{"id":250,"date":"2009-05-01T12:00:00","date_gmt":"2009-05-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2009\/05\/01\/newsletter-mai-2009-nr-33\/"},"modified":"2026-05-20T18:36:55","modified_gmt":"2026-05-20T17:36:55","slug":"newsletter-mai-2009-nr-33","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2009\/05\/01\/newsletter-mai-2009-nr-33\/","title":{"rendered":"Newsletter Mai 2009 Nr. 33"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_ZweiteEhemaligenfeiervon\">\n\tZweite Ehemaligenfeier von SHAN e.V.<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tSHAN verbindet. Rund 70 Ehemalige, Studierende und Dozenten haben am 16. Mai 2009 gemeinsam auf der 2. Ehemaligenfeier von SHAN e.V. interessanten Reden gelauscht und vor allem die Gelegenheit genutzt, sich mit alten und neuen Bekannten auszutauschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#1\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Bericht<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_90JahrevonPortheim-Stift\">\n\t90 Jahre von Portheim-Stiftung &#8211; 90 Jahre Sinologisches Institut Heidelberg<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDas Sinologische Institut der Universit\u00e4t Heidelberg feiert dieses Jahr sein 90-j\u00e4hriges Bestehen. Dass es eine wechselvolle Geschichte war zeigt sich schon an der Tatsache, dass es in dieser Zeit f\u00fcnfmal umgezogen ist. Wissen Sie, wo in Heidelberg schon \u00fcberall Sinologie gelehrt wurde?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#2\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Artikel<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_DieFinanzkriseausnchster\">\n\tDie Finanzkrise aus n\u00e4chster N\u00e4he: Praktikum bei der Deutschen Bank, Shanghai<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&#8222;Ich bin \u00fcbrigens auch Sinologe, quasi Quereinsteiger&#8220; &#8211; der Abschluss des Telefoninterviews mit dem k\u00fcnftigen Chef klang vielversprechend. Was man als Praktikant bei der Deutschen Bank im Firmenkundengesch\u00e4ft f\u00fcr Aufgaben hat und wie man sich dort als Sinologe zurechtfindet, dar\u00fcber berichtet Benjamin Kemmler aus Shanghai.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#3\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Bericht<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"1\" name=\"1\"><span id=\"parent-fieldname-title\">2. Ehemaligenfeier von SHAN e.V. <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<em>SHAN verbindet. Rund 70 Ehemalige, Studierende und Dozenten haben am 16. Mai 2009 gemeinsam auf der 2. Ehemaligenfeier von SHAN e.V. interessanten Reden gelauscht und vor allem die Gelegenheit genutzt, sich mit alten und neuen Bekannten auszutauschen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tF\u00fcr 18 Teilnehmer begann das Programm bereits um 10:30 Uhr mit dem Workshop \u201eKreative Sinologen? Innovation und die Kunst, den Blickwinkel zu \u00e4ndern\u201c. Wie arbeiten Unternehmen an neuen Ideen und Innovationen? Welche Kompetenzen m\u00fcssen Mitarbeiter mitbringen, um als kreative K\u00f6pfe einen Beitrag zu leisten? Und wie passen die Geisteswissenschaften in die Forschung und Entwicklung? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des von Judith Hufnagel geleiteten Workshops, der den Teilnehmern viele neue Ideen vermitteln konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tUm 14 Uhr lud SHAN zum Sektempfang im Karls Jaspers Centre. Den anwesenden G\u00e4sten wurde dabei nicht nur die Arbeit des Vereins und des Exzellenzclusters vorgestellt, sondern auch die neue Homepage. Der anschlie\u00dfende Spaziergang f\u00fchrte \u00fcber auf den Spuren der Heidelberger Sinologie zur Alten Aula der Universit\u00e4t. In den altehrw\u00fcrdigen R\u00e4umen sorgte das \u201ePh\u00f6nix Quartett\u201c f\u00fcr den passenden musikalischen Rahmen. Nach einleitenden Worten der Vereinsvorsitzenden Josie-Marie Perkuhn und von Professorin Barbara Mittler hielt Professor Rudolf G. Wagner seine Festrede zum Thema \u201eChina und die Heidelberger Sinologie. Der lange Weg in die Internationalit\u00e4t\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDabei konnte er wenig Hoffnung auf die Zukunft machen: Letztlich bewegt sich das Universum auf den Zustand der Entropie zu. Daran gibt es nicht zu \u00e4ndern. Aber bis dahin kann man als Wissenschaftler durchaus etwas Ordnung ins Chaos bringen \u2013 wenn man denn in Kauf nimmt, dass dadurch an anderen Stellen Chaos entsteht. Diese Aussage scheint Professor Wagner unter anderem von der Geschichte der Heidelberger Sinologie abgeleitet zu haben, denn meist war deren Entwicklung nicht gerade wohl geordnet. Auch die Erz\u00e4hlungen aus seinem eigenen Leben legen nahe, dass Professor Wagner gerne unkonventionelle Abk\u00fcrzungen und Umwege geht. Aber wie er im Hinblick auf die Bibliothek des Instituts meinte: Wenn etwas keine Baustelle ist, dann wird es schnell zum Friedhof. Insofern bleibt Professor Wagner in seinem letzten Lehrsemester daf\u00fcr zu danken, dass er uns mit dem Institut f\u00fcr Sinologie so eine sch\u00f6ne Baustelle hinterlassen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDen Abschluss der Ehemaligenfeier bildete ein gemeinsames Essen im China-Restaurant Asia. Bei Jiaozi, H\u00fchnchen nach Palastw\u00e4chterart und begleitet von Norman Bravo am Guzheng konnte eine \u00fcberaus gelungene Feier in angenehmer Atmosph\u00e4re ausklingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tJohannes Lejeune<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"2\" name=\"2\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Neunzig Jahre von Portheim Stiftung \u2013 neunzig Jahre Sinologisches Institut Heidelberg <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Im Jahre 1919 gr\u00fcndeten Victor und Leontine Goldschmidt die<\/em> <em>Josefine und Eduard von Portheim-Stiftung f\u00fcr Wissenschaft und Kunst. Im M\u00e4rz wurde die Stiftungsurkunde vorgelegt, im April wurde die Stiftung vom badischen Staatsministerium anerkannt. Im Juli 1919 hielt der Sinologe Major Dr. F. E. A. Krause seine Antrittsvorlesung in Heidelberg. \u201eDie Einrichtung des Sinologischen Instituts teilte Goldschmidt dem Rektorat am 5. Aug. 1919 mit.\u201c (Engehausen 2008: 31) Victor und Leontine Goldschmidt hatten 1894 eine Weltreise unternommen und dabei Japan, China und Indien besucht. Sie interessierten sich besonders f\u00fcr Kunst und V\u00f6lkerkunde dieser L\u00e4nder und f\u00f6rderten diese F\u00e4cher in Heidelberg.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Akademiestrasse 1<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tZu den vielen Geb\u00e4uden, die Goldschmidt kaufte oder mietete, geh\u00f6rten auch die Nachbarh\u00e4user Hauptstrasse 48 und Akademiestrasse 1 (in dem sich in den zwanziger Jahren das erste Sinologische Institut der Universit\u00e4t Heidelberg befand); dieses lag direkt links neben dem heutigen Institut f\u00fcr Bildungswissenschaft . Die Entwicklung des Faches Sinologie kam jedoch nach weniger als einem Jahrzehnt zum Stillstand; Krause ging an die Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, ein Nachfolger wurde nicht ernannt. Krause schrieb hierzu: \u201eDie Badische Regierung hat erkl\u00e4rt, da\u00df man den Fortfall der Sinologie in Heidelberg nicht als einen Verlust betrachten w\u00fcrde, den zu verhindern man irgendetwas tun wolle.\u201c (Walravens 1983: 8) Zu dieser Zeit hatten seine beiden prominentesten Studenten \u2013 Philipp Schaeffer und Anna Seghers \u2013 ihr Promotionsverfahren bereits abgeschlossen und die Universit\u00e4t verlassen. Victor Goldschmidt starb 1933.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Hans-Thoma-Platz 44<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIn den fr\u00fchen sechziger Jahren wurde die Heidelberger Sinologie wiederbelebt, allerdings lehrte Professor Wolfgang Bauer in Handschuhsheim in der N\u00e4he des OEG-Bahnhofs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Hauptstrasse 240<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDer Nachfolger von Bauer war Professor G\u00fcnther Debon, der in den sp\u00e4ten sechziger Jahren mit seinen Studierenden in die Altstadt zog. Das \u2013 heute von FIIT genutzte \u2013 Haus liegt neben dem Internationalen Wissenschaftsforum und schr\u00e4g gegen\u00fcber vom Palais Weimar der von Portheim Stiftung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Sandgasse 7<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDas Gl\u00fcck in der N\u00e4he des Karlstors w\u00e4hrte nicht lange, schon nach wenigen Jahren erfolgte der Umzug in die Sandgasse, das Seminar befand sich nun neben der Triplex-Mensa und der Unibibliothek.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Akademiestrasse 4-8<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tEinige Jahre nach der \u00dcbernahme des Sinologielehrstuhls durch Professor Rudolf Wagner zog das Sinologische Seminar wieder in die Strasse in der die sinologische Geschichte begonnen hatte, allerdings auf die andere Strassenseite; in das gleiche Geb\u00e4ude zog nun auch das Japanologische Seminar, das bis dahin (unter Professor Wolfgang Schamoni) in der Landfriedstrasse residiert hatte . Dies war der Kern des vor f\u00fcnf Jahren gebildeten Zentrums f\u00fcr Ostasienwissenschaften. Hier (und in einigen Nachbargeb\u00e4uden) fand 2004 die gro\u00dfe Tagung der European Association for Chinese Studies (EACS) statt. Hier begannen auch die Planungen f\u00fcr das Projekt <em>Asia and Europe in a Global Context<\/em>, das inzwischen ein eigenes Haus (Karl Jaspers Center) in der Vo\u00dfstrasse bezogen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDas dritte \u2013 von Professor Lothar Ledderose geleitetete &nbsp;\u2013&nbsp; Institut des Zentrums (Ostasiatische Kunstgeschichte&nbsp; ) befindet sich seit langem in der Seminarstrasse, direkt neben der Zentralen Universit\u00e4tsverwaltung; der Gr\u00fcnder des Instituts, Professor Dietrich Seckel, hatte vorher in einem inzwischen abgerissenen Geb\u00e4ude direkt am Universit\u00e4tsplatz gearbeitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDas Projekt <em>Asia and Europe in a Global Context<\/em> f\u00fchrt \u2013 neunzig Jahre nach der Gr\u00fcndung des ersten Sinologischen Instituts und der von Portheim Stiftung \u2013 die Zusammenarbeit von Kunsthistorikern und geistes- und sozialwissenschaftlich ausgerichteten Asienwissenschaftlern in einmaliger Weise fort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tClara Schlichtenberger: <em>Die Ordnung der Welt,<\/em> Frankfurt, 1998.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tRenate Marzolff: <em>Leontine und Victor Goldschmidt,<\/em> Heidelberg, 2007.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tFrank Engehausen: <em>Die Josefine und Eduard von Portheim-Stiftung f\u00fcr Wissenschaft und Kunst,<\/em> Heidelberg, 2008.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tHartmut Walravens: <em>Friedrich Ernst August Krause &#8211; Major und Ostasienwissenschaftler. Eine Biobibliographie,<\/em> 1983.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tLi-Yun Bauer-Hsieh: <em>Facies \u2013 Facetten, In Memoriam Wolfgang Bauer (1930-1997),<\/em> Taipei, 2000.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDr. Thomas Kampen<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"3\" name=\"3\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Die Finanzkrise aus n\u00e4chster N\u00e4he: Praktikum bei der Deutschen Bank, Shanghai <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tNach einem Praktikum im Bundestag und in einer Rechtsberatung in Japan war das mein drittes Praktikum, und gleichzeitig mit Abstand das Beste. Zugleich muss man sagen, dass ein hohes Ma\u00df an Flexibilit\u00e4t und sozialer Kompetenz verlangt wurde \u2013 F\u00e4higkeiten, die meiner Beobachtung nach besonders Studenten der Ostasienwissenschaften viel zu wenig kultivieren, genauso wie den Willen, sich mit Dingen au\u00dferhalb des eigenen Fachgebiets zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\u201eIch bin \u00fcbrigens auch Sinologe, quasi Quereinsteiger\u201c \u2013 das Ende des Telefoninterviews mit meinem k\u00fcnftigen Chef im April klang vielversprechend. Nachdem das Praktikumsvisum nach Ende der Olympischen Spiele den chinesischen Beh\u00f6rden endlich abgerungen war, kam ich Ende September mit gro\u00dfen Erwartungen im Pudong International Airport an. Mit Erwartungen, die in den kommenden zweieinhalb Monaten noch \u00fcbertroffen werden sollten. Doch der Reihe nach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tNachdem meine Bewerbung an die Personalabteilung in der Konzernzentrale Frankfurt ihren Weg nach Shanghai gefunden hatte, landete ich am Ende genau dort, wo ich hin wollte: im Relationship Management, einem Arbeitsbereich, der von viel Kundenkontakt, langfristigen Gesch\u00e4ftsbeziehungen und einer vielf\u00e4ltigen T\u00e4tigkeitsstruktur charakterisiert ist. Das Firmenkundengesch\u00e4ft (Corporate Banking Coverage) geh\u00f6rt innerhalb der Strukturen der Deutschen Bank zum Corporate and Investmentbanking (CIB). Kunden waren also gr\u00f6\u00dfere Unternehmen, neben chinesischen meist deutsche, die in China investieren und in der Regel mit mehreren Niederlassungen vertreten sind. Oft und zunehmend sind das neben Produktionseinheiten auch Niederlassungen f\u00fcr Forschung und Entwicklung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDas Team bestand aus zw\u00f6lf Relationship Managern, davon zwei Deutschen. Einer war der Chef des Teams, der andere hatte nach einer kurzen Journalistenlaufbahn einen MBA gemacht. Deutlich sp\u00fcrt man den allgemeinen Trend bei multinationalen Arbeitgebern in China auch hier: die Deutsche Bank rekrutiert vor allem chinesische Neueinsteiger, an den drei besten Universit\u00e4ten des Landes. Nicht nur, weil Chinesen g\u00fcnstiger sind als teure Expats und zudem die kulturelle Kompetenz au\u00dfer Frage steht, sondern auch, um von derem potenziellen Netzwerk zu profitieren. Die Deutsche Bank hat diese Strategie schon fr\u00fchzeitig verfolgt, weshalb zu ihren Kunden inzwischen auch nicht mehr nur ausschlie\u00dflich Unternehmen aus Deutschland z\u00e4hlen \u2013 und weshalb sie auch zu den erfolgreichsten ausl\u00e4ndischen Banken in China geh\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tToll war insbesondere, wie sehr ich bereits von Tag eins an in alle Aufgabenfelder (soweit m\u00f6glich) einbezogen wurde. Dabei arbeitete ich nicht nur meinem Chef und dem deutschen Kollegen, sondern auch den chinesischen zu. Ein St\u00fcck weit mag es auch daran gelegen haben, dass ich als von Deutschland entsendeter Ausl\u00e4nder v\u00f6llig anders als zum Beispiel mein chinesischer Mitpraktikant im Team wahrgenommen wurde. Vor allem jedoch hat die Deutsche Bank eine Unternehmenskultur etabliert, die die Gepflogenheiten einer amerikanischen Investmentbank mit deutscher Gr\u00fcndlichkeit und Weltoffenheit kombiniert. Daher herrschte ein zeitweise hoher Druck, in kurzer Zeit sehr gute Ergebnisse zu liefern, nur selten war auch mal wenig zu tun. Dieses Arbeitsumfeld nahm ich sehr positiv wahr und es motiviert zu einer pers\u00f6nlichen Weiterentwicklung, wie es der gew\u00f6hnliche Student sonst wohl kaum erlebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tNeben interessanten allt\u00e4glichen Aufgaben wie etwa der Aktenverwaltung, dem Erstellen von Pr\u00e4sentationen oder dem Anfertigen von internen Dokumenten als Grundlage f\u00fcr die Kreditvergabe geh\u00f6rten auch besonders herausfordernde Aufgaben zu meinem Arbeitsalltag. Eine meiner ersten Aufgaben war das Erstellen und Redigieren eines internen Handbuches, das Teil einer Restrukturierungsinitiative in der gesamten Region Asien-Pazifik werden sollte. Im Abstand von einigen Tagen gab es Telefonkonferenzen mit den Beteiligten aus Taiwan, Singapur, China und Indien, auf denen ich den aktuellen Stand vorstellte und \u00c4nderungen besprochen wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tF\u00fcr die Erstellung von Pr\u00e4sentationen mussten die Folien nat\u00fcrlich auf die potenziellen oder aktuellen Kunden zugeschnitten werden, wozu im Vorfeld mindestens eine kleine Recherche \u00fcber das Unternehmen geh\u00f6rte, meistens auch die Sammlung und Aufbereitung von Wirtschaftsdaten, Grafiken und wichtigen wirtschaftlichen Trends sowie Entwicklungen. In Absprache mit dem jeweils zust\u00e4ndigen Manager entwarf ich daraufhin eine Pr\u00e4sentation mit ein oder mehreren Schwerpunkten, einerseits in Bezug auf die m\u00f6glicherweise interessanten Finanzprodukte der Deutschen Bank, andererseits mit aktuellen Marktinformationen zu China, ebenfalls immer angepasst an das m\u00f6gliche Interesse der Gespr\u00e4chspartner. Der Zugriff auf exzellente interne Datenbanken und Informationen erm\u00f6glichte es mir einerseits, w\u00e4hrend des gesamten Praktikums die Entwicklung wirtschaftlicher und finanzpolitischer Kennzahlen \u201eaus n\u00e4chster N\u00e4he\u201c mitzuverfolgen und zudem erforderte Aufgaben wie die Vorbereitung von Pr\u00e4sentationen, Informationen auf- und weiterzuverarbeiten. Zudem war interessant, die Ende September beginnende Finanzkrise in ihren Auswirkungen auf China und seine \u00d6konomie beobachten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tNeben diesen auf die Kunden der Bank ausgerichteten T\u00e4tigkeiten waren auch weitere Aufgaben interessant und lehrreich. Das betraf insbesondere kurzfristige Anfragen zu bestimmten Themen oder Bereichen, die eine akkurate, klar strukturierte Recherche in einem manchmal \u00e4u\u00dferst kurzen Zeitrahmen erforderten. In diesem Zusammenhang war auch das Lesen und Auswerten von Bilanzen und Jahresberichten sowohl in englischer als auch chinesischer Sprache wichtig. Oft lagen die Daten nur auf Chinesisch vor, das Ergebnis musste Englisch sein. Einmal ergab sich die Situation, dass ich selbst\u00e4ndig eine Kundenpr\u00e4sentation in Ningbo komplett auf Chinesisch halten musste. Auch die Einarbeitung in fachfremde Bereiche geh\u00f6rte sprachlich zu den anspruchsvollen Aufgaben: beispielsweise musste eine zweisprachige Pr\u00e4sentationen f\u00fcr Kunden, die auf englisch und chinesisch \u00fcber neue Regulierungen und Bestimmungen der chinesischen Regierung in Bezug auf unterkapitalisierte Unternehmensgesellschaften (<em>thin capitalization<\/em>) informieren sollte, erstellt werden. Neben der \u00fcblichen Recherche waren hierbei auch ein juristisches Gesp\u00fcr sowie das Lesen von chinesischen Verordnungen erforderlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tInsgesamt war es ein begeisterndes Praktikum. Die flachen Hierarchien und die st\u00e4ndige Ansprechbereitschaft von allen Angestellten der Bank, ohne die sonst oft \u00fcbliche kindische R\u00fccksichtnahme auf Titel oder Position, machten einem Einsteiger wie mir den Start angenehm und unkompliziert. Zudem hatte ich die M\u00f6glichkeit von verschiedenen Pers\u00f6nlichkeiten viel zu lernen, da ich mich nie zu scheuen brauchte, wenn ich jemand auf ein gewisses Problem oder eine Fragestellung hin ansprechen wollte oder musste. Die Professionalit\u00e4t der Kollegen und nat\u00fcrlich die Stadt trugen ihr \u00dcbriges bei. Und nicht zuletzt war es beruhigend zu erfahren, dass die im sinologischen Studium erworbenen F\u00e4higkeiten und Kenntnisse eine hervorragende Basis f\u00fcr die Weiterentwicklung im Beruf sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tBenjamin Kemmler<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"relatedItems\" style=\"text-align: justify;\">\n\t&nbsp;<\/div>\n<h5 class=\"hiddenStructure\" style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_Artikelaktionen\">\n\tArtikelaktionen<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT Zweite Ehemaligenfeier von SHAN e.V. SHAN verbindet. Rund 70 Ehemalige, Studierende und Dozenten haben am 16. Mai 2009 gemeinsam auf der 2. 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