{"id":2711,"date":"2009-03-01T12:00:00","date_gmt":"2009-03-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2009\/03\/01\/newsletter-maerz-2009-nr-31\/"},"modified":"2026-05-21T11:06:44","modified_gmt":"2026-05-21T10:06:44","slug":"newsletter-maerz-2009-nr-31","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2009\/03\/01\/newsletter-maerz-2009-nr-31\/","title":{"rendered":"Newsletter M\u00e4rz 2009 Nr. 31"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 id=\"anker_DerSinologedasunbekannnt\" style=\"text-align: justify;\">Der Sinologe, das unbekannnte Wesen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gibt es eigentlich so etwas wie den typischen Absolventen der Heidelberger Sinologie? Hinterl\u00e4sst das Studium mehr als einen von vielen Posten im Lebenslauf? Eine Umfrage, die SHAN unter den Alumni des Instituts durchgef\u00fchrt hat, beantwortet nicht nur diese Fragen, sondern bietet auch eine wertvolle Orientierungshilfe f\u00fcr Studium und Berufseinstieg<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Artikel<\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Esgibtnursehrwenigedeuts\" style=\"text-align: justify;\">&#8222;Es gibt nur sehr wenige deutsche Journalisten, die wirklich gut \u00fcber China berichten.&#8220;<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oliver Lutz Radtke studierte in Heidelberg Sinologie und ist eines der Gr\u00fcndungsmitglieder von SHAN e.V. Bereits w\u00e4hrend des Studiums arbeitete er an seiner Karriere als Journalist und Publizist. Momentan ist er als leitender Redakteur verantwortlich f\u00fcr den Onlineauftritt des deutsch-chinesischen Gemeinschaftsprojekts &#8222;Deutschland und China &#8211; Gemeinsam in Bewegung&#8220;. SHAN traf Oliver Lutz Radtke w\u00e4hrend seiner Lesereise durch Deutschland, auf der er seine Chinaeinf\u00fchrung &#8222;Welcome to Presence&#8220; vorstellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Interview<\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Rezension:ChristianY.Sch\" style=\"text-align: justify;\">Rezension: Christian Y. Schmidt &#8211; Allein unter 1,3 Milliarden. Eine chinesische Reise von Shanghai bis Kathmandu<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christian Schmidt, ehemaliger Redakteur des Satiremagazins &#8222;Titanic&#8220;, hat alleine und ohne Sprachkenntnisse China bereist. Dabei reiste er auf der Stra\u00dfe 318, die, dem Yangtze folgend, mitten durch China verl\u00e4uft, schlie\u00dflich das tibetische Hochplateau erklimmt und den Reisenden dann \u00fcber Lhasa bis nach Kathmandu f\u00fchrt. Seine oftmals kuriosen Erlebnisse und Eindr\u00fccke hat Schmidt nun in einem Buch ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&gt;&gt; zur vollst\u00e4ndigen Rezension<\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"1\" name=\"1\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Der Sinologe, das unbekannte Wesen <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Sinologen sind ein bunt gemischtes V\u00f6lkchen. Ebenso breit gef\u00e4chert wie die Themen des Faches sind auch die Interessen und Lebensentw\u00fcrfe der Studierenden. Dennoch, egal ob nun die Faszination f\u00fcr die traditionelle chinesische Kultur oder die Hoffnung auf Teilhabe am aktuellen Wirtschaftswachstum des Landes Anlass hierf\u00fcr waren, ein Sinologiestudium bedeutet f\u00fcr den Gro\u00dfteil der Studierenden nicht nur einen langen gemeinsamen Weg, sondern eben auch \u00e4hnliche Erfahrungen. Und hei\u00dft es nicht immer, dass die konfuziansichen Beamten aus denselben Gr\u00fcnden eine recht homogene Gruppe darstellten?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im letzten Jahr f\u00fchrte SHAN e.V. eine Umfrage unter den Alumni der Heidelberger Sinologie durch, an der 21 Personen teilnahmen. 66 Prozent der Befragten haben ihr Studium mit dem Magister abgeschlossen, 22 Prozent haben promoviert, und 5 Prozent besitzen einen Master. Unter den Befragten gab es keine Bachelorabsolventen, da dieser Abschluss erst 2005 eingef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ergebnisse der Umfrage bieten am Fach Interessierten und den bereits Studierenden eine wertvolle Orientierungshilfe bei der Planung ihres Studiums und f\u00fcr ihre berufliche Perspektive. Gleichzeitig wird deutlich, dass es durchaus so etwas wie den\/die typische\/n Heidelberger Sinologen\/in gibt. Diese\/r hat sich bewusst f\u00fcr Heidelberg als Studienort entschieden. Nach dem Besuch des Prop\u00e4deutikums war sie\/er ein Jahr in China, wo sie\/er ihre\/seine bereits guten Grundkenntnisse der Sprache noch einmal deutlich verbessern konnte. Im Studium hat sie\/er sich vor allem auf moderne Themen, insbesondere aus Politik und Wirtschaft, konzentriert. Dies hat sie\/ihn zwar nicht unbedingt ideal auf den sp\u00e4teren Beruf vorbereitet, dennoch haben das Studium und China eine wichtige Rolle beim Einstieg in das Berufsleben und auch in der sp\u00e4teren Laufbahn gespielt. R\u00fcckblickend w\u00fcrde sie\/er sich erneut f\u00fcr ein Sinologiestudium in Heidelberg entscheiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend ihres Studiums hatte sich die Mehrheit der Befragten (71 Prozent) nicht f\u00fcr ein bestimmtes Berufsziel spezialisiert. 33 Prozent hingegen orientierten sich mit einer bewussten Entscheidung f\u00fcr eine bestimmte F\u00e4cherkombination und durch das Absolvieren diverser Praktika bereits fr\u00fchzeitig in eine bestimmte Richtung. Dar\u00fcber hinaus haben sich viele durch Sprachkurse und Nebent\u00e4tigkeiten zus\u00e4tzliche Qualifikationen erworben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Berufsfeldern, in denen die Alumni nach ihrem Abschluss t\u00e4tig waren, spiegeln sich die unterschiedlichen Interessen der Studierenden und ihre vielf\u00e4ltigen M\u00f6glichkeiten wieder. Diese reichen vom Bankwesen \u00fcber Unternehmensberatungen, die \u00d6ffentlichkeitsarbeit und die Tourismusbranche bis hin zur akademischen Laufbahn. Dass sich diese Bandbreite auch im monatlichen Bruttoeinstiegsgehalt wiederspiegelt ist klar. 10 Prozent haben weniger als 1000 \u20ac verdient, 42 Prozent hatten ein Einstiegsgehalt bis zu 2000 \u20ac, und 14 Prozent haben bis zu 3000 \u20ac erhalten. Aktuell arbeiten \u00fcber 80 Prozent der Befragten in einem Beruf mit Chinabezug.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">R\u00fcckblickend waren f\u00fcr den Gro\u00dfteil der Alumni neben dem Spracherwerb Auslandserfahrungen, das Erlernen einer selbstst\u00e4ndigen Arbeitsweise und eines analytischen Denkansatzes, sowie die geforderte hohe Flexibilit\u00e4t die wichtigsten Lehren aus dem Studium. 71 Prozent der Befragten w\u00fcrden Sinologie als Studienfach wieder w\u00e4hlen, 19 Prozent nicht. Die restlichen 10 Prozent w\u00fcrden das Fach wieder w\u00e4hlen, wenn sich au\u00dferhalb der Ostasienwissenschaften eine sinnvolle Kombination ergeben w\u00fcrde. Dies macht deutlich, dass zwar der Gro\u00dfteil der Alumni mit seinem Studium zufrieden ist, aber immerhin ein Drittel der Befragten ihrem Fach eher kritisch gegen\u00fcberstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<strong>Die Ergebnisse im Einzelnen:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<img decoding=\"async\" alt=\"Studienort Heidelberg\" class=\"image-left\" data-node-id=\"\" src=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/images\/newsletters\/2009\/maerz\/studienort_heidelberg.jpg\/image_preview\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Teilnahme am Propaedeutikum\" class=\"image-left\" data-node-id=\"\" src=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/images\/newsletters\/2009\/maerz\/teilnahme_propaedeutikum.jpg\/image_preview\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Vorbereitung auf den Aufenthalt im Ausland\" class=\"image-left\" data-node-id=\"\" src=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/images\/newsletters\/2009\/maerz\/vorbereitung_ausland.jpg\/image_preview\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"China-Taiwan\" class=\"image-left\" data-node-id=\"\" src=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/images\/newsletters\/2009\/maerz\/china_taiwan.jpg\/image_preview\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Dauer Auslandsaufenthalt\" class=\"image-left\" data-node-id=\"\" src=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/images\/newsletters\/2009\/maerz\/dauer_ausland.jpg\/image_preview\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Sprache-Ausland\" class=\"image-left\" data-node-id=\"\" src=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/images\/newsletters\/2009\/maerz\/sprache_ausland.jpg\/image_preview\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Sprache-Studium\" class=\"image-left\" data-node-id=\"\" src=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/images\/newsletters\/2009\/maerz\/sprache_studium.jpg\/image_preview\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Schwerpunkt im Studium\" class=\"image-left\" data-node-id=\"\" src=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/images\/newsletters\/2009\/maerz\/schwerpunkt_studium.jpg\/image_preview\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Spezialisierung\" class=\"image-left\" data-node-id=\"\" src=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/images\/newsletters\/2009\/maerz\/spezialisierung.jpg\/image_preview\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Abschluss\" class=\"image-left\" data-node-id=\"\" src=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/images\/newsletters\/2009\/maerz\/abschluss.jpg\/image_preview\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Einfluss auf die Berufswahl\" class=\"image-left\" data-node-id=\"\" src=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/images\/newsletters\/2009\/maerz\/einfluss_berufswahl.jpg\/image_preview\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" alt=\"China-Berufseinstieg\" class=\"image-left\" data-node-id=\"\" src=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/images\/newsletters\/2009\/maerz\/china_berufseinstieg.jpg\/image_preview\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" alt=\"Einstiegsgehalt\" class=\"image-left\" data-node-id=\"\" src=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/images\/newsletters\/2009\/maerz\/einstiegsgehalt.jpg\/image_preview\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Vorbereitung auf den Beruf\" class=\"image-left\" data-node-id=\"\" src=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/images\/newsletters\/2009\/maerz\/vorbereitung_beruf.jpg\/image_preview\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Chinabezug-Beruf\" class=\"image-left\" data-node-id=\"\" src=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/images\/newsletters\/2009\/maerz\/chinabezug_beruf.jpg\/image_preview\"><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Cora Jungbluth, Jenin Thekkemuriyil <em>(Konzeption, Durchf\u00fchrung und Auswertung)<\/em>, Sebastian Nikoloff <em>(technische Umsetzung)<\/em>, Johannes Lejeune <em>(Text)<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"2\" name=\"2\"><span id=\"parent-fieldname-title\">&#8222;Es gibt nur sehr wenige deutsche Journalisten, die wirklich gut \u00fcber China berichten.&#8220; <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Oliver Lutz Radtke studierte in Heidelberg Sinologie und ist eines der Gr\u00fcndungsmitglieder von SHAN e.V. Bereits w\u00e4hrend des Studiums arbeitete er an seiner Karriere als Journalist und Publizist. Momentan ist er als leitender Redakteur verantwortlich f\u00fcr den Onlineauftritt des deutsch-chinesischen Gemeinschaftsprojekts \u201eDeutschland und China \u2013 Gemeinsam in Bewegung\u201c. SHAN traf Oliver Lutz Radtke w\u00e4hrend seiner Lesereise durch Deutschland, auf der er seine Chinaeinf\u00fchrung \u201eWelcome to Presence\u201c vorstellt (<a class=\"internal-link\" href=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/students\/reviews\/21-oliver-lutz-radtke-2013-welcome-to-presence.-abenteuer-alltag-in-china\" title=\"21 :: Oliver Lutz Radtke \u2013 Welcome to Presence. Abenteuer Alltag in China.\"> zur Rezension<\/a>).<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Herr Radtke, Ihr Sinologie-Studium haben Sie in Heidelberg absolviert, warum ausgerechnet hier?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausschlaggebend war das Sprachstudium. Ich habe mir an mehreren deutschen Unis, unter anderem in Leipzig, Bonn und T\u00fcbingen, das Prop\u00e4deutikum angesehen. Dabei hat mir Heidelberg am besten gefallen. Zu sagen, dass man bitte alle Liebesbeziehungen, Hobbys und sonstige zeitraubenden Aktivit\u00e4ten beenden soll, um f\u00fcr ein Jahr \u201evolle Pulle\u201c Chinesisch zu lernen, das war abschreckend aber auch sehr reizvoll. Also dachte ich mir, wenn sie das in Heidelberg so ernst nehmen, sollte ich auch dort hingehen. Nach einem Jahr kann man sich in China bereits rudiment\u00e4r verst\u00e4ndigen, hat ein gewisses Selbstbewusstsein in der Fremdsprache entwickelt und ist motiviert weiter zu lernen. An dieser Stelle m\u00f6chte ich Frau St\u00e4hle und Herrn Spaar f\u00fcr das Triezen und Pr\u00fcgeln meinen Dank aussprechen. Ein zweiter Entscheidungsfaktor war die damals bereits vorhandene Ausrichtung auf Chinesisch und Computer. Das zeigte, dass das Institut nicht rein historisch ausgerichtet, sondern der Gegenwart zugewandt und von einer gewissen Experimentierfreudigkeit gepr\u00e4gt war. Mit dem damaligen Bibliothekar Hanno Lecher habe ich 1999 gemeinsam das erste Intranet aufgebaut \u2013 mit Hilfe von reanimierten 3- und 486er PCs vom Institutsspeicher.<\/p>\n<p><strong>Sie haben SHAN e. V. selbst mit gegr\u00fcndet. Was war Ihre Motivation daf\u00fcr und wo sehen Sie die Vorteile eines solchen Vereins?<\/strong><\/p>\n<p>Es gab in Heidelberg keine offizielle, formalisierte Anlaufstelle, die Alumni mit dem Institut verband. Daher haben wir uns Ende 2005 einen erfolgreichen Alumniverein der Uni Passau angeschaut, um Anregungen f\u00fcr unsere eigene Arbeit zu bekommen. Die Entscheidung f\u00fcr dieses Netzwerk war sicherlich auch von den Chinesen abgeguckt, die ja sehr viel Wert auf Beziehungspflege legen. Durch die Nutzung von Netzwerken entstehen Synergieeffekte, die man sonst nicht hat. Wenn ich beispielsweise einen Analysten in New York zurate ziehen kann, hilft mir das als Journalist in manchen Fragen sehr viel weiter. Ich hoffe, dass SHAN uns noch viele weitere Jahre erhalten bleiben wird.<\/p>\n<p><strong>Heute Abend werden Sie im Rahmen einer Lesereise durch Deutschland Ihr erstes Buch vorstellen, das 2007 erschien, und den ungew\u00f6hnlichen Titel \u201eWelcome to Presence\u201c tr\u00e4gt. Was hat Sie zu diesem Titel inspiriert?<\/strong><\/p>\n<p>Der Titel ist eine Anspielung auf Chinglish \u2013 die wunderbar sympathische und leicht schr\u00e4ge Zusammenstellung von \u201eChinese\u201c und \u201eEnglish\u201c, die Kombination von chinesischer Grammatik und englischem W\u00f6rterbuch. Gleichzeitig handelt es sich um einen programmatischen Titel, meinen Versuch einer Einf\u00fchrung in das zeitgem\u00e4\u00dfe China.<\/p>\n<p><strong>Bleiben wir beim Thema chinesisches Englisch. Sie sind auch Autor der viel beachteten Webseite <a href=\"http:\/\/chinglish.de\/\" target=\"_blank\">chinglish.de<\/a>. Was wollen Sie mit dieser Seite bezwecken?<\/strong><\/p>\n<p>Auf Bauz\u00e4unen, zehn Meter gro\u00dfen Reklameschildern an der Autobahn, auf Kondomh\u00fcllen, Bleistiften, in Shopping-Malls und U-Bahn-Stationen \u2013 \u00fcberall im Reich der Mitte treffe ich auf \u00dcbersetzungsbl\u00fcten mit chinesischer Kulturcharakteristik. Oftmals erfolgt die \u00dcbersetzung mithilfe kostenloser Online-W\u00f6rterb\u00fccher. Dass diese kostenlos sind, sieht man in der Regel auch an der \u00dcbersetzung. Mit der Website m\u00f6chte ich mich nicht \u00fcber die \u00dcbersetzungspraxis lustig machen, sondern Chinas Bem\u00fchungen, sich dem Ausland zu \u00f6ffnen, honorieren und die offizielle Erziehungspropaganda, die in vielen Chinglish-Schildern steckt, dokumentieren. Zweitens m\u00f6chte ich den interessierten Usern klar machen, dass in den \u00dcbersetzungen sehr viel \u00fcber die chinesische Kultur steckt. \u201eLittle grass has life. Please watch your step\u201c ist ein sehr gutes Beispiel f\u00fcr die Liebe der Chinesen zur Natur. Drittens \u00fcbe ich offen Kritik an Firmen, die nach dem Motto arbeiten: \u201eWir sind in der WTO, also d\u00fcrfen wir westliche Preise verlangen, brauchen aber nur ein Drittel der Leistung zu erbringen.\u201c Wenn ein Unternehmen so schlampig arbeitet und damit auch noch Geld verdienen will, dann darf ich mich sehr wohl dar\u00fcber lustig machen<\/p>\n<p><strong>Von chinesischer Seite sind Sie daf\u00fcr jedoch sogar angegriffen worden. Zwischen kultureller Kreativit\u00e4t und herablassender Arroganz \u2013 wie sehen Sie diese Problematik, die das Ph\u00e4nomen Chinglish aufwirft?<\/strong><\/p>\n<p>Ganz einfach: Bei 1,3 Milliarden Menschen in China kann man es nicht jedem Recht machen. Man muss darauf vorbereitet sein, dass einem Gegenwind ins Gesicht geblasen wird. Ich kann den chinesischen Usern, den <em>wangyoumen<\/em>, nur empfehlen, genauer hinzugucken. Mein Vorhaben mache ich \u00fcber die Seite, meine B\u00fccher und Talkshow-Auftritte deutlich genug. Nach dem ersten Sturm der Entr\u00fcstung nach Gr\u00fcndung der Seite 2005 hat sich die Mehrheit der chinesischen User, die die Seite kennen, inzwischen sehr daf\u00fcr ausgesprochen und unterst\u00fctzt mein Vorhaben. Das setzt nat\u00fcrlich ein gewisses Selbstverst\u00e4ndnis voraus, eine gewisse F\u00e4higkeit zur Selbstironie, \u00fcber sich selbst lachen zu k\u00f6nnen. Und das k\u00f6nnen mittlerweile immer mehr Chinesen.<\/p>\n<p><strong>Seit 2008 leben und arbeiten Sie als Journalist in Beijing. Wie kommt man als Sinologe zum Journalismus?<\/strong><\/p>\n<p>Eine wichtige Erfahrung w\u00e4hrend des Studiums war die Mitarbeit bei der Heidelberger Studierendenzeitung Ruprecht. Herzliche Gr\u00fc\u00dfe an das Ruprecht-Team an dieser Stelle. Dort wird dreimal im Semester sehr basisdemokratisch eine Zeitung erstellt, eine gute \u00dcbung, um Distanz zum eigenen Text zu entwickeln und Stiltipps von erfahrenen Redakteuren zu bekommen. Weiterhin war ich bei verschiedenen Bl\u00e4ttern, z. B. der Rhein-Neckar-Zeitung, als freier Mitarbeiter t\u00e4tig und habe Hospitanzen bei der ARD in Shanghai oder der Bildzeitung in Berlin absolviert. Nach dem Studium war ich in Singapur beim Staatsfernsehen als Nachrichtenreporter besch\u00e4ftigt. Seit 2008 arbeite ich in Peking f\u00fcr das deutsch-chinesische Gemeinschaftsprojekt \u201eDeutschland und China \u2013 Gemeinsam in Bewegung\u201c. Das Hauptthema lautet \u201eNachhaltige Urbanisierung\u201c. Die Idee der Reihe ist es, das Bild Deutschlands als innovativen und verl\u00e4sslichen Partner Chinas zu f\u00f6rdern und Aspekte der Nachhaltigkeit zu propagieren, in denen Deutschland Erfahrung hat. Ich bin als leitender Redakteur f\u00fcr den Onlineauftritt <a href=\"http:\/\/www.deutschland-und-china.com\/index_de.shtml\">Deutschland-und-China.com<\/a> verantwortlich: Webseitenpflege, den Inhalt, die Fernsehinterviews sowie die Berichterstattung \u00fcber die Deutschlandpromenaden, die alle sechs Monate in einer gro\u00dfen Stadt in China stattfinden. Aus meiner Sicht sind Chinas Probleme l\u00e4ngst keine nationalen Herausforderungen mehr. Wenn in China die Stahlnachfrage 50 Prozent des Weltmarkts ausmacht, dann interessiert das deutsche Autobauer auch. Deutschland m\u00fcsste in der Hinsicht aktiver werden und ein st\u00e4rkeres Eigeninteresse an der legalen Verbreitung von Know-How an den Tag legen. Deutschland genie\u00dft in China nach wie vor einen sehr guten Ruf. Wir sollten uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen, bis wir schlie\u00dflich nur noch f\u00fcr Beethoven und Becks-Bier bekannt sind.<\/p>\n<p><strong>Inwiefern unterscheidet sich Ihrer Erfahrung nach die Arbeit eines Journalisten in China von der in Deutschland, gerade hinsichtlich der Einschr\u00e4nkungen der Presse- und Meinungsfreiheit?<\/strong><\/p>\n<p>Wo man in Deutschland schreiben kann: \u201eBahnchef Mehdorn muss weg \u2013 6 Gr\u00fcnde, warum der Bahnchef gehen muss\u201c, da muss in China viel diskreter vorgegangen werden. Der chinesische Journalist w\u00fcrde etwa eine historische Parallele zum kaiserlichen Schatzmeister ziehen, der gek\u00f6pft wurde, weil er damals die Finanzen in den Sand gesetzt hat. Diese Analogie w\u00fcrde jeder chinesische Leser verstehen. In China muss man stets eine Spur vorsichtiger, aber deshalb nicht unbedingt weniger kritisch schreiben. Chinesische Journalisten sind vielfach eine Spur kl\u00fcger als westliche. Warum? Sie wissen sehr viel genauer Bescheid, was sie schreiben k\u00f6nnen und was nicht. Es gibt dahingehend einen sch\u00f6nen Spruch von Harald Schmidt, den er letztes Jahr w\u00e4hrend der Olympischen Spiele gebracht hat: Die Aussagen von deutschen Journalisten zu China, die in einem Pekinger Restaurant auf die Bilder zeigen m\u00fcssen, um etwas zu essen zu bestellen, sollte man mit Vorsicht genie\u00dfen. Insgesamt gibt es nur sehr wenige deutsche Journalisten, die wirklich gut \u00fcber China berichten. Das liegt einfach daran, dass man die Sprache k\u00f6nnen muss und im Land leben sollte, um die gro\u00dfen und kleinen Ver\u00e4nderungen tats\u00e4chlich mitzubekommen. Diese Journalisten trauen sich dann auch, mal \u00fcber positive Entwicklungen in China zu berichten. Ob das von den deutschen Redaktionen, die in ihrer China-Berichterstattung oftmals eine eindeutige Agenda verfolgen, so belassen wird, ist eine andere Frage. Die Deutschen haben ein sehr ambivalentes China-Bild, das zwischen der Klischee-Trias von der \u201egelben Gefahr\u201c, der alten Hochkultur und dem Wirtschaftswunder hin- und her-schwankt. Ich versuche, etwa durch \u201eWelcome to Presence\u201c, meinen eigenen bescheidenen Beitrag dazu zu leisten, ein differenzierteres Bild an die Frau zu bringen.<\/p>\n<p><strong>Sie haben gerade schon die Olympischen Spiele in Peking erw\u00e4hnt. Wie haben Sie pers\u00f6nlich diese wahrgenommen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich stand am 8. 8. 2008 um 8 Uhr auf dem Tian\u2019anmen Platz, beziehungsweise habe es versucht. Denn der Platz war um 20 Uhr gesperrt. Das lasse ich als Tatsache der Geschichte unkommentiert stehen, dass die Chinesen in der Minute ihres Triumphes, endlich die Olympischen Spiele ausrichten zu d\u00fcrfen, einfach den zentralen Platz der Stadt dicht machen. Das, was im Fernsehen als gro\u00dfes, prachtvolles Feuerwerk ausgestrahlt wurde, dieses Spektakel von Feuerwerksk\u00f6rpern vom Tian\u2019anmen-Platz hoch zum Vogelnest, begann auf dem Tian\u2019anmen-Platz mit zwei kleinen \u201eBl\u00f6ffs\u201c. So fingen f\u00fcr mich die Olympischen Spiele in Beijing an. Mein genereller Eindruck ist, dass die Spiele sehr gehypt worden sind, dass die Aufregung um die Spiele in den Medien, vor allem den westlichen, viel gr\u00f6\u00dfer war als im Land selbst. Die Leute haben die Spiele daheim vor dem Fernseher verfolgt. Es gab in Peking zwar \u00f6ffentliche Public Viewing Pl\u00e4tze, aber die Atmosph\u00e4re war nicht mit der WM 2006 in Deutschland vergleichbar. Die Spiele waren keine entspannte, volksnahe Veranstaltung. Viele Menschen waren im Moment des Augenblicks sehr stolz auf das Event, aber mittlerweile sind die Olympischen Spiele im kollektiven Ged\u00e4chtnis vollkommen untergegangen. Die Kurzlebigkeit nationaler Gro\u00dfevents, die mediale Selbstinszenierung, ist symptomatisch f\u00fcr die generelle Entwicklung des Landes.<\/p>\n<p><strong>Im Rahmen der Olympischen Spiele hat die chinesische Regierung versucht, schlechtes und missverst\u00e4ndliches Englisch aus dem Stadtbild verschwinden zu lassen. Wie sch\u00e4tzen Sie den Erfolg dieser Kampagne ein?<\/strong><\/p>\n<p>Bei den offiziellen amtlichen Schildern ist das sehr gut gelungen. Ich bef\u00fcrworte standardisiertes Englisch dort, wo es um lebensrettende Ma\u00dfnahmen geht. Ich bin jedoch traurig, wenn Chinglish aus dem halb-staatlichen, halb-\u00f6ffentlichen Bereich verschwindet wie zum Beispiel auf Parkschildern oder Speisekarten. Hier zeichnet sich allerdings nur ein geringer Erfolg der Kampagne ab. Solange in China jemand eine Nudelbude aufmacht, wird Chinglish gedeihen wie eh und je.<\/p>\n<p><strong>Aus aktuellem Anlass noch eine letzte Frage: Konnten Sie bereits Auswirkungen der Finanzkrise im allt\u00e4glichen Leben in China beobachten?<\/strong><\/p>\n<p>Zur Zeit des Fr\u00fchlingsfestes m\u00fcssten die Bahnh\u00f6fe der gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dte \u00fcberlaufen sein mit Millionen von Wanderarbeitern, die aufs Land zur\u00fcckkehren. Das ist aber nicht der Fall. Die Bahnh\u00f6fe sind gespenstisch leer. Man bekommt sofort eine Fahrkarte. Das ist zwar sicher bequem, aber volkswirtschaftlich gesehen ein eindeutiges Indiz f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Katastrophe. Mehrere zehn Millionen Jobs sind hier verloren gegangen. Es gibt zwar Bem\u00fchungen, die Wanderarbeiter wieder in ihre D\u00f6rfer einzugliedern. Aber das geschieht in Dimensionen, die f\u00fcr uns Europ\u00e4er schwer vorstellbar sind. Heidelberg hat beispielsweise um die 145.000 Einwohner. Wenn davon 30.000 ausw\u00e4rts arbeiten und nun pl\u00f6tzlich auf einen Schlag zur\u00fcckkommen \u2013 das ist etwa ein F\u00fcnftel der Einwohnerzahl \u2013, dann m\u00fcssen diese ja irgendwo wohnen. Dabei tun sich sozial, hygienisch und infrastrukturell enorme Probleme auf. Insofern wird 2009 ein sehr, sehr spannendes Jahr. Und zwar nicht nur wegen zahlreicher Jubil\u00e4en wie das der Staatsgr\u00fcndung oder 1989, sondern gerade wegen des Umgangs mit der Finanzkrise von Seiten der chinesischen Regierung. Ich bin sehr dankbar, dass ich in diesen spannenden Zeiten vor Ort sein kann.<\/p>\n<p><strong>Herr Radtke, vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<p>\n<em>Das Interview f\u00fchrte Cora Jungbluth.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"3\" name=\"3\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Rezension: Christian Y. Schmidt &#8211; Allein unter 1,3 Milliarden. Eine chinesische Reise von Shanghai bis Kathmandu <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Das Sch\u00f6nste an selbst\u00e4ndig unternommenen Reisen sind oft die Kuriosit\u00e4ten und die au\u00dfergew\u00f6hnlichen Menschen denen man begegnet \u2013 zumal in Asien. Der Abk\u00f6mmling des K\u00f6nigshauses, den man in Laos im Fitnesstudio getroffen hat; die Uighurin, die von Unterdr\u00fcckung und Tod im Freundeskreis durch Han-Chinesen und ihr Dasein als Geliebte eines eben solchen erz\u00e4hlt; oder einfach nur den komischen Kauz, den man irgendwo, sagen wir irgendwo in China, im Zug trifft und mit dem man unerwartet ins Gespr\u00e4ch kommt. Solche Erlebnisse sind es, die, wieder zu Hause angekommen, f\u00fcr viel Erz\u00e4hlspass und Verwunderung bei Angeh\u00f6rigen und Freunden sorgen, mehr noch als das \u00fcbliche Strand- oder Stadtdschungelfoto.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christian Schmidt, einst Redakteur beim Satiremagazin &#8222;Titanic&#8220; und heute mit einer Chinesin verheirateter, in China lebender freier Autor und Journalist, verspricht mit diesem Titel ein Potpourri an solchen Geschichten. Er nimmt sich aus allerlei Gr\u00fcnden (&#8222;meine Schwiegereltern erwarteten, dass ich mal was tat&#8220;, &#8222;der alte Chinese auf dem Hof meines Pekinger Wohnblocks fragte mich jeden Tag: was machst du hier eigentlich?&#8220;) vor, allein und ohne Chinesischkenntnisse quer durch China zu reisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angefangen von Shanghai zieht sich die Stra\u00dfe 318 mitten durch China, folgt dem Yangtze, geht durch Chengdu und f\u00fchrt weiter auf das tibetische Hochplateau \u00fcber Lhasa bis nach Kathmandu, der Hauptstadt Nepals. Dieser Reiseroute folgt er.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entsprechend erz\u00e4hlt er von Begegnungen mit als &#8222;Laowai-Forschern&#8220; bezeichneten Chinesen im Bus, Verst\u00e4ndigungsproblemen, Missverst\u00e4ndnissen mit Prostituierten in Massagesalons und eben den \u00fcblichen Gedanken, die einen Einzelreisenden zwischendrin packen k\u00f6nnen. Oft ist das unterhaltsam, nicht zuletzt weil der Autor in den siebziger Jahren Maoist war (&#8222;ich war in einem Alter, in dem man ein gewisses Recht auf Bl\u00f6dheit hat&#8220;). Die in dieser Hinsicht ironischen Momente z\u00e4hlen zu den H\u00f6hepunkten des Buches, wenn er etwa einem Chinesen erkl\u00e4rt, warum Mao daf\u00fcr verantwortlich sei, dass der Autor und seine Sinnungsgenossen damals zur Bundeswehr gegangen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es sind solche interessanten Details, auch zu den von Schmidt besuchten Orten, die das Buch \u00fcber humorvolle Betrachtungen hinaus lesenswert machen. Leider findet sich davon viel zu wenig, und ein klein wenig st\u00f6rt es nach einer Weile, wenn wieder ein Kapitel \u00fcber eine weniger spannende Episode zu Ende geht. Diese werden daf\u00fcr mit Betrachtungen \u00fcber sich selbst, \u00fcber die Sprachprobleme oder \u00fcber das ausgemachte Ziel des Autors, &#8222;so chinesisch wie m\u00f6glich&#8220; werden zu wollen, aufgef\u00fcllt. Anfangs ist das noch unterhaltsam, aber irgendwann erscheint es als zuweilen weinerlich, und daf\u00fcr kauft man sich dieses Buch einfach nicht. Andererseits sind einige an der Grenze zum Klischee (&#8222;die Chinesen\u2026&#8220;) geschriebenen Passagen auch unterhaltsam und kurzweilig. Und nicht zuletzt macht das Buch sympathisch, dass der Autor alles mit einer guten Portion Selbstironie betrachtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Letztlich bietet das Buch f\u00fcr einen Chinabegeisterten, der dort auch bereits unterwegs war, eine nette Lekt\u00fcre, die meist zu unterhalten weiss, mehr jedoch nicht. Allerdings trifft der Autor viele Eigenheiten und Kuriosit\u00e4ten, die einem in China begegnen, wunderbar auf den Punkt und schreibt in einem beschwingt-humorigen Stil, der das Buch f\u00fcr jeden zu einer kurzweiligen Lekt\u00fcre macht. Gleichzeitig erwischt man sich bei dem Gedanken, ob man nicht auch mal die Stra\u00dfe 318 entlang reisen m\u00f6chte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Benjamin Kemmler<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT Der Sinologe, das unbekannnte Wesen Gibt es eigentlich so etwas wie den typischen Absolventen der Heidelberger Sinologie? Hinterl\u00e4sst das Studium mehr als einen von vielen Posten im Lebenslauf? 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