{"id":288,"date":"2011-08-01T12:00:00","date_gmt":"2011-08-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2011\/08\/01\/newsletter-august-2011-nr-55\/"},"modified":"2026-05-20T18:36:05","modified_gmt":"2026-05-20T17:36:05","slug":"newsletter-august-2011-nr-55","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2011\/08\/01\/newsletter-august-2011-nr-55\/","title":{"rendered":"Newsletter August 2011 Nr. 55"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\"><span id=\"parent-fieldname-title\">INHALT<\/span><\/a><\/h2>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h3 id=\"anker_InderGrenzberschreitung:\"><span class=\"special\">In der Grenz\u00fcberschreitung: Ein Interview mit Uwe Kr\u00e4uter<\/span><\/h3>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Juni 1974&nbsp; spazierte Uwe Kr\u00e4uter<br \/> ein letztes Mal durch die Heidelberger Altstadt: ein Neuanfang in China<br \/> lockte in fort aus der vertrauten Umgebung. Mittlerweile lebt Uwe<br \/> Kr\u00e4uter seit 37 Jahren in Peking. In diesem Newsletter ver\u00f6ffentlichen<br \/> wir den ersten Teil des Interviews, in dem er seinen Weg zum Mittler<br \/> zwischen den Kulturen beschreibt.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#1\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum<\/span>&nbsp;<span class=\"internal-link\">Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h3 id=\"anker_DerdeutscheChinaboomvor2\"><span class=\"special\">Der deutsche Chinaboom vor 25 Jahren: B\u00fccher, Filme und Horizonte<\/span><\/h3>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang der achtziger Jahre begann in der<br \/> Bundesrepublik eine Chinabegeisterung, die das ganze Jahrzehnt anhielt.<br \/> Im Gegensatz zu fr\u00fcheren Jahren standen nun nicht mehr politische<br \/> Fragen im Vordergrund, sondern kulturelle und wirtschaftliche Themen.<br \/> \u00dcbersetzungen der modernen chinesischen Klassiker, Ausstellungen und<br \/> Festivals zeugten von der wiederentdeckten Faszination.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#2\"><strong><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span class=\"special\">Erz\u00e4hlen Sie mal &#8230;&nbsp; m<\/span><span class=\"internal-link\"><span class=\"kssattr-atfieldname-title kssattr-templateId-widgets\/string kssattr-macro-string-field-view\" id=\"parent-fieldname-title\">it Wang Huijuan<\/span><span class=\"kssattr-atfieldname-title kssattr-templateId-widgets\/string kssattr-macro-string-field-view\" id=\"parent-fieldname-title\"> (\u738b\u6167\u5a1f)<\/span><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Herbst 2009 kam die allseits beliebte<br \/> Wang Huijian an unser Institut nach Heidelberg. Im Interview mit<br \/> Fabienne Wallenwein berichtet sie von ihrer Liebe zu deutschem Brot und<br \/> ihren humorvollen Studenten aus der Sinologie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#3\"><strong><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h3 id=\"anker_SinologieprofessoreninCh\"><span class=\"special\">Sinologieprofessoren in China: Eine bemerkenswerte Reise vor \u00fcber 30 Jahren<\/span><\/h3>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1977 fand endlich statt, wonach<br \/> viele der Teilnehmer mehr als zwei Jahrzehnte hatten warten m\u00fcssen:<br \/> zw\u00f6lf deutsche Sinologieprofessoren fuhren nach China. Bereits seit 1972<br \/> konnten Studierende der Sinologie \u00fcber Stipendien des DAAD ein oder<br \/> zwei Jahre in der Volksrepublik studieren. So kannten viele Studenten<br \/> das Land besser als ihre Professoren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#4\"><strong><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Sprachkolumne: \u5b85 &#8211; zh\u00e1i <\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Begriff \u5b85 (zh\u00e1i) kommt urspr\u00fcnglich<br \/> aus dem Japanischen: \u5fa1\u5b85\u65cf, Otaku. Im Chinesischen hat er eine<br \/> bemerkenswerte Begriffswandlung vollzogen. He Xiangling beschreibt in<br \/> der vierten Folge ihrer Sprachkolumne, wie nett es sein kann als &#8222;Nerd&#8220;<br \/> bezeichnet zu werden.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#5\"><strong><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; <\/span><span class=\"internal-link\">Zum Artikel<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_KleinesWrterbuchs-sauer\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"special\">Kleines W\u00f6rterbuch s\u00fc\u00df-sauer<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Suche nach einer erfrischenden<br \/> Sommerlekt\u00fcre? Wie w\u00e4re es dann mit der angenehmen Art der \u201eLekt\u00fcre f\u00fcr<br \/> die Ohren\u201c, einem H\u00f6rbuch? Im Folgenden wollen wir zwei &#8211; bereits vor<br \/> einiger Zeit erschienene, sehr am\u00fcsante &#8211; Exemplare vorstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#6\"><strong><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"1\" name=\"1\"><span id=\"parent-fieldname-title\">In der Grenz\u00fcberschreitung: Ein Interview mit Uwe Kr\u00e4uter <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir Uwe Kr\u00e4uter treffen, kommt er<br \/> uns mit einem Schirm entgegen. Es hat den Tag \u00fcbergeregnet. So habe er<br \/> Heidelberg auch in Erinnerung, bemerkt er. Nur an jenem Tag, als er<br \/> Heidelberg Richtung Peking verlie\u00df, da sei es anders gewesen. Das war im<br \/> Juni 1974. Damals spazierte er bei strahlendem Sonnenschein durch die<br \/> Altstadt und warf letzte Blicke auf die Geb\u00e4ude, die f\u00fcr ihn Bedeutung<br \/> hatten: Das Haus, in dem er gewohnt hatte, das H\u00f6rsaalgeb\u00e4ude, das<br \/> Institut f\u00fcr Soziologie (damals an der Ecke<br \/> Hauptstra\u00dfe\/Universit\u00e4tsplatz gelegen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er sollte sie f\u00fcr lange Zeit nicht<br \/> wiedersehen. Mittlerweile lebt Uwe Kr\u00e4uter seit 37 Jahren in Peking.<br \/> Zuvor hatte er in Heidelberg Soziologie, Ethnologie und Psychologie<br \/> studiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"discreet\" style=\"text-align: justify;\">Photo&nbsp;(\u00a9 Uwe<br \/> Kr\u00e4uter): U. Kr\u00e4uter 1979 in schwieriger Zeit. Zum einen k\u00fcmmerte er<br \/> sich um seine Mutter, die als Patientin mit schwerer Krankheit nach<br \/> Peking gekommen war, w\u00e4hrend er selbst gegen Kr\u00e4fte k\u00e4mpfte, die ihn aus<br \/> dem Land haben wollten. Gleichzeitig initiierte er die<br \/> &#8222;Teehaus&#8220;-Europa-Tournee.&nbsp;<\/p>\n<p class=\"discreet\" style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem&nbsp;Newsletter<br \/> ver\u00f6ffentlichen wir den ersten Teil des Interviews, das wir von SHAN<br \/> e.V.&nbsp;(Lena Hessel, Helen H\u00fcbner, Hanni Truong und Dr. Thomas<br \/> Kampen)&nbsp;am 22. Juni 2011 mit Herrn Kr\u00e4uter gef\u00fchrt haben. Zu dieser<br \/> Zeit war er f\u00fcr einen Besuch in Deutschland und las u. a. im Rahmen der<br \/> Jubil\u00e4umsfeierlichkeiten der Universit\u00e4t Heidelberg aus seinen<br \/> Erinnerungen: <a class=\"internal-link\" href=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/newsletter\/2011\/shan-newsletter-juli-nr.-54\/literaturgespraech-uwe-kraeuters-grenzueberschreitungen\" title=\"Literaturgespr\u00e4ch: Uwe Kr\u00e4uters &quot;Grenz\u00fcberschreitungen&quot;\"> Literaturgespr\u00e4ch: Uwe Kr\u00e4uters &#8222;Grenz\u00fcberschreitungen&#8220;<\/a>.&nbsp;<\/p>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein Heidelberger \u201e68er\u201c macht sich auf den Weg nach China<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>SHAN: Wie kam es, dass Sie in Heidelberg studiert haben?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Uwe Kr\u00e4uter: Meine Familie wohnte in den<br \/> Jahren in Lorsch, bei Bensheim, 30 km n\u00f6rdlich von Heidelberg, im<br \/> Gebiet der Bergstra\u00dfe. In Heidelberg habe ich auch Abitur gemacht, am<br \/> Wirtschaftsgymnasium.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Und w\u00e4hrend des Studiums in Heidelberg haben Sie begonnen, sich f\u00fcr China zu interessieren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon lange vorher. Meine Eltern haben<br \/> sich f\u00fcr exotische L\u00e4nder interessiert. Als 10-j\u00e4hriger bl\u00e4tterte ich in<br \/> ihren Fotob\u00e4nden \u00fcber Afrika und Asien. Wir hatten solche B\u00e4nde auch<br \/> \u00fcber China.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4ter kam dann hinzu, was f\u00fcr einen<br \/> gro\u00dfen Teil meiner Generation pr\u00e4gend war, der Vietnamkrieg. Wir haben<br \/> jeden Tag in den Nachrichten die schrecklichen Bilder gesehen, das<br \/> Bombardieren von D\u00f6rfern, Menschen auf der Flucht, entlaubte W\u00e4lder.<br \/> China hat damals Vietnam gegen den Krieg Amerikas unterst\u00fctzt, der<br \/> Millionen Tote brachte. Das war bei vielen jungen Menschen in<br \/> Deutschland und anderswo ein urspr\u00fcnglicher Grund f\u00fcr die Sympathie f\u00fcr<br \/> China.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wollte gerne f\u00fcr drei bis vier<br \/> Monate nach China gehen, um das Land kennenzulernen. Der konkrete Anlass<br \/> war meine Doktorarbeit. Ich plante, meine Doktorarbeit \u00fcber China und<br \/> Indien zu schreiben, einen Vergleich \u00fcber die zwei verschiedenen Wege<br \/> zur Unabh\u00e4ngigkeit, den indischen Weg und den chinesischen Weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>War es denn damals nicht eigentlich sehr schwierig, nach China zu gehen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, das stimmt. Ich war auch sehr<br \/> \u00fcberrascht, als auf einmal dieser Anruf kam. Zwischen Weihnachten und<br \/> Silvester 1973. Ich war in S\u00fcdfrankreich, an der Cote d&#8217;Azur, in<br \/> Antibes. Das war mein h\u00e4ufiger Fluchtpunkt, zu dem ich mit Freunden,<br \/> wenn immer mal Feiertage waren, die 1.200 km in meinem 2CV<br \/> hinunterschaukelte&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Antibes&#8230; das h\u00f6rt sich aber nicht sehr&#8230; revolution\u00e4r an.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(<em>U.K. schmunzelt<\/em>) Ja, das ist Ihnen richtig aufgefallen. Ich wurde daf\u00fcr auch von einigen kritisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Weihnachten 1973 kam also pl\u00f6tzlich<br \/> dieser Anruf. Ob ich nach Peking kommen wolle. Ich k\u00f6nnte f\u00fcr zwei<br \/> Jahre in Chinas Verlag f\u00fcr die internationale Propaganda arbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Woher kam dieser Kontakt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber ein deutsch-schweizerisches<br \/> Ehepaar, das dort arbeitete und deren Vertrag ablief. Wir kannten uns,<br \/> wir waren Doktoranden bei dem gleichen Professor. Es stimmt, es war<br \/> nicht einfach, nach China zu gehen. Ich hatte es schon ein Jahr vorher<br \/> versucht. Von der chinesischen Botschaft in Bonn erhielt ich auf meine<br \/> Anfrage keine Antwort. 1972 war ich in Indien und dann in Kathmandu, in<br \/> Nepal. Ich dachte, vielleicht von dort aus, eben dem Nachbarland, nach<br \/> China reisen zu k\u00f6nnen.&nbsp; Aber in der chinesischen Botschaft sagte<br \/> man mir sehr direkt, Ausl\u00e4nder k\u00f6nnten jetzt nicht nach China, die Lage<br \/> im Land sei seit Lin Biaos Flucht, die mit dem Absturz seines Fliegers<br \/> endete, unsicher. Lin Biao war Mao Zedongs Stellvertreter und auch als<br \/> dessen Nachfolger vorgesehen gewesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Westen wusste man sehr wenig \u00fcber<br \/> China. Au\u00dfer Reiseb\u00fcchern \u00fcber Kurzaufenthalte, Ansichten von \u201eChina<br \/> Watchers\u201c und Propaganda aus China gab es wesentlich nichts, auf das man<br \/> sich st\u00fctzen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">China war weiter weg als der Mond. Ich<br \/> hatte doch etwas Angst. Zwei Jahre erschienen wie eine Ewigkeit, ich<br \/> wusste nicht, was mich erwartete. Aber ich sagte mir, du darfst keine<br \/> Angst haben. Ein unbekanntes Land \u00f6ffnete mir seine Tore, wie w\u00fcrde ich<br \/> nicht eintreten wollen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Flucht vor dem \u201eCabora-Bassa-Prozess\u201c?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Und es gab da ja auch noch Ihren Prozess&#8230;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Absicht, nach China zu gehen,<br \/> hatte mit dem Prozess nichts zu tun. Das wird zwar manchmal gesagt, es<br \/> stimmt aber nicht. Die Demonstration, um die es ging, fand bereits 1970<br \/> statt. Und das abschlie\u00dfende Urteil erging erst f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter, 1975.<br \/> Robert McNamara&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2026 der ehemalige amerikanische Verteidigungsminister&#8230;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">war 1970 zu einer Konferenz nach<br \/> Heidelberg gekommen. Er war Verteidigungsminister unter den<br \/> amerikanischen Pr\u00e4sidenten Kennedy und Johnson, bis 1968. 1970 war er<br \/> Pr\u00e4sident der Weltbank, und in dieser Eigenschaft sollte er eine<br \/> Konferenz \u00fcber Entwicklungshilfe leiten, die Sitzungen fanden im Hotel<br \/> \u201eEurop\u00e4ischer Hof\u201c statt. Wir dachten, das k\u00f6nnen wir nicht einfach so<br \/> zulassen, dass jemand, der eine solche Rolle im Vietnamkrieg gespielt<br \/> hat, hierher kommt. Ich war bei der Demonstration dabei, in der ersten<br \/> Reihe. Wir alle aus der ersten Reihe fanden uns im Prozess wieder, und<br \/> wurden verurteilt. Wir gingen in Berufung. Das Gericht verurteilte uns<br \/> erneut, nun allerdings nicht mehr auf Bew\u00e4hrung, sondern zu Gef\u00e4ngnis.<br \/> Das war im Juni 1974. Darauf ging die juristische Auseinandersetzung<br \/> weiter nach Karlsruhe. Die Einladung nach China hatte ich, wie gesagt,<br \/> bereits im Dezember des Vorjahrs angenommen. Mein China-Abenteuer wollte<br \/> ich f\u00fcr eine Gef\u00e4ngnisstrafe m\u00f6glichst nicht opfern. Wir f\u00fcrchteten uns<br \/> nicht vor dem Gef\u00e4ngnis, schlie\u00dflich wussten wir, dass wir uns f\u00fcr die<br \/> richtige Sache eingesetzt hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor dem Abflug fing ich allerdings an,<br \/> etwas nerv\u00f6s zu werden. In Frankfurt am Flughafen dachte ich, dass man<br \/> mich vielleicht festhalten wird. Aber das geschah nicht. Ich ging im<br \/> Juli 1974 nach China. Das Urteil aus Karlsruhe kam erst 1975, es<br \/> best\u00e4tigte das urspr\u00fcngliche Urteil. Die anderen sind ins Gef\u00e4ngnis<br \/> gegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Otto Schily hatte uns gut verteidigt,<br \/> sp\u00e4ter ebenso gut dann der Anwalt Eberhard Kempf. Von mir hatte man<br \/> behauptet \u2013 reine Erfindung \u2013 ich h\u00e4tte zwei Polizisten geschlagen. Es<br \/> fand sich aber kein Polizist, der best\u00e4tigen konnte, dass er von mir<br \/> geschlagen worden sei. Es gab nur einen, der sagte, er habe gesehen, wie<br \/> ich Polizisten geschlagen habe. Das gen\u00fcgte dem Gericht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>In China angekommen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Als Sie nach China gingen, konnten Sie kein Chinesisch?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein. In der Verlagsabteilung, f\u00fcr die ich als Lektor und Berater zust\u00e4ndig sein w\u00fcrde, sprachen alle Deutsch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie haben Ihre Freunde, wie hat Ihr Umfeld reagiert, als man h\u00f6rte, Sie wollten nach China gehen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ablehnend, doch, au\u00dfer einigen sehr pers\u00f6nlichen Freunden haben sie eher ablehnend reagiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auch die, mit denen Sie demonstriert haben?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja. Als die davon h\u00f6rten, schienen sie<br \/> mir sonderbarerweise f\u00fcr solchen Gedanken \u00fcberfordert. Aber ich habe<br \/> sp\u00e4ter aus China korrespondiert, also Artikel geschrieben. F\u00fcr diese<br \/> Korrespondenz war man dann doch dankbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Und mit Sinologen hatten Sie in Heidelberg gar keinen Kontakt, trotz des gemeinsamen Interesses an China?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Auffassungen \u00fcber China waren sehr unterschiedlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"discreet\" style=\"text-align: justify;\">Photo (\u00a9 Uwe Kr\u00e4uter):&nbsp;<\/p>\n<p class=\"discreet\" style=\"text-align: justify;\">Uwe Kr\u00e4uter, der Rebell, 1974&nbsp;zu Hause im Garten,&nbsp; unmittelbar vor der Abreise nach China<\/p>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was wussten Sie damals \u00fcber die Lage in China? Das Land befand sich noch mitten in der Kulturrevolution.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die tats\u00e4chliche Lage in den<br \/> St\u00e4dten und D\u00f6rfern wussten wir nichts. Wir glaubten, &nbsp;China hatte<br \/> seinen Weg gefunden, den wir meinten unterst\u00fctzen zu m\u00fcssen. Besonders<br \/> sch\u00e4tzten wir Chinas au\u00dfenpolitische Strategie angesichts der Lage<br \/> zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion, die die Welt am<br \/> Rand des Atomkriegs hielten. Dies, wie gesagt, vor allem auch vor dem<br \/> Hintergrund des nicht endenden Krieges in S\u00fcdostasien, der das Potenzial<br \/> hatte, den 3. Weltkrieg auszul\u00f6sen.&nbsp;Die sog. Kulturrevolution, von<br \/> deren wirklichen Schrecken wir nichts wussten, hatten wir \u2013<br \/> idealistisch und voller Vertrauen, wie wir waren \u2013 gr\u00fcndlich<br \/> missverstanden, war Maos Absicht mit der Kulturrevolution doch<br \/> ma\u00dfgeblich gewesen, sich seiner Widersacher zu entledigen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>War Deng Xiaoping damals \u00fcberhaupt ein Name, den Sie kannten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sicher. Deng Xiaoping war 1973 von Mao<br \/> Zedong aus der Verbannung in der Provinz zur\u00fcckgerufen worden, weil Mao<br \/> wusste, Deng war der Mann, das Land aus dem Chaos, in das die Radikalen<br \/> es man\u00f6vriert hatten, wieder herauszuholen. Deng hatte im April 1974<br \/> eine Rede vor der UN-Vollversammlung gehalten \u00fcber die<br \/> Drei-Welten-Theorie, die Mao entwickelt hatte. Diese Rede hatten wir in<br \/> Deutschland studiert, und sie war lange Zeit auch in China Thema.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sind Sie Chinas obersten F\u00fchrern jener Zeit pers\u00f6nlich begegnet?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja. Anl\u00e4sse waren Reden und Banketts,<br \/> oder sp\u00e4ter auch pers\u00f6nliche Interviews. So war ich bei einem Bankett am<br \/> 30. September 1974 zugegen, in der Gro\u00dfen Halle des Volkes, auf eine<br \/> Einladung, die von dem Ministerpr\u00e4sidenten Zhou Enlai unterzeichnet war,<br \/> und wo dieser eine Rede hielt zum 25. Jahrestag der Gr\u00fcndung der<br \/> Volksrepublik. Da war die gesamte komplizierte F\u00fchrungsriege pr\u00e4sent,<br \/> darunter Deng Xiaoping, drei der mit Zhou Enlai f\u00fcnf Vizevorsitzenden<br \/> der Partei, der alte Ye Jianying, der gef\u00fcrchtete Sicherheitschef Kang<br \/> Sheng, der Shanghaier Kulturrevolution\u00e4r Wang Hongwen, au\u00dferdem<br \/> Politbureaumitglied Zhu De, der Bauernf\u00fchrer Chen Yonggui aus dem Dorf<br \/> Dazhai, auch Maos Frau Jiang Qing, die zwei Jahre sp\u00e4ter als Mitglied<br \/> der Viererbande verhaftet wurde. Mao selber erschien aus<br \/> gesundheitlichen Gr\u00fcnden zu solchen Anl\u00e4ssen nicht mehr, aber (<em>U.K. lacht<\/em>) sein Abbild hing an der Frontseite des Saals.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Neben jungen Menschen wie Ihnen,<br \/> die, wie es hie\u00df, China als \u201eForeign Experts\u201c beim Aufbau halfen, sind<br \/> im Westen auch Namen von Ausl\u00e4ndern bekannt geworden, die zu der Zeit<br \/> bereits seit Jahrzehnten im Land lebten. Haben Sie die kennengelernt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, mit manchen war ich eng befreundet. Die erste, die ich kennenlernte, war die \u00d6sterreicherin Ruth Weiss (<a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2006\/12\/01\/newsletter-dezember-2006-nr-6\/#3\">Vgl. SHAN-NL Nr. 6, Dezember 2006<\/a>).<br \/> Sie war 1933 nach China gekommen, wegen einer Liebesgeschichte, wie sie<br \/> mir gestand. Sie wollte dann mit jedem Schiff zur\u00fcck nach Europa,<br \/> schaffte es aber nie. Oh&#8230; Ruth&#8230; als ich in sehr gro\u00dfen<br \/> Schwierigkeiten war und das Land verlassen sollte, machte sie zu meiner<br \/> Unterst\u00fctzung bei einer Zusammenkunft mit dem Vizeministerpr\u00e4sidenten<br \/> Wang Zhen eine mutige Aktion, wobei ihr spontan der Amerikaner Sidney<br \/> Rittenberg, der seit den 40er Jahren in China war, zur Seite sprang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein bester Freund war Richard Frey, der<br \/> als 19-j\u00e4hriger Jude und Kommunist von Wien nach China geflohen war und<br \/> sich dort der Revolution anschloss. Er wohnte in einem romantischen<br \/> Pekinger Wohnhof, wo wir regelm\u00e4\u00dfig zusammensa\u00dfen und er sich<br \/> anstrengte, mir Chinas Revolution und Politik und Geschichte zu<br \/> erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann die Engl\u00e4nderin, Missionarstochter<br \/> und \u00dcbersetzerin Gladys Yang, die mit dem herausragenden \u00dcbersetzer Yang<br \/> Xianyi verheiratet war und im Verlag wohnte. Wir trafen uns bei ihnen<br \/> im Wohnzimmer und diskutierten, kein Thema war tabu, und tranken und<br \/> tanzten und fanden kein Ende. Eine ber\u00fchmte Deutsche war die Fotografin<br \/> Eva Sandberg (Eva Xiao). Wie das Ehepaar Yang waren auch Eva Sandberg<br \/> und ihr Mann, der Dichter Xiao San (Emi Xiao), in der Kulturrevolution<br \/> lange Jahre inhaftiert (<a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2011\/06\/01\/newsletter-juni-2011-nr-53\/#5\">Vgl. SHAN-NL Nr. 53, Juni 2011<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und es gab die drei unzertrennlichen<br \/> Freunde, den Deutschen j\u00fcdischer Herkunft, Hans Kurt M\u00fcller,<br \/> Vizedirektor der Pekinger Medizinischen Hochschule, den amerikanischer<br \/> Arzt libanesischer Herkunft, George Hatem (Ma Haide), und den alten<br \/> neuseel\u00e4ndischen Schriftsteller Rewi Alley, der in der ehemaligen<br \/> italienischen Botschaft wohnte. Eine besondere Pers\u00f6nlichkeit war auch<br \/> der Engl\u00e4nder David Crook, mit Frau Isabel, der, bevor er nach China<br \/> kam, in den Internationalen Brigaden im Spanischen B\u00fcrgerkrieg gek\u00e4mpft<br \/> hatte. Dann der Pole Israel Epstein, der seit Kindheit in China lebte<br \/> und sp\u00e4ter als Journalist und in der Verlagsleitung arbeitete, und auch<br \/> der amerikanische \u00dcbersetzer und Autor Sidney Shapiro&#8230; die Reihe hier<br \/> ist unvollst\u00e4ndig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Untereinander hatten manche von ihnen<br \/> einige Probleme, hervorgerufen letztlich durch die komplizierten<br \/> politischen Entwicklungen, durch die sie sich jeder auf seine Weise<br \/> durchk\u00e4mpfte. Insgesamt waren das alles sehr starke Charaktere, die von<br \/> ihrem Vertrauen in die Zukunft des Landes nicht ablie\u00dfen. Dass sie in<br \/> ihren eigenen L\u00e4ndern als <em>persona non grata<\/em> galten, k\u00fcmmerte sie wenig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Isabel Crook, Sid Shapiro und Sidney<br \/> Rittenberg sind die letzten \u00dcberlebenden. Rittenberg ist nach Amerika<br \/> zur\u00fcckgekehrt, kommt aber jedes Jahr f\u00fcr einige Monate als Gesch\u00e4ftsmann<br \/> nach Peking.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vom \u201eRevolution\u00e4r\u201c zum Mittler zwischen den Kulturen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<strong>Wann sind Sie zum ersten Mal nach Deutschland zur\u00fcckgekehrt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das war 1980. Ich war sechs Jahre nicht<br \/> in Deutschland gewesen. Meine Eltern hatten mich in Peking besucht, und<br \/> wir hatten uns auch einmal (<em>lacht<\/em>) ganz klandestin in<br \/> Frankreich getroffen. Und nun kam ich mit dem Drama \u201eDas Teehaus\u201c und<br \/> achtzig Mitgliedern des Pekinger Volkskunsttheaters erstmals wieder in<br \/> mein Land. Es war ein gro\u00dfes, spannendes Ereignis f\u00fcr das Theater, denn<br \/> erstmals in der Geschichte, dass ein&nbsp;chinesisches Dramaensemble im<br \/> Ausland auftreten w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"discreet\" style=\"text-align: justify;\">Photo (\u00a9 Uwe Kr\u00e4uter):&nbsp;<\/p>\n<p class=\"discreet\" style=\"text-align: justify;\">Mit dem Dramatiker Cao<br \/> Yu, dem Deutschen Botschafter Dr. Guenther Schoedel, Hu Jieqing<br \/> (Malerin, Witwe des &nbsp;&#8222;Teehaus&#8220;-Autors Lao She).<\/p>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das St\u00fcck war 1957 von dem Autor Lao She<br \/> verfasst worden. Es treibt einen innerhalb von drei Stunden und drei<br \/> Akten durch f\u00fcnf Jahrzehnte menschlichen und gesellschaftlichen Lebens.<br \/> Die haupts\u00e4chlichen Personen \u2013 die Besucher eines Teehauses und der Wirt<br \/> \u2013 sind im ersten Akt etwas \u00fcber zwanzig, im zweiten Mitte vierzig, und<br \/> im dritten \u00fcber siebzig. Die inzwischen Verstorbenen oder Exekutierten<br \/> tauchen im letzten Akt als ihre S\u00f6hne wieder auf, mit noch gr\u00f6\u00dferen<br \/> Lastern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Grundidee des Autors, das Leben<br \/> von Generationen in eine abendliche Theaterauff\u00fchrung zu konzentrieren,<br \/> ist so grandios, dass auch f\u00fcr einen westlichen Zuschauer die<br \/> Unterschiede zwischen West und Ost und alle Gedanken von Exotik<br \/> verschwimmen, und stattdessen das die Menschen in ihrem<br \/> Lebens-Auf-und-Ab Einende z\u00e4hlt. Also trat ich auf mit der Idee, dieses<br \/> St\u00fcck m\u00fcssen wir nach Deutschland und Europa bringen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie f\u00fcr mich China einst weiter entfernt<br \/> war als der Mond, so war f\u00fcr die Chinesen Europa ein unerreichbarer<br \/> Planet. Sie sagten zu mir: Du tr\u00e4umst! Aber einer \u2013 der Schauspieler,<br \/> Regisseur und sp\u00e4tere Vizekulturminister Ying Ruocheng \u2013 sagte: Nur \u00fcber<br \/> Tr\u00e4ume k\u00f6nnen wir Neues und Unglaubliches schaffen! Zusammen mit dem<br \/> mutigen Mannheimer Nationaltheater schafften wir die Realisierung des<br \/> Traums. \u201eDas Teehaus\u201c zog triumphal durch vierzehn deutsche St\u00e4dte.<br \/> Wobei ich die fantastische Aufgabe hatte, s\u00e4mtliche \u00fcber siebzig Rollen<br \/> simultan \u00fcber Kopfh\u00f6rer zu dolmetschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Entschuldigung, und Ihre Haftstrafe?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer wenn ich von etwas begeistert bin,<br \/> richte ich alle Gedanken auf das Gelingen, und hier kam es darauf an,<br \/> die Welten einander n\u00e4herzubringen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sie w\u00e4ren nach Deutschland gefahren, auch auf das Risiko hin, dass Sie hier sofort festgenommen werden w\u00fcrden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es stellte sich irgendwann heraus, dass<br \/> ich mir keine Sorgen zu machen brauchte.&nbsp;Seit ich in China war, kam<br \/> jedes Jahr ein Polizist zu meinen Eltern nach Hause. Meine Eltern<br \/> wurden dann gefragt, ob sie w\u00fcssten, wo ich sei, und wann ich vorh\u00e4tte<br \/> zur\u00fcckzukommen. Meine Eltern kannten den Polizisten, sie waren in<br \/> demselben Hundeverein. In dem Jahr sagte er ihnen im Vertrauen, dass die<br \/> Staatsanwaltschaft vor der Wahl stehe, die Strafverfolgung einzustellen<br \/> oder zu verl\u00e4ngern. Tats\u00e4chlich trat wenige Monate vor der Tournee<br \/> Strafverj\u00e4hrung ein.<\/p>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"discreet\" style=\"text-align: justify;\">Photo (\u00a9 Uwe Kr\u00e4uter):&nbsp;<\/p>\n<p class=\"discreet\" style=\"text-align: justify;\">U. Kr\u00e4uters&nbsp; Mutter wurde als Patientin in einer Klinik in Shanghai untersucht.&nbsp;<\/p>\n<p class=\"discreet\" style=\"text-align: justify;\">(koloriertes Photo)<\/p>\n<p class=\"discreet\" style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"discreet\" style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie sind Sie von der Arbeit im Verlag in den Kultur-Austausch gekommen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war die fr\u00fche Phase nach dem Ende der Kulturrevolution. Die Politik schien zu wissen, was sie <em>nicht<\/em><br \/> wollte. Aber wohin wollte man? Was war genau das Ziel? Dar\u00fcber<br \/> herrschte Unklarheit. &nbsp;Eins war sicher: die Menschen sehnten sich<br \/> nach Austausch und Verbindung mit dem Westen. Es lie\u00df sich viel Neues in<br \/> Angriff nehmen. Als Antwort auf die chinesische Tournee holten wir zwei<br \/> Jahre darauf das Mannheimer Nationaltheater nach China. Das St\u00fcck, das<br \/> wir ausgesucht hatten, war \u201eDer Bockerer\u201c, von Ulrich Becher und Peter<br \/> Preses, ein wahrhaft ungew\u00f6hnliches antifaschistisches St\u00fcck mit<br \/> Wahnsinnshumor. Die Hauptfigur ist ein Wiener Fleischhauer, eben der<br \/> \u201eBockerer\u201c. Das St\u00fcck spielt zur Zeit der Nazibesatzung in Wien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber Goethe-Institut und Ausw\u00e4rtiges Amt waren dagegen. Sie sagten tats\u00e4chlich, \u201eDer Bockerer\u201c sei \u201e<em>nicht exportf\u00e4hig<\/em>\u201c.<br \/> Warum? Man wollte kein St\u00fcck, das diesen Teil der deutschen Geschichte<br \/> thematisiert. Man schlug den \u201eZerbrochenen Krug\u201c vor, und h\u00e4tte auch den<br \/> \u201eHauptmann von K\u00f6penick\u201c erlaubt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mannheim wollte unbedingt den \u201eBockerer\u201c<br \/> schicken, und lie\u00df sich emp\u00f6rt auf nichts anderes ein. Ebenso wollten<br \/> die Chinesen gerade den \u201eBockerer\u201c. Das hatte Grund. China&nbsp; war mit<br \/> seiner Vergangenheitsbew\u00e4ltigung befasst, n\u00e4mlich der Bew\u00e4ltigung der<br \/> Kulturrevolution. Der \u201eBockerer\u201c passte da genau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie das?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war noch nicht m\u00f6glich, die<br \/> Kulturrevolution auf die B\u00fchne zu bringen. Aber die Bilder aus dem<br \/> \u201eBockerer\u201c lieferten \u00e4u\u00dferlich die richtigen Parallelen! Das Wesen der<br \/> Kulturrevolution lie\u00df sich mittels unseres St\u00fccks thematisieren! Und so<br \/> hielten das Mannheimer Nationaltheater, das Pekinger Volkskunsttheater<br \/> und ich standhaft am \u201eBockerer\u201c fest. Unsere Seite hatte gegen\u00fcber der<br \/> deutschen Botschaft den taktischen Vorteil zeitlicher Flexibilit\u00e4t, denn<br \/> ich stand<em>telefonisch<\/em> mit Mannheim in Verbindung, w\u00e4hrend die<br \/> Diplomatenpost immer nur donnerstags kam. Am Ende ging es nicht anders,<br \/> und Bonn musste dem \u201eBockerer\u201c zustimmen, denn schlie\u00dflich z\u00e4hlte auch<br \/> der Wunsch des Gastgebers.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Tournee in Peking und Shanghai wurde ein <em>beispielloser<\/em><br \/> Erfolg, es riss die Leute w\u00e4hrend der Auff\u00fchrungen vom Sitz, sie<br \/> umarmten sich, sie weinten ebenso wie sie jubelten, immer wieder<br \/> Beifall! \u201eDer Bockerer\u201c wurde mehrfach im chinesischen Fernsehen<br \/> \u00fcbertragen und hatte insgesamt unvergleichbar mehr Zuschauer in China<br \/> als er in Deutschland je haben w\u00fcrde! Ein hoher chinesischer<br \/> Verantwortlicher sagte, w\u00f6rtlich: Alle, die an diesem Projekt beteiligt<br \/> waren, h\u00e4tten einen Preis verdient, und der politische Erfolg, den<br \/> Deutschland mit dieser Auff\u00fchrung in China hat, sei vielleicht noch<br \/> gr\u00f6\u00dfer als der k\u00fcnstlerische!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine bemerkenswerte &nbsp;Geschichte&#8230; Wir gratulieren!&#8230;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2007, also 25 Jahre sp\u00e4ter, brachte das<br \/> Volkskunsttheater den \u201eBockerer\u201c erneut auf die B\u00fchne, mit den eigenen<br \/> Schauspielern \u2013 und unter st\u00fcrmischem Beifall!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"discreet\" style=\"text-align: justify;\">Photos (\u00a9 Uwe Kr\u00e4uter): &nbsp;<\/p>\n<p class=\"discreet\" style=\"text-align: justify;\">Die \u00dcbersetzer Shi<br \/> Yansheng und Hu Shiguang &nbsp;(von links), die U. Kr\u00e4uter bei der<br \/> Abfassung und Zusammenstellung seines Buchs \u00fcber Verlauf und Ergebnisse<br \/> der Europatournee von &#8222;Teehaus&#8220; geholfen hatten. Das Buch war damals<br \/> (1982) gerade herausgekommen, er h\u00e4lt es auf dem Photo in der Hand. Es<br \/> hei\u00dft: dongfeng wutaisheng de qiji &#8211; chaguan zai xi ou (1982).&nbsp;<\/p>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie haben Sie es konkret<br \/> geschafft, die Br\u00fccke zu schlagen, von der Arbeit im Verlag zu den<br \/> Kulturaustauschaktivit\u00e4ten? Woher kannten Sie die Menschen, mit denen<br \/> Sie etwa Theaterprojekte auf die Beine gestellt hab<\/strong><strong>en? Sie haben sp\u00e4ter auch Ihren ersten Film gemeinsam gedreht, nicht wahr?,<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, wir haben auch eine chinesische<br \/> Filmretrospektive in die Wege geleitet, und zusammen die erste gro\u00dfe<br \/> Einzelausstellung des Malers Huang Yongyu in Deutschland. \u2013 1976 war die<br \/> Kulturrevolution zu Ende.&nbsp; Sehr bald ergab es sich, dass ich neue<br \/> Bekanntschaften machte: Maler, Regisseure, Schauspieler, Dirigenten,<br \/> Musiker, Schriftsteller, Operns\u00e4nger. Das waren in China namhafte Leute,<br \/> z.T. legend\u00e4r, die ein Jahrzehnt, manche sogar zwei Jahrzehnte, auf dem<br \/> Land hatten zubringen m\u00fcssen, auch im Gef\u00e4ngnis, oder sich nicht mehr<br \/> in die \u00d6ffentlichkeit gewagt hatten. Ich war fasziniert, sie<br \/> kennenzulernen. Wir Ausl\u00e4nder hatten nichts gewusst von der Existenz all<br \/> dieser Kunst, die da pl\u00f6tzlich ans Tageslicht kam. Die chinesischen<br \/> K\u00fcnstler hatten Unglaubliches zu erz\u00e4hlen, sie brachten Spontaneit\u00e4t,<br \/> sie redeten auf v\u00f6llig neue und verbotene Art \u00fcber Gesellschaft, Kunst<br \/> und Politik. W\u00e4hrend man in der Bev\u00f6lkerung noch \u00fcber Richtig und Falsch<br \/> in der Kulturrevolution debattierte, sagten diese Leute schon, Mao<br \/> h\u00e4tte 1956\/57 abtreten sollen, dann w\u00e4re er ein gro\u00dfer Mann geblieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich suchte den Kontakt mit ihnen, sie<br \/> waren umgekehrt interessiert an dem westlichen Ausl\u00e4nder, sie hatten<br \/> vorher, wenn \u00fcberhaupt, nur Osteurop\u00e4er und Russen kennengelernt, und es<br \/> machte ihnen Spa\u00df, mich ihren Freunden vorzustellen. Wir entwickelten<br \/> sehr enge Freundschaften. Als ich sp\u00e4ter in gro\u00dfen Problemen war und<br \/> gegen schlimme Ger\u00fcchte anzuk\u00e4mpfen hatte, w\u00fcrden sie, die selber<br \/> gelitten hatten, mir allesamt beistehen. Diese Erfahrungen und<br \/> Freundschaften regten mich sp\u00e4ter an zu meinem ersten Film \u201eMeine<br \/> Pekinger K\u00fcnstlerfreunde\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dennoch sind Sie in Ihrer urspr\u00fcnglichen Arbeitsorganisation geblieben?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manchen Ebenen gefielen meine<br \/> Verbindungen zu den K\u00fcnstlern nicht. Das wurde bald klar. Es war der<br \/> Widerspruch zwischen neuem und altem Denken, auch zwischen den<br \/> Fraktionen, und \u00fcberhaupt herrschte Unsicherheit in den K\u00f6pfen, wie<br \/> unter den neuen Bedingungen mit den Ausl\u00e4ndern umzugehen war. Ich galt<br \/> pl\u00f6tzlich als \u201eunkontrollierbar\u201c. Freunde h\u00f6rten in den Jahren<br \/> zeitweilig auch, ich sei ein \u201eKultur-Spion\u201c. Was ist ein \u201eKultur-Spion\u201c?<br \/> Es war ein ziemlicher Schock. Mein Vertrag sollte nicht verl\u00e4ngert<br \/> werden, ich sollte China verlassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich konnte da nicht mitmachen, denn ich<br \/> hatte dem Land mein bestes gegeben. Die Kollegen \u00e4u\u00dferten Unverst\u00e4ndnis<br \/> und setzten sich f\u00fcr mich ein, K\u00fcnstler ebenso wie Pers\u00f6nlichkeiten<br \/> h\u00f6herer Ebenen, auch im Ministerrang, wandten sich an vorgesetzte und<br \/> oberste Regierungsstellen. Ich selber schrieb seitenlange Telegramme<br \/> nach ganz oben. Die Auseinandersetzungen dauerten fast ein Jahr, 1979 &#8211;<br \/> 1980. Aber zu keinem Moment fuehlte ich mich einsam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein pers\u00f6nliches Schreiben des<br \/> Generalsekret\u00e4rs der Kommunistischen Partei Chinas, Hu Yaobang, in<br \/> meiner Angelegenheit, in dem er Dankbarkeit f\u00fcr meine Arbeit ausdr\u00fcckte,<br \/> und das mir in einer gro\u00dfen Sitzung vorgelesen wurde, brachte die<br \/> Wende, denn er w\u00fcnschte, dass die Angelegenheit beigelegt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(<em>U.K. zwinkert mit den Augen<\/em>) Es war alles etwas komplizierter, aber lassen wir es jetzt so stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Im n\u00e4chsten Newsletter wird der<br \/> zweite Teil des Interviews folgen, in dem u.a.&nbsp;die spannende<br \/> Geschichte dieser rotblonden Eule, gemalt von Huang Yongyu, erz\u00e4hlt<br \/> wird.&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"discreet\" style=\"text-align: justify;\">Photo&nbsp;(\u00a9 Uwe&nbsp;Kr\u00e4uter)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"2\" name=\"2\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Der deutsche Chinaboom vor 25 Jahren: B\u00fccher, Filme und Horizonte <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang der achtziger Jahre begann in der<br \/> Bundesrepublik eine Chinabegeisterung, die das ganze Jahrzehnt anhielt.<br \/> Im Gegensatz zu fr\u00fcheren Jahren standen nun nicht mehr politische<br \/> Fragen (wie Kulturrevolution, Maoismus und Vietnamkrieg) im Vordergrund,<br \/> sondern kulturelle und wirtschaftliche Themen. Zu dieser Zeit begann<br \/> auch der (nicht-politische) Chinatourismus.<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">Gleichzeitig<br \/> schickten deutsche Medien immer mehr Korrespondenten nach China. Die<br \/> Zahl der Sinologieprofessuren und Student(inn)en stieg, der<br \/> Stipendiatenaustausch des DAAD mit China wurde stark erweitert. (<a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2007\/12\/01\/newsletter-dezember-2007-nr-17\/#5\">SHAN-NL Nr. 17, Dezember 2007<\/a>)<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend man fr\u00fcher<br \/> in der BRD nur in kleinen Studentenkinos chinesische Revolutionsfilme<br \/> sehen konnte, tauchten nun Spielfilme von Chen Kaige und Zhang Yimou in<br \/> regul\u00e4ren Lichtspielh\u00e4usern auf; hierzu geh\u00f6rten Gelbe Erde, Rotes<br \/> Kornfeld, Rote Laterne und K\u00f6nig der Kinder, die sp\u00e4ter sogar im<br \/> Fernsehen&nbsp; gezeigt wurden.<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">Deutsche Verlage<br \/> publizierten zun\u00e4chst \u00dcbersetzungen der modernen Klassiker&nbsp; (Ba<br \/> Jin, Lao She, Lu Xun und Mao Dun), dann begann der Boom der<br \/> Frauenliteratur mit Ding Ling, Ru Zhijuan, Wang Anyi, Zhang Jie und<br \/> Zhang Kangkang. Die Verlage Diederichs, Insel und Suhrkamp waren damals<br \/> besonders aktiv. Die Literaturzeitschrift \u201edie horen\u201c ver\u00f6ffentlichte<br \/> mehrere Themenb\u00e4nde zu China&nbsp;(Nr.138, 155 und 156). Die Zeitschrift<br \/> f\u00fcr Kulturaustausch druckte 1986 ein Chinaheft mit dem Titel<br \/> Wechselseitige Bilder.<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">(<a class=\"ulink\" href=\"http:\/\/www.buchfreund.de\/Wechselseitige-Bilder-Das-Eigene-im-Fremden-Chinesen-ueber-Deutsche-Deutsche-ueber-Chinesen-Mit-vielen-Beitraegen-von-Fachautoren-Rehs-Michael-Institut-fuer-Auslandsbeziehungen-Stuttgart-Hrsg,44668904-buch\" target=\"_blank\" title=\"http:\/\/www.buchfreund.de\/Wechselseitige-Bilder-Das-Eigene-im-Fremden-Chinesen-ueber-Deutsche-Deutsche-ueber-Chinesen-Mit-vielen-Beitraegen-von-Fachautoren-Rehs-Michael-Institut-fuer-Auslandsbeziehungen-Stuttgart-Hrsg,44668904-buch\">http:\/\/<br \/> www.buchfreund.de\/Wechselseitige-Bilder-Das-Eigene-im-Fremden-Chinesen-<br \/> ueber-Deutsche-Deutsche-ueber-Chinesen-Mit-vielen-Beitraegen-von-<br \/> Fachautoren-Rehs-Michael-Institut-fuer-Auslandsbeziehungen-Stuttgart-<br \/> Hrsg,44668904-buch<\/a>)&nbsp;<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">Neu entstanden damals die Chinabl\u00e4tter und Hefte f\u00fcr ostasiatische Literatur (<a class=\"ulink\" href=\"http:\/\/www.iudicium.de\/katalog\/Register_HOL_01-20.pdf\" target=\"_blank\" title=\"http:\/\/www.iudicium.de\/katalog\/Register_HOL_01-20.pdf\">http:\/\/www.iudicium.de\/katalog\/Register_HOL_01-20.pdf<\/a>) und, etwas sp\u00e4ter, minima sinica&nbsp; und Orientierungen.<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">Die wichtigsten<br \/> Herausgeber und \u00dcbersetzer waren Wolfgang Kubin (Berlin\/Bonn), Helmut<br \/> Martin (Bochum) und Rudolf Wagner (Berlin\/Heidelberg) und die von ihnen<br \/> betreuten Magistranden und Doktoranden.<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">Der H\u00f6hepunkt des<br \/> kulturellen Austauschs war im Sommer 1985 das Horizonte-Festival in<br \/> Berlin, an dem unter anderem Bei Dao, Huang Zongying, Kong Jiesheng,<br \/> Wang Meng, Zhang Jie und Zhang Kangkang teilnahmen. In diesem Jahr<br \/> fanden auch die gro\u00dfen Ausstellungen Europa und die Kaiser von China und<br \/> Palastmuseum Peking. Sch\u00e4tze aus der verbotenen Stadt im Westen Berlins<br \/> statt zu denen umfangreiche Kataloge publiziert wurden. In einem<br \/> Spiegel-Bericht vom 6.5.1985, in dem auch der \u201eHeidelberger<br \/> Ostasien-Spezialist Lothar Ledderose\u201c zitiert wird, heisst es: Im<br \/> Martin-Gropius-Bau erlauben die &#8222;Sch\u00e4tze aus der Verbotenen Stadt&#8220; von<br \/> Sonntag an authentische Einblicke ins Kunst-Reich der Mitte. Eine<br \/> Parallel-Schau im selben Haus zeigt mit Leihgaben westlicher Museen, wie<br \/> vielf\u00e4ltige Kontakte &#8222;Europa und die Kaiser von China&#8220; schon seit dem<br \/> 13. Jahrhundert pflegten.&nbsp; (Ostberlin und die DDR waren an den<br \/> damaligen Aktivit\u00e4ten nicht beteiligt, die Beziehungen zur VR China<br \/> verbesserten sich erst 1987-88.)<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">Die kulturelle (und<br \/> politische) Entwicklung in China und der Austausch mit Deutschland (und<br \/> Europa) verliefen jedoch nicht geradlinig oder problemlos. Vor dem Boom<br \/> war schon 1979 die Demokratiebewegung beendet worden und viele<br \/> Aktivisten (wie Wei Jingsheng und Xu Wenli) sa\u00dfen in den achtziger<br \/> Jahren noch im Gef\u00e4ngnis. (<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2011\/04\/01\/newsletter-april-2011-nr-51\/#2\" title=\"China im April - vor 35 Jahren\">China im April &#8211; vor 35 Jahren<\/a>)<br \/> Kurz vor dem Horizonte-Festival hatte die Kampagne gegen \u201egeistige<br \/> Verschmutzung\u201c stattgefunden. In den sp\u00e4ten achtziger Jahren folgte die<br \/> Kampagne gegen die \u201eb\u00fcrgerliche Liberalisierung\u201c in der der Journalist<br \/> Liu Binyan und der Literaturkritiker Wang Ruowang angegriffen wurden.<br \/> 1987 war auch der relativ aufgeschlossene KP-Generalsekret\u00e4r Hu Yaobang<br \/> zum R\u00fccktritt gezwungen worden. (<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2011\/07\/01\/newsletter-juli-2011-nr-54\/#3\" title=\"China vor 25 Jahren: Liu Binyan und die Kampagne gegen \u201eb\u00fcrgerliche Liberalisierung\u201c\">China vor 25 Jahren: Liu Binyan und die Kampagne gegen \u201eb\u00fcrgerliche Liberalisierung\u201c<\/a>)<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">1989 wurde der<br \/> kulturelle Boom dann beendet, die Politik stand wieder im Vordergrund.<br \/> Der chinesische Buchmarkt wurde immer kommerzieller, auch das Niveau der<br \/> Filme sank. Die deutschen Medien besch\u00e4ftigten sich in den neunziger<br \/> Jahren vor allem mit Osteuropa.<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">Literatur:<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">V. Kl\u00f6psch: Hoffnung auf Fr\u00fchling, Frankfurt, 1980.<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">W. Kubin: Hundert Blumen, Frankfurt, 1980.<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">Ba Jin: Familie, Berlin, 1980.<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">Lao She: Blick Westw\u00e4rts nach Changan, M\u00fcnchen, 1983.<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">R. G. Wagner (Hg.): Literatur und Politik in der VR China, Frankfurt, 1983.<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">W. Kubin: Nachrichten aus der Hauptstadt der Sonne, Frankfurt, 1985.<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">L. Ledderose: Palastmuseum Peking, Frankfurt, 1985.<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">Wang Meng: Kleines Gerede, K\u00f6ln, 1985.<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">Zhang Jie: Schwere Fl\u00fcgel, M\u00fcnchen, 1986.<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">Zhang Xinxin, Sang Ye: Pekingmenschen, K\u00f6ln, 1987.<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">DAAD: Abenteuer China, Bonn, 2009.<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"dno649243b8\" style=\"text-align: justify;\">Dr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"3\" name=\"3\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Erz\u00e4hlen Sie mal &#8230; mit Wang Huijuan (\u738b\u6167\u5a1f) <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>SHAN: Wann sind Sie zum ersten Mal nach Deutschland gekommen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wang Huijuan: Das war am 03. Oktober<br \/> 2008, ich wei\u00df das noch so genau,&nbsp;weil ich da eine Freundin in<br \/> M\u00fcnchen besucht habe und wir&nbsp; zusammen zum Oktoberfest gegangen<br \/> sind. Diese Freundin&nbsp; war damals schon Sprachlehrerin am Institut<br \/> f\u00fcr Sinologie in&nbsp; Heidelberg gewesen. Leider konnte ich damals nur<br \/> f\u00fcr etwa&nbsp; einen Monat bleiben und musste Deutschland am 24.<br \/> Oktober&nbsp; schon wieder verlassen. Aber es hat mir wirklich gut<br \/> gefallen und ich habe mir \u00fcberlegt, wenn sich eine M\u00f6glichkeit bietet<br \/> wieder zur\u00fcckzukommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Und seit wann sind Sie als Sprachlehrerin bei uns am Institut f\u00fcr Sinologie in Heidelberg?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Institut f\u00fcr Sinologie bin ich seit<br \/> April 2009. Ich unterrichte dort haupts\u00e4chlich Sprachkurse, sowie<br \/> Taiwanesische Zeitungslekt\u00fcre, H\u00f6rverst\u00e4ndnis und Lishi Gushi (\u5386\u53f2\u6545\u4e8b).<br \/> Eigentlich sollte ich schon im M\u00e4rz diesen Jahres wieder zur\u00fcck nach<br \/> Taiwan gehen, aber auf Initiative von Frau Mittler hin ist es mir jetzt<br \/> m\u00f6glich, noch ein Semester hier in Heidelberg zu bleiben, wor\u00fcber ich<br \/> sehr froh bin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Haben Sie schon Deutsch gelernt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, ich habe schon mal einen Deutschkurs<br \/> im Max-Weber-Haus besucht, allerdings bin ich da oft nicht hingegangen.<br \/> Besonders im Winter, wenn es kalt war oder so \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nachdem Sie jetzt den direkten<br \/> Vergleich hatten, meinen Sie es gibt gro\u00dfe Unterschiede zwischen<br \/> chinesischen und deutschen Studierenden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, sie sind sehr unterschiedlich. Die<br \/> deutschen Studenten interessieren sich f\u00fcr viel mehr Dinge, auch<br \/> kultureller Art. Man f\u00fchlt sich den Studenten viel verbundener,<br \/> besonders nat\u00fcrlich auch den Studienanf\u00e4ngern aus dem Prop\u00e4deutikum, mit<br \/> denen man jeden Tag zusammen ist. Au\u00dferdem ist mir aufgefallen, dass<br \/> deutsche Studenten viel mehr Humor haben. In Taiwan war die Einstellung<br \/> eher folgenderma\u00dfen: Ich bezahle Geld daf\u00fcr, also unterrichten Sie bitte<br \/> m\u00f6glichst effizient.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wen und wo haben Sie vorher in Taiwan unterrichtet?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Taiwan habe ich an der Guoli Taiwan<br \/> Shifan Daxue (\u570b\u7acb\u81fa\u7063\u5e2b\u7bc4\u5927\u5b78, National Taiwan Normal University) unterrichtet.<br \/> Zu meinen Sch\u00fclern geh\u00f6rten sowohl Auslandsstudenten, als auch bereits<br \/> Berufst\u00e4tige, die erg\u00e4nzend in Taiwan Chinesisch lernen wollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was hat Ihnen hier in Deutschland am besten gefallen und was war eher nicht so gut?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles kommt mir sehr geordnet vor und<br \/> folgt immer einem bestimmten Prinzip, das finde ich gut, es ist<br \/> irgendwie beruhigend. Au\u00dferdem ist das Klima viel ausgeglichener, ich<br \/> finde das Wetter hier sehr angenehm. Es wird im Sommer nicht so hei\u00df wie<br \/> in Taiwan. Aber manchmal fehlen mir nat\u00fcrlich meine Familie und meine<br \/> Freunde und ich denke, dass ich schon zu lange von ihnen getrennt bin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gibt es auch etwas, das Sie an Deutschland st\u00f6rt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieso trinken Deutsche so gerne Alkohol?<br \/> Am Anfang fand ich das ziemlich lustig, aber jetzt, wenn ich sehe wie<br \/> sich auch viele junge Leute betrinken, dann finde ich das eher<br \/> be\u00e4ngstigend. Vielleicht noch, dass sonntags alles geschlossen ist. Man<br \/> will schlie\u00dflich dann einkaufen gehen, wenn man Zeit dazu hat \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Und wie ist es mit dem Essen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe gar keine Probleme, schlie\u00dflich esse ich auch gerne Brot \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gibt es etwas, das Sie besonders vermissen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, wie gesagt, zum Beispiel die<br \/> \u201eNachtm\u00e4rkte\u201c in Taiwan fehlen mir manchmal. Andererseits ist es daf\u00fcr<br \/> nicht so belebt und man kann sehr ruhig leben. Am Tag geht man erst mal<br \/> arbeiten und abends kann man daf\u00fcr aber entspannen. Wenn man die<br \/> \u201eNachtm\u00e4rkte\u201c nach Deutschland verlegen w\u00fcrde, w\u00e4re das sehr komisch.<br \/> Die passen hier einfach nicht rein. Da ich wei\u00df, dass ich bald wieder<br \/> nach Taiwan zur\u00fcck gehe, genie\u00dfe ich lieber die Zeit hier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche Orte haben Sie in Europa denn schon besucht?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hm, die Frage w\u00e4re eher welche ich<br \/> nicht besucht habe. Ich war in England, Frankreich, Spanien, Holland,<br \/> Tschechien, der Schweiz und \u00d6sterreich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Und wo hat es Ihnen am besten gefallen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Deutschland nat\u00fcrlich, als ich hier<br \/> angekommen bin, habe ich mich gleich wie zuhause gef\u00fchlt. Aber<br \/> Gro\u00dfst\u00e4dte wie Berlin und M\u00fcnchen sind besser zum einkaufen, F\u00fcssen fand<br \/> ich ziemlich klein. Potsdam fand ich auch sehr sch\u00f6n und beim Schloss<br \/> Neuschwanstein war ich jetzt schon mindestens dreimal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was machen Sie hier so in Ihrer Freizeit?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich gehe gerne schwimmen oder in der<br \/> Altstadt spazieren. Nat\u00fcrlich treffe ich mich auch gerne mit Freunden,<br \/> aber am Anfang bin ich hier eher alleine unterwegs gewesen, weil man in<br \/> Taiwan auf jeden Fall immer zusammen etwas unternimmt. Aber mittlerweile<br \/> habe ich auch hier schon sehr viele deutsche Freunde und Freunde aus<br \/> anderen L\u00e4ndern gefunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gibt es noch etwas, das Sie zum Abschluss gerne sagen w\u00fcrden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, denn an meiner T\u00e4tigkeit hier im<br \/> Institut f\u00fcr Sinologie gef\u00e4llt mir vor allem, dass man sich selbst<br \/> einbringen kann. In Taiwan geht das nicht, da bekommt man ein Buch,<br \/> nachdem man sich genau richten muss. Besonders der Zeitungslekt\u00fcre-Kurs<br \/> und die Kurse des Prop\u00e4deutikums hier am Institut haben mir daher immer<br \/> sehr viel Spa\u00df gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fabienne Wallenwein<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Interview mit Wang Huijuan (\u738b\u6167\u5a1f) am 29.06.2011 &nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"4\" name=\"4\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Sinologieprofessoren in China \u2013 Eine bemerkenswerte Reise vor \u00fcber drei\u00dfig Jahren <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">1977 fuhren zw\u00f6lf deutsche<br \/> Sinologieprofessoren nach China. Dies war die erste Reise einer solchen<br \/> Gruppe in die Volksrepublik China und f\u00fcr die meisten Teilnehmer die<br \/> erste Chinareise \u00fcberhaupt. Da zwischen der BRD und der VR China nach<br \/> 1949 mehr als zwanzig Jahre keine diplomatischen Beziehungen bestanden<br \/> und da das Jahrzehnt davor (1939-49) auch f\u00fcr Chinareisen schlecht<br \/> geeignet war, hatten viele damalige Sinologen China nie gesehen. Seit<br \/> 1972 konnten allerdings Studierende der Sinologie \u00fcber den DAAD<br \/> Stipendien bekommen und ein oder zwei Jahre in der Volksrepublik<br \/> studieren. So kannten viele Studenten das Land besser als ihre<br \/> Professoren. (<a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2007\/12\/01\/newsletter-dezember-2007-nr-17\/#5\" target=\"_blank\" title=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/newsletter\/2007\/dezember\/das-erste-grosse-china-alumni-treffen-des-deutschen-akademischen-austauschdienstes-nach-35-jahren\">Vgl. SHAN-NL Nr 17, Dezember 2007<\/a>)<\/p>\n<p class=\"dnoc64c888e\" style=\"text-align: justify;\">Zu den Teilnehmern<br \/> geh\u00f6rten sehr unterschiedliche Wissenschaftler verschiedener<br \/> Altersgruppen. Herbert Franke (1914-2011) und Wolfgang Franke<br \/> (1912-2007), die nicht miteinander verwandt waren, geh\u00f6rten seit den<br \/> f\u00fcnfziger Jahren zu den bekanntesten deutschen Sinologen, Ende der<br \/> siebziger Jahre gingen sie schon in den Ruhestand. Lothar Ledderose war<br \/> etwa drei\u00dfig Jahre j\u00fcnger und wurde erst 1976 Professor. Wolfgang Bauer<br \/> (1930-1997), G\u00fcnther Debon (1921-2005) und Lothar Ledderose haben zu<br \/> verschiedenen Zeiten an der Universit\u00e4t Heidelberg gelehrt (<a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2007\/12\/01\/newsletter-dezember-2007-nr-17\/#4\" target=\"_blank\" title=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/newsletter\/2007\/dezember\/wolfgang-bauer-und-die-wiederbelebung-der-heidelberger-sinologie\">Vgl. SHAN-NL Nr. 17, Dezember 2007<\/a>),<br \/> Bauer und Ledderose hatten vorher schon Taiwan besucht. Martin Gimm,<br \/> Wolfgang Lippert, Hans Steininger (1920-1990)&nbsp; und Rolf Trauzettel<br \/> stammten aus dem Osten Deutschlands, waren aber erst im Westen<br \/> Professoren geworden.<\/p>\n<p class=\"dnoc64c888e\" style=\"text-align: justify;\">Wolfgang Franke, der<br \/> Sohn des Sinologieprofessors Otto Franke (1862-1946) war schon in den<br \/> drei\u00dfiger Jahren nach China gereist und hatte dort eine Chinesin<br \/> geheiratet, was damals sehr ungew\u00f6hnlich war. Er konnte wohl am besten<br \/> die Verh\u00e4ltnisse vor und nach der Gr\u00fcndung der Volksrepublik<br \/> vergleichen. Er schrieb in seinen Memoiren: \u201eKurz vor der Emeritierung<br \/> konnte ich im Mai\/Juni 1977 noch an einer weiteren recht interessanten<br \/> Chinareise teilnehmen. Schon seit l\u00e4ngerer Zeit hatte sich mein Kollege<br \/> Wolfgang Bauer, M\u00fcnchen, bem\u00fcht, von chinesischer Seite die Genehmigung<br \/> f\u00fcr eine l\u00e4ngere Gruppenreise von Sinologen und ostasiatischen<br \/> Kunstwissenschaftlern bundesdeutscher Universit\u00e4ten zu erhalten.\u201c<br \/> (S.179) [Zu den Kunstwissenschaftlern geh\u00f6rte neben Ledderose auch Roger<br \/> Goepper, die \u00fcbrigen Sinologen waren Erhard Rosner und Bodo Wiethoff.]<\/p>\n<p class=\"dnoc64c888e\" style=\"text-align: justify;\">Roger Goepper<br \/> schrieb (in dem Band \u201eFacies \u2013 Facetten\u201c): \u201eViele der Teilnehmer, vor<br \/> allem die aus der \u201aM\u00fcnchner Schule\u2018, der Bauer ja selbst entstammte,<br \/> hatten sich vornehmlich mit dem \u201aklassischen\u2018 China besch\u00e4ftigt und<br \/> aufgrund der politischen Verh\u00e4ltnisse bisher noch nie die Gelegenheit zu<br \/> einem Besuch des neben Taiwan auf dem Festland etablierten realen China<br \/> gehabt. [\u2026] Gleich am ersten Tag,wurde die Bei Da, die Universit\u00e4t von<br \/> Beijing, besucht, um den deutschen Professoren einen direkten<br \/> Einblick&nbsp;in das chinesische Ausbildungssystem zu gew\u00e4hren.\u201c (S.59).<\/p>\n<p class=\"dnoc64c888e\" style=\"text-align: justify;\">Lothar Ledderose<br \/> schrieb damals im Unispiegel (4\/77) der Universit\u00e4t Heidelberg: \u201eVom<br \/> 23.5.1977 bis zum 18.6.1977 unternahmen zw\u00f6lf China-Wissenschaftler von<br \/> neun deutschen Universit\u00e4ten eine Reise in die Volksrepublik China. [\u2026]<br \/> Die Reise begann in Peking und f\u00fchrte \u00fcber Sian, Loyang, Nanking<br \/> und&nbsp;Shanghai nach Kanton, von wo die Ausreise nach Hongkong<br \/> erfolgte. [\u2026] Besucht wurden u.a. arch\u00e4ologische Fundst\u00e4tten, vor allem<br \/> Kaisergr\u00e4ber, Museen, Schulen, Bibliotheken, Fabriken,<br \/> Kunsthandwerksbetriebe und eine Volkskommune. [\u2026] Es ist zu hoffen, da\u00df<br \/> dieser ersten Reise weitere Reisen von deutschen Spezialisten folgen<br \/> werden, die einem konkret umrissenen wissenschaftlichen Ziel dienen.\u201c<br \/> (S.6)<\/p>\n<p class=\"dnoc64c888e\" style=\"text-align: justify;\">Diese Hoffnung ist<br \/> in Erf\u00fcllung gegangen; die Professorenreise hatte f\u00fcr die deutsche<br \/> Sinologie eine gro\u00dfe Bedeutung und f\u00fchrte zu zahlreichen<br \/> Kooperationsprojekten in den achtziger Jahren. Au\u00dferdem konnten die<br \/> Sinologieprofessoren nun ihren Student(inn)en stolz berichten, da\u00df sie<br \/> schon einmal in China waren.<\/p>\n<p class=\"dnoc64c888e\" style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"dnoc64c888e\" style=\"text-align: justify;\">Literatur:<\/p>\n<p class=\"dnoc64c888e\" style=\"text-align: justify;\">Wolfgang Franke: Im Banne Chinas \u2013 Autobiographie eines Sinologen 1950-1998, Dortmund, 1999.<\/p>\n<p class=\"dnoc64c888e\" style=\"text-align: justify;\">Li-Yun Bauer-Hsieh: Facies \u2013 Facetten, In Memoriam Wolfgang Bauer (1930-1997), Taipei, 2000.<\/p>\n<p class=\"dnoc64c888e\" style=\"text-align: justify;\">DAAD: Abenteuer China, Bonn, 2009.<\/p>\n<p class=\"dnoc64c888e\" style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"dnoc64c888e\" style=\"text-align: justify;\">Dr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"5\" name=\"5\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Sprachkolumne: \u5b85 &#8211; zh\u00e1i <\/span><\/a><\/h2>\n<p class=\"documentDescription\" style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Verb: &#8222;zu Hause bleiben&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Adjektiv: &#8222;gerne zu Hause zu bleiben&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Begriff \u5b85 kommt urspr\u00fcnglich aus dem<br \/> Japanischen: \u5fa1\u5b85\u65cf, Otaku. Im japanischen Kontext sind die &#8222;Otaku&#8220; eine<br \/> Gruppe von Menschen, die man sich immer mit ACG, Animation, Comics und<br \/> Computerspielen zusammen vorstellt. Mit &#8222;Otaku&#8220; meinen die Japaner<br \/> insbesondere die Comic Fans, die Phantasie und Wirklichkeit als<br \/> gleichwertig einsch\u00e4tzen, oder auch der Meinung sind, dass die Phantasie<br \/> sogar noch wichtiger ist als die Realit\u00e4t. Inzwischen hat der Begriff<br \/> eine Erweiterung erfahren und wird \u00e4hnlich benutzt wie das englische<br \/> &#8222;Nerd&#8220; oder &#8222;Geek&#8220;.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Wort \u5b85 ist laut W\u00f6rterbuch<br \/> eigentlich nur ein Substantiv und bedeutet &#8222;Wohnort&#8220; oder &#8222;Haus&#8220;. Aber<br \/> hier wird es als Verb und Adjektiv benutzt.&nbsp;Da sich die &#8222;Otaku&#8220; in<br \/> ihrer Freizeit meist in ihren Zimmern verkriechen, k\u00f6nnte man sie im<br \/> Deutschen auch mit dem etwas antiquierten Wort &#8222;Stubenhocker&#8220;<br \/> bezeichnen.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein interessantes chinesisches Wortspiel, nicht wahr?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch wie verwendet man&nbsp;\u5b85? Hier ein&nbsp;Beispiel:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">A: \u4f60\u5468\u672b\u8fc7\u7684\u600e\u4e48\u6837\u554a\uff1f<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;&nbsp; Wie war dein Wochenende?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">B: \u6211\u5c31\u5b85\u5728\u5bb6\u91cc\u4e86\uff0c\u6ca1\u5e72\u4ec0\u4e48\u7279\u522b\u7684\u4e8b\u3002<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;&nbsp; Ich bin nur zu Hause geblieben und habe nichts besonderes unternommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">A: \u4e00\u76f4\u5b85\u7740\u4e0d\u65e0\u804a\u5417\uff1f<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;&nbsp; War es nicht langweilig, nur zu Hause zu bleiben?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">B: \u4e0d\u554a\uff0c\u6211\u5c31\u770b\u770b\u4e66\u3001\u770b\u770b\u7535\u5f71\uff0c\u4e5f\u633a\u6709\u610f\u601d\u7684\u554a\uff01<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;&nbsp; Nein. Ich habe gelesen und Filme angeschaut. Mir hat es Spa\u00df gemacht!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">A: \u4f60\u53ef\u771f\u5b85\uff01<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;&nbsp; Du bist wirklich ein Nerd\uff01<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im chinesischen Kontext ist die<br \/> Abk\u00fcrzung \u5b85 jedoch eher neutral gemeint. In der Alltagssprache werden<br \/> die negativen Beurteilungen \u00fcber die Pers\u00f6nlichkeit dieser Gruppe nicht<br \/> explizit ausgedr\u00fcckt. Unter \u5b85&nbsp;versteht man einfach einen bestimmten<br \/> Lebensstil: dass jemand gerne allein bleibt und sich mit den Sachen<br \/> besch\u00e4ftigt, die ihn interessieren.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aktivit\u00e4ten wie B\u00fccher lesen, Filme<br \/> anschauen, Musik h\u00f6ren, kochen oder auch im Internet surfen, am Computer<br \/> spielen, usw. sind alle typisch f\u00fcr die \u5b85\u7537 und \u5b85\u5973 &#8211; nicht nur in China.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">He Xiangling<\/p>\n<\/div>\n<h5 class=\"hiddenStructure\" id=\"anker_\" style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"6\" name=\"6\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Kleines W\u00f6rterbuch s\u00fc\u00df-sauer <\/span><\/a><\/h2>\n<p class=\"documentDescription\" style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Suche nach einer erfrischenden Sommerlekt\u00fcre?&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie w\u00e4re es dann mit der angenehmen Art der \u201eLekt\u00fcre f\u00fcr die Ohren\u201c, einem H\u00f6rbuch?&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Folgenden wollen wir zwei &#8211; bereits vor einiger Zeit erschienene, sehr am\u00fcsante &#8211; Exemplare vorstellen.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Megadeal S\u00fc\u00df-sauer<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Brandenburger Tor wird eine riesige<br \/> Mao-Statue aufgestellt, die Mauer wird wieder aufgebaut, an der<br \/> wiederhergestellten innerdeutschen Grenze patrouillieren uniformierte<br \/> Truppen. Wie konnte das passieren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das H\u00f6rspiel \u201eMegadeal S\u00fc\u00df-sauer\u201c der<br \/> WDR-Redakteure Florian Goldberg und Silke Tauch entf\u00fchrt den H\u00f6rer in<br \/> eine akustische Realsatire. Mit schwarzem Humor getr\u00e4nkt ist dieser<br \/> Bericht eines fiktiven, wie doch wahrhaft spektakul\u00e4ren Coups: China hat<br \/> das gesamte Gebiet der ehemaligen DDR gekauft. Dort wird nun \u201eXin<br \/> Dongfang\u201c, ein gigantisches Erholungsparadies f\u00fcr altgediente Kader,<br \/> geplant.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Mix einer Persiflage der aktuellen<br \/> Bundespolitik, absurdem Medienzirkus und &nbsp;uralt Vorurteilen zu<br \/> China (Wachhunde verschwinden im Kochtopf, etc.) l\u00e4uft in dieser<br \/> ungew\u00f6hnlichen Kombination zu Hochform auf. \u201eLive-Schaltungen\u201c und<br \/> \u201eHintergrundberichte\u201c werden durch Variationen des Klassikers \u201eDrei<br \/> Chinesen mit dem Kontrabass\u201c untermalt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fazit: Ein herrlicher Spa\u00df f\u00fcr Liebhaber<br \/> schwarzen Humors! Ein besonderes Schmankerl: Chinesische Sprach\u00fcbungen<br \/> der Projektgruppe von \u201eXin Dongfang\u201c (wenn auch in unterirdisch<br \/> schlechter Aussprache werden an die eigenen, ersten m\u00fchsamen Wochen im<br \/> Sprachlabor erinnern.)&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kleines W\u00f6rterbuch f\u00fcr Liebende<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wem es eher nach einer ganz untypischen<br \/> Liebesgeschichte steht, der wird seine Freude haben an Xiaolu Guos<br \/> \u201eKleines W\u00f6rterbuch f\u00fcr Liebende\u201c. Zhuang, eine junge Chinesin, wird von<br \/> ihren Eltern zum Englisch lernen in den Westen geschickt. Damit soll<br \/> der Grundstein f\u00fcr eine zuk\u00fcnftige, erfolgreiche Internationalisierung<br \/> der elterlichen Schuhfabrik gelegt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mutterseelenallein im kalten,<br \/> abweisenden London gibt ihr allein das W\u00f6rterbuch als Schl\u00fcssel zur<br \/> fremden Sprache Halt. Und so versucht sie sich ihre Umwelt mittels der<br \/> Definitionen ihres W\u00f6rterbuchs zu erschlie\u00dfen. Ihre Isolation<br \/> durchbricht sie erst, als sie in einem Kino eine erste Bekanntschaft<br \/> macht. &nbsp;Z, wie ihr neuer Freund sie der Einfachheit halber nennt,<br \/> verliebt sich Hals \u00fcber Kopf in den deutlich \u00e4lteren, notorischen<br \/> Junggesellen. Sie zieht aus ihrem einsamen Zimmer bei ihm ein \u2013 und die<br \/> Komplikationen nehmen ihren Lauf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fazit: Xiaolu Guo nimmt den H\u00f6rer mit<br \/> auf eine am\u00fcsante Tour durch Kulturschock, Liebesturbulenzen und<br \/> Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse aller Arten. Dabei gelingt es ihr, dem zun\u00e4chst naiv<br \/> erscheinenden Tonfall der Ich-Erz\u00e4hlerin eine erfrischende, tabulose<br \/> Qualit\u00e4t abzugewinnen. Eine herrliche, bitters\u00fc\u00dfe<br \/> Liebesgeschichte.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Florian Goldberg und Silke Tauch: Megadeal s\u00fc\u00df-sauer, H\u00f6rspiel, freie Autorenproduktion 2008, Spielzeit: 54min.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Herunterladen auf itunes und audible.de verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Xiaolu Guo: Kleines W\u00f6rterbuch f\u00fcr Liebende, Ungek\u00fcrzte Lesung der Originalausgabe des Knaus-Verlags,&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Spielzeit: 438 min. &nbsp;ISBN &amp; EAN: 978-3-941009-09-7<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT In der Grenz\u00fcberschreitung: Ein Interview mit Uwe Kr\u00e4uter Im Juni 1974&nbsp; spazierte Uwe Kr\u00e4uter ein letztes Mal durch die Heidelberger Altstadt: ein Neuanfang in China lockte in fort aus [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_EventAllDay":false,"_EventTimezone":"","_EventStartDate":"","_EventEndDate":"","_EventStartDateUTC":"","_EventEndDateUTC":"","_EventShowMap":false,"_EventShowMapLink":false,"_EventURL":"","_EventCost":"","_EventCostDescription":"","_EventCurrencySymbol":"","_EventCurrencyCode":"","_EventCurrencyPosition":"","_EventDateTimeSeparator":"","_EventTimeRangeSeparator":"","_EventOrganizerID":[],"_EventVenueID":[],"_OrganizerEmail":"","_OrganizerPhone":"","_OrganizerWebsite":"","_VenueAddress":"","_VenueCity":"","_VenueCountry":"","_VenueProvince":"","_VenueState":"","_VenueZip":"","_VenuePhone":"","_VenueURL":"","_VenueStateProvince":"","_VenueLat":"","_VenueLng":"","_VenueShowMap":false,"_VenueShowMapLink":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-288","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-newsletter"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.6 - 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