{"id":2710,"date":"2009-01-01T12:00:00","date_gmt":"2009-01-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2009\/01\/01\/newsletter-januar-2009-nr-29\/"},"modified":"2026-05-21T11:06:42","modified_gmt":"2026-05-21T10:06:42","slug":"newsletter-januar-2009-nr-29","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2009\/01\/01\/newsletter-januar-2009-nr-29\/","title":{"rendered":"Newsletter Januar 2009 Nr. 29"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"1\" name=\"1\">\u00d6ffentliche Vorstandssitzung<\/a><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 22. Januar fand im Institut f\u00fcr Sinologie die erste \u00f6ffentliche Vorstandssitzung von SHAN im neuen Jahr statt. Im Vordergrund standen dabei die Vorbereitungen f\u00fcr die 2. Ehemaligenfeier am 16. Mai 2009. Diese bietet Alumni des Instituts eine M\u00f6glichkeit, an ihren Studienort zur\u00fcckzukehren, alte Freunde wiederzusehen, neue Bekanntschaften zu machen und zu erfahren, was sich in den letzten Jahren an der Heidelberger Sinologie so alles ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben der Planung der Ehemaligenfeier standen die Berichte der einzelnen Teams auf dem Programm: Das Schulteam plant f\u00fcr Juli eine weitere \u00f6ffentliche Fortbildung, und das Team PR arbeitet an einer Umgestaltung der Homepage. Wichtigste Neuerung soll die Schaffung eines geschlossenen Bereichs f\u00fcr Vereinsmitglieder sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insgesamt gibt es viel Arbeit und gro\u00dfe Pl\u00e4ne, zu deren Verwirklichung es vor allen Dingen weiterer engagierter Mitglieder bedarf. An dieser Stelle sei eine herzliche Einladung an alle interessierten Studierenden und Ehemaligen ausgesprochen, sich bei SHAN einzubringen!<\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_EinjhrigesPraktikumalsFr\" style=\"text-align: justify;\">Einj\u00e4hriges Praktikum als Fremdsprachenassistentin an einer chinesischen Mittelschule in Shanghai<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie der Erfolg des SHAN-Schulteams zeigt, ist das Interesse an Lehrkr\u00e4ften mit sinologischen Kenntnissen gro\u00df. Wer gerne unterrichtet und gleichzeitig noch spannende Erfahrungen au\u00dferhalb des Schulalltags machen m\u00f6chte, der kann sich an einem Programm der Kultusministerkonferenz in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Erziehungsministerium beteiligen, das deutschen Studierenden der Sinologie die M\u00f6glichkeit bietet, an chinesischen Mittelschulen Deutsch zu unterrichten. Kathrin Achenbach hat die Chance genutzt und berichtet von ihren Erfahrungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#2\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Artikel<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_PraktikumbeiderStiftungW\" style=\"text-align: justify;\">Praktikum bei der Stiftung Wissenschaft und Politik<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) ist Deutschlands gr\u00f6\u00dfter und wohl auch einflussreichster Au\u00dfenpolitik-Think Tank. Man legt hier Wert darauf, wissenschaftliche Politikberatung zu betreiben. Johannes Lejeune hatte w\u00e4hrend seines Praktikums die Gelegenheit zu erleben, wie dieses Einfallstor der Wissenschaft in die Politik funktioniert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#3\"><strong>&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Artikel<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Veranstaltungskalender\" style=\"text-align: justify;\">Veranstaltungskalender<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kino: Sparrow (Man Jeuk)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">26 &#8211; 28.01.09, jeweils 19:30 Uhr, Cinema Quadrat, Mannheim: HK\/China 2007, R: Johnnie To, OmU. Spatz ist in Hongkong ein Slang-Wort f\u00fcr Taschendiebe. Kei ist einer dieser &#8222;Spatzen&#8220;. Wenn er nicht gerade seinem Broterwerb nachgeht, f\u00e4hrt er mit seinem Fahrrad durch die Stadt und fotografiert. Eines Tages taucht die sch\u00f6ne Chun Lei vor seiner Linse auf. Kei ist fasziniert. Doch hinter Chun Leis makellosem \u00c4u\u00dferen liegt eine geheimnisvolle Vergangenheit\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kino: Die Reise des chinesischen Trommlers (Zhan Gu)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">24. &#8211; 28.01.09, jeweils 21:15 Uhr, Schlosskino, Heidelberg (ab 29.01. vorraussichtlich im Atlantis, Mannheim): HK\/Taiwan\/Deutschland 2007, R: Kenneth Bi. Sid, der wilde Spr\u00f6ssling eines Triadenchefs, erregt den Zorn eines Gangsterbosses, als er eine Aff\u00e4re mit dessen junger Geliebten beginnt. Vom Vater ins l\u00e4ndliche Taiwan in Sicherheit geschickt, wird Sid von traditionellen Zen-Trommlern magisch angezogen, und er lernt im Shaolin-Kloster Geduld, Respekt und Spiritualit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zirkus: Chinesischer Cirkus Hebei<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">26.01.09, 20 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle, Ludwigshafen: Weltklasse-Akrobatik verspricht das neue Programm mit dem Titel &#8222;Himmel und Erde&#8220;. Karten ab 30,30 \u20ac.<\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"2\" name=\"2\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Einj\u00e4hriges Praktikum als Fremdsprachenassistentin an einer chinesischen Mittelschule in Shanghai <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Programm des P\u00e4dagogischen Austauschdienstes (PAD) der Kultusministerkonferenz in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Erziehungsministerium bietet deutschen Studierenden der Sinologie, die sp\u00e4ter an Schulen unterrichten m\u00f6chten, derzeit die M\u00f6glichkeit, an einer chinesischen Mittelschule Deutsch zu unterrichten. Was dazu geh\u00f6rt, an einer chinesischen Mittelschule Deutsch zu unterrichten, kann ich nun aus pers\u00f6nlichen unvergesslichen Erfahrungen berichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Stipendium gab mir die M\u00f6glichkeit, als Fremdsprachenassistentin f\u00fcr ein Jahr nach Shanghai zu gehen. Nach einem Bewerbungsgespr\u00e4ch in Freiburg fanden sich insgesamt neun Studenten mit dem Studienfach Sinologie aus verschiedenen St\u00e4dten f\u00fcr das Pilotprojekt zusammen, welches bereits in sein zweites Jahr ging. In Bonn fand ein vom PAD organisierter zweit\u00e4giger Workshop statt, in welchem alle ausgew\u00e4hlten Fremdsprachenassistenten auf den einj\u00e4hrigen Aufenthalt in China vorbereitet wurden. Eingeladene Chinaexperten, darunter Lena Henningsen, und ein Programmteilnehmer aus dem ersten Jahr gaben den Teilnehmern die wichtigsten Informationen \u00fcber China und den Unterricht an chinesischen Mittelschulen mit auf den Weg. Verteilt wurden die Stipendiaten in die St\u00e4dte Beijing, Changchun, Jinan, Tianjin, Shanghai, Taiyuan, Jiujiang, Nanchang und Xiamen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ende August ging es dann los nach China, erster Halt: Beijing. Dort angekommen wurden wir von einer Deutsch sprechenden Lehrkraft der Beijing Foreign Language School (BFSU) abgeholt und im Lehrerwohnheim der Schule untergebracht. Wir durchliefen erneut einen zweit\u00e4gigen Workshop, diesmal organisiert von Hanban (\u6c49\u529e), eine dem chinesischen Bildungsministerium unterstellte Institution. Von Beijing aus ging es f\u00fcr mich dann weiter nach Shanghai. Neben mir als einziger Deutsch-Muttersprachlerin gibt es noch vier japanische Lehrer und einen Amerikaner an der Schule.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 1. September 2008 dann begann mein erster Schultag an der Ganquan-Fremdsprachen Mittelschule Shanghai (\u4e0a\u6d77\u7518\u6cc9\u5916\u56fd\u8bed\u5b66\u6821). Scharen von nach Uniform geordneten Schulklassen kamen mir auf dem Weg zum Sportplatz entgegen. Dort wurde am Morgen traditionell die chinesische Fahne gehisst und mit disziplinierter K\u00f6rperhaltung, dem Milit\u00e4rgru\u00df \u00e4hnelnd, der Melodie der chinesischen Nationalhymne gelauscht. Meine beiden Deutschklassen bestehen aus 42 und 34 Sch\u00fclern zwischen 12 und 13 Jahren. Pro Woche erhielt ich zun\u00e4chst nur vier Stunden, doch bald erh\u00f6hte sich diese Zahl und schwankte zwischen sieben und acht Stunden, so dass auch Zeit f\u00fcr Eigenstudien bestand. Da der Deutschunterricht an dieser Schule erst vor knapp zwei Jahren eingef\u00fchrt wurde, gibt es momentan nur zwei Klassen, die Deutsch als zweite Fremdsprache lernen. Ausgebildete Deutschlehrer vor Ort werden von der Zentralstelle f\u00fcr Auslandsschulwesen (ZfA) gestellt und bieten einige Hilfestellungen, was die Gestaltung des Unterrichts angeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ZfA in Shanghai ist zust\u00e4ndig f\u00fcr die Organisation des Deutschunterrichts in vier Provinzen Chinas. Die Sch\u00fcler jeder von Deutschland gef\u00f6rderten Schule in China legen am Ende ihrer Schulzeit eine Sprachpr\u00fcfung in Deutsch ab, die dem Niveau des deutschen Abiturs entspricht und sie ohne Weiteres berechtigt, nach dem Schulabschluss an deutschen Universit\u00e4ten zu studieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch das Generalkonsulat Deutschlands (Goethe-Institut) in Shanghai tr\u00e4gt mit w\u00f6chentlichen Workshops seinen Teil dazu bei, chinesischen Lehrkr\u00e4ften deutsche Kultur zu vermitteln und sie mit Ideen f\u00fcr die Gestaltung des Deutschunterrichts auszustatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Unterricht wird nach Absprache mit der chinesischen Deutschlehrkraft gestaltet. Dabei geh\u00f6ren zu den Aufgaben der Fremdsprachenassistenz besonders die \u00dcbungen zur Sprache und Landeskunde, das Ein\u00fcben von Rollenspielen sowie Konversation in Kleingruppen. Auch das Korrigieren von Diktaten, Aufs\u00e4tzen und Hilfestellungen f\u00fcr die chinesischen Lehrkr\u00e4fte und Sch\u00fcler stellen einen gro\u00dfen Teil meines Aufgabenbereichs dar. Dies hat sich als sehr interessant herausgestellt, denn berechtigte Fragen von Sch\u00fclerseiten, wie &#8222;Wie hei\u00dfen Komparativ und Superlativ von &#8218;doof&#8216;?&#8220; oder &#8222;Warum hei\u00dft die Giraffe &#8218;Giraffe&#8216;, sie ist doch kein Affe?&#8220; stellen n\u00e4mlich nicht nur chinesische Deutschlehrer zun\u00e4chst vor Fragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Lehrerzimmer tummeln sich jeden Tag ungewohnt viele Sch\u00fcler zum Aufsagen auswendig gelernter Texte oder Plaudern mit den Lehrern. Demzufolge ist es im Lehrerzimmer oft laut und voll. Die Beziehung zwischen Lehrern und Sch\u00fclern scheint enger zu sein als in Deutschland. Dass es allerdings wirklich streng zugeht, kann man an den sporadischen Kontrollen w\u00e4hrend der Augenmassage in den Klassenzimmern erkennen. Die jeweils zwei mal am Tag vor dem Unterricht stattfindende Augenmassage, w\u00e4hrend der die Kinder ihre Augen mit den H\u00e4nden im Takt zu einer Ansage aus dem Lautsprecher massieren, bietet sich gut f\u00fcr Fingernagel- oder Haarl\u00e4ngenkontrollen an. So kam es vor, dass w\u00e4hrend der f\u00fcnfmin\u00fctigen Massage eine Lehrerin mit einer Liste und einem pr\u00fcfenden Blick hereinspazierte und sich einige Jungs heraussuchte, die sich in die Liste eintragen mussten. Der Grund: Ihre Haare waren zu lang. Auch die M\u00e4dchen haben bestimmt Regeln: keine offenen Haare, keinen Schmuck, keine Ohrringe. Vor einer Woche fand ich zwei im Lehrerzimmer &#8222;tanzende&#8220; Sch\u00fcler auf. Als ich mich erkundigte, warum die Sch\u00fcler ausgerechnet im Lehrerzimmer herumtanzen m\u00fcssen (abgesehen davon, dass sie den Weg versperrten), kam die Antwort, sie h\u00e4tten am Morgen nicht anst\u00e4ndig bei der Morgengymnastik mitgemacht und m\u00fcssten es jetzt nachholen\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Anzahl der Schulstunden werden, anders als in Deutschland, auch sehr ernst genommen. Wenn ein Schultag auf einen Feiertag f\u00e4llt, wird der Unterricht dieses Tages am folgenden Wochenende (meistens Sonntag) nachgeholt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben diesen Momenten gibt es auch die erfolgreiche erste Weihnachtsfeier ganz im deutschen Stil mit Weihnachtsbaum und Adventskranz. Die zwei einstudierten deutschsprachigen Theaterst\u00fccke, die beliebten Wichtelgeschenke und einige internationale Weihnachtslieder bereiteten den chinesischen Sch\u00fclern neben dem strengen Lernprogramm sehr viel Spa\u00df.<br \/>\nIm interkulturellen Umgang mit den Anf\u00e4ngerklassen erschien mir der Gebrauch der chinesischen Sprache manchmal als unumg\u00e4nglich. Nichtsdestotrotz soll der Unterricht m\u00f6glichst einsprachig gef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zeit als Fremdsprachenassistentin an einer chinesischen Mittelschule war eine gute Gelegenheit, Praxiserfahrungen im Schulbereich zu sammeln, und hat mir dar\u00fcber hinaus viele wertvolle Erfahrungen gebracht. Besonders f\u00fcr diejenigen, die in Zukunft die neuen Lehramtstudieng\u00e4nge in Sinologie studieren wollen, stellt dieses Stipendium eine empfehlenswerte M\u00f6glichkeit f\u00fcr ein Praktikum dar.<\/p>\n<p>\nKathrin Achenbach<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"3\" name=\"3\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Praktikum bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Die SWP ist eine unabh\u00e4ngige wissenschaftliche Einrichtung, die auf der Grundlage eigener, praxisbezogener Forschung den Deutschen Bundestag und die Bundesregierung in allen Fragen der Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik ber\u00e4t. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der SWP tragen durch Analysen und Ver\u00f6ffentlichungen sowie ihre Mitwirkung an nationalen wie internationalen Fachdialogen zur Meinungsbildung in ihrem Arbeitsgebiet bei.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So stellt sich Deutschlands gr\u00f6\u00dfter und wohl auch einflussreichster Au\u00dfenpolitik-Think Tank vor. Urspr\u00fcnglich eine rein private Stiftung, wird die SWP seit 1965 durch Bundesmittel gef\u00f6rdert \u2013 im Jahr 2006 immerhin 9,37 Millionen Euro. Zwar gibt es auch Drittmittel von deutschen und internationalen Forschungsf\u00f6rderungseinrichtungen, doch fallen diese im Vergleich deutlich geringer aus. W\u00e4hrend meines knapp dreimonatigen Praktikums hatte ich im Sommer dieses Jahres die Gelegenheit nachzuvollziehen, wie genau in der SWP Steuergelder in Politikberatung umgewandelt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eingeteilt in Forschungsgruppen mit regionalen oder thematischen Schwerpunkten arbeiten rund 50 Wissenschaftler f\u00fcr die Stiftung. Als Sinologe war ich naturgem\u00e4\u00df in der Forschungsgruppe Asien besch\u00e4ftigt. Praktikanten werden in der SWP jeweils einem Betreuer zugeteilt, den sie bei seiner Arbeit unterst\u00fctzen. Ich hatte mich f\u00fcr das Praktikum direkt bei meinem zuk\u00fcnftigen Betreuer beworben, da ich ihn im Rahmen eines SHAN-Vortrages bereits pers\u00f6nlich kennen gelernt hatte. Das vorherige Gespr\u00e4ch mit dem Betreuer ist generell ratsam, um sich \u00fcber den Inhalt des Praktikums abzusprechen. Wenn der Betreuer vornehmlich zu den Beziehungen zwischen der EU und Ostasien forscht kann man davon ausgehen, auch als Praktikant in diesem Bereich zu arbeiten. Sollte man diese Arbeit gleichzeitig f\u00fcr ein Universit\u00e4tsprojekt verwenden k\u00f6nnen \u2013 umso besser, und zumindest meinem Betreuer war es wichtig, dass mir das Praktikum auch im Studium n\u00fctzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die SWP betreibt &#8222;wissenschaftliche Politikberatung&#8220;. In der Tat besteht ein Gro\u00dfteil der allt\u00e4glichen Praktikantenaufgaben aus wissenschaftlichen Hilfsdiensten: Quellenrecherche, exzerpieren von Sekund\u00e4rliteratur, erstellen von Statistiken. Eine gewisse Begeisterung f\u00fcr wissenschaftliches Arbeiten ist also unerl\u00e4sslich. Spannend wird die Arbeit durch verschiedene Faktoren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine besondere Motivation ist es nat\u00fcrlich, wenn die Ergebnisse ver\u00f6ffentlicht werden. Das ist zwar eher die Ausnahme, kommt aber vor, und wird dann sogar bezahlt. Interessant sind auch die Quellen, mit denen man arbeiten kann. Die Institutsbibliothek ist insbesondere im Bereich der Grauen Literatur, also bei nicht \u00fcber den Buchhandel vertriebenen Publikationen, gut ausgestattet. Dar\u00fcber hinaus besteht Zugang zu vielen exklusiven internationalen Datenbanken, und nicht vorhandene Literatur wird umgehend aus einer der Berliner Bibliotheken besorgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Letztlich ist auch die Frage der Relevanz der Arbeit eine andere als an der Universit\u00e4t. Das ist durchaus ein zweischneidiges Schwert. An der SWP wird keine Grundlagenforschung betrieben. Was f\u00fcr die deutsche Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik nicht wichtig ist, ist kein Thema f\u00fcr die SWP. Aber auf der anderen Seite l\u00e4uft man auch nicht Gefahr, im Elfenbeinturm zu sitzen. Die Zahl der Diplomatendelegationen, Politiker und hochrangigen Beamten, die in der SWP ein und aus gehen, ist bemerkenswert. Wie viel von der Beratung dann auch tats\u00e4chlich in konkrete Politik umgesetzt wird, ist nat\u00fcrlich kaum messbar. Die wissenschaftliche Perspektivenverschiebung im Vergleich zur Universit\u00e4t war auf jeden Fall erhellend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist man in der Wahl des Praktikumszeitraumes flexibel empfiehlt es sich \u00fcbrigens, die Sommermonate zu meiden. Zwar kann man die Hauptstadt dann besonders genie\u00dfen, aber das politische Berlin ist in dieser Zeit nahezu ausgestorben, und entsprechend geht auch die Arbeit in der SWP zur\u00fcck. Nicht nur, dass viele Mitarbeiter dann Urlaub nehmen, es finden auch deutlich weniger Konferenzen, Informationsrunden und sonstige Veranstaltungen statt. Dieses &#8222;Rahmenprogramm&#8220; aber stellt einen gro\u00dfen Pluspunkt des Praktikums dar. So konnte ich an einer dreit\u00e4gigen Konferenz zu sicherheitspolitischen Themen in Asien teilnehmen. Schwerpunkt war der Aufstieg Chinas und dessen Auswirkungen auf die Region. Die Teilnehmerliste bestand aus zahlreichen international renommierten Experten, und es ist spannend diejenigen kennenzulernen, \u00fcber deren B\u00fcchern man im Studium schon oft gestolpert ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wie steht es bei der staatlichen Finanzierung um die von der SWP oft betonte Unabh\u00e4ngigkeit des Instituts? Ein SWP-Wissenschaftler meinte hierzu, dass diese in der Tat gew\u00e4hrleistet sei. Sicherlich bestehe immer die Gefahr einer Beeinflussung; doch sei diese verschwindend gering im Vergleich zu anderen Think Tanks, die sich \u00fcber Drittmittel und Spenden finanzieren m\u00fcssen. Gerade das sei ein Einfallstor f\u00fcr Lobbyismus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuletzt muss noch erw\u00e4hnt werden, dass Praktika bei der SWP unbezahlt sind. Das ist zwar schade, aber insgesamt hat mir das Praktikum viele Einblicke in das auch f\u00fcr Sinologen interessante Berufsfeld der Politikberatung gegeben. Das ist ja auch etwas wert.<\/p>\n<p>Mehr Informationen zur Stiftung Wissenschaft und Politik finden Sie <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.swp-berlin.org\/\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>\nJohannes Lejeune<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT \u00d6ffentliche Vorstandssitzung Am 22. Januar fand im Institut f\u00fcr Sinologie die erste \u00f6ffentliche Vorstandssitzung von SHAN im neuen Jahr statt. Im Vordergrund standen dabei die Vorbereitungen f\u00fcr die 2. 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