{"id":306,"date":"2012-04-01T12:00:00","date_gmt":"2012-04-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2012\/04\/01\/newsletter-april-2012-nr-61\/"},"modified":"2026-05-20T18:35:52","modified_gmt":"2026-05-20T17:35:52","slug":"newsletter-april-2012-nr-61","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2012\/04\/01\/newsletter-april-2012-nr-61\/","title":{"rendered":"Newsletter April 2012 Nr. 61"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h3 id=\"anker_ChinasgrneBltter:Umwelta\"><span class=\"special\">&#8222;Chinas gr\u00fcne Bl\u00e4tter: Umweltaktivismus und Literatur in China&#8220;<\/span><\/h3>\n<p>Matthias Liehr, Doktorand am Institut f\u00fcr Sinologie und Stipendiat<br \/> des Exzellenzclusters \u201eAsia and Europe in a global context\u201c, hat am 19.<br \/> April am Konfuzius-Institut Heidelberg einen Vortrag \u00fcber<br \/> Umweltaktivismus und Literatur in China gehalten.<\/p>\n<p><a href=\"#1\"><strong><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h3 id=\"anker_PromotionsstipendieninTr\"><span class=\"special\">Promotionsstipendien in Transkulturellen Studien<\/span><\/h3>\n<p>Das Graduiertenprogramm f\u00fcr Transkulturelle Studien des<br \/> Exzellenzclusters &#8222;Asien und Europa im globalen Kontext&#8220; der Universit\u00e4t<br \/> Heidelberg hat acht neue Promotionsstipendien ausgeschrieben. Noch bis<br \/> 15. Mai werden Bewerbungen f\u00fcr eine F\u00f6rderphase ab 1. November 2012<br \/> entgegen genommen.<\/p>\n<p><strong><a href=\"#2\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h3 id=\"anker_DieKommunistischeParteiC\"><span class=\"special\">Die Kommunistische Partei Chinas und die Nachfolgeproblematik<\/span><\/h3>\n<p>Gerade wird die Berichterstattung \u00fcber Chinas Innenpolitik von<br \/> Debatten im Zusammenhang mit der Nachfolge von Hu Jintao und Wen Jiabao<br \/> dominiert. Thomas Kampen berichtet \u00fcber die vorangegangen<br \/> \u00dcbergangsprozesse innerhalb der KPCh.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a href=\"#3\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h3><span class=\"special\">46 Mal leer schlucken in Deutschland &#8211; 50 Mal Mund auf in China&nbsp;<\/span> <span class=\"kssattr-atfieldname-title kssattr-templateId-widgets\/string kssattr-macro-string-field-view\" id=\"parent-fieldname-title\"> <\/span><\/h3>\n<p>Die neueste Ver\u00f6ffentlichung des Heidelberger Alumnus und Autors<br \/> Oliver L. Radtke entf\u00fchrt den Leser auf eine kulinarische Tour durch<br \/> China. Helen H\u00fcbner hatte sich Mut angegessen und rezensiert das kleine,<br \/> sch\u00f6n bebilderte Buch hier f\u00fcr SHAN.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#4\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"1\" name=\"1\"><span id=\"parent-fieldname-title\">&#8222;Chinas gr\u00fcne Bl\u00e4tter: Umweltaktivismus und Literatur in China&#8220; &#8211; ein Vortrag von Matthias Liehr <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Donnerstag, den 19. April 2012,<br \/> sprach Matthias Liehr (M.A.) im Rahmen der Vortragsreihe \u201eSinology goes<br \/> Public\u201c&nbsp; am Konfuzius- Institut Heidelberg \u00fcber \u201eUmweltaktivismus<br \/> und -literatur in China\u201c. In seinem Vortrag ging der Heidelberger<br \/> Absolvent und derzeitige Doktorand des Instituts f\u00fcr Sinologie vor allem<br \/> gegen das weit verbreitete Vorurteil an, China h\u00e4tte einen<br \/> monolithischen und anti-zivilgesellschaftlichen Staatsapparat. Doch auch<br \/> mit den romantisierten Bildern einer unber\u00fchrten chinesischen Natur (<em>shanshui<\/em>,<br \/> \u5c71\u6c34) auf der einen Seite und den Katastrophen-Bildern eines v\u00f6llig<br \/> verdreckten und verschmutzen Chinas auf der anderen Seite, wollte der<br \/> junge Wissenschaftler an diesem Abend aufr\u00e4umen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Matthias Liehr begann seinen Vortrag<br \/> damit, die Schnittstelle zwischen Literatur, Politik und Umwelt n\u00e4her zu<br \/> erl\u00e4utern. Dazu f\u00fchrte er Beispiele und Veranschaulichungen aus der<br \/> chinesischen Geschichte an. So sei Literatur in China seit jeher mehr<br \/> als nur \u00c4sthetik; vielmehr gr\u00fcnde das Selbstverst\u00e4ndnis der Literatur<br \/> auf der Vorstellung sie sei der Ausdruck des Volkes gegen\u00fcber dem<br \/> Herrscher. Auf der anderen Seite reiche das Konzept von der Eroberung<br \/> der Natur durch den Menschen nicht nur bis Mao zur\u00fcck, sondern lasse<br \/> sich bis ins dritte und vierte vorchristliche Jahrhundert<br \/> zur\u00fcckverfolgen. Die Schnittstelle zwischen Umwelt und Politik erkl\u00e4rte<br \/> er mit den unz\u00e4hligen Naturerscheinungen, die in China traditionell als<br \/> Symbole f\u00fcr die politische Herrschaft herangezogen werden (z.B. Fl\u00fcsse<br \/> und deren Kontrolle als Ausdruck eines stabilen Systems). Die letzte<br \/> \u00dcberschneidung, n\u00e4mlich die von Umwelt und Literatur, belegte der<br \/> Referent mit der Wichtigkeit der Natur in der chinesischen Lyrik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Folgenden stellte Matthias Liehr zwei<br \/> B\u00fccher vor, die sich inmitten dieser Schnittstellen befinden: \u201eDer<br \/> Baumk\u00f6nig\u201c von A Cheng und \u201eWolftotem\u201c von Jiang Rong. Die Handlungen<br \/> der 1985 und 2004 erschienen Werke spielen beide in der Zeit der<br \/> Kulturrevolution und greifen das Thema Umwelt auf sehr subtile Weise<br \/> auf. W\u00e4hrend im Vordergrund des einen Buches die Rodung von W\u00e4ldern f\u00fcr<br \/> die Urbarmachung von Land steht, betont das andere die St\u00e4rke des Wolfes<br \/> als Sinnbild f\u00fcr die Aggressivit\u00e4t des Westlers, welche sich die<br \/> Chinesen zum Vorbild machen sollen. Gleichzeitig stehen Leben und<br \/> Br\u00e4uche der mongolischen Nomaden im Vordergrund.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das teilnehmende Publikum hatte nur<br \/> teilweise sinologischen Hintergrund, was die angeregte Diskussion im<br \/> Anschluss an den Vortrag sicher bereichert hat. Die Altersstruktur war<br \/> ebenfalls sehr gemischt, sodass auch auf aktuelle und ehemalige<br \/> Umweltprobleme in China und Deutschland eingegangen werden konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Vortragsreihe wird am 15. Mai mit<br \/> dem Vortrag \u201eEinblicke in die chinesische Kinderliteratur: Geschichten<br \/> und Bilder\u201c durch Petra Thiel fortgef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rebecca G\u00f6hner<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"2\" name=\"2\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Promotionsstipendien in Transkulturellen Studien <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Graduiertenprogramm f\u00fcr<br \/> Transkulturelle Studien des Exzellenzclusters &#8222;Asien und Europa im<br \/> globalen Kontext&#8220; der Universit\u00e4t Heidelberg vergibt acht<br \/> Promotionsstipendien, vorbehaltlich der Bewilligung der Mittel im Rahmen<br \/> der zweiten F\u00f6rderphase der Exzellenzinitiative des Bundes und der<br \/> L\u00e4nder. Die Entscheidung \u00fcber die Bewilligung wird f\u00fcr den 16. Juni 2012<br \/> erwartet, die zweite F\u00f6rderphase w\u00fcrde am 1. November 2012 beginnen.<\/p>\n<p>Die Stipendien haben eine H\u00f6he von 1.000 Euro pro Monat. Zus\u00e4tzlich<br \/> nehmen die Stipendiaten an weiterf\u00fchrenden Kursen teil und erhalten eine<br \/> individuelle Betreuung und Beratung. Die H\u00e4lfte der Pl\u00e4tze ist f\u00fcr<br \/> junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Asien vorgesehen.<\/p>\n<p>Von den Bewerberinnen und Bewerbern wird erwartet, dass sie ein<br \/> Promotionsprojekt einreichen, das in engem Zusammenhang zu einem der<br \/> vier Forschungsschwerpunkte steht. Sie m\u00fcssen einen Magister-Abschluss<br \/> oder einen anderen gleichwertigen Abschluss in einem Fach der Geistes-,<br \/> Sozial- oder Kulturwissenschaften besitzen. Bewerbungen, die einen<br \/> Lebenslauf, ein Motivationsschreiben, einen Projektvorschlag, einen<br \/> Zeitplan f\u00fcr die Dissertation und ein Empfehlungsschreiben enthalten,<br \/> werden \u00fcber eine Online-Plattform eingereicht.<\/p>\n<p>Nach einer ersten Vorauswahl werden die Bewerberinnen und Bewerber<br \/> Kontakt zu m\u00f6glichen Betreuerinnen und Betreuern am Cluster aufnehmen,<br \/> um ihr Projekt zu diskutieren. F\u00fcr den Fall einer positiven Entscheidung<br \/> \u00fcber die zweite F\u00f6rderphase w\u00fcrden die aussichtsreichsten Bewerberinnen<br \/> und Bewerber nach Heidelberg eingeladen, um ihre Projekte dem<br \/> Auswahlkomitee zu pr\u00e4sentieren. Die Auswahl der Kandidatinnen und<br \/> Kandidaten w\u00fcrde zeitnah dazu erfolgen.<\/p>\n<p>Der Bewerbungsschluss ist der 15. Mai 2012.<\/p>\n<p>F\u00fcr weitere Informationen \u00fcber das Graduiertenprogramm f\u00fcr Transkulturelle Studien und die Stipendien besuchen Sie: <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.asia-europe.uni-heidelberg.de\/en\/gpts\">http:\/\/www.asia-europe.uni-heidelberg.de\/en\/gpts<\/a> oder senden Sie eine Email an: application-gpts@asia-europe.uni-heidelberg.de.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"3\" name=\"3\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Die Kommunistische Partei Chinas und die Nachfolgeproblematik <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Mao Zedong im Dezember 1949 \u2013 zwei<br \/> Monate nach der Gr\u00fcndung der Volksrepublik China \u2013 zu seinem ersten<br \/> Staatsbesuch in die Sowjetunion reiste, \u00fcbernahm Liu Shaoqi<br \/> vor\u00fcbergehend die F\u00fchrung der Partei. (<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2009\/12\/01\/newsletter-dezember-2009-nr-38\/#4\" target=\"_blank\" title=\"Die Sowjetunion und die Gr\u00fcndung der Volksrepublik China (1949)\">vgl. SHAN-Newsletter Nr.38, 2009<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> <strong>Liu Shaoqi<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch in den f\u00fcnfziger Jahren galt Liu<br \/> Shaoqi, der wie Mao aus der Provinz Hunan stammte, als zweiter Mann in<br \/> der KP-Hierarchie \u2013 bei einem Altersunterschied von nur f\u00fcnf Jahren<br \/> konnte man ihn jedoch kaum als langfristigen Nachfolger des Vorsitzenden<br \/> betrachten. Innerhalb des Politb\u00fcros herrschte allerdings<br \/> Unzufriedenheit \u00fcber den schnellen Aufstieg Lius, der bis Anfang der<br \/> vierziger Jahre gar nicht der Parteispitze angeh\u00f6rt hatte; der<br \/> Vorsitzende Mao selbst war \u00fcber den Machtzuwachs seines Stellvertreters<br \/> ebenfalls beunruhigt.<br \/> Dennoch gelang es Liu 1954 den Versuch des Politb\u00fcromitglieds Gao Gang,<br \/> seine Position in Frage zu stellen, abzuwehren \u2013 woraufhin Gao Gang<br \/> (nach offiziellen Angaben) Selbstmord beging.<\/p>\n<p><strong>Deng Xiaoping<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Ernennung Deng Xiaopings zum<br \/> Generalsekret\u00e4r des ZK auf dem Achten Parteitag (1956) wurde zwar Liu<br \/> Shaoqis Stellung geschw\u00e4cht, er blieb aber auf dem zweiten Platz. Deng<br \/> Xiaoping, der seit den fr\u00fchen drei\u00dfiger Jahren zu den Anh\u00e4ngern Maos<br \/> geh\u00f6rt hatte, stellte f\u00fcr den elf Jahre \u00e4lteren Vorsitzenden zun\u00e4chst<br \/> keine Bedrohung dar. Ende der f\u00fcnfziger Jahre konnte Liu Shaoqi jedoch<br \/> seine Position erheblich st\u00e4rken und \u00fcbernahm 1959 das Amt des<br \/> Staatspr\u00e4sidenten von Mao. Chen Yun, der im Gegensatz zu Liu den \u201eGro\u00dfen<br \/> Sprung\u201c nicht unterst\u00fctzte, wurde ausgeschaltet. Zhou Enlai, der dritte<br \/> in der KP-Hierarchie, mu\u00dfte den Posten des Au\u00dfenministers abgeben.<br \/> Verteidigungsminister Peng Dehuai, der Liu wiederholt kritisiert hatte,<br \/> mu\u00dfte auf dem Lushan-Plenum zur\u00fccktreten, und selbst der fr\u00fchere<br \/> Armeef\u00fchrer Zhu De wurde heftig kritisiert.<\/p>\n<p><strong>Lin Biao<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Anfang der sechziger Jahre die<br \/> Meinungsverschiedenheiten zwischen Mao Zedong und Liu Shaoqi nicht mehr<br \/> zu \u00fcberbr\u00fccken waren, beschlo\u00df der Vorsitzende, den \u201eMachthaber auf dem<br \/> kapitalistischen Weg\u201c zu st\u00fcrzen; Zhou Enlai, Zhu De und der neue<br \/> Verteidigungsminister Lin Biao hatten verst\u00e4ndlicherweise wenig<br \/> Sympathie f\u00fcr den ehrgeizigen Konkurrenten. So wurde \u201eChinas<br \/> Chruschtschow\u201c zu Beginn der Kulturrevolution abgesetzt \u2013 er starb 1969.<br \/> Deng Xiaoping, der sich nicht rechtzeitig von Liu distanziert und damit<br \/> den Unmut des Vorsitzenden provoziert hatte, verlor ebenfalls seinen<br \/> Posten, bekam jedoch keine gr\u00f6\u00dferen Schwierigkeiten und wurde wenige<br \/> Jahre sp\u00e4ter von Mao rehabilitiert.<br \/> Im August 1966 war Lin Biao, der Initiator des Mao-Kults, zum<br \/> stellvertretenden Parteivorsitzenden ernannt worden. In den<br \/> Parteistatuten von 1969 (Neunter Parteitag) wurde Lin sogar als \u201eengster<br \/> Waffengef\u00e4hrte und Nachfolger Maos\u201c bezeichnet. Aber schon zwei Jahre<br \/> sp\u00e4ter starb Lin Biao bei einem Flugzeugabsturz in der Mongolei, womit,<br \/> wie es offiziell hie\u00df, dessen \u201eFlucht in die Sowjetunion\u201c gescheitert<br \/> war \u2013 so hatten innerhalb von zwei Jahren zwei \u201eStellvertreter\u201c Maos den<br \/> Tod gefunden,<\/p>\n<p><strong>Wang Hongwen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon auf dem Zehnten Parteitag (1973)<br \/> trat ein neuer \u201eNachfolger\u201c in den Vordergrund; Wang Hongwen, ein<br \/> Arbeiter aus Shanghai, der in der Kulturrevolution Karriere gemacht<br \/> hatte, belegte nun den zweiten Platz in der Parteif\u00fchrung. Im gleichen<br \/> Jahr wurde der inzwischen rehabilitierte Deng Xiaoping zum<br \/> stellvertretenden Ministerpr\u00e4sidenten und damit zum \u201eNachfolger\u201c des<br \/> erkrankten Zhou Enlai ernannt. Aber schon drei Monate nach dem Tod des<br \/> Ministerpr\u00e4sidenten (1976) wurde Deng Xiaoping erneut gest\u00fcrzt; Wang<br \/> Hongwen wurde im Herbst 1976 als Mitglied der \u201eViererbande\u201c verhaftet. (<a class=\"external-link\" href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2011\/04\/01\/newsletter-april-2011-nr-51\/#2\" target=\"_blank\">vgl. SHAN-Newsletter Nr. 51, 2011<\/a>)<\/p>\n<p><strong>Hua Guofeng<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inzwischen hatte sich der wenig bekannte<br \/> Hua Guofeng, der aus Maos Heimatprovinz Hunan stammte, als Nachfolger<br \/> durchgesetzt und \u00fcbernahm nach Maos Tod die Parteif\u00fchrung. Obwohl Hua<br \/> auf dem Elften Parteitag (1977) als Parteivorsitzender und 1978 als<br \/> Ministerpr\u00e4sident best\u00e4tigt wurde, zeigte sich noch im gleichen Jahr,<br \/> da\u00df Deng Xiaoping gr\u00f6\u00dferen Einflu\u00df besa\u00df.<\/p>\n<p><strong>Hu Yaobang<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deng Xiaoping verzichtete allerdings auf<br \/> den Parteivorsitz. Der elf Jahre j\u00fcngere Hu Yaobang geh\u00f6rte zwar nicht<br \/> zur ersten Generation der chinesischen Kommunisten, hatte sich jedoch<br \/> schon in den zwanziger Jahren der KP angeschlossen, am Langen Marsch<br \/> teilgenommen und stammte auch aus der Provinz Hunan. (<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2010\/01\/01\/newsletter-januar-2010-nr-40\/#3\" target=\"_blank\" title=\"Die Langen M\u00e4rsche vor 75 Jahren\">vgl. SHAN-Newsletter Nr. 40, 2010<\/a>)<br \/> Hu hatte Anfang der f\u00fcnfziger Jahre unter Deng in dessen Heimatprovinz<br \/> Sichuan gearbeitet, und beide waren dann in die Hauptstadt versetzt<br \/> worden; w\u00e4hrend Deng zum Generalsekret\u00e4r der KP bef\u00f6rdert wurde,<br \/> \u00fcbernahm Hu die Leitung des Jugendverbands. 1980 \u00fcbernahm Hu Yaobang<br \/> dann den wieder neu geschaffenen Posten des Generalsekret\u00e4rs, und im<br \/> folgenden Jahr l\u00f6ste er Hua Guofeng als Parteivorsitzender ab. Auf dem<br \/> Zw\u00f6lften Parteitag (1982) wurde Hu im ersten Amt best\u00e4tigt \u2013 der<br \/> Parteivorsitz wurde abgeschafft. Deng Xiaopings Nachfolgeregelungen<br \/> waren jedoch nicht erfolgreicher als die des Vorsitzenden Mao. Mit<br \/> seiner liberalen Haltung gegen\u00fcber Studenten und Intellektuellen, den<br \/> Bem\u00fchungen um politische Reformen und seinem Kampf gegen die Korruption<br \/> in der Partei machte sich Hu so viele Feinde \u2013 darunter Bo Yibo, dem<br \/> Vater von Bo Xilai \u2013 da\u00df er schon vor dem n\u00e4chsten Parteitag wieder<br \/> gest\u00fcrzt wurde. (<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2011\/07\/01\/newsletter-juli-2011-nr-54\/#3\" target=\"_blank\" title=\"China vor 25 Jahren: Liu Binyan und die Kampagne gegen \u201eb\u00fcrgerliche Liberalisierung\u201c\">vgl. SHAN-Newsletter Nr. 54, 2011<\/a>)<\/p>\n<p><strong>Zhao Ziyang<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Hu im Januar 1987 seinen R\u00fccktritt<br \/> erkl\u00e4ren mu\u00dfte, konnte sich sein heimlicher \u201eNachfolger\u201c Hu Qili nur<br \/> knapp in der F\u00fchrungsspitze halten, hatte aber nun keine Aussichten mehr<br \/> auf das Amt des Generalsekret\u00e4rs. Vermutlich gegen seinen Willen wurde<br \/> nun Ministerpr\u00e4sident Zhao Ziyang erst zum amtierenden und \u2013 im Herbst<br \/> 1987 (13. Parteitag) \u2013 dann zum offiziellen Generalsekret\u00e4r ernannt. Im<br \/> Gegensatz zu Hu Yaobang fehlten dem etwas j\u00fcngeren&nbsp; Zhao Ziyang<br \/> allerdings die Erfahrungen (und Freunde) aus dem Sowjetgebiet von<br \/> Jiangxi und vom Langen Marsch, und er hatte als Verwaltungskader und<br \/> Wirtschaftsreformer noch weniger Aussichten, den Respekt und die<br \/> Unterst\u00fctzung der alten Milit\u00e4rf\u00fchrer zu erlangen. Zhao war damit als<br \/> Nachfolger Dengs, dessen letzter Posten der Vorsitz in der<br \/> Milit\u00e4rkommission war, vollkommen ungeeignet und sein Sturz absehbar;<br \/> die wirtschaftlichen Probleme (Inflation) und die Unruhe in der<br \/> Bev\u00f6lkerung haben diesen Proze\u00df dann beschleunigt \u2013 zu Zhaos Gegnern<br \/> geh\u00f6rten unter anderem Bo Yibo und Chen Yun.<\/p>\n<p><strong>Jiang Zemin<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Juni 1989 wurde \u00fcberraschenderweise<br \/> der wenig bekannte Parteisekret\u00e4r von Shanghai Jiang Zemin zum<br \/> Nachfolger Zhaos bestimmt. Es ist sehr wahrscheinlich, da\u00df sich der aus<br \/> Shanghai stammende Chen Yun, der mit den Parteichefs aus Hunan (Hua und<br \/> Hu) und Henan (Zhao) immer unzufrieden war, bei der Auswahl durchgesetzt<br \/> hat. Jiang profitierte auch davon, da\u00df er bis zum Juni nicht in der<br \/> Hauptstadt war und in die damaligen Streitereien nicht verwickelt war.<br \/> Da auch ihm milit\u00e4rische Erfahrung fehlte und Chen und Deng noch sehr<br \/> dominant waren, war Jiang zun\u00e4chst in einer schwachen Position und er<br \/> verhielt sich sehr vorsichtig. Da die beiden wichtigsten \u201eSenioren\u201c<br \/> jedoch Mitte der neunziger Jahre starben und Jiang keine weitere<br \/> Konkurrenten bedrohten, konnte sich der wenig bekannte Funktion\u00e4r<br \/> dreizehn Jahre im Amt halten.<\/p>\n<p><strong>Hu Jintao&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erst schwache und dann immer st\u00e4rker<br \/> werdende Jiang Zemin konnte sich seinen Nachfolger jedoch nicht<br \/> aussuchen. Der damals vielleicht etwas frustrierte Deng Xiaoping hatte<br \/> n\u00e4mlich schon fr\u00fchzeitig immer wieder Hu Jintao gelobt und seine<br \/> F\u00fchrungsqualit\u00e4ten hervorgehoben; f\u00fcr Chen Yun war der Kandidat<br \/> vielleicht auch akzeptabel, denn Hus Geburtsort war Shanghai \u2013 seine<br \/> Familie stammte aus dem nahen Anhui.<br \/> Aus heutiger Sicht ist interessant, da\u00df Chen Yun viele Jahre in der<br \/> Organisationsabteilung der KP und in der Disziplinkontrollkommission<br \/> gearbeitet hat. Viele seiner fr\u00fcheren Untergebenen sind dort heute noch<br \/> t\u00e4tig und \u2013 unter anderem \u2013 f\u00fcr Bef\u00f6rderungen, Versetzungen und<br \/> Korruptionsbek\u00e4mpfung zust\u00e4ndig. Diese haben beim Sturz von Bo Xilai<br \/> eine wichtige Rolle gespielt.<br \/> &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"4\" name=\"4\"><span id=\"parent-fieldname-title\">46 Mal leer schlucken in Deutschland <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die neueste Ver\u00f6ffentlichung des<br \/> Heidelberger Alumnus und Autors Oliver L. Radtke entf\u00fchrt den Leser auf<br \/> eine kulinarische Tour durch China. Kurze, informativ wie am\u00fcsant<br \/> geschriebene Erl\u00e4uterungen erg\u00e4nzen die Fotografien.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im kleinen handlichen Format bietet das<br \/> B\u00fcchlein einen Einblick in die Vielfalt der chinesischen K\u00fcchen. In<br \/> derselben Reihe sind bereits \u00e4hnliche Formate zu Leckerbissen aus der<br \/> Schweiz und Australien erschienen. Ziel ist es stets mit Stereotypen<br \/> aufzur\u00e4umen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oliver Radtke versucht dem Leser ohne<br \/> Chinaerfahrung zu erl\u00e4utern, dass seine Lieblingsgerichte im deutschen<br \/> Chinarestaurant, n\u00e4mlich Pekingsuppe, Chop Suey und zum Abschluss ein<br \/> Gl\u00fcckskeks, Erfindungen cleverer Kenner europ\u00e4ischer und amerikanischer<br \/> Geschmacksvorlieben sind; keine chinesischen Originale. Im Anhang stellt<br \/> er dazu die \u00e4hnliche (absurden) chinesischen Vorstellungen von<br \/> westlichem Essen vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich pers\u00f6nlich musste Oliver Radtke bei<br \/> der Auswahl bei 46 portr\u00e4tierten Leckereien Recht geben und habe beim<br \/> Bl\u00e4ttern und Lesen mehrfach leer geschluckt. Doch gerade als mein Magen<br \/> begann laut zu knurren, sich das Wasser im Mund sammelte, und die<br \/> Sehnsucht ihren H\u00f6hepunkt erreichte, folgen Schweineschnauze und<br \/> -ringelschw\u00e4nzchen.&nbsp; Ich war beinahe erleichtert \u00fcber einen kleinen<br \/> D\u00e4mpfer bis es dann \u00fcber \u7cd6\u7cca\u82a6&nbsp; <em>tanghulu<\/em> und \u7f8a\u8089\u4e32\u513f <em>yangrouchuan&#8217;r<\/em> bei \u9ebb\u5a46\u8c46\u8150 <em>mapo doufu<\/em> kein Halten mehr gab: HUNGER!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fazit: Interessant f\u00fcr China-Laien, ein<br \/> frischer Blick auf viele Leckereien; f\u00fcr Chinakenner und Liebhaber der<br \/> dortigen kulinarischen H\u00f6hepunkte wenig Neues. Nur mit vollem Magen<br \/> ansehen und dann genie\u00dfen, mit leerem Bauch ist dieses Buch eine<br \/> Qual!&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Helen H\u00fcbner<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">P.S.: Inzwischen ist ja Perlentee der<br \/> gro\u00dfe Hit und das neue In-Getr\u00e4nk unter deutschen Jugendlichen. Ich<br \/> k\u00f6nnte ohne M\u00fche eine sehr lange Liste mit chinesischen Leckereien<br \/> aufstellen, die ich hier schmerzlich vermisse. In diesem Sinne, ab in<br \/> den Flieger und Mund auf!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oliver Lutz Radtke: &#8222;F\u00fcnfig Mal Mund auf in China. Was man gegessen haben muss&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dryas Verlag, 2011<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ISBN: 978-3-940855-29-9<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">11.95\u20ac<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT &#8222;Chinas gr\u00fcne Bl\u00e4tter: Umweltaktivismus und Literatur in China&#8220; Matthias Liehr, Doktorand am Institut f\u00fcr Sinologie und Stipendiat des Exzellenzclusters \u201eAsia and Europe in a global context\u201c, hat am 19. 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