{"id":217,"date":"2007-09-01T12:00:00","date_gmt":"2007-09-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2007\/09\/01\/newsletter-september-2007-nr-15\/"},"modified":"2026-05-20T18:37:27","modified_gmt":"2026-05-20T17:37:27","slug":"newsletter-september-2007-nr-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2007\/09\/01\/newsletter-september-2007-nr-15\/","title":{"rendered":"Newsletter September 2007 Nr. 15"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 id=\"anker_GrundstzlichstehendieCha\" style=\"text-align: justify;\">\u201eGrunds\u00e4tzlich stehen die Chancen f\u00fcr Sinologen gut.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Studenten wissen lange Zeit nicht,<br \/> welche M\u00f6glichkeiten sich ihnen nach dem Abschluss bieten. Deshalb<br \/> stellen wir von Zeit zu Zeit Alumni vor, die \u00fcber ihre Erfahrungen nach<br \/> dem Studium berichten. Lars Anke hat bis 2004 in Heidelberg<br \/> Mittlere\/Neue Geschichte als Hauptfach, Moderne Sinologie und<br \/> Politikwissenschaften S\u00fcdasiens als Nebenf\u00e4cher studiert. Jetzt arbeitet<br \/> er im Auftrag der Stadt Hamburg in Shanghai. SHAN traf ihn zum<br \/> Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#1\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Interview<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Mehrals1000MeterBcherumg\" style=\"text-align: justify;\">Mehr als 1000 Meter B\u00fccher umger\u00e4umt \u2013 Aktionstage in der Bibliothek des Instituts f\u00fcr Sinologie<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch Mitglieder von SHAN waren mit von<br \/> der Partie am 5. Bibliotheksaktionstag am 20. September 2007 im Institut<br \/> f\u00fcr Sinologie und konnten sich vom Fortschritt der Umr\u00e4umarbeiten<br \/> \u00fcberzeugen. Allerdings werden weiterhin dringend Helfer gebraucht!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#2\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Bericht<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_DieHeidelbergerSinologin\" style=\"text-align: justify;\">Die Heidelberger Sinologin Netty Reiling und die Berliner Schriftstellerin Anna Seghers<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der vergangenen Ausgaben des<br \/> Newsletters hatten wir \u00fcber die Anf\u00e4nge der Sinologie in Heidelberg<br \/> berichtet. Zu den fr\u00fchesten Studenten des Faches z\u00e4hlte auch die sp\u00e4ter<br \/> als Anna Seghers bekannt gewordenen Netty Reiling.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#3\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Artikel<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Rezension:China.deWasSie\" style=\"text-align: justify;\">Rezension: \u201eChina.de \u2013 Was Sie wissen m\u00fcssen, um mit Chinesen erfolgreich Gesch\u00e4fte zu machen\u201c von Manuel Vermeer<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Autor, selbst Sinologe mit<br \/> jahrelanger Erfahrung als interkultureller Berater und Dolmetscher,<br \/> erweist sich als Experte sowohl f\u00fcr chinesische Kultur als auch f\u00fcr die<br \/> speziellen Probleme deutscher Firmen in der Zusammenarbeit mit Chinesen.<br \/> Er betont vor allem die Notwendigkeit des Respekts vor der chinesischen<br \/> Seite.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#4\"><strong>&gt;&gt; zur vollst\u00e4ndigen Rezension<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Jobangebot\" style=\"text-align: justify;\">Jobangebot<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Com-Unic GmbH Unternehmensgruppe<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Firma ist ein<br \/> Beratungsunternehmen f\u00fcr betriebliche Aus- und Weiterbildung. Unser<br \/> Mitarbeiter und unser Trainerteam stammen aus 23 verschiedenen Nationen,<br \/> deren Wissen und Kompetenz wir unter Anderem auch im Rahmen von<br \/> interkulturellem Training an unsere Kunden weitergeben. Leider ist unser<br \/> Trainer f\u00fcr interkulturelles Training ausgeschieden und nun suchen wir<br \/> einen ad\u00e4quaten Ersatz. Ich wende mich daher mit der Bitte an Sie, falls<br \/> Sie in Ihrem Vereinsumfeld Menschen kennen, welche gerne als Trainer<br \/> f\u00fcr interkulturelles Training China arbeiten w\u00fcrden, an diese doch bitte<br \/> unsere Kontaktadresse weiter zu geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerne stehe ich Ihnen auch f\u00fcr weitere Ausk\u00fcnfte zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen \/ Best regards<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alexander Seiler<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Adresse:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Com-Unic GmbH<br \/> Unternehmensgruppe<br \/> Waldhofer Str. 100<br \/> 69123 Heidelberg<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tel: +49(0)6221 &#8211; 739 11 60<br \/> Fax: +49(0)6221 &#8211; 739 11 80<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mail: alex.seiler@com-unic.de<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Web:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">www.com-unic.de<br \/> www.hotline.com-unic.de<br \/> www.thecomunicator.de<\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Veranstaltungskalender\" style=\"text-align: justify;\">Veranstaltungskalender<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Symposium: \u201eCultural Studies of Wine in China and Germany\u201c,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">International &amp; Interdisciplinary Symposium, 04. \u2013 07.10.2007,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auditorium Maximum, Johannes Gutenberg Universit\u00e4t Mainz, Germersheim<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Themen: \u201eThe influence of the development of viticulture on the history of culture of grape wine in China\u201c \u2013 Luo Guoguang<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas Motiv des Weintrinkens in der Dichtung Tao Yuanmings (365-427)\u201c \u2013 Maria Rohrer u.v.m.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">N\u00e4heres unter: www.fask.uni-mainz.de<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kino<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tuyas Hochzeit<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">,Drama von Wang Quan\u00b4an, China , l\u00e4uft bereits im Gloria Kino, Heidelberg<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tragikom\u00f6die \u00fcber eine junge Mongolin,<br \/> die sich einen neuen Ehemann suchen muss, nachdem ihr Gatte durch einen<br \/> Unfall zum Invaliden wurde. Der Film erhielt bei der diesj\u00e4hrigen<br \/> Berlinale den Goldenen B\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Filmfestival Mannheim-Heidelberg,<br \/> 10.-21. Oktober 2007 zeigt in diesem Jahr in einer Sonderreihe \u201eNeue<br \/> Filme aus China\u201c. Mehr dazu unter www.mannheim-filmfestival.com<\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"1\" name=\"1\"><span id=\"parent-fieldname-title\">\u201eGrunds\u00e4tzlich stehen die Chancen f\u00fcr Sinologen gut.\u201c <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sinologie ist ein Studienfach<br \/> mit einem unklaren Berufsbild. Viele Studenten wissen lange Zeit nicht,<br \/> welche M\u00f6glichkeiten sich ihnen nach dem Abschluss bieten. Deshalb<br \/> stellen wir von Zeit zu Zeit Alumni vor, die \u00fcber ihre Erfahrungen nach<br \/> dem Studium berichten. Lars Anke hat bis 2004 in Heidelberg<br \/> Mittlere\/Neue Geschichte als Hauptfach, Moderne Sinologie und<br \/> Politikwissenschaften S\u00fcdasiens als Nebenf\u00e4cher studiert. Jetzt arbeitet<br \/> er im Auftrag der Stadt Hamburg in Shanghai.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"special\"><strong>SHAN: Herr Anke, wie sind Sie zu ihrem Arbeitsplatz gekommen?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lars Anke: W\u00e4hrend des Studiums habe ich<br \/> ein Jahr auf Taiwan verbracht und verschiedene Praktika absolviert,<br \/> unter anderem beim Deutschen Wirtschaftsb\u00fcro in Taipeh, im Bereich<br \/> Regionalkooperationen Asien im Ausw\u00e4rtigen Amt in Berlin, und beim<br \/> Ostasiatischen Verein in Hamburg mit Schwerpunkt<br \/> Au\u00dfenwirtschaftsf\u00f6rderung. Direkt im Anschluss an mein Studium begann<br \/> ich dann mit meiner T\u00e4tigkeit als Regionalmanager Greater China,<br \/> Mongolei beim Ostasiatischen Verein und besch\u00e4ftigte mich dort mit der<br \/> Interessenvertretung und Unterst\u00fctzung f\u00fcr deutsche Firmen im<br \/> Chinagesch\u00e4ft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"special\"><strong>Wie sieht ihre Arbeit aus?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit September 2006 bin ich als Leiter<br \/> des Hamburg Liaison Office in Shanghai. Dieses vertritt den Hamburger<br \/> Senat, die Handelskammer Hamburg, den Hafen Hamburg Marketing e.V., die<br \/> Hamburg Tourismus GmbH und die Hamburgische Gesellschaft f\u00fcr<br \/> Wirtschaftsf\u00f6rderung und ist somit die offizielle Repr\u00e4sentanz Hamburgs<br \/> in China.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Aufgaben sind sehr vielf\u00e4ltig. Dazu<br \/> geh\u00f6ren die Unterst\u00fctzung von Hamburger Unternehmen vor Ort, die<br \/> politische Kontaktpflege, die Ansprache von chinesischen Unternehmen auf<br \/> den Standort Hamburg, Logistikprojekte, sowie der Bereich Tourismus und<br \/> Reisegruppen in beide Richtungen. Auch der akademische Austausch und<br \/> die Einrichtung gemeinsamer Studieng\u00e4nge wie zum Beispiel zwischen der<br \/> Universit\u00e4t Hamburg und der Fudan Universit\u00e4t sowie kulturelle<br \/> Austauschprogramme spielen eine wichtige Rolle. Die T\u00e4tigkeit spiegelt<br \/> also die gesamte Bandbreite der beiderseitigen Beziehungen wieder. Das<br \/> Hamburg Liaison Office besteht seit 1986. Im selben Jahr wurde auch die<br \/> St\u00e4dtepartnerschaft zwischen Hamburg und Shanghai begr\u00fcndet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"special\"><strong>K\u00f6nnen Sie einige konkrete Beispiele f\u00fcr Ihre Arbeit geben?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir unterst\u00fctzen beispielsweise<br \/> Unternehmen, die aus Hamburg nach Shanghai kommen. Drei bis f\u00fcnf<br \/> Unternehmen k\u00f6nnen sich einen ortskundigen Pool Manager teilen, was<br \/> Kosten und Risiko einer Investition senkt. Wir bieten dar\u00fcber hinaus<br \/> Beratungsservice f\u00fcr Unternehmen und fungieren als Ansprechpartner vor<br \/> Ort, organisieren Roadshows in China, sind f\u00fcr die Hafenkooperation<br \/> zust\u00e4ndig und stehen auch als Ansprechpartner f\u00fcr die chinesische Seite<br \/> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daneben koordinieren wir Projekte<br \/> zwischen Hamburg und China, halten Kontakt zu chinesischen Beh\u00f6rden,<br \/> Institutionen, Unternehmen, Universit\u00e4ten und Privatpersonen wie<br \/> K\u00fcnstlern oder Akademikern und bem\u00fchen uns, Hamburgs Position als das<br \/> China-Zentrum Europas weiter auszubauen. \u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"special\"><strong>Was sind in Ihren Augen die gr\u00f6\u00dften Probleme, denen westliche Unternehmen in China ausgesetzt sind?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Stichwort sind Intellectual Property<br \/> Rights, deren Durchsetzung ein gro\u00dfes Problem ist. Dies gilt jedoch<br \/> auch f\u00fcr die chinesischen Unternehmen, die sich dessen immer bewusster<br \/> werden. Aber sich in der Grauzone zwischen Recht und Rechtswirklichkeit<br \/> in China zurechtzufinden ist eine anspruchsvolle Aufgabe f\u00fcr deutsche<br \/> Unternehmen. Dar\u00fcber hinaus ist China ein sich extrem schnell<br \/> entwickelnder und ver\u00e4ndernder Markt. Alles ist st\u00e4ndig im Fluss, so<br \/> auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen wie etwa das Steuerrecht. Die<br \/> Konkurrenz wird immer gr\u00f6\u00dfer, gerade die einheimische. Deutsche<br \/> Unternehmen haben keine Monopolstellung mehr und m\u00fcssen sich anpassen.<br \/> Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr Investoren ist sicherlich, den Anschluss<br \/> nicht zu verlieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"special\"><strong>Welchen Stellenwert hat in Ihren Augen das Thema interkulturelles Management bei deutschen Investoren?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier gibt es deutliche Unterschiede<br \/> zwischen gro\u00dfen und kleinen Unternehmen. Gro\u00dfe haben dieses Problem<br \/> sicherlich weniger, da es sich oft um international operierende Konzerne<br \/> handelt, deren B\u00fcros gr\u00f6\u00dftenteils lokalisiert sind. F\u00fcr Mittelst\u00e4ndler<br \/> spielt es auf jeden Fall eine Rolle. Ein Bewusstsein f\u00fcr interkulturelle<br \/> Probleme ist sicherlich vorhanden. Man sollte diese aber auch nicht<br \/> \u00fcbersch\u00e4tzen. Wichtig ist es, auf kulturell gleichberechtigter Ebene<br \/> miteinander umzugehen und sich nicht zu devot zu geben. Beide Seiten<br \/> sollten ein gesundes kulturelles Selbstbewusstsein mit sich bringen.<br \/> Bei einer Unternehmensgr\u00fcndung in China m\u00fcssen kulturelle Eigenheiten<br \/> was Aufbau, Kommunikation und \u00e4hnliches angeht selbstverst\u00e4ndlich<br \/> ber\u00fccksichtigt werden. Wichtiger als in den allt\u00e4glichen Lebens- oder<br \/> Verhandlungssituationen sind interkulturelle Fragestellungen bei<br \/> Management-, Personal- und Unternehmensf\u00fchrungsaufgaben, also \u00fcberall<br \/> dort, wo \u201eunchinesisches\u201c Verhalten in seinem Ergebnis nicht direkt auf<br \/> den ausl\u00e4ndischen Verursacher zur\u00fcck gef\u00fchrt werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"special\"><strong>Wie sehen Sie die beruflichen Chancen f\u00fcr Sinologen in deutschen Unternehmen?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grunds\u00e4tzlich stehen die Chancen f\u00fcr<br \/> Sinologen gut. Auch hier muss man nach Gr\u00f6\u00dfe der Unternehmen<br \/> unterscheiden. Gro\u00dfe Firmen haben sicherlich mehr M\u00f6glichkeiten, einen<br \/> Sinologen in seiner Eigenschaft als Sinologen einzustellen. Kleine<br \/> Unternehmen stellen dagegen eher BWLer, Juristen oder Techniker mit<br \/> Chinakenntnissen ein. Insgesamt ist der Wert von Sinologen am<br \/> Arbeitsmarkt eher steigend als sinkend einzusch\u00e4tzen. Jedoch ist es<br \/> wichtig, auch praktische Kenntnisse mitzubringen. \u201eNur\u201c Sinologe zu sein<br \/> macht die Sache entschieden schwieriger. Am besten ist es, wenn man<br \/> schon fr\u00fch Kenntnisse in dem Bereich sammelt, in den man sp\u00e4ter gehen<br \/> will, sei es Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft oder im institutionellen<br \/> Bereich. Am besten sucht man sich praktische Erfahrungen au\u00dferhalb des<br \/> Studiums, etwa in Form der viel beschworenen Praktika.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"special\"><strong>Welche Vorteile hat Ihr Sinologiestudium f\u00fcr Ihre derzeitige T\u00e4tigkeit in China gebracht?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sprache steht nat\u00fcrlich an<br \/> vorderster Stelle. Dann die Horizonterweiterung im Allgemeinen und die<br \/> M\u00f6glichkeit, l\u00e4nger ins Ausland zu gehen, dort auch Praktika zu<br \/> absolvieren. Dadurch erreicht man eine Art \u201einternationales\u201c<br \/> Selbstbewusstsein. Dar\u00fcber hinaus f\u00fchrt ein Sinologiestudium deutlicher<br \/> als viele andere Studieng\u00e4nge zum Erkennen des eigenen Potentials, und<br \/> dass man \u201ees schaffen\u201c kann, gerade wenn man an das Prop\u00e4deutikum<br \/> zur\u00fcckdenkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"special\"><strong>Welche F\u00e4higkeiten sollte Ihrer Meinung nach ein Sinologe mitbringen, wenn er f\u00fcr ein Unternehmen in China arbeiten m\u00f6chte?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sprachkenntnisse sind der Hauptfaktor.<br \/> Eine weitere Rolle spielen die Offenheit, Herausforderungen anzunehmen,<br \/> und eine gewisse Leidensf\u00e4higkeit \u2013 weniger im Bezug auf die<br \/> Lebensumst\u00e4nde, als mit Blick auf Arbeitsbelastung und<br \/> Improvisationstalent. F\u00fcr die Arbeit vor Ort ist ein generalistischer<br \/> Ansatz sehr wichtig, den das Sinologiestudium aber sehr gut vermittelt.<br \/> Denn der Bereich \u201eChina\u201c ist nun einmal sehr breit gef\u00e4chert. Man muss<br \/> daher lernen, auch \u00fcber pers\u00f6nliche Grenzen hinweg zu denken. Ich selbst<br \/> hatte zu Beginn meines Studiums kein ausgepr\u00e4gtes Wirtschaftsinteresse,<br \/> dennoch hat es mich dann in diese Richtung verschlagen, bevor ich in<br \/> meiner jetzigen T\u00e4tigkeit neben den wichtigen Wirtschaftsfragen auch<br \/> andere Bereiche betreue.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"special\"><strong>Was fehlt dem Studium der Sinologie in Heidelberg Ihrer Meinung nach?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich kann nat\u00fcrlich nur f\u00fcr die Zeit<br \/> sprechen, zu der ich am Institut war. Dies ist bereits drei Jahre her.<br \/> In jedem Fall mangelt es an Praxisbezug, gerade was den Bereich<br \/> Wirtschaft oder Institutionen angeht. Zu letzterem w\u00e4re es sinnvoll mal<br \/> ein Seminar abzuhalten, um den Studierenden einen \u00dcberblick zu<br \/> verschaffen, welche Institutionen es in diesem Bereich \u00fcberhaupt gibt.<br \/> Damals wurde au\u00dferdem die Notwendigkeit von Praktika gar nicht<br \/> angesprochen. Das ganze Studium war nur auf die Universit\u00e4t und die<br \/> Wissenschaft bezogen, also von einem relativ engen Horizont gepr\u00e4gt.<br \/> SHAN hat erheblich zur Besserung dieser Verh\u00e4ltnisse beigetragen und<br \/> bietet sicher weiteres Potential.<br \/> Wichtig w\u00e4re jedoch eine engere Tuchf\u00fchlung zu Unternehmen, die von den<br \/> Professoren oder sogar der Fakult\u00e4t selbst betrieben wird. Diese haben<br \/> eine gr\u00f6\u00dfere Autorit\u00e4t gegen\u00fcber den Unternehmen als wenn dies von den<br \/> Studenten selbst durchgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"special\"><strong>Herr Anke, vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Das Interview f\u00fchrte Cora Jungbluth.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"2\" name=\"2\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Mehr als 1000 Meter B\u00fccher umger\u00e4umt \u2013 Aktionstage in der Bibliothek des Instituts f\u00fcr Sinologie <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch Mitglieder von SHAN waren mit von<br \/> der Partie am 5. Bibliotheksaktionstag am 20. September 2007 im Institut<br \/> f\u00fcr Sinologie und konnten sich vom Fortschritt der Umr\u00e4umarbeiten<br \/> \u00fcberzeugen. Diese geschehen anl\u00e4sslich der Entstehung eines gemeinsamen<br \/> Computerlabors des Zentrums f\u00fcr Ostasienwissenschaften und des Instituts<br \/> f\u00fcr Religionswissenschaften in der Zeitschriftenabteilung. Urspr\u00fcnglich<br \/> befand sich dort die Kompaktusanlage, eine bewegliche Regalanlage.<br \/> Diese wird nun in einer mehrmonatigen Mammutaktion abgebaut und eine<br \/> Etage tiefer wieder aufgestellt: in Zukunft werden ca. 1700 Meter<br \/> Zeitschriften und andere Kostbarkeiten einer der gr\u00f6\u00dften sinologischen<br \/> Bibliotheken Europas in der ehemaligen \u201eChefgarage\u201c \u2013 der Tiefgarage<br \/> unter dem Institut f\u00fcr Sinologie \u2013 ihrer Nutzung harren. Die Chefgarage<br \/> wurde hierzu eigens um zwei R\u00e4ume erweitert. Sicherlich kein ganz<br \/> gew\u00f6hnlicher Ort zur Aufbewahrung von Buchbest\u00e4nden. So entfuhr einem<br \/> der Helfer beim ersten Anblick auch der Kommentar: \u201eDas ist ja echt<br \/> schr\u00e4g hier.\u201c Da die r\u00e4umlichen Ressourcen der Bibliothek schon seit<br \/> Jahren an ihre Grenzen sto\u00dfen, bietet sich zun\u00e4chst jedoch keine andere<br \/> L\u00f6sung an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Holger Winheller, studentische<br \/> Hilfskraft in der Zeitschriftenabteilung, erkl\u00e4rte, dass bereits etwa<br \/> zwei Drittel der B\u00fccher umger\u00e4umt seien und bei den bisherigen Aktionen<br \/> stets eine nette Atmosph\u00e4re geherrscht habe, in der man gut zusammen<br \/> arbeiten konnte. Dennoch w\u00fcnsche er sich mehr Helfer bei den kommenden<br \/> Umr\u00e4umarbeiten. Anne Labitzky-Wagner, seit 2003 Leiterin der Bibliothek,<br \/> betonte SHAN gegen\u00fcber, dass eine solche Aktion ohne den engagierten<br \/> Einsatz der freiwilligen Helfer und Helferinnen kaum zu bew\u00e4ltigen sei.<br \/> Auch sie hoffe weiterhin auf tatkr\u00e4ftige Unterst\u00fctzung von Seiten der<br \/> Studierenden, da die Umr\u00e4umarbeiten noch nicht abgeschlossen seien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Bibliotheksnutzer wird sich mit<br \/> Vollendung der Arbeiten in der Nutzung der Bibliothek einiges \u00e4ndern:<br \/> \u00e4hnlich dem System des Tiefenmagazins in der Universit\u00e4tsbibliothek<br \/> m\u00fcssen die nun in der Tiefgarage eingelagerten Best\u00e4nde vorbestellt und<br \/> dann von den Hiwis ausgehoben werden. Die 258 laufenden Zeitschriften<br \/> verbleiben jedoch im Erdgeschoss und k\u00f6nnen weiterhin direkt genutzt<br \/> werden. Anfang des kommenden Semesters soll alles fertig sein, damit der<br \/> Unterricht wie gewohnt stattfinden kann. Zuvor stehen jedoch noch<br \/> mehrere Aktionstage an, an denen das Bibliotheksteam wie bereits erw\u00e4hnt<br \/> weiterhin auf freiwillige Helfer hofft, f\u00fcr deren leibliches Wohl<br \/> \u00fcbrigens dank der Spenden von Seiten der Professoren bestens gesorgt<br \/> wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"3\" name=\"3\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Die Heidelberger Sinologin Netty Reiling und die Berliner Schriftstellerin Anna Seghers <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<audio controls=\"controls\"><source src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/netty_reiling256.mp3\" type=\"audio\/mpeg\">Your browser does not support the audio element.<\/audio><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Netty Reiling geh\u00f6rte Anfang der<br \/> zwanziger Jahre zu den fr\u00fchesten Sinologiestudentinnen Heidelbergs. Sie<br \/> wurde am 19. November 1900 in Mainz als Tochter des Antiquit\u00e4tenh\u00e4ndlers<br \/> Isidor Reiling und seiner Frau Hedwig geboren und machte dort 1920<br \/> Abitur. Sie studierte in Heidelberg und K\u00f6ln Kunstgeschichte und<br \/> Sinologie und promovierte im November 1924 (in Kunstgeschichte). Sie<br \/> hatte allerdings mehr Lehrveranstaltungen \u00fcber die Geschichte,<br \/> Philosophie und Religion Chinas als \u00fcber Kunstgeschichte besucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu dem Hintergrund ihres<br \/> Chinesischstudiums sagte sie sp\u00e4ter: &#8222;Ich war der irrigen Ansicht, ich<br \/> k\u00f6nnte schnell lernen Texte auf alten chinesischen Bildwerken zu<br \/> entziffern. So naiv war ich.&#8220; Sie hatte besonderes Interesse an Laozi,<br \/> Liezi und Zhuangzi, aber eine Abneigung gegen Konfuzius. Ihr<br \/> Sinologielehrer in Heidelberg war der au\u00dferordentliche Professor Major<br \/> Friedrich Ernst August Krause (1879-1942). Zusammen mit ihr studierte<br \/> unter anderem der sp\u00e4tere Widerstandsk\u00e4mpfer Philipp Schaeffer<br \/> (1894-1943), mit dem sie gut befreundet war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1924 begann auch ihre<br \/> schriftstellerische Karriere mit der Ver\u00f6ffentlichung einer Erz\u00e4hlung in<br \/> der Frankfurter Zeitung. Im folgenden Jahr heiratete sie den linken<br \/> ungarischen Emigranten Laszlo Radvanyi und bekam bald zwei Kinder. Sie<br \/> benutzte nun offiziell den Nachnamen ihres Mannes, ver\u00f6ffentlichte<br \/> jedoch ihre literarischen Werke als Anna Seghers. 1925 siedelten sie<br \/> nach Berlin \u00fcber und blieben dort sieben Jahre. 1928 wurde sie Mitglied<br \/> der Kommunistischen Partei Deutschlands und des Bundes<br \/> proletarisch-revolution\u00e4rer Schriftsteller. Damals lernte sie auch den<br \/> kommunistischen Sinologen K.A. Wittfogel kennen, der in Berlin mit ihrem<br \/> Mann zusammenarbeitete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1932 ver\u00f6ffentlichte Anna Seghers<br \/> mehrere Erz\u00e4hlungen \u00fcber die chinesische Revolution (&#8222;Die Gef\u00e4hrten&#8220;,<br \/> &#8222;Die Stoppuhr&#8220;, &#8222;1. Mai Yanshuhpou&#8220;, usw.), die zum Teil die Lebenswege<br \/> der ihr in Deutschland bekannten Chinesen beschrieb. Die Kommunistische<br \/> Internationale und die KPD ermunterten damals linke Schriftsteller \u00fcber<br \/> die chinesische Revolution zu schreiben. Der \u201erasende Reporter\u201c Egon<br \/> Erwin Kisch, der auch in Berlin lebte und mit Seghers befreundet war,<br \/> wurde im gleichen Jahr nach Shanghai geschickt und ver\u00f6ffentlichte nach<br \/> seiner R\u00fcckkehr das Buch China geheim.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seghers konnte damals nicht nach China<br \/> fahren, sondern ging 1933 ins Exil nach Frankreich, sp\u00e4ter nach Mexiko.<br \/> Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte sie nach Deutschland zur\u00fcck und lie\u00df<br \/> sich in Ostberlin nieder. Mit einer offiziellen DDR-Delegation konnte<br \/> sie dann zum ersten Mal 1951 nach China reisen. Nach ihrer R\u00fcckkehr war<br \/> sie an der Herausgabe einer DDR-Ausgabe von Mao Zedongs Yan\u2019aner Reden<br \/> \u00fcber Literatur und Kunst beteiligt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wegen der Verschlechterung der<br \/> Beziehungen zur Volksrepublik China infolge des sino-sowjetischen<br \/> Konflikts konnte sie sp\u00e4ter nicht mehr nach China reisen und<br \/> besch\u00e4ftigte sich auch in ihren sp\u00e4teren Werken kaum noch mit China. In<br \/> der DDR leitete sie mehr als 25 Jahre den Schriftstellerverband und war<br \/> lange die prominenteste Autorin ihrer Republik. Sie starb am 1. Juni<br \/> 1983 in Berlin.<\/p>\n<p> <strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christiane Zehl Romero: <em>Anna Seghers<\/em>, Reinbek: Rowohlt Verlag, 1993.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christiane Zehl Romero: A<em>nna Seghers \u2013 Eine Biographie 1900-1947<\/em>, Berlin: Aufbau Verlag, 2000.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frank Wagner: <em>Anna Seghers \u2013 Eine Biographie in Bildern<\/em>, Berlin: Aufbau Verlag, 2000.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Thomas Kampen: <span class=\"internal-link\"><em>Der erste Sinologiestudent: Philipp Schaeffer<\/em><\/span>, <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2007\/08\/01\/newsletter-august-2007-nr-14\/#3\" title=\"Newsletter Nr. 14 - August 2007\">SHAN Newsletter, Nr. 14, August 2007<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Thomas Kampen<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"4\" name=\"4\"><span id=\"parent-fieldname-title\">25 :: Manuel Vermeer \u2013 China.de. Was Sie wissen m\u00fcssen, um mit Chinesen erfolgreich Gesch\u00e4fte zu machen. <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Titel \u201eChina.de\u201c f\u00fchrt zun\u00e4chst zu<br \/> einem Trugschluss. In dem Buch des Heidelberger Alumnus und<br \/> SHAN-Mitglieds Manuel Vermeer, das in diesem Sommer in der 2. Auflage<br \/> erschienen ist, geht es nicht ums Internet. Vielmehr verbirgt sich<br \/> hinter \u201eChina.de\u201c ein Wortspiel, wie es auch ein Chinese machen w\u00fcrde:<br \/> \u201ede\u201c steht f\u00fcr die erste Silbe von \u201eDeguo\u201c \u2013 Chinesisch f\u00fcr<br \/> \u201eDeutschland\u201c. Der Titel soll, so das Vorwort, eine sprachliche<br \/> Verbindung zwischen China und Deutschland herstellen.<\/p>\n<p><strong>Ein Buch f\u00fcr China-Laien<\/strong><br \/> Ganz pragmatisch ist dagegen der Untertitel: \u201eWas Sie wissen m\u00fcssen, um<br \/> mit Chinesen erfolgreich Gesch\u00e4fte zu machen\u201c. Und genau darauf ist der<br \/> Inhalt zugeschnitten. Das Buch beginnt mit einem sehr kurzen<br \/> historischen \u00dcberblick, es folgt eine knappe Darstellung des<br \/> wirtschaftspolitischen Umfelds sowie kultureller Besonderheiten wie etwa<br \/> Zahlen- und Farbsymbolik, die im Hinblick auf gesch\u00e4ftliche<br \/> Zusammenarbeit relevant sind. Zwei ausf\u00fchrliche Kapitel behandeln<br \/> Personalmanagement und Verhandlungsf\u00fchrung. Der Autor betont immer<br \/> wieder, dass ein Buch wie \u201eChina.de\u201c nicht als Ersatz f\u00fcr ein<br \/> interkulturelles Training und konkrete Erfahrung dienen kann. Aber die<br \/> Lekt\u00fcre hilft einem China-Laien, eine realistische Einsch\u00e4tzung dessen<br \/> zu erreichen, was ihn erwartet. Au\u00dferdem stattet sie ihn mit gen\u00fcgend<br \/> Hintergrundwissen aus, um einen Abend lang Smalltalk zu f\u00fchren und<br \/> Peinlichkeiten zu vermeiden.<\/p>\n<p><strong>Ma\u00dfgeschneidert auf die Zielgruppe<\/strong><br \/> Der Autor, selbst Sinologe mit jahrelanger Erfahrung als<br \/> interkultureller Berater und Dolmetscher, erweist sich als Experte<br \/> sowohl f\u00fcr chinesische Kultur als auch f\u00fcr die speziellen Probleme<br \/> deutscher Firmen in der Zusammenarbeit mit Chinesen. Er betont vor allem<br \/> die Notwendigkeit des Respekts vor der chinesischen Seite. Die<br \/> Darstellungen sind pr\u00e4gnant formuliert und durch Grafiken<br \/> veranschaulicht. Der Autor vermeidet es jedoch, Zahlen zu nennen, da<br \/> diese schnell veralten oder wenig Aussagekraft besitzen, und verweist<br \/> lieber auf entsprechende Informationsquellen, die in einer kurzen<br \/> Bibliographie im Anhang zusammengestellt sind. In den meisten Kapiteln<br \/> werden wichtige Inhalte am Ende noch einmal stichpunktartig aufgelistet.<br \/> Dass der Autor historische Hintergr\u00fcnde extrem gerafft darstellt und<br \/> fast keine Schriftzeichen verwendet, dient dem Zweck des Buches. Es ist<br \/> ma\u00dfgeschneidert auf seine Zielgruppe, deutsche Manager, die keine Zeit<br \/> haben, sich eingehender mit China zu besch\u00e4ftigen. Als einzigen<br \/> wirklichen Kritikpunkt k\u00f6nnte man vielleicht das stellenweise etwas<br \/> schlampige Layout anf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Lesenswert f\u00fcr Sinologen?<\/strong><br \/> \u201eChina.de\u201c richtet sich nicht an Sinologen. Trotzdem sollte es aus zwei<br \/> Gr\u00fcnden unsere Beachtung finden. Erstens: Wer einen Chef des oben<br \/> genannten Profils hat, kann ihm dieses Buch guten Gewissens empfehlen.<br \/> Neben der Sensibilit\u00e4t f\u00fcr interkulturelle Unterschiede betont Manuel<br \/> Vermeer n\u00e4mlich insbesondere die au\u00dfergew\u00f6hnlichen Schwierigkeiten beim<br \/> \u00dcbersetzen zwischen Chinesisch und Deutsch. Nach der Lekt\u00fcre wird der<br \/> Vorgesetzte hoffentlich besser verstehen, warum der Praktikant aus der<br \/> Sinologie blass wird, wenn er \u201emal eben dolmetschen\u201c soll. Zweitens: Wer<br \/> w\u00e4hrend der Arbeit oder eines Praktikums deutschen Mitarbeitern China<br \/> n\u00e4her bringen soll, kann sich bei \u201eChina.de\u201c n\u00fctzliche Anregungen holen.<br \/> Nicht zuletzt, da wir Sinologen ja viel \u00fcber Chinesen wissen, aber<br \/> m\u00f6glicherweise wenig \u00fcber deutsche Manager.<\/p>\n<p>Laura Jehl<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Manuel Vermeer<br \/> China.de \u2013 Was Sie wissen m\u00fcssen, um mit Chinesen erfolgreich Gesch\u00e4fte zu machen<br \/> 2., \u00fcsberarbeitete Auflage 2007, gebunden<br \/> 192 Seiten \u2013 Gabler<br \/> ISBN: 978-3-8349-0566-6<br \/> EUR 39,90<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT \u201eGrunds\u00e4tzlich stehen die Chancen f\u00fcr Sinologen gut.\u201c Viele Studenten wissen lange Zeit nicht, welche M\u00f6glichkeiten sich ihnen nach dem Abschluss bieten. 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