{"id":1991,"date":"2015-04-01T12:00:00","date_gmt":"2015-04-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2015\/04\/01\/newsletter-april-2015-nr-81\/"},"modified":"2026-05-20T18:35:14","modified_gmt":"2026-05-20T17:35:14","slug":"newsletter-april-2015-nr-81","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2015\/04\/01\/newsletter-april-2015-nr-81\/","title":{"rendered":"Newsletter April 2015 Nr. 81"},"content":{"rendered":"<div id=\"text\">\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 id=\"anker_SHAN-Ehemaligenfeier:Pod\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"special\"><span dir=\"ltr\"><\/span><\/span>Xu Lizhi: Gedichte eines Wanderarbeiters<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass hinter &#8222;Made in China&#8220; oftmals grausame Arbeitsverh\u00e4ltnisse stecken, ist weithin bekannt. Trotzdem sind wir bei unseren Kaufentscheidungen immernoch Weltmeister im Verdr\u00e4ngen. Die Gedichte eines jungen chinesischen Wanderarbeiters, der sich im vergangenen Jahr das Leben nahm, nagen an unserem schlechten Gewissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#1\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_CATS-ZukunftderHeidelber\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"special\"><span dir=\"ltr\">Fr\u00fchlingsgef\u00fchle: Chinese Communist Party\u2019s Second Spring <\/span><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Versmogte Metropolen, strapazierte B\u00f6den und verunreinigte Fl\u00fcsse, belastete Lebensmittel, Zensur und Korruption: Das wirtschaftliche Wachstum stellt China vor soziale Herausforderungen und die Partei muss einmal mehr ihre Wandlungsf\u00e4higkeit unter Beweis stellen. Josie-Marie Perkuhn fragt sich: Ist das Ende der \u00d6ffnung eingeleitet?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#2\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Sinologieauschinesischer\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"special\"><span dir=\"ltr\"><\/span><\/span>Eine wenig bekannte deutschsprachige Chinazeitschrift: Aktuelle China-Information<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der DDR verschwanden auch Institutionen wie die Akademie f\u00fcr Gesellschaftswissenschaften beim Zentralkomitee der SED, das Institut f\u00fcr Internationale Arbeiterbewegung und der Problemrat f\u00fcr aktuelle Chinaforschung. Diese Drei haben eines gemeinsam: Sie waren die Herausgeber der Zeitschrift <em>Aktuelle China-Information<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#3\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_SinologischeZukunftsplan\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"special\"><span dir=\"ltr\">Fachdidaktikschulung: China an die Schulen!<\/span><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">An den deutschen Schulen fristet China noch ein k\u00fcmmerliches Dasein. Die Initiative &#8222;China an die Schulen!&#8220; versucht nun schon seit L\u00e4ngerem, dies zu \u00e4ndern. Im Februar bereitete eine Fachdidaktikschulung das SHAN-Schulteam auf ihren Einsatz an den Schulen vor: Petra M\u00fcller vom Schiller-Gymnasium in Marbach zeigte, wie moderner Chinesischunterricht funktioniert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#4\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_AlterninChinaundDeutschl\" style=\"text-align: justify;\"><span dir=\"ltr\"><span class=\"special\"><span dir=\"ltr\">Fotowettbewerb: Zeigen Sie uns Chinas und Taiwans sch\u00f6nste Seiten!<\/span><\/span><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Schluss sind Sie gefragt: SHAN sucht ihre besten Schnappsch\u00fcsse aus China und Taiwan. Die Gewinnerfotos werden bei der diesj\u00e4hrigen Ehemaligenfeier ausgestellt und pr\u00e4miert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#5\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span id=\"parent-fieldname-title\"><a id=\"1\" name=\"1\">Xu Lizhi: Gedichte eines Wanderarbeiters<\/a><\/span><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Luxuskaufh\u00e4user, modernste Transportsysteme, glitzernde Wolkenkratzer: Chinesische Gro\u00dfst\u00e4dte scheinen Sinnbild dessen zu sein, was wir unter Kapitalismus verstehen. Die Schattenseite dieser Entwicklung ger\u00e4t dabei h\u00e4ufig in Vergessenheit. Der Selbstmord eines Wanderarbeiters erlangte im vergangenen&nbsp; Jahr dennoch mediale Aufmerksamkeit: In gedichtform verfasste der bei seinem Tod 24-j\u00e4hrige Xu Lizhi einen Abschiedsbrief, der einen Einblick in die gef\u00fchlte Ausweglosigkeit der Wanderarbeiter gew\u00e4hrt. Stanley Ong Gieshen Setiawan hat drei der Gedichte des jungen Mannes f\u00fcr uns ins Deutsche \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p> Ein Gedicht, in dem Xu Lizhi seine Verzweiflung bildhaft schildert:<\/p>\n<p>\u300a\u6211\u54bd\u4e0b\u4e00\u679a\u94c1\u505a\u7684\u6708\u4eae\u2026\u2026\u300b<\/p>\n<p>\u6211\u54bd\u4e0b\u4e00\u679a\u94c1\u505a\u7684\u6708\u4eae<\/p>\n<p>\u4ed6\u4eec\u7ba1\u5b83\u53eb\u505a\u87ba\u4e1d<\/p>\n<p>\u6211\u54bd\u4e0b\u8fd9\u5de5\u4e1a\u7684\u5e9f\u6c34\uff0c\u5931\u4e1a\u7684\u8ba2\u5355<\/p>\n<p>\u90a3\u4e9b\u4f4e\u4e8e\u673a\u53f0\u7684\u9752\u6625\u65e9\u65e9\u592d\u4ea1<\/p>\n<p>\u6211\u54bd\u4e0b\u5954\u6ce2\uff0c\u54bd\u4e0b\u6d41\u79bb\u5931\u6240<\/p>\n<p>\u54bd\u4e0b\u4eba\u884c\u5929\u6865\uff0c\u54bd\u4e0b\u957f\u6ee1\u6c34\u9508\u7684\u751f\u6d3b<\/p>\n<p>\u6211\u518d\u54bd\u4e0d\u4e0b\u4e86<\/p>\n<p>\u6240\u6709\u6211\u66fe\u7ecf\u54bd\u4e0b\u7684\u73b0\u5728\u90fd\u4ece\u5589\u5499\u6c79\u6d8c\u800c\u51fa<\/p>\n<p>\u5728\u7956\u56fd\u7684\u9886\u571f\u4e0a\u94fa\u6210\u4e00\u9996<\/p>\n<p>\u803b\u8fb1\u7684\u8bd7<\/p>\n<p><em>&#8222;Ich habe einen eisernen Mond heruntergeschluckt&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Ich habe einen eisernen Mond heruntergeschluckt<br \/> Sie nennen ihn eine Schraube<br \/> Ich habe die Abw\u00e4sser dieser Industrie heruntergeschluckt, und die Bescheide f\u00fcr meine Arbeitslosigkeit<br \/> Fr\u00fch stirbt die Jugend, weniger wert als eine Maschine<br \/> Ich habe das hektische Treiben heruntergeschluckt, habe Armut und Obdachlosigkeit heruntergeschluckt<br \/> habe Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccken heruntergeschluckt, habe ein Leben voller Rost heruntergeschluckt<br \/> Ich kann nicht mehr herunterschlucken<br \/> Alles, was ich geschluckt hatte, ist jetzt aus meiner Kehle herausgesprudelt,<br \/> auf dem Boden des Mutterlandes hat es sich ausgebreitet und ist zu<br \/> einem Gedicht der Schande geworden<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p> Das von vielen als \u201eAbschiedsbrief\u201c gedeutete Gedicht:<\/p>\n<p>\u6211\u5f25\u7559\u4e4b\u9645<\/p>\n<p>\u6211\u60f3\u518d\u770b\u4e00\u773c\u5927\u6d77\uff0c\u76ee\u7779\u6211\u534a\u751f\u7684\u6cea\u6c34\u6709\u591a\u6c6a\u6d0b<br \/> \u6211\u60f3\u518d\u722c\u4e00\u722c\u9ad8\u9ad8\u7684\u5c71\u5934\uff0c\u8bd5\u7740\u628a\u4e22\u5931\u7684\u7075\u9b42\u558a\u56de\u6765<br \/> \u6211\u8fd8\u60f3\u6478\u4e00\u6478\u5929\u7a7a\uff0c\u78b0\u4e00\u78b0\u90a3\u62b9\u8f7b\u8f7b\u7684\u84dd\u53ef\u662f\u8fd9\u4e9b\u6211\u90fd\u529e\u4e0d\u5230\u4e86\uff0c\u6211\u5c31\u8981\u79bb\u5f00\u8fd9\u4e2a\u4e16\u754c\u4e86<br \/> \u6240\u6709\u542c\u8bf4\u8fc7\u6211\u7684\u4eba\u4eec\u554a<br \/> \u4e0d\u5fc5\u4e3a\u6211\u7684\u79bb\u5f00\u611f\u5230\u60ca\u8bb6<br \/> \u66f4\u4e0d\u5fc5\u53f9\u606f\uff0c\u6216\u8005\u60b2\u4f24<br \/> \u6211\u6765\u65f6\u5f88\u597d\uff0c\u53bb\u65f6\uff0c\u4e5f\u5f88\u597d<br \/> \u2014\u2014\u8bb8\u7acb\u5fd7<\/p>\n<p><em>Einmal noch m\u00f6chte ich das Meer sehen, mit meinen eigenen Augen das Meer von Tr\u00e4nen, die ich ein halbes Leben lang vergossen habe, sehen<br \/> Einmal noch m\u00f6chte ich den hohen Berg erklimmen, und versuchen, verlorene Geister zur\u00fcckzurufen<br \/> Einmal noch m\u00f6chte ich den Himmel streicheln, das helle Blau ber\u00fchren, doch all das kann ich nicht mehr tun, ich m\u00f6chte einfach diese Welt verlassen<br \/> All&#8216; ihr Leute die ihr von mir geh\u00f6rt habt,<br \/> ihr d\u00fcrft euch nicht \u00fcber meinen Abgang erschrecken,<br \/> mehr noch, ihr d\u00fcrft nicht seufzen oder trauern,<br \/> Meine Zeit zu kommen ist gut, meine Zeit zu gehen- ist auch gut<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hier beschreibt der junge Wanderarbeiter seine Unterkunft:<\/p>\n<p>\u300c\u51fa\u79df\u5c4b\u300d &nbsp;<\/p>\n<p>\u5341\u5e73\u7c73\u5de6\u53f3\u7684\u7a7a\u95f4<\/p>\n<p>\u5c40\u4fc3\uff0c\u6f6e\u6e7f\uff0c\u7ec8\u5e74\u4e0d\u89c1\u5929\u65e5<\/p>\n<p>\u6211\u5728\u8fd9\u91cc\u5403\u996d\uff0c\u7761\u89c9\uff0c\u62c9\u5c4e\uff0c\u601d\u8003<\/p>\n<p>\u54b3\u55fd\uff0c\u504f\u5934\u75db\uff0c\u751f\u8001\uff0c\u75c5\u4e0d\u6b7b<\/p>\n<p>\u660f\u9ec4\u7684\u706f\u5149\u4e0b\u6211\u4e00\u518d\u53d1\u5446\uff0c\u50bb\u7b11<\/p>\n<p>\u6765\u56de\u8e31\u6b65\uff0c\u4f4e\u58f0\u5531\u6b4c\uff0c\u9605\u8bfb\uff0c\u5199\u8bd7<\/p>\n<p>\u6bcf\u5f53\u6211\u6253\u5f00\u7a97\u6237\u6216\u8005\u67f4\u95e8<\/p>\n<p>\u6211\u90fd\u50cf\u4e00\u4f4d\u6b7b\u8005<\/p>\n<p>\u628a\u68fa\u6750\u76d6\uff0c\u7f13\u7f13\u63a8\u5f00<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Um die 10m\u00b2 Raum.<br \/> Eng, nass, das ganze Jahr keinen einzigen Blick auf die Sonne<br \/> Hier esse, schlafe, schei\u00dfe, denke ich,<br \/> huste, bekomme Migr\u00e4ne, altere, werde krank und sterbe doch nicht<br \/> Im D\u00e4mmerlicht der Lampe starre ich in die Leere, und lache dumm<br \/> gehe umher, singe leise, lese, schreibe Gedichte<br \/> Jedes Mal wenn ich das Fenster oder die T\u00fcr \u00f6ffne &nbsp;<br \/> Gleiche ich einem Toten<br \/> der seinen Sargdeckel ganz sachte anhebt<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Stanley Ong Gieshen Setiawan<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<\/div>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><span id=\"parent-fieldname-title\"><a id=\"2\" name=\"2\"><\/a>Fr\u00fchlingsgef\u00fchle: Chinese Communist Party\u2019s Second Spring <\/span><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\">In den letzten Jahrzehnten begann ein Gros aller Artikel zu China und dem chinesischen Aufstieg mit der 1978 eingeleiteten Reform- und \u00d6ffnungspolitik. Deng Xiaoping hatte sich nach ideologischen Auseinandersetzungen \u00fcber die Liberalisierung des Wirtschaftsmodells durchgesetzt. Seine Politik der \u00f6konomischen \u00d6ffnung mit dem klaren Entwicklungsdiktat gilt seither als Kernst\u00fcck der chinesischen Erfolgsgeschichte. Dem wirtschaftlichen Wachstum folgen die sozialen Herausforderungen auf dem Fu\u00dfe. Ist das Ende der liberalen Reformen erreicht? Das politische China tr\u00e4gt an den prallen Fr\u00fcchten des Erfolgs schwer: dampfende Kessel, ru\u00dfschwarze Zechen und rauchige Fabriken s\u00e4umen versmogte Metropolen; strapazierte B\u00f6den und verunreinigte Fl\u00fcsse bringen belastete Lebensmittel auf den Speiseplan; unangenehme Meinungen werden verboten und Medieninhalte zensiert. Wo es um Privatisierung von Gewinnen geht, wittert manch einer korrupte Gesch\u00e4fte. Die Ger\u00fcchtek\u00fcche des Volkes brodelt, w\u00e4hrend aus dem Sud der Rauch bis weit in die Spitzen der Partei hineinzieht. Wie wird die Partei erneut ihre Wandlungsf\u00e4higkeit unter Beweis stellen? Wird sie an der verabreichten Droge genesen oder degenerieren?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Ist das Ende der \u00d6ffnung eingeleitet?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der rasante Aufstieg Chinas hat dem Land auf der internationalen B\u00fchne neben Ruhm und Anerkennung auch die Rolle einer verantwortungsvollen Gro\u00dfmacht eingebracht. \u00dcber die 1990er Jahre hinweg hat Chinas Wirtschafts- und W\u00e4hrungssystem durch seine instrumentelle Anpassungsf\u00e4higkeit \u00f6konomische Erfolge mit zweistelligen Wachstumsraten produziert. Mit umfassenden Restrukturierungen des chinesischen Bankensektors gelang der Anschluss zur internationalen Fiskalwirtschaft. Die Ma\u00dfnahmen der Reform- und \u00d6ffnungspolitik f\u00fchrten jedoch auch zu einer weitreichenden internationalen Interdependenz, die wiederum Forderungen nach mehr Verantwortung laut werden lassen. Und zwar auf beiden Seiten: Einerseits verlangt China, sich in die internationalen Belange gestaltend einzumischen und f\u00fchrende Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Andererseits wird von China abverlangt, globale Verpflichtungen einzugehen und internationale Kosten mitzutragen. Zu Chinas Verantwortung geh\u00f6rt auch die beschworene staatliche Stabilit\u00e4t. Der W\u00e4hrungskampf und die darauf folgende Finanzkrise 2008 haben zudem den Konsens \u00fcber den friedlichen Aufstieg, die friedliche Entwicklung Chinas auf eine starke Probe gestellt. Au\u00dfenpolitisch hingegen stellt man die gem\u00e4\u00dfigte (westliche) Sozialisierung infrage: Zwar sprechen der Beitritt zur Welthandelsorganisation, die unterst\u00fctzende F\u00fcrsprache zur Friedenssicherung oder die vermittelnde Rolle bei den 6-Parteien-Gespr\u00e4chen daf\u00fcr. Das Konfliktpotential im S\u00fcdchinesischen Meer, die Inselstreitigkeiten mit Japan und konkurrierende Institutionen in der Entwicklungszusammenarbeit weisen hingegen auf alternative Vorstellungen in regionalen sowie internationalen Beziehungen hin. Chinas vagen Motivationen und die neu bemessenen F\u00e4higkeiten l\u00f6sen gleicherma\u00dfen Begehrlichkeiten und Bef\u00fcrchtungen aus. Innenpolitisch bef\u00fcrchtet man den Verrat der sozialistischen Grundwerte. Was f\u00fcr den einen also die positiven Fr\u00fcchte der \u00d6ffnung Chinas zur Welt darstellt, mag f\u00fcr den anderen dem faulen Kern im Inneren gleichkommen. Gerade durch den gewinnbringenden Handel und den zunehmend transnational vernetzten sozialen Kontakten entsteht eine gesellschaftlich-elit\u00e4re Mittelschicht. Sie ist es, die ihren aufgekl\u00e4rten Tribut einfordert. Ein ideologischer Deutungskampf um ihre Legitimation und anhaltende\u201a stillschweigende Unterst\u00fctzung wird gef\u00fchrt \u2013<em> Wie viel \u00d6ffnung vertr\u00e4gt Chinas Gesellschaft?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon seit den ersten Reformen traten Herausforderungen sozialer und politischer Art in den Blick der \u201aeingehegten \u00d6ffentlichkeit\u2018. \u00d6ffnung bringt Wachstum. Wachstum bringt Wachstumsgewinner ebenso wie Wachstumsverlierer. Wachstum bringt Arbeit und Arbeitslosigkeit; Wachstum bringt G\u00fcterverteilung und Verteilungsungerechtigkeiten. Wachstum bringt soziale Unzufriedenheit und nat\u00fcrliche Umweltprobleme. Genau diese latente Unzufriedenheit der stillen Mehrheitsmitte ist es, auf die eine verantwortungsbewusste F\u00fchrung reagieren muss. Die stille Mehrheit \u201e<em>the silent majority<\/em>\u201c ist nicht auf ein paar Hundert oder Tausend <em>ver<\/em>&#8211; bildete Studierende einzugrenzen; sie ist der Tr\u00e4ger des Aufstiegs und sie stellt Forderungen. Sie fordert auf dem R\u00fccken der politischen Sicherheit und staatlichen Stabilit\u00e4t die Unversehrtheit des eigenen Selbst, eine gesunde Lebensgrundlage f\u00fcr sich und ihre Nachkommenschaft, sie verlangt nach einem sozialistischen Versorgungssystem f\u00fcr \u00c4ltere und Kinder. Die stumme Bildungs- und Wirtschaftsmitte fordert eine aufgekl\u00e4rte Transparenz von ihrer F\u00fchrung. Nat\u00fcrlich will keiner den Lebensstandard aufgeben, der ihr\/ihm in den letzten drei Jahrzehnten zuteilwurde. Wieso sollte man auch, ist dieser alles in allem aus eigener Kraft hervorgegangen. Und so fordert diese stille Mitte eine ambivalente Aufgekl\u00e4rtheit; eine mit chinesischen Charakteristika. <em>Wie viel Gesellschaft vertr\u00e4gt Chinas \u00d6ffnung?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die 1979\/1980 eingeleitete Ein-Kind-Politik zeigt ihre positive Wirkung als Instrument im Kampf gegen Ern\u00e4hrungsknappheit. Sie verst\u00e4rkt jedoch die Verkehrungseffekte der Gesellschaftspyramide und droht die nach 80er-Generation mit den Versorgungspflichten den J\u00fcngeren und \u00c4lteren gegen\u00fcber zu erdr\u00fccken. Zus\u00e4tzlich zur kindlichen F\u00fcrsorgepflicht um die Eltern und zumeist lebenden Gro\u00df- und sogar Urgro\u00dfeltern soll auch der Nachwuchs bestens versorgt und gef\u00f6rdert werden. So ist es nicht verwunderlich, dass im Kampf gegen wesentliche Schmuggelg\u00fcter nicht etwa Drogen den Rang anf\u00fchren, sondern Baby-Milchpulver. Wer j\u00fcngst durch die Transitabfertigung Hong Kongs eingereist ist, staunte sicherlich nicht schlecht, ob der verst\u00e4rkten Sicherheitskontrollen. Hat man die Kleinkinder gesund durch die ersten Lebensjahre gebracht, werden die Sorgen \u00fcber Kindergartenwahl und Ausbildungsgang nicht weniger. Eine gute schulische Ausbildung ist nach wie vor der Schl\u00fcssel zum Erfolg. <em>Nur wie?<\/em> Zwar mag die Beurteilung, was eine gute Ausbildung beinhaltet im Zielkonflikt zwischen chinesischer Klassik mit sozialistischer Grundausrichtung und westlicher Talentf\u00f6rderung, noch lange auf eine Bew\u00e4hrungsprobe gestellt sein. Ob nun der Fokus auf die kulturellen Wurzeln der eigenen Sprache oder der Erwerb internationaler Sprachen liegt, in beiden F\u00e4llen ist die Ausbildung kostspielig. Eine gew\u00fcnschte Lockerung verspricht die Last nicht zu lindern, sondern zu verst\u00e4rken. <em>Wie viel \u00d6ffnung fordert Chinas Gesellschaft? <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Komplexe Herausforderungen brauchen komplexe gesellschaftliche Antworten. Die komplexen Herausforderungen sind nicht mehr mit der einfachen Formel \u201amehr Wachstum, mehr Wohlstand, mehr Legitimation f\u00fcr die Kommunistische Partei\u2018 zu erreichen. Der stille Mittelstand legt postmoderne Werte in die Waagschale. Ist die Zeit der Probleml\u00f6sung durch Entwicklungspolitik vorbei? Umweltverschmutzung und verru\u00dfte Luft, lassen die geschw\u00e4chte Lunge chronisch erkranken. Das kulturelle Herausstellungsmerkmal der sportlichen Aktivit\u00e4t im Freien ist gesundheitsgef\u00e4hrdend und die steigenden Zahlen von Kinderkrankheiten erregen die besorgten (Ge-)M\u00fc(t)ter. Ma\u00dfnahmen f\u00fcr mehr Reisefreiheit, mehr Freiz\u00fcgigkeit und eine Lockerung der Ein-Kind-Politik sind bedeutend \u2013 es sind bedeutende Tropfen auf den brennenden Stein. Der Weg f\u00fchrt in die Richtung der friedlichen gesellschaftlichen Kompromisse. Werden diese kleinen Schritte aber bei einem derart schnellen Fortgang langfristig ausreichen. Es geht um Interessenkollision und Interessenabw\u00e4gung von post-modernen Werten im klassischen Sinne. <em>Wie offen f\u00fcr Chinas Gesellschaft zeigt sich die Reformpolitik? <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Reformfreudigkeit Chinas ist unersch\u00fctterlich. Daran besteht kein Zweifel. Wurde das \u00f6konomische Entwicklungsmandat von der Politik \u00fcberholt oder erleben wir ein balanciertes Kopf an Kopf rennen? Der Anti-Korruptionskampf bis in die eigenen Reihen des politischen Machtzentrums, die verordnete sozialistische Grunderziehung in der fr\u00fchkindlichen Bildung, das Verdr\u00e4ngen westlicher Werte, wie die Verurteilung des abendl\u00e4ndischen Weihnachtsfestes, oder die Zugangsbeschr\u00e4nkung sozialer Medien und Webdienste westlicher Anbieter, das alles zusammen genommen, l\u00e4sst keinen Zweifel daran, welcher Reiter gerade die Nase vorn hat. Der ideologisch- politische Arm ist um einige L\u00e4ngen in F\u00fchrung gegangen. Das \u00f6konomische Wachstumsdiktat r\u00e4umt Grenzen ein. Seit dem letzten F\u00fcnfjahresplan zwitschern die Spatzen lauthals von den D\u00e4chern: Die Wachstumsraten m\u00fcssen sinken. Unter dem dauerhaften Bluthochdruck drohen die Leitbahnen zu verkalken, Ru\u00df steigt auf. Die Gesellschaft leidet, die Immobilienblase droht zu platzen und das Konzept des nachhaltigen Wachstums erreicht gar die b\u00fcrokratische Schaltzentrale. Doch diese konkurrierenden Interessen brauchen \u00fcbergeordnete Interessenabw\u00e4gung, sie brauchen politische F\u00fchrung. Bevor die Reformen aus dem Ruder zu laufen drohen, versammelt man sich schnell hinter dem Kapit\u00e4n und wartet. Man wartet ab, wer als n\u00e4chstes das ideologische Schiff verl\u00e4sst. <em>Wie viel plurale \u00d6ffnung vertr\u00e4gt die neue Reformpolitik?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stehen wir an der Schwelle zur politischen Ideologisierung? Worauf weist die Machtergreifung Xi Jinpings hin? Klar ist, die politische F\u00fchrung wird st\u00e4rker, zentraler und sozialistischer \u2013 in allen seinen Bedeutungen. Ganz Mutige ziehen schon vergleiche zur Proletarischen Kulturrevolution 1966\/1967. Von der sind wir weit entfernt. Der staatsf\u00fchrende Apparat der Kommunistischen Partei Chinas hat sich in dem letzten Jahrhundert durch zwei zusammenh\u00e4ngende Charakteristika ausgezeichnet: durch die Machtbeschr\u00e4nkung von politischen Pers\u00f6nlichkeiten zwecks systemischer Regimestabilit\u00e4t zum einen und die Anpassungsf\u00e4higkeit zur gesellschafts-politischen Machtakkumulation und Legitimation zum anderen. So kann die politisch gef\u00fchrte Antikorruptionskampagne in den eigenen Reihen der KP auch als eine systemimmanente Strategie der Regimestabilit\u00e4t erachtet werden. Im Sinne des Rechtstaat gilt im Zweifel f\u00fcr den Angeklagten. Vor dem Hintergrund der neu entflammten Kapitalismuskritik, ist der L\u00f6sungsansatz f\u00fcr Chinas politische und gesellschaftliche Herausforderungen nicht in der blinden \u00dcbernahme westlich-kapitalistischer Entwicklung zur Behebung post-moderner Interessenskonflikte gefunden. <em>Wie offen bleibt die F\u00fchrung f\u00fcr politische Reformisten?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der \u00f6ffentliche Dissens mit der politischen F\u00fchrung Hu Jintaos ist neu und erschreckend zugleich. Der pluralistische F\u00fchrungsstil habe zu viele sektorale Interessengruppen, machtbasierte Netzwerke von einflussreichen LobbyistInnen beg\u00fcnstigt. Die Emporgestiegenen m\u00fcssen nun m\u00fchsam und rapide zum Fr\u00fchling von der \u201astarken Hand\u2019 Xis eingez\u00e4unt, gem\u00e4ht und gestutzt werden, bevor Wildwuchs die klare sozialistische Landschaft unkenntlich macht. Das \u201agemeine Volk\u2018 \u2013 (die <em>Laobaixing)<\/em> begr\u00fc\u00dft dies. Und Xi wird zu ihrem Sympathietr\u00e4ger erkoren. Ein Mann, der sich f\u00fcr die Interessen der stillen Mitte zu begeistern sucht und seine Sch\u00e4fchen auf den Weg der verloren gegangenen sozialistischen Werte zur\u00fcckf\u00fchrt. Ein riskantes Unterfangen. In einem anderen Licht pr\u00e4sentieren sich die Interpretationen von JournalistInnen und AkademikerInnen, sie sich ein ebenso hartes Rennen um die schnellste Ver\u00f6ffentlichung zur Einsch\u00e4tzung zur neuen politischen Lage Chinas liefern. Hier sieht man in dem rot gef\u00e4rbten Wind den Anfang vom Ende. Die aktuelle politische Kampagne weise auf das baldige Zusammenbrechen der Partei hin. Wie stark wandelt sich die Volksrepublik und was passiert hinter den Kulissen der KP unter der Xis F\u00fchrung? Mit Sicherheit ist er der st\u00e4rkste, charismatischste F\u00fchrer, der seit Mao die Geschicke seines Landes lenkt. Ein aufstrebendes Land, das seit \u00fcber 30 Jahren dabei ist, sich im Kontext einer f\u00fcnftausend j\u00e4hrigen Geschichte neu zu definieren, gedr\u00e4ngt von einer weltoffenen Gesellschaft und einer vergesellschafteten Welt\u00f6ffentlichkeit. <em>Endet hier die \u00d6ffnung der Reformen oder reformiert sich die \u00d6ffnung? <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genauso wenig wie das Zusammenbrechen des parteilichen Herrschaftsanspruches anzunehmen ist, verbirgt sich ein Ende des autokratischen Regierungssystems. Der \u201eKampf\u201c um das bessere System ist mit 1990 und dem Zerfall der Sowjetunion nicht aus den K\u00f6pfen verschwunden. China betont immer wieder die kulturelle Eigenartigkeit des Regierungssystems. Nat\u00fcrlich will man nicht mit dem gescheiterten sowjetischen Sozialismus verglichen werden, der Umkehrschluss dem Westen ergeben zu sein, ist ebenso falsch. Es werden und wurden meist wirtschaftlich erfolgreiche Instrumente westlicher Staaten aufgenommen, der westlich-demokratische Faktor wird eher negiert. Ob das autokratische System Chinas zuk\u00fcnftig eine vergleichbare \u00f6konomische Performanz der letzten Dekaden h\u00e4lt, ist ungewiss. Eine umfassende Transition des Regierungssystems wartet jedoch gewiss nicht am entfernten Ende des Tunnels. Selten war die alleinige sozialistische F\u00fchrung der einen Partei Chinas f\u00fcr das bev\u00f6lkerungsreichste Land unangefochtener. Es bleibt bei Chang und Yi: Kein Fortschritt ohne best\u00e4ndigen Wandel \u2013 keinen Wandel in der Best\u00e4ndigkeit (der KP). Die aktuelle politische Kampagne ist weniger der Vorbote eines systemischen Zusammenbruchs, denn der dringende Tatverdacht f\u00fcr das Aufbrechen eines \u00fcberholten Konsenses, der unter den \u00f6konomisch-pragmatischen Reformern lange bestand. Hinter der politischen Fassade verbirgt sich nicht der Kampf zwischen Autokratie und Demokratie. Es ist auch keine Dichotomie, die sich mit Interessen zwischen Chinesischem Kapitalismus und neomaoistischen Kommunismus pointieren l\u00e4sst. Die Ausrichtung des wirtschaftlichen Modells nach Guangdong oder Chongqing ist ein Symptom einer sich selbstidentifizierenden Suche. Wir beobachten derzeit ein Ringen um die soziale Konstruktion Chinas. Ein sozialkonstruiertes Selbst, das den Facettenreichtum, die unertr\u00e4gliche Ambivalenz und die gesellschaftlichen Herausforderungen gleicherma\u00dfen adressiert und in eine wegweisende Richtung einbettet. Die Tage der \u00d6ffnungspolitik sind noch lange nicht gez\u00e4hlt, nur werden ihre durchl\u00e4ssigen Sonnenstunden mit diesem Fr\u00fchling nicht wieder ansteigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Josie-Marie Perkuhn<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><span id=\"parent-fieldname-title\"><a id=\"3\" name=\"3\"><\/a>Eine wenig bekannte deutschsprachige Chinazeitschrift: Aktuelle China-Information<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum 25. Jahrestag des DDR-Endes soll hier eine ungew\u00f6hnliche Publikation kurz vorgestellt werden. In den siebziger und achtziger Jahren erschien im Osten Berlins die <em>Aktuelle China-Information.<\/em> Diese Publikation war im Westen kaum bekannt. Auf den wenigen Exemplaren, die &nbsp;\u2013 zumeist in ostdeutschen und s\u00fcdwestdeutschen Bibliotheken \u2013 noch erhalten sind, stehen Vermerke wie \u201eVertraulich\u201c, \u201eNur f\u00fcr den Dienstgebrauch\u201c und \u201eParteiinternes Material\u201c. (Dies \u00e4hnelt den <em>neibu <\/em>\u5185\u90e8 &#8211; Aufdrucken in China.) Au\u00dferdem wird auf den Titelseiten der Herausgeber genannt: Akademie f\u00fcr Gesellschaftswissenschaften beim Zentralkomitee der SED, Institut f\u00fcr Internationale Arbeiterbewegung, Problemrat f\u00fcr aktuelle Chinaforschung. Diese Institutionen und die Zeitschrift sind mit der DDR untergegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Hintergrund der Gr\u00fcndung der Zeitschrift war der sino-sowjetische Konflikt und die Verschlechterung der Beziehungen zwischen der VR China und der DDR in den sp\u00e4ten sechziger Jahren. Insgesamt erschienen wohl mehr als achtzig Ausgaben, meist drei bis sechs pro Jahr. Dazu gab es noch eine Reihe mit \u201eGrundsatzdokumenten\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Autoren<\/strong><\/p>\n<p>Zu den Autoren geh\u00f6rten die wichtigsten Chinaexperten der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands:<\/p>\n<p><u>Roland Felber<\/u><\/p>\n<p>\u201eZu einigen Tendenzen bei der Bewertung der neusten chinesischen Geschichte in der VR China\u201c (Heft 24)<\/p>\n<p>\u201eR\u00fcckkehr zur historischen Wahrheit oder eine neue Runde der Verf\u00e4lschung der Geschichte der KP Chinas\u201c (Heft 43)<\/p>\n<p>\u201eMethodologische Probleme gesellschaftswissenschaftlicher Forschung \u00fcber die Entwicklung Chinas in der Nach-Mao-\u00c4ra\u201c (Heft 45)<\/p>\n<p><u>Helmut Peters<\/u><\/p>\n<p>\u201eEinige Probleme der wissenschaftlich-theoretischen Auseinandersetzungen mit dem Maoismus\u201c (Heft 13)<\/p>\n<p>\u201eDie maoistische KP Chinas seit Beginn der Kampagne zur \u201aVerurteilung von Lin Biao und Konfuzius\u2018\u201c(Heft 16)<\/p>\n<p>\u201eDie Deformierung der Grundlagen des Sozialismus in der VR China\u201c (Heft 21)<\/p>\n<p><u>Ralf Moritz (Rolf Max)<\/u><\/p>\n<p>\u201eDie gegenw\u00e4rtige Kampagne auf dem Gebiet der Philosophiegeschichte\u201c (Heft 11)<\/p>\n<p>\u201e\u00dcber das Konzept vom \u201ab\u00fcrgerlichen Recht\u2018 und seine Rolle in der gegenw\u00e4rtigen ideologischen Entwicklung der VR China\u201c (Heft 30)<\/p>\n<p>\u201eKonstanz und Ver\u00e4nderung im Maoismus\u201c (Heft 32)<\/p>\n<p>\u201eModernisierung und Traditionen \u2013 Zu einigen Aspekten der ideologischen Entwicklung in der VR China\u201c (Heft 67)<\/p>\n<p>[1974 und 1975 hat der Autor die B\u00fccher &nbsp;<em>Zum politisch ideologischen Wesen des<\/em> <em>Maoismus<\/em> &nbsp;und&nbsp; <em>Maoismus und historische Mission der Arbeiterklasse<\/em> &nbsp;ver\u00f6ffentlicht.]<\/p>\n<p>Im au\u00dfenpolitischen Bereich profilierten sich auch:<\/p>\n<p><u>Bernd Kaufmann<\/u><\/p>\n<p>\u201eDie \u201aKulturrevolution\u2018 und Fragen der au\u00dfenpolitischen Strategie und Taktik der chinesischen F\u00fchrung\u201c (Heft 16)<\/p>\n<p>\u201eEntwicklungstendenzen der chinesischen Au\u00dfenpolitik in den achtziger Jahren\u201c (Heft 45)<\/p>\n<p><u>Sylvia-Yvonne Schirrow<\/u>, sp\u00e4ter Sylvia-Yvonne Kaufmann (die &#8211; noch sp\u00e4ter &#8211; Europapolitikerin der PDS bzw. SPD wurde)<\/p>\n<p>\u201eAktuelle Tendenzen der japanischen Au\u00dfenpolitik und der japanisch-chinesischen Beziehungen\u201c (Heft 56)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dissertationen<\/strong><\/p>\n<p>Von den meisten der Obengenannten sind auch Dissertationen und andere Hochschulschriften bekannt:<\/p>\n<p>Felber, Roland: Die Entwicklung der Austauschverh\u00e4ltnisse im alten China vom Ende des 8. Jh. bis zum Beginn des 5. Jh. v. u. Z. Leipzig, 1967 [V: Berlin: Akademie-Verlag, 1973.<\/p>\n<p>Kaufmann, Bernd: Die au\u00dfenpolitische Strategie und Taktik der Volksrepublik China gegen\u00fcber den Vereinigten Staaten von Amerika in der Periode der Entwicklung des gro\u00dfmachtpolitischen Kurses der chinesischen F\u00fchrung (1957\/58 bis 1972\/73). Berlin, Humboldt-Univ., 1978.<\/p>\n<p>Kaufmann, Sylvia-Yvonne: Japan-VR China. Zur Entwicklung der japanischen Chinapolitik unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Jahre 1972 bis 1982. Berlin, Humboldt-Univ., 1984.<\/p>\n<p>Moritz, Ralf: Hui Shi und die Entwicklung des philosophischen Denkens im alten China. Leipzig, 1969.<\/p>\n<p>Peters, Helmut: Die Taiping Herrschaft in den Kreisen Changshu und Zhaowen unter besonderer Ber\u00fccksichtigung ihrer Boden- und Steuerpolitik, Leipzig, 1962.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zahlreiche Aufs\u00e4tze stammen von anonymen Autorenkollektiven. Zus\u00e4tzlich wurden auch \u00dcbersetzungen von Beitr\u00e4gen osteurop\u00e4ischer Autoren und Rezensionen von B\u00fcchern westlicher Autoren ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Themen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die obengenannten Forschungsthemen sind nicht zuf\u00e4llig entstanden, sondern waren langfristig festgelegt. In dem &#8222;Ma\u00dfnahmeplan der aktuellen Chinaforschung&#8220; von 1973 steht folgendes:<\/p>\n<p>1. Entwicklung der Arbeiterklasse<\/p>\n<p>2. Wesen des Maoismus<\/p>\n<p>3. Politische Struktur des heutigen China<\/p>\n<p>4. Spaltert\u00e4tigkeit der Maoisten in der internationalen kommunistischen Bewegung<\/p>\n<p>5. Europapolitik chinesischer F\u00fchrer<\/p>\n<p>6. Auseinandersetzung mit der reaktion\u00e4ren b\u00fcrgerlichen Sino-politologie, insbesondere der BRD und Westberlins<\/p>\n<p>Siehe auch <a href=\"http:\/\/www.zo.uni-heidelberg.de\/sinologie\/shan\/nl-archiv\/2013_NL70.html#4\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Literatur:<\/p>\n<p>T. Kampen: Ostasienwissenschaften in der DDR und in den neuen Bundesl\u00e4ndern, in: Krauth\/Wolz: Wissenschaft und Wiedervereinigung &#8211; Asien- und Afrikawissenschaften im Umbruch, Berlin: Akademie Verlag, 1998, 269-306.<\/p>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dr. Thomas Kampen<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<\/div>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><span id=\"parent-fieldname-title\"><a id=\"4\" name=\"4\"><\/a><\/span>Fachdidaktikschulung: China an die Schulen!<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selten erlebt man den Raum 208 der Sinologie so ausstaffiert mit Plakaten, Postern, Tafelbild, Powerpoint, Lehrb\u00fcchern, Spielzeug und vielen weiteren Kleinigkeiten. Am 7. Februar versammelten sich dort gut ein Dutzend Mitglieder des SHAN-Schulteams, um an einer Teamfortbildung teilzunehmen. Petra M\u00fcller, vielen bekannt als Absolventin unseres Instituts und Chinesisch-Lehrerin am Schiller-Gymnasium in Marbach am Neckar, f\u00fchrte uns durch ihren Garten an chinesischen Materialien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst ging es jedoch um die Rahmenbedingungen sowie Lehr- und Lernziele von Chinesisch- Unterricht am Gymnasium: Welcher Rahmen und welche Ziele sind gesetzlich in den Bildungsstandards Baden-W\u00fcrttembergs festgelegt? Welche Kontaktpersonen spielen bei der Etablierung einer AG eine besondere Rolle? Wie sensibilisiert sind das Kollegium und die Eltern in Bezug auf China? Wie finanziert man AGs? Wie ist die Schule technisch ausgestattet? Ab welchem Alter ist die Einf\u00fchrung der Fremdsprache sinnvoll? Wie viel Mehraufwand bedeutet die Fremdsprache f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4ter ging es sehr konkret um m\u00f6gliche Lehr- und Lerntechniken eines Fremdsprachenunterrichts, der kommunikativ wie pragmatisch orientiert ist. Dieser Ansatz nimmt den Kompetenzerwerb der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in den Fokus und stimmt die Feinplanung der Unterrichtsgestaltung entsprechend ab. Statt umfassender Vokabelkenntnis oder einwandfreier Grammatik geht es um die F\u00e4higkeit sich verst\u00e4ndlich zu machen und Strategien zu entwickeln, mit Verst\u00e4ndnisl\u00fccken umzugehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lehrb\u00fccher sind nach wie vor unabdingbar als Rahmen f\u00fcr einen strukturierten Unterricht. Deshalb nutzten wir die Gelegenheit bei der Schulung verschiedene Lehrwerke zu vergleichen und zu evaluieren. Dabei gilt es viele verschiedene Aspekte zu ber\u00fccksichtigen, von Zeichen-Sequenzierung \u00fcber die Notwendigkeit von Pinyin bis hin zur Realit\u00e4tsn\u00e4he der Illustrationen und Bilder. Bei der Diskussion konnten besonders die anwesenden Teammitglieder, die im Rahmen des Projektes \u201cChina an die Schulen!\u201d eine China AG leiten, ihre Erfahrungen mit den anderen teilen. Zugleich sprachen wir \u00fcber Alternativen und Strategien, um mit Schw\u00e4chen von Lehrb\u00fcchern umzugehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Nachmittag widmeten wir uns den einzelnen Aspekten des Spracherwerbs: H\u00f6ren, Sprechen, Schreiben und Lesen. Einem kurzen lernpsychologischem Exkurs folgten Beispiele f\u00fcr die didaktische Aufbereitung von Themen, die innerhalb der ersten Lernwochen interessant werden k\u00f6nnen. Nahezu unmerklich waren die \u00dcberg\u00e4nge zwischen theoretischer R\u00fcckbindung, Diskussion, Erfahrungsaustausch und geleiteten Beispielen. So wurde direkt nach der Mittagspause von uns voller K\u00f6rpereinsatz gefordert: Die ganze Gruppe tanzte T\u00f6ne bis alle aus dem Mittagsschlaf erwacht waren, um dann sofort \u00fcber die Bedeutung der Verbindung der beiden Hirnh\u00e4lften (Hemisph\u00e4ren) zu reflektieren. Ebenso fl\u00fcssig flocht Petra M\u00fcller wissenschaftliche Studien zu Fachdidaktik und Lernpsychologie ein und gab immer wieder Hinweise auf die Einsatzm\u00f6glichkeiten neuer Medien: Von der automaischen Erstellung von Strichreihenfolgen \u00fcber Pleco und Wechat bis hin zu den extrem aktuellen Materialien von New Chinese (Niu Zhongwen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In jeder Pause waren wir uns einig: Lange schon ist Unterrichtszeit nicht mehr so unmerklich und schnell verstrichen! Trotz der Unmenge an Materialien und einem rigorosen Zeitplan schuf Frau M\u00fcller ein angenehmes Gespr\u00e4chsklima, regte nicht nur den Erfahrungsaustausch an, sondern war selbst das beste Beispiel f\u00fcr guten Unterricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen des Projektes \u201cChina an die Schulen!\u201d fahren im kommenden Mai drei Teammitglieder nach Leipzig um am dortigen Konfuzius-Institut an einer Didaktik-Schulung teilzunehmen. W\u00e4hrend einem der folgenden Schulteamtreffen, bei dem alle Interessierten herzlich willkommen sind, werden die Teilnehmer berichten, was sie dort Neues gelernt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Odila Schr\u00f6der<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><span id=\"parent-fieldname-title\"><a id=\"5\" name=\"5\">Fotowettbewerb: Zeigen Sie uns Chinas und Taiwans sch\u00f6nste Seiten!<\/a><\/span><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\" style=\"text-align: justify;\">Atemberaubende<br \/>\n Landschaften, weltber\u00fchmte Sehensw\u00fcrdigkeiten oder das Besondere im<br \/>\nAllt\u00e4glichen: In China und auf Taiwan finden Hobbyfotografen eine F\u00fclle<br \/>\nan sch\u00f6nen Motiven. Schlummern auch auf Ihrer Festplatte noch<br \/>\nsehenswerte Bilder, die darauf warten, endlich gew\u00fcrdigt zu werden? SHAN<br \/>\n e.V. sucht Ihre besten Reisefotos! Die gelungensten Aufnahmen werden<br \/>\nbei der diesj\u00e4hrigen Ehemaligenfeier ausgestellt und pr\u00e4miert.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Wenn Sie an unserem Fotowettbewerb<br \/>\nteilnehmen m\u00f6chten, schicken Sie einfach eine E-Mail mit ihren Fotos und<br \/>\n der Geschichte dahinter an shan@zo.uni-heidelberg.de.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Wir freuen uns auf Ihre Bilder und w\u00fcnschen viel Erfolg!<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT Xu Lizhi: Gedichte eines Wanderarbeiters Dass hinter &#8222;Made in China&#8220; oftmals grausame Arbeitsverh\u00e4ltnisse stecken, ist weithin bekannt. 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