{"id":2712,"date":"2012-05-01T12:00:00","date_gmt":"2012-05-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2012\/05\/01\/newsletter-mai-2012-nr-62\/"},"modified":"2026-05-21T11:07:31","modified_gmt":"2026-05-21T10:07:31","slug":"newsletter-mai-2012-nr-62","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2012\/05\/01\/newsletter-mai-2012-nr-62\/","title":{"rendered":"Newsletter Mai 2012 Nr. 62"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 id=\"anker_ErzhlenSiemal...EnnoGiel\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"special\">Erz\u00e4hlen Sie mal&#8230; Enno Giele<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit diesem Sommersemester ist Prof. Enno Giele als neuer Lehrstuhlinhaber f\u00fcr Klassische Sinologie in Heidelberg. Im ersten Teil des Interviews mit SHAN berichtet er \u00fcber seinen Werdegang, Forschungsinteressen &#8211; und die Geschichte der Essst\u00e4bchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#1\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h3 id=\"anker_EinStckTaiwanmitteninHei\"><span class=\"special\">Ein St\u00fcck Taiwan mitten in Heidelberg: Tee und Zen<\/span><\/h3>\n<p>Bei ihrem ersten Aufenthalt in China vor sieben Jahren h\u00e4tte sich Kaja M\u00fcller-Wang wohl kaum zu tr\u00e4umen gewagt, dass sie dieses Projekt einmal tats\u00e4chlich umsetzen w\u00fcrde: doch schlie\u00dflich er\u00f6ffnete sie Ende April&nbsp; in der Unteren Neckarstra\u00dfe ihren \u201eTea &amp; Zen Teesalon\u201c.<\/p>\n<p><strong><a href=\"#2\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h3><span class=\"special\">Die Neugr\u00fcndung des Heidelberger Instituts f\u00fcr Sinologie vor 50 Jahren<\/span> <span class=\"kssattr-atfieldname-title kssattr-templateId-widgets\/string kssattr-macro-string-field-view\" id=\"parent-fieldname-title\"> <\/span><\/h3>\n<p>Vor einem halben Jahrhundert bem\u00fchte sich die Philosophische Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Heidelberg um die Besetzung eines neuen Ordinariats f\u00fcr Sinologie. Bereits 1961 war die Ausschreibung erfolgt, im Fr\u00fchjahr 1962 suchte man nach einem geeigneten Kandidaten. \u00dcber den allm\u00e4hlichen Aufbau eines Instituts unter Prof. Bauer berichtet Thomas Kampen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#3\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"1\" name=\"1\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Erz\u00e4hlen Sie mal &#8230; Prof. Enno Giele! <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>SHAN: Herr Giele, vielleicht k\u00f6nnten Sie sich zun\u00e4chst kurz vorstellen und etwas zu Ihren bisherigen T\u00e4tigkeiten und Ihrem Forschungshintergrund sagen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prof. Giele: Ja, sicher. Ich bin in Berlin gro\u00df geworden, habe dort meine Schulzeit verbracht und an der FU-Berlin studiert. Damals war das ja noch Westberlin. Ganz zu Anfang habe ich auch noch Arch\u00e4ologie studiert und zus\u00e4tzlich noch ein paar andere F\u00e4cher, Journalistik und Kunstgeschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber grunds\u00e4tzlich habe ich eigentlich das gesamte Studium \u00fcber zwei F\u00e4cher im Doppelhauptfach studiert: Japanologie und Sinologie, und zwar in dieser Reihenfolge. Erst habe ich zweieinhalb Jahre konzentriert Japanisch gelernt, weil es in Berlin so wie hier auch ein Prop\u00e4deutikum gibt. Das war dann mit 16 Semesterwochenstunden Sprachunterricht auch sehr intensiv. Man h\u00e4tte das damals auch schon zeitgleich mit Chinesisch machen k\u00f6nnen, das w\u00e4ren dann auch nochmal 16 Semesterwochenstunden gewesen, einmal vormittags und einmal nachmittags. Dann h\u00e4tte man aber keine Zeit mehr gehabt, die Hausaufgaben zu machen. Deswegen habe ich mit Japanisch angefangen und bin danach f\u00fcr ein Jahr nach Tokyo gegangen, an die Kei\u014d-Universit\u00e4t (\u6176\u61c9\u7fa9\u587e\u5927\u5b66 Kei\u014d gijuku daigaku).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich dann in diesem Jahr gemerkt habe, dass man vor Ort wirklich sehr schnell lernt, bin ich anstatt zur\u00fcck nach Deutschland direkt nach Taiwan und habe dort ein Jahr lang Chinesisch von Grund auf gelernt. In Berlin hat man nach dem Prop\u00e4deutikum eine Sprachpr\u00fcfung, die ich dann relativ leicht absolvieren konnte, sodass ich da etwas Zeit gespart habe. Ich habe dann erst mal weiterstudiert, dann aber irgendwann den Fokus gewechselt von Japanologie auf Sinologie, weil ich an Geschichte interessiert war und die Japanologie in Berlin in diesem Bereich damals nicht so viel geboten hat. In der Sinologie habe ich dann auch meine Magisterarbeit geschrieben. Im Jahr 1995 habe ich meinen Magister gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Abschluss hatte ich schon ein Arbeitsangebot von einer Stelle an der Uni, f\u00fchlte mich aber noch nicht fertig und wollte noch mehr Chinesisch lernen. Daher bin ich dann mit einem Stipendium noch einmal nach Taibei gegangen. Dort habe ich f\u00fcr meine Doktorarbeit geforscht, geschrieben und an verschiedenen Institutionen in Taibei (zuerst an der Tai Da und dann an der Academica Sinica) noch einmal fast sieben Jahre, also von 1995 bis 2002, zugebracht. Die Doktorarbeit habe ich dann danach in Berlin eingereicht. Als ich den Doktor schlie\u00dflich hatte, habe ich in M\u00fcnster im Jahr 2002 eine Stelle als Assistent an der Sinologie bekommen. Nach den \u00fcblichen sechs Jahren als Assistent habe ich zun\u00e4chst f\u00fcr ein Semester an der University of California in Berkeley eine Lehrstuhlvertretung gemacht und mich von dort aus dann auf eine Stelle, auch eine Assistenzprofessur, an der University of Arizona in Tucson beworben; da war ich f\u00fcr drei Jahre. Von dort aus habe mich dann f\u00fcr die Stelle hier beworben. Also war ich insgesamt vier Jahre in Amerika, ein halbes Jahr in Berkeley und dreieinhalb Jahre in Tucson. Das ist jetzt auch nur das Grundger\u00fcst, das noch nichts \u00fcber die einzelnen Standorte aussagt oder wie sie mich gepr\u00e4gt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sie sind ja sozusagen f\u00fcr Prof. Wagner zu uns gekommen und da w\u00fcrde uns interessieren, welche Forschungs- und Lehrbereiche nun genau zu ihren Aufgaben geh\u00f6ren.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also die Stellenbeschreibung hei\u00dft ja Klassische Sinologie und dazu gibt es vielleicht unterschiedliche Definitionen. Von dem Verst\u00e4ndnis, auch wie das zusammen passt mit den anderen Lehrst\u00fchlen hier, beinhaltet das eigentlich das gesamte Spektrum des vormodernen China, vom Kontakt der Chinesen mit dem Westen, vor allen Dingen dem intensiven Kontakt, also als es dann zu den Opiumkriegen kam, Mitte des 19. Jahrhunderts, das alles kann wohl zu Recht als \u201evormodern\u201c gelten. Das ist die breiteste Definition dessen, was ich hier abdecken soll und m\u00f6chte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber es ist nat\u00fcrlich auch klar, dass niemand Spezialist sein kann f\u00fcr solch ein riesiges Gebiet von 3000-4000 Jahren Geschichte. Es gibt ja noch eine engere Definition von Klassik: Auf der Homepage habe ich eine <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.zo.uni-heidelberg.de\/sinologie\/institute\/staff\/giele\/\"> Selbstbeschreibung<\/a> eingestellt, wo ich darauf eingehe. Klassik ist ja eine Art Muster oder ein Modell, auf das sich sp\u00e4tere Zeiten beziehen. Wir im Westen haben z.B. was die Griechen betrifft die griechische Klassik, und darauf wird sich sp\u00e4ter in der Renaissance wieder zur\u00fcck besonnen. In China, das ist klar, ist es nat\u00fcrlich dann auch \u00e4hnlich fr\u00fch, die Zeit der Philosophen, die Zeit der Streitenden Reiche auch noch bis in die Han-Zeit, wo dann das Modell des Kaiserreichs (Qin und Han) erst mal aufgebaut wurde. Das ist, zuf\u00e4lligerweise oder nicht, auch mein Schwerpunkt als Forschung. Ich m\u00f6chte das ein bisschen trennen, Forschung und Lehre. Von der Lehre her decke ich alles ab bis zu den Opiumkriegen. Aber von der Forschung her ist das v\u00f6llig unm\u00f6glich, da passt der Begriff Klassische Sinologie auch sehr gut, aber mit einer engeren Definition. Der Schwerpunkt w\u00e4re das fr\u00fche Kaiserreich, Qin-\/Han-Zeit, und der Vorlauf mit der Zeit der Streitenden Reiche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was die Kurse an unserem Institut betrifft, so biete ich in diesem Semester \u201eAnf\u00e4nge der chinesischen Geschichtsschreibung\u201c an. Auch da geht es wieder um die Han-Zeit. Der Fokus liegt dabei auf dem Shiji. Der andere Kurs ist mein ureigenes Forschungsthema \u00fcber Manuskripte, also ausgegrabene arch\u00e4ologisch gefundene Handschriften. Das ist ein sehr spannendes Gebiet, das immer wichtiger wird auch f\u00fcr die Mainstream-Forschung, weil immer mehr gefunden wird. Das ist &#8211; insbesondere im Vergleich zu Kollegen, die das antike Griechenland oder Persien untersuchen &#8211; spannend, denn in China wird im Moment, glaube ich, so viel an neuem historischen Material gefunden, wie in keiner anderen Gegend. Und es ist wichtig, dass das auch wahrgenommen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man hat als Historiker und Philologe ja viel zu tun mit historischen \u00fcberlieferten Texten und die werden ja eigentlich nicht mehr. Die einzige M\u00f6glichkeit, dass dieser Korpus von Texten umfangm\u00e4\u00dfig w\u00e4chst ist eben, dass etwas gefunden wird: Entweder auf irgendeinem Dachboden oder eben bei arch\u00e4ologischen Ausgrabungen, dass man eben Texte direkt aus der Zeit findet. Handschriften auf organischem Material, also Papier, Holz, Bambus, Seide, werden auch immer noch gefunden. Da sind Texte dabei, die bisher noch v\u00f6llig unbekannt sind. Diese werden in China in einer solchen Menge gefunden, dass sie auch immer mehr in die Mainstream-Geschichtsforschung kommen, weil sie einfach so wichtig sind, dass man sie wahrnehmen muss. Das ist mein Forschungsfokus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich muss vielleicht noch etwas dazu sagen, weil Sie fragten was ich mache: Wir haben das jetzt nur zeitm\u00e4\u00dfig eingegrenzt und sind dabei automatisch auf Geschichte gekommen. Aber es gibt ja viele Aspekte unter denen man die Vergangenheit anschauen kann. Man kann z.B. anthropologisch vorgehen, oder auch sozialwissenschaftlich. Also k\u00f6nnte man sich fragen: Was war damals der soziale Status von Frauen, M\u00e4nnern, Kindern, bestimmten Berufsgruppen, etc.? Dabei kann man ereignisgeschichtlich vorgehen (Wann war die Schlacht von so und so?) oder man kann wirtschaftsgeschichtlich vorgehen, usw. Auch das ist wichtig. Aber auch hier kann man auch nicht f\u00fcr alle Themenbereiche ausgewiesener Spezialist sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Fokus liegt haupts\u00e4chlich auf drei Bereichen. Zum einen Institutionengeschichte: Das hat damit zu tun, wie der Staat die Gesellschaft organisiert, z.B. durch Amtstitel: Wof\u00fcr waren welche \u00c4mter zust\u00e4ndig? Wie hat das ganze System der Verwaltung funktioniert? Der zweite Bereich ist Sozialgeschichte, d.h. das Interesse an den verschiedenen Teilen der Gesellschaft und wie sie funktioniert haben, auch ohne dass der Staat eingreift. Der dritte Punkt ist Kulturgeschichte: Wie haben die Leute gelebt? Seit wann haben die Chinesen \u00fcberhaupt St\u00e4bchen benutzt? Wo haben sie ihre Notdurft verrichtet? WCs gab es ja noch nicht \u2013 oder, weil es ja noch kein Glas als Spiegel gab, wie haben sie sich \u00fcberhaupt angeguckt? F\u00fcr diesen Bereich ist wiederum die Arch\u00e4ologie sehr wichtig, also was man so an Fundorten und Objekten findet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das ist interessant. Seit wann werden denn in China St\u00e4bchen benutzt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So richtig nachweisen kann man das interessanterweise erst ab dieser klassischen Zeit, also der Han-Zeit, bzw. der sp\u00e4ten Zhanguo-Zeit, ein paar Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung. Es gibt Berichte, dass schon in der Shang-Zeit (1100-1000 v. Chr.) der Shang-Herrscher St\u00e4bchen aus Elfenbein benutzt haben soll. Nur das Problem ist, dass der Bericht, dass er das getan hat, aus dem 1. Jahrhundert v.u.Z. stammt. Aus der Shang-Zeit selbst gibt es keine St\u00e4bchen, die irgendwo gefunden worden w\u00e4ren. Also irgendwann m\u00fcssen sie den Sprung von \u201eBurger\u201c zu \u201eKleingeschnittenem\u201c irgendwie geschafft haben, aber vielleicht erst sp\u00e4ter als wir es uns so vorstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Fortsetzung dieses Interviews erscheint im n\u00e4chsten Newsletter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">SHAN bedankt sich schon einmal ganz herzlich bei Prof. Giele f\u00fcr das ausf\u00fchrliche Interview!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fabienne Wallenwein<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"2\" name=\"2\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Tee und Zen &#8211; Kajas neues Teehaus in der Altstadt \u00f6ffnet seine T\u00fcren <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Anfang aller guten Dinge steht eine Idee \u2013 und Gestaltungswillen f\u00fcr deren Umsetzung. Jeder Austauschstudent nimmt von seinen Erlebnissen und Entdeckungen in China eine Vielzahl von Impulsen mit. F\u00fcr Kaja M\u00fcller-Wang f\u00fchrte eine spontane Idee zu einer zweiten, wesentlich Langlebigeren: W\u00e4hrend ihres Aufenthalts an der Beijing Waiguoyu Daxue 2004\/05 entschloss sie sich f\u00fcr eine Reise in die Teeanbaugebiete Fujians. Dort schloss sie sich einer Gruppe von Teepfl\u00fcckern an und wanderte mit ihnen in die Plantagen. Begeistert von den Menschen vor Ort, den noch immer als Tradition gepflegten Arbeitsabl\u00e4ufen des Pfl\u00fcckens und Trocknens und dem Brauchtum rund um den Tee, fasste Kaja den Beschluss, ihre Erfahrungen nach Deutschland zu tragen und auch hier ein St\u00fcck chinesischer Teekultur erlebbar zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sieben Jahre nach ihrem Besuch in Fujian hat sie sich gemeinsam mit ihrem Mann Thomas Wang in diesem Fr\u00fchjahr ihren langgehegten Wunsch erf\u00fcllt: Ende April \u00f6ffnete das Teehaus seine T\u00fcren unter dem Namen \u201eTea &amp; Zen Teesalon\u201c&nbsp; oder chinesisch \u201e\u8336\u79aa\u4e0d\u4e8c &#8211; \u6587\u85dd\u6c99\u9f8d\u201c. In der Unteren Neckarstra\u00dfe, gegen\u00fcber der Stadthalle gelegen, entdeckt man den kleinen Salon von au\u00dfen erst auf den zweiten Blick. Es ist ein Ort, der aufgesp\u00fcrt werden will. Und so lassen es die kleinen Sch\u00e4tze, die die W\u00e4nde und chinesischen M\u00f6bel des Teeladens schm\u00fccken, bereits erahnen: Es sind die Details, die feinen Verzierungen und ungew\u00f6hnlichen Formen des Geschirrs, die hier dazu einladen, aufmerksam zu werden, zu verweilen und Neues zu entdecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Teesalon findet man allerlei Teesorten von Gr\u00fcn bis Schwarz, und insbesondere den dazwischenliegenden Oolong-Tee, der in den Bergen Taiwans angebaut wird und einen H\u00f6hepunkt des chinesischen Tees darstellt.&nbsp; Neben dem Teeverkauf kann man alle Tees probieren oder direkt zum Teetrinken und Entspannen vorbeikommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daf\u00fcr bieten verschiedene Sitzgruppen ausreichend Raum f\u00fcr mehrere Personen. Ein besonders gem\u00fctlicher R\u00fcckzugsort findet sich im Innenhof im hinteren Bereich, in einem kleinen Garten mitsamt Rosenstrauch und Liegesofa. Neben verschiedenen Teesorten lassen sich hier auch chinesische S\u00fc\u00dfigkeiten sowie Perlentee \u73cd\u73e0\u5976\u8336 (nein, nicht der inflation\u00e4r \u00fcber Heidelbergs Einkaufsmeilen verteilte Bubble Tea) nach taiwanischer Rezeptur genie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwar steht das Teetrinken zweifelsfrei im Mittelpunkt von Tea &amp; Zen, allerdings versteht Kaja ihre R\u00e4umlichkeiten bewusst als einen Salon \u2013 also als einen Treffpunkt um sich auszutauschen und verschiedene K\u00fcnste zu genie\u00dfen, sowie f\u00fcr kleinere Veranstaltungen. Hierzu geh\u00f6ren sowohl Lesungen als auch Kalligraphie-\u00dcbungen, oder die regelm\u00e4\u00dfig samstags stattfindende Teezeremonie.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<br \/>\nTea &amp; Zen Teesalon,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Untere Neckarstra\u00dfe 36, 69117 Heidelberg<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00d6ffnungszeiten: Mittwoch-Freitag&nbsp; 14-20 Uhr, Samstag 10-20 Uhr<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 17. Juni auch im Chinesischen Dorf (beim Fest \u201eLebendiger Neckar\u201c) in Heidelberg und am 30. Juni in Karlsruhe beim \u201eFest der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">www.TeaandZen.de<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Silvia Faulstich und Helen H\u00fcbner<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"3\" name=\"3\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Die Neugr\u00fcndung des Heidelberger Instituts f\u00fcr Sinologie vor 50 Jahren und die Berufung der ersten beiden Professoren <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor einem halben Jahrhundert bem\u00fchte sich die Philosophische Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Heidelberg um die Besetzung eines neuen Ordinariats f\u00fcr Sinologie. Bereits 1961 war die Ausschreibung erfolgt, im Fr\u00fchjahr 1962 suchte man nach einem geeigneten Kandidaten. In dieser Zeit wurde auch das S\u00fcdasieninstitut gegr\u00fcndet, die Er\u00f6ffnungsfeier war am 23. Mai 1962.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorgeschichte<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 19. Juli 1962 beschloss die Philosophische Fakult\u00e4t eine Dreierliste, die \u00fcber das Rektorat an das Kultusministerium geschickt wurde. Dieses teilte am 8. August 1962 mit, da\u00df ein Ruf an \u2013 den Erstplazierten \u2013 Dr. phil. Wolfgang Bauer, Universit\u00e4t M\u00fcnchen, erteilt wurde. Bald darauf wurde die Annahme des Rufs durch Bauer bekannt; der Kandidat sollte im November des Jahres \u2013 vier Monate nach dem Fakult\u00e4tsbeschlu\u00df \u2013 die Stelle antreten.<\/p>\n<p>Es gab jedoch schon vorher Sprachkurse f\u00fcr Chinesisch und Japanisch. Im Personal- und Vorlesungsvereichnis vom WS 1961\/62 werden als Dozenten Gao Guang-shih und Dr. Kremp genannt. Sowohl die Sprachkurse als auch die Bem\u00fchungen zur Schaffung der Professur gingen auf den Kunsthistoriker Dr. Dietrich Seckel zur\u00fcck, der der erste Heidelberger \u201eOstasienwissenschaftler\u201c nach dem Krieg war.<\/p>\n<p>Der neue Professor<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Personal- und Vorlesungsvereichnis vom SS 1963 tauchte der junge habilitierte Dr. Wolfgang Bauer zum ersten Mal als Ordentlicher Professor auf, Seckel war zu dieser Zeit noch \u201eau\u00dferplanm\u00e4\u00dfig\u201c.&nbsp; Bauers erste Veranstaltungen waren:<\/p>\n<p>Einf\u00fchrung in die chinesische Schriftsprache<br \/>\nEntwicklung des modernen China (Koll.)<br \/>\nPhilosophen des alten China (Sem.)<br \/>\nDas Kuei-hsin tsa-chih des Chou Mi (Textlekt\u00fcre)<\/p>\n<p>Die Antrittsvorlesung mit dem Titel \u201eIcherleben und Autobiographie im Alten China\u201c, die am 27.11.1963 in der Alten Aula gehalten wurde, erschien im folgenden Jahr in den Heidelberger Jahrb\u00fcchern.<\/p>\n<p>Nach der Berufung gab es allerdings zahlreiche Probleme \u00fcber die sich der ehrgeizige Professor auch gelegentlich beklagte. Das Institut befand sich zun\u00e4chst in Handschuhsheim, was den Studierenden mit Nebenf\u00e4chern in der Altstadt gro\u00dfe Probleme bereitete; daher gab es bald Bem\u00fchungen ein neues zentraleres Haus zu finden. Zweitens gab es in Heidelberg kaum chinesische und sinologische Literatur; Bauer begann viel zu bestellen und reiste selbst nach Ostasien um \u201eeinzukaufen\u201c. Drittens gab es anfangs keinen Assistenten, da geeignete Kandidaten mit Hochschulabschlu\u00df fehlten; daher wurden anfangs nur studentische Hilfskr\u00e4fte eingestellt.<\/p>\n<p>Der Abschied<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bauers Heidelberger Zeit war relativ kurz; schon im M\u00e4rz 1966 teilte er der Universit\u00e4t mit, da\u00df er einen Ruf nach M\u00fcnchen erhalten und auch angenommen hatte. Der Wechsel zog sich jedoch l\u00e4nger hin, da sich Bauer auch nach dem offiziellen Weggang noch selbst vertrat. Die meisten Studierenden, die noch keinen Abschlu\u00df hatten, folgten ihm nach M\u00fcnchen. In der \u00dcbergangszeit wirkte zeitweilig Dr. Helmut Martin als Assistent, er ging jedoch bald nach Taiwan. Die Professorenstelle wurde wieder ausgeschrieben, das Verfahren zog sich aber l\u00e4nger hin, da die Entscheidung f\u00fcr einen Kandidaten diesmal schwerer fiel. Erfolgreich war schlie\u00dflich Dr. G\u00fcnther Debon, der sich schon f\u00fcnf Jahre vorher beworben hatte; im April 1968 wurde ihm der Lehrstuhl f\u00fcr Sinologie \u00fcbertragen. Dieser hatte das Gl\u00fcck schon 1969 mit dem Institut in die Altstadt ziehen zu k\u00f6nnen; dieser Beschlu\u00df ging auf die jahrelangen Bem\u00fchungen seines Vorg\u00e4ngers zur\u00fcck. (Schon zu dieser Zeit gab es Initativen zur Schaffung einer Japanologieprofessur, die aber zun\u00e4chst scheiterten.)<\/p>\n<p>Die Sch\u00fcler<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bemerkenswert sind die oben angedeuteten engen Beziehungen zwischen Heidelberg und M\u00fcnchen. Bauer und Debon waren Sch\u00fcler und Kollegen von Professor Herbert Franke, Debon und Franke waren auch beide vorher in K\u00f6ln. Viele Heidelberger Studierende promovierten sp\u00e4ter bei Bauer und Franke in M\u00fcnchen; daher war die Zahl der Heidelberger Absolventen anfangs sehr niedrig. Zu den fr\u00fchen Bauer-Studenten geh\u00f6rten die sp\u00e4teren Heidelberger Professoren Ledderose und Wagner.<\/p>\n<p>\nAnmerkung: Die hier verwendeten Akten befinden sich alle im Universit\u00e4tsarchiv.<\/p>\n<p>Literatur:<\/p>\n<p>T. Kampen: <a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2007\/12\/01\/newsletter-dezember-2007-nr-17\/#4\" target=\"_blank\">Wolfgang Bauer und die Wiederbelebung der Heidelberger Sinologie, SHAN Newsletter, Nr. 17, Dezember 2007<\/a>&nbsp; (mit weiteren Quellen)<\/p>\n<p>T. Kampen: Sinologie im 20. Jahrhundert: Heidelberg Deutschland International, Heidelberg: Mattes Verlag, 2011.<\/p>\n<p>\nDr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT Erz\u00e4hlen Sie mal&#8230; Enno Giele Seit diesem Sommersemester ist Prof. Enno Giele als neuer Lehrstuhlinhaber f\u00fcr Klassische Sinologie in Heidelberg. 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