{"id":229,"date":"2008-05-01T12:00:00","date_gmt":"2008-05-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2008\/05\/01\/newsletter-mai-2008-nr-22\/"},"modified":"2026-05-20T18:37:15","modified_gmt":"2026-05-20T17:37:15","slug":"newsletter-mai-2008-nr-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2008\/05\/01\/newsletter-mai-2008-nr-22\/","title":{"rendered":"Newsletter Mai 2008 Nr. 22"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"1\" name=\"1\">2. Vollversammlung<\/a><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAm 8. Mai fand die 2. Mitgliedervollversammlung von SHAN statt. Wichtigstes Thema war die Wahl des neuen Vorstands. Zur Vorsitzenden wurde Josie-Marie Perkuhn gew\u00e4hlt, die damit Mareike Ohlberg abl\u00f6st. Eine ganze Reihe neuer Gesichter wird f\u00fcr frischen Wind im Vorstand sorgen. Neben der Vorsitzenden neu dabei sind die erste Stellvertreterin Hanni Truong, die Schriftf\u00fchrerin Simone M\u00fcller und der Beisitzer Thomas Kampen. Die Kontinuit\u00e4t wird gewahrt durch den zweiten Stellvertreter Johannes Lejeune, Kassenwart Eva Krumbiegel und Beisitzerin Cora Jungbluth, die alle bereits im scheidenden Vorstand sa\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tWeitere Themen der Versammlung waren die Entlastung des alten Vorstands und die Vorstellung der im letzten Jahr verwirklichten Projekte. Der Mitgliedsbeitrag wurde erneut auf mindestens 15 Euro j\u00e4hrlich festgelegt.<\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_NeuesvomExzellenzcluster\">\n\tNeues vom Exzellenzcluster<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIm Oktober letzten Jahres wurde im Rahmen der Exzellenzinitiative das Cluster &#8222;Asia and Europe in a Global Context: Shifting Asymmetries in Cultural Flows&#8220; bewilligt, an dem das Zentrum f\u00fcr Ostasienwissenschaften beteiligt ist. Das macht sich auch am Institut f\u00fcr Sinologie bemerkbar. SHAN m\u00f6chte Sie an dieser Stelle \u00fcber die aktuellen Ereignisse im Cluster informieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#2\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Artikel<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_EgonErwinKischundseinBuc\">\n\tEgon Erwin Kisch und sein Buch China geheim im Jahre 1933<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tZu den im Mai 1933 in Deutschland verbrannten B\u00fcchern geh\u00f6rte auch das erst im Januar des gleichen Jahre erschienene Werk China geheim von Egon Erwin Kisch, sowie andere Werke dieses Autors. Kisch hatte im Fr\u00fchjahr 1932 China besucht, war im Herbst \u00fcber Moskau nach Deutschland zur\u00fcckgekehrt und hatte im Dezember das Manuskript fertig gestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#3\">&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_VictorundLeontineGoldsch\">\n\tVictor und Leontine Goldschmidt und die Urspr\u00fcnge der Heidelberger Sinologie<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVor 75 Jahren starb &#8211; am 8. Mai 1933 &#8211; der achtzigj\u00e4hrige Naturwissenschaftler Victor M. Goldschmidt in Salzburg. Der am 10. Februar 1853 in Mainz geborene Goldschmidt hatte 1888 die aus Prag stammende Leontine Edle von Portheim (1863-1942) geheiratet und mit ihr in Heidelberg die Josefine und Eduard von Portheim-Stiftung f\u00fcr Wissenschaft und Kunst gegr\u00fcndet. So hatte er wesentlichen Anteil am Aufbau der Heidelberger Sinologie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#4\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Artikel<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_Veranstaltungskalender\">\n\tVeranstaltungskalender<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tKino: 10 Fragen an den Dalai Lama<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t23. &#8211; 31.05.08, Karlstorkino, Heidelberg: Dem amerikanischen Filmemacher Rick Ray wurde eine 45-min\u00fctige Audienz beim 14. Dalai Lama gew\u00e4hrt, in der er zehn Fragen stellen durfte. Die Anfangszeiten der Vorstellungen finden Sie hier<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tKino: KeKeXiLi &#8211; Mountain Patrol<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t23.05.08, 19 Uhr, 24., 25. und 28.05.08, 21.15 Uhr, Kinemathek &#8211; Das Kino, Karlsruhe: Chinesischer Actionfilm von Lu Chuan mit Duo Bujie, Zhang Lee und Qi Liang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDiavortrag: China &#8211; Der Westen und Tibet<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t23.05.08, Akademie der \u00c4lteren, Heidelberg, 15 Uhr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVortrag: Ethnicity, Inc.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t10.06.2008, 19 Uhr, DAI, Heidelberg: Vortrag im Rahmen der Exzellenzinitiative: &#8222;Transculturality &#8211; Theories and Explorations&#8220; von Prof. Jean Comaroff (Chicago)<\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"2\" name=\"2\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Neues vom Exzellenzcluster <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIm Oktober letzten Jahres wurde im Rahmen der Exzellenzinitiative das Cluster &#8222;Asia and Europe in a Global Context: Shifting Asymmetries in Cultural Flows&#8220; bewilligt, an dem das Zentrum f\u00fcr Ostasienwissenschaften beteiligt ist (SHAN berichtete NL 07-11). Das macht sich auch am Institut f\u00fcr Sinologie bemerkbar. SHAN m\u00f6chte Sie an dieser Stelle \u00fcber die aktuellen Ereignisse im Cluster informieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tZun\u00e4chst noch einmal das Cluster in K\u00fcrze: F\u00fcr einen Zeitraum von insgesamt f\u00fcnf Jahren steht eine Summe von knapp 40 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung. Grundidee des Clusters ist, dass Globalisierung und der damit einhergehende Austausch von Gedanken und Kulturgut schon seit Jahrhunderten stattfindet. Ziel des Clusters ist es, diese transkulturellen &#8222;Flows&#8220; zwischen und innerhalb von Europa und Asien zu erforschen. Vor allem soll dabei die k\u00fcnstliche Einteilung in nationale und thematisch getrennte Einzelwissenschaften aufgehoben werden. Beteiligt sind neben dem Zentrum f\u00fcr Ostasienwissenschaften das <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.uni-heidelberg.de\/fakultaeten\/philosophie\/zegk\/\" target=\"_blank\">ZEGK<\/a>, das <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.zaw.uni-hd.de\/\" target=\"_blank\">ZAW<\/a>, das <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.sai.uni-heidelberg.de\/\" target=\"_blank\">SAI<\/a>, der <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.ritualdynamik.de\/\" target=\"_blank\">Sonderforschungsbereich 619<\/a> sowie diverse andere Institute.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDerzeit steckt das Cluster in der etwas hektischen Phase der Bewerbungs- und Auswahlrunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie ersten Forschungsprojekte wurden bereits Ende 2007 eingereicht und die bewilligten Projekte k\u00f6nnen inzwischen auf der <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.vjc.uni-hd.de\/projects.htm\" target=\"_blank\">Webseite des Clusters<\/a> eingesehen werden. Die Frist f\u00fcr die zweite Runde an Projektantr\u00e4gen ist vor wenigen Tagen verstrichen, die n\u00e4chste soll am 15. November folgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tBis zum 1. Mai bewarben sich Graduierte auf die Doktorandenstipendien, die im Rahmen des Clusters vergeben werden sollen. F\u00fcr 2008 stehen 16 Stipendienpl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung; davon sind 8 Pl\u00e4tze f\u00fcr Doktoranden aus Asien vorgesehen. Im n\u00e4chsten Jahr wird es dann eine weitere Bewerbungsrunde geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIm April und Mai fanden im Senatssaal der Universit\u00e4t marathonartige Vorlesungsketten f\u00fcr die Auswahl der neuen Professuren statt. Insgesamt werden durch das Cluster f\u00fcnf Professuren geschaffen: in Intellectual History, Visual and Media Anthropology, Art History, Buddhist Studies und Cultural Economic History. Interessant f\u00fcr die Studierenden ist, dass die neuen Professoren auch eine Lehrverpflichtung haben werden, so dass sich in den n\u00e4chsten Jahren das Lehrangebot verbreitern wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tNeben den Professuren findet zur Zeit auch die Auswahl der Leiter f\u00fcr die Junior Research Groups statt, die in den vier Bereichen des Clusters &#8211; Regierungskunst und Verwaltung, \u00d6ffentlichkeit und Medien, Gesundheit und Umwelt sowie Geschichte und Kulturerbe \u2013 und au\u00dferdem im Bereich Translingual Concepts oder Transcultural Images forschen werden. Jede dieser Gruppen soll aus einem Postdoktoranden als Leiter sowie zwei bis drei Doktoranden bestehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tBereits im Kursangebot f\u00fcr das Sommersemester 2008 machen sich erste Ver\u00e4nderungen bemerkbar. Es gibt mehrere Seminare mit Bezug zum Cluster, so zum Beispiel das Hauptseminar &#8222;Alternative im Westen, Abschaffung im Osten: Gegenl\u00e4ufige Debatten zur Rolle der chinesischen Medizin in Asien und Europa 1900 \u2013 heute&#8220;, sowie eine vierzehnt\u00e4gig stattfindende Ringvorlesung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie Studenten sollen aber nicht nur passiv am Cluster teilhaben, sondern sich auch aktiv einbringen. So besteht zum Beispiel die M\u00f6glichkeit, anstatt des Pflichtpraktikums im Bachelor-Studiengang im Rahmen des Clusters bei der Organisation einer Konferenz, bei einem Antrag oder bei einem Forschungsprojekt mitzuwirken. Ebenfalls erm\u00f6glicht werden soll, anstatt eines Hauptseminars eine von einem Cluster-Mitglied betreute Hausarbeit zu einem Thema eigener Wahl zu schreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIn die n\u00e4chste Phase tritt das Cluster im kommenden Wintersemester: Im Oktober beginnen die Junior Research Groups mit ihrer Forschung, die ersten der neuen Professuren sollen bis dahin besetzt sein, in der Graduiertenschule werden die ersten Kurse stattfinden. Au\u00dferdem wird das Cluster dann nicht l\u00e4nger ohne festen Raum sein, denn das Karl-Jaspers-Center in der Vo\u00dfstra\u00dfe 2, das als Hauptsitz des Clusters dienen wird, soll Anfang Oktober eingeweiht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tMareike Ohlberg<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"3\" name=\"3\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Egon Erwin Kisch und sein Buch China geheim im Jahre 1933 <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tZu den im Mai 1933 in Deutschland verbrannten B\u00fcchern geh\u00f6rte auch das erst im Januar des gleichen Jahre erschienene Werk China geheim von Egon Erwin Kisch, sowie andere Werke dieses Autors. Kisch hatte im Fr\u00fchjahr 1932 China besucht, war im Herbst \u00fcber Moskau nach Deutschland zur\u00fcckgekehrt und hatte im Dezember das Manuskript fertig gestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDer am 29. April 1885 in Prag geborene Journalist geh\u00f6rte zwischen den beiden Weltkriegen zu den bekanntesten deutschsprachigen Autoren. In den zwanziger Jahren lebte er in Berlin und unternahm Reisen in viele L\u00e4nder, darunter die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion. Zu den bekanntesten seiner B\u00fccher geh\u00f6rten Der rasende Reporter (1924), Paradies Amerika (1930), Asien gr\u00fcndlich ver\u00e4ndert (1932) und Abenteuer in f\u00fcnf Kontinenten (1936). Kisch war erst der KP\u00d6, dann der KPD beigetreten, schrieb zahlreiche Artikel f\u00fcr linke Zeitungen und kannte viele linke Journalisten, K\u00fcnstler, Schriftsteller und Wissenschaftler, darunter auch Otto Heller, Willi M\u00fcnzenberg (http:\/\/sun.sino.uni-heidelberg.de\/alumni\/newsletter\/april07\/ kongress.htm) und Anna Seghers (http:\/\/sun.sino.uni-heidelberg.de\/alumni\/newsletter\/07-09\/ seghers.html). In Berlin lernte er auch den chinesischen Kommunisten Xie Weijin kennen, der dort f\u00fcr die Komintern arbeitete. Xie war an der Vorbereitung von Kischs Chinareise und Otto Hellers Sibirienreise beteiligt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tAnfang 1932 verliess Kisch Deutschland und fuhr mit der Transsibirischen Eisenbahn in die Mandschurei und dann weiter nach Shanghai. Dort traf er unter anderem die amerikanische Journalistin Agnes Smedley, die deutsche Agentin Ruth Werner und den Spion Richard Sorge. (http:\/\/sun.sino.uni-heidelberg.de\/alumni\/studierende\/rezensionen\/ werner-sonjas_rapport.html) Er besuchte au\u00dferdem Beijing und Nanjing (die damalige Hauptstadt der Republik China). Im Sp\u00e4tsommer 1932 kehrte er nach Moskau zur\u00fcck und fuhr von dort nach Berlin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tKisch hat das Buch China geheim in gro\u00dfer Eile geschrieben und dann sofort drucken lassen. Man sieht der Originalausgabe die Hektik an: sie wirkt sehr spartanisch, hat weder Vor- noch Nachwort, keine Illustrationen und keine Verlagswerbung. (Die weit verbreiteten DDR-Ausgaben des Buches hatten wenig \u00c4hnlichkeit mit dem Original.) W\u00e4re der Band nicht Ende 1932 fertig geworden, dann w\u00e4re er wohl in Deutschland gar nicht mehr erschienen. Die deutsche Ausgabe von China geheim wurde zwar Opfer der B\u00fccherverbrennung, aber in Moskau nachgedruckt; schon 1935 erschienen englische und franz\u00f6sische \u00dcbersetzungen und 1938 die chinesische Ausgabe Mimi de Zhongguo. Die chinesische Ausgabe hatte gro\u00dfen Einflu\u00df, da sie chinesischen Journalisten und Schriftstellern einen Reportagestil pr\u00e4sentierte, der dort vollkommen neu war. (Der \u00dcbersetzer Zhou Libo wurde in der Volksrepublik China selbst ein bekannter Schriftsteller.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tEgon Erwin Kisch wurde \u2013nach dem Reichstagsbrand \u2013 im Februar 1933 in Berlin verhaftet und in die Festung Spandau gebracht. Nach internationalen Protesten wurde er nach einigen Wochen freigelassen und ausgewiesen. Die folgenden zw\u00f6lf Jahre verbrachte er im Exil, vor allem in Frankreich, Spanien und in Mexiko. Kisch nahm mit seinem Bruder \u2013 dem Arzt Friedrich (Bedrich) Kisch \u2013 am Spanischen B\u00fcrgerkieg teil. Nach der Niederlage ging der Journalist nach Amerika, der Arzt jedoch \u2013 mit einigen anderen linken \u00c4rzten \u2013 nach China.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tNach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Egon Erwin Kisch in seine Heimatstadt Prag zur\u00fcck, starb dort jedoch schon am 31. M\u00e4rz 1948. Kischs B\u00fccher geh\u00f6rten in der DDR und der Tschechoslowakei jahrzehntelang zu den Bestsellern, sind allerdings in den letzten Jahren in Vergessenheit geraten. Zu Kischs sechzigstem Todestag fand im April in Prag ein Symposium statt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tLiteratur:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tEgon Erwin Kisch: <em>China geheim<\/em>, Berlin, 1932.<br \/> \t\tRuth Werner: <em>Sonjas Rapport<\/em>, Berlin, 1977.<br \/> \t\tArno Lustiger: <em>Schalom Libertad \u2013 Juden im spanischen B\u00fcrgerkrieg<\/em>, Frankfurt, 1989.<br \/> \t\tThomas Kampen: <em>Deutsche und \u00f6sterreichische Kommunisten im revolution\u00e4ren China, Jahrbuch f\u00fcr historische Kommunismusforschung<\/em>, 1997, 88-104.<br \/> \t\tThomas Kampen: <em>Xie Weijin und die Gebr\u00fcder Kisch, Das neue China<\/em>, Juni 2001, 27-28.<\/p>\n<p> \t\tDr. Thomas Kampen<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"4\" name=\"4\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Victor und Leontine Goldschmidt und die Urspr\u00fcnge der Heidelberger Sinologie <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVor 75 Jahren starb \u2013 am 8. Mai 1933 \u2013 der achtzigj\u00e4hrige Naturwissenschaftler Victor M. Goldschmidt in Salzburg. Der am 10. Februar 1853 in Mainz geborene Goldschmidt, hatte 1888 die aus Prag stammende Leontine Edle von Portheim (1863-1942) geheiratet und mit ihr in Heidelberg die Josefine und Eduard von Portheim-Stiftung f\u00fcr Wissenschaft und Kunst gegr\u00fcndet. Die Stiftung wurde nach Goldschmidt Mutter Josefine und Leontine von Portheims Vater Eduard benannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVictor Goldschmidt hatte an der Bergakademie Freiberg in Sachsen studiert, 1880 in Heidelberg promoviert und sich 1888 in Heidelberg habilitiert. Seine Forschungsschwerpunkte lagen im Bereich der Mineralogie und Kristallographie; die Goldschmidts interessierten sich jedoch f\u00fcr sehr viele Bereiche der Wissenschaft und Kunst.<\/p>\n<p> \t<strong>Die Asienreise<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t1894 reisten die Goldschmidts um die Welt und besuchten dabei \u2013 nach Nordamerika \u2013 auch Japan und China. Hier erwarben sie viele St\u00fccke f\u00fcr ihre ethnographische Sammlung. Seit dieser Zeit hatte das Ehepaar wohl eine besonderes Interesse an Ostasien. Sie besuchten au\u00dferdem Ceylon und Indien.<\/p>\n<p> \t<strong>Das Sinologische Institut<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tNach der Gr\u00fcndung der von Portheim-Stiftung 1919 wurde ein kleines Sinologisches Institut aufgebaut. Zum Leiter wurde Dr. Friedrich Ernst August Krause berufen, der in Berlin studiert und im Juli 1919 in Heidelberg seine Antrittsvorlesung gehalten hatte. (NL 07-07) Das Stadtbuch der Stadt Heidelberg von 1920 enth\u00e4lt f\u00fcr die Akademiestra\u00dfe 1 folgende Eintr\u00e4ge: Goldschmidt Viktor Dr., Geh. Hofrat, Prof. (Laboratorium). Sinolog. Institut (Dr. Friedr. E. A. Krause). Kurz darauf erwarb Goldschmidt auch das Nachbarhaus (Hauptstra\u00dfe 48).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie \u2013 sp\u00e4ter \u2013 ber\u00fchmteste Studentin Krauses Anna Seghers (urspr.: Netty Reiling) stammte wie Victor Goldschmidt aus Mainz. (NL 07-09) Ihre Mutter hatte Vorfahren aus der Familie Goldschmidt, es ist allerdings aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich, ob es eine direkte Verwandschaft gab. Es ist jedoch davon auszugehen, da\u00df Seghers einige Mainzer Goldschmidts kannte. Aus den bisher ver\u00f6ffentlichten Biographien ist erkennbar, da\u00df Victor Goldschmidt und Anna Seghers zur gleichen Zeit in dem Haus Akademiestr. 1 t\u00e4tig waren, es gibt aber keine Hinweise auf direkte Kontakte. Da Seghers in Kunstgeschichte promovierte, hatte sie sicher gro\u00dfes Interesse an Goldschmidts Kunstsammlungen, vermutlich interessierte sie sich weniger f\u00fcr seine mineralogischen Studien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAus dem k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Buch von Frank Engehausen geht hervor, da\u00df schon fr\u00fchzeitig an eine Erweiterung des Instituts gedacht wurde; so habe der Plan bestanden, das Sinologische Institut \u201ein ein Ostasiatisches zu erweitern. Jedoch mu\u00dfte dieser Plan mit R\u00fccksicht auf die zur Verf\u00fcgung stehenden Mittel und beim Fehlen einer zur Leitung geeigneten Pers\u00f6nlichkeit zun\u00e4chst fallen gelassen werden.\u201c (S. 47) 1923 hatte das Kultusministerium eine Verl\u00e4ngerung von Krauses Privatdozentenstipendium abgelehnt und mitgeteilt, da\u00df es unm\u00f6glich sei \u201edas Lehrgebiet der Sinologie an der Universit\u00e4t Heidelberg dauernd durch erhebliche Aufwendungen zu f\u00f6rdern\u201c (S. 31).<\/p>\n<p> \t<strong>Das Ende<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tFriedrich Krause verlie\u00df 1926 Heidelberg und ging nach G\u00f6ttingen; es wurde kein Nachfolger berufen und der Chinesischunterricht eingestellt. Victor Goldschmidt starb 1933 in \u00d6sterreich, seine Witwe Leontine beging 1942 Selbstmord, Krause starb im gleichen Jahr. Alle drei hatten offenbar keine Kinder und gerieten bald in Vergessenheit. Erst in den sechziger Jahren wurde die Heidelberger Sinologie wiederbelebt. (NL 07-12)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tLiteratur:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tClara Schlichtenberger: <em>Die Ordnung der Welt<\/em>, Frankfurt, 1998.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tRenate Marzolff: <em>Leontine und Victor Goldschmidt<\/em>, Heidelberg, 2007.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tFrank Engehausen: <em>Die Josefine und Eduard von Portheim-Stiftung f\u00fcr Wissenschaft und Kunst<\/em>, Heidelberg, 2008.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT 2. Vollversammlung Am 8. Mai fand die 2. Mitgliedervollversammlung von SHAN statt. Wichtigstes Thema war die Wahl des neuen Vorstands. 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