{"id":257,"date":"2009-11-01T12:00:00","date_gmt":"2009-11-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2009\/11\/01\/newsletter-november-2009-nr-37\/"},"modified":"2026-05-20T18:36:46","modified_gmt":"2026-05-20T17:36:46","slug":"newsletter-november-2009-nr-37","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2009\/11\/01\/newsletter-november-2009-nr-37\/","title":{"rendered":"Newsletter November 2009 Nr. 37"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 id=\"anker_FrankfurterBuchmesse2009\" style=\"text-align: justify;\">Frankfurter Buchmesse 2009: Tage kulturellen Austausches<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frankfurter Buchmesse h\u00e4lt jedes Jahr zahlreiche Eindr\u00fccke bereit, die auf ihre Besucher einprasseln. Jan-Martin Willems hat f\u00fcr SHAN seine pers\u00f6nlichen Erfahrungen auf der Messe zusammengefasst und kommt zu dem kritischen Fazit, dass der Besuch einer durchschnittlichen Wohnheimsk\u00fcche vermutlich authentischere Einblicke in eine fremde Mentalit\u00e4t bietet, als die auf der Buchmesse gebotene Selbstinszenierung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#1\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Artikel<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_ZweiteSHAN-Lesungchinesi\" style=\"text-align: justify;\">Zweite SHAN-Lesung chinesischer Autoren<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 14. Oktober fand im Institut f\u00fcr Sinologie die zweite Lesung anl\u00e4sslich der diesj\u00e4hrigen Buchmesse statt. Zw\u00f6lf Autoren aus Guangdong und Zhejiang waren der Einladung der SHAN-Vorsitzenden Wan Li gefolgt, ihre Werke vorzustellen und so zu einem pers\u00f6nlicheren kulturellen Austausch beizutragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#2\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Bericht<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_InterviewmitQiDexiang\" style=\"text-align: justify;\">Interview mit Qi Dexiang<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Wir bem\u00fchen uns, dass Stil und Inhalte der B\u00fccher zu den Ausl\u00e4ndern passen.&#8220;<br \/> Herr Qi Dexiang ist Pr\u00e4sident und Chefredakteur der Universit\u00e4tspresse an der Universit\u00e4t f\u00fcr Sprache und Kultur Peking (BLCU). Xu Tao hat ihn im Rahmen der Frankfurter Buchmesse getroffen und mit ihm \u00fcber das Erlernen von Fremdsprachen, seine pers\u00f6nlichen Lieblingsb\u00fccher und die \u00c4hnlickeit von Frankfurt und Peking gesprochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#3\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Interview<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_ErzhlenSiemalHerrKaeding\" style=\"text-align: justify;\">Erz\u00e4hlen Sie mal, Herr Kaeding!<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dieser Ausgabe beginnt eine Vorstellungsreihe von MitarbeiterInnen des Zentrums f\u00fcr Ostasienwissenschaften. Oft begegnen wir einander in den Fluren, in der Bibliothek und in den Unterrichtsr\u00e4umen, und wissen doch nicht, wer uns gegen\u00fcbersteht. SHAN hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit der Reihe &#8222;Erz\u00e4hlen Sie mal,&#8230;&#8220; den offenen Fragen eine Antwort zu geben, und wir begr\u00fc\u00dfen Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die n\u00e4chsten Kandidaten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Anfang macht Malte Kaeding, den viele Studierende aus seinen Seminaren, \u00dcbungen und Vortr\u00e4gen zur Politik Greater Chinas kennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#4\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Interview<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_SHAN-Workshop:Chinesisch\" style=\"text-align: justify;\">SHAN-Workshop: Chinesisch als Fremdsprache f\u00fcr Kinder und Jugendliche<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gro\u00dfen Anklang und viel positives Feedback erhielt die vom SHAN-Schulteam organisierte Fortbildung &#8222;Chinesisch als Fremdsprache f\u00fcr Kinder und Jugendliche&#8220; mit Dr. Christina Neder, Chinesischdozentin der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (GSG) in Dortmund.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Mittelpunkt des Workshops standen M\u00f6glichkeiten der Unterrichtsgestaltung und didaktische Tipps f\u00fcr den Fremdsprachenunterricht mit Kindern und Jugendlichen unter Beachtung lernpsychologischer Voraussetzungen dieser Altersklasse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#5\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Bericht<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Rezension:MarkLeonard-Wa\" style=\"text-align: justify;\">Rezension: Mark Leonard &#8211; Was denkt China?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was denkt China? In Zeiten, in denen China \u00fcberall als neue Welt- oder sogar Supermacht gehandelt wird, scheint dies von h\u00f6chstem Interesse. Der Politikwissenschaftler und Direktor f\u00fcr internationale Politik am Center for European Reform in London, Mark Leonard, ist dieser Frage in seinem neuen Buch nachgegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#6\"><strong>&gt;&gt; zur vollst\u00e4ndigen Rezension<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"1\" name=\"1\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Frankfurter Buchmesse 2009: Tage kulturellen Austauschs <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Vom 14. bis 18. Oktober fand in Frankfurt wieder die allj\u00e4hrliche Buchmesse statt und konnte knapp 300.000 Besucher verzeichnen. F\u00fcr die Verlage war die Messe ein gesch\u00e4ftlicher Erfolg, doch inwieweit konnte man etwas \u00fcber fremde Kulturen lernen?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gab durchaus Momente, in denen man sich so f\u00fchlte, als w\u00fcrde einem die fremde Kultur n\u00e4her gebracht werden. Etwa bei City Talk von Arte, wo sich der Autor Liu Zhenyun aus Peking und Martin Mosebach, ebenfalls Autor aus Frankfurt am Main, unter der Moderation des bekannten Sinologen Tilmann Spengler \u00fcber die Wahrnehmung der Heimat des anderen unterhielten. In einem humoristischen und zum Nachdenken anregenden Dialog lernte man mehr \u00fcber die Denkweise und das Leben der Chinesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Auff\u00fchrung einer Pekingoper, die von der Chinesischen Delegation voller Stolz als \u201ceinmalig in der Geschichte der Frankfurter Buchmesse\u201d angepriesen wurde, war&nbsp; solch ein Augenblick. Im Anschluss konnten sich auch weniger talentierte K\u00fcnstler damit r\u00fchmen, einmal einen Auftritt im Ausland gehabt zu haben. Es reichte aus, um dem g\u00e4nzlich Unwissenden einen Eindruck von der Pekingoper zu vermitteln. Als spektakul\u00e4r konnte man an ihr allenthalben die Dreistigkeit bezeichnen, dass zum Ende der Vorstellung im St\u00fcck dazu eingeladen wurde, im China Pavillon doch ein bisschen shoppen zu gehen. Kultur wurde hier zur Ware, die man sich einpacken konnte um sie mit nach Hause zu nehmen \u2013 praktisch! Im Programmheft wurde dies folgenderma\u00dfen angek\u00fcndigt: \u201cPekingoper: An der Kreuzung von drei Stra\u00dfen.\u201d Wo sich dort irgendwelche Stra\u00dfen gekreuzt haben sollen, blieb zumindest mir absolut schleierhaft. Um das chinesische Kulturprogramm noch ein bisschen zu erweitern, wurde die gleiche Vorstellung noch unter zwei anderen Namen in die Terminliste aufgenommen. Und (nochmal) wiederholt. Und wieder unter komplett anderem Namen mehrfach angek\u00fcndigt. Bei solch vielf\u00e4ltigem kulturellem Angebot kann man einfach nur staunen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die gut versteckte Ausstellung Ost trifft West von Yang Liu \u00fcber Unterschiede in der Kultur Chinas und des Westens war f\u00fcr mich pers\u00f6nlich eines der Highlights der Messe. Auf gerade mal 10m\u00b2 wurden hier Unterschiede und trotz ihrer Gegens\u00e4tzlichkeit verbl\u00fcffende Parallelentwicklungen mit simpelsten Zeichnungen dargestellt. Etwa die Verleugnung der eigenen Kultur. In Deutschland ist es Trend asiatische Kost mit St\u00e4bchen zu essen, die Chinesen halten sich dagegen jetzt f\u00fcr kultiviert, wenn sie im westlichen Steakhouse mit Messer und Gabel essen. Witzig, geistreich und leider viel zu wenige Exponate. In knapp 10 Minuten hatte man sich alles angeschaut.&nbsp; Nat\u00fcrlich wurde nicht vergessen f\u00fcr das Buch, in dem diese und noch viele weitere&nbsp; Kunstwerke abgedruckt sind Werbung zu machen. Wer aber \u00e4hnlich geizig ist wie ich, kann sich im Internet unter www.yangliudesign.com einen Eindruck verschaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erfreulich, dass sich Taiwan nicht nur mit einem eigenen Stand an der Buchmesse pr\u00e4sentieren durfte, sondern auch Vortr\u00e4ge \u00fcber den geschichtlichen Werdegang der modernen taiwanischen Literatur hielt. Unerkl\u00e4rlich, wie die chinesische Delegation es zulassen konnte, dass der Messebesucher einen solchen Einblick in die Kultur seiner abtr\u00fcnnigen Provinz erhalten konnte und aktiv ein Bewusstsein daf\u00fcr geschaffen wurde, dass es nicht die eine chinesische Kultur gibt, sondern \u2013 man h\u00f6re und staune &#8211;&nbsp; viele verschiedene Str\u00f6mungen und Identit\u00e4ten \u201cinnerhalb\u201d dieser bestehen. Der Gro\u00dfteil der Zuh\u00f6rer war jedoch asiatisch und der Anzahl, der wie mit dem Rasiermesser gezogenen, tiefschwarzen Seitenscheitel \u00fcber absolut ausdruckslosen Gesichtern, nach zu urteilen, wurden diese Vortr\u00e4ge von der pekinger Zentralregierung nicht ignoriert. Dennoch eine sehr positive \u00dcberraschung f\u00fcr jeden Interessenten. Vergessen Sie aber nicht den Hinweis, der in Form eines nachtr\u00e4glich hinzugef\u00fcgtem Aufklebers in den taiwanischen B\u00fcchern zu finden war:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andere sehr wichtige Programmpunkte um die chinesische Kultur besser zu verstehen waren zwar im Terminkalender angek\u00fcndigt, aber nirgendwo zu finden. So h\u00e4tte das Erlebnis pers\u00f6nlich an einer Teezeremonie teilzunehmen bestimmt dazu beigetragen, eine Br\u00fccke zwischen den Kulturen zu schlagen. Als essentieller Bestandteil des chinesischen Lebens w\u00e4re es hier jedem m\u00f6glich gewesen chinesische Kultur direkt zu erfahren. Leider war dieses Event nicht aufzufinden, zumindest nicht an dem Ort f\u00fcr den es angek\u00fcndigt war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem Kenner der asiatischen L\u00e4nder fielen dennoch \u00fcberall Details auf, die von der Kultur des anderen zeugten, beispielsweise \u00fcberall verstreut stehende Thermoskannen bei den chinesischsprachigen Verlagen, Taiwaner, die lustig schwatzend in einer Gruppe zusammen standen und zur\u00fcckhaltenderen Personen jedes Gespr\u00e4ch unm\u00f6glich machten, Chinesen, die aussahen als w\u00e4ren sie mit dem \u201cSo baue ich mir einen Kader\u201d Bausatz zusammengebaut worden. Diese jagten, wenn auch gespr\u00e4chsbereit, zumindest mir einen so gro\u00dfen Schrecken ein, als sie mit finsterer Miene auf mich zu traten, dass ich schnell rei\u00df aus nahm. Japaner sa\u00dfen im Rudel beieinander und vermittelten den Eindruck, man solle ihnen blo\u00df vom Leibe bleiben, man verstehe ihre Kultur sowieso nicht. Wenn das nicht japanisch ist, dann wei\u00df ich auch nicht mehr. \u00dcberm\u00fcdete Koreaner lie\u00dfen sich ersch\u00f6pft auf St\u00fchle sinken. Gespr\u00e4che konnten und fanden statt, doch aufgrund eines gef\u00fchlten begrenzten Zeitrahmens, man wollte dem anderen ja nicht zu viel Zeit rauben, blieb wahres Verst\u00e4ndnis aus und kultureller Austausch reduzierte sich auf essentielle Informationen, wie beispilsweise diese: \u201cEin McDonalds Men\u00fc in Malaysia kostet umgerechnet nur einen Euro. Du solltest unbedingt Urlaub in Malaysia machen.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da lobe ich mir die deutsche Kultur. Extravagant gestaltete St\u00e4nde \u00fcberzeugten sofort. Prominente priesen B\u00fccher an. Nette Damen \u00fcberreichten Leseproben.Visuelle Anreize bis zur Besinnungslosigkeit. Das ein oder andere Foto eines \u00e4sthetisch geformten, nackten K\u00f6rpers wusste, geschickt platziert, Blicke einzufangen. Elegant gekleidete Repr\u00e4sentanten\/innen der Verlage sprachen mit ebenso elegant gekleideten potentiellen Kunden\/innen. Als normaler Mensch war man hier unsichtbar, es war nicht mal ein Sitzplatz vorhanden f\u00fcr denjenigen, der sich f\u00fcr ein Buch interessierte und es einfach mal in Ruhe durchbl\u00e4ttern wollte. Fragte man, ob man sich setzen d\u00fcrfe, so wurde nur sehr bestimmt erwidert, dieser Platz sei f\u00fcr wichtige Gespr\u00e4che reserviert. Kurzum, die deutschen Verlage zeigten sich von ihrer besten Seite.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frankfurter Buchmesse hat sich zumindest mir als anstrengender, aber auch ausgef\u00fcllter Tag mit tausenden kleinen Eindr\u00fccken ins Ged\u00e4chtnis gepr\u00e4gt. Doch warum geht man auf die Frankfurter Buchmesse? Die Problematik China als Ehrengast zu haben, war wesentlich besser in der Presse zu verfolgen und f\u00fcr den Messebesucher kaum greifbar. Wollte man mal wieder ein paar B\u00fccher durchbl\u00e4ttern, ist der Weg zur n\u00e4chsten Bibliothek wesentlich k\u00fcrzer und die Atmosph\u00e4re entspannter. Kultur war auf der Messe, zumindest meinem Gef\u00fchl nach, bestenfalls Nebensache. Wer sich mit der Mentalit\u00e4t eines fremden Volkes auseinandersetzen m\u00f6chte, ist besser beraten, wenn er sich mal in die K\u00fcche eines Studentenwohnheims setzt. Vermutlich geht man auf die Frankfurter Buchmesse, um einfach mal auf der Frankfurter Buchmesse gewesen zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Jan-Martin Willems<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"2\" name=\"2\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Zweite SHAN-Lesung chinesischer Autoren <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Am 14. Oktober 2009 veranstalteten SHAN und der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse China im Sinologischen Seminar der Universit\u00e4t Heidelberg die zweite Lesung anl\u00e4sslich der diesj\u00e4hrigen Buchmesse. Nachdem die erste Lesung im September so gro\u00dfen Anklang gefunden hatte, waren dieses Mal insgesamt zw\u00f6lf Autoren aus Guangdong und Zhejiang der Einladung der SHAN-Vorsitzenden Wan Li gefolgt.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben Yang Ke \u6768\u514bund Ji Yigong \u5d47\u4ea6\u5de5trugen auch Yang Dongbiao \u6768\u4e1c\u6807 und Qiu Chaoxiang \u90b1\u8d85\u6837 aus ihren Werken vor. In der an die Lesung angeschlossenen Diskussion standen alle Autoren dem Publikum f\u00fcr Fragen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Delegationen aus Guangdong und Zhejiang wurden geleitet von Yang Chengzhi \u6768\u627f\u5fd7, Vorstandsmitglied und Sekret\u00e4rin des chinesischen Schriftstellerverbandes. Au\u00dferdem begleiteten Akbar Majit \u827e\u514b\u62dc\u5c14 \u7c73\u5409\u63d0 als Moderator und Zhuang Wei \u5e84\u73ae als \u00dcbersetzer die Autorengruppe. Vom Schriftstellerverband Guangdong waren der Vorsitzende des Schriftstellerverbandes Guangdong Yang Ke, Li Aiyun \u674e\u7231\u4e91, Qiu Chaoxiang, Fan Yingyan \u8303\u82f1\u598d sowie Wen Yuanhui \u6e29\u8fdc\u8f89anwesend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schriftstellerverband Zhejiang wurde durch Ji Yigong, Yang Dongbiao, Wu Qijie\u5434\u742a\u6377(alias Wangshou \u738b\u624b)&nbsp; und Zheng Xiaolin \u90d1\u6653\u6797 vertreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der deutsch-chinesischen Begr\u00fc\u00dfung durch Wan Li und Kristina Bodrozic-Brnic \u00fcberreichte Delegationsleiterin Yang Chengzhi den beiden Shan-Vertreterinnen zahlreiche Gastgeschenke, darunter das Symbol des chinesischen Schriftstellerverbandes, B\u00fccher und Zeitschriften f\u00fcr die Bibliothek sowie Seide aus Zhejiang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Auftakt der Lesung machte Ji Yigong, der in beeindruckender Weise aus seinem Gedicht \u201eDem Mond zu h\u00f6ren\u201c (\u542c\u6708) vortrug. Er sagte es sei sein Ziel, den Zuh\u00f6rern ein Gef\u00fchl daf\u00fcr zu vermitteln, wie ein chinesisches Gedicht wirke, wenn es nicht nur gelesen sondern vorgetragen w\u00fcrde. Au\u00dferdem wolle er die Gelegenheit nutzen, das Publikum f\u00fcr den Dialekt seiner Heimat zu begeistern. Dem Applaus und den Gesichtern des Publikums nach zu urteilen, ist ihm dies mit seinem passionierten Vortrag gelungen. Auch die folgende \u00dcbersetzung ins Deutsche, vorgetragen von von Kaja M\u00fcller, stand dem chinesischen Vortrag im Ausdruck in nichts nach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Yang Ke erz\u00e4hlt in seinen \u201eBegegnungen mit einem Reisfeld in Dongguang\u201c (\u5728\u4e1c\u839e\u9047\u89c1\u4e00\u5c0f\u5757\u7a3b\u7530) von seinen Empfindungen beim Anblick des Wandels in China. Er beschreibt den Gegensatz zwischen einer kleinen Reispflanze und den gro\u00dfen Fabriken, zwischen dem r\u00fcckst\u00e4ndigen China und seiner schnellen wirtschaftlichen Entwicklung in den letzten Jahren, verdeutlicht anhand des eher landwirtschaftlich gepr\u00e4gten Ortes Dongguang. Sein Beitrag soll die R\u00fcckbesinnung auf das Wesentliche darstellen, und ist eine Aufforderung f\u00fcr die ganzheitliche Betrachtung der Dinge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ausbildung des Autors in Dramatik war beim Vortrag Yang Dongbiaos unschwer zu erkennen. Er las aus seinem St\u00fcck Wang Yangming (\u738b\u9633\u660e) und lie\u00df dieses durch sein schauspielerisches Talent wieder lebendig werden. Auf die Frage, warum er aus den zahlreichen Philosophen Chinas gerade Wang Yangming als Hauptperson f\u00fcr sein St\u00fcck gew\u00e4hlt habe, antwortete Yang Dongbiao, Wang Yangming sei nat\u00fcrlich ein sehr wichtiger chinesischer Philosoph, den Ausschlag \u00fcber ihn zu schreiben habe aber die gemeinsame Herkunft aus Ningbo gegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die meisten Lacher erntete zweifelsfrei Qiu Chaoxiang mit seinem St\u00fcck \u201eDie M\u00fchle in der Heimat\u201c (\u6545\u4e61\u6c34\u7893\u95f4) aus dem Novellenband \u201eDie verwirrenden Melodien\u201c. Seine tiefgr\u00fcndige und dennoch humorvolle Beschreibung eines Reism\u00fcllers mit Spitznamen \u201eGemeine Garnele\u201c aus der Perspektive eines Kindes, bildete einen gelungen Abschluss der Vortr\u00e4ge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die anschlie\u00dfende Diskussion mit dem Publikum wurde von Wan Li geleitet. Nach eher allgemeinen Fragen zu Beginn wurden im weiteren Verlauf auch zunehmend kritische Fragen gestellt. Das Publikum griff Fragen aus der aktuellen \u00f6ffentlichen Debatte um die Einladung Chinas als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse auf, zum Beispiel die Frage nach der Rolle von chinesischen Schriftstellern au\u00dferhalb des Schriftstellerverbandes, ihre Ver\u00f6ffentlichungsm\u00f6glichkeiten in China und Reisem\u00f6glichkeiten zur Buchmesse. Diese Fragen wurden von Moderator Akbar Majit elegant und diplomatisch beantwortet. Er sagte, es sei auch f\u00fcr Nichtmitglieder des Schriftstellerverbandes m\u00f6glich in China zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr noch mehr Diskussionsbedarf, vor allem unter den Autoren selbst, sorgte die Frage, wie die anwesende \u00e4ltere Autorengeneration zu ihren Nachfolgern stehe. Es g\u00e4be einige sehr talentierte junge chinesische Autoren, wie zum Beispiel Annie Baobei, sagte Yang Ke. Sie w\u00fcrden nach M\u00f6glichkeit unterst\u00fctzt und die Zusammenarbeit sei gut. Allerdings fehle vielen jungen Autoren noch die Reife, sie m\u00fcssten sich erst entwickeln. Ihre St\u00e4rke liege derzeit wohl eher im Schreiben von Essays, als im Verfassen langer Romane.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Delegationsleiterin Yang Chengzhi, SHAN Vize Kristina Bodrozic-Brnic, Dolmetscherin Kaja M\u00fcller und SHAN Vorsitzende Wan Li.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als kleines Dankesch\u00f6n und Erinnerung an ihren Aufenthalt erhielten die Autoren nach Abschluss der Diskussion Heidelberger Studentenk\u00fcsse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In ausgelassener Stimmung wurden Diskussionen weiter vertieft, Erinnerungsbilder geschossen, und es bestand die M\u00f6glichkeit mit den Autoren einige Worte zu wechseln und einige Gl\u00fcckliche bekamen sogar B\u00fccher als pers\u00f6nliches Geschenk \u00fcberreicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sylvia Schneider<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"3\" name=\"3\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Interview mit Qi Dexiang: &#8222;Wir bem\u00fchen uns, dass Stil und Inhalte der B\u00fccher zu den Ausl\u00e4ndern passen.&#8220; <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Herr Qi Dexiang ist Pr\u00e4sident und Chefredakteur der Universit\u00e4tspresse der Beijing Language and Culture University (BLCU) und war selbstverst\u00e4ndlich auch bei der diesj\u00e4hrigen Frankfurter Buchmesse als Repr\u00e4sentant dabei. Interessierte konnten von ihm mehr \u00fcber die Verlagsarbeit im sich wandelnden China erfahren. Xu Tao nutzte die Gelegenheit und f\u00fchrte ein Interview f\u00fcr SHAN vor Ort.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Xu Tao f\u00fcr SHAN: Guten Tag, Herr Qi! Ich freue mich sehr, dass ich heute ein Interview mit Ihnen f\u00fchren kann. China pr\u00e4sentiert sich 2009 als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Wie finden Sie diese Buchmesse?<\/strong><\/p>\n<p> Qi Dexiang: In diesem Jahr pr\u00e4sentiert China sich als Ehrengast auf der Buchmesse. Wir alle haben uns gut darauf vorbereitet, nicht nur die 108 chinesischen Verlage, sondern auch das chinesische Hauptamt f\u00fcr Presse und Publikationen. Wir meinen, dass die Frankfurter Buchmesse eine wichtige Plattform ist. China soll diese mehr und besser nutzen, damit sich die Ausl\u00e4nder auf direktem Wege \u00fcber China informieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p> <strong>Die Universit\u00e4tspresse der BLCU ist ein wichtiger Verlag f\u00fcr chinesische Lehrb\u00fccher. Beim Austausch von Sprache und Kultur zwischen Chinesen und Ausl\u00e4ndern spielt diese Universit\u00e4t auch eine wichtige Rolle. Welche Vorbereitungen haben Sie getroffen, um sich an dieser Frankfurter Buchmesse zu beteiligen?<\/strong><\/p>\n<p> Zuerst haben wir viele B\u00fccher von China nach Deutschland mitgenommen, die den Ausl\u00e4ndern gefallen. Diese B\u00fccher wecken das Interesse der Ausl\u00e4nder, die chinesisch lernen wollen. Wir bem\u00fchen uns, dass Stil und Inhalt der B\u00fccher zu den Ausl\u00e4ndern passen. Zweitens haben wir das Fremdsprachenforum f\u00fcr sie organisiert.&nbsp; Ich habe zum Beispiel gerade ein Forum f\u00fcr deutsche Kinder abgehalten. Das Thema war, wie Kinder leicht chinesisch lernen k\u00f6nnen. Ich glaube, man sollte mit dem Erlernen von Fremdsprachen in jungen Jahren beginnen. Wir benutzen eine leichte und fr\u00f6hliche Unterrichtsform, welche auf die Besonderheiten von Kindern gerichtet ist. Die Kinder lernen so spielerisch chinesisch. Ich habe gemerkt, dass es ganz gut funktioniert.<\/p>\n<p> <strong>Chinesisch lernen ist jetzt in Europa und der ganzen Welt so popul\u00e4r, wie es fr\u00fcher das Englischlernen war. Was halten Sie von diesem Ph\u00e4nomen?<\/strong><\/p>\n<p> Ich pers\u00f6nlich denke, dass das im Zusammenhang mit der chinesischen Wirtschaftsentwicklung steht. China entwickelt sich im Vergleich zum Rest der Welt rasant. Seine internationale Stellung ist enorm gestiegen. Je besser und schneller ein Land sich entwickelt, desto mehr Leute interessieren sich f\u00fcr seine Wirtschaft und auch f\u00fcr seine Kultur und Sprache. Meiner Meinung nach ist das ein positives Ph\u00e4nomen, weil Fremdsprachen eine Kommunikationsmethode sind. Wenn man sie beherrscht, kann man eine fremde Kultur schneller und besser kennen lernen.<\/p>\n<p> <strong>Herr Qi, haben Sie fr\u00fcher schon an anderen Buchmessen auf der Welt teilgenommen? Unterschieden diese sich von der Frankfurter Buchmesse 2009?<\/strong><\/p>\n<p> Im Jahr 1998 habe ich mich an einer Buchmesse in Japan beteiligt. Umfang und Form waren nicht so breit und vielf\u00e4ltig. Die Frankfurter Buchmesse ist die gr\u00f6\u00dfte und beste auf der Welt. Dieses Jahr ist China Ehrengast geworden und ich bin ganz stolz darauf. Unter dem Motto \u201cTradition und Innovation\u201c wird ein vielf\u00e4ltiges Programm rund um die chinesische Literatur und Kultur pr\u00e4sentiert. Ich glaube, dass auf der Buchmesse ein insgesamt positives Fazit f\u00fcr China gezogen wird. Es ist ganz toll, nicht war?<\/p>\n<p> <strong>Waren Sie fr\u00fcher schon mal in Deutschland? Wie finden Sie Deutschland und die Deutschen?<\/strong><\/p>\n<p> Ich bin das erste Mal nach Deutschland gekommen und finde Frankfurt am Main sch\u00f6n. Es sieht Peking irgendwie \u00e4hnlich. Vielleicht sind alle Metropolen auf der Welt \u00e4hnlich. (Er l\u00e4chelt.) Die Deutschen sind sehr ordentlich und p\u00fcnktlich.<\/p>\n<p> <strong>Zu dieser Buchmesse sind 108 chinesische Autoren nach Frankfurt gekommen. Manche sind sehr ber\u00fchmt in China, beispielsweise Yu Hua, Mo Yan, A Lai und Tie Ning. Sind Ihre Lieblingsschriftsteller und -werke hier vertreten?<\/strong><\/p>\n<p> Nein, leider nicht. Ich interessiere mich nur f\u00fcr klassische chinesische Literatur, wie die Vier Klassiker. \u201eDie Reise nach Westen\u201c ist mein Lieblingswerk. Ich finde, dass es zur klassischen Literatur geh\u00f6rt.<\/p>\n<p> <strong>Sie sind Dr. der Linguistik und Chefredakteur der Universit\u00e4tspresse der BLCU. K\u00f6nnen Sie meinen deutschen Kommilitonen, welche Sinologie studieren, Vorschl\u00e4ge geben, wie man gut chinesisch lernen kann?<\/strong><\/p>\n<p> Wenn man eine Fremdsprache lernt, muss man zuerst flei\u00dfig sein. Dann braucht man viel \u00dcbung, am besten mit Muttersprachlern. Anfangs ist es beim Chinesischlernen wichtig viel zu sprechen. Wenn man die Umgangsprache gut beherrscht, wird es einfacher, die Schrift zu lernen. Au\u00dferdem finde ich die Umgebung f\u00fcr das&nbsp; Fremdsprachenlernen wichtig. Wer kann, der sollte nach China gehen, um chinesisch zu lernen. Es geht dort schneller und besser.<\/p>\n<p> <strong>Herr Qi, vielen Dank f\u00fcr das Interview!<\/strong><\/p>\n<p> Das SHAN-Interview f\u00fchrte Xu Tao<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"4\" name=\"4\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Erz\u00e4hlen Sie mal, &#8230; Herr Kaeding <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Leser!<\/p>\n<p> Mit dieser Ausgabe beginnt eine Vorstellungsreihe von InstitutsmitarbeiterInnen des Sinologischen Instituts des Zentrums f\u00fcr Ostasienwissenschaften. Oft begegnen wir einander in den Fluren, in der Bibliothek und in den Unterrichtsr\u00e4umen, und wissen doch nicht, wer uns gegen\u00fcbersteht. SHAN hat es sich zur Aufgabe gemacht mit der Reihe \u201eErz\u00e4hlen Sie mal, \u2026\u201c den offenen Fragen eine Antwort zu geben und wir begr\u00fc\u00dfen Vorschl\u00e4ge zu den n\u00e4chsten Kandidaten.<\/p>\n<p> <em>Malte Kaeding hatte im Februar 2007 seinen Magisterabschluss in den F\u00e4chern Politikwissenschaft und Moderne Sinologie in Heidelberg gemacht. Derzeit ist er Doktorand an der Hong Kong Baptist University (HKBU). Malte Kaeding befasst sich in seiner Forschung mit dem Thema der Identit\u00e4tskonstruktion im Wahlkampf in HK und Taiwan. Viele Studenten kennen ihn aus seinem Seminaren, \u00dcbungen und Vortr\u00e4gen zur Politik Greater Chinas.<\/em><\/p>\n<p> <strong>SHAN: Wann warst Du das erste Mal in China?<\/strong><\/p>\n<p> MK: Ich war das erste Mal in Hongkong 1996. Das z\u00e4hlt aber nicht, da es damals noch britische Kronkolonie war. Sp\u00e4ter war ich ein Jahr in Taiwan. Das erste Mal in China war ich erst 1999.<\/p>\n<p> <strong>1996! Das war noch vor Deinem Studium. Ist aus diesem Besuch Dein Interesse an deinem Studienfach erwachsen?<\/strong><\/p>\n<p> Unter anderem ja.<\/p>\n<p> <strong>Welchen Eindruck hattest Du von Hongkong bei Deinem ersten Besuch?<\/strong><\/p>\n<p> Ich fand es war eine sehr interessante Mischung aus britischem und chinesischem Einfluss. Und das hat mich fasziniert.<\/p>\n<p> <strong>Gab es ein besonderes Erlebnis 1996?<\/strong><\/p>\n<p> Es hat mir einfach viel Spa\u00df gemacht, aber ein konkretes Erlebnis gab es nicht unbedingt. Ich wei\u00df noch, dass ich \u00fcberrascht war, als ich aus dem Flughafen kam. Das war noch der alte Kai Tak Flughafen. Da kommt man direkt mitten in der Stadt in Kowloon-City raus. Kowloon-City ist so, wie ich mir China immer vorgestellt hatte, mit den riesigen Werbetafeln, und alles ein bisschen chaotisch. Au\u00dferdem hat mich das britische Flair damals fasziniert, wie zum Beispiel der Star-Ferry Pier mit seiner Inschrift: \u201eDon\u2019t panic \u2013 ferries every 5 minutes\u201c \u2013 leider gibt es den Pier nicht mehr.&nbsp; In Taiwan habe ich zum Beispiel die Wahlen von 1998 in Kaohsiung mitgemacht, als Hsieh Chang-ting gew\u00e4hlt wurde. So wurde mein Interesse f\u00fcr Politik geweckt. Am Institut hatten wir bis dahin erst wenig \u00fcber Taiwan gelernt, und deshalb war es schon sehr faszinierend als wir r\u00fcber flogen und gleich mitten im Wahlkampf waren.<\/p>\n<p> <strong>Ich erinnere mich, dass Du in Hongkong auch an einer Demonstration teilgenommen hast.<\/strong><\/p>\n<p> Ja, als ich Austauschstudent an der University of Hong Kong war, bin ich auf ein paar Demos gegangen, unter anderem war ich auch auf der j\u00e4hrlichen Gedenkveranstaltung zum Tiananmenmassaker. Auch bei meinem jetzigen Aufenthalt bin ich wieder auf einigen Demos gewesen, zum Beispiel f\u00fcr direkte Wahlen im Jahre 2012. Das macht immer Spa\u00df.<\/p>\n<p> <strong>Wenn Du an den Demos teilnimmst, behandeln Dich die Leute dann wie einen von ihnen, oder sehen sie in Dir einen Ausl\u00e4nder, der Aufkl\u00e4rungsbedarf hat?<\/strong><\/p>\n<p> Ja, das kommt immer darauf an mit wem man hingeht. Wenn man mit Hongkongern hingeht, wird man weniger beachtet. Einmal bin ich beispielsweise zusammen mit Ole Grogro, der 2007\/8 Austauschstudent in Hongkong war, zu einer Demo gegangen. Damals waren wir auf der Veranstaltung f\u00fcr freie Wahlen im Jahre&nbsp; 2012. Wir haben alle Regenschirme bekommen, die wir aufspannten um die Zahlen \u201e2012\u201c zu verdeutlichen. In unserem Bereich waren nur wir drei Ausl\u00e4nder, Ole, seine Freundin und ich, und die Leute kamen auf uns zu und haben versucht uns die ganze Veranstaltung zu erkl\u00e4ren. Sp\u00e4ter bin ich dann noch alleine mit der Demonstration weiter marschiert. Man marschiert immer vom Victoria-Park zum Regierungshauptsitz. Auf dem Weg habe ich mit vielen Hongkongern gesprochen und einige haben mir eine Taiwan Flagge in die Hand gedr\u00fcckt. Ihre Argumentation war, wenn Taiwan Demokratie hat, sollte Hongkong sie auch haben. Bei solchen Aktionen f\u00fchlt man sich als ein Teil des Ganzen, aber im Endeffekt ist klar, dass man nie wirklich dazugeh\u00f6rt. Als Ausl\u00e4nder ist man eher Beobachter, und man kann ja auch irgendwann wieder die HKSAR verlassen und ist nicht dieser Regierung ausgeliefert.<\/p>\n<p> <strong>Jetzt hast Du insgesamt einen sehr positiven Eindruck geschildert. Gibt es auch Dinge, die Du kritisch siehst, oder die Dich traurig machen?<\/strong><\/p>\n<p> Das schlimmste was ich bisher erlebt habe war im letzten&nbsp; Jahr, als die Olympische Flamme nach Hongkong kam. Mit dem schrillen Patriotismus und Nationalismus, der in der Stadt herrschte, kam ich \u00fcberhaupt nicht klar.&nbsp; Das war wirklich schlimm. Am Tag des Fackellaufs ging ich die zehn Minuten von der U-Bahnhaltestelle zum Campus zu Fu\u00df. Auf dem Weg kamen mir Unmengen von jungen Festlandschinesen entgegen, alle Studenten an unserer Uni, mit passenden T-Shirt-Aufschriften, wie \u201cVorw\u00e4rts China\u201d (Zhongguo Jiayou). Ich bin dann in mein Wohnheim gegangen und hab aus Protest extra mein T-Shirt mit der Aufschrift Taiwan to the UN angezogen. Im B\u00fcro habe ich anschlie\u00dfend mit ziemlich schlechter Laune gearbeitet. Die ganze Atmosph\u00e4re war sehr unheimlich und unangenehm. Als Deutscher ist man da sehr sensibel. Pl\u00f6tzlich h\u00f6rte ich Geschrei, das von drau\u00dfen kam. Ich sah aus dem Fenster, und auf dem Vorplatz des Geb\u00e4udes standen Angestellte und Professoren der Universit\u00e4t in drei Reihen und schrien die ganze Zeit \u201eVorw\u00e4rts Hongkong! Vorw\u00e4rts China!\u201c, und winkten dabei mit VR China Flaggen. Ich war geschockt, dachte ich doch an der Universit\u00e4t sollte man sich etwas von der ganzen Sache etwas distanzieren. Zusammen mit einem jungen Professor aus Polen, der bei uns in der Politikwissenschaft neu angefangen hatte, haben wir uns dann die Veranstaltungen angesehen. Sein Kommentar war ein trockenes \u201eThat\u2019s scary!\u201c, dem ich nur zustimmen konnte. An diesem Tag war die Stimmung in der Stadt sehr aufgeheizt, da wochenlang zuvor nur Propaganda gemacht wurde f\u00fcr die \u201cHeimkehr der Flamme nach Hongkong\u201d. Au\u00dferdem wurden auch viele Leute zur Unterst\u00fctzung aus Shenzhen r\u00fcbergeholt, und Kollegen haben mir erz\u00e4hlt, dass manche, die beim Fackellauf f\u00fcr Demokratie demonstrierten, k\u00f6rperlich angegangen wurden. Vielleicht wollte die Hongkonger Regierung dem Regime in Peking zeigen, dass sie auch patriotisch sein k\u00f6nnen, so wie damals Shanghai nach 1949. Aber, dass es an der Uni auch so fanatisch zugehen k\u00f6nnte, h\u00e4tte ich nicht gedacht. Das sind ja eigentlich alles intelligente Leute.<\/p>\n<p> <strong>Liegt es vielleicht auch an daran, dass es eine j\u00fcngere Generation war, die die Hongkong Identit\u00e4t nicht mehr so wirklich aufgenommen hat?<\/strong><\/p>\n<p> Das mag nat\u00fcrlich auch ein Grund sein. Aber die Angestellten der Uni waren alle zwischen Ende Zwanzig und Mitte F\u00fcnfzig, das hei\u00dft sie wuchsen noch ohne patriotische Erziehung auf. Dass gerade sie so&nbsp; mitgemacht haben, hat mich sehr geschockt. Allerdings geh\u00f6rten zu den positivsten Erlebnissen die Demonstrationen, bei denen man den Eindruck hat, dass es in Hongkong noch gen\u00fcgend Leute gibt, die gegen die Kommunisten und f\u00fcr Demokratie sind. Dies hat man ja auch bei dem diesj\u00e4hrigen Tiananmen-Gedenken gesehen, an dem 150.000 Leute teilnahmen, unter anderem auch viele Jugendliche. Aber manchmal habe ich das Gef\u00fchl, dass unter den Studenten Festlandschinesen und Taiwanesen im Bezug auf politische Forderungen mehr wagen, engagierter sind und nicht gleich alles auf&nbsp; eventuelle Machbarkeit reduzieren. Kollegen aus China meinen, Hongkonger Studenten haben immer noch viele Freiheiten im Gegensatz zu den Festlandsstudenten, und w\u00fcssten nicht, wie es sei keine Freiheit zu haben. Das hatte mich schon bei meinem ersten Hongkong Aufenthalt ge\u00e4rgert, denn meine Hongkonger Freunde haben oft gegen \u201eLong Hair\u201c (Leung Kwok-hung) und seine&nbsp; politischen Aktionen gewettert und haben nicht verstanden, dass man f\u00fcr Demokratie eben auch k\u00e4mpfen muss, und das st\u00e4ndig.<\/p>\n<p> <strong>Hongkong, wie Du es 1996 gesehen hast und wie es jetzt ist: Was sind die drei wesentlichen Unterschiede?<\/strong><\/p>\n<p> Es ist wirklich eine Festl\u00e4ndisierung eingetreten. Als ich 2001\/2002 als Austauschstudent da war, konnte man fast kein Mandarin sprechen und jetzt kann man es eigentlich fast \u00fcberall. Das hat sich seit 2003 massiv ge\u00e4ndert, nachdem die chinesischen Touristen in gro\u00dfen Zahlen r\u00fcberkommen konnten. St\u00e4ndig h\u00f6rt man jetzt Hochchinesisch und man sieht auch vermehrt Kurzzeichen im Alltag. Die Ansagen in der U-Bahn sind jetzt auch auf Mandarin. Im kulturellen Bereich merkt man ebenfalls ganz stark, dass Hongkong ein Teil von China ist und auch das Regime in Peking viel positiver beurteilt wird. Es hat sich nichts zum Guten ge\u00e4ndert, um es so zu sagen. Und im Zusammenhang mit der Umwelt ist sowieso alles erheblich schlechter geworden.<\/p>\n<p> <strong>Was f\u00fcr ein Hongkong werden die Studenten in zehn Jahren sehen?<\/strong><\/p>\n<p> Ich denke, durch die patriotische Schulbildung und mit Chinas steigendem Aufstieg, wird sich Hongkong immer st\u00e4rker ans Festland anschlie\u00dfen, das ist auch politisch gewollt. Die Festl\u00e4ndisierung, Integration und wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeit wird weiter voranschreiten. Es gibt dennoch weiterhin gen\u00fcgend Leute, die das kritisch sehen, aber langfristig wird es nicht so einmalig bleiben, wie es jetzt noch immer ist.<\/p>\n<p> <strong>Wann machst Du deinen Doktor?<\/strong><\/p>\n<p> Das ganze ist ein dreij\u00e4hriges Programm, das Stipendium geht bis Ende September 2010 und ich hoffe, dass ich bis dahin fertig bin. Das h\u00e4ngt jetzt nat\u00fcrlich von den aktuellen Untersuchungen ab, ich muss jetzt noch eine ganze Reihe von Interviews machen und auswerten. Da kann immer etwas dazwischen kommen.<\/p>\n<p> <strong>Was kommt dann?<\/strong><\/p>\n<p> Wenn es geht, w\u00fcrde ich gerne wieder nach Deutschland oder Europa zur\u00fcckkommen. Aber man muss sehen, wo man etwas bekommt, momentan ist ja alles etwas schwierig. Von der Idee her ist es zudem auch relativ schwierig in Hongkong zu bleiben. Wenn man als Ausl\u00e4nder \u00fcber Hongkong forscht und dass dann den Chinesen beibringen will, ist das nicht einfach eine Stelle zu finden, da gibt es vor Ort genug Experten. Das ist so, als wenn man als Chinese hier deutsche Innenpolitik studiert hat, da stellt einen sp\u00e4ter auch keiner an einer deutschen Uni ein.<\/p>\n<p> <strong>Kannst Du zum Schluss noch ein paar Tipps f\u00fcr Studenten, die sich f\u00fcr ein Studium in Hongkong interessieren, geben?<\/strong><\/p>\n<p> Wer vor hat sich mit Hongkong zu besch\u00e4ftigen, dem sei ein l\u00e4ngerer Aufenthalt vor Ort auf jeden Fall empfohlen. Experten nahezu aller \u2018Greater China\u2019 Themenbereiche und interessante Veranstaltungen mit vielen weltbekannten G\u00e4sten, machen einen Aufenthalt \u00fcberaus lohnenswert \u2014 zu Vortr\u00e4gen an die Universit\u00e4ten kamen in den letzten Monaten unter anderem Bill Clinton und der ehemalige US-Au\u00dfenminister Colin Powell, sowie Larry Diamond, Prasenjit Duara, David Bordwell und der Regisseur John Woo. Hongkongs Universit\u00e4ten verf\u00fcgen dazu \u00fcber Ressourcen, die in keinem Vergleich mit der Situation vieler deutscher Hochschulen stehen. Ein Unterschied, der sich jedoch auch f\u00fcr Studenten finanziell bemerkbar macht. Weil die Universit\u00e4ten alle sehr \u00f6konomisch orientiert sind, bleibt es nicht aus, dass man f\u00fcr vieles, wie Zertifikate, Abschlusspr\u00fcfungen usw., extra zur Kasse gebeten wird. Die Verwaltung der Universit\u00e4ten zeichnet sich au\u00dferdem nicht gerade durch Flexibilit\u00e4t aus. Unz\u00e4hlige Regularien und teilweise abstruse Verordnungen k\u00f6nnen sehr viel Zeit, Energie und die eigenen Nerven in Anspruch nehmen. In dieser Hinsicht ist die Baptist Universit\u00e4t nicht sehr zu empfehlen. Wer sich davon aber nicht abschrecken l\u00e4sst, der kann sich nicht nur auf interessante und relevante Themenbereiche von hohem akademischem und tagespolitischem Wert freuen, sondern auch auf einen engen Kontakt zu den Professoren, zuvorkommende Mitarbeiter in den Instituten und aufgeschlossene Studenten.<\/p>\n<p> <strong>Herzlichen Dank Malte Kaeding!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das SHAN-Interview f\u00fchrte Kristina Bodrozic-Brnic.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"5\" name=\"5\"><span id=\"parent-fieldname-title\">SHAN-Workshop: Chinesisch als Fremdsprache f\u00fcr Kinder und Jugendliche <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Gro\u00dfen Anklang und viel positives Feedback erhielt die vom SHAN-Schulteam organisierte Fortbildung \u201eChinesisch als Fremdsprache f\u00fcr Kinder und Jugendliche\u201c mit Leiterin Dr. Christina Neder, Chinesischdozentin der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (GSG) Dortmund.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Mittelpunkt des Workshops standen M\u00f6glichkeiten der Unterrichtsgestaltung und didaktische Tipps f\u00fcr den Fremdsprachenunterricht mit Kindern und Jugendlichen unter Beachtung lernpsychologischer Voraussetzungen dieser Altersklasse. Frau Dr. Neder studierte Sinologie, Buch- und Bibliothekskunde und Soziologie in Erlangen, Peking und Bochum und ist seit Februar 2005 als Lehrerin f\u00fcr Chinesisch und Sozialwissenschaften an der GSG t\u00e4tig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Aufarbeitung und Umsetzung eines gegebenen Unterrichts- entwurfes versetzte die Teilnehmer des Workshops selbst in die Lage eines Chinesischlerners. Methoden des Lehrens der chinesischen Sprache wurden nach St\u00e4rken und Schw\u00e4chen diskutiert und kritisch abgew\u00e4gt. Besonders viel Wert sollte auf einen variierenden Methodenwechsel im Unterricht gelegt werden, welcher die Chinesischlernenden bei der Verinnerlichung mit allen Sinnen unterst\u00fctzt und den Spa\u00df am Fremdsprachenunterricht f\u00f6rdert. Methoden aus den Bereichen \u201evisualisiertes Lernen\u201c, \u201eganzheitliches Lernen\u201c durch Bewegung im Unterricht, \u201eLernen durch Lehren\u201c, \u201eGruppenarbeit\u201c und weitere, stellen Wege dar, die das Lernen der chinesischen Sprache erleichtern sollen. Umgesetzt werden diese beispielsweise durch Inszenierungen eigenst\u00e4ndiger, kleiner Rollenspiele, Dialoge, die w\u00e4hrend eines Spaziergangs au\u00dferhalb des Klassenraums stattfinden oder das L\u00f6sen von Aufgaben mit wechselnder Partnerarbeit. Anschauliches Lehrmaterial f\u00fcr den Chinesischunterricht, angepasst an das Alter der jeweiligen Zielgruppen, und die Kombinationen des Methodenwechsels sollen dann zu einem interessanten ausgewogenen Angebot f\u00fcr Chinesischlerner f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Realisierung von kurzen Theaterst\u00fccken, Liedern oder Musicals stellt eine Art der aktiven Beteiligung der Lernenden dar, und tr\u00e4gt besonders zur Motivation und positiven Erfolgserlebnissen von Sch\u00fclern bei, die sich f\u00fcr eine \u201eexotische\u201c Sprache wie Chinesisch entschieden haben. Neder sprach auch hier aus eigener Erfahrung, denn sie hatte bereits erfolgreich&nbsp; \u201eDas Dschungelbuch\u201c und \u201eSchneewittchen\u201c mit ihren Sch\u00fclern als Theaterst\u00fcck auf die Schulb\u00fchne gebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der lebhafte Vortrag der erfahrenen Lehrerin stie\u00df bei dem gemischten Publikum auf gro\u00dfe Begeisterung und sorgte f\u00fcr rege Beteiligung in den Arbeitsgruppen innerhalb der Fortbildung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neder betonte wie wichtig Chinesisch als Unterrichtsfach in Zeiten der Globalisierung sei und dass Chinesisch das Fach Latein sogar bald verdr\u00e4ngen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die besten Voraussetzungen daf\u00fcr leisten die Bildungsministerien beider L\u00e4nder, indem sie Fremdsprachenassistenten aus China und Deutschland im gegenseitigen Austausch im Unterricht einsetzen. F\u00fcr Sinologen bestehen neben der M\u00f6glichkeit der Fremdsprachenassistenz in China, in vielen Bundesl\u00e4ndern ideale M\u00f6glichkeiten an Schulen mit Chinesischangebot t\u00e4tig zu werden. Chinesisch ist seit dem Schuljahr 2005 fester Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts an der GSG in Dortmund. Landesweit bieten derzeit knapp zwanzig staatliche Schulen Chinesisch als zweite oder dritte Fremdsprache an.<\/p>\n<p> Wertvolle Links<\/p>\n<p> <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.fachverband-chinesisch.de\/\">http:\/\/www.fachverband-chinesisch.de\/<\/a><\/p>\n<p> Kathrin Achenbach<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"6\" name=\"6\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Rezension: Mark Leonard &#8211; Was denkt China? <\/span><\/a><\/h2>\n<p class=\"documentDescription\" style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Was denkt China? In Zeiten, in denen China \u00fcberall als neue Welt- oder sogar Supermacht gehandelt wird, scheint dies von h\u00f6chstem Interesse. Der Politikwissenschaftler und Direktor f\u00fcr internationale Politik am Center for European Reform in London, Mark Leonard, ist dieser Frage in seinem neuen Buch nachgegangen. P\u00fcnktlich zur Frankfurter Buchmesse (Deutsche Erstver\u00f6ffentlichung September 2009), auf welcher China Gastland ist, pr\u00e4sentiert er dem Leser auf knapp 200 Seiten Einblicke in das, \u201ewas China denkt\u201c. Vorweg gesagt: Leonards Schreibstil ist mitrei\u00dfend und macht Spa\u00df, weil er ein gewisses Sendungsbewusstsein besitzt, welches schon seine Buchtitel verraten. In seinem ersten Buch \u201eWarum Europa die Zukunft geh\u00f6rt\u201c hat er eher vision\u00e4r die weltweite Anziehungskraft des europ\u00e4ischen Modells herausgestellt.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sein aktuelles Buch handelt nicht vom Gedankengut des chinesischen Volkes oder der Mentalit\u00e4t chinesischer Unternehmer, sondern von der gro\u00dfen Politik. Leonard bezeichnet sich selbst als \u201eZufallssinologen\u201c, der aufgrund des Ph\u00e4nomens, dass s\u00e4mtliche globalen Probleme gegen Ende des 20. Jahrhunderts eine \u201echinesische Dimension\u201c erhielten, auf China aufmerksam wurde. Infolge einer Gastprofessur an der Chinesischen Akademie f\u00fcr Sozialwissenschaften (CASS) geriet er in einen intensiven Austausch mit am Politikformulierungsprozess beteiligten chinesischen Intellektuellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Konkret beinhaltet sein Buch die Vorstellungen chinesischer Denker zu den Themen Wirtschaftspolitik, politisches System (Demokratie, Rechtsstaatlichkeit) und Au\u00dfenpolitik beziehungsweise internationale Politik. Im Schlusskapitel geht er auf Chinas gegenw\u00e4rtige Rolle auf globaler Ebene ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Thema Wirtschaft erf\u00e4hrt der Leser, dass es in der Wirtschaftspolitik nicht nur in Deutschland und den USA, sondern auch in China, trotz Einparteienherrschaft der KP, \u201eLager\u201c gibt. In Kurzform hei\u00dft das: nach der Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 spaltete sich das Lager der Reformer in die \u201eNeue Rechte\u201c und die \u201eNeue Linke\u201c. Die neue Rechte, zu denen der VWL Professor Zhang Weiying z\u00e4hlt, h\u00e4lt an einer Entwicklung in Richtung freier Marktwirtschaft fest, wohingegen die neuen Linken, zu denen Wang Hui, ein \u00d6konom der Tsinghua-Universit\u00e4t, geh\u00f6rt, zwar ebenso f\u00fcr Wirtschaftswachstum eintreten, dies allerdings unter einer st\u00e4rkeren Ber\u00fccksichtigung von sozialer Gerechtigkeit und Umweltschutz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Thema Demokratie gibt es ebenso verschiedene Sichtweisen: Yu Keping, ein inoffizieller Berater Hu Jintaos, h\u00e4lt eine schrittweise Demokratisierung von unten f\u00fcr sinnvoll und experimentiert damit innerhalb der Partei in der Gemeinde Pingchang in Sichuan.&nbsp; Pan Wei hingegen lehnt Demokratie f\u00fcr China ab und meint, dass Taiwan mit seiner relativ gut funktionierenden Demokratie nicht etwa ein Vorbild sei, sondern aufgrund seiner Unabh\u00e4ngigkeitsbestrebungen eher als abschreckendes Beispiel diene. Die Erfahrungen vieler Chinesen w\u00e4hrend der Kulturrevolution mit \u201edirekter Demokratie\u201c in Form von Anarchie sowie der Zerfall der Sowjetunion tr\u00fcgen ihr \u00fcbriges zur Ablehnung einer Demokratie nach westlichem Vorbild bei. Pan Wei favorisiert die Einf\u00fchrung von Rechtsstaatlichkeit ohne Demokratie, was Wang Hui mit dem Hinweis verwirft, dass die Reichen die Justiz und Teile der Regierung im W\u00fcrgegriff h\u00e4tten. Daher seien politische Reformen auf lange Sicht hin unabdingbar. Wenn es der Herrschaft der Partei und der Stabilit\u00e4t des Staates n\u00fctzt, soll es aber nach Pan Wei auf lokaler Ebene durchaus mehr Mitbestimmung in Form von \u00f6ffentlichen Anh\u00f6rungen oder durch Umfragen geben d\u00fcrfen, womit gegenw\u00e4rtig in einigen ausgesuchten St\u00e4dten und Gemeinden experimentiert wird, zzm Beispiel in der unmittelbar regierten Stadt Chongqing und der Gemeinde Zeguo in Zhejiang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was denkt China \u00fcber die Au\u00dfenpolitik und sich selbst als internationalen Akteur? China misst gerne seine Macht im Vergleich zu anderen Staaten. Einig sind sich alle Denker dar\u00fcber, dass China seine \u201eumfassende nationale Macht\u201c (Comprehensive National Power, CNP) vergr\u00f6\u00dfern sollte. \u00dcber die Methoden zur Erreichung dieses Ziels herrscht aber Uneinigkeit: Die liberalen Internationalisten wie Zheng Bijian treten f\u00fcr einen friedlichen Aufstieg Chinas ein, die chinesischen \u201eNeocons\u201c oder \u201eNeokomms\u201c wie Professor Yan Xuetong, Direktor des Instituts f\u00fcr internationale Beziehungen an der Tsinghua-Universit\u00e4t in Peking, sehen die USA als gr\u00f6\u00dften Feind und kritisieren das \u201eAppeasement\u201c der Liberalen. In der Mitte befinden sich Pragmatiker wie Wang Jisi, welche statt von \u201eAufstieg\u201c lieber von \u201eFrieden und Entwicklung\u201c als au\u00dfenpolitischer Doktrin sprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im letzten Kapitel zeigt Leonard, warum es schon heute wichtig ist, zu wissen, was in China gedacht wird: Das chinesische Entwicklungsmodell, wonach Wirtschaftsreformen vor (oder auch ohne) politischen Reformen erfolgen k\u00f6nnen, wird als Vorbild nach Afrika, in asiatische Regionen und nach S\u00fcdamerika exportiert. Besonders in autokratischen Regimen ist das chinesische Modell beliebt, da es den Herrschenden Wirtschaftswachstum bei Beibehaltung der Diktatur verspricht. Westliche Entwicklungshilfe oder Hilfen des Weltw\u00e4hrungsfonds, welche meistens an politische Reformen gekoppelt sind, verlieren hingegen ihre Attraktivit\u00e4t. Durch Chinas regionale Kooperation mit dem ASEAN-Regional Forum und der Shanghai Coorporation Organization (SCO) bildet es au\u00dferdem einen Gegenpol zu den Hegemonialanspr\u00fcchen der USA und der westlichen Welt. China gewinnt also nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch an Einfluss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn in Zukunft nicht unbedingt weltweit statt Hamburgern mantou oder jiaozi gegessen werden und CNN nicht von CCTV verdr\u00e4ngt wird, so h\u00e4lt Leonard es durchaus f\u00fcr m\u00f6glich, dass ein gr\u00f6\u00dferes Interesse der Welt\u00f6ffentlichkeit an den innerchinesischen politischen Debatten und Kandidaten f\u00fcr hohe Staats\u00e4mter entstehen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend l\u00e4sst sich sagen, dass das Buch einen guten \u00dcberblick \u00fcber fast alle aktuellen politischen Themen Chinas bietet und zum Nachdenken anregt, beispielsweise \u00fcber Themen f\u00fcr die n\u00e4chste Seminar- oder Abschlussarbeit.<br \/> &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Mark Lenonard (2009): Was denkt China? (dt. \u00dcbersetzung: Helmut Dierlamm)<br \/> ISBN: 342324738X<br \/> Originaltitel: What does China think?<br \/> BvT, Berlin<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Arne Kruse<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT Frankfurter Buchmesse 2009: Tage kulturellen Austausches Die Frankfurter Buchmesse h\u00e4lt jedes Jahr zahlreiche Eindr\u00fccke bereit, die auf ihre Besucher einprasseln. 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