{"id":231,"date":"2008-06-01T12:00:00","date_gmt":"2008-06-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2008\/06\/01\/newsletter-juni-2008-nr-23\/"},"modified":"2026-05-20T18:37:14","modified_gmt":"2026-05-20T17:37:14","slug":"newsletter-juni-2008-nr-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2008\/06\/01\/newsletter-juni-2008-nr-23\/","title":{"rendered":"Newsletter Juni 2008 Nr. 23"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 id=\"anker_Rationalbetrachtetgibtes\" style=\"text-align: justify;\">\n\t&#8222;Rational betrachtet gibt es keinen Anlass so fundamental pessimistisch wie fr\u00fcher zu sein.&#8220;<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tProfessor Herrmann-Pillath ist \u00d6konom und Sinologe. Seit 2008 hat er eine Professur f\u00fcr Business Economics an der Frankfurt School of Finance &amp; Management inne. Mehrere chinesische Hochschulen wie die Zhejiang Universit\u00e4t, die Renmin Universit\u00e4t und die Nanjing Universit\u00e4t haben ihn auf Lebenszeit zum Gastprofessor ernannt. Seine internationalen Publikationen umfassen unterschiedliche Bereiche wie Evolutions\u00f6konomik, internationalen Handel und Handelspolitik, die Wirtschaft Chinas und der Russischen F\u00f6deration sowie den Transfer wirtschaftswissenschaftlicher Erkenntnisse in Transformationsl\u00e4nder. SHAN sprach mit ihm \u00fcber die Anwendbarkeit wirtschaftswissenschaftlicher Theorien auf China und die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Reichs der Mitte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#1\">&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Interview<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_SHAN-Bewerbungsworkshop\" style=\"text-align: justify;\">\n\tSHAN-Bewerbungsworkshop<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie perfekte Bewerbung gibt es nicht. Nichtsdestotrotz gibt es jede Menge Tipps und Tricks, um sich ihr anzun\u00e4hern. Und nat\u00fcrlich Fallen, Fehler und Fettn\u00e4pfchen, die man vermeiden kann. Unter dem Motto &#8222;Tipps und Tricks f\u00fcr eine erfolgreiche Bewerbung&#8220; veranstaltete SHAN am 24. Mai 2008 zum ersten Mal einen Bewerbungsworkshop.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#2\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Bericht<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_VonSichuannachDeutschlan\" style=\"text-align: justify;\">\n\tVon Sichuan nach Deutschland und Spanien: Xie Weijin (1900-1978)<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVor 30 Jahren starb der KP-Funktion\u00e4r Xie Weijin, der in den zwanziger Jahren in Deutschland gearbeitet und in den dreissiger Jahren am Spanischen B\u00fcrgerkrieg teilgenommen hatte. Sein &#8211; in Berlin geborener &#8211; Sohn Han Sen hat vor wenigen Jahren die Autobiographie Ein Chinese mit dem Kontrabass ver\u00f6ffentlicht und damit an die Aktivit\u00e4ten chinesischer Studenten in Europa erinnert; in den letzten beiden Jahrzehnten sind auch zahlreiche chinesische Artikel \u00fcber Xie Weijin und andere Chinesen im Spanischen B\u00fcrgerkrieg erschienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#3\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Artikel<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_DianMo-ZeitungLeipzigerS\" style=\"text-align: justify;\">\n\tDianMo &#8211; Zeitung Leipziger Sinologie-Studenten<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDianMo wurde im M\u00e4rz 2008 von Studenten der Leipziger Sinologie gegr\u00fcndet. Der Name leitet sich von einem Chengyu ab &#8211; &#8222;keinen Tropfen Tusche in der Brust haben&#8220;, was &#8222;v\u00f6llig ungebildet sein&#8220; bedeutet. Die Zeitung will sich &#8222;mit dem chinesischen Kulturraum in all seinen Facetten auseinandersetzen&#8220; und soll zwei Mal im Semester erscheinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#4\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Tipp<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Veranstaltungskalender\" style=\"text-align: justify;\">\n\tVeranstaltungskalender<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tRingvorlesung im Rahmen der Exzellenzinitiative: &#8222;Transculturality &#8211; Theories and Explorations&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t01.07.08, 19 Uhr, DAI, Sophienstrasse 12, Heidelberg: Prof. Monica Juneja (Atlanta). &#8222;Worshipping Siva in the museum. Alterity and the challenges of writing art history in a transcultural frame&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t08.07.08, 19 Uhr, DAI, Sophienstrasse 12, Heidelberg: Prof. Gayatri Spivak (New York). &#8222;Varieties of Transculture&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t15.07.08, 19 Uhr, DAI, Sophienstrasse 12, Heidelberg: Prof. Dipesh Chakrabarty (Chicago). &#8222;History and the Idea of the Public Sphere in India.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tBuchvorstellung: &#8222;Kulturrevolution als Vorbild? Maoismen im deutschsprachigen Raum&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t27.06.08, 18 Uhr, Institut f\u00fcr Sinologie, Akademiestra\u00dfe 4-8, Raum 201, Heidelberg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVortragsreihe: Tina Chen (University of Manitoba)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t02.07.08, 12-14 Uhr: &#8222;Cultures of Militarism and Female Fashion in Mao&#8217;s China: Rethinking the Body Politics of Socialism&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t04.07.08, 18-20 Uhr: &#8222;Cashless Economies, Modernity, and Chinese Futures: Thoughts on Cultural Representations of the Disappearance of Paper Money in Socialist and Neoliberal China&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t08.07.08, 16-18 Uhr: &#8222;Socialist Modernity, Transnational Cinematic Practices, and Traveling Film Technologies: Soviet Film and the Chinese Film Industry in Maoist China&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie Vortr\u00e4ge finden jeweils in Raum 201 des Instituts f\u00fcr Sinologie, Akademistra\u00dfe 4-8, Heidelberg statt.<\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"1\" name=\"1\"><span id=\"parent-fieldname-title\">&#8222;Rational betrachtet gibt es keinen Anlass so fundamental pessimistisch wie fr\u00fcher zu sein.&#8220; <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tProfessor Herrmann-Pillath ist \u00d6konom und Sinologe. Seit 2008 hat er eine Professur f\u00fcr Business Economics an der Frankfurt School of Finance &amp; Management inne. Mehrere chinesische Hochschulen wie die Zhejiang Universit\u00e4t, die Renmin Universit\u00e4t und die Nanjing Universit\u00e4t haben ihn auf Lebenszeit zum Gastprofessor ernannt. Seine internationalen Publikationen umfassen unterschiedliche Bereiche wie Evolutions\u00f6konomik, internationalen Handel und Handelspolitik, die Wirtschaft Chinas und der Russischen F\u00f6deration sowie den Transfer wirtschaftswissenschaftlicher Erkenntnisse in Transformationsl\u00e4nder. SHAN sprach mit ihm \u00fcber die Anwendbarkeit wirtschaftswissenschaftlicher Theorien auf China und die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Reichs der Mitte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>SHAN: Sie haben zu einer Zeit studiert, in der Sinologie noch ein sehr kleines Fach war und in der noch nicht vorauszusehen war, dass China wirtschaftlich und politisch eine so relevante Rolle spielen w\u00fcrde, wie es das heute tut. Woher r\u00fchrte ihr Interesse an China, was bewog Sie zu einem Sinologiestudium?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tHerrmann-Pillath: Da haben Sie v\u00f6llig Recht. Damals im Jahr 1977 war es wirklich sehr au\u00dfergew\u00f6hnlich so etwas zu studieren. China war ja noch voll kommunistisch und die ersten \u00c4nderungstendenzen hat man hier noch nicht gesehen. Ich habe mich bereits in der Schule, mit 14, 15 Jahren daf\u00fcr interessiert und damit begonnen, selbst etwas Chinesisch zu lernen. Als ich mit dem Studium begann, haben mir alle davon abgeraten. Um auch etwas zu studieren, mit dem man sein Brot verdienen kann, habe ich dazu noch Volkswirtschaftslehre belegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Sie sind nicht nur ausgebildeter Sinologe, sondern auch Professor f\u00fcr Wirtschaft. Haben westliche \u00f6konomische Modelle angesichts der kulturellen und systemischen Besonderheiten Chinas \u00fcberhaupt Aussagekraft, und welche Zuverl\u00e4ssigkeit besitzen sie?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tWirtschaftswissenschaftliche Theorien besitzen entgegen der allgemeinen Annahme Schnittstellen, an denen historische und kulturelle Dinge miteinbezogen werden k\u00f6nnen \u2013 diese M\u00f6glichkeiten werden nur nicht genutzt. Orthodoxe Wirtschaftswissenschaftler wollten kulturelle Faktoren nicht anerkennen. Das hat sich in den letzten Jahren zum Gl\u00fcck ge\u00e4ndert, dennoch treffen viele \u00f6konomische Modelle nicht immer zu, das sehen wir beispielsweise an der Asienkrise in den neunziger Jahren. Zu oft wird versucht, ein generalisiertes Modell anwenden zu wollen. Wirtschaftswissenschaftliche Theorien sind eben sehr abstrakt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Heute gibt es viele Studieng\u00e4nge, die Wirtschaftswissenschaft und Chinakompetenz miteinander kombinieren, es gibt auch die Moderne Sinologie. W\u00fcrden Sie heute dennoch wieder Klassische Sinologie studieren wollen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tNein, f\u00fcr die Karriere machen die heutigen kombinierten Studieng\u00e4nge mit Wirtschaft mehr Sinn \u2013 es sei denn, man interessiert sich wirklich f\u00fcr die klassischen Dinge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Der Sinologie wird manchmal vorgeworfen, sie sei methodenresistent. Aus Sicht vieler Sinologen sind dagegen die Sozialwissenschaften wie etwa Politik- und Wirtschaftswissenschaften ignorant gegen\u00fcber den besonderen kulturellen, historischen und ideengeschichtlichen Eigenschaften asiatischer Gesellschaften. Inwiefern sind diese Vorw\u00fcrfe berechtigt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDiese Vorw\u00fcrfe kenne ich gut, weil sie mir auch begegnet sind. Dazu kann ich nur sagen, dass es sehr w\u00fcnschenswert w\u00e4re, beide Sichtweisen zu akzeptieren.Die These einer besonderen China-Wirtschaftswissenschaft w\u00fcrde ich nicht f\u00fcr sinnvoll halten. Vielmehr m\u00fcssen sich die Disziplinen einander \u00f6ffnen. Vor allen Dingen sollten \u00d6konomen nicht versuchen, sich als K\u00f6nigsdisziplin darzustellen. Es gibt viele Dinge, die in Daten nicht erfasst werden, auch wenn man versucht, die Datenerhebung zu verbessern. Die \u00d6konomen sehen ihre Probleme nur in Bereichen f\u00fcr die sie Daten haben, das ist methodisch ganz gef\u00e4hrlich. Meiner Meinung nach m\u00fcsste man den Schritt machen, auch andere Fakten als Daten anzuerkennen, wie die der Geisteswissenschaften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>In den letzten Monaten wurden erneut \u00c4ngste vor einer Rezession in Asien und auch China laut, gerade vor einigen Tagen st\u00fcrzte die B\u00f6rse in Shanghai um 8 Prozentpunkte ab. Wie berechtigt sind solche \u00c4ngste? Wird sich das Wirtschaftswachstum Chinas weiterhin auf hohem Niveau fortsetzen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie B\u00f6rse in China ist quantitativ gesehen noch sehr klein, zudem ist sie global kaum vernetzt. Das ist auch eine Frage der Wahrnehmung, denn in Wirklichkeit hat in China derzeit solch ein Kursrutsch kaum Auswirkungen auf die reale Entwicklung. Dennoch sollte man nie Prognosen machen, da sich vieles auch ganz anders entwickeln kann. Ausgehend von den etablierten Theorien hat man, speziell um die Zeit um das Jahr 1990, immer gedacht, es dauere noch zwei oder drei Jahre bis alles kollabiert. Das war eine weit verbreitete Meinung, die allerdings nicht so eingetreten ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tMittlerweile sehe ich die Entwicklung sehr optimistisch, denn es gibt Gr\u00fcnde, die daf\u00fcr sprechen: In den n\u00e4chsten 10 Jahren wird China seine Infrastruktur verst\u00e4rkt ausbauen. Au\u00dferdem wird massiv in die Ausbildung investiert. Wenn man diese Dinge zusammen nimmt, wird verst\u00e4ndlich, warum viele Experten sagen, dass in den n\u00e4chsten 2 Jahrzehnten ein Wirtschaftswachstum von 8 bis 10 Prozent durchhaltbar sein wird. Diese Prognosen k\u00f6nnen zwar falsch sein, aber rational betrachtet gibt es keinen Anlass so fundamental pessimistisch wie fr\u00fcher zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Trotz dieser Entwicklung ist die Angste gro\u00df, dass Chinas Wirtschaft in die Br\u00fcche gehen k\u00f6nnte, schlie\u00dflich gibt es auch viele Probleme in China. Inwieweit ist die Berichterstattung hier verzerrt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tViele Journalisten machen eine gute Arbeit, dennoch werden sie durch ihren Beruf dazu gezwungen, \u00fcber Dinge zu berichten, die auff\u00e4llig sind. Sie berichten sozusagen nicht \u00fcber das Durchschnittliche, sondern eher \u00fcber Negatives, oder Exotisches, das die Menschen bewegt und anspricht. Dadurch kann Polarisierung entstehen, die eigentlich nicht n\u00f6tig ist.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Welche Bedeutung hat die Produktpiraterie und wie sehen Sie hierbei die Entwicklungen f\u00fcr die Zukunft?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDurch die verbesserte Ausbildung wird China immer kreativer und innovativer. F\u00fcr den Volkswirt ist nur wirklich wichtig zu sehen, das China in dieser Hinsicht auf aktuellem Stand ist. Betr\u00fcgerische Aktionen m\u00fcssen wir hinnehmen, aber auch dagegen vorgehen. Es darf einem aber nicht den Blick versperren, denn auch in anderen Bereichen gibt es eine ungeheurere Dynamik. So sehen das auch die Firmen, die ihre Forschung und Entwicklung nach China transferieren und keine Sorgen haben, dass irgendetwas gestohlen wird, wobei wir wieder beim Thema Presse w\u00e4ren: Betont man einen Aspekt aufgrund dieser verzerrten Wahrnehmung, \u00fcbersieht man, was eigentlich viel wichtiger ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Als wie stark sch\u00e4tzen Sie die Auswirkungen des tragischen Erdbebens in Sichuan auf die wirtschaftliche Entwicklung Chinas ein?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDas Erdbeben k\u00f6nnte insgesamt positive Auswirkungen auf die Wirtschaft haben, da der Aufbau die Wirtschaft belebt, auch wenn das jetzt ungeheuer zynisch klingt. Sichuans wirtschaftliche Schwerpunkte, n\u00e4mlich Bildung und Tourismus, m\u00fcssen jetzt wieder aufgebaut und belebt werden. Ich denke, dass sich da ganz viele Unternehmer Gedanken machen werden. Es w\u00e4re gut, wenn jetzt nach der Hilfe auch die internationale Zusammenarbeit mit bedacht w\u00fcrde und man vielleicht das ein oder andere Kooperationsprojekt, das man woanders hat, auch in Sichuan machen k\u00f6nnte, wie zum Beispiel im Bildungsbereich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>China sollte Deutschland 2008 als Exportweltmeister \u00fcberholen, nun scheint das nicht mehr sicher. Wann wird das kommen und ist dies f\u00fcr uns \u00fcberhaupt \u00f6konomisch relevant?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIch muss sagen, dass solche Hitlisten und Weltmeisterlisten f\u00fcr einen \u00d6konomen v\u00f6llig uninteressant sind. Man muss genau hinschauen, inwieweit diese Weltmeisterrolle \u00fcberhaupt w\u00fcnschenswert ist. So kann Deutschland beispielsweise die Solarenergie hochgradig staatlich subventionieren und dann Exportweltmeister in dieser Branche werden, aber f\u00fcr einen Volkswirt ist das nicht unbedingt w\u00fcnschenswert. Wirklich wichtig ist die Strukturdynamik und das, was dahinter steckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDas Interview f\u00fchrten Christel Kemnitz und Benjamin Kemmler.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"2\" name=\"2\"><span id=\"parent-fieldname-title\">SHAN-Bewerbungsworkshop am 24.05.2008 <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie perfekte Bewerbung gibt es nicht. Nichtsdestotrotz gibt es jede Menge Tipps und Tricks, um sich ihr anzun\u00e4hern. Und nat\u00fcrlich Fallen, Fehler und Fettn\u00e4pfchen, die man vermeiden kann. Unter dem Motto &#8222;Tipps und Tricks f\u00fcr eine erfolgreiche Bewerbung&#8220; veranstaltete SHAN am 24. Mai 2008 von 9 bis 17 Uhr zum ersten Mal einen Bewerbungsworkshop.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIn mehreren Bl\u00f6cken stellten die Referentinnen Ulrike Rott (Senior Market Managerin bei der Telekom) und Ulrike Steinbrenner (ehemalige Personalreferentin) der buntgemischten Gruppe Schritt f\u00fcr Schritt den Weg zu einer erfolgreichen Bewerbung vor. Thematisiert wurden unter anderem Strategien einer Selbstanalyse, wichtige Jobb\u00f6rsen, Do\u2019s und Dont\u2019s im Bewerbungsschreiben und alles rund ums Bewerbungsgespr\u00e4ch \u2013 vom Dresscode bis hin zu unangenehmen und unerlaubten Fragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tTeile des Materials wurden in Gruppen erarbeitet und danach im Plenum vorgestellt und diskutiert. Im Anschluss an den Workshop nutzten mehrere der Bewerber noch die M\u00f6glichkeit, ihre eigene Bewerbungsmappe mit den Referentinnen durchzugehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tFazit: Der Workshop hat sich gelohnt und wir sind der perfekten Bewerbung ein ganzes St\u00fcckchen n\u00e4her gekommen.<\/p>\n<p> \tMareike Ohlberg<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"3\" name=\"3\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Von Sichuan nach Deutschland und Spanien: Xie Weijin (1900-1978) <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVor 30 Jahren starb der KP-Funktion\u00e4r Xie Weijin, der in den zwanziger Jahren in Deutschland gearbeitet und in den dreissiger Jahren am Spanischen B\u00fcrgerkrieg teilgenommen hatte. Sein \u2013 in Berlin geborener \u2013 Sohn Han Sen hat vor wenigen Jahren die Autobiographie Ein Chinese mit dem Kontrabass ver\u00f6ffentlicht und damit an die Aktivit\u00e4ten chinesischer Studenten in Europa erinnert; in den letzten beiden Jahrzehnten sind auch zahlreiche chinesische Artikel \u00fcber Xie Weijin und andere Chinesen im Spanischen B\u00fcrgerkrieg erschienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tXie Weijin stammte wie Ba Jin, Chen Yi, Deng Xiaoping, Hu Lanqi, Wang Guangqi, Zhu De und viele andere Auslandsstudenten der zwanziger Jahre aus der Provinz Sichuan. Sein zweiter Name, den er sp\u00e4ter auch in Deutschland benutzte, war Xie Yongchang, in westlichen Dokumenten taucht er oft abgek\u00fcrzt als Y.S. Hsieh auf; in Spanien hiess er Ling Ching-siu. Sein Vater, der aus einer verarmten Gro\u00dfgrundbesitzerfamilie stammte, arbeitete als Photograph, Uhrmacher und Lehrer; er war 1911 an den Protestaktionen gegen die Mandschudynastie beteiligt gewesen, die zur Gr\u00fcndung der Republik China f\u00fchrten. 1916 ging Xie Weijin nach Shanghai, um eine Mittelschule zu besuchen. Er interessierte sich schon fr\u00fch f\u00fcr Fremdsprachen und internationale Politik und verfolgte aufmerksam die Nachrichten von der russischen Revolution. 1919 beteiligte er sich an den Demonstrationen der &#8222;4. Mai Bewegung&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<em>Studium<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIm Herbst 1919 reiste Xie Weijin zusammen mit \u00fcber hundert anderen Studenten von Shanghai nach Frankreich. Aufgrund seiner guten Englischkenntnisse beschloss er jedoch nach England weiter zu reisen. Von 1920 bis 1923 besuchte er eine nordenglische Milit\u00e4rschule. Er interessierte sich besonders f\u00fcr die englische Arbeiterbewegung und besuchte einige Bergwerke in Yorkshire. Ab Fr\u00fchjahr 1923 studierte Xie Weijin an der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen Mathematik, sp\u00e4ter auch Politik und Recht. Dort gab es eine kleine Gruppe chinesischer Kommunisten, darunter der sp\u00e4tere Armeef\u00fchrer Zhu De. 1925 trat Xie dem Kommunistischen Jugendverband, 1926 der KP bei. Im gleichen Jahr wurde er \u2013 der chinesischen Einheitsfrontpolitik folgend \u2013 au\u00dferdem Mitglied der Kuomintang (KMT). Aus dieser Zeit stammt ein Photo von Xie mit dem KPD-Chef Th\u00e4lmann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIm Februar 1927 nahm Xie \u2013 mit Liao Huanxing \u2013 in Br\u00fcssel am internationalen Kongre\u00df gegen koloniale Unterdr\u00fcckung und Imperialismus teil. Im Protokoll wurde der Delegierte Y.S. Hsieh als Vertreter der Kuomintang bezeichnet \u2013 die KP-Mitgliedschaft blieb unerw\u00e4hnt. W\u00e4hrend Liao Huanxing ein \u00fcberzeugter Vertreter der &#8222;rechten&#8220; Einheitsfrontpolitik war und deswegen nach der Radikalisierung der Kominternpolitik 1928 abgesetzt wurde, geh\u00f6rte Xie wohl schon fr\u00fch zu den &#8222;Linken&#8220; und profitierte von dem Richtungswechsel. Von 1928 bis 1933 arbeitete Xie in Berlin f\u00fcr verschiedene Kominterninstitutionen und Zeitschriften, darunter Inprekorr, die Internationale Pressekorrespondenz.<br \/> \tPropagandaarbeit<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIn Berlin lernte Xie Weijin auch Egon Erwin Kisch (1885-1948) und Otto Heller (1897-1945) kennen \u2013 beide tschechische Kommunisten, die in Deutschland wohnten und mit dem KPD-Reichstagsabgeordneten und Medienunternehmer Willi M\u00fcnzenberg (1889-1940) zusammenarbeiteten. Als 1931-32 der chinesisch-japanische Konflikt eskalierte und die sowjetische F\u00fchrung einen japanischen Angriff auf die Sowjetunion bef\u00fcrchtete, wurde eine internationale anti-japanische Pressekampagne gestartet. Xie berichtete sp\u00e4ter, da\u00df in dieser Situation im Fr\u00fchjahr 1932 Heller nach Nordostchina und Kisch nach Shanghai geschickt wurden. Im Mai 1932 traf Kisch in Shanghai unter anderem Agnes Smedley, die mit der Komintern und der Internationalen Arbeiterhilfe zusammenarbeitete, sowie Richard Sorge und Ruth Werner, die f\u00fcr einen sowjetischen Spionagering t\u00e4tig waren. Am Ende des gleichen Jahres ver\u00f6ffentlichten verschiedene Verlage des M\u00fcnzenbergkonzerns Hellers Buch Wladiwostok und Kischs China geheim. 1933 flohen Kisch, Heller, M\u00fcnzenberg und Xie Weijin aus Deutschland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<em>B\u00fcrgerkrieg<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIn den folgenden drei Jahren setzte Xie Weijin seine T\u00e4tigkeit f\u00fcr die Komintern in \u00d6sterreich und in der Schweiz fort. Er lernte die rum\u00e4nische \u00c4rztin Anna Kapeller kennen. 1936 gingen beide nach Spanien, um am B\u00fcrgerkrieg teilzunehmen. Dort trafen bald auch Egon Erwin Kisch und dessen j\u00fcngerer Bruder, der Arzt Bedrich Kisch (1894-1968, ein. Nach der Niederlage in Spanien gingen Bedrich Kisch und zahlreiche andere linke \u00c4rzte nach China. Der bekannteste war Norman Bethune, der nach seinen fr\u00fchen Tod (1939) weltber\u00fchmt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<em>Heimkehr<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tXie Weijin kehrte 1940 \u2013 nach mehr als zwanzigj\u00e4hriger Abwesenheit \u2013 nach China zur\u00fcck. Er reiste mit seiner Frau und einigen \u00c4rzten auf dem Seeweg \u00fcber Indien nach Hanoi und von dort \u00fcber Land nach Chongqing. Aufgrund seiner Fremdsprachenkenntnisse und der Tatsache, da\u00df er in China nicht als Kommunist bekannt war, konnte er in der damaligen KMT-Hauptstadt Chongqing unauff\u00e4llig f\u00fcr die KP arbeiten und traf zahlreiche Ausl\u00e4nder; Xie unterhielt gleichzeitig geheime Kontakte zum dortigen KP-Vertreter Zhou Enlai, den er schon aus Deutschland kannte. Seine Frau Anna er\u00f6ffnete in Chongqing eine Praxis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tNach der Gr\u00fcndung der Volksrepublik arbeitete Xie zeitweilig als Politkommissar bei der Luftwaffe und hatte den Rang eines stellvertretenden Ministers. Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands soll er schon 1965 pensioniert worden sein und starb 1978.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tXie Weijins Leben und Parteilaufbahn ist in vieler Hinsicht ungew\u00f6hnlich; kaum ein anderer chinesischer Kommunist war so lange ununterbrochen im Ausland. Im Gegensatz zu anderen Parteifunktion\u00e4ren war er jedoch nie l\u00e4nger in der Sowjetunion. Da er erst in Europa Parteimitglied geworden war, hatte er aber auch nie eine f\u00fchrende Position in der KP-Hierarchie, was einen weiteren Aufstieg erschwerte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie wichtigste biographische Quelle ist sein schon 1953 verfa\u00dfter Lebenslauf, daher gibt es \u00fcber das letzte Vierteljahrhundert seines Lebens kaum Informationen. Xie Weijins Name taucht in den g\u00e4ngigen Nachschlagewerken nicht auf. Im Zusammenhang mit der Erforschung der fr\u00fchen europ\u00e4ischen Aktivit\u00e4ten von Deng Xiaoping, Zhou Enlai und Zhu De wurde Xie Weijin schlie\u00dflich in den achtziger Jahren &#8222;wiederentdeckt&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tOtto Heller: <em>Das Geheimnis der Mandschurei<\/em>, Berlin, 1932.<br \/> \tOtto Heller: <em>Wladiwostok!<\/em>, Berlin 1932.<br \/> \tEgon Erwin Kisch: <em>China geheim<\/em>, Berlin, 1932.<br \/> \tArno Lustiger: <em>Schalom Libertad \u2013 Juden im spanischen B\u00fcrgerkrieg<\/em>, Frankfurt, 1989.<br \/> \tThomas Kampen: <em>Deutsche und \u00f6sterreichische Kommunisten im revolution\u00e4ren China<\/em>, Jahrbuch f\u00fcr historische Kommunismusforschung, 1997, S. 88-104.<br \/> \tHan Sen: <em>Ein Chinese mit dem Kontrabass<\/em>, M\u00fcnchen, 2001.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"4\" name=\"4\"><span id=\"parent-fieldname-title\">DianMo \u2013 Zeitung Leipziger Sinologie-Studenten <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDianMo wurde im M\u00e4rz 2008 von Studenten der Leipziger Sinologie gegr\u00fcndet. Der Name leitet sich von dem Chengyu \u80f8\u7121\u9ede\u58a8 xiong wu dian mo ab \u2013 &#8222;keinen Tropfen Tusche in der Brust haben&#8220;, was &#8222;v\u00f6llig ungebildet sein&#8220; bedeutet. Die Zeitung will sich &#8222;mit dem chinesischen Kulturraum in all seinen Facetten auseinandersetzen&#8220; und soll zwei Mal im Semester erscheinen. Publiziert werden sowohl Beitr\u00e4ge von Wissenschaftlern als auch von Studenten und Ehemaligen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie erste Ausgabe der Zeitung vom April 2008 h\u00e4lt auf gut 20 Seiten, was sie verspricht: Wissenschaftliche Artikel, Rezensionen, Hintergrundwissen \u00fcber China und die chinesische Sprache sowie pers\u00f6nliche Anekdoten \u2013 alles ist mit dabei. Sie beginnt mit einem Vergleich deutscher und chinesischer Witze, danach folgen Erlebnisberichte \u00fcber Reisen, Praktika und Werdeg\u00e4nge, ein Interview zu zu aktuellen Entwicklungen in China im Vorfeld der Olympischen Spiele, Vorstellung neuer und Verabschiedung alter Institutsmitglieder, aktuelle Veranstaltungen mit Chinabezug und nat\u00fcrlich allerlei zur chinesischen Kultur: vom Schattentheater, Chengyu und dem Drachenbootfest bis hin zu angesagten chinesischen Rockbands. Auch das ansprechende Layout vermag zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tNicht jeder Artikel ist f\u00fcr Nicht-Leipziger Sinologen relevant, aber f\u00fcr jeden ist etwas Interessantes dabei und wir k\u00f6nnen uns auf die n\u00e4chste Ausgabe freuen, die noch im Juni erscheinen soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT &#8222;Rational betrachtet gibt es keinen Anlass so fundamental pessimistisch wie fr\u00fcher zu sein.&#8220; Professor Herrmann-Pillath ist \u00d6konom und Sinologe. 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