{"id":294,"date":"2011-12-01T12:00:00","date_gmt":"2011-12-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2011\/12\/01\/newsletter-dezember-2011-nr-58\/"},"modified":"2026-05-20T18:35:58","modified_gmt":"2026-05-20T17:35:58","slug":"newsletter-dezember-2011-nr-58","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2011\/12\/01\/newsletter-dezember-2011-nr-58\/","title":{"rendered":"Newsletter Dezember 2011 Nr. 58"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\"><span id=\"parent-fieldname-title\">INHALT<\/span><\/a><\/h2>\n<h3 id=\"anker_ZwischenPhantasieundPerf\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<span class=\"special\">Zwischen Phantasie und Perfektion<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tViktoria D\u00fcmer berichtet \u00fcber die Podiumsdiskussion \u201eZwischen Phantasie<br \/> und Perfektion \u2013 Erziehung und Bildung in China und Deutschland\u201c die am<br \/> 2. Dezember 2011 vom Konfuzius-Institut Heidelberg veranstaltet wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#1\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h3 id=\"anker_ErzhlenSiemal...HannoLec\">\n\t\t<span class=\"special\">Erz\u00e4hlen Sie mal &#8230; Hanno Lecher<\/span><\/h3>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tSeit Dezember 2009 gibt es im Zentrum f\u00fcr Ostasienwissenschaften keine<br \/> drei strikt getrennten Institutsbibliotheken mehr, sondern eine<br \/> gemeinsame Bereichsbibliothek Ostasien. Was bedeutet das praktisch f\u00fcr<br \/> die Abl\u00e4ufe im Bibliotheksalltag und welche Vorteile bietet die<br \/> Zusammenlegung? SHAN e.V. hat Hanno Lecher, den Leiter der<br \/> Bereichsbibliothek Ostasien, dazu befragt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#2\"><strong><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Interview<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h3 id=\"anker_ZwischendenWelten:Musikd\">\n\t\t\t\t<span class=\"special\">Zwischen den Welten: Musik der Jesuiten in Peking<\/span><\/h3>\n<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p> \t\t\t\tViele haben schon von dem Clavichord geh\u00f6rt, das Ricci dem<br \/> chinesischen Herrscher schenkte. Sp\u00e4ter wurde ein Jesuit daf\u00fcr zust\u00e4ndig<br \/> die Cembali, die Kangxi in fast jedem seiner R\u00e4ume stehen hatte, zu<br \/> stimmen. Doch was wurde auf den Instrumenten gespielt? Wie k\u00f6nnte die<br \/> Musik geklungen haben, die im 18. Jahrhundert am chinesischen Kaiserhof<br \/> zu h\u00f6ren war?<\/p>\n<p> \t\t\t\t<a href=\"#3\"><strong><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h3 id=\"anker_LiErsbersetzerinTheklaCh\">\n\t\t<span class=\"special\">Li Ers \u00dcbersetzerin Thekla Chabbi im Interview<\/span><\/h3>\n<p> \t\tLi Er ist in der Volksrepublik China ein anerkannter Autor, der<br \/> bereits zahlreiche Preise erhalten hat. Thekla Chabbi erl\u00e4utert im<br \/> Interview seine subtile Art, um Kritik an der Gesellschaft und ihrer<br \/> aktuellen Entwicklung zu \u00fcben, und wie das zun\u00e4chst leise Erscheinen<br \/> eines Buchs langfristig zum Erfolg f\u00fchren kann.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#4\"><strong><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Interview<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<div>\n<div>\n<h3 id=\"anker_Sprachkolumne:GewitterBl\" style=\"text-align: justify;\">\n\t\t\t<span class=\"special\">Sprachkolumne: Gewitter, Blitz und Donner<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t<span class=\"apple-style-span\">In der siebten Ausgabe der<br \/> Sprachkolumne erkl\u00e4rt He Xiangliang passend zur magischen Zahl ein<br \/> Himmelsph\u00e4nomen. Denn es gibt zahlreiche Aspekte des Begriffs &#8222;Gewitter&#8220;<br \/> \u96f7, die man nicht in den ersten Chinesischlektionen lernt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t<a href=\"#5\"><strong><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; <\/span><span class=\"internal-link\">Zum Artikel<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_EinVierteljahrhundertHei\" style=\"text-align: justify;\">\n\t\t\t<span class=\"special\">Ein Vierteljahrhundert Heidelberger Ostasienwissenschaften<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\tSeit wann gibt es die Heidelberger Sinologie? Wo befand sich die<br \/> Japanologie vor 25 Jahren? Welche bekannten Gesichter haben in den<br \/> siebziger und achtziger Jahren schon in Heidelberg studiert?&nbsp;Lesen<br \/> Sie hier.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\t<a href=\"#6\"><strong><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; <\/span><span class=\"internal-link\">Zum Artikel<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div>\n<h3 id=\"anker_Nachruf:HolgerKhnle\">\n\t\t\t\t\t<span class=\"special\">Nachruf: Holger K\u00fchnle<\/span><\/h3>\n<div>\n\t\t\t\t\tF\u00fcr viele Freunde und Kollegen kam die Nachricht, dass Holger<br \/>\nK\u00fchnle am 28.11.2011 verstarb, \u00fcberraschend. Er bleibt als Freund,<br \/>\nLektor und engagierter Wissenschaftler der klassischen Sinologie in<br \/>\nErinnerung.<\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p> \t\t\t\t\t<strong><a href=\"#7\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; <\/span><span class=\"internal-link\">Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\">\n\t\t\t\t\t<a id=\"1\" name=\"1\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Zwischen Phantasie und Perfektion <\/span><\/a><\/h2>\n<p> \t\t\t\t\tEin kleiner Junge steht vor seiner Klasse, schaut auf zu seinen<br \/> Mitsch\u00fclern, die ihn kritisch mustern. Sie zwingen ihn, sich zu<br \/> entschuldigen. Warum? Weil er kleine L\u00f6chlein in sein Radiergummi<br \/> gebohrt hat. Es ist eine Frage des Respekts, sagt die Lehrerin. So wie<br \/> der Junge selbst respektiert werden m\u00f6chte, muss er die Gemeinschaft und<br \/> ihre Gegenst\u00e4nde respektieren.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\tDiese Szene ist Teil einer BBC-Dokumentation, die Prof. Dr. J\u00fcrgen<br \/> Henze zu Beginn seines Vortrags \u00fcber das chinesische Bildungswesen<br \/> zeigt. Anlass ist die Podiumsdiskussion \u201eZwischen Phantasie und<br \/> Perfektion \u2013 Erziehung und Bildung in China und Deutschland\u201c im<br \/> Heidelberger Marriott Hotel, veranstaltet vom Konfuzius-Institut<br \/> Heidelberg. Sechs Experten sind geladen, Prof. Henze ist als Leiter des<br \/> Instituts f\u00fcr Erziehungswissenschaften, Abteilung Vergleichende<br \/> Erziehungswissenschaft an der Berliner Humboldt-Universit\u00e4t einer von<br \/> ihnen. Bevor er das Video zeigt, warnt er davor. Es werde das Publikum<br \/> emotional ber\u00fchren.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\tEr soll recht behalten. Der Junge, der so offensichtlich \u2013 nur<br \/> wegen eines Schreib-Utensils \u2013 von und vor seiner Klasse blo\u00df gestellt<br \/> wird, dabei zu weinen beginnt, erregt Mitleid bei den Zuschauern,<br \/> w\u00e4hrend seine Lehrerin mit schriller Stimme und harschem Ton zun\u00e4chst,<br \/> aus deutscher Perspektive, das Negativ-Beispiel einer P\u00e4dagogin<br \/> darzustellen vermag.<br \/> \t\t\t\t\tDoch Henze m\u00f6chte mit diesem Video keineswegs nur wachr\u00fctteln oder<br \/> schockieren, sondern vor allem auch die interkulturellen Unterschiede in<br \/> Erziehungskonzeptionen vorstellen: Je nach Gesellschaft und kulturellem<br \/> Kontext wird \u201egute\u201c Erziehung eben anders bewertet.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<strong>Strenge Lehrer, gedrillte Sch\u00fcler, ehrgeizige Eltern<\/strong><\/p>\n<p>\t\t\t\t\tViel zu strenge Lehrer, gedrillte Sch\u00fcler und ehrgeizige Eltern \u2013<br \/> diese von den Medien gern beschriebenen, stereotypen Bilder erscheinen<br \/> beim Anblick des Videos schnell vor dem inneren Auge des \u201ewestlichen\u201c<br \/> Zuschauers. Aber ist Chinas Bildungswesen tats\u00e4chlich so einfach zu<br \/> beurteilen?<br \/> \t\t\t\t\tNat\u00fcrlich nicht. Sp\u00e4testens seit der letzten PISA-Studie 2009, bei<br \/> der Shanghai allen anderen L\u00e4ndern den Rang ablief, beginnen auch<br \/> Europ\u00e4er, sich mit dem chinesischen Bildungswesen auseinanderzusetzen.<br \/> In einem Land, dessen Sch\u00fcler den Ruf haben, viele Lehrinhalte, zu<br \/> Lasten der Kreativit\u00e4t, auswendig zu lernen, so wurde damals in den<br \/> Diskussionen um die PISA-Studie argumentiert, sei so ein Ergebnis nicht<br \/> verwunderlich \u2013 zumal die Ergebnisse aus Shanghai und Hong-Kong nicht<br \/> das ganze Land repr\u00e4sentieren. Doch inwieweit sind diese Einw\u00e4nde<br \/> tats\u00e4chlich zutreffend?<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\u201eF\u00fcr viele Menschen im Westen Chinas, auf dem Land, ist Bildung<br \/> noch immer ein Luxusgut\u201c, so Gu Baoyan, Professorin f\u00fcr Literatur,<br \/> Wirtschaft und Verwaltung von der Beijing Open&nbsp;University. Ein<br \/> Zustand der sich durch staatliche Subventionen langsam verbessert und<br \/> nicht bedeutet, dass die Bildungsqualit\u00e4t in den westlichen Provinzen<br \/> zwangsl\u00e4ufig schlechter ist als im Osten Chinas. Wie stichprobenartige<br \/> Mathematik-Tests von Prof. Henze beweisen, k\u00f6nnen auch Sch\u00fcler au\u00dferhalb<br \/> der gro\u00dfen Metropolen ebenso gute Ergebnisse leisten. Untersuchungen<br \/> haben ergeben, dass chinesische Sch\u00fcler \u00fcber verschiedene<br \/> Memorierungsstrategien verf\u00fcgen, die sie je nach Kontext anwenden &#8211;<br \/> Auswendiglernen ist nur eine von vielen.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<strong>Leistungsdruck oder Laissez-fa\u00eere?<\/strong><\/p>\n<p>\t\t\t\t\tDies st\u00fctzen die von Prof. Dr. Eckard Klieme, Leiter der<br \/> Arbeitseinheit Bildungsqualit\u00e4t und Evaluation am Deutschen Institut f\u00fcr<br \/> Internationale P\u00e4dagogische Forschung (DIPF) ausgewerteten<br \/> PISA-Ergebnisse: Die Shanghaier Sch\u00fcler stachen gerade nicht in der<br \/> abstrakten, sondern in der anwendungsbezogenen Mathematik hervor. Auch<br \/> in der Lesekompetenz, insbesondere im Interpretieren und Reflektieren<br \/> von Texten schnitten die Chinesen \u00fcberdurchschnittlich gut ab. Bei einer<br \/> Umfrage \u00fcber die Atmosph\u00e4re an den Schulen&nbsp; beklagten sich die<br \/> Sch\u00fcler jedoch \u00fcber den starken Leistungsdruck. Das Problem der<br \/> deutschen Gesellschaft hingegen sei viel mehr der Mangel an Erwartung an<br \/> die Sch\u00fcler und das fehlende Anspruchsniveau, so Prof. Klieme.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<strong>Was China und Deutschland voneinander lernen k\u00f6nnen<\/strong><\/p>\n<p>\t\t\t\t\tChina und Deutschland k\u00f6nnen tats\u00e4chlich viel voneinander lernen.<br \/> \u201eCharakterbildung, Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung und soziale Kompetenz sind<br \/> St\u00e4rken des deutschen Bildungssystems\u201c, so Dr. Jiang Feng,<br \/> Gesandter-Botschaftsrat f\u00fcr Bildungswesen der Botschaft der VR China in<br \/> Deutschland. \u201eDie F\u00f6rderung der Selbstst\u00e4ndigkeit wie in deutschen<br \/> Kinderg\u00e4rten ist auch wichtig, sie ist Teil einer intensiven,<br \/> anschaulichen Sozialisation.\u201c Seine Kinder gehen in Berlin zur Schule<br \/> und so wei\u00df er auch um die M\u00e4ngel an deutschen Bildungseinrichtungen:<br \/> \u201eWissen k\u00f6nnte noch systematischer vermittelt werden. Au\u00dferdem sollten<br \/> Sch\u00fcler, Lehrer und Eltern einen Verantwortungs-Verbund bilden, dies<br \/> w\u00fcrde die Schulleistungen verbessern.\u201c<\/p>\n<p>\t\t\t\t\tChina hat seine Probleme im Bildungssystem bereits erkannt, setzt<br \/> immer mehr, wenn bisher auch nur zaghaft auf eine Diversifizierung der<br \/> Bildungslandschaft. \u201eIm Layout der Schulb\u00fccher hat sich eine Ver\u00e4nderung<br \/> vollzogen. Es ist moderner, bebilderter und sch\u00fclerfreundlicher<br \/> gestaltet als die rein textorientierten Vorg\u00e4nger\u201c, so Prof. Dr.<br \/> Gotelind M\u00fcller-Saini, Professorin am Institut f\u00fcr Sinologie der<br \/> Universit\u00e4t Heidelberg. Auch seien Ans\u00e4tze interaktiver und kreativer<br \/> Gestaltung von Unterrichtsstunden zu verzeichnen, die jedoch regional<br \/> und individuell \u2013 je nach Klassengr\u00f6\u00dfe und Qualifikation des Lehrers &#8211;<br \/> unterschiedlich umgesetzt w\u00fcrden.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<strong>Bedeutung von fr\u00fchkindlicher F\u00f6rderung<\/strong><\/p>\n<p>\t\t\t\t\tSo verschieden die Bildungssysteme und Erziehungsans\u00e4tze sein<br \/> m\u00f6gen, ein Thema ist f\u00fcr Eltern beider L\u00e4nder gleicherma\u00dfen wichtig: die<br \/> fr\u00fchkindliche F\u00f6rderung. Wie wichtig diese f\u00fcr die geistige Entwicklung<br \/> ist, wei\u00df Prof. Dr. Anna Katharina Braun, Leiterin des Instituts f\u00fcr<br \/> Biologie, Abteilung Zoologie\/Entwicklungsbiologie der Universit\u00e4t<br \/> Magdeburg. Je mehr das Gehirn in den ersten Lebensjahren angeregt wird,<br \/> desto gr\u00f6\u00dfer sind seine Kapazit\u00e4ten. Die Neuronen in den K\u00f6pfen<br \/> chinesischer und deutscher Kinder arbeiten gleich &#8211; sie wollen angeregt<br \/> werden und dazu lernen. Wie dies zuk\u00fcnftig im Idealfall geschehen<br \/> sollte, muss langfristig er\u00f6rtert werden. Dass es sich f\u00fcr beide L\u00e4nder<br \/> jedoch lohnt auf die Methoden des anderen zu schauen, wurde bei der<br \/> Podiumsdiskussion von den Experten der unterschiedlichen Fachrichtungen<br \/> verdeutlicht.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\tDie Moderation lag bei Petra Aldenrath,&nbsp; ehemalige<br \/> ARD-Auslandskorrespondentin in Peking und China-Expertin. Veranstalter<br \/> war das Konfuzius-Institut Heidelberg, unterst\u00fctzt wurde die<br \/> Podiumsdiskussion, die rund 130 Sinologen, P\u00e4dagogen und<br \/> China-Interessierte anlockte, von der Robert Bosch Stiftung. Das<br \/> Feedback der Teilnehmer war positiv, auch nach Ende der Veranstaltung<br \/> diskutierten G\u00e4ste und Referenten die aufgeworfenen Fragen weiter. 2012<br \/> wird die Veranstaltungsreihe \u201eDialog der Kulturen\u201c mit dem Thema \u201eAlt<br \/> werden in Deutschland und China\u201c fortgesetzt.<\/p>\n<p> \t\t\t\t\tViktoria D\u00fcmer<\/p>\n<p> \t\t\t\t\t&nbsp;<\/p>\n<p> \t\t\t\t\t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"2\" name=\"2\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Erz\u00e4hlen Sie mal, Hanno Lecher! <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Hanno Lecher ist seit Dezember 2009 Leiter der Bereichsbibliothek<br \/> Ostasien, die sich aus den drei ehemaligen Institutsbibliotheken der<br \/> Sinologie, der Japanologie und der Ostasiatischen Kunstgeschichte<br \/> zusammensetzt. SHAN hat ihn zur Rolle der Bereichsbibliothek im<br \/> nationalen Vergleich, den Vorteilen, welche diese bieten kann und den<br \/> zuk\u00fcnftigen Entwicklungen in der Bereichsbibliothek befragt.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>SHAN:&nbsp;&nbsp;Herr Lecher, wie sind Sie als Bibliothekar an die Universit\u00e4t Heidelberg gekommen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tHerr Lecher:&nbsp;Nun, ich habe Sinologie in Wien studiert und bin<br \/> dort auch schon auf einer halben Stelle in der Bibliothek t\u00e4tig gewesen \u2013<br \/> einer mit ca. 20.000 B\u00e4nden eher kleinen Einrichtung. Im Jahr 1997 kam<br \/> ich dann das erste Mal nach Heidelberg. Damals war Thomas Hahn noch<br \/> Leiter der sinologischen Bibliothek, und ich habe zun\u00e4chst als<br \/> Bibliotheks\u00adangestellter mit ihm zusammen gearbeitet. Die Heidelberger<br \/> Sinologie hatte damals schon den Ruf als eine der gro\u00dfen sinologischen<br \/> Sammlungen in Europa (\u00fcber 100.000 B\u00e4nde) und vor allem als<br \/> internationaler Vorreiter im digitalen Bereich. Die gesamte EDV war in<br \/> dieser Zeit noch integraler Bestandteil der Bibliothek, was eine<br \/> ziemliche Herausforderung bedeutete, da wir \u00fcber l\u00e4ngere Phasen keinen<br \/> EDV-Hiwi hatten, aber die verschiedensten Systeme und Server betreuen<br \/> mussten \u2013 von Windows \u00fcber Linux bis hin zu zwei Sun SPARC stations, auf<br \/> denen wir einen eigenen Mailserver, einen Webserver, ein Novell Network<br \/> als Dateiserver, den Allegro Server f\u00fcr den OPAC sowie diverse<br \/> Datenbanken und die unterschiedlichsten Dienste installiert hatten. Als<br \/> ich kam, hatte ich von all diesen Dingen keine Ahnung, konnte weder<br \/> programmieren noch mit Unix umgehen, ich hatte nur einige Erfahrung mit<br \/> HTML \u2013 der Sprache, in der Webseiten umgesetzt werden. Herr Wagner war<br \/> nat\u00fcrlich sehr nerv\u00f6s, ob ich das alles denn ad hoc \u00fcbernehmen k\u00f6nnte,<br \/> falls Herrn Hahn pl\u00f6tzlich \u2013 wie er sich ausdr\u00fcckte \u2013 &#8222;ein Stein auf den<br \/> Kopf fallen w\u00fcrde&#8220;. Als Thomas Hahn 1998 als Leiter der<br \/> Ostasien-Bibliothek der University of Wisconsin in die USA ging, habe<br \/> ich die Bibliothek dann tats\u00e4chlich ganz \u00fcbernommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIm Jahr 2003 bin ich f\u00fcr sechs Jahre nach Leiden gegangen, um dort die<br \/> sinologische Bibliothek zu leiten. Die Zeit in Leiden war sehr sch\u00f6n<br \/> und hat mir auch viel Spa\u00df gemacht. Unter anderem aus famili\u00e4ren Gr\u00fcnden<br \/> habe ich mich aber dann wieder f\u00fcr eine Stelle in Heidelberg beworben.<br \/> Das hat auch geklappt, und so bin ich mit der Gr\u00fcndung der<br \/> Bereichsbibliothek Ostasien (kurz BOA) im Dezember 2009 Leiter dieser<br \/> Bibliothek in Heidelberg geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>SHAN:&nbsp;&nbsp;Wie kann man unsere Bibliothek im nationalen Vergleich einordnen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tGrunds\u00e4tzlich muss man dabei in Deutschland zwei Arten von<br \/> Bibliotheken mit ostasiatischen Sammlungen unterscheiden, die<br \/> Staatsbibliotheken und die Universit\u00e4tsbibliotheken (Museumsbibliotheken<br \/> und Spezialsammlungen lasse ich hier der Einfachheit halber au\u00dfer<br \/> Betracht). Die beiden Staatsbibliotheken in Berlin und M\u00fcnchen haben<br \/> sehr gro\u00dfe Sammlungen: so hat die Staatsbibliothek in Berlin<br \/> beispielsweise \u00fcber 650.000 B\u00e4nde an ostasiatischen Best\u00e4nden und geh\u00f6rt<br \/> damit zu den gr\u00f6\u00dften Sammlungen au\u00dferhalb Ostasiens. Sie ist<br \/> Sondersammelgebiet (SSG) f\u00fcr den Bereich Ost- und S\u00fcdostasien, was<br \/> bedeutet, dass sie soweit m\u00f6glich alle wissenschaftlichen<br \/> Ver\u00f6ffentlichungen aus diesem Fachbereich sammeln muss. Durch das System<br \/> der Sondersammelgebiete kann gew\u00e4hrleistet werden, dass von jeder<br \/> wissenschaftlich relevanten Arbeit mindestens ein Exemplar in<br \/> Deutschland vorhanden ist. Die verantwortlichen Schwerpunktbibliotheken<br \/> werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) \u2013 deren Aufgabe<br \/> die F\u00f6rderung von Forschung in Deutschland ist \u2013 finanziell unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDem gegen\u00fcber stehen die Bibliotheken an universit\u00e4ren Einrichtungen,<br \/> zu denen auch die unsrige geh\u00f6rt. Was die Gr\u00f6\u00dfe unserer Best\u00e4nde angeht,<br \/> so geh\u00f6ren wir sicherlich zu den gr\u00f6\u00dften ostasiatischen Sammlungen in<br \/> Deutschland, und auch europaweit z\u00e4hlen wir wohl neben Leiden, der<br \/> Londoner School of Oriental and African Studies (SOAS) und Oxford zu den<br \/> gro\u00dfen Institutsbibliotheken. Auch in Paris gibt es einen reichen<br \/> Bestand an ostasiatischer Literatur, der allerdings auf mehrere<br \/> Bibliotheken verteilt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>SHAN:&nbsp;&nbsp;Nach welchen Kriterien werden Medien in unserer Bibliothek angeschafft?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDa der chinesische Buchmarkt in den letzten zwanzig Jahren regelrecht<br \/> explodiert ist, k\u00f6nnen wir nat\u00fcrlich nicht einfach alles kaufen. Das<br \/> gelingt nicht einmal der Staatsbibliothek zu Berlin, die ja wie bereits<br \/> gesagt eine Sonderstellung einnimmt und die M\u00f6glichkeit hat, sehr viel<br \/> anzuschaffen. Unsere Bibliothek ist wissenschaftlich orientiert. Man<br \/> muss sich vor Augen halten, dass die Bibliothek der Sinologie in<br \/> Heidelberg innerhalb von 20 Jahren quasi im Alleingang von Herrn Prof.<br \/> Wagner aufgebaut worden ist, sowohl, was die Beschaffung der<br \/> Finanzmittel betrifft, als auch hinsichtlich der Bestandsentwicklung,<br \/> also der Auswahl der anzuschaffenden Literatur. Wie gut seine Auswahl<br \/> war, ist mir besonders in meiner Zeit in Leiden bewusst geworden. Immer<br \/> wieder kam es vor, dass ich wichtige Titel in der etwa dreimal so gro\u00dfen<br \/> Sammlung in Leiden, wo seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts gesammelt<br \/> wird, vergeblich suchte, w\u00e4hrend sie in Heidelberg ganz<br \/> selbstverst\u00e4ndlich im Regal standen. Nat\u00fcrlich gibt es aber auch bei uns<br \/> noch genug L\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tJetzt, wo Herr Prof. Wagner im Exzellenzcluster \u201eAsia and Europe in a<br \/> global context\u201c t\u00e4tig ist, m\u00fcssen wir neue Wege finden, um die Qualit\u00e4t<br \/> des Sammlungsaufbaus langfristig zu gew\u00e4hrleisten. Dazu werden gerade<br \/> Sammlungsprofile entwickelt, die festlegen, welche Themenbereiche wir in<br \/> welchem Grad der Vollst\u00e4ndigkeit erwerben wollen. Dabei macht es<br \/> nat\u00fcrlich auch einen Unterschied, ob eine Publikation in Deutschland, in<br \/> Europa oder in China erschienen ist. Dabei sind wir nat\u00fcrlich auch auf<br \/> die Hilfe der wissenschaftlichen Mitarbeiter des ZO angewiesen. Derzeit<br \/> wird das Anschaffungsvolumen allerdings sehr stark durch die gro\u00dfen<br \/> Systemumstellungen des letzten Jahres, das derzeit laufende DFG-Projekt<br \/> zur Migration unserer OPACs nach HEIDI sowie besonders durch den<br \/> gravierenden Platzmangel beeintr\u00e4chtigt, an dessen L\u00f6sung wir aber<br \/> arbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>SHAN:&nbsp;&nbsp;Wie genau ist die Beziehung von der sinologischen zur Universit\u00e4tsbibliothek?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tFr\u00fcher bildete die Institutsbibliothek einen Teil des Instituts f\u00fcr<br \/> Sinologie, und es hat nur gelegentlich Kooperationen mit der<br \/> Universit\u00e4tsbibliothek gegeben. In der Zeit meiner Nachfolgerin Frau<br \/> Labitzky-Wagner wurde die Bibliothek der Sinologie dann ausgegliedert<br \/> und offiziell ein Teil der Universit\u00e4tsbibliothek. Beispielsweise sind<br \/> Frau Labitzky-Wagner und ich bei der Universit\u00e4tsbibliothek angestellt<br \/> und nicht im Institut. Au\u00dferdem wird die Organisation der Arbeitsabl\u00e4ufe<br \/> und dergleichen mehr und mehr in die der UB integriert. Das Budget f\u00fcr<br \/> die Anschaffung der B\u00fccher und Zeitschriften sowie die Infrastruktur<br \/> (Stellfl\u00e4chen, Arbeitspl\u00e4tze etc.) kommt allerdings nach wie vor vom<br \/> Institut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIch meine, dass die Integration mit der Universit\u00e4tsbibliothek ein<br \/> nat\u00fcrlicher und wichtiger Schritt ist. Hier ist schlie\u00dflich das<br \/> bibliothekarische Know-how, hier finden die katalogtechnischen<br \/> Entwicklungen statt. Dabei ist aber nat\u00fcrlich darauf zu achten, dass die<br \/> institutsspezifischen Bed\u00fcrfnisse nicht zu kurz kommen, was immer<br \/> wieder eine gro\u00dfe Herausforderung darstellt. Langfristig ist dies aber<br \/> die einzige M\u00f6glichkeit, eine tragende Infrastruktur f\u00fcr eine Bibliothek<br \/> zu schaffen, die nicht mehr abh\u00e4ngig von einzelnen Personen sein soll,<br \/> wie das bisher der Fall war. Daher bef\u00fcrworte ich die gegenw\u00e4rtige<br \/> Entwicklung zu einhundert Prozent.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>SHAN:&nbsp;&nbsp;Was f\u00fcr Zukunftspl\u00e4ne hat unsere Bibliothek?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tOrganisatorisch betrachtet sind wir schon seit Ende 2009 eine vereinte<br \/> Bereichsbibliothek, zusammen mit den Institutsbibliotheken der<br \/> Japanologie und der ostasiatischen Kunstgeschichte. Der n\u00e4chste Schritt<br \/> ist nun die Schaffung einer einheitlichen Website f\u00fcr die Bibliothek. Im<br \/> Januar 2012 wird die Ausbaustufe eins dieser Website zur Evaluierung<br \/> f\u00fcr alle Mitarbeiter und Studenten freigeschaltet werden, und<br \/> voraussichtlich im Februar gemeinsam mit Ausbaustufe zwei offiziell die<br \/> drei alten Bibliotheksseiten der Sinologie, Japanologie und der<br \/> Ostasiatischen Kunstgeschichte ersetzen. Damit schaffen wir eine<br \/> gemeinsame Plattform und setzen auch nach au\u00dfen hin ein deutliches<br \/> Signal. Im Zentrum wird dabei der Servicecharakter stehen, es werden<br \/> also neue Recherchetools erstellt und gezeigt werden, wo man \u00fcberall<br \/> suchen kann. Viele dieser neuen Services werden allerdings erst mit<br \/> Abschluss der Ausbaustufe drei angeboten werden k\u00f6nnen, etwa Mitte des<br \/> kommenden Jahres.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDas Projekt, welches uns derzeit allerdings am Meisten besch\u00e4ftigt,<br \/> ist das schon erw\u00e4hnte DFG-Projekt, dessen Ziel der Nachweis all unserer<br \/> Best\u00e4nde in HEIDI\/SWB sowie die einheitliche Signierung dieser Best\u00e4nde<br \/> mit Library of Congress-Signaturen (LOC) ist. Ein n\u00e4chster Schritt wird<br \/> dann das Zusammenziehen der Teilbibliotheken in eine gemeinsame<br \/> R\u00e4umlichkeit sein, vielleicht sogar \u2013 gemeinsam mit dem SAI \u2013 in eine<br \/> gro\u00dfe Asienbibliothek?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>SHAN:&nbsp;&nbsp;Welche Vorteile bietet die Zusammenlegung der drei Institutsbibliotheken zu einer Bereichsbibliothek?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie Zusammenlegung bietet vor allem vier wichtige Vorteile: Zun\u00e4chst<br \/> ist da die inhaltliche \u00dcberschneidung eines Teils unserer Best\u00e4nde. So<br \/> stehen in der Sinologie beispielsweise kunstgeschichtliche<br \/> Publikationen, die auch im Institut f\u00fcr Ostasiatische Kunstgeschichte<br \/> (IKO) ben\u00f6tigt werden oder dort sogar ein zweites Mal zu finden sind.<br \/> Durch die Einrichtung einer gemeinsamen R\u00e4umlichkeit k\u00f6nnen wir dieses<br \/> \u00dcberschneidungsproblem l\u00f6sen und durch Aussonderung der Dubletten sogar<br \/> Raum gewinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tZweitens ist es den Benutzern der Bibliothek durch eine Zusammenlegung<br \/> m\u00f6glich, \u201e\u00fcber den Tellerrand hinaus zu blicken\u201c. Viele Themen, die<br \/> Ostasien betreffen, k\u00f6nnen durch die auf ein Land oder einen Bereich<br \/> begrenzte Sicht nicht abgedeckt werden. Durch die Bildung einer<br \/> Bereichsbibliothek wird der Horizont der Benutzer erweitert und auch auf<br \/> vorher unbekannte Dinge gelenkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tAu\u00dferdem ist f\u00fcr uns nat\u00fcrlich besonders wichtig, dass man in einer<br \/> Bereichsbibliothek deutlich effizienter arbeiten kann. Man hat<br \/> beispielsweise eine gemeinsame Ausleihe und kann dadurch mit insgesamt<br \/> weniger Personaleinsatz l\u00e4ngere \u00d6ffnungszeiten anbieten. Generell lassen<br \/> sich Ressourcen besser einsetzen und zum Beispiel die Neuerwerbung viel<br \/> effizienter gestalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDazu kommt noch, dass die Pr\u00e4sentation nach au\u00dfen hin eine ganz andere<br \/> ist. Als Bereichsbibliothek Ostasien, die einen Zusammenschluss von<br \/> drei wichtigen Bibliotheken darstellt, erzeugt man eine ganz andere<br \/> Wirkung, als eine einzelne Institutsbibliothek dies kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>SHAN:&nbsp;&nbsp;Gibt es so etwas wie eine nationale Entwicklung hin zur Zusammenlegung von Bibliotheken?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tNaja, wir \u00fcberspielen zwar alle unsere Best\u00e4nde in HEIDI und in den<br \/> SWB \u2013 den S\u00fcdwestdeutschen Bibliotheksverbund \u2013, sodass sie an einer<br \/> gemeinsamen Stelle zu finden sind. Das hei\u00dft aber nicht, dass wir<br \/> demn\u00e4chst&nbsp; z.B. Uni-weit alle unsere Best\u00e4nde in einem Geb\u00e4ude<br \/> zusammenlegen werden. Die Rolle der zentralen Universit\u00e4tsbibliothek ist<br \/> auch eine etwas andere als die der dezentralen Bibliotheken, die mit<br \/> ihren spezialisierten Best\u00e4nden vor allem den Nutzern des jeweiligen<br \/> Instituts zur Verf\u00fcgung stehen sollen und gleichzeitig auch leichter auf<br \/> Besonder\u00adheiten des Fachgebietes eingehen k\u00f6nnen. Des ungeachtet sind<br \/> wir eine Bibliothek, die aufgrund ihrer Gr\u00f6\u00dfe auch international eine<br \/> gewisse Verantwortung hat: abgesehen vielleicht von der Staatsbibliothek<br \/> zu Berlin k\u00f6nnen selbst die gro\u00dfen ostasiatischen Sammlungen in Europa<br \/> nur mit M\u00fche im Feld der mittelgro\u00dfen amerikanischen<br \/> Ostasien-Bibliotheken mitspielen. Umso wichtiger ist es f\u00fcr die<br \/> Ostasienforschung in Europa nat\u00fcrlich, die wenigen gro\u00dfen Sammlungen<br \/> hier sorgf\u00e4ltig weiter zu pflegen und auszubauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIm digitalen Bereich schaut das schon ein wenig anders aus. Im<br \/> Internet gibt es in Deutschland beispielsweise sogenannte \u201evirtuelle<br \/> Fachbibliotheken\u201c \u2013 f\u00fcr Ostasien z.B. \u201eCrossAsia\u201c \u2013, welche als von der<br \/> DFG gef\u00f6rderte Wissenschaftsportale der jeweiligen F\u00e4cher dienen. Hier<br \/> sollen deutschlandweit alle wichtigen Ressourcen zusammenflie\u00dfen. Diese<br \/> virtuellen Fachbibliotheken werden von den Sondersammelgebieten \u2013 in<br \/> unserem Fall also der Staatsbibliothek zu Berlin \u2013 zusammengestellt und<br \/> betreut. Allerdings baut vieles, was heute \u00fcber CrossAsia angeboten<br \/> wird, auf bei uns geleisteter Vorarbeit auf, und wir sind auch jetzt<br \/> noch an einigen Projekten dieses Portals direkt beteiligt. Googeln Sie<br \/> doch einmal nach &#8222;digital resources chinese studies&#8220; &#8211; von den ersten<br \/> zehn Links beziehen sich f\u00fcnf auf Heidelberger Ressourcen, vier auf<br \/> Harvard und einer auf ein Angebot der UCLA\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tLetztendlich ist es wohl dieser digitale Bereich, in dem man noch am<br \/> ehesten von einem Zusammenwachsen der Bibliotheken sprechen kann. Die<br \/> M\u00f6glichkeiten der Zusammenarbeit sind beinahe unbegrenzt, und von den<br \/> Ergebnissen dieser Zusammenarbeit k\u00f6nnen alle profitieren. Unsere<br \/> Bereichsbibliothek Ostasien will die M\u00f6glichkeiten in diesen Bereichen<br \/> auch in Zukunft intensiv ausloten und weiter entwickeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>SHAN bedankt sich herzlich f\u00fcr das Interview!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDas Interview f\u00fchrte Fabienne Wallenwein<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"3\" name=\"3\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Musik zwischen den Welten \u2013 Jesuiten in Peking <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tManchmal schlie\u00dfen sich Kreise. In der Adventszeit 2009 bekam ich vom Leiter des Chores der <em>Beitang<\/em> \u5317\u5802oder <em>Xishiku Jiaotang<\/em><br \/> \u897f\u4ec0\u5eab\u6559\u5802, der ehemaligen Jesuitenkirche in Peking, einen Packen Noten in<br \/> die Hand gedr\u00fcckt. Mit den Angaben \u201eRicci 6.1, Realisation Fran\u00e7ois<br \/> Picard\u201c oder &#8222;Li Madou \u5229\u746a\u7ac7 <em>Xiqin Quyi<\/em> \u897f\u7434\u66f2\u610f <em>Mutong You Shan<\/em><br \/> \u7267\u7ae5\u6e38\u5c71&#8220; konnte ich nicht viel anfangen. Mir blieb nur \u00fcbrig mich \u00fcber die<br \/> sonderbaren Kl\u00e4nge zu wundern, die dort niedergeschrieben waren:<br \/> Chinesische Texte kombiniert mit europ\u00e4ischem Kontrapunkt&nbsp; oder<br \/> Basso Continuo als Begleitung f\u00fcr leicht chinesisch anmutende<br \/> Melodien.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\u7267\u7ae5\u6e38\u5c71 <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=69XG5VlHi48\">http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=69XG5VlHi48<\/a><br \/> \t\u80f8\u4e2d\u5eb8\u5e73 <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=056piLwU5BE\">http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=056piLwU5BE<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tWas also hatte es mit diesen seltsamen St\u00fccken auf sich? Sie sind<br \/> Arrangements des genannten Fran\u00e7ois Picard, einem Ethnomusikologen.<br \/> Zugrunde liegen Ihnen von Matteo Ricci verfasste chinesische Texte, die<br \/> als Verse der \u201eLieder f\u00fcr Cembalo\u201c <em>Xiqin Quy<\/em>i \u897f\u7434\u66f2\u610f \u00fcberliefert<br \/> sind. Da die Melodien, zu denen diese Texte in China gesungen wurden,<br \/> leider unbekannt sind, hat Picard sie zu barocken St\u00fccken gesetzt. In<br \/> Kooperation mit dem Ensemble &#8222;Musique des Lumi\u00e8res&#8220; unter Leitung Jean<br \/> Christophe Frischs wurden die Lieder aufgenommen und 2003<br \/> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Teodorico Pedrini<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDoch die Ricci-Lieder sind nicht die einzigen Zeugnisse<br \/> chinesisch-westlicher Musikbegegnungen. Schon 1996 spielte das Ensemble<br \/> eine erste CD ein, auf der f\u00fcnf Sonaten f\u00fcr Violine zu h\u00f6ren sind, die<br \/> Teodorico Pedrini in Peking schrieb. Pedrini ist daf\u00fcr bekannt, dass er<br \/> das erste chinesische Werk \u00fcber westliche Musiktheorie vollendete, das<br \/> \u5f8b\u5442\u6b63\u7fa9\u7e8c\u7de8, das Kaiser Kangxi bis 1713 kompilieren lie\u00df. Au\u00dferdem baute er<br \/> eine Orgel f\u00fcr die <em>Beitang<\/em> \u5317\u5802. Die Manuskripte der 12 Sonaten op. 3 blieben in der Bibliothek der <em>Beitang<\/em> aufbewahrt und sind heute die einzigen \u00fcberlieferten, in China komponierten europ\u00e4ischen St\u00fccke aus dem 18. Jahrhundert.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tPedrini: Sonata I en La majeur (violin) <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JmJd2mYw-Mg\">http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JmJd2mYw-Mg<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Musik einer Messe der Jesuiten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tEine zweite CD des Ensembles rekonstruiert eine Messe, wie sie die<br \/> Jesuiten in Peking gefeiert haben k\u00f6nnten. Dabei blieb merklich viel der<br \/> Interpretation Picard und Frischs \u00fcberlassen. Nat\u00fcrlich kann man nicht<br \/> hoffen mit Hilfe dieser CDs in die Vergangenheit h\u00f6ren zu k\u00f6nnen. Vor<br \/> diesem Problem steht man aber genauso, wenn man moderne Aufnahmen von<br \/> Kompositionen des europ\u00e4ischen Barocks h\u00f6rt. Dort ist wohl nur die<br \/> Quellenlage eindeutiger. Aber das H\u00f6ren regt zumindest zu \u00dcberlegungen<br \/> \u00fcber verschiedenste Musiktraditionen und den fr\u00fchen Austausch zwischen<br \/> ihnen an. Aber die Vorstellung an solch einer Messe teilzunehmen, ob nun<br \/> bewusst historisch h\u00f6rend oder zukunftstr\u00e4umerisch, reizt wohl jeden.<br \/> \tAmiot: Messe des J\u00e9suites de P\u00e9kin <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5b_ZjTnAGV8\">http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5b_ZjTnAGV8<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tEine dritte CD, auf der auch Picards Ensemble Meihua Fleur de Prunus zu<br \/> h\u00f6ren ist, kombiniert ebenso Europ\u00e4isches und Chinesisches und f\u00fcllt<br \/> historische L\u00fccken genauso gewieft wie die vorherigen Ausgaben. Vor<br \/> allem wird deutlich, welch gro\u00dfe Rolle Instrumentation f\u00fcr die<br \/> \u00e4sthetische Wahrnehmung einer Komposition spielt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tHier kann probegeh\u00f6rt werden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.cduniverse.com\/search\/xx\/music\/pid\/3442116\/a\/Chine%3A+Jesuites+And+Courtisanes.htm\">http:\/\/www.cduniverse.com\/search\/xx\/music\/pid\/3442116\/a\/Chine%3A+Jesuites+And+Courtisanes.htm<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t2003 schlie\u00dflich kam die Aufnahme heraus, auf der unter anderem die<br \/> oben beschriebenen Lieder Riccis zu h\u00f6ren sind. Der Chor der <em>Beitang<\/em><br \/> trat in Kooperation mit dem Musique des Lumi\u00e8res, das sich schon f\u00fcr<br \/> die ersten CDs der Unterst\u00fctzung chinesischer Musiker bedient hatte. So<br \/> kl\u00e4rt sich auch wie ich an die Noten kam: Die Arrangements wurden Teil<br \/> der allw\u00f6chentlichen Messe in der <em>Beitang<\/em>. So schlie\u00dft sich ein<br \/> Kreis f\u00fcr Ricci. So schlie\u00dft sich auch ein Kreis des Wunderns f\u00fcr mich:<br \/> Nach dem H\u00f6ren der Aufnahmen konnte ich die Noten aus einem gro\u00dfen<br \/> Stapel hervorziehen und mitsingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tCDs:<br \/> \tTeodorico Pedrini: Concert Baroque a la cit\u00e9 interdite (Audivis Astre\u00e9: E8609, rec. 1996)<br \/> \tMesse des Jesuites de Pekin (Audivis Astre\u00e9: E8642, rec. 1998)<br \/> \tChine: J\u00e9suites &amp; courtisanes (Buda Records 1984872, rec. 1999)<br \/> \tV\u00eapres \u00e0 la Vierge en Chine (K617 K617155, rec. 2003)<\/p>\n<p>\tOdila Schr\u00f6der<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"4\" name=\"4\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Leises Erscheinen: Ein Interview mit Li Ers \u00dcbersetzerin Thekla Chabbi <\/span><\/a><\/h2>\n<p class=\"documentDescription\" style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>SHAN: Frau Chabbi, wie sind Sie zum Sinologiestudium gekommen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tT. Chabbi: Ich war immer an Sprachen interessiert. Daher wollte ich<br \/> eigentlich Franz\u00f6sisch und Chinesisch studieren, um Dolmetscherin zu<br \/> werden. Doch das war nach meinem damaligen Kenntnisstand nur in<br \/> Germersheim m\u00f6glich, und dort war der Numerus Clausus sehr streng. So<br \/> habe ich 1990 begonnen in Trier Sinologie zu studieren. Den intensiven<br \/> Sprachunterricht haben von anf\u00e4nglich zwanzig Studierenden nur zehn<br \/> Studenten bis zum Schluss durchgezogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tNach dem zweiten Semester hatten meine Kommilitonen und ich in den<br \/> Semesterferien das erste Mal die Gelegenheit nach China zu reisen. Dabei<br \/> hat sich bewahrheitet, dass das Land keinen gleichg\u00fcltig l\u00e4sst und zum<br \/> Teil sogar stark polarisiert: manche empfinden Liebe, manche gar Hass,<br \/> und so haben einige das Sinologiestudium\uff0c nach ihren Erfahrungen mit der<br \/> Realit\u00e4t vor Ort, abgebrochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Haben Sie sich schon fr\u00fch f\u00fcr eine berufliche Orientierung entschieden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tSchon w\u00e4hrend des Studiums habe ich journalistisch gearbeitet und in<br \/> diesem Bereich auch Praktika, u.a. bei der Deutschen Welle, absolviert.<br \/> F\u00fcr den RPR (Rheinland-Pf\u00e4lzischer Rundfunk) war ich als freie<br \/> Mitarbeiterin t\u00e4tig. Parallel zum Studium bot es sich auch immer an als<br \/> Studienreiseleitung gleichzeitig etwas dazu zu verdienen, Erfahrungen zu<br \/> sammeln und m\u00f6glichst oft nach China zu reisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tNach Studienabschluss w\u00e4re ich gerne beim Journalismus geblieben, doch<br \/> das hat leider nicht geklappt. Deshalb habe ich dann bei einigen<br \/> Stationen in Jobs ohne Chinabezug gearbeitet. Im Jahr 2004 habe ich mich<br \/> dann f\u00fcr die Selbstst\u00e4ndigkeit entschieden und eine eigene Sprachschule<br \/> er\u00f6ffnet. Seither unterrichte ich dort sowie bei anderen Institutionen<br \/> und Firmen Chinesisch und habe auch ein eigenes Chinesisch-Lehrbuch<br \/> publiziert. &nbsp;Au\u00dferdem mache ich interkulturelle Managertrainings zu<br \/> China.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Und parallel zu dieser T\u00e4tigkeit arbeiten Sie als \u00dcbersetzerin?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\u00dcbersetzen ist eine sehr interessante Arbeit, die es einem selbst<br \/> erlaubt ganz tief in eine Thematik oder eine Geschichte einzutauchen, um<br \/> dem Publikum eine neue Welt zu erschlie\u00dfen. Doch von der Arbeit als<br \/> \u00dcbersetzerin allein kann man nicht leben. Daf\u00fcr ist der Zeitaufwand, den<br \/> man ben\u00f6tigt, zu gro\u00df und das Honorar, das man als \u00dcbersetzer f\u00fcr<br \/> Chinesisch pauschal pro Seite erh\u00e4lt, zu gering. Bei jedem Satz muss man<br \/> sich zun\u00e4chst in die ganz andere sprachliche Struktur ein denken.<br \/> Oftmals gilt es einen Satz in der \u00dcbersetzung vollkommen zu<br \/> transformieren.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Wie kam denn der Kontakt mit Li Er zustande?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tZun\u00e4chst habe ich mich in China umgeh\u00f6rt und vor Ort nach einem<br \/> interessanten Autor gesucht. Denn ich wollte gerne neben dem<br \/> Sprachunterricht auch als \u00dcbersetzerin, zun\u00e4chst f\u00fcr Kurzgeschichten,<br \/> arbeiten. So bin ich auf Li Er gesto\u00dfen, dessen Kurzgeschichten sehr<br \/> interessant sind. Die Suche nach einem deutschen Verlag war dann sehr<br \/> schwierig. Au\u00dferdem f\u00fchren Verlage neue Autoren nur \u00fcber einen Roman<br \/> ein. Deshalb habe ich mich entschieden zuerst Li Ers zweiten Roman <em>Der Granatapfelbaum, der Kirschen tr\u00e4gt<\/em><br \/> ins Deutsche zu \u00fcbersetzen. Meine Hoffnung war dabei, dass die Themen<br \/> dieses Romans f\u00fcr ein deutsches Publikum leichter zu verstehen w\u00e4ren als<br \/> <em>Koloratur<\/em>, Li Ers erster Roman, den ich dann im Anschluss \u00fcbersetzt habe. Schlie\u00dflich hat sich der dtv Verlag vom Konzept des <em>Granatapfelbaum<\/em><br \/> \u00fcberzeugen lassen. Zur Frankfurter Buchmesse 2009, als China Gastland<br \/> war und viele Verlage B\u00fccher mit diesem Schwerpunkt herausbrachten, ist<br \/> dann <em>Koloratur<\/em> bei Klett Cotta erschienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Sind Li Ers Romane auch noch in weitere westliche Sprachen \u00fcbersetzt worden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tNein, bisher gibt es nur die deutsche \u00dcbersetzung und einen Vertrag mit Italien. <em>Koloratur<\/em><br \/> wurde aber ins Koreanische \u00fcbersetzt. Zeitgen\u00f6ssische chinesische<br \/> Literatur ist nach wie vor schwer in anderen L\u00e4ndern zu vermitteln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>K\u00f6nnten Sie kurz den Inhalt und die Themen des Romans zusammenfassen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Der Granatapfelbaum, der Kirschen tr\u00e4gt<\/em> ist eine<br \/> Gesellschaftssatire. Der Roman spielt auf dem Land, in einem kleinen,<br \/> scheinbar fortschrittlichen Dorf mit einer B\u00fcrgermeisterin an der<br \/> Spitze. Anfangs \u00fcberwiegt der Eindruck eines harmonischen Miteinanders,<br \/> doch hinter den Kulissen bestimmt eine Vielzahl von Konflikten und<br \/> Intrigen das Zusammenleben der Dorfbewohner. Ihre Gemeinschaft zerf\u00e4llt<br \/> zusehends im Streit \u00fcber die Umsetzung der Ein-Kind-Politik,<br \/> Zugest\u00e4ndnisse an einen m\u00f6glichen Investor und (religi\u00f6se) Toleranz. Je<br \/> weiter die Handlung fortschreitet, desto mehr zeigt sich die eigentliche<br \/> R\u00fcckst\u00e4ndigkeit und das Unverst\u00e4ndnis der Dorfbewohner daf\u00fcr, was<br \/> Fortschritt in Wirklichkeit bedeutet. Dabei stellt dieses Dorf den<br \/> chinesischen Mikrokosmos dar und behandelt Themen von nationaler<br \/> Tragweite.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Wie wurde dieser Roman in China von Kritikern und&nbsp; Lesern aufgenommen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tEr war sehr erfolgreich. <em>Der Granatapfelbaum, der Kirschen tr\u00e4gt<\/em><br \/> erhielt 2003, nach seiner Vorabver\u00f6ffentlichung in einer<br \/> Literaturzeitschrift, den Preis der Literaturkritiker f\u00fcr die beste<br \/> Erz\u00e4hlung. &nbsp;Im Jahr 2004 wurde er mit dem Leserpreis f\u00fcr den besten<br \/> Roman ausgezeichnet. Im M\u00e4rz 2005 bekam Li Er dann au\u00dferdem den Gro\u00dfen<br \/> Medienpreis f\u00fcr chinesisch-sprachige Literatur 2004 in der Kategorie<br \/> Belletristik verliehen. Dabei interessieren sich viele chinesische Leser<br \/> in den St\u00e4dten nicht f\u00fcr die Geschehnisse auf dem Land. Dementsprechend<br \/> gab es auch folgende Argumentation zu h\u00f6ren: \u201eWas mit den primitiven<br \/> Bauern passiert, will niemand lesen. Es interessieren nur Geschichten<br \/> von erfolgreichen Pers\u00f6nlichkeiten, die h\u00f6her stehen als man selbst.\u201c<br \/> Doch wenn sich Leser intensiver mit dem Roman auseinander setzen,<br \/> erkennen sie meist rasch den gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang und die<br \/> gesellschaftskritischen Metaebene.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Erz\u00e4hlen Sie uns von dem Autor hinter diesem interessanten Roman!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tLi Er ist in der Volksrepublik China sehr angesehen und gilt als einer<br \/> der besten und anspruchsvollsten Autoren der Gegenwart. Heute sind<br \/> seine Roman Pflichtlekt\u00fcre im Literaturstudium. Urspr\u00fcnglich stammt Li<br \/> Er aus der Provinz Henan und hat lange an der Fudan Universit\u00e4t in<br \/> Shanghai gelehrt. Bis August dieses Jahres war er hauptberuflich Autor,<br \/> jetzt hat er eine hohe Position am Pekinger Literaturmuseum \u6587\u5b66\u535a\u7269\u9986 (<em>wenxue bowuguan<\/em>) inne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tZu Li Ers Popularit\u00e4t hat auch die Presse und PR f\u00fcr seine Romane in<br \/> Deutschland beigetragen, die dann nach China \u201ezur\u00fcckgeschwappt\u201c ist. Als<br \/> Bundeskanzlerin Angela Merkel 2008 in Peking war, hatte sie als<br \/> Gastgeschenk f\u00fcr Pr\u00e4sident Hu Jintao die deutsche Ausgabe von Li Ers <em>Granatapfelbaum<\/em><br \/> dabei. Au\u00dferdem hat sie sich bei diesem Besuch in China auch zu<br \/> Hintergrundgespr\u00e4chen mit dem Autor getroffen. Das war f\u00fcr ihn als eine<br \/> Anerkennung \u00fcber die Landesgrenzen hinaus ein fantastischer<br \/> Popularit\u00e4tsschub.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Und wie waren die Reaktionen auf <em>Koloratur<\/em>?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tEs gibt zun\u00e4chst einmal eine interessante Vorgeschichte zur Ver\u00f6ffentlichung des Romans <em>Koloratur.<\/em><br \/> Li Er hatte ein Angebot eines kleinen Verlags, der ihm eine Auflage von<br \/> einer Million Exemplaren versprach. Doch dann kam der Lektor des<br \/> Pekinger Volksverlags \u4eba\u6c11\u51fa\u7248\u793e (<em>renmin chubanshe<\/em>) mit einem neuen<br \/> Vorschlag auf den Autor zu und schlug vor, lieber in einer kleineren<br \/> Auflage von zun\u00e4chst 30 000 B\u00fcchern zu beginnen und dann nachzudrucken.<br \/> Denn seiner Meinung nach werde das Buch ansonsten nach kurzer Zeit<br \/> zensiert und aus den Buchl\u00e4den verbannt. Li Er hat sich schlie\u00dflich f\u00fcr<br \/> die \u201eleisere\u201c Variante der Erscheinung entschieden, und der Erfolg hat<br \/> ihm Recht gegeben: der Roman konnte sich so langsam, aber sicher<br \/> etablieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Entspricht dieses \u201eleise\u201c Erscheinen des Romans seiner \u201eleisen\u201c Kritik?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tJa, man k\u00f6nnte sagen, dass der Roman <em>Koloratur<\/em> sehr geschickt<br \/> und doch bei\u00dfend Kritik \u00fcbt. Das zentrale Thema ist die Aufarbeitung<br \/> und der Umgang mit Geschichte und die Beurteilung historischer<br \/> Wahrheiten. Die Geschehnisse der 40er Jahre werden im R\u00fcckblick aus drei<br \/> Perspektiven nacherz\u00e4hlt. Der Protagonist Ge Ren, um den alle Personen<br \/> und Ereignisse kreisen, kommt selbst nicht zu Wort. So bleibt seine<br \/> Figur r\u00e4tselhaft und widerspr\u00fcchlich. Doch eben diese Widerspr\u00fcche sind<br \/> meiner Meinung nach eine zentrale Botschaft Li Ers. Denn er will den<br \/> Leser dazu bef\u00e4higen selbst zu entscheiden, was L\u00fcge und was Wahrheit<br \/> ist, wer Geschichte schreibt und wer Geschichte verf\u00e4lscht. Dazu muss<br \/> jeder Einzelne das Mosaik vieler verschiedener Erz\u00e4hlungen<br \/> zusammensetzen und sich ein eigenes Bild machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Ist die Figur des Ge Ren also ein Jedermann und gleichzeitig ein Ideal?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tJa, Ge Ren ist auf jeden Fall der Gesellschaft seiner Zeit voraus und<br \/> verk\u00f6rpert einen Idealismus, der in seinem Au\u00dfenseiterdasein zum<br \/> tragischen Scheitern verurteilt ist. In die Gestaltung seiner Figur hat<br \/> Li Er westliche Denkweisen einflie\u00dfen lassen: u.a. Elemente der<br \/> Philosophie Nietzsches, von Ibsens <em>Peer Gynt<\/em> und aus Shakespeares <em>Macbeth<\/em>.<br \/> Somit steht Ge Ren f\u00fcr einen Austausch, denn er hofft auf einen wahren<br \/> Wandel der Gesellschaft nach der Revolution 1911, der seiner Meinung<br \/> nach jedoch nur durch einen Impuls von au\u00dfen kommen kann. Gleichzeitig<br \/> &nbsp;kann Ge Ren den Kampf f\u00fcr eine gesellschaftliche Ver\u00e4nderung nur<br \/> leise, doch best\u00e4ndig im Untergrund f\u00fchren; sein Tod als M\u00e4rtyrer w\u00fcrde<br \/> schlie\u00dflich nicht zu einer Besserung beitragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Ist das auch die Situation in der sich der Li Er befindet?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tJa, ebenso geht es dem Autor. Er will weiter im Land bleiben, um zu<br \/> aktuellen Themen in der Gesellschaft und in seiner Muttersprache zu<br \/> schreiben. Also bleibt er in seiner Kritik indirekt und allegorisch.<br \/> Hier in Deutschland hingegen gilt es ja oft als eine Art<br \/> Verkaufsargument, wenn ein Autor als Dissident bezeichnet wird oder<br \/> seine Werke verboten werden. Aber wenn ein Werk in China als politisch<br \/> subversiv oder pornografisch zensiert ist, spricht das ja nicht<br \/> automatisch f\u00fcr seine literarische Qualit\u00e4t! Oftmals sind diese B\u00fccher<br \/> auch nicht wirklich verboten, sondern in China immer noch erh\u00e4ltlich.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Hat Li Er denn schon einen weiteren Roman in Planung und Sie eine weitere \u00dcbersetzung?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIm Moment konzentriere ich mich auf meine interkulturellen Seminare<br \/> und den Sprachunterricht. Li Er hat sich erst vor kurzem nach l\u00e4ngerer<br \/> Pause bei mir gemeldet. Er arbeitet gerade an seinem dritten Roman, doch<br \/> wollte er vor einer Ver\u00f6ffentlichung nochmals gro\u00dfe Passagen<br \/> \u00fcberarbeiten. Also werden wir wohl noch eine Weile auf sein neues Buch<br \/> warten m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch, Frau Chabbi!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tHelen H\u00fcbner<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tLi Er<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDer Granatapfelbaum, der Kirschen tr\u00e4gt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tdtv, M\u00fcnchen 2007<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tISBN-10 3423245956<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tISBN-13 9783423245951<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t380 Seiten<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tLi Er<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tKoloratur<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tKlett-Cotta Verlag, Stuttgart 2009<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tISBN-10 3608937943<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tISBN-13 9783608937947<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t440 Seiten<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"5\" name=\"5\"><span id=\"parent-fieldname-title\">\u96f7 &#8211; Gewitter <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tGewiss kennt jeder das Gef\u00fchl &#8222;wie vom Blitz getroffen&#8220; zu sein. Im<br \/> alten Chinesisch gibt es eine \u00e4hnliche Redewendung:&nbsp;\u6674\u5929\u9739\u96f3. Sie<br \/> beschreibt einen Blitz an einem sonnigen Tage. Diese Redewendung wird im<br \/> Alltag negativ benutzt, wenn zum Beispiel ein Freund in einen Unfall<br \/> geraten ist. Aber es gibt auch bestimmte Momente, in denen man einen ein<br \/> Ereignis oder eine Geschichte \u00fcberraschend, absurd, unangenehm oder<br \/> l\u00e4cherlich findet und deshalb keinen weiteren Kommentar dazu geben will.<br \/> Das nennen die jungen Leute nicht mehr Blitz, sondern Gewitter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDas Gewitter \u96f7 <em>lei<\/em> lernt man in den ersten<br \/> Chinesischlektionen. In einem normalen Kontext ist \u96f7 ein Substantiv und<br \/> beschreibt ein Naturph\u00e4nomen. Aber die Netizens benutzen es als Verb und<br \/> Adjektiv, um ihre Gef\u00fchle ironisch auszudr\u00fccken. Ob einem die Situation<br \/> gef\u00e4llt oder nicht, alles, was einem erstaunlich erscheint, kann man<br \/> mit \u96f7 kommentieren. Die genaue Entstehung dieses Wortgebrauchs kann man<br \/> schon nicht mehr nachvollziehen. Man wei\u00df nur, dass in manchen Dialekten<br \/> \u96f7 als Verb benutzt werden kann und &#8222;schlagen&#8220; bedeutet .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tBeispiele:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\u4f60\u770b\u4eca\u5e74\u4e2d\u592e\u7535\u89c6\u53f0\u7684\u6625\u8282\u665a\u4f1a\u4e86\u5417\uff1f \u5b9e\u5728\u662f\u592a\u96f7\u4eba\u4e86\u554a\uff01<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tHast du die Fr\u00fchlingsfest-Gala von CCTV angesehen? Die war unglaublich schlecht!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\u4f60\u770b\u8fc7\u90a3\u4e2a\u5973\u660e\u661f\u7d20\u989c\u7684\u7167\u7247\u5417\uff1f\u96f7\u6b7b\u6211\u4e86\uff01\u6839\u672c\u90fd\u8ba4\u4e0d\u51fa\u6765\u662f\u5979\uff01<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tHast du schon mal die Fotos von der Schauspielerin ohne Make Up<br \/> gesehen? Ich bin wie vom Blitz getroffen! Man kann sie fast nicht<br \/> erkennen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\u8fd9\u4e2a\u6545\u4e8b\u592a\u96f7\u4e86\uff01<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIch kann diese Geschichte kaum glauben!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\u4f60\u521a\u521a\u7684\u8868\u60c5\u597d\u96f7\u554a\uff01<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIch m\u00f6chte keinen Kommentar zu deinem Gesichtsausdruck von vorhin geben!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tXiangling He<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"6\" name=\"6\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Ein Vierteljahrhundert Heidelberger Ostasienwissenschaften <\/span><\/a><\/h2>\n<p class=\"dnof9dff131\" style=\"text-align: justify;\"> \t1986 war nicht nur ein Katastrophenjahr, sondern f\u00fcr die Heidelberger<br \/> Uni ein Neuanfang, der gefeiert werden sollte. Zu dieser Zeit war das<br \/> Interesse an China und Japan besonders gro\u00df. (<a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2011\/08\/01\/newsletter-august-2011-nr-55\/#2\">Vgl. SHAN-NL Nr. 55, August 2011<\/a>)<\/p>\n<p class=\"dnof9dff131\" style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p class=\"dnof9dff131\" style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Umzug von Sinologie und Japanologie<\/strong><\/p>\n<p class=\"dnof9dff131\" style=\"text-align: justify;\"> \tVor 25 Jahren wurde nicht nur die erste Japanologieprofessur mit<br \/> Wolfgang Schamoni, sondern auch die nach der Emeritierung von Professor<br \/> Debon vakante Sinologieprofessur mit Rudolf Wagner besetzt. Zur gleichen<br \/> Zeit war auch schon die Schaffung einer zweiten (modernen)<br \/> Sinologieprofessur in die Wege geleitet worden. Die Japanologie befand<br \/> sich damals in der Landfriedstrasse, die Sinologie in der Sandgasse \u2013<br \/> beide zogen dann in den neunziger Jahren in die Akademiestrasse in der<br \/> 1919 die Heidelberger Sinologiegeschichte begonnen hatte. (<a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2009\/05\/01\/newsletter-mai-2009-nr-33\/#2\">Vgl. SHAN-NL Nr. 33, Mai 2009<\/a>)<\/p>\n<p class=\"dnof9dff131\" style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p class=\"dnof9dff131\" style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Ostasiatische Kunstgeschichte<\/strong><br \/> \t&nbsp;<\/p>\n<p class=\"dnof9dff131\" style=\"text-align: justify;\"> \tWenig ver\u00e4nderte sich damals bei der Ostasiatischen Kunstgeschichte, Professor Seckel (<a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2010\/08\/01\/newsletter-august-2010-nr-45\/#5\">Vgl. SHAN-NL Nr. 55, August 2010<\/a>)<br \/> war schon l\u00e4nger emeritiert und weiterhin sehr pr\u00e4sent, sein Nachfolger<br \/> Lothar Ledderose schon l\u00e4nger im Amt. Sie hatten in einem Altbau am<br \/> Uniplatz angefangen und zogen sp\u00e4ter in die Seminarstrasse. Debon,<br \/> Ledderose, Seckel und Wagner waren alle Kollegen bzw. Sch\u00fcler von<br \/> Wolfgang Bauer, der nach seiner Heidelberger Zeit in M\u00fcnchen<br \/> unterrichtete. (<a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2007\/12\/01\/newsletter-dezember-2007-nr-17\/#4\">Vgl. SHAN-NL Nr. 17, Dezember 2007<\/a>)<\/p>\n<p class=\"dnof9dff131\" style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p class=\"dnof9dff131\" style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Dozenten und Studenten<\/strong><\/p>\n<p class=\"dnof9dff131\" style=\"text-align: justify;\"> \tEin Sch\u00fcler der alten Professoren, der damals schon selbst<br \/> unterrichtete, war Lothar Wagner, eine langj\u00e4hrige Sprachlehrerin war<br \/> Frau Roske, sp\u00e4ter kamen dann Frau Brexendorff, Frau St\u00e4hle und Herr<br \/> Spaar hinzu.&nbsp;Zu den Studierenden der siebziger und achtziger Jahre<br \/> geh\u00f6rten &#8211; unter vielen anderen &#8211;&nbsp; Volker Kl\u00f6psch, Anne Labitzky,<br \/> Ulrike Middendorf, Ylva Monschein und Sabine Hieronymus. &nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p class=\"dnof9dff131\" style=\"text-align: justify;\"> \tIm folgenden Jahr \u2013 1987 \u2013 konnte man dann den 25. Jahrestag der<br \/> Berufung Wolfgang Bauers und der Neugr\u00fcndung der Heidelberger Sinologie<br \/> (1962) feiern; damals wurde auch das SAI gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p class=\"dnof9dff131\" style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p class=\"dnof9dff131\" style=\"text-align: justify;\"> \tLiteratur:<\/p>\n<p class=\"dnof9dff131\" style=\"text-align: justify;\"> \tT. Kampen: Sinologie im 20. Jahrhundert: Heidelberg Deutschland International, Heidelberg: Mattes Verlag, 2011.<\/p>\n<p class=\"dnof9dff131\" style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p class=\"dnof9dff131\" style=\"text-align: justify;\"> \tDr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"7\" name=\"7\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Nachruf auf Holger K\u00fchnle <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tHolger K\u00fchnle<br \/> \t\t(23. M\u00e4rz 1963 \u2013 28. November 2011)<\/p>\n<p>\t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tEines Nachts im Oktober 2007 ist Holger K\u00fchnle aufgrund von starken<br \/> R\u00fcckenschmerzen in der Bibliothek des Seminars f\u00fcr Sinologie der<br \/> Universit\u00e4t Heidelberg gest\u00fcrzt. Eine gute Stunde ist er auf dem Boden<br \/> gelegen, bevor er Hilfe rufen konnte. Das Ereignis f\u00fchrte zur Entdeckung<br \/> seiner Erkrankung, des Knochenmarkkrebs (Multiples Myelom), der ihn bis<br \/> zu seinem Lebensende verfolgte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tEr wurde im Klinikum der Universit\u00e4t Heidelberg behandelt.<br \/> Erholungsphasen und R\u00fcckschl\u00e4ge wechselten sich ab. Doch blieb er stets<br \/> optimistisch seiner Erkrankung gegen\u00fcber. In Phasen der vermeintlichen<br \/> Besserung bis in die letzten Wochen hat er Fachb\u00fccher f\u00fcr seine Studien<br \/> gekauft und an seiner Promotion weiter gearbeitet. Sogar seine<br \/> Nebenbesch\u00e4ftigung als Lektor, die er mehr oder weniger freiwillig<br \/> machte, hat er nicht ruhen lassen. Seine Freunde h\u00f6rten von ihm kaum,<br \/> dass es ihm schlecht gegangen w\u00e4re. Viele wunderten sich, dass er seit<br \/> Anfang November 2011 nicht mehr ans Telefon ging. Alle Freunde waren<br \/> sehr best\u00fcrzt, am 27. November von seinem Vater zu h\u00f6ren, dass Holgers<br \/> \u00c4rzte f\u00fcr ihn das Ende kommen sahen. Viele versuchten noch, ihn zu<br \/> sehen, aber es gelang nur einer. Kurz vor 14 Uhr am 28. November ist er<br \/> in der Klinik im Beisein seiner Eltern f\u00fcr immer eingeschlafen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Schulzeit und Studium<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tHolger K\u00fchnle wurde am 23. M\u00e4rz 1963 geboren und ist zusammen mit<br \/> seiner 1964 geborenen Schwester Ulrike in Worms aufgewachsen. Nach<br \/> seiner Schulzeit legte er 1982 am Eleonorengymnasium in Worms sein<br \/> Abitur ab, anschlie\u00dfend absolvierte er den Bundeswehr-Grunddienst in Bad<br \/> Reichenhall und in Lahnstein.<br \/> \t\tDanach entschied er sich, das Studium mit klassischer Sinologie als<br \/> Hauptfach und moderner Sinologie und politischer Wissenschaft als<br \/> Nebenf\u00e4cher an der Universit\u00e4t Heidelberg zu beginnen. Seine<br \/> sinologischen Studien vertiefte er 1987 bis 1988 bei einem<br \/> Auslandsaufenthalt auf Taiwan. Im Sommersemester 1994 bestand Holger<br \/> seine Magisterpr\u00fcfung. In seiner Magisterarbeit, \u201eDie Entdeckung des<br \/> Erlebnisses im Traum \u2013 \u00dcber das schriftliche Mitteilen von Tr\u00e4umen bei<br \/> Su Shi\u201c, befasste er sich intensiv mit Traumberichten des renommierten<br \/> Politikers und Dichters Su Shi \u8607\u8efe (1037-1101), dessen Charakter Holger<br \/> sehr sch\u00e4tzte.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Dissertation<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tZwischen 1995 und 2002 hat er Prof. Dr. Rudolf Wagner, Prof. Dr.<br \/> Catherine V. Yeh und Prof. Dr. Alexander L. Meyer bei mehreren<br \/> Buchpublikationen assistiert, wobei er im Wintersemester 1995\/96 auch<br \/> stellvertretend als Assistent von Prof. Wagner wirkte.<br \/> \t\tEs folgten seit 2003 viele Jahre der Vorbereitung seiner Dissertation<br \/> mit dem Thema \u201eWie aus einem Text etwas Gelesenes wird\u201c, die er aufgrund<br \/> seiner Erkrankung nicht mehr zu Ende bringen konnte. Seine Dissertation<br \/> behandelt u.a. die Rezeptionsgeschichte des Textes \u201eZhou Qin xingji<br \/> \u5468\u79e6\u884c\u8a18\u201c aus der Tang-Dynastie \u5510 (618-907).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Erinnerungen an Holger K\u00fchnle<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tEr beeindruckte zahlreiche Mitglieder des sinologischen Kreises durch<br \/> sein unwahrscheinlich umfassendes Fachwissen, enzyklop\u00e4disches<br \/> Allgemeinwissen und eine virtuose sprachliche Kunst, sein Wissen zu<br \/> pr\u00e4sentieren, und nicht zuletzt durch seinen feinen Humor. Au\u00dferdem<br \/> bleibt er in der Erinnerung vieler als ein intensiver Leser in der<br \/> sinologischen Bibliothek, ein beharrlicher Forscher in der klassischen<br \/> Sinologie, ein hilfsbereiter Lektor sowie ein engagierter und<br \/> aufgeschlossener Kollege, der sich regelm\u00e4\u00dfig in verschiedensten<br \/> Fachforen und Mailing-Listen (u.a. H-Asia, H-Soz-u-Kult, SINOINFO) zu<br \/> unterschiedlichsten Themen zu Wort meldete. Da seine nicht<br \/> fertiggestellte Dissertation bisher in seinem passwortgesch\u00fctzten<br \/> Rechner verschl\u00fcsselt bleibt, z\u00e4hlen \u00fcber tausend B\u00fccher zu seinem<br \/> wichtigsten Nachlass.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tF\u00fcr Holger war die k\u00fchne und ungezwungene Literatenfigur Su Shi<br \/> jemand, mit der er sich in gewissem Ma\u00dfe identifizierte.&nbsp;\u201eMit<br \/> Bambusstock und Schilfsandalen [ausgestattet, fiel es mir] leichter als<br \/> w\u00fcrde ich von einem Pferd [getragen]. Warum soll ich Furcht haben? Mit<br \/> einem Strohumhang \u00fcberlasse ich mein ganzes Leben dem diesigen Regen:<br \/> \u7af9\u6756\u8292\u978b\u8f15\u52dd\u99ac, \u8ab0\u6015? \u4e00\u7c11\u7159\u96e8\u4efb\u5e73\u751f\u201c \u2013 seine Lebenszeit l\u00e4sst sich mit dem obigen Vers<br \/> Sus portr\u00e4tieren. Und nun, \u201eich kehre zur\u00fcck, vernehme weder Sturm noch<br \/> Regen: \u6b78\u53bb, \u4e5f\u7121\u98a8\u96e8\u4e5f\u7121\u6674\u201c[1].&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tUm Holger trauern au\u00dfer den Eltern noch seine Schwester und deren<br \/> Tochter. Mit seinen Angeh\u00f6rigen erwiesen viele Freunde der Familie und<br \/> Weggef\u00e4hrten aus dem sinologischen Institut Heidelberg Holger auf dem<br \/> Hauptfriedhof in Worms die letzte Ehre. Holgers Eltern, seine Schwester<br \/> und seine Nichte Tatjana empfanden diese Bekundung des Mitgef\u00fchls als<br \/> eine gro\u00dfe, wohltuende Geste des Trostes und danken daf\u00fcr herzlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tSUN Hui (Heidelberg)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tAnmerkungen:&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t[1] F\u00fcr die obigen zwei Verse siehe Su Shi \u8607\u8efe: \u201eDing Fengbo \u5b9a\u98a8\u6ce2\u201c, in: <em>Dongpo yuefu<\/em> <em>\u6771\u5761\u6a02\u5e9c<\/em>. Shanghai: Shanghai Guji Chubanshe 1979, S. 32.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT Zwischen Phantasie und Perfektion Viktoria D\u00fcmer berichtet \u00fcber die Podiumsdiskussion \u201eZwischen Phantasie und Perfektion \u2013 Erziehung und Bildung in China und Deutschland\u201c die am 2. 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