{"id":243,"date":"2008-03-01T12:00:00","date_gmt":"2008-03-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2008\/01\/01\/newsletter-maerz-2008-nr-20\/"},"modified":"2026-05-20T18:37:19","modified_gmt":"2026-05-20T17:37:19","slug":"newsletter-maerz-2008-nr-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2008\/03\/01\/newsletter-maerz-2008-nr-20\/","title":{"rendered":"Newsletter M\u00e4rz 2008 Nr. 20"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"1\" name=\"1\">10 000 Euro f\u00fcr das Schulteam<\/a><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tErneut konnte SHAN einen gro\u00dfen Erfolg feiern: Die Bosch-Stiftung f\u00f6rdert das Schulteam mit 10 000 Euro! Es steht also weiter Geld f\u00fcr die Fortf\u00fchrung der China-AGs, die Bereitstellung des Lehrmaterials im Internet und die Weiterbildung der Teammitglieder zur Verf\u00fcgung. Herzlichen Dank an Teamleiterin Lena Henningsen und an Frau Mittler f\u00fcr ihre tatkr\u00e4ftige Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_WirtschaftlicheQualifika\">\n\t\u201eWirtschaftliche Qualifikationen sind immer n\u00fctzlich.&#8220;<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDaniela Dietz, die 2004 in Heidelberg ihren Abschluss in Sinologie II mit den Nebenf\u00e4chern VWL und Philosphie gemacht hat, arbeitete zun\u00e4chst als Redakteurin der Wirtschaftszeitschrift Asia Bridge. Nebenher machte sie per Fernstudium ein Diplom in BWL. Heute ist sie Referentin beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Patrick Hess, der sein Studium in Sinologie I und II sowie VWL vor 12 Jahren beendete, nahm nach dem Studium an einem Traineeprogramm der Deutschen Bank teil, wo er anschlie\u00dfend auch arbeitete. Seit f\u00fcnf Jahren ist er bei der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) im Bereich Zahlungsverkehr und Wertpapierabwicklung t\u00e4tig. Im Rahmen des von SHAN veranstalteten Berufsworkshops sprachen sie \u00fcber ihre Erfahrungen im Berufsleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#2\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Interview<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_AlsSinologemitGoethedurc\">\n\tAls Sinologe mit Goethe durch die Welt<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tJens R\u00f6sler, der in Heidelberg 2004 sein Studium in Sinologie, Germanistik und Romanistik abgeschlossen hat und heute f\u00fcr das Goethe-Institut in Shanghai arbeitet, berichtet \u00fcber seinen Schritt vom Studium ins Arbeitsleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#3\">&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_DerQuereinsteigervonRain\">\n\t&#8222;Der Quereinsteiger&#8220; von Rainer Kloubert<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDem durchschnittlichen Sinologen huscht immer ein L\u00e4cheln \u00fcber das Gesicht, wenn er an Expatriates in China und seine Begegnungen mit ihnen denkt. Wer seine Vorurteile schon immer best\u00e4tigt sehen wollte, dem sei &#8222;Der Quereinsteiger&#8220; von Rainer Kloubert empfohlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#4\">&gt;&gt; zur vollst\u00e4ndigen Rezension<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_Veranstaltungskalender\">\n\tVeranstaltungskalender<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAusstellung: Urspr\u00fcnge der Seidenstra\u00dfe<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t09.02.08 &#8211; 01.06.08, Museum Weltkulturen D5, Mannheim: Viele d\u00fcrften die Ausstellung bereits gesehen haben, aber noch einmal zur Erinnerung: Erstmalig au\u00dferhalb Chinas werden sensationelle arch\u00e4ologische Neufunde aus der chinesischen autonomen Region Xinjiang pr\u00e4sentiert. Am 21., 24., und 30. M\u00e4rz F\u00fchrung um 16:30 Uhr, am 26. M\u00e4rz um 14:30 Uhr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tKino: Wong Kar-wai<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t20. &#8211; 31.03.08, Karlstorkino, Heidelberg: Themenschwerpunkt Wong Kar-wai im Karlstorkino. Gezeigt werden seine Filme &#8222;Chungking Express&#8220;, &#8222;Fallen Angels&#8220;, &#8222;Happy Together&#8220;, &#8222;In the Mood for Love&#8220;, &#8222;2046&#8220; und &#8222;My Blueberry Nights&#8220;. Die Termine finden Sie hier<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVortrag: Buddha und Christus<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t31.03.08, \u00d6kumenisches Bildungszentrum Sanctclara, Mannheim 19 Uhr: Vortrag \u00fcber zwei Weltreligionen zwischen Konfrontation und Dialog.<\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"2\" name=\"2\"><span id=\"parent-fieldname-title\">\u201eWirtschaftliche Qualifikationen sind immer n\u00fctzlich.&#8220; <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDaniela Dietz, die 2004 in Heidelberg ihren Abschluss in Sinologie II und Philosphie gemacht hat, arbeitete zun\u00e4chst als Redakteurin einer Wirtschaftszeitschrift. Nebenher machte sie ein Diplom in BWL. Heute ist sie Referenten f\u00fcr den Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Patrick Hess, der sein Studium in Sinologie I und II sowie VWL vor 12 Jahren beendete, nahm nach dem Studium an einem Traineeprogramm der Deutschen Bank teil, wo er anschlie\u00dfend auch arbeitete. Seit vier Jahren ist er nun bei der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) im Bereich Zahlungsverkehr t\u00e4tig. Im Rahmen des von SHAN veranstalteten Berufsworkshops sprachen sie \u00fcber ihre Erfahrungen im Berufsleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>SHAN: Wie ist es f\u00fcr Sie, wieder nach Heidelberg zur\u00fcck zu kommen &#8211; f\u00fchlen Sie sich der Universit\u00e4t noch verbunden?&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Patrick Hess:<\/em> Bei mir ist das Studium positiv konnotiert. Trotz gelegentlicher Durststrecken war ich insgesamt mit Begeisterung dabei, und ich f\u00fchle mich dem Sinologischen Institut auch noch verbunden. Deshalb ist es auch ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl, jetzt hier \u00fcber meine Erfahrungen nach dem Studium zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Daniela Dietz:<\/em> Meine Verbundenheit mit der Universit\u00e4t ist eher gering, da mich der wissenschaftliche Anspruch der Sinologie Heidelberg sehr belastet hat. Ich habe mir im Studium viel M\u00fche gegeben, diesem Anspruch gerecht zu werden, und teilweise hat es auch funktioniert. Aber wenn ich heute hierher komme schwingt immer noch der Gedanke mit: \u201eIch war nicht gut genug.\u201c Allerdings kann ich mittlerweile ganz gut damit leben, die Wissenschaft war ja auch gar nicht mein Ziel.<\/p>\n<p> \t\t<strong>SHAN: W\u00fcrden Sie etwas am Studiengang \u00e4ndern wollen?&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Daniela Dietz:<\/em> Ich wei\u00df nicht, ob man den Studiengang wirklich anders gestalten kann. Die Universit\u00e4t hat einen wissenschaftlichen Anspruch, und das ist richtig so. Allerdings gibt es Institute, die kritische Themen praxisnah behandeln und Sinologie so lebendiger gestalten. Hier gibt es in Heidelberg sicher noch Verbesserungsm\u00f6glichkeiten. Au\u00dferdem sollte bei den Abschlusspr\u00fcfungen zwar wichtig sein, dass die wissenschaftlichen Instrumente beherrscht werden, aber dies sollte nicht das A und O darstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Patrick Hess:<\/em> Diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Zwar hatte ich auch mit einer wissenschaftlichen Laufbahn gelieb\u00e4ugelt, aber dennoch habe ich empfunden, dass der Fokus zu sehr auf der wissenschaftlichen Ausbildung liegt. So finde ich es auch ein wenig desillusionierend zu h\u00f6ren, dass sich in diesem Bereich wohl wenig ge\u00e4ndert hat, auch wenn der Bachelor sicher in diese Richtung gehen soll. Angesichts der geringen Zahl derjenigen Studierenden, die in der Wissenschaft unterkommen k\u00f6nnen, sind die Professoren in der Pflicht, st\u00e4rker auf andere Berufsm\u00f6glichkeiten zu achten und diese Anforderungen dann auch zu integrieren.<\/p>\n<p> \t\t<strong>SHAN. Sie sind beide in der Wirtschaft t\u00e4tig. Sehen Sie den Bachelor positiv?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Patrick Hess:<\/em> Ich denke, dass die Wirtschaft die mit dem Bachelor verbundenen k\u00fcrzeren Studienzeiten durchaus positiv aufnimmt. Leider ist insbesondere die deutsche Wirtschaft sinologischen Studieng\u00e4ngen gegen\u00fcber eher wenig aufgeschlossen, woran auch der Bachelor vermutlich so schnell nichts \u00e4ndern wird. Allerdings erm\u00f6glicht der Bachelor ja auch ein \u2013 eventuell wirtschaftlich ausgerichtetes \u2013 Aufbaustudium. Diese Kombination w\u00fcrde das Interesse der Wirtschaft sicher wecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Daniela Dietz:<\/em> Das ist bestimmt richtig, allerdings w\u00fcrde ich sagen, dass die Sinologie ein Studiengang ist, den man eigentlich nicht deutlich schmaler gestalten kann. Ich kenne mich zu wenig mit der neuen Studienregelung aus, aber ich verbinde mit dem Bachelor den Begriff &#8222;D\u00fcnnbrettbohren&#8220;. Auch den Wegfall der Magisterpr\u00fcfung halte ich f\u00fcr einen Verlust, da hier noch einmal extrem viel auf einen Punkt hin gelernt wird.<\/p>\n<p> \t\t<strong>SHAN: Was w\u00fcrden Sie als die wichtigsten Zusatzqualifikationen f\u00fcr das Berufsleben bezeichnen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Patrick Hess:<\/em> Wirtschaftliche Qualifikationen, egal ob durch die F\u00e4cherkombination, ein Aufbaustudium oder diverse Praktika erworben, sind immer n\u00fctzlich. Auch die Kombination von Sinologie mit juristischen Kenntnissen ist sinnvoll. Besondere technische F\u00e4higkeiten sind nat\u00fcrlich auch sehr gesucht, aber sinologisch ausgebildete Ingenieure sind in der Realit\u00e4t wohl eher selten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Daniela Dietz:<\/em> Dabei kommt es bei Zusatzqualifikationen ganz wesentlich darauf an, dass man sie nachweisen kann. Ohne mein nach dem Sinologiestudium erworbenes Diplom in BWL h\u00e4tte ich meinen momentanen Job vermutlich nicht bekommen. Was man wirklich kann steht dann auf einem anderen Blatt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Patrick Hess:<\/em> Bei meinen ersten Bewerbungen nach dem Studium habe ich mich als Sinologe beworben. Wegen des ausbleibenden Erfolges habe ich sp\u00e4ter dann eher meine wirtschaftlichen Kompetenzen hervorgehoben, auch wenn ich VWL nur im Nebenfach studiert habe. Letztlich hat dies auch zum Erfolg gef\u00fchrt, als reiner Philologe w\u00e4re ich bei der Bank nicht genommen worden. Es kommt wesentlich darauf an, wie man sich verkauft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Daniela Dietz:<\/em> Man muss sich bei Bewerbungen genau \u00fcberlegen, f\u00fcr wen man sie schreibt. Ich selber habe so vieles neben dem Studium gemacht, was ich sp\u00e4ter in den Lebenslauf nicht aufgenommen habe. Man sollte nur das angeben, was den potentiellen Arbeitgeber vielleicht interessieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p> \t\t<strong>SHAN: Wann haben Sie sich im Beruf das letzte Mal gefreut, dass Sie Sinologie studiert haben?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Daniela Dietz:<\/em> Letzten November war ich auf einer Messe in Shanghai. Ich bin schon mit der Angst dort hingefahren, mein gesamtes Chinesisch vergessen zu haben. Am vorletzten Messetag wurde ich von einem chinesischen Fernsehteam interviewt. Als die Journalisten erfahren haben, dass ich Chinesisch kann, wurde das urspr\u00fcnglich auf Englisch gef\u00fchrte Interview auf Chinesisch wiederholt. Auch wenn meine S\u00e4tze auf Englisch inhaltlich vielleicht wertvoller waren, so haben meine chinesischen Antworten dem Fernsehteam doch tausendmal besser gefallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Patrick Hess:<\/em> Vor einiger Zeit durfte ich aufgrund meiner sinologischen Kenntnisse eine sehr hochrangige EZB-Delegation nach China begleiten. Dort habe ich dann einen Vortrag auf Chinesisch gehalten und sp\u00e4ter ein Mitglied des EZB-Vorstandes beim Sightseeing begleiten. Da kann man als Sinologe nat\u00fcrlich punkten.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Frau Dietz, Herr Hess, vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<p> \t\tDas Interview f\u00fchrten Josie Marie Perkuhn und Johannes Lejeune.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"3\" name=\"3\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Als Sinologe mit Goethe durch die Welt <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Jens R\u00f6sler, der in Heidelberg 2004 sein Studium in Sinologie, Germanistik und Romanistik abgeschlossen hat und heute f\u00fcr das Goethe-Institut in Shanghai arbeitet, berichtet \u00fcber seinen Schritt vom Studium ins Arbeitsleben.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tGerne erinnere ich mich an meine Studienzeit in Heidelberg zur\u00fcck, und so m\u00f6chte ich das Angebot, einen kleinen Standortbericht zu geben, gerne annehmen und zeigen, welche Perspektiven sich einem Absolventen der Heidelberg Sinologie nach dem Studium so auftun k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tNach dem Studienabschluss stellte sich bald die Frage, wohin mich mein Weg f\u00fchren w\u00fcrde. Neben anderen Erw\u00e4gungen bot sich die M\u00f6glichkeit am Trainee-Programm F\u00fchrungsnachwuchs des Goethe-Instituts teilzunehmen, und ich geh\u00f6rte auf Grund meiner Chinesisch- und Kulturraumkenntnisse und des notwendigen Qu\u00e4ntchens Gl\u00fcck zu den wenigen der 3600 Bewerber, welche die Gelegenheit bekamen, die Ausbildung f\u00fcr den H\u00f6heren Dienst zu durchlaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tAls offizielles Kulturzentrum der Bundesrepublik Deutschland hat das Goethe-Institut laut Rahmenvertrag mit dem Ausw\u00e4rtigen Amt die Aufgabe die deutsche Sprache zu vermitteln, den kulturellen Austausch zu pflegen und ein aktuelles und diversifiziertes Deutschlandbild im Gastland zu pr\u00e4sentieren. Die entsandten Mitarbeiter wechseln \u00e4hnlich wie die Mitarbeiter des Au\u00dfenministeriums alle drei bis f\u00fcnf Jahre ihren Standort; insofern stellte sich meine Berufswahl auch als eine Lebensentscheidung dar. Das Wanderleben mit Einsatzorten zwischen New York City und Kabul f\u00fchrt zu sehr vielf\u00e4ltigen Eindr\u00fccken und Begegnungen, bringt aber durch die st\u00e4ndige Entwurzelung und Neuorientierung auch gewisse soziale H\u00e4rten mit sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tNach meiner Ausbildung in der Zentrale des Goethe-Instituts in M\u00fcnchen und am Goethe-Institut Jakarta (Indonesien) f\u00fchrte mich mein erster Posten an das Goethe-Institut Kiev (Ukraine). Als Sinologe in einem slawischen Kulturkreis zu arbeiten war zun\u00e4chst ein Kuriosum f\u00fcr mich, ist aber bei der Generalistenlaufbahn des Instituts nicht ganz un\u00fcblich. Die Arbeit als Programmreferent, w\u00e4hrend der ich f\u00fcr die Planung s\u00e4mtlicher Veranstaltungen im Musikbereich und der Bildenden Kunst im Gastland zust\u00e4ndig war, bereitete mir gro\u00dfe Freude.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tNach zwei Jahren in der Ukraine folgte dann im September 2007 die Versetzung an meinen Traumdienstort Shanghai. Hier bin ich an der Abteilung Kultur und Bildung des deutschen Generalkonsulats f\u00fcr die Er\u00f6ffnung eines vollkommen neuen Goethe-Sprachkursbetriebes zust\u00e4ndig. Dazu z\u00e4hlen Finanzen, Vertr\u00e4ge, Personalauswahl, Lehrwerkeinf\u00fchrung, Curriculum, Marketing, Lobbyarbeit bei den Ministerien und Bildungsbeh\u00f6rden der Stadt &#8211; also vieles, was weniger sch\u00f6ngeistig ist, als man es sich bei einer Kulturinstitution vorstellen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDoch gerade im Kontakt mit den chinesischen Partnern merke ich, wie sich die im Studium erworbenen interkulturellen F\u00e4higkeiten und Kenntnisse positiv auswirken. Shanghai ist eine aufstrebende Stadt und es ist nicht erstaunlich, dass sich in diesem Zentrum der Globalisierung auch viele Absolventen der Heidelberg Sinologie tummeln, welche \u00fcbrigens in der Privatwirtschaft und im \u00f6ffentlichen Sektor einen exzellenten Ruf genie\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tInsofern w\u00fcrde es mich nicht wundern und auch freuen, wenn in Zukunft immer mehr Heidelberg Sinologen &#8222;auf den Spuren Goethens&#8220; durch die Welt ziehen.<\/p>\n<p> \t\tJens R\u00f6sler<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"relatedItems\" style=\"text-align: justify;\">\n\t&nbsp;<\/div>\n<h5 class=\"hiddenStructure\" style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_Artikelaktionen\">\n\tArtikelaktionen<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"4\" name=\"4\"><span id=\"parent-fieldname-title\">&#8222;Der Quereinsteiger&#8220; von Rainer Kloubert <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDem durchschnittlichen Sinologen huscht immer ein L\u00e4cheln \u00fcber das Gesicht, wenn er an Expatriates in China denkt. Jener Menschenschlag wird vom ersteren gern bel\u00e4chelt und generell als \u00fcberheblich, im Umgang in China v\u00f6llig ungeschickt und eben einfach zu deutsch angesehen. Gern erz\u00e4hlt man sich belustigt Geschichten \u00fcber diesen oder jenen Gesch\u00e4ftsmann, der dieses oder jenes dachte und damit in China in alle m\u00f6glichen bereit stehenden Fettn\u00e4pfchen tritt. Wer die Best\u00e4tigung einer solchen Sichtweise sucht, findet diese in dem Buch \u201eDer Quereinsteiger\u201c best\u00e4tigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDas ist jedoch nicht negativ gemeint. Das in rosa und rot daherkommende Buch bietet eine wunderbare Beschau verschiedener \u201eSorten\u201c Ausl\u00e4nder in China, und das auf wunderbar humorvolle Weise und immer mit einem Augenzwinkern. Als literarisches Protokoll flie\u00dft in das Werk dabei viel vermutlich tats\u00e4chlich erlebtes, ebenso aber auch viel hinzugedichtetes ein. Zusammen ergibt das ein vergn\u00fcgliches Leseerlebnis, bei dem man sich wunderbar \u00fcber die ins klischeehafte verzogenen und \u00fcberzeichneten Personen sowie Geschehnisse am\u00fcsiert. Gleichzeitig findet der chinaerfahrene Leser viele Details aus der eigenen Erfahrung wieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDer Autor, selbst Sinologe, war viele Jahre in China t\u00e4tig und kann somit aus einem reichen Erfahrungsschatz sch\u00f6pfen. Dass er im gesamten Buch eine etwas platte Polemik gegen den Menschenschlag der typischen alteingesessenen Vertreter deutscher Firmen zum Besten gibt, verzeiht man ihm angesichts der Ironie gern \u2013 als Leser lacht man oft und herzlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tInhaltlich passiert eigentlich nicht viel: ein mittelst\u00e4ndisches Unternehmen engagiert eine \u201eold china hand\u201c, um ihr Gesch\u00e4ft in China aufzubauen. Das Gesch\u00e4ft l\u00e4uft aufgrund halblegaler Praktiken gut, irgendwann sogar zu gut, und schlussendlich wird dem Treiben durch die Konzernzentrale ein Ende bereitet. Letztlich dient die Geschichte jedoch nur als Aufh\u00e4nger f\u00fcr die vielen kleinen Episoden, wie sie das Leben wohl nur in China schreibt. Da ist der Widersacher des Protagonisten, nat\u00fcrlich Alter Herr einer schlagenden Verbindung, dick und auf alle Chinesen herabblickend. Dem Protagonist im B\u00fcro unterstellt ist ein blasierter BWL-Absolvent, intelligent, karrieres\u00fcchtig und mit den chinesischen Sekret\u00e4rinnen seine Frau betr\u00fcgend (\u201eEs stand den beiden sowas von ins Gesicht geschrieben\u2026\u201c). Dazwischen mischen sich chinesische Schamanen, Parteisekret\u00e4re und zu alldem erf\u00e4hrt man noch, was f\u00fcr Gemeinsamkeiten ein deutscher mittelst\u00e4ndischer Vorstandsvorsitzender und ein kommunistischer Kader haben k\u00f6nnen. Dem Autor gelingt es, mit einem etwas eigenwilligen Sprachstil, nie Langeweile aufkommen zu lassen. Zuweilen erinnern sein Erz\u00e4hlstil und seine Satzkonstruke an sogenannte Pop-Autoren wie von Stuckrad-Barre oder Schlingensief.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tOhne jedoch die Lust an \u00fcberzeichneten und karikierenden Darstellungen wird einem das Buch weniger gefallen. Kurzweilig ist das Buch jedoch allemal, und oft gelingt es Kloubert, so manche chinesische Eigenheit sehr treffend darzustellen. Er bietet in seinem Buch nicht nur eine humorvolle, pointiert geschriebene Betrachtung der Spezies deutscher Gesch\u00e4ftsleute im Ausland, sondern l\u00e4sst diese auf einen chinaerfahrenen Sinologen treffen. Heraus kommt ein f\u00fcr die kurzweilige Lekt\u00fcre unumschr\u00e4nkt empfehlenswertes Buch.<\/p>\n<p> \t\tBenjamin Kemmler<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Rainer Kloubert<br \/> \t\tDer Quereinsteiger<br \/> \t\tElfenbein Verlag, 2003<br \/> \t\tISBN: 978-3932245619<br \/> \t\tEUR 18,00<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"relatedItems\" style=\"text-align: justify;\">\n\t&nbsp;<\/div>\n<h5 class=\"hiddenStructure\" style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_Artikelaktionen_1\">\n\tArtikelaktionen<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT 10 000 Euro f\u00fcr das Schulteam Erneut konnte SHAN einen gro\u00dfen Erfolg feiern: Die Bosch-Stiftung f\u00f6rdert das Schulteam mit 10 000 Euro! 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