging; Sun und Lan nahmen an ihrem Begr\u00e4bnis teil.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u4e16\u754c\u513f\u5973\uff081941\u5e74\uff0c\u5f20\u7ffc\uff0c\u77f3\u6325\uff0c\u84dd\u5170\u4e3b\u6f14\uff09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel3b\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/215012\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fittosize__400_300_8d8b63fd03e965bb14c6ccec0495a1f2_nl86_art-1.jpg\" style=\"width: 400px; height: 300px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><br style=\"clear: both;\"> \u200b<\/span>\u200b<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beide Ehepartner waren jedoch damals schon f\u00fcr den Spionagering von Richard Sorge t\u00e4tig. Beide Schwestern und beide Ehem\u00e4nner hatten das Gl\u00fcck die gef\u00e4hrlichen Jahre in Shanghai unbeschadet zu \u00fcberstehen. Ob die j\u00fcngste Schwester auch in Spionageaktivit\u00e4ten verwickelt war, ist nicht bekannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Literatur:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zo.uni-heidelberg.de\/sinologie\/shan\/nl-archiv\/2014_NL79.html#1\" target=\"_blank\">Chen Yin und Zhang Lan: Zwei chinesische Kinder in Xinjiang und in der Sowjetunion<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zo.uni-heidelberg.de\/sinologie\/shan\/nl-archiv\/2008_NL24.html#3\" target=\"_blank\">Komplizierte Familienverh\u00e4ltnisse: Mao Zedongs S\u00f6hne, Schwiegert\u00f6chter und die geheimnisvolle Schw\u00e4gerin<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zo.uni-heidelberg.de\/sinologie\/shan\/nl-archiv\/2010_NL46.html#4\" target=\"_blank\">Zhang Fang und seine Memoiren : Richard Sorges chinesischer Assistent berichtet<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dr. Thomas Kampen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"4\" name=\"4\">Tochter &#8211; Schwester &#8211; Mutter: drei Texte aus China<\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Roman aus den zwanziger Jahren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>1. Kapitel<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Frau Li hatte sich immer mehr in Hitze geredet. Nun rannen ihr gar ein paar Zornestr<\/em><em>\u00e4<\/em><em>nen <\/em><em>\u00fc<\/em><em>ber die gepuderten Wangen. Dieser l<\/em><em>\u00e4<\/em><em>stige Verwandtenbesuch! Alle Laune war ihr verdorben! Wie hatte sie sich auf das heutige Hotelsouper mit anschlie<\/em><em>\u00df<\/em><em>endem Theaterbesuch gefreut! Eben schickte sie sich mit ihrem Mann zum Ausgehen an, da war ihr der &#8222;gro<\/em><em>\u00df<\/em><em>e, alte Herr&#8220; aus der Chinesenstadt gemeldet worden.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Zwar war es ihr leiblicher Vater, aber sie wollte nun einmal mit ihrer verarmten Verwandtschaft nichts mehr zu tun haben. Seit ihr Mann den hochbezahlten Sekret<\/em><em>\u00e4<\/em><em>rposten in der ausl<\/em><em>\u00e4<\/em><em>ndischen Bank erhalten hatte und aus der dumpfen Enge der Chinesenstadt hierher in die ger<\/em><em>\u00e4<\/em><em>umige Weite des Settlements, in das h<\/em><em>\u00fc<\/em><em>bsche Heim im Hong kew Viertel <\/em><em>\u00fc<\/em><em>bergesiedelt war, hatte sich f<\/em><em>\u00fc<\/em><em>r sie eine Trennungsmauer zwischen dem Heute und Gestern aufgetan, hoch und fest wie der alte Stadtwall, der ehemals die Chinesenstadt vom internationalen Niederlassungsgebiet schied. Nein, sie wollte nicht mehr an das enge, <\/em><em>\u00e4<\/em><em>rmliche Milieu erinnert sein, in dem sie aufgewachsen war.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel4a\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214805\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel4a-1.jpg\" style=\"width: 150px; height: 195px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><\/span>\u200b<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(aus: Hai shang shuo mong jen, <em>Fr<\/em><em>\u00e4<\/em><em>ulein Tschang &#8211; Ein chinesisches M<\/em><em>\u00e4<\/em><em>dchen von heute<\/em>, Berlin, 1931.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel4b\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214806\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel4b-1.jpg\" style=\"width: 120px; height: 169px;\"><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anmerkung :<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Autor mit dem Familiennamen Zhu war relativ unbekannt; er war an mehreren Theater- und Filmproduktionen beteiligt. Das Buch erschien zun\u00e4chst als Fortsetzungsroman in einer Shanghaier Zeitung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Film aus den drei\u00dfiger Jahren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die revolution<\/em><em>\u00e4<\/em><em>re Bewegung in China hat die Kinobesucher f<\/em><em>\u00fc<\/em><em>r den modernen Gesellschaftsfilm reif gemacht. Einen durchschlagenden Erfolg hatte der 1933 gedrehte Film <\/em><em>\u201e<\/em><em>Zwei Schwestern<\/em><em>\u201c<\/em><em>, in dem die begabte Butterfly Wu eine Doppelrolle spielt. Ein Waffenschmuggler, der zwei T<\/em><em>\u00f6<\/em><em>chter in kindlichem Alter hat, verkauft seine sch<\/em><em>\u00f6<\/em><em>nere Tochter an einen reichen Mann, der sie zu seiner Konkubine macht. Nachdem der Vater das Geld eingesteckt hat, verl<\/em><em>\u00e4<\/em><em>sst er seine mittellose Frau und <\/em><em>\u00fc<\/em><em>berl<\/em><em>\u00e4<\/em><em>sst sie ihrem Schicksal mit ihrem anderen Kinde. Nach Jahren wird die arme Tochter, die mittlerweile einen armen Mann geheiratet hat, Magd bei ihrer im Wohlstand lebenden sch<\/em><em>\u00f6<\/em><em>nen Schwester, ohne dass die beiden sich als Schwestern erkennen. Die gem<\/em><em>\u00fc<\/em><em>tlose M<\/em><em>\u00e4<\/em><em>tresse des reichen Mannes misshandelt ihre Magd in der schrecklichsten Weise. Als der Ehemann der armen Magd erkrankt, bestiehlt sie ihre Herrin, um Arzneien kaufen zu k<\/em><em>\u00f6<\/em><em>nnen. Sie wird erwischt und kommt vor den Richter. Der Zufall will es, dass der Richter niemand anderes ist als ihr Vater, wobei Vater und Tochter, nachdem seit ihrer Trennung mehrere Jahre verstrichen waren, sich nicht erkennen. Aber als die arme Mutter, die vom Richter verurteilte Tochter im Gef<\/em><em>\u00e4<\/em><em>ngnis besucht, kommt alles heraus, Vater und reiche Schwester erkennen, was sie der armen angetan haben . . . Alles schluchzte im Zuschauerraum.<\/em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(aus: A.J. Storfer, \u201eChinesische Filme\u201c, in <em>Gelbe Post<\/em>, 1939.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel4c\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214807\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel4c-1.jpg\" style=\"width: 144px; height: 220px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><\/span>\u200b<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anmerkung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Butterfly Wu&nbsp; war die bekannte Schauspielerin Hu Die. Der Film hie\u00df Zimeihua (1933), Regisseur war Zheng Zhengqiu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel4d\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214808\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel4d-1.jpg\" style=\"width: 268px; height: 254px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><br style=\"clear: both;\"> \u200b<\/span>\u200b<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erz\u00e4hlung aus den achtziger Jahren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Vor sieben Jahren hatte Yude die Kaderschule verlassen k<\/em><em>\u00f6<\/em><em>nnen, sieben Jahre war das schon her. Man hatte ihr eine Stelle als Kunstlehrerin an einer Schule zugewiesen, und auch ihr Sohn Chenchen kam vom Internat in einem Vorort wieder in die Stadt zur<\/em><em>\u00fc<\/em><em>ck. Mutter und Sohn waren gern heimgekehrt. Aber als sie jetzt das Licht anmachte, erschien Yude ihr Zuhause doch recht trostlos: die Wirklichkeit bestand aus einem Bett und zwei B<\/em><em>\u00e4<\/em><em>nken. Was damals verkauft werden konnte, war verkauft worden. Als Chen <\/em><em>Yan seine Arbeit <\/em><em>verloren hatte, waren einige weniger wichtige Dinge wie Frisiertisch und B<\/em><em>\u00fc<\/em><em>cherschrank verkauft worden. Nach Chen Yans Tod aber wurden auch die notwendigen Dinge wie Tisch und Geschirrschrank verkauft. Und jetzt? Von ihrem Monatslohn von 60 Yuan mu<\/em><em>\u00df<\/em><em>ten auch Chenchens Gro<\/em><em>\u00df<\/em><em>mutter in der N<\/em><em>\u00e4<\/em><em>he von Yangzhou und ihre eigene verwitwete Mutter in Shaoxing versorgt werden. Yude machte sich Sorgen, ihr Sohn hingegen sa<\/em><em>\u00df<\/em> <em>gutgelaunt auf dem Bettrand, plapperte, lie<\/em><em>\u00df<\/em> <em>die Beine baumeln. Selbst wenn sie noch <\/em><em>\u00e4<\/em><em>rmer gewesen w<\/em><em>\u00e4<\/em><em>ren, das Kind h<\/em><em>\u00e4<\/em><em>tte sich wohlgef<\/em><em>\u00fc<\/em><em>hlt. Die Freude des Sohnes verdr<\/em><em>\u00e4<\/em><em>ngte die <\/em><em>\u00e4<\/em><em>ngstlichen Gedanken der Mutter und machte den Abend freundlich, die h<\/em><em>\u00e4<\/em><em>usliche Stimmung zufrieden.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Am folgenden Morgen ging Yude mit ihrem Sohn, der stolz die neue Schultasche auf dem R<\/em><em>\u00fc<\/em><em>cken trug, zu der ihm zugeteilten Schule. Ihr Weg f<\/em><em>\u00fc<\/em><em>hrte an einer gut ausgestatteten Schwerpunkt-Grundschule vorbei, bis sie einige Stra<\/em><em>\u00df<\/em><em>en weiter die private Grundschule betraten. Als Yude das f<\/em><em>\u00fc<\/em><em>r Chenchen auszuf<\/em><em>\u00fc<\/em><em>llende Anmeldeformular in der Hand hielt, begriff sie, warum ihr Kind nicht auf der Schwerpunkt-Grundschule eingeschult werden konnte und auch sp<\/em><em>\u00e4<\/em><em>ter keine Schwerpunkt-Hauptschule oder Universit<\/em><em>\u00e4<\/em><em>t w<\/em><em>\u00fc<\/em><em>rde besuchen k<\/em><em>\u00f6<\/em><em>nnen, selbst eine verantwortungsvolle Arbeit w<\/em><em>\u00fc<\/em><em>rde er niemals bekommen. Die Entscheidung war vom politischen <\/em><em>Verhalten seines <\/em><em>Vaters Chen Yan diktiert worden; der Vater, ein f<\/em><em>\u00fc<\/em><em>r die Beh<\/em><em>\u00f6<\/em><em>rden <\/em><em>\u201e<\/em><em>aktiver Konterrevolution<\/em><em>\u00e4<\/em><em>r<\/em><em>\u201c<\/em><em>, der aus Angst vor seiner Verurteilung Selbstmord begangen hatte, hing als riesige Wolke <\/em><em>\u00fc<\/em><em>ber dem Kind und h<\/em><em>\u00fc<\/em><em>llte es ein, <\/em><em>erbarmungslos<\/em><em>\u2026<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel4e\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214809\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel4e-1.jpg\" style=\"width: 209px; height: 300px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><\/span>\u200b<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(aus: Ru Zhijuan, \u201eTreiben\u201c, in <em>Die Horen<\/em> 138, 1985. \u00dcbersetzt von Thomas Kampen.)&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anmerkung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ru war eine der bekanntesten Autorinnen der Volksrepublik China, ihre Tochter ist die Schriftstellerin Wang Anyi.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">zusammengestellt und kommentiert von Dr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"5\" name=\"5\">Josie-Marie Perkuhn interviewt Astrid Lipinsky<\/a><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel5a\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/215007\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel5a-1.jpg\" style=\"width: 200px; height: 267px;\"><\/span><br style=\"clear: both;\"> \u200b<\/p>\n<p>Dr. Astrid Lipinsky ist Universit\u00e4tsassistentin an der Universit\u00e4t Wien. Sie ist nicht nur Fachfrau f\u00fcr Sinologie, sondern auch f\u00fcr Recht. Sie besch\u00e4ftigt sich vor allem mit den Rechten von Frauen in der chinesischen Gesetzgebung. Auf ihrer Webseite <a href=\"http:\/\/www.sinojus-feminae.eu\/\">www.Sinojus-feminae.eu<\/a> sind viele ihrer Schriften \u00fcber Frauen und Recht in China, Hongkong und Taiwan zu finden. Auf der <a href=\"http:\/\/www.zo.uni-heidelberg.de\/sinologie\/shan\/nl-archiv\/2016_NL85.html#4\" target=\"_blank\">XXVI. Jahrestagung der Deutschen Vereinigung f\u00fcr China-Studien e.V. (DVCS) in Bochum<\/a> referierte Astrid Lipinsky \u00fcber das \u201dTabuthema h\u00e4usliche Gewalt\u201d. Per E-Mail beantwortete sie nun Josie-Marie Perkuhn f\u00fcnf Fragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Wie hat sich das Strafrecht und seine Auslegung zum Thema h\u00e4uslicher Gewalt in China ver\u00e4ndert?<\/li>\n<\/ol>\n<p>In China und international wurde ein eigenes Gesetz gegen h\u00e4usliche Gewalt verlangt. Untersuchungen seit der Vierten Weltfrauenkonferenz 1995, als der Chinesische Frauenverband noch behauptete, h\u00e4usliche Gewalt sei ein Ph\u00e4nomen des westlichen Kapitalismus, weshalb es in China keine gebe, haben gezeigt, dass eine von vier Chinesinnen in ihrer Ehe verbale oder physische Gewalt, Vergewaltigung sowie Aushungern und Einsperren erlebt.<\/p>\n<p>Erstmals aufgenommen wurde die h\u00e4usliche Gewalt dann als Scheidungsgrund (\u00a7 32) und als Begr\u00fcndung einer Entsch\u00e4digungsforderung bei Scheidung im neuen Ehegesetz von 2001 \u00a7\u00a7 45 \u2013 47 (<a href=\"http:\/\/www.hsph.harvard.edu\/population\/domesticviolence\/china.dv.80.htm\" target=\"_blank\">Quelle<\/a>). 2001 kam damit \u00fcberhaupt erstmals der Begriff der h\u00e4uslichen Gewalt im chinesischen Gesetz auf. Eine Definition des Begriffes erfolgte aber nicht. Vielmehr stand h\u00e4usliche Gewalt in einer Aufz\u00e4hlungsreihe mit Bigamie, Ehebruch und b\u00f6swilligem Verlassen. Alle unterstanden der Generalklausel, dass zun\u00e4chst mehrere Schlichtungsversuche zu erfolgen h\u00e4tten. W\u00e4hrend der Andauer der Schlichtung war die Frau ungesch\u00fctzt weiterer Gewalt ausgesetzt.<\/p>\n<p>Auch in die neue Version des Frauenrechtsschutzgesetzes \u7236\u5973\u6b0a\u76ca\u4fdd\u969c\u6cd5 von 2005 wurde in Art. 46 ein Verbot h\u00e4uslicher Gewalt aufgenommen und um die Verpflichtung des Staates und aller seiner Organe, sie zu verhindern, erg\u00e4nzt. Insofern greift Art. 46 erstmals die Rolle und Verantwortung des Staates auf, die im Umgang mit h\u00e4uslicher Gewalt als einer eben nicht privaten und rein innerfamili\u00e4ren Straftat, wie im Gesetz von 2015 festgeschrieben, an zentraler Stelle steht. Der Chinesische Frauenverband har erfolglos verlangt, dass das Gesetz gegen h\u00e4usliche Gewalt in den F\u00fcnfjahresplan f\u00fcr Gesetzgebung 2008\u20132013 aufgenommen wird. Es gab aber kontinuierlich entsprechende Versuche. Unter anderem wurden Juristinnen aus Taiwan eingeladen, wo der Domestic Violence Prevention Act 1998 beschlossen wurde und in Kraft trat.<\/p>\n<p>Der Volltext des Gesetzes der Volksrepublik China gegen h\u00e4usliche Gewalt \u4e2d\u534e\u4eba\u6c11\u5171\u548c\u56fd\u53cd\u5bb6\u5ead\u66b4\u529b\u6cd5 findet sich <a href=\"http:\/\/www.npc.gov.cn\/npc\/xinwen\/2015-12\/28\/content_1957457.htm\" target=\"_blank\">hier<\/a>. Das Gesetz wurde nach mehreren, jeweils zur Kommentierung \u00f6ffentlich freigegebenen Entw\u00fcrfen am 27.12.2015 verabschiedet, trat aber erst am 01.03.2016 in Kraft. Trotz der mehrj\u00e4hrigen Vorbereitung ist das Gesetz bei Chinas Richtern nicht bekannt. Dies zeigen die ersten Versuche von Frauen, eine Schutzverordnung zu erhalten, wie das Gesetz sie vorschreibt. Das Gericht muss eine \u201eprotection order\u201c binnen 72 Stunden erlassen, w\u00e4hrend die gemeinsam damit verlangte Scheidung durchschnittlich 3 Monate dauert. Die Schutzverordnung kann f\u00fcr maximal 6 Monate erlassen werden; je nachdem ist eine Verl\u00e4ngerung m\u00f6glich. Der Schutz umfasst Wegweise-, Ann\u00e4herungs- und Betretungsverbote f\u00fcr den T\u00e4ter. Wie die F\u00e4lle zeigen, ist dieser gerichtlich garantierte Schutz das Hauptanliegen betroffener Frauen. Das Gesetz macht Gerichte, die Polizei, den Frauenverband und soziale Organisationen mitverantwortlich f\u00fcr die Verfolgung h\u00e4uslicher Gewalt. Das Beispiel Taiwan hat aber gezeigt, dass es jahrzehntelange Trainings braucht, um die Polizei f\u00fcr h\u00e4usliche Gewalt zu sensibilisieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li value=\"2\">Was l\u00e4sst sich dazu am Beispiel des Falles Li Yan zeigen?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Am Fall Li Yan sieht man sehr sch\u00f6n die Zwickm\u00fchle, in die politische Vorgaben und die \u00f6ffentliche Meinung in China die Gerichte bringen. Die internationale \u00d6ffentlichkeit sah bei Li Yan Notwehr und verlangte einen Freispruch. Die Angeh\u00f6rigen ihres Mannes und viele in China sahen sie des Mordes an ihrem Mann schuldig und verlangten die Todesstrafe. Die Gewalt des Mannes in der Ehe betrachten sie nicht als strafw\u00fcrdig. Das Gericht hat den Hauptauftrag, die \u00f6ffentliche Ruhe zu gew\u00e4hrleisten. Deshalb war ein Freispruch undenkbar, und selbst die Todesstrafe auf Aufschub f\u00fchrte im Gericht zu gewaltt\u00e4tigen Protesten der Angeh\u00f6rigen des Toten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel5b\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/215008\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fittosize__400_225_9f622d57aacc94d767dd783bc1d74e45_nl86_art-1.jpg\" style=\"width: 400px; height: 225px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><\/span><br style=\"clear: both;\"> Abbildung: Li Yan<\/p>\n<p>Li Yan war monatelang von ihrem Mann auf schwerste Art und Weise misshandelt worden. Bei den Beh\u00f6rden reagierte niemand auf ihre Hilfegesuche. Sie erschlug ihn schlie\u00dflich in einer Verzweiflungstat und versuchte zun\u00e4chst, die Leiche zu beseitigen. \u00dcber sie wurde die Todesstrafe auf Aufschub verh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li value=\"3\">In Anlehnung an den Fall Dong Shanshan ist 2015 (endlich)<br \/>\n ein Gesetzesentwurf erfolgt, demnach der Polizei mehr Verantwortung<br \/>\nzukommt. Wie sind Ihre Einsch\u00e4tzungen?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Man sieht in Taiwan, wo es auch Untersuchungen dazu gibt, und am chinesischen Alltag, dass die Ver\u00e4nderung der Einstellung der Polizei und ihrer Praxis viele Investitionen in Polizeitraining und eine lange \u00dcbergangszeit braucht. Es m\u00fcsste sicher gestellt werden, dass ab sofort der Umgang mit h\u00e4uslicher Gewalt Pflichtteil der Polizeiausbildung ist. In China ist die breite \u00f6ffentliche Meinung GEGEN ein polizeiliches Eingreifen ein weiterer Hinderungsgrund.<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel5c\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/215009\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel5c-1.jpg\" style=\"width: 362px; height: 286px;\"><\/span><br \/> Abbildung: Dong Shanshan<\/p>\n<p>Dong Shanshan starb an den Misshandlungen ihres Ehemanns. Auch sie hatte zuvor bei der Polizei um Hilfe gerufen, doch man wollte sich nicht in die Angelegenheiten zwischen Eheleuten einmischen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li value=\"4\">Welchen Einfluss und Erfolg hatte die 2002 ausgestrahlte TV-Serie \u201eMit Fremden sprich man nicht&nbsp; \u4e0d\u8981\u548c\u964c\u751f\u4eba\u8bf4\u8bdd\u201d?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Gro\u00dfen. Allerdings reicht eine einmalige Ausstrahlung nicht. Die Aussendung m\u00fcsste j\u00e4hrlich, etwa anl\u00e4sslich der \u201c16 Tage gegen Gewalt an Frauen\u201d, wiederholt werden. Es sollte auch eine DVD geben. Bisher habe ich davon nichts gesehen.<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel5d\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/215010\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fittosize__400_300_a0f61e851460329c16a7b62a831dd73a_nl86_art-1.jpg\" style=\"width: 400px; height: 300px;\"><\/span><br style=\"clear: both;\"> <br \/> Abbildung: Mit Fremden spricht man nicht<\/p>\n<p>Die Fernsehserie \u201cMit Fremden spricht man nicht \u4e0d\u8981\u548c\u964c\u751f\u4eba\u8bf4\u8bdd\u201d thematisiert das Tabuthema h\u00e4usliche Gewalt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li value=\"5\">W\u00e4hrend Ihres Vortrags auf der Jahrestagung der DVCS<br \/>\nnotierte ich mir die zusammenfassende Formel: Recht vor Frauen vor<br \/>\nGericht; Hat sich die Situation des Frauen-Rechts- vor Gericht \u00fcberhaupt<br \/>\n verbessert?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Da ist die Frage welche Frauenrechte und welche Priorit\u00e4ten. China hat ja das Frauenrechtsschutzgesetz im Quasi-Verfassungsrang, aber mir ist kein Gerichtsverfahren bekannt, wo auf seiner Grundlage geklagt wurde. Das w\u00e4re wie bei der chinesischen Verfassung, die ja auch nicht direkt eingeklagt werden kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bildungsrechte: Ob und welche frau hat, entscheidet die Familie.<\/p>\n<p>Berufsrechte: Spielen in der Praxis keine Rolle.<\/p>\n<p>Rechte in der Familie: Gelten nach wie vor als Familienangelegenheit. Eine Frau, die vor Gericht geht, gilt als schlechte Frau. Ist sie Zweit- oder Drittfrau und klagt auf einen Erbteil, wird sie verlieren (es gibt Beispielf\u00e4lle), weil ihre Beziehung f\u00fcr das Gericht nicht nur nicht legitim, sondern auch moralisch falsch ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"6\" name=\"6\">Geschlechtergleichstellung im Kontext der Rechtsreform<\/a><\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Geschlechtergleichstellung im Kontext der Rechtsreform<\/strong><sup><strong><a href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><\/strong><\/sup><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em><strong>Inwieweit hat sich die rechtliche Stellung der Frau gem\u00e4\u00df dem Rechtsentwurf in der sp\u00e4ten Qing-Zeit ver\u00e4ndert?<\/strong><\/em><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">In der \u00dcbergangszeit von der Qing- Dynastie (1644-1911) zur Republik (1912a-1949) hat sich hinsichtlich der gesellschaftlichen Stellung der Frau ein bedeutender Wandel vollzogen. W\u00e4hrend Frauen zuvor eine subordinierte Position in der Gesellschaft einnahmen und selbst rechtlich die Rolle eines \u201epassiven Agenten\u201c ausf\u00fcllten<sup><a href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/sup>, traten Frauen nun zunehmend als gleichberechtigte Agenten in Erscheinung. Drei Aspekte stechen heraus: der Zugang zu Bildung, der Zugang zu finanzieller Sicherheit und die rechtliche Verankerung ihrer Gleichstellung. Mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert wurden bereits vielerorts Frauenschulen er\u00f6ffnet<sup><a href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a><\/sup>, im Rahmen des industriellen Wachstums \u00fcbernahmen Frauen erstmals als Arbeiterinnen au\u00dferhalb der famili\u00e4ren Produktion eine Rolle und damit eine \u00f6konomische Position im Markt ein<sup><a href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a><\/sup>. Sie erlangten graduell die M\u00f6glichkeit zu finanzieller sowie sozialer Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Weniger an die Frage des Eigentums, denn an die Frage der Schuld angelehnt, ist die damit einhergehende Abschaffung der famili\u00e4ren Kollektivverantwortung, die bis auf die Han-Zeit (206 v. Chr.- 220 n. Chr.) zur\u00fcckgef\u00fchrt werden kann.<sup><a href=\"#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a><\/sup> Der Wandel vom Status des rechtlichen Objekts zum Subjekt, bzw. von einem passiven zu einem aktiven Agenten vor Gericht geh\u00f6rt zu den europ\u00e4ischen Rechtsstaatlichkeitsnormen, die seit dem ausgehenden 17.Jh. debattiert wurden. Im chinesischen Kontext sollte dies neben der Abschaffung der Statusgesellschaft bedeuten, dass Frauen selbst als Agentinnen vor dem Gericht auftreten w\u00fcrden k\u00f6nnen. In Auseinandersetzung mit westlichen Rechtsnormen flossen also Ans\u00e4tze der individuellen Gleichstellung in die Rechtsnormen ein.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Aus der kontroversen Rechtsdebatte der Qing-Nationalversammlung 1911 um neuen Strafgesetz \u00fcber die revidierten Unzuchtsbestimmungen zwischen der <em>Baipiao dang<\/em> \u767d\u7968\u9ee8 (\u201ePartei der Wei\u00dfen Stimmzettel\u201c), die eine Dekriminalisierung von au\u00dferehelichem Geschlechtsverkehr f\u00fcr Frauen unter moralistischen Gesichtspunkten zu verhindern suchte und der <em>Lanpiao dang<\/em> \u85cd\u7968\u9ee8 (\u201ePartei der Blauen Stimmzettel\u201c), die eben eine solche Dekriminalisierung aus pragmatischen Gr\u00fcnden unterst\u00fctzte<a href=\"#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a>, schlussfolgert Yeung, dass weder die Emanzipation der Frau noch die Beg\u00fcnstigung ihrer Rechte intendiert war. Yeung schreibt: \u201ethe reformers certainly did not intend to promote the autonomy of women or women\u00b4s rights.\u201d<sup><a href=\"#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a><\/sup> Die Rechtsreformen zu Beginn des 20. Jahrhunderts standen vielmehr im Zusammenhang mit der chinesischen Selbstst\u00e4rkungskampagne und der Abschaffung extraterritorialer Rechte der westlichen M\u00e4chte, Elemente der Geschlechtergleichstellung sind daher eher als un-intendiertes Resultat zu betrachten.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Der Qing-Code und rechtliche Stellung der Frau<\/strong><sup><a href=\"#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die fr\u00fcheste Version des Qing-Codes wurde bereits 1646 unter dem ersten Mandschu-Kaiser verfasst und bis 1740 zum <em>Da Qing l\u00fcli<\/em> erweitert.<sup><a href=\"#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a><\/sup> Ein Rechtstext ist nicht statisch und unterliegt grunds\u00e4tzlich dem soziologischen, politischen sowie \u00f6konomischen Wandel einer Gesellschaft, der sich in Form von Gesetzes\u00e4nderungen und -erg\u00e4nzungen oder gar Abschaffungen auf den Gesetzestext auswirkt. So auch im Falle des Qing-Codes, welcher durch eine Vielzahl von Substatuten, <em>li<\/em> \u4f8b, zu dem (Haupt-)Gesetzestext, <em>l\u00fc<\/em> \u5f8b, \u2013 wie sich aus dem Namen \u201e<em>Da Qing l\u00fcli<\/em>\u201c ableiten l\u00e4sst \u2013 gem\u00e4\u00df den sozialen Gegebenheiten angepasst<sup><a href=\"#sdfootnote10sym\" name=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a><\/sup> wurde.<sup><a href=\"#sdfootnote11sym\" name=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die rechtliche Stellung der Frau kann stark schematisch mit zwei Wesensmerkmalen charakterisiert werden: zum einen durch die Anbindung der Frau zum patriarchalischen Familienoberhaupt als entweder Tochter oder Ehefrau und zum anderen durch den Status eines \u201eSachgegenstandes\u201c.<sup><a href=\"#sdfootnote12sym\" name=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Aus Ersterem resultiert, dass Frauen prinzipiell keine M\u00f6glichkeit einger\u00e4umt wurde, vor Gericht als Agentin zu erscheinen, weder als Anklagende noch als Zeugin. Auch r\u00e4umte das vorherrschende Gesetz Frauen prinzipiell kein \u201eIndividualrecht\u201c auf freie Entscheidung beispielsweise hinsichtlich der Eheschlie\u00dfung ein und folglich gab es f\u00fcr sie auch kein Recht auf Scheidung. Dies bedeutete jedoch nicht, dass sie dem Gesetz nicht unterstellt gewesen w\u00e4ren. Ebenso wenig hatten sie das \u201eRecht\u201c auf Erlangung oder Besitz von Eigentum und unter dem Gesichtspunkt der patriarchalischen Erbfolge, waren sie nicht erbberechtigt.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Vergleich mit einem Sachgegenstand resultiert neben der Betrachtung gesetzlicher Bestimmungen aus Huangs Analyse einzelner Strafrechtsf\u00e4lle, aus denen hervorgeht, dass Frauen rechtlich als Objekt einer Handlung gesehen wurden, nicht aber als Subjekt<sup><a href=\"#sdfootnote13sym\" name=\"sdfootnote13anc\"><sup>13<\/sup><\/a><\/sup>. \u201eThe law even implicitly equated those [abducted] women with things taken by theft or robbery,\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote14sym\" name=\"sdfootnote14anc\"><sup>14<\/sup><\/a><\/sup>. Der Aspekt der \u201eVersachlichung\u201d l\u00e4sst sich auf Straff\u00e4lle bez\u00fcglich Entf\u00fchrungen, Zwangsehen, Verkauf sowie \u201eVersklavung\u201c und Zwang zur Prostitution \u00fcbertragen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Gesetze sind nicht frei von Ver\u00e4nderung und so sieht Huang die \u201egro\u00dfen Erfolge\u201c der rechtlichen Verbesserung hinsichtlich der Stellung der Frau in den Substatuten, demnach ihnen in dreierlei F\u00e4llen eine \u201eWahl zur Weigerung\u201c einger\u00e4umt wurde: sich als Frau gegen Vergewaltigung, als Witwe gegen Wiederverheiratung und als Ehefrau gegen den Verkauf auszusprechen<sup><a href=\"#sdfootnote15sym\" name=\"sdfootnote15anc\"><sup>15<\/sup><\/a><\/sup>. Weniger als Verbesserung der rechtlichen Stellung, denn als Verschlechterung, ist das Urteil gem\u00e4\u00df dem Grundsatz des <em>zheng fenghua<\/em>\u6b63 \u98a8\u5316, also dem Anpassen an gesellschaftliche Gebr\u00e4uche, zu bewerten, demnach ein Ehemann seine Frau aufgrund existentieller Armut verkaufen durfte, ohne daf\u00fcr strafrechtliche Folgen<sup><a href=\"#sdfootnote16sym\" name=\"sdfootnote16anc\"><sup>16<\/sup><\/a><\/sup> zu erleiden.<sup><a href=\"#sdfootnote17sym\" name=\"sdfootnote17anc\"><sup>17<\/sup><\/a><\/sup> Trotz einer Vielzahl von hinzugef\u00fcgten Substatuten und einem hinreichend legitimierenden Wandel der sozio-\u00f6konomischen Stellung der Frau verblieb ihre Stellung gegen\u00fcber dem Mann untergeordnet.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Die Rechtsreform<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Eine Revisionskommission wurde er\u00f6ffnet, die den Rechtsreformprozess auf im Ausland ausgebildete Experten gest\u00fctzt vorantreiben sollte. Gem\u00e4\u00df einer Throneingabe von Zhang Zhidong\u5f20\u4e4b\u6d1e (1837-1909) und Liu Kunyi\u5289\u5764\u4e00 (1830-1902) 1901 wurde eine Kommission zur Rechtsreform und Rechtsrevision des erweiterten Qing-Codes unter F\u00fchrung Shen Jiabens\u6c88\u5bb6\u672c (1840-1913) eingesetzt<sup><a href=\"#sdfootnote18sym\" name=\"sdfootnote18anc\"><sup>18<\/sup><\/a><\/sup>. Als erstes Ergebnis wurde 1906 das Prozessrecht f\u00fcr Straf- und Zivilf\u00e4lle (<em>Xingshi Minshi Susong fa<\/em>\u5f62 \u5f0f\u6c11\u4e8b\u8a34\u8a1f\u6cd5) pr\u00e4sentiert, welches auch wegen seiner Gegenl\u00e4ufigkeit zu konfuzianischen Werten und dem Antrieb zur Geschlechtergleichstellung zuvor von Zhang Zhidong selbst kritisiert worden war<sup><a href=\"#sdfootnote19sym\" name=\"sdfootnote19anc\"><sup>19<\/sup><\/a><\/sup>. Weder Prozessrecht noch sp\u00e4tere Entw\u00fcrfe zum Zivil- und Strafrecht (1907) konnten in ihrer Gesamtheit vor dem Fall der Dynastie (1911) implementiert werden. Jedoch kam es zu tats\u00e4chlichen \u00c4nderungen durch Vorschriften, die sich auch auf die Geschlechtergleichheit auswirkten. Mit dem Entwurf des Neuen Strafrechts intendierten die Reformer absolute Straffreiheit f\u00fcr freiwilligen Geschlechtsverkehr unverheirateter Frauen und Witwen. Nicht nur, dass damit Frauen implizit die M\u00f6glichkeit eines freien Willens zugeschrieben worden w\u00e4re, es h\u00e4tte auch die <em>Zust\u00e4ndigkeit<\/em> vom Strafrecht zum Zivilrecht \u00fcbertragen. Wie Zhang Zhidong zuvor das Prozessrecht aufgrund der Unvereinbarkeit mit konfuzianischen Grundwerten abgelehnt hatte, wurde das Neue Strafrecht von Moralisten wie Lao Naixuan \u52de\u4e43\u5ba3 (1843-1920), der auch der oben erw\u00e4hnten <em>Baipiao dang<\/em> angeh\u00f6rte, kritisiert. Sie bef\u00fcrworteten die Einbettung moralischer Prinzipien in den Rechtstext und lehnten gleichsam die intendierte Trennung von \u201eSozialem \u00dcbel\u201c und Verbrechen gem\u00e4\u00df der Auseinandersetzung mit Grunds\u00e4tzen des Naturrechts<sup><a href=\"#sdfootnote20sym\" name=\"sdfootnote20anc\"><sup>20<\/sup><\/a><\/sup> ab.<sup><a href=\"#sdfootnote21sym\" name=\"sdfootnote21anc\"><sup>21<\/sup><\/a><\/sup> Das Ergebnis der durchaus kontroversen Diskussion brachte im Rahmen der \u00dcbergangs-vorschriften 1909 die Wiederaufnahme illegitimen Geschlechtsverkehrs hervor.<sup><a href=\"#sdfootnote22sym\" name=\"sdfootnote22anc\"><sup>22<\/sup><\/a><\/sup> Es l\u00e4sst sich also festhalten, dass an die Diskussion \u00fcber eine formale Zugeh\u00f6rigkeit zum Straf- oder Zivilrecht auch inhaltliche Aspekte verkn\u00fcpft waren. Im dargestellten Beispiel f\u00fchrte dies jedoch wider der Intention der Rechtsreformer nicht zu einer verbesserten Stellung der Frau, sondern es rief gerade das Gegenteil hervor. Es ist ferner davon auszugehen, dass \u201efemale sexual behavior [\u2026] [became] even more heavily guarded , a matter of public interest, and thus subject to state and family control\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote23sym\" name=\"sdfootnote23anc\"><sup>23<\/sup><\/a><\/sup>. Wie bereits ausgef\u00fchrt wurde, lag die rechtliche Verbesserung in der Weigerung zur Vergewaltigung, zur Wiederverheiratung und zum Verkauf. Der Verkauf einer Ehebrecherin an einen anderen Mann unter Aufsicht eines Magistraten wurde durch den Qing-Code als Strafma\u00df festgesetzt, wobei der Erl\u00f6s konfisziert wurde. Mit der Modernisierungsbestrebung wurde erst 1908 der \u201eZwangsverkauf\u201c aus dem Gesetzestext gestrichen.<sup><a href=\"#sdfootnote24sym\" name=\"sdfootnote24anc\"><sup>24<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em><strong>Gab es weibliche Akteure und inwieweit haben sie sich f\u00fcr eine gesetzliche Fixierung der Geschlechtergleichstellung eingesetzt?<\/strong><\/em><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Das Forschungsfeld der Geschlechtergleichstellung hat nicht zuletzt durch das Aufkommen durchgreifender Frauenbewegungen seit Beginn des 20. Jahrhunderts an Bedeutung gewonnen und ist stets erweitert worden. Bei der Recherche zu dieser Arbeit bin ich jedoch kaum auf haltbare Quellen gesto\u00dfen, die auf eine weibliche Beteiligung am fr\u00fchen Rechtsreformprozess hinweisen. Auch der Hinweis von Christopher Lucas in \u201e<em>Women of China<\/em>\u201c, dass die Kaiserinwitwe Cixi \u6148\u79a7\u592a\u540edas Ministerium f\u00fcr Rechtsreformen eingerichtet habe, um die Position der Frauen zu st\u00e4rken, l\u00e4sst sich nicht halten. Lucas schreibt: \u201e[\u2026] as early as 1906, the Dowager-Empress [Cixi] decreed a Law Revision Bureau, chiefly to improve woman\u00b4s station,\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote25sym\" name=\"sdfootnote25anc\"><sup>25<\/sup><\/a><\/sup> . Zwar ist es nicht abstreitbar, dass auf ihr Anweisen hin sowohl Reformkommission als auch Ministerium eingerichtet worden sind, eine intentionale Begr\u00fcndung zu Gunsten der Frauen, bleibt m. E. spekulativ. Dass es jedoch engagierte Frauen gab, die sich im Zuge der sozio-\u00f6konomischen Ver\u00e4nderungen organisierten und damit eine sozial-politische Frauenbewegung initiierten, ist nach dem Stand der Forschung belegt.<a href=\"#sdfootnote26sym\" name=\"sdfootnote26anc\"><sup>26<\/sup><\/a> Welche weiblichen Akteure gab es, die sich sowohl mit der gesellschaftlich-rechtlichen Geschlechtergleichstellung befassten als auch direkt oder indirekt Einfluss auf die chinesische Gesellschaft nahmen oder h\u00e4tten nehmen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wie bereits angef\u00fchrt, gab es neben der Kaiserinnenwitwe Cixi keine weiblichen Akteure, die am Reformprozess beteiligt waren. Eine inhaltliche Beteiligung Cixis ist weder hinreichend dokumentiert noch wahrscheinlich. In der Zeitspanne waren jedoch Frauen aktiv, drei von ihnen sollen hier vorgestellt werden. Diese drei stehen exemplarisch f\u00fcr den sozialen Wandel und zeigen mit ihrer Selbstst\u00e4rkung die Verbesserung der Frauenrolle in der Gesellschaft: Shimoda Utako \u4e0b\u7530 \u6b4c\u5b50(1854-1936), die zu Beginn des 20 Jahrhunderts bis nach Shanghai wirkte, und als Japanerin f\u00fcr den transnationalen Austausch und f\u00fcr die Verbreitung von Geschlechter-gleichheit steht; Qiu Jin \u79cb\u747e (1875-1907), die sowohl f\u00fcr ihre Stellung gegen\u00fcber der Geschlechtergleichberechtigung als auch f\u00fcr ihren politisch-revolution\u00e4ren Kampf hingerichtet wurde und als M\u00e4rtyrerin in die Geschichte Chinas einging und He Zhen \u4f55\u9707 (1884-?), die durch die Ver\u00f6ffentlichung der progressiven Zeitung \u201e<em>Tianyi bao<\/em>\u201c \u5929\u7fa9\u5831 (<em>Zeitung f\u00fcr Naturrecht<\/em>) f\u00fcr die rechtliche Gleichstellung von Frauen eintrat. Kurzum eine Japanerin, die Chinesen ausbildete, eine Chinesin, die nach Japan ging und als Revolution\u00e4rin zur\u00fcckkehrte und eine Chinesin, die nach Japan floh und dort blieb.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Shimoda Utako<\/strong>\u4e0b\u7530 \u6b4c\u5b50<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wie der Name schon verr\u00e4t, war<em> Shimoda Utako<\/em> Japanerin. Sie wurde 1854 im heutigen Ena geboren und ist bis heute ber\u00fchmt f\u00fcr ihren poetischen Beitrag zu den japanischen Meiji-Reformen (1868). Sie postulierte den Zusammenhang von weiblicher Selbstdefinition und Selbstst\u00e4rkung durch Bildung und verkn\u00fcpfte damit den weiblichen Beitrag am Nationalismus. Ihr Werk und Wirken konzentrierte sich nach der Jahrhundertwende vor allem auf die Etablierung von Frauenschulen. Wie also kann Shimoda Utako, eine Japanerin, symbolisch f\u00fcr den sozialen Wandel in der chinesischen Geschlechterfrage stehen? Shimoda Utako fokussierte die St\u00e4rkung der gesamt-asiatischen Sph\u00e4re. Eine pan-asiatische Region als politisches Gegengewicht zum Westen hinge jedoch von einem gest\u00e4rkten China ab und dieses sei (nur) \u00fcber einen durch gebildete Frauen vorangetriebenen Nationalismus realisierbar.<sup><a href=\"#sdfootnote27sym\" name=\"sdfootnote27anc\"><sup>27<\/sup><\/a><\/sup> Wenn ihr Frauenbild ma\u00dfgeblich gepr\u00e4gt war durch die traditionellen Tugenden einer \u201eguten Ehefrau\u201c und \u201eweisen Mutter\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote28sym\" name=\"sdfootnote28anc\"><sup>28<\/sup><\/a><\/sup>, so war ihr Einfluss auf die weibliche chinesische Jugend ihrer Zeit immens. Ihr Einfluss zeigte sich einerseits durch ein staatlich begr\u00fc\u00dftes Austauschprogramm f\u00fcr junge Chinesinnen, die bei ihr in Japan geschult wurden und andererseits durch die federf\u00fchrende Gr\u00fcndung<sup><a href=\"#sdfootnote29sym\" name=\"sdfootnote29anc\"><sup>29<\/sup><\/a><\/sup> der Gesellschaft f\u00fcr Erneuerung &#8211; <em>Zuoxin She <\/em>\u4f5c\u65b0\u793e- 1901 in Shanghai<sup><a href=\"#sdfootnote30sym\" name=\"sdfootnote30anc\"><sup>30<\/sup><\/a><\/sup>. Zu den Ver\u00f6ffentlichungen der Gesellschaft geh\u00f6rten Schulb\u00fccher nach westlichem <em>Vorbild<\/em><sup><a href=\"#sdfootnote31sym\" name=\"sdfootnote31anc\"><sup>31<\/sup><\/a><\/sup> sowie die Zeitung \u201e<em>Dalu<\/em> \u5927\u9678\u201d (\u201c<em>Festlandchina<\/em>\u201d). Auch Cixi wurde auf Shimoda Utako aufmerksam und hoffte darauf, dass \u201eShimoda im Sommerpalast au\u00dferhalb Pekings eine Frauenschule einrichten w\u00fcrde,\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote32sym\" name=\"sdfootnote32anc\"><sup>32<\/sup><\/a><\/sup>. Inwieweit diese Bekundung Cixis dahingehend ausgelegt werden kann, dass sie die rechtliche Stellung der Frauen verbessern wollte (s. Lukas, 1965), bleibt jedoch weiterhin fragw\u00fcrdig. Halten wir fest, Shimoda wirkte direkt auf die Etablierung von Frauenschulen ein, als Lehrerin wirkte sie direkt auf die chinesische Austauschstudentinnen ein und \u00fcber diese Studentinnen und ihre Ver\u00f6ffentlichungen wirkte sie indirekt auf das Bewusstsein der Zeit ein, um die gesellschaftliche weniger rechtliche Rolle der Frauen zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Qiu Jin<\/strong>\u79cb\u747e<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Qiu Jin<\/em> wurde 1875 in Xiamen (fr\u00fcher Amoy) in der Provinz Fujian, wo ihr Gro\u00dfvater Qiu Jiahe \u79cb\u5609\u79bedas Amt des Stadtpr\u00e4fekten bekleidete, als zweites Kind in eine chinesisch konventionelle Beamtenfamilie geboren. Urspr\u00fcnglich stammte ihre Familie aus Shaoxing, wohin sie nach dem Tod ihres Gro\u00dfvaters sowie Vaters mit ihrer Familie zur\u00fcckkehrte. Durch ihre Mutter und den Hauslehrer des gr\u00f6\u00dferen Bruders erhielt sie eine klassische Ausbildung, die ihr ein hohes Ma\u00df an Bildung zukommen lie\u00df.<a href=\"#sdfootnote33sym\" name=\"sdfootnote33anc\"><sup>33<\/sup><\/a> Mit ihrem traditionell verheirateten Ehemann zog sie in die Hauptstadt nach Peking und schloss Freundschaft mit gleich gesinnten Frauen. Darunter war auch Wu Zhiying <a href=\"http:\/\/zh.wikipedia.org\/w\/index.php?title=%E5%90%B4%E8%8A%9D%E7%91%9B&amp;action=edit&amp;redlink=1\">\u5434\u829d\u745b<\/a>, der sie in einem Gespr\u00e4ch sagte: \u201eDie Frauen m\u00fcssen etwas lernen, um unabh\u00e4ngig zu werden. Sie d\u00fcrfen sich nicht immer in allen Dingen an die M\u00e4nner klammern,\u201c <a href=\"#sdfootnote34sym\" name=\"sdfootnote34anc\"><sup>34<\/sup><\/a>. Gem\u00e4\u00df dieser Aussage trennte sie sich von ihrem Mann und beschloss f\u00fcr ein Austauschstudium nach Japan zu reisen, wo sie u. a. auf Shimoda Utako traf <a href=\"#sdfootnote35sym\" name=\"sdfootnote35anc\"><sup>35<\/sup><\/a> und als Hauptverantwortungstr\u00e4gerin einer <em>Organisation <\/em>\u2013 <em>san he hui <\/em>\u4e09 \u5408\u6703, einer Geheimgesellschaft aus vorwiegend revolution\u00e4ren Studenten, aber auch Sun Yat-sen (Sun Yixian\u5b6b\u9038\u4ed9) \u2013 beitritt. Nach ihrer R\u00fcckkehr 1906 schlie\u00dft sie sich der Nationalbewegung in China an, lehrt in verschiedenen M\u00e4dchen- und Frauenschulen und soll sich sp\u00e4ter in Shanghai bei der Herstellung von Sprengk\u00f6rpern verletzt haben<a href=\"#sdfootnote36sym\" name=\"sdfootnote36anc\"><sup>36<\/sup><\/a>. Vor ihrer Verhaftung hielt sie sich in der Milit\u00e4rakademie \u201e<em>Da Tong<\/em>\u201c\u5927 \u901a in Hangzhou auf und wurde am 17. Juli 1907 nach Vernehmungen in Shaoxing exekutiert. Die semi-biographische Erz\u00e4hlung, die im Deutschen unter dem Titel \u201e<em>Die Steine des Vogels Jingwei<\/em>\u201c von Cathrine Gipoulon bekannt geworden ist, war in China zwar bis 1958 quasi unbekannt, untermauert jedoch in vielerlei Hinsicht ihre Einstellung zur Geschlechtergleich-berechtigung sowie die Chance ihrer Realisierung mittels der nationalistischen Bewegung. Auch Qiu Jin sieht Bildung als Grundlage f\u00fcr eine gleichberechtigte Stellung in der Gesellschaft. Die Forderung nach rechtlicher Gleichstellung l\u00e4sst sich jedoch nur aus ihrer Erz\u00e4hlung ableiten. So widmete sie ein Kapitel \u201e<em>Frauen, die gro\u00dfe Pl\u00e4ne haben und f\u00fcr die Sache der Gerechtigkeit k\u00e4mpfen<\/em>\u201c und ein weiteres \u201e<em>Wie Huang Jingxiong durch das Land zieht, um den Gedanken vom Recht auf Freiheit zu verbreiten<\/em>\u201c<a href=\"#sdfootnote37sym\" name=\"sdfootnote37anc\"><sup>37<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend ersteres Kapitel prim\u00e4r ein Beitrag gegen die traditionellen Eheschlie\u00dfungen darstellt und die \u2013 aus mangelnder Bildung \u2013 schlechte m\u00fctterliche Erziehung ihren Kindern gegen\u00fcber thematisiert, zielt Letzteres auf die \u00f6konomisch-finanzielle Unabh\u00e4ngigkeit von Frauen im Zuge der Industrialisierung ab. In beiden Kapiteln wird die Forderung nach einer rechtlichen Anerkennung deutlich. Wie auch Shimoda Utako und noch folgende He Zhen suchten die weiblichen Akteure in der auflebenden Presselandschaft ihr Sprachrohr. So unternahm Qiu Jin mit der Ver\u00f6ffentlichung einer chinesischen Frauenzeitung <em>Zhongguo N\u00fcbao<\/em> \u4e2d\u570b\u5973\u5831den Versuch, eine Grundlage f\u00fcr die Frauenvereinigung sowie ihrer Bildung zu schaffen.<a href=\"#sdfootnote38sym\" name=\"sdfootnote38anc\"><sup>38<\/sup><\/a> Auf die Rolle der Presse und den Einfluss der Akteure werde ich im dritten Kapitel n\u00e4her eingehen. Halten wir fest, dass Qiu Jin eine gebildete Chinesin war, die sich sowohl schriftlich gegen die ungleiche Position der Frauen ausdr\u00fcckte als auch durch die Trennung von ihrem Ehemann und die revolution\u00e4ren Aktivit\u00e4ten gegen bestehende Konventionen und ungleichen Rechte f\u00fcr die Gleichberechtigung der Frauen aussprach.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>He Zhen<\/strong>\u4f55\u9707<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Auch He Zhen ist vor allem durch ihre Ver\u00f6ffentlichungen zur Geschlechtergleichstellung ber\u00fchmt geworden. Sie gilt als eine der radikalsten weiblichen Vertreterinnen ihrer Zeit und wird nicht zuletzt aufgrund ihrer Ausbildung unter Cai Yuanpei \u8521\u5143\u57f9 (1868-1940), in dessen Schule <em>Aiguo N\u00fcxiao<\/em>\u611b\u570b\u5973\u6821 (<em>Patriotische Frauenschule<\/em>) \u201eweibliche Anarchisten\u201c trainiert werden sollten, zu dem Anarcho-Feminismus gez\u00e4hlt.<a href=\"#sdfootnote39sym\" name=\"sdfootnote39anc\"><sup>39<\/sup><\/a> So wichtig ihre Rolle auch sein mochte, n\u00e4here Erkenntnisse \u00fcber ihre Biographie hat die Forschung mangels Quellen der letzten zwanzig Jahre nicht hervorgebracht. Feststeht, dass sie 1884 in Yizheng in der Provinz Jiangzu unter dem Namen He Ban \u4f55\u73edgeboren wurde und den H\u00f6flichkeitsnamen Zhijian \u5fd7\u528d trug. 1904 heiratete sie Liu Shipei \u5289\u5e2b\u57f9 (1884-1919), einen ber\u00fchmten klassischen Gelehrten der <em>Hanxue<\/em>&#8211; Texttradition. Liu hatte sich bereits 1903 gegen die mandschurische Herrschaft ausgesprochen und gleichsam selbst als Anarchisten bezeichnet.<a href=\"#sdfootnote40sym\" name=\"sdfootnote40anc\"><sup>40<\/sup><\/a> Mit ihm zusammen floh sie 1907 noch vor der Verhaftung Qiu Jins nach Tokio, wo sie gemeinsam die <em>Tianyi Bao<\/em> herausgaben. Auch He Zhen arbeitete bis 1919 als Tutorin, bis ihr Mann starb und sie angeblich in ihrer Trauer als Nonne bis zu ihrem eigenen Tod ins Kloster ging.<a href=\"#sdfootnote41sym\" name=\"sdfootnote41anc\"><sup>41<\/sup><\/a> Zwar wurde die <em>Zeitung f\u00fcr Naturrecht<\/em> in Japan ver\u00f6ffentlicht, behielt jedoch China als zentrales Thema und chinesische Studentinnen als Adressaten. Bereits mit der zweiten Ausgabe \u00e4nderte sich ihr Titel zu <em>Shehui zhuyi jiangxi hui<\/em> \u793e\u6703\u4e3b\u7fa9\u8b1b\u7fd2\u6703(<em>Gesellschaft f\u00fcr Studium und Sozialismus)<\/em>, wodurch der Fokus weniger auf die Frauenrechte an sich fiel, denn auf die Forderung nach einem sozialistischen Gesellschaftssystem. In ihren Beitr\u00e4gen konzentrierte He Zhen sich weder auf Themen, wie die Abschaffung des \u201eF\u00fc\u00dfebindens\u201c oder beschr\u00e4nkte sich auf die Ausbildung von Frauen noch suchte sie L\u00f6sungen im bestehenden Regierungssystem durch beispielsweise Forderungen an die Rechtsreform, sondern proklamierte die Abschaffung der Regierung insgesamt und damit implizit die Geschlechtergleichstellung. \u201eHe Zhen takes the elimination of government as the only guarantee of absolute sexual equality\u201c<a href=\"#sdfootnote42sym\" name=\"sdfootnote42anc\"><sup>42<\/sup><\/a>. Zu den fr\u00fchen, ver\u00f6ffentlichten Artikeln geh\u00f6rte neben \u201cN\u00fczi Xuanbu Shu\u201d \u5973\u5b50\u5ba3\u5e03\u66f8 (Erkl\u00e4rung der Frauen) und \u201eN\u00fczi Jiefang Wenti\u201d \u5973\u5b50\u89e3\u653e\u554f\u984c (Probleme bei der Frauenbefreiung)\u201c auch \u201cN\u00fczi Fuchou Lun\u201d \u5973\u5b50\u5fa9\u4ec7\u8ad6 (Zur Rache der Frau). Xia gibt den Wortlaut He Zhens wie folgt wieder: \u201eOnce government is no longer, then all men are equal and all women are equal, and men and women are equal [&#8230;]\u201d<a href=\"#sdfootnote43sym\" name=\"sdfootnote43anc\"><sup>43<\/sup><\/a>. Mit dieser Forderung ging sie noch einen Schritt weiter als ihre Zeitgenossinnen und distanzierte sich von ihren Mitstreiterinnen. Inwieweit die radikalen Schriften in ihrer Heimat China Verbreitung fanden, bleibt unklar. Es ist jedoch zu vermuten, dass sie den gleichen Weg \u00fcber die Schule Shimoda Utakos fanden. Halten wir fest, He Zhen ist mit ihren Forderungen nach rechtlicher Gleichstellung durch Abschaffung des gesamten Regierungssystems am radikalsten, \u00fcber ihren Einfluss ist jedoch am wenigsten bekannt.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Es lie\u00dfen sich noch weitere Beispiele von Frauen mit revolution\u00e4rem Geist anf\u00fcgen, ich m\u00f6chte mich jedoch auf diese drei Beispiel beschr\u00e4nken. Aufgezeigt habe ich den gro\u00dfen transnationalen Einfluss Japans, der sowohl f\u00fcr die innovativen Entw\u00fcrfe der Rechtsreform pr\u00e4gend war als auch f\u00fcr die Ausbildung eines Frauenbildes im Wandel. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass allen drei vorgestellten Frauen eine hohe Bildung, eine T\u00e4tigkeit als Tutorin, ein gesteigertes Interesse am Nationalismus, eine neue <em>Weltvorstellung<\/em>, die in Auseinandersetzung mit dem Westen vorwiegend \u00fcber Japan transportiert wurde, sowie die Nutzung der Presse als Multiplikationsorgan gemeinsam ist. In den vorgestellten F\u00e4llen wurden die radikalen Ideen \u00fcber spezielle Frauenzeitungen und -zeitschriften verbreitet, die Thematik der Geschlechtergleichstellung w\u00e4re wohl kaum ohne den Einfluss in die Tagespresse verbreitet worden.<\/p>\n<p align=\"CENTER\">&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literaturangaben<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Cai He\/Wu Xiaoping, 2006: Social Change and Occupational Gender Inequality, in:<em> Chinese Sociology and Anthropology<\/em>, 23:4,37-53.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Cheng, Joseph Kai Huan, 1976: <em>Chinese Law in Transition. The Late Ch\u2019ing Law Reform, 1901-1911<\/em>, Brown University. &nbsp;<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Cheng, Weikun, 2000: Going Public Through Education: Female Reformers and Girls` Schools in Late Qing Beijing, in: <em>Late Imperial China<\/em>, 21:1, 107-144.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gates, Hill, 1989, The Commoditization of Chinese Women, in: <em>Signs<\/em>, 14,4: Commom Grounds and Crossroads: Race, Ethnicity, and Class in Women\u00b4s Lives, 799-832.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gipoulon, Catherine: 1977: <em>Die Steine des Vogels Jingwei \u2013 Qiu Jin: Revolution\u00e4rin im China des 19.Jhs.<\/em>,M\u00fcnchen.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Huang, Philip C.C, 2001: <em>Code, Custom, and Legal Practice in China<\/em>, California.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ho Clara Wing-chung (Hrsg), 1998: Biographical Dictionary of Chinese Woman: the Qin Period, 1644-1911, Bd.2, von Lee, Lily Xiao &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Hong\/Stefanowska,A.D (Hrsg.) assisted by Sue Wiles: <em>Biographical Dictionary of Chinese Woman<\/em>, Armonk, New York.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Hobbes, Thomas, 1651: Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines b\u00fcrgerlichen und kirchlichen Staates, hrsg. und eingeleitet von Iring Fetscher, \u00fcbers. Von Walter Euchner, Berlin, 1966.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Jiang Weitang \u59dc\u7def\u5802\/Liu Ningyuan \u5289\u5be7\u5143, 1990: \u5317\u4eac\u5a66\u5973\u5831\u520a\u8003<em>Beijing fun\u00fc baokan kao, 1905\u20131949<\/em> (Textual Research on Women\u2019s Journals and Newspapers in Beijing, 1905\u20131949). Beijing.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Judge, Joan, 2001: Talent, Virtue, and the Nation: Chinese Nationalisms and Female Subjectivities in the Early Twentieth Century, in: <em>The American Historical Review<\/em>, 106:3, 765-803.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kazuko, Ono, 1989: <em>Chinese Woman in a Century of Revolution, 1850-1950<\/em>, Stanford, California.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Locke, John: 1989: <em>Zwei Abhandlungen \u00fcber die Regierung. Herausgegeben und eingeleitet von Walter Euchner. \u00dcbersetzt von Hans J\u00f6rn Hoffmann<\/em>, 4. Auflage, Frankfurt (a.M.) S.227, \u00a744.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Lucas, Christopher, 1965: <em>Women of China<\/em>, Hong Kong.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; MacLachlan, Sarah, 2008: <em>zuoxinshebian<\/em>\u4f5c\u65b0\u793e\u7de8(1902), in: Baishan heishuilu \u767d\u5c71\u9ed1\u6c34\u9304,entnommen: <u><a href=\"http:\/\/bbs.gxsd.com.cn\/archiver\/?tid-110383.html\">http:\/\/bbs.gxsd.com.cn\/archiver\/?tid-110383.html<\/a><\/u> [20.10.2008].<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Meijer, Marinus Johan, 1991: <em>Murder and Adultery in Late Imperial China \u2013 Study of Law and Morality<\/em>, Leiden, New York, Kobenhavn, K\u00f6ln.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Shaoxing Government, 1999: <em>Qiu Jin<\/em>, entnommen: <u><a href=\"http:\/\/www.shaoxing.gov.cn\/en\/0307\/10350.htm\">http:\/\/www.shaoxing.gov.cn\/en\/0307\/10350.htm<\/a><\/u> [01.11.2008]<em> Shenbao <\/em>\u7533\u5831, 1881: <em>Fun\u00fc Wu Qingyi Jiao Guanmei Shuo<\/em>\u5a66\u5973\u52ff\u8f15\u6613\u4ea4\u5b98\u5a92\u8aaa (Dar\u00fcber, das Frauen offiziellen Matronen (<em>guanmei<\/em>) nicht leichthin ausgeliefert werden), 2794, 13.2.1881.<br \/> -1881: <em>Lun Fun\u00fc Guan Mai<\/em>\u8ad6\u5a66\u5973\u5b98\u8ce3 (\u00dcber den offiziellen Verkauf von Frauen), 2851, 11.4.1881.<br \/> <em>Shuntian Shibao<\/em>\u9806\u5929\u6642\u5831, 1906: <em>Xulun N\u00fczi Jiaoyu Yiding Zongzhi<\/em> \u7e8c\u8ad6\u5973\u5b50\u6559\u80b2\u5b9c\u5b9a\u5b97\u65e8(Fortsetzung \u00fcber die angestrebten Ziele der Frauenbildungsbewegung), 1264 15.5.1906.<br \/> -1907: <em>N\u00fcxue Cishanhui Dafang Huahe\u201c<\/em> \u5973\u5b78\u6148\u5584\u6703\u5927\u653e\u82b1\u76d2 (Die philantrophische Gesellschaft f\u00fcr Frauenbildung bewundert ihr Feuerwerk), 1561, 13. 4.1907.<br \/> -1907: <em>Ji Riben N\u00fczi Jiaoyu Fada<\/em>\u8a18\u65e5\u672c\u5973\u5b50\u6559\u80b2\u767c\u9054 (Notiz \u00fcber die Entwicklung der japanischen Frauenbildungsbewegung) 1561, 13. 4.1907.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Speth, Rudolf 2003: John Locke, in: Massing,Peter\/ Breit, Gotthard (Hrsg.) <em>Demokratie-Theorien<\/em>, <em>Von der Antike bis zur Gegenwart<\/em>, Bonn, 99-105.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Sui, Bobby, 1982: <em>Woman of China: Imperialism and woman\u00b4s resistance 1900-1949<\/em>, London.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Tan, Carol G.S, 2005: Hurry no man\u00b4s cattle \u2013 British Rule and suicide in China, in: <em>The Journal of Legal History<\/em>, 26:3, 279-304.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wagner, Rudolf G., 2008: \u201cWoman In Shenbaoguan Publications\u201d, 1872-90, in: Qian Naixu\/Fong, Grace,S.\/Smith, Richard J.: <em>Different Worlds of Discourse \u2013Transformation of Gender and Genre in Late Qing and Early Republican China<\/em>, Boston,227-256.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wilkinson, Endymion, 2000: <em>Chinese History- A Manual, Revised and Enlarged<\/em>, Cambridge, London.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wright, Mary Clabaugh, 1968: <em>China in Revolution: The First Phase 1900-1913, edited and with an introduction by Mary Clabaugh Wright<\/em>, New Haven, London.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Xia Xiaohong, 2008: Tianyi Bao And He Zhen\u00b4s Views On \u201cWomen\u00b4s Revolution, in: Qian Naixu\/Fong, Grace,S.\/Smith, Richard J.: <em>Different Worlds of Discourse \u2013 Transformation of Gender and Genre in Late Qing and Early Republican China<\/em>, Boston, 293-314.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Yeung, Alison Sau-Chu, 2003: Moral Teachings and Legal Principles, in: <em>Modern China<\/em>, 29:3, 297-328.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Zarrow, Peter, 1988: He Zhen and Anarcho-Feminism in China, in: <em>The Journal of Asian Studies<\/em>, 47:4, 796-818.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p><a href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a> Dieser Artikel basiert auf einer Hausarbeit im Seminar \u201eRechtstradition von der Qing zur Republik\u201c, eingereicht bei Michael L\u00fcdke im Sommersemsester 2008. Der vorliegende Artikel ist stark gek\u00fcrzt und st\u00fctzt sich auf dem akademischen Stand von 2008. Neuere Erkenntnisse sind nicht beachtet.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\">\n<p><a href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a> Huang, Philip C.C, 2001: <em>Code, Custom, and Legal Practice in China<\/em>, California, S. 155.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<p><a href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a> Vgl. Cheng, Weikun, 2000: Going Public Through Education: Female Reformers and Girls`<\/p>\n<p>Schools in Late Qing Beijing, in: <em>Late Imperial China<\/em>, 21:1, 107-144.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote4\">\n<p><a href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a> Vgl. Gates, Hill, 1989, The Commoditization of Chinese Women, in: <em>Signs<\/em>, 14,4: Commom<\/p>\n<p>Grounds and Crossroads: Race, Ethnicity, and Class in Women\u00b4s Lives, 799-832.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote5\">\n<p><a href=\"#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a> Cheng, Joseph Kai Huan, 1976: <em>Chinese Law in Transition. The Late Ch\u2019ing Law <\/em><\/p>\n<p><em>Reform, 1901-1911<\/em>, Brown University, S. 135.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote6\">\n<p><a href=\"#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a> Hier gilt es noch einmal zu unterstreichen, dass die Argumente f\u00fcr die Dekriminalisierung keineswegs auf einer besonderen Ber\u00fccksichtigung von Frauenrechten fu\u00dften.Yeung, Alison Sau-Chu, 2003: Moral Teachings and Legal Principles, in: <em>Modern China<\/em>, 29:3, 297-328, S.303.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote7\">\n<p><a href=\"#sdfootnote7anc\" name=\"sdfootnote7sym\">7<\/a> Yeung 2003, S.304.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote8\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"#sdfootnote8anc\" name=\"sdfootnote8sym\">8<\/a> Informationen dieses und folgender Abschnitte basieren auf dem Nachfolgewerk zu \u201e<em>Civil Justice in China<\/em>\u201c (1996) \u201e<em>Code, Custom, and Legal Practice in China<\/em>\u201c(2001) von Philip C.C. Huang. Diese zwei B\u00e4nde stellen derzeit die umfassendste sowie j\u00fcngste englischsprachige Arbeit zu den Rechtsreformprozessen in der \u00dcbergangszeit von Qing zur Republik dar. Im Rahmen dieser Seminararbeit sind die Ausf\u00fchrungen zu Gunsten der Arbeitsl\u00e4nge stark vereinfacht.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote9\">\n<p><a href=\"#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a> Wilkinson, Endymion, 2000: Chinese History- A Manual, Revised and Enlarged, Cambridge, London, S.547.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote10\">\n<p><a href=\"#sdfootnote10anc\" name=\"sdfootnote10sym\">10<\/a> Die Erg\u00e4nzung von Substaten gem\u00e4\u00df dem gesellschaftlichen Wandel wird mit <em>zheng fenghua<\/em> \u6b63\u98a8\u5316 bezeichnet, dem \u201c<em>Richten gem\u00e4\u00df den gesellschaftlichen Gebr\u00e4uchen\u201d<\/em>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote11\">\n<p><a href=\"#sdfootnote11anc\" name=\"sdfootnote11sym\">11<\/a> Vgl. Mejer, Marinus Johan, 1991: <em>Murder and Adultery in Late Imperial China \u2013 Study of Law <\/em><\/p>\n<p><em>and Morality<\/em>, Leiden, New York, Kobenhavn, K\u00f6ln, S. IX.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote12\">\n<p><a href=\"#sdfootnote12anc\" name=\"sdfootnote12sym\">12<\/a> Huang, 2001<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote13\">\n<p><a href=\"#sdfootnote13anc\" name=\"sdfootnote13sym\">13<\/a> Der Charakter der Versachlichung steht im Zusammenhang mit dem chinesischen Begriff <em>he<\/em> \u548c \u201e<em>von etwas betroffen sein<\/em>\u201c und impliziert den Objektcharakter im Gegensatz zu einer aktiven Agentenschaft, dem Subjektcharakter.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote14\">\n<p><a href=\"#sdfootnote14anc\" name=\"sdfootnote14sym\">14<\/a> Huang 2001: 159<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote15\">\n<p><a href=\"#sdfootnote15anc\" name=\"sdfootnote15sym\">15<\/a> An dieser Stelle muss einer Frau der Kommentar erlaubt sein, dass hinsichtlich der bedeutenden \u00f6konomischen Stellung (vgl. Gates, 1989), dem zunehmenden \u2013 wenn auch bescheidenen \u2013 Bildungsgrad (vgl. Cheng, 2000) und dem wichtigen Beitrag am chinesischen Nationalismus (vgl. Judge, 2001) es als Frechheit anzusehen ist, daraus den Begriff eines Agenten abzuleiten. \u201e[\u2026 it would be wrong to hold that she wielded no agency at all,\u201d (Huang, 2001:166)].<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote16\">\n<p><a href=\"#sdfootnote16anc\" name=\"sdfootnote16sym\">16<\/a> Gem\u00e4\u00df dem erweiterten Qing-Code stand der Verkauf der Ehefrau zwecks (Wieder-)Verheiratung oder Verkauf in den Stand einer Konkubine (als <em>maixiu maixiu<\/em> \u8cb7\u4f11\u8ce3\u4f11bezeichnet) unter Strafe, ebenso strafbar galt der Verkauf einer Frau in die Prostitution (bezeichnet als <em>maichang <\/em>\u8ce3\u5a3c, Huang, 2001:157), jedoch nicht, wenn es als Strafe verh\u00e4ngt wurde.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote17\">\n<p><a href=\"#sdfootnote17anc\" name=\"sdfootnote17sym\">17<\/a> Huang 2001:157<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote18\">\n<p><a href=\"#sdfootnote18anc\" name=\"sdfootnote18sym\">18<\/a> Zwar wurde die Kommission bereits 1902 einberufen und 1903 ein Ministerium f\u00fcr Recht (<em>fabu<\/em> \u6cd5\u90e8, Yeung, 2003:298) bzw. (<em>fal\u00fc guan<\/em> \u6cd5\u5f8b\u9986, vgl. Cheng, 1976:122) eingerichtet, jedoch begann die inhaltliche Arbeit erst 1904 (vgl. Cheng, 1976).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote19\">\n<p><a href=\"#sdfootnote19anc\" name=\"sdfootnote19sym\">19<\/a> Huang 2001: 32f.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote20\">\n<p><a href=\"#sdfootnote20anc\" name=\"sdfootnote20sym\">20<\/a> Die Grundlage f\u00fcr diese naturrechtliche Unterscheidung gegen\u00fcber dem Rechtspositivismus ist auf Thomas Hobbes zur\u00fcckzuf\u00fchren, jedoch verl\u00e4uft der Argumentationsstrang entgegengesetzt. Nach Hobbes k\u00f6nnen moralische Grundwerte zur Schaffung von Gesetzen herangezogen werden, Zuwiderhandlungen gegen nicht verfasste Gesetzte verbleiben bei der moralischen Verurteilung. \u201eDenn da in diesem Falle kein anderes Gesetz als das der Natur bleibt, ist keine Anklage m\u00f6glich, so ist dies S\u00fcnde, aber kein Verbrechen,\u201c (Hobbes, 1651:224).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote21\">\n<p><a href=\"#sdfootnote21anc\" name=\"sdfootnote21sym\">21<\/a> Yeung, Alison Sau-Chu, 2003: Moral Teachings and Legal Principles, in: <em>Modern China<\/em>,<\/p>\n<p>29:3, 297-328, S. 307.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote22\">\n<p><a href=\"#sdfootnote22anc\" name=\"sdfootnote22sym\">22<\/a> Es hei\u00dft: \u201e[T]he Interim Provisions reintroduced criminal punishment for illicit sex involving an unmarried woman, stipulating a maximum penalty or either a fith-degree confinement [\u2026] or a fine of 100 yuan.\u201d (Yeung, 2003:302).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote23\">\n<p><a href=\"#sdfootnote23anc\" name=\"sdfootnote23sym\">23<\/a> Yeung, 2003, S. 320.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote24\">\n<p><a href=\"#sdfootnote24anc\" name=\"sdfootnote24sym\">24<\/a> Mejer, 1991, S. 48.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote25\">\n<p><a href=\"#sdfootnote25anc\" name=\"sdfootnote25sym\">25<\/a> Lucas, Christopher, 1965: <em>Women of China<\/em>, Hong Kong, S.45.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote26\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"#sdfootnote26anc\" name=\"sdfootnote26sym\">26<\/a>Gipoulon, 1977; Sui, 1982; Kazuko, 1989, Cai\/Wu, 2006<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote27\">\n<p><a href=\"#sdfootnote27anc\" name=\"sdfootnote27sym\">27<\/a> Judge, Joan, 2001: Talent, Virtue, and the Nation: Chinese Nationalisms and Female<\/p>\n<p>Subjectivities in the Early Twentieth Century, in: <em>The American Historical Review<\/em>, 106:3, 765-803.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote28\">\n<p><a href=\"#sdfootnote28anc\" name=\"sdfootnote28sym\">28<\/a> Genau dieses traditionelle Frauenbild brachte ihr Anerkennung bei Reformern wie Zhang Zhidong ein, der neben seinem Beitrag zum Rechtsreformprozess auch das erste offizielle Dokument zur Etablierung von M\u00e4dchen- und Frauenschulen verfasste (Judge, 2001:777).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote29\">\n<p><a href=\"#sdfootnote29anc\" name=\"sdfootnote29sym\">29<\/a> An der Gesellschaftsgr\u00fcndung waren vor allem ihre chinesischen Studentinnen beteiligt, darunter Ji Yihui, Qian Fengbao (780); Qiu Jin (1875-1907), He Xiangning (1872-1972), (Judge, 2001:773).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote30\">\n<p><a href=\"#sdfootnote30anc\" name=\"sdfootnote30sym\">30<\/a> Judge, 2001:S. 773.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote31\">\n<p><a href=\"#sdfootnote31anc\" name=\"sdfootnote31sym\">31<\/a> Sarah MacLachlan ver\u00f6ffentlichte im Diskussionsforum von <em>Guoxue shudian, <\/em>dass<em>:<\/em> \u201eDie Ver\u00f6ffentlichungen gr\u00f6\u00dftenteils westliche Schulbuchsammlungen waren.\u201c Die Herausgeber verfolgten damit ihre eigene Agenda, n\u00e4mlich: \u201edie Aufr\u00fcttlung der Staatsb\u00fcrger [\u2026] um einen Nationalstaat zu gr\u00fcnden\u201c und beruft sich auf einen Artikel \u201eBaishan heishuilu\u201c \u767d\u5c71\u9ed1\u6c34\u9304, der 1902 von der Gesellschaft ver\u00f6ffentlich worden sein soll. (MacLachlan,2008, <em>zuoxinshebian <\/em>\u4f5c\u65b0\u793e\u7de8<u><a href=\"http:\/\/bbs.gxsd.com.cn\/archiver\/?tid-110383.html\">http:\/\/bbs.gxsd.com.cn\/archiver\/?tid-110383.html<\/a><\/u> [20.10.2008]).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote32\">\n<p><a href=\"#sdfootnote32anc\" name=\"sdfootnote32sym\">32<\/a> Judge, 2001:S. 778.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote33\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"#sdfootnote33anc\" name=\"sdfootnote33sym\">33<\/a>Gipoulon, Catherine: 1977: <em>Die Steine des Vogels Jingwei \u2013 Qiu Jin: Revolution\u00e4rin im <\/em><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>China des 19.Jhs.<\/em>,M\u00fcnchen.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote34\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"#sdfootnote34anc\" name=\"sdfootnote34sym\">34<\/a>Gipoulon, 1977:124<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote35\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"#sdfootnote35anc\" name=\"sdfootnote35sym\">35<\/a>Judge, 2001<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote36\">\n<p><a href=\"#sdfootnote36anc\" name=\"sdfootnote36sym\">36<\/a>Gipoulon, 1977<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote37\">\n<p><a href=\"#sdfootnote37anc\" name=\"sdfootnote37sym\">37<\/a>Gipoulon, 1977: 24 f.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote38\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"#sdfootnote38anc\" name=\"sdfootnote38sym\">38<\/a>Gipoulon, 1977:190<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote39\">\n<p><a href=\"#sdfootnote39anc\" name=\"sdfootnote39sym\">39<\/a>Zarrow, Peter, 1988: He Zhen and Anarcho-Feminism in China, in: <em>The Journal of Asian <\/em>Studies, 47:4, 796-818.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote40\">\n<p><a href=\"#sdfootnote40anc\" name=\"sdfootnote40sym\">40<\/a>Zarrow, 1988: 799<em>.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote41\">\n<p><a href=\"#sdfootnote41anc\" name=\"sdfootnote41sym\">41<\/a>Xia Xiaohong, 2008: Tianyi Bao And He Zhen\u00b4s Views On \u201cWomen\u00b4s Revolution, in: Qian Naixu\/Fong, Grace,S.\/Smith,<\/p>\n<p>Richard J.: <em>Different Worlds of Discourse \u2013 Transformation of Gender and Genre in Late Qing and Early Republican<\/em><\/p>\n<p><em>China<\/em>, Boston, 293-314, 295.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote42\">\n<p><a href=\"#sdfootnote42anc\" name=\"sdfootnote42sym\">42<\/a>Xia, 2008: 306.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote43\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"#sdfootnote43anc\" name=\"sdfootnote43sym\">43<\/a>Xia, 2008:307<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"7\" name=\"7\">Julia B. Mateer (Di Jiulie \u72c4\u5c31\u70c8, 1837-1898) &#8211; Missionarin, Musikp\u00e4dagogin<\/a><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\">\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel7a\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/215005\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fittosize__500_710_7235dc269c830356163b55eed34489d3_nl86_art-1.jpg\" style=\"width: 500px; height: 710px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><\/span>\u200b<\/span><\/p>\n<p>Abbildung 1: Julia Ann Brown Mateer, ca. 1864.<\/p>\n<p>Julia Ann Brown wurde 1837 in Ohio in eine Presbyterianische Familie geboren. Sie erhielt zwar nie eine musikwissenschaftliche Ausbildung, in ihrer Gemeinde jedoch kam dem Singen eine wichtige Rolle zu, und sie sang aktiv im Chor. Direkt nach ihrer Heirat mit Rev. Calvin W. Mateer im Jahr 1862 wurden die beiden von der American Presbyterian Missions (North) nach China entsandt. Calvin Mateer w\u00fcrde dort das Chinesisch-Lehrbuch <em>A Course of Mandarin Lessons Based on Idiom <\/em>verfassen (siehe Abbildung 2).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel7b\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/215003\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fittosize__500_291_36821506110b57c5ecf5d5f1323d3ea7_nl86_art-1.jpg\" style=\"width: 500px; height: 291px;\"><\/span><br style=\"clear: both;\"> \u200b<\/p>\n<p>Abbildung 2: Calvin Mateers <em>A Course of Mandarin Lessons<\/em> (1898) enth\u00e4lt eine Tabelle, die die Aussprache mehrerer Dialekte vergleicht.<\/p>\n<p>1864 erreichten sie Dengzhou \u767b\u5dde, das heute Penglai \u84ec\u83b1 heisst, in Shandong. Noch im selben Jahr gr\u00fcnden die beiden eine Jungenschule namens <em>Dengzhou men<\/em><em>gyang xuetang<\/em> \u767b\u5dde\u8499\u517b\u5b78\u5802, die stetig weiter wuchs und sich in das Dengzhou College weiter entwickelte. Julia Mateer wird von Gong Hong-yu in seinem Artikel \u201cProtestant Missionaries and School Music Education in Late Qing China\u201c (Chime 18-19, 2010, https:\/\/www.academia.edu\/10939611\/ Protestant_Missionaries_and_School_Music_Education_in_Late_Qing_China_- _The_Case_of_Julia_B._Mateer) als liebevolle Mutterfigur beschrieben.<\/p>\n<p>Singen und Musiktheorie wurden ein wichtiger Teil des Unterrichts an der Schule. Julia Mateer verfasste zu diesem Zweck eines der ersten Musik-Lehrb\u00fccher f\u00fcr chinesische Schulkinder: <em>Xiguo yuefa qimeng<\/em> \u897f\u570b\u6a02\u6cd5\u5553\u8499 (Einf\u00fchrung in die westliche Musik, siehe Abbildung 3), das 1872 in Shanghai gedruckt wurde. Sie \u00fcberarbeitete das Buch noch einmal 6 Jahre vor ihrem Tod, im Jahr 1892, und publizierte es unter dem Titel <em>Shengshi pu <\/em>\u8056\u8a69\u8b5c (Anthologie der heiligen Hymnen). Auf Englisch nannte Julia Mateer es <em>Principles of Vocal Music and Tune Book<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel7c\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/215006\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fittosize__500_798_64a53497faabd111c84e02d3ba36952c_nl86_art-1.jpg\" style=\"width: 500px; height: 798px;\"><\/span><br style=\"clear: both;\"> &nbsp;<\/p>\n<p>Abbildung 3: Eine Seite aus Julia Mateers <em>Xiguo yuefa qimeng<\/em>.<\/p>\n<p>Das Buch besteht aus einer Einf\u00fchrung in die Musiktheorie sowie aus Noten und Lied-Texten. Die Einf\u00fchrung erkl\u00e4rt Begriffe wie Rhythmus und Melodie. Es folgen unterschiedliche Gesangs\u00fcbungen, und \u00fcber 360 bekannte Kirchenlieder. Als Sprache w\u00e4hlte Julia Mateer Mandarin (<em>guanhua<\/em> \u5b98\u8a71). Im Vergleich zu Texten der Jesuiten war das theologische Vokabular viel einfacher, denn die Zielgruppe waren ja Schulkinder.<\/p>\n<p>Francois Picard argumentiert in seinem Artikel \u201cSynthetic or Hybrid?\u201d, dass das im <em>Xiguo yuefa qimeng<\/em> enthaltene Tonrepertoire sowohl auf westlicher als auch chinesischer Tradition beruht. Dieser Artikel wird im Laufe des Jahres vom Ostasien-Institut e.V. im Konferenzband<em> The Strange Sound<\/em> ver\u00f6ffentlicht werden. Herausgeber sind die drei Heidelberger Josie-Marie Perkuhn, Johannes Sturm und Mariana M\u00fcnning.<\/p>\n<p>Von Julia Mateers Sohn Robert McCheyne Mateer ist au\u00dferdem das Buch<em> <a href=\"http:\/\/www.forgottenbooks.com\/readbook\/Character-Building_in_China_1000356817\" target=\"_blank\">Character Building in China. The Life-Story of Julia Brown Mateer<\/a><\/em><a href=\"http:\/\/www.forgottenbooks.com\/readbook\/Character-Building_in_China_1000356817\" target=\"_blank\"> <\/a>erschienen. Nach Julia Mateers Tod heiratete Calvin Matter erneut. Seine zweite Frau Ada Haven Mateer schrieb unter anderem das Chinesisch-Lehrbuch <a href=\"http:\/\/onlinebooks.library.upenn.edu\/webbin\/book\/lookupname?key=Mateer%2C%20A.%20H.%20%28Ada%20Haven%29\" target=\"_blank\"><em>New Terms for New Ideas. A Study of the Chinese Newspaper<\/em>.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT Die Journalistin Wang Xingjuan \u738b\u884c\u5a1f Thomas Kampen stellt in einem Beitrag die Journalistin und Frauenrechtlerin Wang Xingjuan vor, die erst nach ihrer Pensionierung in der \u00d6ffentlichkeit bekannt wurde. &gt;&gt; [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_EventAllDay":false,"_EventTimezone":"","_EventStartDate":"","_EventEndDate":"","_EventStartDateUTC":"","_EventEndDateUTC":"","_EventShowMap":false,"_EventShowMapLink":false,"_EventURL":"","_EventCost":"","_EventCostDescription":"","_EventCurrencySymbol":"","_EventCurrencyCode":"","_EventCurrencyPosition":"","_EventDateTimeSeparator":"","_EventTimeRangeSeparator":"","_EventOrganizerID":[],"_EventVenueID":[],"_OrganizerEmail":"","_OrganizerPhone":"","_OrganizerWebsite":"","_VenueAddress":"","_VenueCity":"","_VenueCountry":"","_VenueProvince":"","_VenueState":"","_VenueZip":"","_VenuePhone":"","_VenueURL":"","_VenueStateProvince":"","_VenueLat":"","_VenueLng":"","_VenueShowMap":false,"_VenueShowMapLink":false,"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-1058","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.6 - 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