{"id":266,"date":"2010-05-01T12:00:00","date_gmt":"2010-05-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2010\/05\/01\/newsletter-mai-2010-nr-43\/"},"modified":"2026-05-20T18:36:33","modified_gmt":"2026-05-20T17:36:33","slug":"newsletter-mai-2010-nr-43","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2010\/05\/01\/newsletter-mai-2010-nr-43\/","title":{"rendered":"Newsletter Mai 2010 Nr. 43"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\"><span id=\"parent-fieldname-title\">INHALT<\/span><\/a><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_NeuerSHAN-Vorstandgewhlt\">\n\tNeuer SHAN-Vorstand gew\u00e4hlt<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAm 4. Mai wurde unsere alte Vorstandsvorsitzende Wan Li verabschiedet und der neue Vorstand gew\u00e4hlt. Neue&nbsp;Vorstandsvorsitzende ist Lena Hessel, vertreten wird sie durch Sylvia Schneider und Christine Koch. Kassenwart bleibt Bernhard Mangels, Dr. Sabine Hieronymus und Sophia Zasche sind Beisitzerinnen, Katja Modis wurde zur neuen Schriftf\u00fchrerin gew\u00e4hlt.&nbsp;Was der neue Vorstand f\u00fcr Pl\u00e4ne hat, erkl\u00e4rt Lena Hessel im Kurzinterview.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#1\"><strong>&gt;&gt; Zum Interview mit der neuen SHAN-Vorsitzenden<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_China-WocheanderUniversi\">\n\tChina-Woche an der Universit\u00e4t Heidelberg<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tMit der Er\u00f6ffnung des Konfuzius-Instituts begannen in Heidelberg vom 20. bis zum 30. April die China-Wochen. Initiiert wurden sie unter anderem von Dr. Dietlind W\u00fcnsche vom AAA (Akademisches Auslandsamt). SHAN hat sie interviewt und berichtet \u00fcber einige der spannenden Veranstaltungen, die im Rahmen der China-Wochen stattfanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#2\">&gt;&gt; Zu den Artikeln<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_DasKonfuzius-Institutste\">\n\tDas Konfuzius-Institut stellt sich vor<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tKonfuzius-Institut? Was ist das eigentlich? Inzwischen gibt es zw\u00f6lf Institute dieser Art in Deutschland. Gerade&nbsp;wurde eines in Heidelberg er\u00f6ffnet. Bei SHAN stellt es sich vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#3\"><strong>&gt;&gt; Zum Artikel<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_HundertJahreRuanLingyu\">\n\tHundert Jahre Ruan Lingyu<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVor 100 Jahren, am 26. April 1910,&nbsp;wurde die bekannte chinesische Schauspielerin Ruan Lingyu geboren \u2013 mit nicht einmal 25 Jahren beging sie Selbstmord. Von ihrer gro\u00dfen, kurzen Filmkarriere schreibt Thomas Kampen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#4\"><strong>&gt;&gt; Zum Artikel<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_London-AShortGuideForSin\">\n\tLondon &#8211; A Short Guide For Sinologists<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tExpansion, wirtschaftliche Ausbeutung, Opiumkriege \u2013 es war nicht gerade ehrenwert, was die britische Krone ab dem 18. Jahrhundert in Asien so trieb. Doch gerade deshalb sind die Bibliotheken und Archive Englands gef\u00fcllt mit interessanten Dokumenten und Objekten, die einen Research-Trip nach London f\u00fcr Sinologen lohnenswert machen. Was wo wie zu finden ist, zeigt der Artikel von Viktoria D\u00fcmer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#5\"><strong>&gt;&gt; Zum Artikel<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_PraktikumbeimDAADinShang\">\n\tPraktikum beim DAAD in Shanghai<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tBekannt ist er f\u00fcr Stipendien und Austauschprogramme mit ausl\u00e4ndischen Universit\u00e4ten. Aber was macht der der Deutsche Akademische Austausch Dienst&nbsp; (DAAD) eigentlich sonst noch? Am besten ist dies mithilfe eines Praktikums zu entdecken. Hoa Chu Thi hat\u2019s gemacht und berichtet von spannenden Wochen in Shanghai.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#6\"><strong>&gt;&gt; Zum Artikel<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_WastreibtdennunsereKonku\">\n\tWas treibt denn unsere Konkurrenz?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tWir Sinologen teilen nicht nur das Geb\u00e4ude mit Japanologen sondern auch dieselbe Leidenschaft f\u00fcr die ostasiatische Kultur und leider oft auch \u00e4hnliche Sorgen um die Zukunft nach dem Studium. Wenn auch unser Fach mehr Popularit\u00e4t in den vergangenen Jahren erfahren hat, ist nicht jedem Absolventen gleich der Traumjob sicher. Welche Probleme und Vorteile man als Japanologe haben kann, zeigt Kristina Bodrozic-Brnic in ihrem Interview mit Christian Numrich, freiberuflicher Studienreiseleiter mit Magisterabschluss in Japanologie und Ostasiatischer Kunstgeschichte, Jahrgang 2007.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#7\"><strong>&gt;&gt; Zum Interview<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_Rezension:DieSterblichen\">\n\tRezension: &#8222;Die Sterblichen&#8220; von Yiyun Li<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t1. Mai 1979. Eine kleine Stadt feiert die Hinrichtung einer ehemaligen Rotgardistin. Sp\u00e4ter ist klar: Ihre Organe wurden f\u00fcr einen Kranken ben\u00f6tigt. Mit scharfer Sprache und politischer Radikalit\u00e4t zeigt die in Kalifornien lebende Autorin Yiyun Li mit ihrem Roman \u201eDie Sterblichen\u201c die Einzelschicksale einiger Menschen, deren Leben von der Kulturrevolution gepr\u00e4gt wurde. Andrea Warlies hat das Buch f\u00fcr SHAN rezensiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#8\"><strong>&gt;&gt; Zum Artikel<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"1\" name=\"1\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Kurzinterview mit der neuen SHAN-Vorsitzenden Lena Hessel <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>SHAN: Was hat dich motiviert f\u00fcr den SHAN-Vorstand zu kandidieren?<\/strong><\/p>\n<p> \t\tLena Hessel: Kurz sind das: Freude an der Sache und freie Zeit. Ich bin eine Planernatur und mag Verwaltungsarbeit. Aber ich sammle auch gern neue Ideen und motiviere meine Mitmenschen f\u00fcr Anliegen, von denen ich \u00fcberzeugt bin. (Falls ich dabei \u00fcber&#8217;s Ziel hinausschie\u00dfe, gibt es zum Gl\u00fcck sechs andere Vorstandmitglieder, um mich auf den Boden zur\u00fcckzuholen.) SHAN hat mich schon l\u00e4ngst von sich \u00fcberzeugt und ich freue mich, dass wir gemeinsam die Zukunft des Vereins gestalten.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Welche Aufgaben hast du vorher im Verein gemacht?<\/strong><\/p>\n<p> \t\tIch bin seit September 2009 bei SHAN aktiv. Als Neuling half ich \u00fcberall ein wenig mit. Im M\u00e4rz wurde ich dann Leiterin des Teams &#8222;Unternehmenskontakte&#8220;. Seitdem war ich damit besch\u00e4ftigt, dem Team neuen Schwung zu geben und uns am Institut besser sichtbar zu machen.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Wie stellst du dir die Arbeit als Vorstandsvorsitzende vor?<\/strong><br \/> \t\t&nbsp;<br \/> \t\tSehr wahrscheinlich werde ich im kommenden Jahr nicht viel Freizeit haben. Aber da ich bisher viel Freude an der Zusammenarbeit mit allen aktiven Mitgliedern hatte, werde ich das hoffentlich kaum merken.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Was w\u00fcnscht du dir f\u00fcr die Entwicklung von SHAN?<\/strong><br \/> \t\t&nbsp;<br \/> \t\tIch w\u00fcnsche mir, dass es SHAN in Zukunft noch besser gelingt, die Br\u00fccke zwischen Institut und Au\u00dfenwelt zu schlagen; dass wir den Alumni mehr M\u00f6glichkeiten zum Austausch untereinander und mit den Studenten bieten k\u00f6nnen; und dass wir es schaffen, noch mehr Studenten aus den unteren Jahrg\u00e4ngen f\u00fcr SHAN zu interessieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Herzlichen Dank und viel Erfolg, Lena Hessel!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDas SHAN-Interview f\u00fchrte Viktoria D\u00fcmer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t\t<a id=\"2\" name=\"2\"><span id=\"parent-fieldname-title\">China-Wochen an der Universit\u00e4t Heidelberg <\/span><\/a><\/h2>\n<p class=\"documentDescription\" style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tW\u00e4hrend der China-Wochen an der Universit\u00e4t Heidelberg fanden zahlreiche f\u00fcr Sinologen interessante Veranstaltungen statt. SHAN war bei einigen Veranstaltungen dabei und interviewte Mitorganisatorin Dr. Dietlind W\u00fcnsche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_20.April:Erffnungsfeierd\">\n\t\t20. April: Er\u00f6ffnungsfeier des Konfuzius-Instituts an der Universit\u00e4t Heidelberg:<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDen Auftakt der China-Wochen bildete der Festakt zur offiziellen Er\u00f6ffnung des Konfuzius-Instituts an der Universit\u00e4t Heidelberg am 20. April 2010. SHAN war eingeladen und berichtet von der Er\u00f6ffnungsfeier.<br \/> \t\tDas festliche Ambiente des Prinz-Carl-Palais am Kornmarkt bot den passenden Rahmen f\u00fcr die Er\u00f6ffnungsfeier des Konfuzius-Instituts. Die etwa 180 geladenen G\u00e4ste wurden mit einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen musikalischen Programm unterhalten. Das Bl\u00e4serensemble des Sinfonieorchesters TonArt Heidelberg unter der Leitung von Thomas Kuhn begann mit einem St\u00fcck von Richard Strauss. Es folgte eine Urauff\u00fchrung der jungen Komponistin Guo Ziyuan. Hierf\u00fcr wurde TonArt durch drei chinesische Instrumente, gespielt von Nicola Lutz, Zhang Zhenfang und Wolfgang Wendel verst\u00e4rkt. Dr. Klaus Grimm, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Direktor des Konfuzius-Instituts, er\u00f6ffnete die Veranstaltung und gedachte den Erdbebenopfern von Qinghai. Es folgten Gru\u00dfworte des Oberb\u00fcrgermeisters der Stadt Heidelberg, Dr. Eckhart W\u00fcrzner, und des Rektors der Universit\u00e4t Heidelberg, Prof. Dr. Bernhard Eitel, die dem Institut zu seiner Gr\u00fcndung gratulierten und ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr die bevorstehende Arbeit zusicherten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tAuch der Ehrengast des Abends, S. E. Wu Hongbo, Botschafter der Volksrepublik China, wandte sich mit einigen Worten an die G\u00e4ste. Er freue sich besonders \u00fcber die Gr\u00fcndung eines Konfuzius-Instituts in Heidelberg, da die Stadt und die Universit\u00e4t in China einen ausgezeichneten Ruf genie\u00dfe. Ein kleiner Wermutstropfen war die Tatsache, dass viele G\u00e4ste aus China, aufgrund der Luftraumsperrung in dieser Woche, nicht hatten anreisen k\u00f6nnen. Darunter neben einer Delegation aus Urumqi auch die Vertreter der chinesischen Tr\u00e4ger, der Shanghai Jiaotong Universit\u00e4t und die Vertreter von HANBAN aus Peking. Ihre Gru\u00dfworte wurden durch den Gesandten Botschaftsrat Dr. Jiang Feng verlesen, der das Publikum mit seinem ausgezeichneten Deutsch beeindruckte und mit seinem Humor f\u00fcr eine heitere Stimmung sorgte.<br \/> \t\tDen Gastvortrag \u201eSei erhoben durch Dichtung, gefestigt durch Riten, vollendet durch Musik: Von Konfuzius, der Kunst und der Musik\u201c hielt die Leiterin unseres Instituts und Vorsitzende und Gr\u00fcndungsmitglied des Vereins des Konfuzius-Instituts. Prof. Dr. Barbara Mittler. Sie nahm Bezug auf das musikalische Programm des Abends und erl\u00e4uterte dem Publikum, welche Bedeutung Musik f\u00fcr Konfuzius hatte. Musik sei f\u00fcr Konfuzius keinesfalls bedeutungslos oder nebens\u00e4chlich gewesen. Sondern, wie der Titel des Vortrags bereits erkennen l\u00e4sst, das Element, das den Edlen letztendlich zu seiner menschlichen Vervollkommnung f\u00fchrt.<br \/> \t\tDen eindrucksvollen Abschluss des offiziellen Programms gestaltete die K\u00fcnstlerin Zhang Yuanfang mit traditionellen chinesischen St\u00fccken, vorgetragen auf der Guzheng, einem chinesischen Saiteninstrument. Beim anschlie\u00dfenden Stehempfang hatten die G\u00e4ste Gelegenheit, sich zu unterhalten und den gelungenen Abend ausklingen zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tArtikel: Sylvia Schneider<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tFotos: Marcel Has\u00fcbert<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a class=\"internal-link\" href=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/newsletter\/2010\/mai\/reportage-konfuzius-institut-an-der-universitaet-heidelberg\" title=\"Reportage: Konfuzius-Institut an der Universit\u00e4t Heidelberg\">Mehr zum Konfuzius-Institut und ein Interview mit Dr. Klaus Grimm in unserem Bericht.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.de-moe.edu.cn\/article_read.php?id=12014-20100422-697\">Bericht der chinesischen Botschaft \u00fcber die Er\u00f6ffnungsfeier<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_23.April:Zurhistorischen\">\n\t\t23. April: Zur historischen und gegenw\u00e4rtigen Entwicklung des<br \/>\nChinesischen als Fremdsprache Prof. Dr. Peter Kupfer, Universit\u00e4t Mainz<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tAm Freitag, den 23.April hielt Prof. Dr. Peter Kupfer, Professor f\u00fcr Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft, Arbeitsbereich Chinesische Sprache und Kultur, in Germersheim (Fachbereich der Johannes-Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz), im Rahmen der China-Wochen am Konfuzius-Institut Heidelberg einen umfassenden Vortrag zur historischen und gegenw\u00e4rtige Entwicklung des Chinesischen als Fremdsprache (ChaF). \u00dcber zwei Jahrzehnte lang war Prof. Dr. Kupfer Vorsitzender des Fachverbandes Chinesisch e.V. (FaCh) und Vizepr\u00e4sident der International Society for Chinese Language Teaching sowie Herausgeber der Zeitschrift CHUN (Chinesischunterricht).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t2009\/2010 feiert die Sinologie in Deutschland 100-j\u00e4hriges Bestehen. Denn 1909\/10 wurden die ersten Lehrst\u00fchle f\u00fcr Sinologie in Hamburg errichtet. 1912 folgte Berlin. 1878 gab es aber schon eine Professur f\u00fcr ostasiatische Sprachen, im speziellen Chinesisch und Japanisch, in Leipzig, die das Sprachgenie Georg von der Gabelentz bekleidete. Auch machte die Friedrich-Wilhelms-Universit\u00e4t zu Berlin einen bedeutenden Schritt, denn hier wurde zwischen 1887 und 1943, gef\u00f6rdert durch die Nachfrage w\u00e4hrend der Kolonialpolitik, eine praxisorientierte Ausbildung in den \u201elebenden orientalischen Sprachen\u201c angeboten. 1939 ver\u00f6ffentlichten Prof. Dr. Erich Schmitt und Dr. Lu Yi (damals noch Lou Y transkribiert) unter widrigen Umst\u00e4nden das erste Lehrbuch \u201eEinf\u00fchrung in das moderne Hochchinesisch\u201c, welches schriftlich orientiert war und mit der Grammatik-\u00dcbersetzungsmethode arbeitete. Das Moderne Chinesisch wurde nach dem 2. Weltkrieg bereits in der DDR popularisiert und ab 1970 gab es dort auch schon konkrete Sprachmittlerausbildungen. In der BRD ging es allm\u00e4hlich in den 1960er Jahren voran, wo das Interesse am Modernen Hochchinesisch durch die Gro\u00dfe Proletarische Kulturrevolution wuchs. Was wir von Dr. Kupfer erfahren haben, ist, dass beispielsweise viele heute in Lehrb\u00fcchern existente grammatische Erl\u00e4uterungen sich auf ein zweib\u00e4ndiges Lehrbuch von 1959 beziehen. Das \u201eLehrbuch der Chinesischen Sprache \u2013 \u6c49\u8bed\u6559\u79d1\u4e66\u201c wurde damals in Beijing ver\u00f6ffentlicht und seitdem habe sich in Sachen grammatischer Erl\u00e4uterungen nicht viel Neues getan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie Bezeichnung \u201eChinesisch als Fremdsprache\u201c wurde auf einer Beijinger Konferenz zum selben Thema gepr\u00e4gt, und bald darauf wurde die Didaktik des CHaF ein eigenes Forschungsgebiet. Dies f\u00fchrte zum auf vier Jahre ausgelegten Fachstudium f\u00fcr Modernes Chinesisch. 1983 wurde dann auch die \u201eArbeitsgemeinschaft zur F\u00f6rderung des Chinesischunterrichts in der BRD\u201c gegr\u00fcndet, der 1988 in Fachverband Chinesisch e.V. (\u5fb7\u8bed\u533a\u6c49\u8bed\u6559\u5b66\u73ed\u4f1a) umbenannt wurde.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIn den 1980ern und 1990ern war man um eine st\u00e4rkere Praxisorientierung und eine Authentizit\u00e4t der Unterrichtsinhalte bem\u00fcht. Dank dieser Neuerungen k\u00f6nnen wir heute beispielsweise problemlos mit einem chinesischen Taxifahrer \u00fcber deutschen Fu\u00dfball reden. 1983 gab es in Deutschland ca. 1500 Chinesisch Studierende, w\u00e4hrend es 2008 bereits 6000 waren. Mittlerweile bieten mehr als 200 Gymnasien in Deutschland Chinesisch an, von denen bereits um die 40 Chinesisch als dritte Fremdsprache akzeptieren und pr\u00fcfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIm September dieses Jahres findet die 16. Tagung zum Modernen Chinesisch Unterricht an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich statt. Probleme, die in Zukunft geregelt werden m\u00fcssen, seien unter anderem eine international vereinheitlichte HSK Pr\u00fcfung f\u00fcr CHaF und eine Verbreitung des Faches als zweite oder gar erste Fremdsprache an Schulen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tProf. Dr. Kupfer hob in seiner Pr\u00e4sentation die Entwicklung des Pinyin als Lautschrift hervor, mit der heute alle jungen Leute in China vertraut seien. Er selbst \u00e4u\u00dferte den Wunsch, dass die Wandlung der Chinesischen Schriftsprache sich an Pinyin orientieren solle. Als in der anschlie\u00dfenden Diskussion die Frage aufkam, wie man denn dies verwirklichen k\u00f6nne, ohne die Bedeutung zu verlieren, entgegnete der Professor, dass man sich doch auch in einem Gespr\u00e4ch verstehe ohne dabei Schriftzeichen aufschreiben zu m\u00fcssen. Es sei auch bereits ein Roman auf Pinyin erschienen. Dies l\u00f6ste gro\u00dfen Unglauben unter den Sinologie-StudentInnen im Raum aus. Denn eine Sache ist es \u00fcber allt\u00e4gliche Dinge zu reden, eine andere, wenn beispielsweise ein Fotograf versucht einem Laien die Silberdrucktechnik zu erkl\u00e4ren. Lie\u00dfe sich das noch nachschlagen? Und was ist mit der enormen Anzahl an Wort-Neusch\u00f6pfung in unserem modernen Zeitalter? Wenn Pinyin sich h\u00e4tte von einer Lautschrift zu einer allgemein anerkannten Schrift f\u00fcr das Moderne Hochchinesisch entwickeln k\u00f6nnen, w\u00e4re man diesen Schritt dann nicht schon vor einer Weile gegangen, eben zu jener Zeit, als man auch versuchsweise einen Roman in der Lautschrift ver\u00f6ffentlichte?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tKristina Bodrozic-Brnic<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tWeiterf\u00fchrende Links:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.hanban.org\/\">http:\/\/hanban.org<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\thttp:\/\/shihan.edu.cn<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.konfuzius-institut-heidelberg.de\/institut\/index.cfm\">http:\/\/konfuzius-institut-heidelberg.de<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.fachverband-chinesisch.de\/\">http:\/\/www.fachverband-chinesisch.de<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_SeminarKulturmanagementa\">\n\t\tSeminar Kulturmanagement am Beispiel Heidelberg: Ein deutsch-chinesisches Projekt<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tAm 30. April fand als letzte Veranstaltung der China-Wochen das Seminar \u201eKulturmanagement am Beispiel Heidelberg: Ein deutsch-chinesisches Projekt\u201c, zuerst im DAI und im Anschluss im Kurpf\u00e4lzischen Museum, statt. Die Referenten Hans-Martin Mumm (Kulturamt der Stadt Heidelberg), Jakob J. K\u00f6llhofer (Leiter des DAI), und Dr. Ilka Br\u00e4ndle (Kurpf\u00e4lzisches Museum) gew\u00e4hrten einen umfangreichen Einblick in die Kulturarbeit Heidelbergs, Prof. Dr. Klaus Siebenhaar (Institut f\u00fcr Kultur- und Medienmanagement FU Berlin) stellte erg\u00e4nzend sein Projekt \u201eCultural Management in China\u201c und den Masterstudiengang \u201eArts and Media Administration\u201c vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tNach der Begr\u00fc\u00dfung durch Dr. Klaus Grimm, Leiter des Konfuzius Instituts in Heidelberg, begann Hans-Martin Mumm, Leiter des Kulturamts der Stadt Heidelberg, mit dem Einstieg in die Kulturlandschaft Heidelbergs aus \u201eadministrativer Sicht\u201c. Er stellte die Hauptaufgaben des Kulturamts vor, von welchen unter anderem die finanzielle Unterst\u00fctzung von Kultureinrichtungen (Theater k\u00f6nnten beispielsweise ohne \u00f6ffentliche&nbsp; F\u00f6rderung nicht \u00fcberleben), Hilfe bei Verhandlungen und Organisation von Krediten und die Kommunikation zwischen den verschiedenen Kultureinrichtungen zu nennen sind. Bei der anschlie\u00dfenden Fragerunde musste Mumm die Hoffnung der nach Jobaussichten fragenden Studenten jedoch entt\u00e4uschen, da sich auf eine der Stellen, von denen viele sogar nur als \u201ehalbe Stellen\u201c ausgeschrieben werden, ca.100 Interessierte bewerben. Einen \u201eK\u00f6nigsweg\u201c in die Kulturarbeit g\u00e4be es Mumms Meinung nach nicht, dagegen sei Einfallsreichtum gefragt, wie z.B. selbst eine Einrichtung zu gr\u00fcnden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIm Anschluss stellte Jakob J. K\u00f6llhofer, Direktor des Deutsch-Amerikanischen Instituts (DAI) in Heidelberg, dieses vor.&nbsp;Das DAI wurde in der Nachkriegszeit als \u201eAmerika-Haus\u201c von den Amerikanern gegr\u00fcndet, befindet sich jedoch seit der \u00dcbernahme durch K\u00f6llhofer Mitte der 1980er Jahre vollkommen unter deutscher Leitung und sieht sich l\u00e4ngst nicht mehr nur als Vermittler zwischen Deutschland und Amerika, sondern vielmehr zwischen Europa und der Welt. W\u00e4hrend seines Vortrags riet K\u00f6llhofer den angehenden Kulturmanagern zu Eigeninitiative und Praktika, \u201ees geht nichts \u00fcber Praxis!\u201c. Mehrfach betonte er die M\u00f6glichkeit, im DAI ein Praktikum zu absolvieren, bei welchem den Praktikanten die M\u00f6glichkeit geboten wird, ein Projekt von Anfang bis Ende selbst zu betreuen. Als wichtigste Eigenschaften f\u00fcr Kulturarbeit hob er einerseits pers\u00f6nliches Engagement und leidenschaftliche \u00dcberzeugungskraft hervor, andererseits vor allem auch das Durchhalteverm\u00f6gen, was f\u00fcr die Beschaffung von Geldern zur Finanzierung von Projekten unabdingbar ist. Als zentrales Zitat lie\u00df K\u00f6llhofer \u201esqueaky wheel gets the grease\u201c verlauten, da nur derjenige Geld bekommt, wer zuvor unabl\u00e4ssig gejammert und darum gebettelt hat. \u201eEs ist immer mehr Geld da\u201c, versicherte er und verglich die Arbeit eines Kulturmanagers mit einem Guerillero: \u201eEin Guerillero hat nie Angst!\u201c. Er riet den Anwesenden, sich selbst wichtig zu machen, aus pers\u00f6nlicher Motivation heraus ein Projekt in Angriff zu nehmen und durch praktische Erfahrungen zu lernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tAus der Praxis berichtete auch der n\u00e4chste Referent, Prof. Dr. Klaus Siebenhaar, Direktor des Instituts f\u00fcr Kultur- und Medienmanagement (IKM) an der FU Berlin und Leiter des Projekts \u201eCultural Management in China\u201c. Siebenhaar gr\u00fcndete im Jahre 1991 den Master-Studiengang Kulturmanagement, zun\u00e4chst an der Hochschule f\u00fcr Musik \u201eHanns Eisler\u201c Berlin, 2004 wechselte Siebenhaar mitsamt dem Studiengang an die Freien Universit\u00e4t Berlin. Sein besonderes Anliegen bestand darin, Kulturmanagement zu professionalisieren und Theorie und Praxis zu kombinieren. Wie zuvor bei K\u00f6llhofer geschehen, lehnt auch Siebenhaar grundst\u00e4ndige Kulturmanagement-Studieng\u00e4nge ab, da reine Organisationsf\u00e4higkeiten f\u00fcr Kulturmanagement nicht ausreichen. \u201ePers\u00f6nlichkeit geht vor Zeugnis\u201c, bemerkte Siebenhaar im Hinblick auf die Bewerbung f\u00fcr die recht begrenzte Anzahl an Studienpl\u00e4tzen. Der Studiengang selbst ist sehr praxisnah aufgebaut, da Studenten an echten Auftr\u00e4gen arbeiten und auch mitverdienen. So waren auch im Projekt \u201eCultural Management in China\u201c, welches Siebenhaar als \u201egro\u00dfes Abenteuer\u201c bezeichnete, Studenten ma\u00dfgeblich beteiligt. In dem Projekt, das gemeinsam mit dem Goethe-Institut Peking, sowie mit finanzieller Unterst\u00fctzung der Mercator-Stiftung, organisiert und durchgef\u00fchrt wurde, wurden junge chinesische \u201eKulturmanager\u201c in Theorie und vor allem Praxis deutscher Kulturarbeit eingef\u00fchrt. Das Projekt begann mit einem zweiw\u00f6chigen Aufenthalt in Peking, und wurde dann in Berlin in einem praxisorientiertem Intensivprogramm fortgef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tBesonders interessante Punkte innerhalb des Vortags stellten die Erl\u00e4uterungen zu den verschiedene Konzepten zu Kultur dar: w\u00e4hrend in Deutschland das Ideal eines \u201eeinsamen Kopfes\u201c und die Betonung von \u201efreier\u201c Kultur vorherrscht, wird Kultur in China der \u00d6konomie untergeordnet, Kultureinrichtungen sind als \u201ecreative industries\u201c konzipiert und in riesigen \u201ecreative clusters\u201c umgesetzt. Dennoch betonte Siebenhaar die Gemeinsamkeit beider Konzepte, n\u00e4mlich dem Ziel m\u00f6glichst viele Besucher anzulocken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tNach den ersten drei Vortr\u00e4gen und einem kleinen Imbiss, ging es vom DAI ins Kurpf\u00e4lzische Museum, wo uns die Museumsp\u00e4dagogin Dr. Ilka Br\u00e4ndle empfing. Br\u00e4ndle gab eine kurze Einf\u00fchrung \u00fcber das Museum, seine Geschichte und die Situation als st\u00e4dtisches Museum, was einerseits politische Abh\u00e4ngigkeit von Gemeinderatsbeschl\u00fcsse und B\u00fcrokratie bedeutet, andererseits aber auch Unterst\u00fctzung und Absicherung durch die Stadt. Anschlie\u00dfend f\u00fchrte sie uns durch die st\u00e4ndige Sammlung und zeigte uns, wie beispielsweise eine F\u00fchrung f\u00fcr Kindergartenkinder, welche spielerisch an die Kunst herangef\u00fchrt werden sollen, aussieht. Da die vorhergehenden Vortr\u00e4ge den zeitlichen Rahmen nicht ganz einhalten konnten, blieb f\u00fcr den Museumsbesuch leider nicht mehr viel Zeit. Das war schade, da lediglich dieser Teil wenigstens teilweise Praxis-orientiert konzipiert war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tR\u00fcckblickend betrachtet, war das Seminar sehr interessant, da die Referenten aus verschiedenen&nbsp; Bereichen der Kulturarbeit stammten und den Teilnehmern so einen umfangreichen und vielseitigen Einblick in diese erm\u00f6glicht haben. Das Konfuzius Institut plant in einer zweiten Phase das Seminar Kulturmanagement in China fortzuf\u00fchren, Konkretes steht allerdings noch nicht fest.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tJanina Heker<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tWeitere Informationen zum Masterstudiengang Kulturmanagement an der FU Berlin und zum Projekt \u201eKulturmanagement in China\u201c gibt es auf der Homepage des Instituts f\u00fcr Kultur- und Medienmanagement der FU Berlin:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de\/we08\/willkommen\/index.html\">http:\/\/www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de\/we08\/willkommen\/index.html<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_EinFazitderChina-Wochen:\">\n\t\tEin Fazit der China-Wochen: Dr. Dietlind W\u00fcnsche im Interview<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDr. Dietlind W\u00fcnsche kennen sicherlich viele von uns. Sie ist an der Universit\u00e4t Heidelberg f\u00fcr die Austauschbeziehungen mit China und Taiwan zust\u00e4ndig. Im Interview mit SHAN gibt sie einen Blick hinter die Kulissen der China-Wochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>&nbsp;SHAN: Woher kam die Idee zu den China-Wochen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDietlind W\u00fcnsche: Die Anregung kam von der Hochschulrektorenkonferenz. Es gab seitens der HRK eine Ausschreibung f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von China-Wochen, auf die wir uns beworben haben. Die Ausschreibung der HRK wiederum stand im Kontext des deutsch-chinesischen Wissenschaftsjahres 2009\/10, das von den Regierungen beider L\u00e4nder initiiert wurde. In der Ausschreibung der HRK ging es \u00fcbrigens nur um eine &#8222;China-Woche&#8220;, bei uns sind dann aber zwei &#8222;China-Wochen&#8220; daraus geworden. An den meisten anderen Hochschulen beschr\u00e4nkten sich die Veranstaltungen auf eine Woche oder mehrere Tage<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>China-Wochen gab es also noch andernorts?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tEs haben sich sehr viele Universit\u00e4ten und andere Hochschulen beworben. Schlie\u00dflich haben etwa 40 Hochschulen eine Zusage erhalten. Auf der Internetseite des deutsch-chinesischen Wissenschaftsjahres gibt es eine \u00dcbersichtskarte mit allen Hochschulen, die &#8222;China-Wochen&#8220; durchf\u00fchren. (<a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.deutsch-chinesisches-jahr-2009-2010.de\/de\/404.php\">http:\/\/www.deutsch-chinesisches-jahr-2009-2010.de\/de\/404.php<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Die Organisation brauchte sicherlich einen langen Vorlauf, wann haben Sie mit der Planung begonnen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie Ausschreibung kam sehr kurzfristig: im Oktober 2009, mit dem Sommersemester 2010 als Durchf\u00fchrungszeitraum. Nach R\u00fccksprache mit dem Rektorat habe ich Kontakt mit allen Dozenten und Instituten aufgenommen, die an der Uni Heidelberg Kooperationen mit China unterhalten. Wir haben Ideen gesammelt, ein &#8222;brainstorming&#8220; veranstaltet und so gemeinsam ein Konzept erstellt. Rektor Herr Eitel hat das Vorhaben stark unterst\u00fctzt. Eingereicht haben wir unseren Antrag schlie\u00dflich im Dezember, kurz vor meinem Urlaub. Anfang Januar kam dann die Zusage und ich habe aus dem Urlaub heraus viel telefoniert. Die HRK hat uns finanzielle Unterst\u00fctzung bewilligt, bei der Organisation hatten wir freie Hand. Es hatte unterschiedliche Gr\u00fcnde, dass wir uns f\u00fcr den fr\u00fchesten Termin entschieden haben, gerade f\u00fcr die ersten beiden Semesterwochen. So bot sich beispielsweise an, die China-Wochen mit der Er\u00f6ffnung des Konfuzius-Instituts zusammenzulegen. Hier war bereits ein Termin f\u00fcr den 20. April ins Auge gefasst worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Nach welchen Leitlinien haben Sie das Programm gestaltet? Wer z.B. war die Hauptzielgruppe?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tEs sollten sowohl Universit\u00e4tsangeh\u00f6rige als auch die \u00d6ffentlichkeit angesprochen werden. Laut der Ausschreibung st\u00fctzte sich das Programm auf drei S\u00e4ulen : Erstens Studium und Forschung, zweitens Vermittlung von chinesischer Kultur und drittens Integration chinesischer Studenten. Wir wollten unsere Kooperationen mit chinesischen Partnern sichtbar machen, sie sollten innerhalb und au\u00dferhalb der Universit\u00e4t st\u00e4rker bekannt werden. Au\u00dferdem sollten deutsche und chinesische Studierende und Doktoranden aufeinander aufmerksam werden, wir wollten hier den Informationsfluss verst\u00e4rken. Unsere Veranstaltungen sind von beiden Gruppen auch sehr gut aufgenommen worden, insbesondere \u00fcber das deutsch-chinesische Doktoranden-Symposium und die Workshops f\u00fcr chinesische Graduierte habe ich viel positives Feedback erhalten. Und auch die \u00d6ffentlichkeit hat viel Interesse gezeigt, Besucher von au\u00dferhalb der Universit\u00e4t waren bei den kulturbezogenen Vortr\u00e4gen oft in der Mehrzahl. Der Kalligraphie-Workshop fand so regen Zuspruch, dass in der darauf folgenden Woche noch ein weiterer Kurs angeboten wurde. Mit dem Vortrag von Prof. Mittler richtete sich das Programm sogar an Kinder aus der Region. Einige dieser Veranstaltungen werden noch \u00fcber die China-Wochen hinaus eine Fortsetzung finden, so plant das Konfuzius-Institut z.B. eine Konfuzius-Reihe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Nach welchen Gesichtspunkten haben Sie die Referenten eingeladen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tWir haben bei einigen Veranstaltungen mit dem Konfuzius-Institut zusammengearbeitet. Dann ergaben sich viele Vortr\u00e4ge aus den Kooperationsprojekten der einzelnen Instituten, z.B. ergab sich die Urumqi-Konferenz aus dem interdisziplin\u00e4ren Projekt \u00fcber die nachhaltige Entwicklung von Mega-Cities, bei dem neben verschiedenen Heidelberger Wissenschaftlern auch Unternehmen aus der Metropol-Region Rhein Neckar beteiligt sind. Zu manchen Referenten hatten wir bereits vorher enge Kontakte, z.B. zu Prof. Zhao Miaogen vom Chinesisch-Deutschen Zentrum f\u00fcr Wissenschaftsf\u00f6derung in Peking und zu Dr. Hai Sun, der bis vor kurzem f\u00fcr das Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-W\u00fcrttemberg gearbeitet hat. Es bot sich au\u00dferdem an, Experten vor aus der n\u00e4heren Umgebung einzuladen, wie die Professoren Peter Kupfer und Ulrich Kautz aus Mainz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>W\u00e4hrend der China-Wochen gab es eine ganze Reihe von Veranstaltungen, die die Zusammenarbeit der Universit\u00e4t Heidelberg mit chinesischen Partnern vorstellen. Wie hat sich diese Zusammenarbeit im Laufe der letzen 10, 15 Jahre entwickelt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie Kontakte auf Forschungsebene sind in den vergangenen zehn Jahren sehr stark intensiviert worden. Wir haben mittlerweile \u00fcber 100 gemeinsame Forschungsprojekte, besonders viele davon in den Naturwissenschaften. Die ersten Kontakte gehen zur\u00fcck auf das Jahr 1980. Zu Beginn der achtziger Jahre entstanden in sehr kurzer Zeit vier direkte Partnerschaften mit chinesischen Universit\u00e4ten. Der damalige Ministerpr\u00e4sident von Baden-W\u00fcrttemberg, Lothar Sp\u00e4th, hat das damals stark unterst\u00fctzt.<br \/> \t\tUnsere Kontakte beschr\u00e4nkten sich lange Zeit auf diese Partnerschaften, in den letzten Jahren allerdings hat sich das ver\u00e4ndert. Es kommen immer mehr Austauschprogramme und fachbezogene Kooperationen hinzu. Das hat nat\u00fcrlich auch mit einem verst\u00e4rkten Engagement der chinesischen Regierung im Aufbau der Universit\u00e4ten und den hohen Investitionen in die Forschung zu tun. Einige biomedizinischen oder physikalischen Labore, die im Rahmen des 211er und 985er- Programm gezielt gef\u00f6rdert werden (das sind die chinesischen \u201eExzellenzinitiativen\u201c), sind inzwischen besser ausgestattet als manche vergleichbaren Einrichtungen bei uns. Da wundert es nicht, dass man auf der deutschen Seite ein verst\u00e4rktes Interesse an einer Zusammenarbeit entwickelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Warum glauben Sie, dass die Geisteswissenschaften sich nicht ebenso stark im Austausch mit China engagieren wie die Naturwissenschaften? Von den philologischen F\u00e4chern einmal abgesehen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie Zusammenarbeit l\u00e4uft, wie erw\u00e4hnt, zum Gro\u00dfteil auf Forschungsebene ab. Austausch auf dieser Ebene ist eigentlich Sache der einzelnen Institute und der dort angesiedelten Wissenschaftler. Haben deren Forschungsschwerpunkte allerdings keinen Bezug zu China, dann besteht wahrscheinlich kein Anreiz, Austauschprojekte ins Leben zu rufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Die Anreise der Delegation von der Jiaotong University wurde leider verhindert durch die Beeintr\u00e4chtigung des Flugverkehrs. Wie hat sich die Aschewolke aus Island denn dar\u00fcber hinaus auf die China-Wochen ausgewirkt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDas Ausbleiben der Delegation aus Shanghai ergab sich sehr kurzfristig. Das geplante Konzert in Mannheim ist dadurch ganz ausgefallen. Aber f\u00fcr die anderen Veranstaltungen, bei denen die Jiaotong-Band auftreten sollte, wie etwa f\u00fcr die Er\u00f6ffnung des Konfuzius-Instituts oder f\u00fcr den China-Kulturabend, brauchten wir unbedingt Ersatz. Zum Gl\u00fcck haben wir irelativ schnell Frau Zhang Yuanfang und Frau Guo Ziyuan gefunden. Aber das Ausbleiben der Delegation hatte noch ganz andere Auswirkungen, so konnte ein geplanter Partnerschaftsvertrag zwischen der Jiaotong University und dem IWR (Institut f\u00fcr Wissenschaftliches Rechnen) nicht unterschrieben werden.<br \/> \t\tUnd dann ist schlie\u00dflich die Urumqi-Konferenz ganz abgesagt worden. Die Konferenzteilnehmer aus Urumqi, u.a. der Forschungsminister aus Urumqi, waren schon 2500 km bis nach Peking angereist und hatten dort drei Tage vergeblich gewartet, als endg\u00fcltig klar wurde, dass es keine M\u00f6glichkeit gab, zu fliegen. Zuerst hing unsre Planung in der Luft, dann mussten wir alles wieder r\u00fcckg\u00e4ngig machen, was schon organisiert war: das Buffet wieder abbestellen, die Presse benachrichtigen, alle Plakate mit Hinweisen \u00fcberkleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Dieses Wochenende haben Sie bestimmt im Auslandsamt verbracht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tJa, die Telefone standen hier nicht mehr still und ich habe das Wochenende weitgehend im B\u00fcro verbracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Blieb Ihnen denn \u00fcberhaupt noch Zeit, selbst einige Veranstaltungen zu besuchen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tJa, ich habe versucht, m\u00f6glichst \u00fcberall wenigstens am Anfang einmal hinereinzuschauen. Leider konnte ich oft nicht bis zum Schluss bleiben. Und einige Veranstaltungen, die ich gern gesehen h\u00e4tte, habe ich wegen paralleler Veranstaltungen verpasst, z.B. den Vortrag von Wolfgang Kubin. Es gab viele H\u00f6hepunkte! Da war beispielsweise die Er\u00f6ffnung des Konfuzius-Instituts, dann ist mir der Erfahrungsbericht von der Summer School der Geowissenschaftler lsehr gut in Erinnerung geblieben. Die interkulturellen Veranstaltungen habe ich ja bereits erw\u00e4hnt. Sehr interessant fand ich beispielsweise auch den Vortrag von Prof. Wagner zu Filmen aus der Kulturrevolution und die Einf\u00fchrungen von Dr.&nbsp; Gieselmann zu den zeitgen\u00f6ssischen Filmen aus China.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>K\u00f6nnten Sie sich vorstellen, einen Programmpunkt dauerhaft in das Angebot des AAA aufzuehmen? Zum Beispiel das interkulturelle Training?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tPrinzipiell schon, wenn die Mittel da sind. Insbesondere f\u00fcr die Studenten, die zum Austausch rausgehen, w\u00e4re das sehr lohnend; aber auch f\u00fcr Gastwissenschaftler, die hierher nach Heidelberg kommen. Mit dem interdisziplin\u00e4ren Symposium f\u00fcr deutsche und chinesische Doktoranden haben wir diesmal ja auch sehr gute Erfahrungen gemacht. Ebenso w\u00e4re ein weiterer China-Kulturabend denkbar, der ein sehr lebendiges Forum f\u00fcr den Austausch zwischen den deutschen und chinesischen Studierenden bildete. Bei all diesen Veranstaltungen ist \u00fcbrigens die Kooperation mit anderen universit\u00e4tseigenen Einrichtungen (Studentenwerk, Graduiertenakademie, Weiterbildungszentrum etc.) von gro\u00dfem Wert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Glauben Sie, dass im n\u00e4chsten Jahr vielleicht noch einmal China-Wochen stattfinden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie China-Wochen sind ein Projekt im Rahmen des deutsch-chinesischen Wissenschaftsjahres 2009\/10. Eigentlich handelt es sich also um eine einmalige Veranstaltung. Aber nachdem der Zuspruch so gro\u00df war, w\u00fcrde ich nicht ausschlie\u00dfen, dass wir manche Veranstaltungen in Zukunft wieder aufgreifen und vielleicht regelm\u00e4\u00dfig durchf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit f\u00fcr das Interview genommen haben!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tSehr gerne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDas Interview f\u00fchrte Lena Hessel am 05. Mai 2010<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.uni-heidelberg.de\/international\/china-wochen.html\">http:\/\/www.uni-heidelberg.de\/international\/china-wochen.html<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t\t<a id=\"3\" name=\"3\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Das Konfuzius-Institut stellt sich vor <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tAm 20. April 2010 wurde das Konfuzius-Institut an der Universit\u00e4t Heidelberg offiziell er\u00f6ffnet. SHAN erhielt die M\u00f6glichkeit das Institut n\u00e4her kennenzulernen und ein Interview mit dem gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Direktor des Instituts Dr. Klaus Grimm zu f\u00fchren. Wir m\u00f6chten in diesem Beitrag das Konfuzius-Institut Heidelberg und seine Mitarbeiter kurz vorstellen.<br \/> \t\t\tKonfuzius-Institute orientieren sich am Beispiel der deutschen Goethe-Institute und sind inzwischen ein fester Bestandteil der chinesischen ausw\u00e4rtigen Kulturpolitik. Weltweit wurden bereits rund 300 Konfuzius-Institute gegr\u00fcndet, darunter zw\u00f6lf in Deutschland. Hauptaufgabe der Institute sind Kultur- und Sprachvermittlung. Das Konfuzius-Institut Heidelberg nahm im Herbst 2009 seinen Betrieb auf. Es ist ein gemeinsames Projekt der Ruprecht-Karls-Universit\u00e4t Heidelberg, des Office of the Chinese Language Council International (HANBAN) in Beijing und der Shanghai Jiaotong Universit\u00e4t. Angeboten werden Sprachkurse f\u00fcr verschiedene Alters- und Niveaustufen von Muttersprachlern \u00fcber Erwachsene ohne Vorkenntnisse bis zu Sch\u00fclern und Studenten, die Grundkenntnisse der chinesischen Sprache beherrschen. Zust\u00e4ndig f\u00fcr den Sprachunterricht ist Frau Scheinhardt-Zhu Liying, die in einem ihrer Sprachkurse auch ihren deutschen Mann unterrichtet. Das aktuelle Projekt von Frau Zhu ist die Vorbereitung der Summer School 2010: Ein zweiw\u00f6chiger China-Aufenthalt mit Expo-Besuch, Sprachunterricht und Rundreise. Neben Sprachunterricht und HSK-Pr\u00fcfungen bietet das Konfuzius-Institut auch Workshops und Vortr\u00e4ge zu verschiedenen Bereichen der chinesischen Kultur an. Gerade begonnen haben zum Beispiel Kalligrafie-Kurse des Sinologie-Studenten Li Haibin, die im weiteren Verlauf auch noch durch Kurse zur Tuschemalerei erweitert werden. Die Leitung und Gestaltung des Kulturprogramms sind Aufgabe und Leidenschaft von Heidi Marweg. Frau Marweg, selbst ehemalige Studentin der Heidelberger Sinologie, war federf\u00fchrend in der Gestaltung der Veranstaltungen des Konfuzius-Instituts w\u00e4hrend der China-Wochen und wird auch in Zukunft f\u00fcr ein abwechslungsreiches und interessantes Kulturprogramm des Instituts sorgen.<\/p>\n<p> \t\t\t&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_Portrt:Dr.KlausGrimm\">\n\t\t\tPortr\u00e4t: Dr. Klaus Grimm<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tDr. Grimm wurde in Stuttgart geboren und kam, nach einer Ausbildung als Werkzeugmacher und einem Igeniuer-Studium in den USA \u00fcber den zweiten Bildungsweg zum Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Mannheim. F\u00fcr die Friedrich-Ebert-Stiftung arbeitete Dr. Grimm unter anderem in Vietnam und Bonn im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. 1985 f\u00fchrte ihn seine T\u00e4tigkeit f\u00fcr dann nach Shanghai, wo er den Aufbau des B\u00fcros der Friedrich-Ebert-Stiftung \u00fcbernahm. Dieses B\u00fcro war das erste einer deutschen politischen Stiftung in China, und zust\u00e4ndig f\u00fcr wirtschaftspolitische Beratung beim Aufbau des Banken -und Steuersystems und marktwirtschaftlicher Ordnungsstrukturen im Zuge der Reformpolitik.<br \/> \t\t\t1990 kam er nach Warschau, wo er wiederum w\u00e4hrend des \u00d6ffnungsprozesses den Aufbau des Stiftungsb\u00fcros \u00fcbernahm. 1994, nach Shanghai zur\u00fcckgekehrt, \u00fcbernahm Dr. Grimm den Aufbau des Delegiertenb\u00fcros der Deutschen Wirtschaft und der Deutschen Auslandshandelskammer. Er lebte elf Jahre in Shanghai und h\u00e4lt auch heute noch w\u00f6chentlich Kontakt zu seiner ehemaligen Wirkungsst\u00e4tte. Im Herbst 2005, formal pensioniert, erhielt er einen Lehrauftrag an der FH Heidelberg f\u00fcr Internationales Management.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t<strong>SHAN: Herr Grimm, Sie haben das Delegiertenb\u00fcro der Auslandshandelskammer in Shanghai aufgebaut, nun sind&nbsp; Sie Leiter des Konfuzius-Instituts, was hat Sie an Ihrer neuen Aufgabe besonders gereizt?<\/strong><br \/> \t\t\tKlaus Grimm: Zum einen nat\u00fcrlich der Chinabezug, den ich pers\u00f6nlich nie verloren habe. Und dann der Reiz, Neues anzufangen und aufzubauen.<\/p>\n<p> \t\t\t<strong>Heidelberg hat, was China betrifft, bereits viel zu bieten, was k\u00f6nnen wir vom Konfuzius-Institut erwarten?<\/strong><br \/> \t\t\tDie Sinologie in Heidelberg deckt vor allem den akademischen Bereich ab. Das Konfuzius-Institut m\u00f6chte mit seinen Kulturveranstaltungen mehr die allgemeine Bev\u00f6lkerung ansprechen, es kommen also andere Zielgruppen hinzu. Au\u00dferdem will das Institut auch den wirtschaftlichen Bereich ansprechen.<\/p>\n<p> \t\t\t<strong>K\u00f6nnen Sie uns ein Beispiel daf\u00fcr nennen?<\/strong><br \/> \t\t\tZum Beispiel, auch auf Wunsch von Seiten der Stadt, Unterst\u00fctzung im deutsch-chinesischen Tourismus. Es kommen zwar viele chinesische Touristen nach Heidelberg, die \u00dcbernachtungszahlen sind mit etwa 2% allerdings relativ gering, ebenso preiswerte Einkaufsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Chinesen. In diesen Bereichen kann das Institut unterst\u00fctzend t\u00e4tig sein.<\/p>\n<p> \t\t\t<strong>Konfuzius-Institute werden oft mit den deutschen Goethe-Instituten verglichen. Was ist an diesem Vergleich dran?<\/strong><br \/> \t\t\tMan kann diesen Vergleich anstellen. Viele L\u00e4nder nutzen Institute dieser Art als Instrumente der ausw\u00e4rtigen Kulturpolitik. Der gro\u00dfe Unterschied zwischen den beiden Modellen sind die Finanzierung und der institutionelle Aufbau. Konfuzius-Institute sind als eine Art \u201eGemeinschaftsunternehmen\u201c organisiert insofern, als Leitung und Finanzierung zwischen der chinesischen Seite und den Partnern im Gastland geteilt sind. Der Vertragspartner im Gastland ist in der Regel eine Universit\u00e4t. Auf chinesischer Seite ist neben der vom chinesischen Bildungsministerium beauftragten und auch als Vertragspartner auftretenden Dachorganisation der Konfuzius-Institute, dem Office of the Chinese Language Council International (HANBAN), immer auch eine chinesische Hochschule als weiterer Partner beteiligt.<\/p>\n<p> \t\t\t<strong>Sie sind nicht nur Leiter des Konfuzius-Instituts, Sie stehen auch der Wirtschaft immer noch nahe. Wie w\u00fcrden Sie die Berufsaussichten f\u00fcr Sinologen heute beurteilen<\/strong>?<br \/> \t\t\tSinologen sollten immer ein zweites Standbein haben. In China sagt man der Himmel wird von zwei S\u00e4ulen getragen, das sollten Sinologen bei ihrer Studienwahl ber\u00fccksichtigen. Nur Chinesisch als Sprache reicht alleine h\u00e4ufig nicht aus. Die Chancen als Gymnasiallehrer sind jedoch gut. Diese Ausbildung wird auch an der Universit\u00e4t Heidelberg angestrebt und in Zukunft an den Schulen immer gefragter sein.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t<strong>Wie w\u00fcrden Sie sich eine Zusammenarbeit mit SHAN vorstellen?<\/strong><br \/> \t\t\tDas Konfuzius-Institut und ich pers\u00f6nlich k\u00f6nnen SHAN bei der Suche nach Praktikumspl\u00e4tzen mit Kontakten unterst\u00fctzen. Bald werden hoffentlich auch im Konfuzius-Institut selbst Praktika zu vergeben sein. Aber auch gemeinsame Veranstaltungen, die n\u00e4chste Veranstaltung, bei der SHAN und das Konfuzius-Institut mitwirken werden, ist das Chinesische Dorf im Rahmen der Veranstaltung Lebendiger Neckar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t<strong>Herzlichen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tSylvia Schneider<\/p>\n<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t\t<a id=\"4\" name=\"4\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Hundert Jahre Ruan Lingyu (1910-1935) <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tVor 100 Jahren &#8211; am 26. April 1910 &#8211; wurde die bekannte chinesische Filmschauspielerin Ruan Lingyu \u962e\u73b2\u7389 geboren, vor 75 Jahren beging sie Selbstmord. Ihre Filmkarriere begann im Alter von 15 Jahren und endete vor ihrem 25. Geburtstag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tRuan verbrachte fast ihr ganzes Leben in Shanghai, ihre Familie kam allerdings aus der Provinz Guangdong; daher waren ihr die Dialekte dieser beiden Regionen am besten vertraut. Da sie kein Hochchinesisch sprach, spielte sie nicht in Tonfilmen. Viele Regisseure, Produzenten, Drehbuchschreiber und Schauspieler(innen) von Lianhua stammten aus Guangdong, was die Kommunikation erleichterte und bei Stummfilmen nicht auffiel. Ruans Tod ereignete sich in der Endphase des chinesischen Stummfilms; ab 1936 wurden fast nur noch Tonfilme gedreht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tRuan Lingyus Schauspielt\u00e4tigkeit l\u00e4sst sich in zwei Phasen einteilen: in den sp\u00e4ten zwanziger Jahren spielte sie meist kleinere Rollen in unbedeutenden Filmen, die zum Teil nicht mehr existieren. In den fr\u00fchen drei\u00dfiger Jahren wurde sie die wichtigste Darstellerin des Lianhua-Filmstudios \u8054\u534e\u5f71\u4e1a\u516c\u53f8 und drehte mit verschiedenen Regisseuren (Bu Wancang \u535c\u4e07\u82cd , Cai Chusheng \u8521\u695a\u751f , Fei Mu \u8d39\u7a46 , Sun Yu \u5b59\u745c und Wu Yonggang \u5434\u6c38\u521a ) zahlreiche bekannte Filme: <em>Gudu chunmeng<\/em> \u6545\u90fd\u6625\u68a6 \/ <em>Spring dream in the Old Capital<\/em> (1930), <em>Lian&#8217;ai yu yiwu<\/em> \u604b\u7231\u4e0e\u4e49\u52a1 \/ <em>Love and Duty<\/em> (1931), <em>Xiao Wanyi<\/em> \u5c0f\u73a9\u610f \/ <em>Little Toys<\/em> (1933), <em>Shenn\u00fc<\/em> \u795e\u5973 \/ <em>The Goddess<\/em> (1934), <em>Xin N\u00fcxing<\/em> \u65b0\u5973\u6027 \/ <em>New Woman<\/em> (1934).<\/p>\n<p> \t\tDa neben den Regisseuren auch die Drehbuchautoren wechselten, waren die Filme und Rollen sehr unterschiedlich. Bei dem lange verschollenen Film <em>Love and Duty<\/em>, der im Jahre 2004 in Heidelberg gezeigt wurde, stand eine Liebesgeschichte im Vordergrund. (<a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.sino.uni-heidelberg.de\/eacs2004\/content\/programme\/film_love_and_duty\/index.php\"> http:\/\/www.sino.uni-heidelberg.de\/eacs2004\/content\/programme\/film_love_and_duty\/index.php<\/a> ). <em>Xiao Wanyi<\/em> war einer der wenigen politischen Filme in denen Ruan Lingyu mitspielte. <em>The Goddess<\/em> und <em>New Woman<\/em> waren eher sozialkritisch.<br \/> \t\tDa nach dem Durchbruch des Tonfilms die alten Stummfilme schnell in Vergessenheit gerieten und sich die Interessen der Zuschauer wegen der dramatischen politischen und milit\u00e4rischen Ereignisse der drei\u00dfiger und vierziger Jahre schnell ver\u00e4nderten, gerieten auch alte Stummfilmstars schnell in Vergessenheit. In der Volksrepublik China wurden Ruans Filme gelegentlich zu Lehrzwecken vorgef\u00fchrt; diese Filme passten allerdings nicht in die Propagandakonzepte der KP und wurden nur selten \u00f6ffentlich gezeigt. Mit dem Aufkommen von Video CDs und DVDs gab es in den neunziger Jahren jedoch einen Stummfilmboom, der bis heute andauert. In Hong Kong wurde Ruan Lingyus Leben 1992 von Stanley Kwan \u5173\u9526\u9e4f &#8211; mit Maggie Cheung \u5f20\u66fc\u7389 in der Hauptrolle &#8211; verfilmt.<\/p>\n<p> \t\tLiteratur:<\/p>\n<p> \t\tCheng Jihua: Zhongguo dianying fazhanshi, Beijing, 1963.<br \/> \t\tJ. Leyda: Dianying, Cambridge (Mass.), 1972.<br \/> \t\tR. J. Meyer: Ruan Ling-Yu, Hong Kong, 2005.<br \/> \t\tT. Kampen: Die chinesische Verfilmung des Romans Love and Duty der europ\u00e4ischen Schriftstellerin Horose. In: Roswitha Badry, Maria Rohrer, Karin Steiner (Hrsg.): Liebe, Sexualit\u00e4t, Ehe und Partnerschaft &#8211; Paradigmen im Wandel, Freiburg: FWPF, 2009.<\/p>\n<p> \t\tDr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t\t<a id=\"5\" name=\"5\"><span id=\"parent-fieldname-title\">London \u2013 A Short Guide for Sinologists <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tExpansion, wirtschaftliche Ausbeutung, Opiumkriege \u2013 es war nicht gerade ehrenwert, was die britische Krone ab dem 18. Jahrhundert in Asien so trieb. Doch gerade deshalb sind die Bibliotheken und Archive Englands gef\u00fcllt mit interessanten Dokumenten und Objekten, die einen Research-Trip nach London f\u00fcr Sinologen lohnenswert machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_TheBritishLibrary\">\n\t\t\tThe British Library<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t96 Euston Road<br \/> \t\t\tLondon NW1 2DB<br \/> \t\t\twww.bl.uk<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tUnderground stations: King\u2019s Cross, St Pancras,Euston<br \/> \t\t\tBus routes: 10, 30, 59, 73, 91, 205, 390 und 476 halten nahe der British Library\/Euston Road<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t\u00d6ffnungszeiten:<br \/> \t\t\tMo, Mi, Do, Fr &nbsp;&nbsp;&nbsp; 9.30 \u2013 18 Uhr<br \/> \t\t\tDi &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; 9.30 \u2013 20 Uhr<br \/> \t\t\tSa &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; 9.30 \u2013 17 Uhr<br \/> \t\t\tSo und Feiertage &nbsp;11 \u2013 17 Uhr<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tDie British Library geh\u00f6rt neben der National Library in Washington und der Biblioth\u00e8que nationale in Paris zu den gr\u00f6\u00dften Bibliotheken der Welt. 1998 zog sie vom British Museum in das neue Geb\u00e4ude in der Euston Road. Hier steht ein Exemplar von jeder britischen Publikation \u2013 egal, ob Buch, Zeitung, Comic, Landkarte oder historisches Dokument. Mithilfe verschiedener Online-Kataloge kann thematisch gesucht werden (www.bl.uk\/reshelp\/findhelprestype\/catblhold\/all\/allcat.html). Insgesamt umfasst die British Library rund 150 Millionen Publikationen, j\u00e4hrlich kommen drei Millionen neue hinzu. Im Zentrum des Geb\u00e4udes befindet sich ein eindrucksvoller Glasturm, in dem sich die King\u2019s Library mit 65000 B\u00fcchern von George III. befindet. In der Ausstellung Treasures of the British Library sind Exponate aus drei Jahrtausenden und von jedem Kontinent ausgestellt, darunter auch heilige Texte des Daoismus und eine Version des Lotus Sutra (1240\u20131280).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t<strong>Asia &amp; Africa Studies<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tZum Leseraum der Asia &amp; Africa Studies geh\u00f6ren auch die Archive mit Dokumenten und Objekten aus China. Hilfreiche Online-Kataloge bei der Recherche sind Chinese Printed Books and Serials, Mapping Asia Newspapers Catalogue, Japanese Printed Books and Serials und der International Dunhuang Project Catalogue. In letzterem werden \u00fcber 30 000 Manuskripte digitalisiert, die zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 12. Jahrhundert n. Chr. entlang der Seidenstra\u00dfe entstanden sind. Der \u00e4lteste Sternenatlas der Welt (649\u2013684 n. Chr.) aus Dunhuang sowie die erste gedruckte Sternenkarte des chinesischen Astronomen Su Song (1020\u20131101) sind in der bereits erw\u00e4hnten Ausstellung Treasures of the British Library ausgestellt. Zudem beinhaltet die Sammlung chinesischer Schriftst\u00fccke der British Library Orakelknochen der Shang-Dynastie (1600-1000 v. Chr.), die jedoch nicht f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich sind. Weitere Exemplare der Skapula- und Plastroneninschriften finden sich in den Archiven von Oxford und Cambridge sowie der National Library. Die Leser\u00e4ume der Asia and Africa Studies , Karten und Manuskripte schlie\u00dfen t\u00e4glich um 17 Uhr, ganzt\u00e4tig geschlossen: 2. &#8211; 4. April.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t<strong>Praktische Hinweise<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tStudenten k\u00f6nnen vor Ort einen kostenlosen <em>Reader Pass<\/em> beantragen. Notwendig sind hierf\u00fcr der Ausweis bzw. Reisepass sowie ein weiteres Dokument, das den Wohnsitz best\u00e4tigt (z.B. Best\u00e4tigung vom Einwohnermeldeamt, bei Wohnheimsbewohnern vom Studentenwerk oder eine Kreditkartenabrechung). Um einen <em>Reader Pass<\/em> zu bekommen, muss mindestens ein Buchtitel angegeben werden, der bestellt werden m\u00f6chte. Die Bestellung eines Buches dauert je nach Standort 40 Minuten bis 72 Stunden. Ist man bereits als Leser registriert und plant eine Reise nach London, k\u00f6nnen B\u00fccher auch Online bestellt werden, sodass sie bereits vorliegen, wenn man ankommt.<br \/> \t\t\tDie Leser\u00e4ume bieten Platz f\u00fcr 1200 Menschen, vor Betreten m\u00fcssen Taschen und Jacken in Schlie\u00dfschr\u00e4nke verschlossen werden. Da diese knapp sind, empfiehlt es sich, vormittags in die British Library zu kommen. In den Leser\u00e4umen d\u00fcrfen nur Bleistifte verwandt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_TheBritishMuseum\">\n\t\t\tThe British Museum<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tGreat Russell Street<br \/> \t\t\tLondon WC1B 3DG<br \/> \t\t\twww.britishmuseum.org<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tUnderground stations: Holborn, Russell Square, Tottenham Court Road<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t\u00d6ffnungszeiten:<br \/> \t\t\tT\u00e4glich&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; 10 \u2013 17.30 Uhr<br \/> \t\t\tSonderausstellungen sind donnerstags und freitags bis 20.30 Uhr zug\u00e4nglich.<br \/> \t\t\tGeschlossen: 1. Januar, Karfreitag, 24. \u2013 26. Dezember<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tDas British Museum ist das gr\u00f6\u00dfte Museum Gro\u00dfbritanniens und eines der \u00e4ltesten Museen der Welt. Neben sieben Millionen Ausstellungst\u00fccken aus aller Welt beeindruckt das Geb\u00e4ude mit seiner au\u00dfergew\u00f6hnlichen Architektur: Der Innenhof im neoklassizistischen Stil wurde 2000 nach Pl\u00e4nen von Sir Norman Fosters mit einem beeindruckenden Glasdach versehen. In der Mitte befindet sich der runde Reading Room, in dem sich die British Library befand. Die 94 Galerien des British Museums sind nach Regionen sortiert (Amerika, Antikes \u00c4gypten, Antikes Griechenland und Rom, Asien, Mittlerer Osten und Europa). Highlights sind unter anderen die ausgestellten Mumien, zum Beispiel der Corpus Kleopatras und das Sarg-Ensemble des Priesters Hornedjitef, die Bronzeb\u00fcste von Augustus und D\u00fcrer\u2019s Rhinoceros.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t<strong>Asien-Ausstellungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tDie Asien-Ausstellungen beinhalten Objekte aus Japan, China, Korea, Zentralasien, Afghanistan, S\u00fcd- und S\u00fcdoastasien. Die chinesische Sammlung ist besonders ber\u00fchmt f\u00fcr die buddhistischen Malereien aus den Dunhuang-Grotten und Gu Kaizhis N\u00fcshi xian tu (Ermahnungen der Hofschreiberin [an die Palastdamen] \/ Admonitions of the Instructress [to the Palace Ladies]), das als eine der bedeutendsten Rollenmalereien gilt.<br \/> \t\t\tEbenso beeindruckend ist die chinesische Porzellanausstellung: Etwa 1700 Objekte zeigen dem Besucher die Entwicklung der Porzellan-Herstellung vom 3. bis zum 20. Jahrhundert. An Touch-Screens k\u00f6nnen anhand der Exponat-Nummer Erl\u00e4uterungen sowie Fotografien von allen Seiten des Objekts aufgerufen werden. Auf diese Weise sind auch die Signaturen auf der Unterseite der Objekte lesbar.Clarissa von Spee, die ehemals auch am Institut f\u00fcr Ostasiatische Kunstgeschichte gearbeitet hat, ist nun Kuratorin im British Museum. Vom 8. Mai bis zum 15. September 2010 wird ihre erste Ausstellung \u201eThe Printed Image in China\u201c zu sehen sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_NationalArchives\">\n\t\t\tNational Archives<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tBessant Drive<br \/> \t\t\tRichmond, London TW9 4<br \/> \t\t\twww.nationalarchives.gov.uk<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tUnderground station: Kew Gardens (Zone 3, 40 Min. von London)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t\u00d6ffnungszeiten:<br \/> \t\t\tMo, So &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;geschlossen<br \/> \t\t\tDi, Do &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; 9 \u2013 19 Uhr<br \/> \t\t\tMi, Fr, Sa &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;9 \u2013 17 Uhr<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tDie National Archives bieten f\u00fcr Sinologen Zugang zu den Foreign Office Records, die unter anderem die Korrespondenz und private Papiere von Briten beinhalten, die sich in China aufgehalten haben. Zu finden sind Dokumente aus den Botschaften oder Konsulaten, vertrauliche Daten, Vertr\u00e4ge der Ost-Indien-Kompanie und Landkarten ab 1866. Alle Schriften bis 1919 k\u00f6nnen in einem gedruckten Index-Katalog nachgeschlagen werden, von 1919 bis 1959 gibt es einen Online-Katalog.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t<strong>Praktische Hinweise&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tStudenten k\u00f6nnen einen kostenlosen <em>Reader Pass<\/em> beantragen, ebenfalls mithilfe eines Ausweises und einem zus\u00e4tzlichen Dokument, auf dem Name und Adresse stehen (wie in der British Library). Da zum Lesen vieler Dokumente kein <em>Reader Pass<\/em> notwendig ist, muss bei der Beantragung angeben werden, welche Manuskripte eingesehen werden m\u00f6chten. Ein Dokument ist nach ca. 60 Minuten zug\u00e4nglich. Von den Dokumenten und Microfilmen d\u00fcrfen in der Regel Kopien gemacht werden, auch hier sind in den Leser\u00e4umen nur Bleistifte erlaubt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_SOASTheSchoolofOrientala\">\n\t\t\tSOAS \u2013 The School of Oriental and African Studies, University of London<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tThornhaugh Street, Russell Square<br \/> \t\t\tLondon WC1H 0XG<br \/> \t\t\twww.soas.ac.uk<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tUnderground station: Russell Square<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t\u00d6ffnungszeiten der Bibliothek:<br \/> \t\t\tMo \u2013 Do &nbsp;9 \u2013 23.30 Uhr (Ausleihe bis 20 Uhr, Neu-Anmeldung bis 18.55 Uhr)<br \/> \t\t\tFr&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 9 \u2013 23.30 Uhr (Ausleihe und Neu-Anmeldung bis 18.55 Uhr)<br \/> \t\t\tSa &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; 10.30 \u2013 18 Uhr (Ausleihe und Neu-Anmeldung bis 17.55 Uhr)<br \/> \t\t\tSo &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; 10.30 \u2013 18 Uhr (ohne Personal, keine Ausleihe und Neu-Anmeldung m\u00f6glich)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tWeitere Informationen: www.soas.ac.uk\/library\/using\/openingtimes\/<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tZur SOAS geh\u00f6rt eine gro\u00dfe Bibliothek, die einen umfangreichen Sinologie-Bereich mit gro\u00dfem Zeitungs-Archiv besitzt. Studenten anderer Universit\u00e4ten k\u00f6nnen die Bibliothek ebenfalls nutzen: J\u00e4hrlich sind drei Tages-Lesep\u00e4sse kostenlos erh\u00e4ltlich, jeder weitere Tag kostet 12 Pfund. Die Mitarbeiter der chinesischen Abteilung sind sehr hilfsbereit und k\u00f6nnen auch per E-Mail kontaktiert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\" id=\"anker_AnreiseundUnterkunft\">\n\t\t\tAnreise und Unterkunft<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t<strong>G\u00fcnstig nach London<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tG\u00fcnstige Fl\u00fcge gibt es zum Beispiel, je nach Airline ab acht Euro, bei Ryanair, Germanwings, Lufthansa und Airberlin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t<strong>G\u00fcnstig Wohnen in London<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tLondon\u2019s Astor Museum Hostel, 27 Montague Street, Bloomsbury<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tBeschreibung in K\u00fcrze: 2- bis 12-Bett-Zimmer (je nach Saison und Wochentag 17\u201340 Pfund) \/ relativ sauber \/ gutes, einfaches Fr\u00fchst\u00fcck (europ\u00e4isch) \/sehr zentral \/gegen\u00fcber dem British Museum \/ freundliches Personal (Studenten) <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.astorhostels.co.uk\/#\/en\/page\/museum\/About\/\">www.astorhostels.co.uk\/#\/en\/page\/museum\/About\/<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tMehr Hostels unter: www.astorhostels.co.uk\/.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t<strong>G\u00fcnstig unterwegs in London<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tIn einer Gruppe ab zehn Personen gibt es preiswerte Gruppentickets, f\u00fcr Einzelpersonen lohnt sich die Anschaffung einer Oyster-Karte (zwei Pfund, die man bei R\u00fcckgabe der Karte zur\u00fcckbekommt), die am Automaten aufgeladen wird und sowohl f\u00fcr Busse als auch f\u00fcr das Underground-System benutzt werden kann. Tagestickets kosten je nach Zone etwa f\u00fcnf Pfund (Zone 1\u20132, Innenstadt) aufw\u00e4rts. Eine einzelne Fahrt mit dem Bus kostet zwei Pfund (Zone 1\u20132), ein Underground-Ticket vier Pfund.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tViktoria D\u00fcmer<\/p>\n<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t\t<a id=\"6\" name=\"6\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Kinder-Uni und B\u00fcroarbeit &#8211; ein Praktikum beim DAAD in Shanghai <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tDer DAAD in China mit der Au\u00dfenstelle in Peking \u201eunterst\u00fctzt den Studenten- und Wissenschaftleraustausch zwischen China und Deutschland, bietet chinesischen Interessenten Informationen \u00fcber das Studium in Deutschland und f\u00f6rdert die Kooperationen zwischen chinesischen und deutschen Hochschulen\u201c. Das DAAD Information Center Shanghai (DAAD IC Shanghai), mit dem fr\u00fcheren Sitz in der Fuzhou Lu 318, pflegt dar\u00fcber hinaus ein Alumninetzwerk und arbeitet mit DAAD-Lektoren zusammen, die an den Universit\u00e4ten Shanghais t\u00e4tig sind. Mit dem Umzug in die Julu Lu 628 seit Januar 2010 befinden sich die B\u00fcror\u00e4ume des IC beim Goethe-Jinchuang Sprachlernzentrum Shanghai. Durch mein Praktikum beim DAAD IC Shanghai habe ich viel an praktischer Erfahrung und Teamwork mitnehmen k\u00f6nnen, konnte dazu hinter die Kulissen Deutscher Kulturarbeit im Ausland blicken und habe interessante Menschen kennen gelernt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t<strong>Praktikum per Zufall<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tIm Wintersemester 2009\/2010 absolvierte ich mein zweites Auslandssemester in Shanghai. Durch das Institutsstipendium bekam ich einen Platz an der SISU (Shanghai International Studies University). Nat\u00fcrlich kam mir auch der Gedanke, meinen Chinaaufenthalt mit einem Praktikum zu verbinden. Und wie ich dazu kam, war ganz und gar nicht geplant.<br \/> \t\t\tIch h\u00f6rte Mitte September von der Er\u00f6ffnung der Urban Akademy (dushi luntan), einem deutsch-chinesischen Forum \u00fcber nachhaltige Stadtentwicklung, ein Projekt des Goethe Instituts Shanghai. Auf der Veranstaltung begegnete ich dann zuf\u00e4llig dem Leiter des DAAD Informationszentrums Shanghai, Thomas Willems. Nach circa acht Stunden Pr\u00e4sentations- und Diskussionsreihen, Kaffee- und Essenspausen erfuhr ich dann von seinen T\u00e4tigkeiten beim DAAD und seinem n\u00e4chsten Projekt. \u201eDann machen Sie doch bei UNS ein Praktikum!\u201c, sagte er, als ich ihm von meiner Praktikumssuche erz\u00e4hlte. Eine Woche sp\u00e4ter sa\u00df ich bereits im DAAD B\u00fcro in der Fuzhou Lu, der Parallelstra\u00dfe zur Nanjing Lu. Zu meiner Entt\u00e4uschung teilte der DAAD das B\u00fcro mit der Pasch-Schulen-Abteilung des GI und bestand seinerseits aus zwei Arbeitspl\u00e4tzen und einem gemeinsamen Versammlungstisch, der von allen genutzt werden konnte. Nichtsdestotrotz war ich begeistert von dem Projekt, an dem ich mitarbeiten sollte. Herr Willems plante n\u00e4mlich in Bezug auf die Expo 2010 in Shanghai eine&nbsp; Kinder-Uni zum Thema Umweltschutz und Klimawandel zu veranstalten, die Anfang Dezember 2009 stattfinden sollte. Dabei sollten deutsche und chinesische Kinder spielerisch an Umweltprobleme herangef\u00fchrt werden und bei Vorlesungen mit richtigen Uni-Professoren \u201ereinschnuppern\u201c k\u00f6nnen. Ich lernte auch bald die Office Managerin Dr. Zhu Miaomiao und DAAD-Sprachassistentin Kerstin Gal kennen, mit denen ich mich schnell anfreundete. Weiterhin waren zwei chinesische Studenten regelm\u00e4\u00dfig als freie Mitarbeiter dabei, die mit zum Team geh\u00f6rten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t<strong>Kinder-Uni-Projekt und Arbeiten beim DAAD IC Shanghai<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tNach dem Mitherbstfest (zhongqiu jie) begannen die Arbeit und die Vorbereitungen f\u00fcr die Kinder-Uni. Bis auf das grobe Konzept, der Bestimmung des Deutsch-Chinesischen Hochschulkollegs der Tongji-Universit\u00e4t als&nbsp; Veranstaltungsort und der finanziellen Zustimmung von der DAAD Zentrale in Bonn war noch nichts von einer Kinder-Uni zu sehen. Nach der ersten gemeinsamen Sitzung konnten wir uns auf einen zeitlichen Ablaufplan und inhaltlichen Punkten einigen, die jedoch mit der Zeit immer wieder ge\u00e4ndert wurden. Ich war \u00fcberrascht, dass ich gleich von Anfang in allen Diskussionen im Team miteingebunden war und auf meine Vorschl\u00e4ge eingegangen wurde.&nbsp; Auch stand mir bis auf allgemeine B\u00fcrot\u00e4tigkeiten, wie Kopieren, Ausdrucken und E-mails beantworten, die Wahl der Aufgaben frei. So verfasste ich zum Beispiel die Texte f\u00fcr das Programmheft, die Homepage und die Urkunden, war verantwortlich f\u00fcr die inhaltliche Gestaltung und den Ablauf meiner Pr\u00e4sentationswerkstatt, sowohl auf Deutsch als auch auf Chinesisch. Auch bei den Entw\u00fcrfen f\u00fcr Frageb\u00f6gen und den Kinder-Uni-Ausweisen konnte ich meiner Kreativit\u00e4t freien Lauf lassen. Zwei Monate lang war unser sechsk\u00f6pfiges Team mit der Vorbereitung besch\u00e4ftigt, da das DAAD IC nebenbei auch seinen allt\u00e4glichen Aufgaben nachgehen musste. So wurde der 5. Dezember 2009 auch mit viel Spannung erwartet. \u201eW\u00fcrde alles reibungslos laufen? Und w\u00fcrden die Kinder Spa\u00df dabei haben?\u201c, waren unsere wichtigsten Fragen. Am sp\u00e4ten Nachmittag konnten wir als Veranstalter und Organisatoren dann alle aufatmen, als die Kinder fr\u00f6hlich ihre Urkunden von den Professoren entgegen nahmen und sich voller Begeisterung mit Ihnen fotografieren lie\u00dfen. \u201eDie Kinder-Uni ist ja doch cooler als ich dachte\u201c, sagte ein Sch\u00fcler aus der Deutschen Schule zu seinem Freund. Trotz vielem Hin und Her bei der Organisation, den Schwierigkeiten bei der Betreuung und Zusammenarbeit mit den chinesischen Tutoren der Fudan Universit\u00e4t Shanghai und den vielen \u00dcberstunden, war ich sehr stolz drauf, als unsere harte Arbeit Fr\u00fcchte trug.&nbsp;W\u00e4hrend der Expo 2010 in Shanghai plant der DAAD Shanghai weitere Kinder-Unis an vielen Standorten zu organisieren.&nbsp;W\u00e4hrend der Expo 2010 in Shanghai plant der DAAD Shanghai weitere Kinder-Unis an vielen Standorten zu organisieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tBis Januar 2010 war ich noch im B\u00fcro t\u00e4tig, jedoch war unser Team nach der Kinder-Uni um einiges entspannter und so hatte ich noch eine sch\u00f6ne restliche Zeit. Vor Weihnachten organisierten wir noch das Alumnitreffen, das im Haus des deutschen Generalkonsul Shanghais stattfand. Viele DAAD-Lektoren und ehemalige chinesische Stipendiaten kamen, um sich auszutauschen und die kulinarische Verk\u00f6stigung zu genie\u00dfen, wor\u00fcber ich dann im Newsletter berichten konnte.<\/p>\n<p> \t\t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tWeiterf\u00fchrende Informationen und Ansprechpartner:<br \/> \t\t\t<a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/ic.daad.de\/shanghai\/index.html\">http:\/\/ic.daad.de\/shanghai\/index.html<\/a><br \/> \t\t\thttp:\/\/www.daadkus.drupalcafe.com\/de<br \/> \t\t\thttp:\/\/www.daad-magazin.de\/12286\/index.html<\/p>\n<p> \t\t\tHoa Chu Thi<\/p>\n<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t\t<a id=\"7\" name=\"7\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Interview: Was treibt denn unsere Konkurrenz? <\/span><\/a><\/h2>\n<p class=\"documentDescription\" style=\"text-align: justify;\"> \t\t<span id=\"parent-fieldname-description\">Ein Gespr\u00e4ch mit dem Japanologen Christian Numrich <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Wir Sinologen teilen nicht nur das Geb\u00e4ude mit Japanologen sondern auch dieselbe Leidenschaft f\u00fcr die ostasiatische Kultur und leider oft auch \u00e4hnliche Sorgen um die Zukunft nach dem Studium. Wenn auch unser Fach mehr Popularit\u00e4t in den vergangenen Jahren erfahren hat, ist nicht jedem Absolventen gleich der Traumjob sicher. Welche Probleme und Vorteile man als Japanologe haben kann, m\u00f6chten wir Euch im Interview mit Christian Numrich, freiberuflicher Studienreiseleiter mit Magisterabschluss in Japanologie und Ostasiatischer Kunstgeschichte, Jahrgang 2007, vorstellen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<br \/> \t\t<strong>SHAN: Christian, Du bist magistrierter Japanologe und Kunsthistoriker. Beides bewundernswerte F\u00e4cher und leider oft nicht ausreichend gew\u00fcrdigt. War es dennoch einfach nach dem Abschluss eine Stelle zu finden?<\/strong><\/p>\n<p> \t\tChristian Numrich: Es war, wie zu erwarten, recht schwer eine Stelle zu finden. Dabei kamen mehrere Faktoren zusammen, wie die vielbeschworene Wirtschaftskrise, sowie die st\u00e4rkere Zuwendung Europas in Richtung China. Was die W\u00fcrdigung der F\u00e4cher anbelangt, so haben die meisten Fachfremden wenig Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Faszination, die Japan aus\u00fcben kann. Noch heute \u00fcberraschen mich Fragen meiner G\u00e4ste im Stile von \u201eHaben Sie nichts Richtiges gelernt?\u201c oder \u201eWas machen Sie eigentlich hauptberuflich?\u201c.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Was kannst Du Absolventen raten? Gibt es ein spezielles Forum, in dem man Unterst\u00fctzung bekommt?<\/strong><\/p>\n<p> \t\tAbsolventen sollten sich sowohl bei J-Studien als auch in der Mitgliederliste der japanischen Industrie- und Handelskammer D\u00fcsseldorf eintragen lassen. Ansonsten kann ich nur zu Flexibilit\u00e4t und Offenheit raten. Es gibt immer wieder Stellenausschreibungen f\u00fcr Japanologen und Kunsthistoriker mit Schwerpunkt Ostasien. Wer sich direkt in Japan bewerben m\u00f6chte, hat auch dort gewisse Chancen, wenn sie mittlerweile auch deutlich geringer sind als in Europa.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Du hast schon im Studium versucht immer mit Japan in Kontakt zu stehen und hast neben Spracht\u00e4tigkeiten auch als Assistent bei dem Fukuoka Prefecture Frankfurt Representative Office gearbeitet. War das hilfreich f\u00fcr Dein Studium?<\/strong><\/p>\n<p> \t\tMeine damalige Anstellung beim Representative Office hatte mit dem Studium recht wenig zu tun, aber gerade deshalb war es auch eine sehr lehrreiche Erfahrung, vor allen Dingen auf dem Gebiet der interkulturellen Kommunikation und des Dolmetschens. In meiner momentanen T\u00e4tigkeit als Studienreiseleiter bei JF Tours Innovation vor Ort in Japan profitiere ich noch immer von meinen damaligen Erfahrungen.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Deine regelm\u00e4\u00dfigen Reisen nach Japan haben Dir nicht nur besonders gute Landeskenntnisse eingebracht, sondern auch deine Leidenschaft f\u00fcr Fotografie weiterentwickelt. Kann man sagen, dass das f\u00fcr uns fremde Japan auf Dich als Fotograf eine besondere Faszination aus\u00fcbt?<\/strong><\/p>\n<p> \t\tMein erster Aufenthalt in Japan liegt nunmehr 11 Jahre zur\u00fcck und das Land fasziniert mich noch immer. Wenn ich meine Fotos von 1999 bis 2001 mit meinen aktuellen Fotos vergleiche, bemerke ich, dass meine Sichtweise sich stark ge\u00e4ndert hat. Damals hatte ich einen verkl\u00e4rten, fast schon romantisierenden Blick auf Japan, mittlerweile gehe ich mehr auf Details ein und versuche nicht mehr, das Land so zu sehen wie ich es m\u00f6chte, sondern wie es tats\u00e4chlich ist. Ich hatte meine erste Spiegelreflexkamera, eine Canon A1, bei einem Gebrauchtkamerah\u00e4ndler 1999 in Meguro\/Tokyo gekauft um die Flut an Eindr\u00fccken, die auf mich fast schon erdr\u00fcckten, durch die Linse zu b\u00fcndeln.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p> \t\t<strong>Du beh\u00e4ltst Deine Werke nicht nur f\u00fcr Dich. Einige Bilder kann man auf Deinem Blog Travels in Japan finden, andere in Online-Fotogalerien. Aber Du stellst auch immer wieder neue Themen in der Gegend aus, beispielsweise das Gemeinschaftsprojekt Parallelwelt im letzten Jahr 2009. Dein Name als Fotograf w\u00e4chst dadurch sicher. Was kann man als n\u00e4chstes von Dir sehen?<\/strong><\/p>\n<p> \t\tIch hatte leider in den letzten zwei Jahren wenig Zeit, mich um eine neue Publikation oder eine Ausstellung zu k\u00fcmmern. Meine letzte Gemeinschaftsausstellung mit Sandra Lode fand im September 2009 in der Buchhandlung Himmelheber, Heidelberg statt. Ich kann noch nichts genaues f\u00fcr 2010 sagen, aber ich plane eine Soloretrospektive zu Japan. Updates sind auf meinem Blog www.travelsinjapan.blogspot.com zu finden.<\/p>\n<p> \t\t<strong>W\u00fcrdest Du gerne eines Tages in der Lage sein ausschlie\u00dflich von der Fotografie zu leben, oder m\u00f6chtest Du es lieber als Freizeitbesch\u00e4ftigung ohne Einkommensdruck beibehalten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIch sehe meine Fotografie nicht als Freizeitbesch\u00e4ftigung, sondern als Verarbeitung meiner Eindr\u00fccke in Japan an, und m\u00f6chte sie daher nicht zu meinem Hauptberuf machen. Kreativit\u00e4t, die unter dem Druck von Auftr\u00e4gen geschieht, ver\u00e4ndert immer das resultierende Werk, im Positiven wie auch Negativen. Ich m\u00f6chte einen unmittelbaren Eindruck meiner Gef\u00fchlswelt wiedergeben, ohne dass mir vorgegeben wird, was ich darzustellen habe.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Was geschieht mit den tollen Bildern? Vielleicht ein Bildband?<\/strong><\/p>\n<p> \t\tIm Zuge von \u201eProjekt Neuland\u201c hatten wir 2007 eine Publikation herausgebracht, die aber leider nur eine Auflage hatte. Ich arbeite gerade an einem Fotoband zu Japan, der aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Du bist auf Deinem Blog auf eine coole Sache gesto\u00dfen, das Japenglish. Als Fotograf bist du schon vorbestimmt deine Funde bildlich f\u00fcr unsereins festzuhalten. Wusstest Du, dass ein Kollege aus der Sinologie, namentlich Oliver Lutz Radtke sehr gro\u00dfen Erfolg mit Chinglish hatte? Kannst Du Dir vorstellen mehr aus Japenglish zu machen?<\/strong><\/p>\n<p> \t\t\u201eJapenglish\u201c ist schon ein recht altes Thema, zu dem es einige witzige Webseiten und B\u00fccher gibt. Dass \u201eChinglish\u201c gerade so viel Erfolg hat, liegt auch daran, dass der Fokus erst vor einigen Jahren in Richtung China gegangen ist und somit noch viel Neuland zu erforschen ist.<\/p>\n<p> \t\t<strong>In welcher japanischen Stadt h\u00e4lst Du Dich am meisten auf?<\/strong><\/p>\n<p> \t\tIch halte mich w\u00e4hrend meiner Arbeit wie auch privat am meisten in Tokyo und Kyoto auf.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Was sollte jemand, der nur einen Tag vor Ort verbringt, keinesfalls verpassen?<\/strong><\/p>\n<p> \t\tIn Tokyo: Auf den Mori-Tower in Roppongi hoch und einen Blick auf die Stadt werfen, die sich wie ein riesiges organisches Monster unter dem Schauenden ausbreitet, danach auf die Yanaka-Ginza fahren, ein Bier auf der Stra\u00dfe trinken im Sonnenschein und dem Gewusel der Menschen dabei zuschauen, dann gem\u00fctlich \u00fcber den alten Yanaka-Friedhof nach Ueno bummeln, schnell das Nationalmuseum mitnehmen und abends in Shibuya essen gehen.<\/p>\n<p> \t\tIn Kyoto: Fr\u00fchst\u00fccken im Hauptbahnhof von Kyoto mit seiner atemberaubenden Architektur, schwelgen in buddhistischer Sch\u00f6nheit im Sanjusangendo, nachmittags Bummel zwischen den tausenden Toren des Fushimi Fuchsschreins, abends irgendwo in Kawaramachi essen gehen, m\u00f6glichst mit Blick auf den kleinen Fluss dort.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Mit welchem wesentlichen Kultur-Unterschied muss ein Besucher rechnen?<\/strong><\/p>\n<p> \t\tDer gr\u00f6\u00dfte Kulturunterschied auf den ersten Blick d\u00fcrften die rasante Lebensgeschwindigkeit in den japanischen Gro\u00dfst\u00e4dten sein, sowie die grelle Reklame und der ohrenbet\u00e4ubenden L\u00e4rm der tausend Restaurantschreier und Lautsprecher an jeder Ecke. Das moderne Japan hat nur sehr wenig zu tun mit dem Bild, das in den europ\u00e4ischen Medien vermittelt wird. Tiefergehenden Kulturunterschiede fallen erst auf, wenn man die Sprache spricht und dort l\u00e4ngere Zeit lebt. Als Tourist kommt man damit nur selten in Ber\u00fchrung. Da Japan an der Oberfl\u00e4che ein ungemein modernes Land ist, d\u00fcrfte ein allzu gro\u00dfer Kulturschock eigentlich ausbleiben.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Wirst Du eines Tages nach Japan auswandern?<\/strong><\/p>\n<p> \t\tEs f\u00e4llt mir sehr schwer, diese Frage zu beantworten. Der Vorteil meiner T\u00e4tigkeit ist, dass ich von Deutschland und Japan meistens nur wenig Alltag mitbekomme und somit eher die Vorteile als die Nachteile beider L\u00e4nder genie\u00dfen kann. Es gibt vieles, was ich an beiden L\u00e4ndern sch\u00e4tze und zur Zeit m\u00f6chte ich mich nicht auf eine Kultur festlegen. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, wieder f\u00fcr einige Jahre in Japan zu leben, nur steht diese Option zur Zeit nicht zur Debatte, da ich das \u201eWandern zwischen den Welten\u201c noch sehr reizvoll finde.<\/p>\n<p> \t\t<strong>Herzlichen Dank, Christian Numrich!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tMehr von Christian Numrich im Web:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\thttp:\/\/travelsinjapan.blogspot.com<br \/> \t\thttp:\/\/www.parallelwelten.eu<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDas SHAN-Interview f\u00fchrte Kristina Bodrozic-Brnic.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t\t<a id=\"8\" name=\"8\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Rezension: &#8222;Die Sterblichen&#8220; von Yiyun Li <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t\u201eAm 21. M\u00e4rz 1979 begann der Tag f\u00fcr Lehrer Gu vor Sonnenaufgang, als er erwachte und sah, dass seine Frau still in ihre Decke weinte. Es war ein Tag der Gleichheit, so war es Lehrer Gu zumindest oft erschienen, wenn er \u00fcber das Datum nachdachte, die Fr\u00fchlingstagundnachtgleiche, und dann fiel es ihm wieder ein: Das Leben ihrer Tochter sollte an diesem Tag enden, an dem weder die Sonne noch ihr Schatten herrschte.\u201c<\/p>\n<p> \t\t\tW\u00e4hrend sich in Peking die Lage rund um die Mauer der Demokratie zuspitzt, soll in Yiyun Lis erstem Roman \u201eDie Sterblichen\u201c in der nordchinesischen Kleinstadt Hunjiang die \u201eunbu\u00dffertige Konterrevolution\u00e4rin\u201c Gu Shan nach zehnj\u00e4hriger Inhaftierung hingerichtet werden. Die Ank\u00fcndigung ihres Todes st\u00f6\u00dft eine ganze Reihe von Verwicklungen an. Da ist zun\u00e4chst Lehrer Gu, ein Intellektueller, der seine Tochter schon seit langem nicht mehr versteht und sich zunehmend in gedankliche Zwiegespr\u00e4che mit seiner ersten Frau fl\u00fcchtet. Ihm gegen\u00fcber steht die junge Nachrichtensprecherin Kai, einst Theaterschauspielerin und jetzt Ehefrau eines einflussreichen Mitglieds der Stadtverwaltung. W\u00e4hrend ihr Mann von der Exekution politisch profitiert, gr\u00fcbelt sie dar\u00fcber, wie leicht es damals sie anstelle ihrer ehemaligen Schulkameradin Gu Shan h\u00e4tte treffen k\u00f6nnen. Auch der als Tunichtgut bekannte Bashi interessiert sich f\u00fcr die Hinrichtung bzw. vor allem die Beerdigung der \u201eKonterrevolution\u00e4rin\u201c, wobei der Sohn eines Kriegshelden aus dem Koreakrieg ein ganz besonderes Anliegen hat: \u201eBashi war neunzehn und hatte noch nie die Geschlechtsteile eines M\u00e4dchens gesehen\u201c. Schlie\u00dflich wird die verkr\u00fcppelte Nini dazu verdonnert mit ihren kleinen Schwestern einen Blick auf die \u201eKonterrevolution\u00e4rin\u201c zu werfen, die ihre Familie einst ins Ungl\u00fcck gest\u00fcrzt hat. Am Abend des 21. M\u00e4rz ist Gu Shan tot und Hunjiang h\u00e4tte ihr Ableben wohl bald vergessen. Stattdessen entschlie\u00dft sich Kai jedoch, w\u00e4hrend in Peking die Faktionsk\u00e4mpfe um den zuk\u00fcnftigen politischen Kurs toben, mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter eine \u00f6ffentliche Kundgebung f\u00fcr die posthume Rehabilitierung Gu Shans abzuhalten.<\/p>\n<p> \t\t\tAuf einpr\u00e4gsame Weise stellt die seit 1996 in den USA lebende Yiyun Li so anhand des Mikrokosmos einer nordchinesischen Kleinstadt dar, wie unsicher der politische Kurs in China ist und wie sehr die politischen Richtungsk\u00e4mpfe in Peking das Tagesgeschehen beeinflussen. Denn, so muss Kais Ehemann feststellen, was heute die Karriere f\u00f6rdert, kann morgen fatal sein. Niemand kann sich der Politik entziehen: Wer heute Opfer ist, war gestern vielleicht T\u00e4ter, wie das Beispiel der in den Roten Garden sehr aktiven Gu Shan zeigt. \u201eDie Sterblichen\u201c (im Original \u201eThe Vagrants\u201c) er\u00f6ffnet somit besonders dem \u201eLaien\u201c einen interessanten Blick auf eine im \u201eWesten\u201c eher unbekannte Episode der j\u00fcngsten chinesischen Geschichte, wobei man sich allerdings zum besseren Verst\u00e4ndnis ein Glossar bzw. einen kurzen historischen Abriss w\u00fcnschen w\u00fcrde. Schlie\u00dflich handelt es sich aber auch f\u00fcr den Sinologen um einen in jedem Fall lesenswerten Roman \u2013 gerade weil man ihn (angesichts der thematischen Brisanz nicht verwunderlich) nicht auf amazon.cn bestellen kann.<\/p>\n<p> \t\t\tAndrea Warlies<\/p>\n<p> \t\t\tYiyun Li (Autorin)<br \/> \t\t\tAnette Gruber (\u00dcbersetzung aus dem Englischen)<br \/> \t\t\tDie Sterblichen<br \/> \t\t\tCarl Hanser Verlag, 2009<br \/> \t\t\t379 Seiten<br \/> \t\t\tISBN: 978-3-446-23421-5<br \/> \t\t\tEUR 21,50<\/p>\n<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT Neuer SHAN-Vorstand gew\u00e4hlt Am 4. Mai wurde unsere alte Vorstandsvorsitzende Wan Li verabschiedet und der neue Vorstand gew\u00e4hlt. 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