{"id":225,"date":"2008-02-01T12:00:00","date_gmt":"2008-02-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2008\/02\/01\/newsletter-februar-2008-nr-19\/"},"modified":"2026-05-20T18:37:20","modified_gmt":"2026-05-20T17:37:20","slug":"newsletter-februar-2008-nr-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2008\/02\/01\/newsletter-februar-2008-nr-19\/","title":{"rendered":"Newsletter Februar 2008 Nr. 19"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_WiralsSinologenhabendieV\">\n\t\u201eWir als Sinologen haben die Verpflichtung, chinesische Literatur erst einmal bekannt zu machen!\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVolker Kl\u00f6psch studierte in Freiburg Germanistik, Anglistik und Vergleichende Literaturwissenschaft. Chinesisch lernte er am Studium Generale und ging von 1975 bis 1977 als einer der ersten DAAD Stipendiaten nach Peking und Shanghai. Nach seiner Promotion bei Prof. Debon in Heidelberg auf dem Gebiet Literaturwissenschaft war er als wissenschaftlicher Assistent in Bochum, als Lektor f\u00fcr deutsche Sprache in Taiwan und als \u00dcbersetzer t\u00e4tig. Heute unterrichtet er an der Universit\u00e4t K\u00f6ln Chinesisch. Als \u00dcbersetzer ver\u00f6ffentlichte er u.a. Der seidene Faden. 300 Gedichte der Tang, Lao Shes Teehaus und Stadt der Katzen; au\u00dferdem gab er das Lexikon der chinesischen Literatur (M\u00fcnchen 2004) mit herau<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#1\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Interview<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_Absolventenfeier\">\n\tAbsolventenfeier<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAm 8. Februar wurden bereits zum dritten Mal die AbsolventInnen des Instituts f\u00fcr Sinologie im Rahmen eines von SHAN organisierten Sektempfangs verabschiedet. Erstmals waren alle vergebenen Abschl\u00fcsse dabei: Bachelor, Magister und Promotion. Neben vielen guten W\u00fcnschen von Frau Prof. Mittler und Frau Prof M\u00fcller-Saini bekamen die AbsolventInnen auch eine Urkunde und den obligatorischen Heidelberger Studentenkuss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#2\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Bericht<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_WorkshopBerufsfelder\">\n\tWorkshop Berufsfelder<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIm Rahmen der Alumni-Arbeit veranstaltete SHAN am 9. Februar einen Workshop zum Thema Berufsfelder f\u00fcr Sinologen. W\u00e4hrend des Workshops stellten drei Absolventen des Instituts f\u00fcr Sinologie ihren Werdegang nach dem Studium und ihren aktuellen T\u00e4tigkeitsbereich vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#3\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Bericht<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_AsienanderAlster:FnfzigJ\">\n\tAsien an der Alster: F\u00fcnfzig Jahre Asienkunde in Hamburg<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVor einem halben Jahrhundert wurde &#8211; 1956 &#8211; in Hamburg das Institut f\u00fcr Asienkunde (IfA) gegr\u00fcndet und entwickelte sich schnell zur bekanntesten deutschen au\u00dferuniversit\u00e4ren Einrichtung der Asienforschung; f\u00fcnfzig Jahre sp\u00e4ter verlor es seinen Namen und ist nun als Institut f\u00fcr Asienstudien (IAS) Teil des neuen German Institute of Global and Area Studies (GIGA). Im letzten Jahr des alten Instituts ver\u00f6ffentlichte Hans-Wilm Sch\u00fctte, der viele Jahre am IfA t\u00e4tig war, einen \u00dcberblick \u00fcber die Geschichte des Hauses.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#4\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Artikel<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_Veranstaltungskalender\">\n\tVeranstaltungskalender<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAusstellung: Urspr\u00fcnge der Seidenstra\u00dfe<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t09.02.08 &#8211; 01.06.08, Museum Weltkulturen D5, Mannheim: Erstmalig au\u00dferhalb Chinas pr\u00e4sentiert die Ausstellung sensationelle arch\u00e4ologische Neufunde aus der chinesischen autonomen Region Xinjiang. Ungew\u00f6hnliche Trockenheit und ein geradezu lebensfeindliches Kontinentalklima bewahrten eine Vielzahl an Kulturg\u00fctern, die heute unsch\u00e4tzbaren Erkenntnisgewinn f\u00fcr die Forschung haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVortrag: Leben mit den Buddhas<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t17.02.08, 15:30 Uhr, Forum 37, Heidelberg: Vortrag von Zen-M\u00f6nch und Bildhauer Gregor Rinko Stehle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tShow: Shen Yun \u2013 Chinese Spectacular<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIn ihrer B\u00fchnenshow pr\u00e4sentieren \u00fcber 100 K\u00fcnstler ein kulturelles Programm mit spektakul\u00e4ren B\u00fchnenbildern, chinesischen T\u00e4nzen und Gesang sowie klassischer und traditioneller Live-Orchester-Musik. Am 17.02.08 k\u00f6nnen Interessierte um 14:00 und 19:00 Uhr am Hbf Heidelberg jeweils 2 Stunden vor Beginn der Show in einen Bustransfer in die Frankfurter Jahrhunderthalle zusteigen. Anmeldung unter der Telnr. 07253-92800.<\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"1\" name=\"1\"><span id=\"parent-fieldname-title\">\u201eWir als Sinologen haben die Verpflichtung chinesische Literatur erst einmal bekannt zu machen!\u201c <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVolker Kl\u00f6psch studierte in Freiburg Germanistik, Anglistik und Vergleichende Literaturwissenschaft. Chinesisch lernte er am Studium Generale und ging von 1975 bis 1977 als einer der ersten DAAD-Stipendiaten in die Volksrepublik. Nach seiner Promotion bei Prof. Debon in Heidelberg auf dem Gebiet Literaturwissenschaft war er als Lektor f\u00fcr chinesische Sprache und \u00dcbersetzer t\u00e4tig. Heute unterrichtet er an der Universit\u00e4t K\u00f6ln. Zu seinen \u00fcbersetzten Werken geh\u00f6ren unter anderem <em>\u201e300 Tang Gedichte\u201c<\/em>, <em>\u201eTeehaus\u201c<\/em> und \u201e<em>Stadt der Katzen<\/em>\u201c von Lao She, sowie das \u201e<em>Lexikon der chinesischen Literatur<\/em>\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Sie waren einer der ersten DAAD-Stipendiaten in China. Wo haben Sie damals in China studiert?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIch war zun\u00e4chst ein Jahr am ehemaligen Spracheninstitut in Peking, wo sich alle ausl\u00e4ndischen Studierenden die notwendigen Sprachkenntnisse aneignen mussten, bevor sie anschlie\u00dfend auf die Universit\u00e4ten verteilt wurden. Damals waren nur vier Universit\u00e4ten f\u00fcr Ausl\u00e4nder ge\u00f6ffnet. Ich kam an die Fudan Universit\u00e4t in Shanghai, weil man dort am besten Literatur studieren konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tEs war eine aufregende Zeit, die mein Leben v\u00f6llig ver\u00e4ndert hat. Ich wusste sofort: Das l\u00e4sst mich nicht wieder los! Auch wenn das erst 30 Jahre her ist, so hat man heute doch ein ganz anderes Chinabild im Hinterkopf. Meine Studenten schauen immer ein bisschen ungl\u00e4ubig, wenn ich Anekdoten von damals erz\u00e4hle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>F\u00e4llt Ihnen eine ein?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tWenn man vom Spracheninstitut zur deutschen Botschaft eine Stunde \u00fcber den Ring radelte, sah man in dieser Zeit vielleicht drei LKWs. Sonst waren nur Pferdefuhrwerke auf der Stra\u00dfe, die unter anderem die Jauche der Stadtbev\u00f6lkerung auf die umliegenden Felder fuhren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAlles war streng reglementiert, auch die Kontakte zwischen Ausl\u00e4ndern und Chinesen. Wir mussten darum k\u00e4mpfen, im Wohnheim mit Chinesen zusammen wohnen zu d\u00fcrfen, und diese waren dann nat\u00fcrlich handverlesen. In Shanghai habe ich erlebt, dass sich im Restaurant niemand traute, sich zu einem Ausl\u00e4nder an den Tisch zu setzen. Einmal setzte sich ein Bauer zu mir. Nachdem ich gezahlt hatte und mich noch einmal zu ihm umdrehte wurde er schon von der Polizei abgef\u00fchrt. Es war eine andere Zeit damals, zum Ende Kulturrevolution 1976.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Wie viel haben Sie noch von der Kulturrevolution mitbekommen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tMan bekam viel mit, vor allem die Repression und den Hass auf die Intellektuellen. Der Mann, der dort, wo ich mein hei\u00dfes Wasser holte, die Kohlen schaufelte, war eigentlich Englischprofessor an der Peking Universit\u00e4t. Ich habe die Kampagnen miterlebt, als Zhou Enlai starb, die Demonstrationen am Tiananmen-Platz zum Qingming-Fest. Ich war dabei, als die ersten Zettel \u201eNieder mit der &#8218;Viererbande&#8217;\u201c auslagen. Nat\u00fcrlich wusste kein Mensch wer die \u201eViererbande\u201c war und welche Rolle sie gespielt hatte. Meine chinesischen Freunde und Bekannte trauten sich nicht, \u00fcber Politik zu sprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAls wir nach China kamen, freuten wir uns auf diese Kultur und dieses Land, liefen aber st\u00e4ndig gegen W\u00e4nde und f\u00fchlten uns immer drau\u00dfen gelassen. Umso mehr freue ich mich, wenn meine Studenten heute in&nbsp; China ganz andere Erfahrungen machen. Andererseits st\u00f6rt mich jetzt der vorherrschende Materialismus. Wir sind damals mit ganz anderen Idealen nach China gefahren. Wir wollten dieses Land auch kennen lernen, weil uns viele Dinge in unserer Gesellschaft nicht behagten. Wir wollten schauen, ob es anderswo nicht andere Lebensentw\u00fcrfe gab. Insofern gab es nat\u00fcrlich viele Entt\u00e4uschungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Haben Sie von Anfang an Ihren Schwerpunkt auf Literatur gesetzt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIch pers\u00f6nlich habe mich immer f\u00fcr Literatur interessiert und auch Germanistik studiert. Das kam mir im Sinologiestudium sehr zu Gute, weil in der Sinologie meist ein gro\u00dfes Methodendefizit herrscht. Die Studenten lernen nie so richtig, wie wissenschaftlich gearbeitet wird, wie eine Arbeit erstellt wird und welche Methoden verwendet werden k\u00f6nnen. Insofern habe ich das Zweitstudium relativ schnell durchziehen k\u00f6nnen. Das ging aber nur, weil ich diese Zeit in China hatte, in der ich meine Texte bearbeiten konnte. Das R\u00fcstzeuge hatte ich schon und konnte damit die Arbeit relativ schnell fertig stellen. Ich geriet dann nach Heidelberg zu G\u00fcnter Debon, der unter anderem \u00fcber Literaturkritik gearbeitet hat.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Im Moment verdienen Sie ihr Geld mit Sprachenausbildung, aber auch mit \u00dcbersetzen. Was \u00fcbersetzen Sie?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIch habe Texte aus der Republik-Zeit \u00fcbersetzt, aber auch \u00e4ltere Texte wie die <em>\u201e300 Tang Gedichte\u201c<\/em>. Mit ein paar Freunden und Kollegen gebe ich au\u00dferdem die Literaturzeitschrift, \u201e<em>Hefte f\u00fcr ostasiatische Literatur\u201c<\/em> heraus. Jedes halbe Jahr sind darin ein paar sowohl \u00e4ltere als auch neuere literarische Texte \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Nach welchen Kriterien suchen Sie aus, ob ein Text f\u00fcr den deutschen Leser geeignet ist oder nicht?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDas Hauptkriterium ist die literarische Qualit\u00e4t. Ich bin der Meinung, dass die wenigen Leute, die in Deutschland chinesischsprachige Literatur vermitteln, viel \u00fcber Literatur reden, diese Literatur aber noch kaum bekannt ist. Solange noch zu wenige Leute chinesische Literatur im Original lesen k\u00f6nnen haben wir als Sinologen die Verpflichtung, diese Literatur erst einmal bekannt zu machen, bevor man Sekund\u00e4rliteratur dar\u00fcber schreibt. Das ist sonst nur akademisches Gerede und die Au\u00dfenwirkung ist gleich Null. Meiner Meinung nach muss erst die Literatur kommen und dann die Besch\u00e4ftigung mit der Literatur und nicht umgekehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Wie interessant ist die chinesische Literatur f\u00fcr den deutschen Markt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tBis in die sp\u00e4ten 1960er Jahre wurde die moderne Literatur Chinas \u00fcberhaupt nicht wahrgenommen, sondern als kommunistisch und negativ angesehen. Mao Dun wurde nur in der DDR gelesen. Erst als die erste Generation von Studenten aus China zur\u00fcckkam, gab es Leute wie Wolfgang Kubin, Roderich Ptak oder Rudolf Wagner, die sich f\u00fcr die neuere Literatur einsetzten. Die Klassiker der Moderne wie Mao Dun, Lao She und Lu Xun sind auch f\u00fcr den deutschen Leser wertvoll. Vieles ist nat\u00fcrlich auch weniger interessant, aber ich teile nicht die Skepsis vieler Leute, die sagen, diese Texte k\u00f6nnten die deutschen Leser nicht rezipieren. Es gibt noch viele Sch\u00e4tze zu heben, beispielsweise Biographien. Das ist eine Literaturgattung, die weitgehend unerschlossen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tTexte aus dem \u00e4lteren China \u00fcbersetzt heute kaum noch jemand. Die \u00dcbersetzer k\u00f6nnen heute zum Teil kein klassisches Chinesisch mehr, weil es kaum noch gelehrt wird. In K\u00f6ln schaffen wir jetzt gerade die klassische Sinologie ab. Au\u00dferdem ist \u00dcbersetzen sowieso nur eine Randerscheinung in der Sinologie. Man kann sich damit kaum seine Meriten verdienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Sie haben auch Lao She \u00fcbersetzt. Was begeistert Sie an ihm?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tEr zeigt ein unverstelltes Bild der damaligen Wirklichkeit, ohne aufgesetzte Propaganda. Er ist ein sehr volksnaher Schriftsteller. In <em>\u201eTeehaus\u201c<\/em> zum Beispiel sieht man &nbsp;die Probleme der chinesischen Gesellschaft mit ihren Widerspr\u00fcche und Entwicklungen vom Kaiserreich \u00fcber die Republik bis hin zum kommunistischen China. Au\u00dferdem benutzt Lao She eine sehr lebendige Sprache.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Welche Probleme sehen Sie beim \u00dcbersetzen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tGerade bei jungen \u00dcbersetzern gibt es h\u00e4ufig das Problem, dass sie sich nicht genug vom Text l\u00f6sen. Wenn man die \u00dcbersetzungen liest, wirken sie oft holprig. Bei Gedichten muss man sich immer fragen, was man darstellen m\u00f6chte. Welche Form soll die \u00dcbersetzung haben, soll das Gedicht &#8217;nur&#8216; \u00fcbersetzt werden, soll es in der \u00dcbersetzung auch wieder ein Gedicht sein, oder soll die Form des Originals eingehalten werden. \u00dcbersetzen ist ein sehr empfindliches Thema, da die Leute bei Kritik oft schnell beleidigt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Zum Abschluss m\u00f6chten wir von Ihnen wissen, was Sie als scheidender Vorsitzender der DVCS einem jungen Verein wie SHAN mit auf den Weg geben m\u00f6chten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIch war im Sommer auf dem Ehemaligentreffen in Heidelberg und hatte einen sehr guten Eindruck von SHAN. Der Verein arbeitet schon sehr professionell, beispielsweise mit dem Newsletter. Au\u00dferdem ist der Verein in das Institut integriert, was sehr wichtig ist. Problematisch ist es nur immer, entsprechende Nachfolger zu finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Herr Kl\u00f6psch, vielen Dank f\u00fcr das&nbsp; Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDas Interview f\u00fchrten Eva Krumbiegel und Sebastian Heindl.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"2\" name=\"2\"><span id=\"parent-fieldname-title\">SHAN-Absolventenfeier am 08. Februar 2008 <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tBereits zum dritten Mal fand in diesem Semester die Verabschiedung der AbsolventInnen des Instituts f\u00fcr Sinologie im Rahmen eines von SHAN organisierten Sektempfangs statt.<br \/> \tEin Novum war die Tatsache, dass zum ersten Mal alle Abschl\u00fcsse, die am Institut abgelegt werden k\u00f6nnen, vertreten waren: Bachelor, Magister und Promotion.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tBei einem Glas Sekt verabschiedeten Frau Prof. Mittler und Frau Prof. M\u00fcller-Saini die (fast alle) frisch gebackenen Alumnae und Alumni&nbsp; der Sinologie und gaben Ihnen eine Vielzahl guter W\u00fcnsche mit auf den weiteren Lebens- und Berufsweg. Diese hielten sie auch auf einer individualisierten Urkunde fest, die sie den Absolventen \u00fcberreichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tSHAN schloss sich den Gl\u00fcckw\u00fcnschen an und f\u00fcgte den schon fast traditionellen Heidelberger Studentenkuss hinzu, um an die (hoffentlich) sch\u00f6ne Studentenzeit in Heidelberg zu erinnern. Da die Kontaktpflege zu den Alumni ein wichtiger Teil der Arbeit von SHAN ist, stellt deren Verabschiedung in Form einer kleinen Feier eine wichtige M\u00f6glichkeit dar, SHAN unseren AsbolventInnen vorzustellen und ihr Interesse an unserer Arbeit zu gewinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIn diesem Semester hatten insgesamt 5 von 11 AbsolventInnen hatten&nbsp; ihre Teilnahme zugesagt, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen aus beruflichen (und zum Teil geografischen) Gr\u00fcnden leider nicht kommen konnten. Letztere werden selbstverst\u00e4ndlich zur n\u00e4chsten Feier wieder eingeladen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"3\" name=\"3\"><span id=\"parent-fieldname-title\">SHAN Workshop Berufsfelder am 09. Februar 2008 <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIm Rahmen der Alumni-Arbeit organisierte SHAN am vergangenen Samstag einen Workshop zum Thema Berufsfelder f\u00fcr Sinologen. W\u00e4hrend des Workshops stellten drei Absolventen des Instituts f\u00fcr Sinologie der Universit\u00e4t Heidelberg&nbsp; ihren Werdegang nach dem Studium und ihren aktuellen T\u00e4tigkeitsbereich vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDaniela Dietz hatte bis 2003 (?) in Heidelberg Moderne Sinologie und Philosophie studiert und nebenberuflich noch einen Diplom in Betriebwirtschaftslehre&nbsp; darauf gesetzt. Nach ihrer T\u00e4tigkeit bei dem Wirtschaftsfachmagazin Asia Bridge nahm sie eine Stelle als Referentin beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tPatrick Hess schloss seinen Magisterstudiengang mit Klassischer Sinologie im Hauptfach, Moderne Sinologie und Volkswirtschaftslehre als Nebenf\u00e4cher 1996 ab. Seinen Berufseinstieg vollzog er \u00fcber ein Trainee-Programm bei der Deutschen Bank in Heidelberg. Heute arbeitet er als Senior Expert bei der europ\u00e4ischen Zentralbank in Frankfurt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAndreas van Leeuwen absolvierte nach Abschluss seines Studiums der Modernen Sinologie und Musikwissenschaft 2005 (?) zun\u00e4chst ebenfalls ein Trainee-Programm im Bereich Unternehmenskommunikation, entschied sich dann aber f\u00fcr den Einstieg bei Direkt Sprachreisen in Heidelberg, wo er mittlerweile einer der beiden Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDer Austausch zwischen Absolventen und Studierenden erfolgte w\u00e4hrend des Workshops in drei Kleingruppen, in denen jeweils ein Absolvent referierte. Die Fragen, die SHAN hierbei in den Mittelpunkt gestellt hatte, lauteten: Was bringt das Studium f\u00fcr den Beruf mit? Was nicht? Wie schafft ein Sinologe den Einstieg in das jeweilige Berufsfeld?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAuf Grund der geringen Teilnehmeranzahl (3-6 pro Personen Gruppe) konnte sich in einer sehr entspannten, lockeren Atmosph\u00e4re eine viel intensivere und pers\u00f6nlichere Diskussion entwickeln als dies bei Einzelvortr\u00e4gen oftmals der Fall ist. Im Anschluss daran stellte jede Gruppe die Ergebnisse vor, die sie zu den drei Fragen erarbeitet hatte (s. Abb. 1-3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tProblematisiert wurde vor allem,&nbsp; dass das Sinologiestudium kaum so genannte \u201eHard Skills\u201c mit sich bringe im Gegensatz zu BWL oder Jura. Gerade deutsche mittelst\u00e4ndische Unternehmen stellen aus diesem Grund lieber Wirtschaftswissenschaftler ein. Daniela Dietz betonte au\u00dferdem, dass mangelnde Sprachkenntnisse viele Sinologen in Augen potentieller Arbeitgeber diskreditierten. Denn es gehe doch nicht an, dass ein Absolvent der Sinologie nicht in der Lage sei, einem Personaler den Inhalt eines ihm vorgelegten chinesischsprachigen Zeitungsartikels zu erkl\u00e4ren.&nbsp; Auch Andreas van Leeuwen betonte die Wichtigkeit von Sprachkenntnissen in seiner Branche, wenn es darum gehe, vor Ort mit den Sprachschulen Vertr\u00e4ge und Bedingungen auszuhandeln. Diese Aufgabe k\u00f6nne niemand durchf\u00fchren, der von Land und Leuten keine Ahnung habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAllgemeiner Konsens war die Tatsache, dass Sinologen es am Arbeitsmarkt zwar nicht einfach haben, dass sie aber viele Qualifikationen aus dem Studium mitbringen, wie etwa Ausdauer und Analyseverm\u00f6gen durch das Studium selbst oder&nbsp; interkulturelle Kompetenz und Einf\u00fchlungs-verm\u00f6gen durch Auslandsaufenthalte. Patrick Hess kam sogar zu dem Schluss, dass Absolventen der Sinologie Heidelberg allen Grund h\u00e4tten, dieses Institut mit einem gewissen stolz und Selbstbewusstsein zu verlassen.&nbsp; Schlie\u00dflich geh\u00f6re seines Erachtens&nbsp; das Sinologiestudium in Heidelberg zu den schwersten in ganz Deutschland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tEinig waren sich die drei Absolventen auch dar\u00fcber, dass \u00fcber die vielf\u00e4ltigen wissenschaftliche Projekte am Institut oftmals die vielen anderen Studenten, die beruflich in eine andere Richtung strebten, vergessen w\u00fcrden. Daher sei SHAN eine gute Initiative, um in dieser Hinsicht eine gewisse Balance zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"4\" name=\"4\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Asien an der Alster: F\u00fcnfzig Jahre Asienkunde in Hamburg <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVor einem halben Jahrhundert wurde \u2013 1956 \u2013 in Hamburg das Institut f\u00fcr Asienkunde (IfA) gegr\u00fcndet und entwickelte sich schnell zur bekanntesten deutschen au\u00dferuniversit\u00e4ren Einrichtung der Asienforschung; f\u00fcnfzig Jahre sp\u00e4ter verlor es seinen Namen und ist nun als Institut f\u00fcr Asienstudien (IAS) Teil des neuen German Institute of Global and Area Studies (GIGA). Die bekannte Zeitschrift China aktuell erscheint weiterhin, allerdings nicht mehr monatlich, sondern nur noch alle zwei Monate und in kleinerem Format.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIm letzten Jahr des alten Instituts ver\u00f6ffentlichte Hans-Wilm Sch\u00fctte, der viele Jahre am IfA t\u00e4tig war, einen \u00dcberblick \u00fcber die Geschichte des Hauses. Kurz davor hatte er Die Asienwissenschaften in Deutschland \u2013 Geschichte, Stand und Perspektiven (http:\/\/www.sino.uni-heidelberg.de\/fachschaft\/rezensionen.html) ver\u00f6ffentlicht, kennt sich also mit der Thematik gut aus.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAuf etwa hundert Seiten wird eine Darstellung der Geschichte des Instituts geliefert, dazu kommen Photos der Direktoren, Listen von Angestellten und Publikationen, sowie Ausz\u00fcge aus Dokumenten und Statistiken.<br \/> \tDie Bl\u00fctezeit erlebte das IfA in den sechziger und siebziger Jahren, als die sinologischen Institute der Universit\u00e4ten noch st\u00e4rker klassisch ausgerichtet waren und sich die sp\u00e4teren Konkurrenten &#8211;&nbsp; SWP in Bayern und BIOST in K\u00f6ln \u2013 noch mehr auf Europa konzentrierten. Der Umzug von Bundesregierung, SWP und BIOST nach Berlin und die sich verschlechternde finanzielle Situation haben die Hamburger Institutionen sehr belastet; weitere Probleme entstanden durch den Internetboom, der den kostspieligen Druck und Vertrieb wissenschaftlicher Publikationen in Frage stellte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDas Institut hat nicht nur mehrere Zeitschriften und Jahrb\u00fccher ver\u00f6ffentlicht, sondern auch etwa 400 B\u00e4nde der Mitteilungen des Instituts f\u00fcr Asienkunde; viele dieser Werke waren \u00fcberarbeitete Magisterarbeiten und Dissertationen, also Produkte der Universit\u00e4ten. Es ist bedauerlich, da\u00df diese Reihe nun auch eingestellt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAm Institut f\u00fcr Asienkunde haben viele Wissenschaftler gearbeitet, die sp\u00e4ter Universit\u00e4tsprofessuren wurden, wie die Sinologen Tilemann Grimm (T\u00fcbingen) und Helmut Martin (Bochum). Gleichzeitig gingen Sinologieabsolventen vieler Unis \u2013 wie die Heidelberger Stefan Friedrich und Heike Holbig \u2013 zum IfA. Die fr\u00fchere stellvertretende Direktorin Brunhild Staiger, die in Hamburg sowohl an der Herausgabe des alten China-Handbuchs und des neuen China-Lexikons beteiligt war, ist heute Pr\u00e4sidentin der EUROPEAN ASSOCIATION OF CHINESE STUDIES (http:\/\/www.soas.ac.uk\/eacs\/).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tInsgesamt wird die Entwicklung des Instituts in diesem Buch knapp und informativ dargestellt. Obwohl der Band von einem Insider stammt, gibt es nichts brisantes, geheimes oder spannendes; die Darstellung ist auch nicht analytisch oder kritisch, sondern rein deskriptiv. Von einem Autor, der sowohl das IfA als auch die deutschen Universit\u00e4ten gut kennt, h\u00e4tte man mehr Informationen \u00fcber die Rolle au\u00dferuniversit\u00e4rer Einrichtungen und ihr Verh\u00e4ltnis zu den Universit\u00e4tsinstituten erwartet. Auch \u00fcber die \u201ePolitikberatung\u201c, die Beziehungen zu Ministerien und Parteien und die Konkurrenz mit der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) h\u00e4tte man gern mehr erfahren. (Siehe Interview mit Sebastian Bersick: http:\/\/www.sino.uni-heidelberg.de\/alumni\/newsletter\/07-12\/ interview_bersick.htm)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tHans-Wilm Sch\u00fctte: F\u00fcnfzig Jahre Institut f\u00fcr Asienkunde in Hamburg (Hamburg: Mitteilungen des Instituts f\u00fcr Asienkunde 398, 2006) 180 pp. ISBN 3-88910-330-8. 20 Euro<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT \u201eWir als Sinologen haben die Verpflichtung, chinesische Literatur erst einmal bekannt zu machen!\u201c Volker Kl\u00f6psch studierte in Freiburg Germanistik, Anglistik und Vergleichende Literaturwissenschaft. 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