{"id":255,"date":"2009-10-01T12:00:00","date_gmt":"2009-10-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2009\/10\/01\/newsletter-oktober-2009-nr-36\/"},"modified":"2026-05-20T18:36:47","modified_gmt":"2026-05-20T17:36:47","slug":"newsletter-oktober-2009-nr-36","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2009\/10\/01\/newsletter-oktober-2009-nr-36\/","title":{"rendered":"Newsletter Oktober 2009 Nr. 36"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 id=\"anker_InterviewmitProfessorJoa\" style=\"text-align: justify;\">\n\tInterview mit Professor Joachim Kurtz<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&#8222;Machen Sie sich nicht von Moden abh\u00e4ngig!&#8220;<br \/> \tSeit Juli ist Joachim Kurtz Professor of Intellectual History am Exzellenzcluster &#8222;Asia and Europe in a Global Context&#8220;. Mit SHAN sprach er \u00fcber seine Laufbahn, seine Aufgaben am Cluster, und die Unterschiede zwischen deutschen und amerikanischen Universit\u00e4ten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#1\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Interview<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_PraktikabeiLifetimeTradi\" style=\"text-align: justify;\">\n\tPraktika bei Lifetime Trading Ltd. und Deutschland und China &#8211; Gemeinsam in Bewegung<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tKatja Modis wollte sich bei einem Praktikum in China einen Einblick in die Arbeitswelt verschaffen &#8211; und wurde zun\u00e4chst entt\u00e4uscht. Gl\u00fccklicherweise war ihre Zeit bei Deutschland und China &#8211; Gemeinsam in Bewegung (DuC) fruchtbarer. Unter anderem hat sie gelernt, dass man ein unbefriedigendes Praktikum nicht unbedingt bis zum bitteren Ende durchziehen muss, und dass der Weg zum Traumjob manchmal \u00fcber Umwege f\u00fchrt&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#2\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Bericht<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_ChinesischeTrotzkistenin\" style=\"text-align: justify;\">\n\tChinesische Trotzkisten in Europa: Liu Renjing, Wang Fanxi und Zheng Chaolin<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVor achtzig Jahren gab es in der KP Chinas &#8211; wie in anderen Kommunistischen Parteien &#8211; heftige Konflikte zwischen den Anh\u00e4ngern Stalins und Trotzkis. Viele Jahre nach diesen dramatischen Ereignissen sind die Erinnerungen einiger \u00dcberlebender in chinesischer, englischer und deutscher Sprache erschienen. Dr. Thomas Kampen hat in den B\u00fcchern nicht nur Informationen \u00fcber die fr\u00fche Geschichte der KP Chinas und Interpretationen, die sowohl von westlichen als auch von offiziellen VR-chinesischen stark abweichen, gefunden, sondern lobt auch die gute Lesbarkeit der B\u00fccher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#3\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Artikel<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_DerbesondereGanginHeidel\" style=\"text-align: justify;\">\n\tDer besondere Gang in Heidelberg<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIm Juli kamen Professoren, Mitarbeiter und Studenten des Instituts f\u00fcr Sinologie zur \u00f6ffentlichen Direktoriumssitzung zusammen. F\u00fcr alle, die nicht dabei waren, hat SHAN die wichtigsten Themen zusammengefasst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#4\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Bericht<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"1\" name=\"1\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Interview mit Professor Joachim Kurtz: &#8222;Machen Sie sich nicht von Moden abh\u00e4ngig!&#8220; <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Joachim Kurtz interessierte sich w\u00e4hrend seines Studiums in Hamburg, Berlin und Peking neben der Sinologie vor allem auch f\u00fcr die Philosophie. Nach seinem Magisterabschluss arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in G\u00f6ttingen und im Forschungsprojekt \u201eWissenschaftssprache Chinesisch\u201c in Erlangen. Nach einer Postdoc-Stelle in Princeton lehrte Kurtz sechs Jahre lang an der Emory University in Atlanta. Seit Juli 2009 ist er \u201eProfessor of Intellectual History\u201c am Exzellenzcluster \u201eAsia and Europe in a Global Context\u201c.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Shan: Wann haben Sie sich daf\u00fcr entschieden in der Wissenschaft zu bleiben?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tJK: Darauf gibt es zwei Antworten. Die eine ist, dass ich immer schon Lust hatte, mein Leben mit Lesen und Schreiben zu verbringen. Die andere, dass ich mir beim Studium relativ viel Zeit gelassen und vielleicht den Moment verpasst habe, etwas \u201eVern\u00fcnftiges\u201c zu lernen. F\u00fcr mich kam nie etwas anderes als ein Gelehrtendasein in Frage. Ich habe auch einfach viel zu viel Freude daran, zu unterrichten und mit Studenten zusammenzuarbeiten.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Warum sind Sie nicht in die Philosophie gewechselt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tAuch darauf gibt es zwei Antworten: Die offizielle Version w\u00e4re, dass ich schon immer eine ausschlie\u00dfliche Affinit\u00e4t zur Sinologie hatte. Die ebenso wahre Antwort lautet: Einer meiner ersten philosophischen Lehrer, Ernst Tugendhat, hat seinen Studenten im Grundstudium einen Test anempfohlen. Er sagte: \u201cStehen Sie jeden Morgen um sieben auf und setzen sich mit einem wei\u00dfen Blatt an den Schreibtisch. Und dann fangen Sie an zu schreiben. Wenn Sie nach einem Monat keine philosophisch interessanten Ergebnisse vorlegen k\u00f6nnen, sind Sie in diesem Studium falsch.\u201d Ich habe nach drei Tagen aufgegeben. Ich habe gemerkt, dass ich als systematischer Philosoph nicht phantasievoll genug bin, dass ich mich aber leidenschaftlich daf\u00fcr interessiere, wie Menschen zu anderen Zeiten und in anderen Kulturen gedacht haben, warum bestimmte philosophische Richtungen entstanden sind, etc. Daher habe ich mich der Ideengeschichte zugewandt, sozusagen, um verstehen zu lernen, wie andere ihre wei\u00dfen Bl\u00e4tter gef\u00fcllt haben.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Warum, w\u00fcrden Sie sagen, passen Sie so gut in den Cluster?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDas m\u00fcssen Sie besser die Berufungskommission fragen! Ich habe schon gedacht, dass ich relativ gut auf die Ausschreibung passe. Ich habe mich in meinem Studium fast nur mit transnationalen Fragen besch\u00e4ftigt. Von Anfang an haben mich Ideen interessiert, die auf Wanderschaft waren, die von Europa \u00fcber Japan nach China gegangen sind, oder umgekehrt. In Heidelberg beworben habe ich mich, weil ich mir von dem Umfeld hier sehr viel verspreche. Der Cluster und das ZO bilden zusammen eine einmalige Umgebung f\u00fcr Forschende und Studierende. Unsere besondere Situation bietet eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Chance, die die Regionalwissenschaften in Deutschland nicht verspielen d\u00fcrfen. Dieser Druck ist ein Ansporn, noch mehr daf\u00fcr zu tun, das Beste aus unseren jetzt schon sehr guten M\u00f6glichkeiten zu machen.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Sie haben ja lange in den USA gearbeitet. Ist der Cluster eine Ann\u00e4herung an die amerikanische Forschungslandschaft oder etwas ganz Neues?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIch glaube, der Cluster ist etwas ganz Neues und Besonderes. Er ist sicherlich genauso international wie vieles in Amerika. Aber in Amerika ist man meistens auf sich allein gestellt. Es gibt nicht diese gro\u00dfen Forschungsverb\u00fcnde wie man sie durch DFG-Projekte, Sonderforschungsbereiche oder eben den Cluster aufbauen kann. Das ist etwas, was die deutsche Forschungslandschaft auszeichnet.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Ist Ihre Professur eine reine Forschungsstelle oder werden Sie auch lehren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIch werde auch lehren. Zwar mit reduziertem Deputat f\u00fcr die ersten drei Jahre, aber ich hoffe, dass ich mich dennoch auch in der Lehre einbringen kann.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Haben sie bestimmte Vorstellungen, was Sie in der Lehre erreichen wollen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tVielleicht, die Perspektive der Ideen- oder Geistesgeschichte, die f\u00fcr eine Weile etwas aus der Mode gekommen schien, wieder etwas st\u00e4rker in den Mittelpunkt zu r\u00fccken. Und sicherlich auch \u00fcber den Cluster dazu beizutragen, dass transnationale Ans\u00e4tze st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt werden. Das hei\u00dft nicht, dass ich die Sinologie oder Japanologie als Fach \u201e\u00fcberwinden\u201c oder gar abschaffen will, ganz im Gegenteil: Eine starke Verwurzelung in unseren F\u00e4chern ist unverzichtbar. Aber die Geschichte Chinas nicht erst w\u00e4hrend der letzten 150 Jahre ist schlichtweg nicht zu verstehen, wenn man die Verflechtungen mit Japanern, Europ\u00e4ern, Amerikanern und anderen au\u00dfer Acht l\u00e4sst.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Was werden Sie im kommenden Semester konkret anbieten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tZum einen ein Doktorandenkolloquium, das ich gemeinsam mit Frau Henningsen abhalten werde. Ich freue mich schon, von ihr zu lernen bzw. wieder zu lernen, wie man in Deutschland unterrichtet. Am Cluster mache ich ein Oberseminar, das \u201cThe Present of the Past in East Asia\u201d hei\u00dft. Dabei geht es darum, wie Vergangenheit in China, Japan und Korea im 19. und 20. Jahrhundert neu erfunden worden ist. In diesem Zusammenhang kann man sich ganz verschiedene Themen vorstellen. Ich habe in Amerika einmal eine \u00e4hnlich gelagerte Lehrveranstaltung abgehalten und dabei z.B. Projekte unterst\u00fctzt, die untersucht haben, wie die Tang-Dynastie im chinesischen Hip Hop repr\u00e4sentiert wird oder wie das, was wir als \u201etraditionelle chinesische Medizin\u201c kennen, im 20. Jahrhundert erfunden wurde.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Sie haben gesagt, Sie m\u00fcssen neu lernen, wie man in Deutschland unterrichtet. W\u00fcrden Sie sagen, dass sich das stark von Amerika unterscheidet?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tEs unterscheidet sich sehr stark. Viele der Haupt- und Oberseminare, die ich selber besucht habe, bestanden darin, sich gemeinsam mit den Professoren vor einen Text zu setzen, diesen Satz f\u00fcr Satz durchzugehen, und, wenn Zeit blieb, kurz \u00fcber die wesentlichen Inhalte zu reden. Obwohl man auch dabei viel lernen konnte, darf es nicht der einzige Ansatz sein. In Amerika habe ich gelernt, dass das, was hierzulande gelegentlich immer noch als \u201cedutainment\u201d verunglimpft wird \u2013 also ein interaktiver Unterrichtsstil \u2013 durchaus produktiv sein kann.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Und wollen Sie auch hier in Deutschland so unterrichten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIch m\u00f6chte ausprobieren, wovon die Studierenden hier am meisten profitieren k\u00f6nnen. Daher bitte ich um Verst\u00e4ndnis, wenn manche Vorstellungen, die ich jetzt mitbringe, vielleicht nicht ganz angemessen sind. Ich bin sehr dankbar f\u00fcr Hinweise und Anregungen der Studierenden.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Wie zuversichtlich sind Sie, dass der Cluster und damit auch Ihre Position in der Zukunft so weiter bestehen wird?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIch bin da sehr zuversichtlich. Vor allem, nachdem ich jetzt viele meiner Kollegen kennen gelernt habe. Alle scheinen sehr offen zu sein und sehr interessiert daran, kulturelle und disziplin\u00e4re Grenzen zu \u00fcberwinden und voneinander zu lernen. Es herrscht hier ein enorm produktives Arbeitsklima, das sicher sehr gute Ergebnisse zeitigen wird. Auch f\u00fcr die Studierenden kann es sehr interessant sein, in so einem Zusammenhang \u201caufzuwachsen\u201d. Gemeinsame Lehrveranstaltungen von Leuten, die aus ganz verschiedenen Sachgebieten kommen, k\u00f6nnen z.B. sehr anregend sein.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Fanden Sie es schwierig, die vielen Ortswechsel in Ihrer Karriere mit Ihrer Familie unter einen Hut zu bringen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDas \u201cakademische Nomadentum\u201d fordert sicher seinen Preis. Insofern bin ich sehr froh, dass ich mich jetzt hier niederlassen und auf lange Sicht einrichten kann.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Glauben sie, man k\u00f6nnte diesen Zustand verbessern?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie Bewerbungslandschaft in Deutschland ist ja leider immer noch so, dass viele junge Leute nach der Promotion Schwierigkeiten haben, eine geeignete Stelle zu finden. Deshalb sind relativ viele gezwungen, sich anderswo umzuschauen. In den USA gibt es zur Zeit 15-20 deutsche Sinologinnen und Sinologen. Kaum jemand davon wollte Deutschland verlassen, aber es gab eben keine ad\u00e4quaten Angebote. Und das kann nicht an ihrer Qualit\u00e4t gelegen haben, denn viele haben jetzt Positionen an Topuniversit\u00e4ten. Initiativen wie der Cluster, der ja einige Stellen geschaffen hat, werden hoffentlich dazu beitragen, dass mehr Nachwuchswissenschaftler hier bleiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Sehen Sie hier nicht trotzdem eine Schwierigkeit, weil der Cluster ja vorerst nur befristet existiert?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tSelbstverst\u00e4ndlich. Wir m\u00fcssen eben alles daransetzen, die Verl\u00e4ngerung des Clusters zu bewirken. Das ist auch eine Chance, langfristig etwas am System der Nachwuchsf\u00f6rderung in Deutschland zu ver\u00e4ndern. Eine Sache, die ich sehr zu sch\u00e4tzen gelernt habe, ist das amerikanische System des Tenure Track: w\u00e4hrend der 6-7 Jahre einer Assistenzprofessur wird man zwar st\u00e4ndig in jedweder Hinsicht evaluiert, hat dann aber die reale Aussicht, in ein festes Anstellungsverh\u00e4ltnis \u00fcbernommen zu werden. Das ist anstrengend und nervenaufreibend, aber mir scheint es fairer als das System hier mit seinen in der Regel immer noch prinzipiell befristeten Mittelbau-Stellen.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Das Tenure Track System klingt ja schon \u00e4hnlich wie das klassische deutsche System, in dem man sich von einer Assistentenstelle aus auf Lehrst\u00fchle bewirbt.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tEinerseits ja. Andererseits sagten mir meine amerikanische Kollegen nicht ganz zu Unrecht: \u201cIn Germany you were the professor\u2019s assistant, here you are an assistant professor\u201d. Richtig an diesem despektierlichen Ausspruch ist, dass man in den USA z.B. sofort antragsf\u00e4hig ist. Man ist fr\u00fcher sein eigener Herr und wird eher als eigenverantwortlicher Forscher ernst genommen.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Eine letzte Frage: Was w\u00fcrden Sie jungen Studierenden und Absolventen mit auf den Weg geben, die \u00fcber eine Karriere in der Wissenschaft nachdenken?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tMachen Sie sich nicht von Moden abh\u00e4ngig. Versuchen Sie nicht, auf Bedarf hin zu studieren, sondern st\u00fcrzen Sie sich in das, was Ihnen Freude macht und woran Sie wirklich glauben. Meine Erfahrung ist, dass sich M\u00f6glichkeiten auftun, wenn man sich r\u00fcckhaltlos engagiert. Zweifellos geh\u00f6rt dazu auch Flexibilit\u00e4t, etwa die Bereitschaft, sich r\u00e4umlich zu ver\u00e4ndern und auch mal einen Job anzunehmen, der auf den ersten Blick nicht so lukrativ erscheint. Aber allen, die das nicht abschreckt, w\u00fcrde ich immer dazu raten, in der Wissenschaft zu bleiben, weil es doch einer der interessantesten und sch\u00f6nsten Berufe ist.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Vielen Dank Prof. Dr. Joachim Kurtz!<\/strong><\/p>\n<p> \t\tDas SHAN-Interview f\u00fchrte Laura Jehl<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"2\" name=\"2\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Praktika bei<br \/>\nLifetime Trading Ltd. und bei \u201eDeutschland und China \u2013 Gemeinsam in<br \/>\nBewegung\u201c (Veranstaltungsreihe des Ausw\u00e4rtigen Amts) <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tWie wahrscheinlich fast jeder andere Sinologe h\u00f6re ich st\u00e4ndig die Fragen: \u201eDu studierst Chinesisch? Und was willst du sp\u00e4ter mal damit machen?\u201c Unter anderem, weil ich diese Frage nicht klar beantworten konnte, wollte ich vor meinem Abschluss noch das eine oder andere Praktikum machen, um die Arbeitswelt und meine eigenen jobtechnischen Interessen besser kennen zu lernen. Das Praktikum sollte nat\u00fcrlich, wenn m\u00f6glich, in China sein, soviel war mir klar, alles andere w\u00fcrde sich schon irgendwie ergeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tBeworben habe ich mich \u00fcbers Internet. Die Webseiten <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.kopra.org\/\" target=\"_blank\">www.kopra.org<\/a> und <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/china.ahk.de\/en\/home\/\" target=\"_blank\">http:\/\/china.ahk.de\/en\/home\/<\/a> sind meiner Meinung nach die besten Adressen. Anfangs hab ich mich ein bisschen von Vorgaben, wie \u00b4BWL Studenten bevorzugt\u00b4 und \u00e4hnlichem, einsch\u00fcchtern lassen, aber nach einer Weile hab ich mich einfach \u00fcberall beworben, wo ich die Stellenbeschreibungen ansprechend fand. Bis ich aber bei meinem Traumpraktikum gelandet bin, war es ein langer Weg. Der erste Versuch war ein totaler Flop, aber ohne diesen h\u00e4tte ich mich nie bei Deutschland und China \u2013 Gemeinsam in Bewegung (DuC) beworben und h\u00e4tte die Chance verpasst, bei diesem tollen Projekt mitzuwirken.<\/p>\n<p> \t<strong>Lifetime Trading Ltd.<\/strong><\/p>\n<p> \tEin \u00f6sterreichisch-chinesisches Handels- und Consultingunternehmen in Guangzhou bot mir ein Praktikum im Produktmanagement an. Die Rahmenbedingungen bei dieser Firma waren wirklich sehr ansprechend: bezahlte Unterkunft, 250 Euro im Monat, Firmenhandy und bei Erf\u00fcllung des Vertrages Erstattung der Flugkosten bis 700 Euro.<\/p>\n<p> \tMit Produktmanagement hatte mein Praktikum dort allerdings nicht das Geringste zu tun. In der ersten Woche bestanden meine Aufgaben haupts\u00e4chlich darin, Order mit Vorschriften zu lesen und meine Mitpraktikanten bei ihrer Arbeit zu unterst\u00fctzen. Dann durfte ich die Urlaubsvertretung f\u00fcr eine der anderen Praktikanten \u00fcbernehmen, dies beinhaltete vor allem das \u00dcbersetzen von Offerten vom Chinesischen ins Deutsche und das Weiterleiten von Kundenanfragen an die Eink\u00e4ufer und fertiger Offerten an die zust\u00e4ndigen internen Stellen. Au\u00dferdem musste jeder Praktikant t\u00e4glich durch Internetrecherche 25 Adressen potentieller Neukunden f\u00fcr die Kundendatenbank vorweisen. Hatte man 25 neue Adressen gefunden und mit der Datenbank abgeglichen, wurde der Newsletter und eine Firmenvorstellung verschickt.<\/p>\n<p> \tNach zwei Wochen bekamen alle Praktikanten die Aufgabe, die Kundendatenbank zu \u00fcberpr\u00fcfen und zu korrigieren. Es hatte sich heraus gestellt, dass viele Adressen doppelt vorhanden oder fehlerhaft waren. Also wurde die Liste unter uns aufgeteilt und jeder musste die Adressen in seinem Teil \u00fcberpr\u00fcfen. Doppelte und veraltete Adressen wurden gel\u00f6scht, falsche und unvollst\u00e4ndige Adressen wurden korrigiert und erg\u00e4nzt. Anschlie\u00dfend haben wir die Liste noch einmal neu aufgeteilt um und gegenseitig zu kontrollieren. Alles in allem, hat diese Arbeit zwei Wochen in Anspruch genommen.<\/p>\n<p> \t\u00dcber Lifetime kann ich sagen, dass ich mein Praktikum dort als nicht sehr produktiv empfunden habe. Meine Hoffnung, einen Einblick hinter die Kulissen eines internationalen Handelsunternehmens zu bekommen blieben im Gro\u00dfen und Ganzen unerf\u00fcllt. Ich hatte keinen wirklichen Ansprechpartner, der mich in meine Aufgaben eingearbeitet h\u00e4tte. Und nach 4 Wochen stand immer noch nicht fest, in welchem Bereich der Firma ich nun haupts\u00e4chlich t\u00e4tig sein sollte. Es schien auch nicht wirklich eine Rolle zu spielen, ob die Praktikanten etwas lernen, solange sie Leistung bringen. Da ich ja aber etwas lernen und neue Erfahrungen sammeln wollte, beschloss ich, zu k\u00fcndigen und mir ein neues Praktikum zu suchen. Diese Entscheidung f\u00fchrte mich zu DuC nach Peking.<\/p>\n<p> \t<strong>\u201eDeutschland und China \u2013 Gemeinsam in Bewegung\u201c<\/strong><\/p>\n<p> \tAuch wenn das Praktikum bei Lifetime nicht das war, was ich mir erhofft hatte, wollte ich nicht einfach die Flinte ins Korn werfen und heim fliegen, deshalb habe ich mich erneut auf die Suche gemacht. Und zu genau dieser Zeit hat Oliver Radtke f\u00fcr die Onlineredaktion von DuC (<a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.deutschland-und-china.com\/index_de.shtml\" target=\"_blank\">http:\/\/www.deutschland-und-china.com\/index_de.shtml<\/a>) einen neuen Praktikanten gesucht. \u201eDeutschland und China \u2013 Gemeinsam in Bewegung\u201c ist eine Veranstaltungsreihe des Ausw\u00e4rtigen Amts in China mit dem Ziel, die bilaterale Zusammenarbeit der beiden L\u00e4nder zu f\u00f6rdern. Partner sind unter anderem das Goethe-Institut und die Initiative \u201eDeutschland \u2013 Land der Ideen\u201c.<\/p>\n<p> \tAm 1. Juni hatte ich meinen ersten Tag, am 11. sind wir nach Shenyang zur vierten Station der Veranstaltungsreihe. Ich hatte also 10 Tage Zeit, mich in die Basics einzuarbeiten. Anfangs war ich f\u00fcr die Verwaltung und Organisation des deutschsprachigen Veranstaltungskalenders der Station in Shenyang verantwortlich. Es war das erste Mal, dass ich mit einem Content Management System gearbeitet habe, und dann war es auch noch vollst\u00e4ndig auf Chinesisch. Trotz meiner Chinesischkenntnisse war das eine echte Herausforderung. Ich musste die Ma\u00dfnahmenbeschreibungen der Veranstaltungen online stellen und den Kalender regelm\u00e4\u00dfig updaten. Daf\u00fcr musste ich mich mit dem Programm und dem verwendeten Quellcode vertraut machen und nebenbei noch die wichtigsten Vokabeln, die Veranstaltungsreihe betreffend, lernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVom 12. bis 20. Juni fand die vierte Station der Veranstaltungsreihe in Shenyang statt. Hier kamen neue Aufgaben f\u00fcr mich hinzu. Eine davon war das \u00dcbersetzten der Artikel, die meine chinesischen Kollegen zu den Veranstaltungen geschrieben haben. Sp\u00e4ter durfte ich auch kleinere Artikel selber schreiben, so habe ich zum Beispiel eine Besucherumfrage gemacht, Bildunterschriften zu Fotostrecken verfasst und das eine oder andere kleinere Interview gef\u00fchrt. Da ich keine Erfahrungen hatte, was Interviews f\u00fchren und Artikel schreiben angeht, habe ich immer alles ausf\u00fchrlich mit Oliver besprochen, mir von ihm Tipps geben lassen und im Anschluss Kritik abgeholt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tZur\u00fcck in Beijing ging es an die Aufbereitung der in Shenyang zusammengetragenen Materialien. Dazu geh\u00f6rte weiterhin das \u00dcbersetzen der chinesischen Artikel, aber auch das Suchen nach Medienberichten \u00fcber die Station im Internet und das Zusammentragen und Weiterverteilen aller Bilder. Und dann begannen auch schon die Vorbereitungen f\u00fcr die n\u00e4chste Station in Wuhan. Inzwischen hatten wir auch noch zwei neue Praktikanten bekommen, die ich teilweise auch einarbeiten durfte.&nbsp; Wenn man anderen seine Aufgaben erkl\u00e4ren muss, merkt man erst, wie viel man tats\u00e4chlich gelernt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie Arbeit bei DuC hat mir sehr viel Spa\u00df gemacht und ich habe viel Neues gelernt. Die Zusammenarbeit im Team war sehr produktiv und aktiv, gleichzeitig wurde von mir erwartet selbstst\u00e4ndig zu arbeiten, zu fragen, wenn ich etwas nicht verstanden hatte, aber auch meine eigene Meinung zu sagen, und bei Problemfragen meine eigenen Vorschl\u00e4ge mit einzubringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tBeide Praktika gaben mir die Gelegenheit, China aus einer anderen Perspektive kennen zu lernen und mit vielen interessanten Menschen zusammen zu arbeiten. Und ich habe gelernt, dass man manchmal Umwege gehen muss, um zu seinem Traumjob zu gelangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tKatja Modis<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"3\" name=\"3\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Chinesische Trotzkisten in Europa: Liu Renjing, Wang Fanxi und Zheng Chaolin <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tVor achtzig Jahren gab es in der KP Chinas \u2013 wie in anderen Kommunistischen Parteien \u2013 heftige Konflikte zwischen den Anh\u00e4ngern Stalins und Trotzkis. Vor allem die chinesischen Studenten der Moskauer Sun Yatsen Universit\u00e4t waren von Trotzki, der dort 1925 die Er\u00f6ffnungsrede hielt, sehr beeindruckt. Mit der Absetzung des Trotzki nahestehenden ersten Rektors (Karl Radek) begann auch die Ausschaltung der chinesischen Trotzkisten und der Aufstieg der von den \u201eAchtundzwanzig Bolschewiken\u201c angef\u00fchrten chinesischen Stalinisten. F\u00fcr die Trotzkisten endete die Auseinandersetzung meist mit Parteiausschlu\u00df, Gef\u00e4ngnisaufenthalt oder Exekution.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tViele Jahre nach diesen dramatischen Ereignissen sind die Erinnerungen einiger \u00dcberlebender in chinesischer, englischer und deutscher Sprache erschienen. Die Autoren Zheng Chaolin (1901-1998) und Wang Fanxi (1907-2002) beschreiben ausf\u00fchrlich ihre fr\u00fchen Aktivit\u00e4ten in der Partei, ihre Aufenthalte in Europa, die Auseinandersetzungen mit den Stalinisten, die Spaltung der Trotzkisten, sowie langj\u00e4hrige Gef\u00e4ngnisaufenthalte. \u00c4hnlich wie Deng Xiaoping und Zhou Enlai war auch Zheng Chaolin schon 1919 zum Studium nach Frankreich gereist und 1922 der KP beigetreten. Danach lebte er in Moskau, wo er \u201eden toten Lenin\u201c sah und \u201eden lebenden Trotzki\u201c sprechen h\u00f6rte. Wang Fanxi trat 1925 als Student der Universit\u00e4t Beijing der KP bei, ging zwei Jahre sp\u00e4ter nach Moskau und schloss sich dort den Trotzkisten an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tF\u00fcr die trotzkistische Bewegung in China war vor allem die Beteiligung von Chen Duxiu, dem ersten Generalsekret\u00e4r der KP Chinas, von gro\u00dfer Bedeutung. Eine wichtige Rolle spielte auch Liu Renjing (Gr\u00fcndungsmitglied der KP), der 1929 Trotzki in der T\u00fcrkei besuchte und danach Briefkontakt mit diesem unterhielt; in der 1990 erschienenen deutschsprachigen Sammlung von Trotzkis Schriften \u00fcber China sind auch Briefe an Chen und Liu enthalten. (In den fr\u00fchen achtziger Jahren ver\u00f6ffentlichte Liu in China mehrere Aufs\u00e4tze, die aber gr\u00f6\u00dftenteils nicht \u00fcbersetzt wurden; er starb 1987.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t1929 wurden Chen Duxiu und andere Trotzkisten aus der KP Chinas ausgeschlossen und sie bildeten daraufhin eigene Organisationen. Schon bald zerstritten sich die verschiedenen trotzkistischen Gruppen; sie wurden sowohl von Kuomintang (KMT) als auch von der KP bek\u00e4mpft und verloren an Einfluss. Chen Duxiu, Liu Renjing, Wang Fanxi und Zheng Chaolin verbrachten viele Jahre im Gef\u00e4ngnis. Nach dem Tod Trotzkis (1940) und Chen Duxius (1942) gelang den chinesischen Trotzkisten kein Comeback. Doch dies war auch f\u00fcr die stalinistische Gruppe kein Anlass zum Triumph; in Yan\u2019an wurden Wang Ming und einige andere \u201cBolschewiken\u201c etwa zur gleichen Zeit aus der Parteif\u00fchrung entfernt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tLiu Renjing, Zheng Chaolin und Wang Fanxi, die in den zwanziger Jahren f\u00fcr die gleichen Ziele gek\u00e4mpft hatten, w\u00e4hlten 1949 unterschiedliche Wege: w\u00e4hrend Liu und Zheng B\u00fcrger der Volksrepublik China wurden, ging Wang zun\u00e4chst nach Hongkong und sp\u00e4ter nach Europa.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie in den letzten Jahren erschienenen Erinnerungen sind teilweise schon vor einem halben Jahrhundert geschrieben worden, konnten jedoch damals \u2013 meist aus politischen Gr\u00fcnden \u2013 nicht ver\u00f6ffentlicht werden. Es ist ein besonderer Gl\u00fccksfall, da\u00df die Texte von Wang und Zheng inzwischen in mehr als drei Sprachen erh\u00e4ltlich sind und neben dem Haupttext jeweils noch Einleitungen, Nachworte und Anh\u00e4nge haben. Die chinesischen Fassungen sind nur intern (neibu) gedruckt worden, aber in vielen Bibliotheken zug\u00e4nglich. Die deutschen und englischen \u00dcbersetzungen sind in linken europ\u00e4ischen und amerikanischen Verlagen erschienen, die politisch den Autoren nahe stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie vor langer Zeit verfassten Texte bieten viele Informationen \u00fcber die fr\u00fche Geschichte der KP Chinas und Interpretationen, die sowohl von westlichen als auch von offiziellen VR-chinesischen stark abweichen. Au\u00dferdem spielen pers\u00f6nliche Erfahrungen und Ansichten eine gro\u00dfe Rolle. Daher sind die Erinnerungen nicht nur informativ sondern \u2013 im Gegensatz zu offiziellen Geschichtsdarstellungen \u2013 auch gut lesbar. F\u00fcr europ\u00e4ische Leser(innen) sind gerade die Europaaufenthalte der Autoren interessant. Die chinesischen Stalinisten und Trotzkisten wurden ja stark von ihren europ\u00e4ischen Erfahrungen gepr\u00e4gt. Gerade darum ist ein Vergleich dieser Erinnerungen mit Biographien \u201eoffizieller\u201c Kommunisten wie Deng Xiaoping und Zhou Enlai, die etwa zur gleichen Zeit in Europa waren, sehr aufschlussreich.<\/p>\n<p> \t\tWang Fanxi: Erinnerungen eines chinesischen Revolution\u00e4rs, Frankfurt, 1983.<br \/> \t\tWang Fanxi: Memoirs of a Chinese Revolutionary, New York, 1991.<br \/> \t\tWang Fanxi: Shuangshan huiyilu, Beijing, 2004.<br \/> \t\tZheng Chaolin: Siebzig Jahre Rebell, Frankfurt, 1991.<br \/> \t\tZheng Chaolin: An Oppositionist for Life, Atlantic Highlands, 1997.<br \/> \t\tZheng Chaolin: Zheng Chaolin Huiyilu, Beijing, 2004.<\/p>\n<p> \t\tThomas Kampen<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"4\" name=\"4\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Der besondere Gang in Heidelberg <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Am 8. Juli 2009 kamen Professoren, Mitarbeiter und Studenten des Instituts f\u00fcr Sinologie zur \u00f6ffentlichen Direktoriumssitzung zusammen. Frau Prof. Dr. Barbara Mittler \u00fcbernahm die Leitung der Sitzung.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tAuf der Tagesordnung standen unter anderem die Situation in der Bibliothek, die angestrebte st\u00e4rkere Vernetzung des Zentrums f\u00fcr Ostasienwissenschaften, sowie die Neubesetzung diverser Stellen. Parallel hierzu wurde der langj\u00e4hrige Institutsdirektor Prof. Dr. Rudolf G. Wagner von seinen Mitarbeitern verabschiedet und der neue Professor f\u00fcr Intellectual History des Exzellenzclusters, Prof. Dr. Joachim Kurtz, dem Publikum vorgestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Bibliothek<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie Raumnot in der Bibliothek, die nach Informationen von Bibliothekarin Anne Labitzky-Wagner obgleich ein Dauerzustand dennoch ungewollt sei, stellt weiterhin ein Problem dar. Die Regalbelegung sei derzeit bei etwa 120%. Die L\u00f6sung dieses Dilemmas wird weiter angestrebt, derzeit muss sie jedoch hinter den dringenden Renovierungsbedarf in den R\u00e4umen der Bibliothek zur\u00fccktreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Verwaltung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDas Sekretariat nutzte die Versammlung um die Ausschreibung einer Stelle als Fremdsprachensekret\u00e4r\/In bekannt zu geben. Die Stellenbeschreibung findet sich unter anderem auf der Institutswebseite. Des Weiteren wurde auf die Nutzung der Studiengeb\u00fchren eingegangen und erneut darauf hingewiesen, dass jederzeit Vorschl\u00e4ge und Antr\u00e4ge zur Verwendung des Budgets an die Studiengeb\u00fchrenkommission gerichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>ZO-Vernetzung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tFrau Prof. Dr. Mittler k\u00fcndigte an, dass die Vernetzung des Zentrum f\u00fcr Ostasienwissenschaften unter anderem durch eine gemeinsame zus\u00e4tzliche Bibliothekarsstelle vorangetrieben werden soll. F\u00fcr die Stelle konnte erfolgreich der ehemals in Heidelberg t\u00e4tige und seither an der Universi\u00e4t Leiden, Niederlande, angestellte Begr\u00fcnder des IGCS (Internet Guide for Chinese Studies) Hanno Lecher, geworben werden. Dar\u00fcber hinaus soll eine st\u00e4rkere Vernetzung auf informeller Ebene durch die gemeinsame Veranstaltung von Absolventenfeiern und Sommerfesten erreicht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Bildungsstreik<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIm Zuge der bundesweiten Bildungsstreiks standen hochschulpolitische Fragen auch f\u00fcr das Institut f\u00fcr Sinologie auf der Tagesordnung. Christian Andersch berichtete \u00fcber die Vorg\u00e4nge, Ziele und Probleme der bundesweiten Streikaktionen. Unter den Studenten der Sinologie, wie auch schon bei Gespr\u00e4chen im Vorfeld deutlich wurde, ergab sich kein einheitliches Stimmungsbild, die meisten Institutsstudierenden stehen universit\u00e4tspolitischen Themen apathisch oder apolitisch gegen\u00fcber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Bachelor Studiengang<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tEbenso steht die Evaluation des im Wintersemester 2004\/2005 eingef\u00fchrten Bachelor-Studiengangs Ostasienwissenschaften bevor, bei der das Institut f\u00fcr Sinologie auf Unterst\u00fctzung der Studierenden hofft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Personalwechsel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie Mitarbeiter des Instituts verabschiedeten sich von ihrem langj\u00e4hrigen Chef und Kollegen mit der Gewissheit, dass Herr Prof. Dr. Wagner trotz seines Weggangs dem Institut bei seiner Arbeit im Exzellenzcluster weiterhin erhalten bleiben wird. Anhand zahlreicher Anekdoten sinnierten die Institutsmitarbeiter und Dozenten mit einem R\u00fcckblick auf bis zu 20 Jahre Zusammenarbeit \u00fcber die stets der Wissenschaft folgenden Rationalit\u00e4t, den Eifer und die Hast von Prof. Dr. Wagner. Er selbst gab zu erkennen, dass er r\u00fcckblickend oftmals in seinem Eifer gefangen und die Grenzen von \u201cAufgabe\u201d und \u201cZumutung\u201d \u00fcberschritten hatte. Er bedankte sich f\u00fcr die Geduld seiner Mitarbeiter und Kollegen und entschuldigte sich \u2013 nicht ohne ein Augenzwinkern \u2013 bei der versammelten Mannschaft. Seinen weiteren Verbleib am Institut f\u00fcr Sinologie s\u00e4he er bildlich wie das Grinsen der Cheshire Katze. Selbst wenn die Katze verschwunden ist, bleibt ihr breites Grinsen gut zu sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tProfessor Dr. Kurtz, der dem Eifer in Heidelberg schon fr\u00fch begegnete, res\u00fcmierte gemeinsam mit den Mitarbeitern, dass man auf dem Gang des Instituts nicht sicher sei. Das schnelle Mundwerk und der eilende Schritt Professor Dr. Wagners g\u00e4ben in Heidelberg den Ton an. Dem neuen Professor Dr. Joachim Kurtz, den wir im folgenden Artikel eingehend vorstellen werden, hei\u00dfen wir an unserem Institut herzlich willkommen und wir hoffen, dass er im besonderen Gang des Heidelberger Instituts seinen Schritt finden wird.<\/p>\n<p> \t\tHanni Truong<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT Interview mit Professor Joachim Kurtz &#8222;Machen Sie sich nicht von Moden abh\u00e4ngig!&#8220; Seit Juli ist Joachim Kurtz Professor of Intellectual History am Exzellenzcluster &#8222;Asia and Europe in a Global [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_EventAllDay":false,"_EventTimezone":"","_EventStartDate":"","_EventEndDate":"","_EventStartDateUTC":"","_EventEndDateUTC":"","_EventShowMap":false,"_EventShowMapLink":false,"_EventURL":"","_EventCost":"","_EventCostDescription":"","_EventCurrencySymbol":"","_EventCurrencyCode":"","_EventCurrencyPosition":"","_EventDateTimeSeparator":"","_EventTimeRangeSeparator":"","_EventOrganizerID":[],"_EventVenueID":[],"_OrganizerEmail":"","_OrganizerPhone":"","_OrganizerWebsite":"","_VenueAddress":"","_VenueCity":"","_VenueCountry":"","_VenueProvince":"","_VenueState":"","_VenueZip":"","_VenuePhone":"","_VenueURL":"","_VenueStateProvince":"","_VenueLat":"","_VenueLng":"","_VenueShowMap":false,"_VenueShowMapLink":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-255","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-newsletter"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.6 - 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