{"id":310,"date":"2012-07-01T12:00:00","date_gmt":"2012-07-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2012\/07\/01\/newsletter-juli-2012-nr-64\/"},"modified":"2026-05-20T18:35:48","modified_gmt":"2026-05-20T17:35:48","slug":"newsletter-juli-2012-nr-64","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2012\/07\/01\/newsletter-juli-2012-nr-64\/","title":{"rendered":"Newsletter Juli 2012 Nr. 64"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 id=\"anker_TheateramSinologischenIn\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<span class=\"special\">Theater am Sinologischen Institut<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDer Theaterkurs von Frau Young-Stein f\u00fchrte drei chinesische<br \/> Theaterst\u00fccke auf und sorgte f\u00fcr Begeisterung. Nach diesem Erfolg soll<br \/> es auch weiterhin Theaterkurse am Institut geben und die neue Tradition<br \/> einer Theaterauff\u00fchrung zum Semesterende eingef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#1\"><strong><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_ClusterAsiaandEuropegeht\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<span class=\"special\">Cluster &#8222;Asia and Europe&#8220; geht in die zweite Runde<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tHeidelbergs geisteswissenschaftliche Forschung bleibt transkulturell:<br \/> Am 15. Juni wurde der Cluster \u201eAsia and Europe in a Global Context:<br \/> Shifting Asymmetries in Cultural Flows\u201c verl\u00e4ngert. Mehr dazu im<br \/> Interview mit Prof. Herren-Oesch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#2\"><strong><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_NeuesvomSHAN-Schulteam\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<span class=\"special\">Neues vom SHAN-Schulteam<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tBei der Gr\u00fcndung von SHAN im Jahr 2006 war die Schulinitiative eines<br \/> der zentralen Anliegen des Vereins. Seither bietet das Team von<br \/> fortgeschrittenen Sinologiestudierenden an Schulen in der Metropolregion<br \/> Rhein-Neckar Chinesisch-Unterricht, China-AGs und Projekttage an. F\u00fcr<br \/> eine neue Initiative sind wir jetzt auf der Suche nach neuen<br \/> Mitgliedern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#3\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_ErzhlenSiemal...AndreaJa\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<span class=\"special\">Erz\u00e4hlen Sie mal&#8230; Andrea Janku!<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tWie sah das Studium der Klassischen Sinologie in Heidelberg zur Zeit<br \/> des einsetzenden Chinabooms aus und welche Erfahrungen konnte man als<br \/> Austauschstudent in Shanghai 1990 machen? Auf diese und \u00e4hnliche Fragen<br \/> antwortet Dr. Andrea Janku im Gespr\u00e4ch mit SHAN und berichtet au\u00dferdem<br \/> \u00fcber ihre Arbeit an der SOAS in London.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#4\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Heidelbergwirdeuropisch:\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<span class=\"special\">Heidelberg wird europ\u00e4isch: Die EACS-Konferenz in Barcelona<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIm Hinblick auf die kommende EACS-Konferenz im September berichtet<br \/> Thomas Kampen \u00fcber die rege Heidelberger Teilnahme an der EACS-Konferenz<br \/> &#8222;China and the Outer world&#8220; vor 15 Jahren in Barcelona.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#5\"><strong><span class=\"internal-link\">&gt;&gt;<\/span><span class=\"internal-link\"> Zum Artikel<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"1\" name=\"1\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Theater am Sinologischen Institut <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAm vergangenen Samstagabend str\u00f6mten Studenten, Dozenten, Freunde und<br \/> Lehrer in das Karl Jaspers Centre. Vor dem Saal tummelten sich<br \/> Studentinnen im Qipao oder Krankenschwesterkost\u00fcm, Studenten im<br \/> Gelehrtengewand und erwartungsvolle Kommilitonen. Letzte B\u00fchnenmasken<br \/> wurde auf die Gesichter verteilt. Verkleidete und Publikum trennten sich<br \/> endlich und man wurde zweisprachig begr\u00fc\u00dft. Weiter ging es jedoch auf<br \/> Chinesisch:<br \/> \tDie Theatergruppe, die unter der Leitung Frau Young-Steins, sowie mit<br \/> der Unterst\u00fctzung von Frau Teng und Frau Liao, drei 20-30 min\u00fctige<br \/> St\u00fccke einstudiert hatte, pr\u00e4sentierte die Ergebnisse der Arbeitsm\u00fche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tEine Kom\u00f6die bildete den Anfang dieses unterhaltsamen Abends. Der<br \/> einfache, aber verh\u00e4ngnisvolle Satz: \u201e\u6211\u77e5\u9053\u6574\u500b\u4e8b\u60c5\u7684\u771f\u76f8\u4e86\u201c wurde zum Drehpunkt<br \/> eines kleinen Familiendramas um Song Xiaoming (Mariann Eisold): Auf Rat<br \/> des Klassensprechers (Jasmin Friebel) hin, vor \u201eEltern\u201c (Mirjam Ritter<br \/> und David Gross) und dem Lehrer (Patrik Buchholz) diesen Satz zu \u00e4u\u00dfern,<br \/> entfaltete der Satz eine ungeahnte Wirkung. Zun\u00e4chst in Form von<br \/> Bestechungsgeld, das die in die Enge getriebenen Eltern ihrem Sohn<br \/> zusteckten. Letztlich aber hallte das schallende Gel\u00e4chter vermischt mit<br \/> Applaus des Publikums durch den Saal, als der Lehrer endlich \u00fcber<br \/> Tische und B\u00e4nke seinem \u00fcberrumpelten Sohn um den Hals fiel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tEs folgte eine zeithistorische Trag\u00f6die. Vor den Augen des gespannten<br \/> Publikums entfaltete sich die Liebesgeschichte der Yun Zhifan (Ana<br \/> Puconja\/Tiziana Assandri) und des Jiang Bingliu (Patrick<br \/> Buchholz\/Etienne Bauens). Man wurde Zeuge eines romantischen Dialoges im<br \/> Shanghai 1948, der den Beteiligten unvergesslich bleibt. Doch die<br \/> Beiden, die durch Kriegswirren getrennt wurden, finden sich erst im<br \/> modernen Taibei wieder, wo sie ein paar letzte Minuten gemeinsam<br \/> verbringen. Die Tragik der Geschichte wurde aufgehellt durch die<br \/> Auftritte der Krankenschwestern (Joanna Klabisch \/ Valentina Mank), die<br \/> sich um die Ablenkung der besorgten Ehefrau (Nicole M\u00f6ller) k\u00fcmmerten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tNach einer Pause kam eine sehr moderne Fassung der ber\u00fchmten Geschichte<br \/> um den Pfirsichbl\u00fctenquell auf die B\u00fchne. H\u00f6hepunkt des Abends war wohl<br \/> der fulminante Streit zwischen dem armen Fischer Tao (Chi-Hang Chou),<br \/> seiner Frau (Cila Brosius) und dem Grundbesitzer Yuan (Frank Heberle).<br \/> Auch die Verwirrungen um die Identit\u00e4ten der Menschen in der friedlichen<br \/> Welt des Pfirsischbl\u00fctenquells (Dominic Smoczynsus, Josefine Lehmann,<br \/> Marcel Laue) und die R\u00fcckkehr in die d\u00fcstere reale Welt (mit Tiziana<br \/> Assandri als Frau des Fischer Taos) hielt die Lachmuskeln im Publikum<br \/> angespannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDieser unglaublich unterhaltsame Abend sollte der Auftakt zu weiteren<br \/> Theaterkursen sein und den Beginn einer hoffentlich neuen Tradition des<br \/> Theaterbesuches gegen Semesterende bilden. Zugabe!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tOdila Schr\u00f6der<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"2\" name=\"2\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Cluster &#8222;Asia and Europe&#8220; geht in die zweite Runde <\/span><\/a><\/h2>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n\t<em>Frau Prof. Dr. Madeleine Herren-Oesch \u2013 Professorin f\u00fcr Neuere<br \/>\nGeschichte&nbsp; und am Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Geschichts- und<br \/>\nKulturwissenschaften (ZEGK) in Heidelberg t\u00e4tig&nbsp; \u2013 ist den meisten<br \/>\nStudenten der Sinologie wohl in ihrer Funktion als Acting Director des<br \/>\nCluster &#8222;Asia and Europe in a Global Context\u201c bekannt.<br \/>\n\tIm Gespr\u00e4ch mit SHAN berichtete sie \u00fcber die Stimmung vor der<br \/>\nVerl\u00e4ngerung des Clusters am 15. Juni und \u00fcber die Zukunft der<br \/>\ntranskulturellen Forschung in Heidelberg.<\/em><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>SHAN: Am 15. Juni wurden die Ergebnisse f\u00fcr die 2. Runde der<br \/> Exzellenzinitiative verk\u00fcndet. Wie war die Stimmung in den Tagen davor<br \/> im Cluster?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tProf. Herren-Oesch: Die Entscheidung besteht aus mehreren Schritten:<br \/> Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen pr\u00e4sentierten zun\u00e4chst den<br \/> Verl\u00e4ngerungsantrag unter der Leitung der DFG vor einer Expertengruppe<br \/> in Berlin. Neben der wissenschaftlichen Evaluation spielen wie immer bei<br \/> solchen Gro\u00dfprojekten auch andere Faktoren eine wichtige Rolle. Hierzu<br \/> geh\u00f6ren etwa die Einbettung des Clusters in die Universit\u00e4t, die<br \/> Vorhaben anderer Exzellenzcluster, aber auch die politische Frage der<br \/> Nachhaltigkeit. Alles in allem hatten wir aber nach der Pr\u00e4sentation in<br \/> Berlin ein gutes Gef\u00fchl. Das Ergebnis kennt man allerdings erst, wenn<br \/> der Bescheid offiziell mitgeteilt wird und Sie wissen ja, dass sich die<br \/> Entscheidung hinausgez\u00f6gert hat. Deshalb haben wir mit wachsender<br \/> Spannung auf das Resultat gewartet \u2013 das Sch\u00f6ne war, dass ganz viele<br \/> Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Marstallhof den Moment des Wartens<br \/> mit uns geteilt haben.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Die Bewerbung lief bereits letzten August erneut an. Im Januar<br \/> waren Sie dann in Berlin. Wie haben Sie den Cluster in die n\u00e4chste Runde<br \/> gebracht? Gab es inhaltliche Schwerpunkte bei der Pr\u00e4sentation?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDer Cluster ist ja nicht einfach nur ein Forschungsprojekt, sondern hat<br \/> die Aufgabe strukturelle Ver\u00e4nderungen innerhalb der darin vertretenen<br \/> F\u00e4cher und der Universit\u00e4t zu realisieren. Ein Fortsetzungsantrag zeigt<br \/> demnach mehr als einzelne Schwerpunkte oder Themen, er pr\u00e4sentiert<br \/> disziplin\u00e4re Vernetzung&nbsp; und weist intellektuellen Mehrwert aus.<br \/> Uns war nat\u00fcrlich wichtig hervorzuheben, wie die verschiedenen<br \/> Disziplinen miteinander arbeiten, beziehungsweise wie<br \/> Asienwissenschaften als Area Studies und die sogenannten systematischen<br \/> Wissenschaften miteinander interagieren. Dar\u00fcber hinaus ist auch zu<br \/> beachten, dass es sich um ein Fortsetzungsprojekt handelt, das hei\u00dft, es<br \/> galt zu zeigen, warum das zentrale Konzept der transkulturellen<br \/> Forschung in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren weitergef\u00fchrt werden sollte.<br \/> Schlie\u00dflich geh\u00f6rt es auch dazu, Informationen zur<br \/> Forschungsorganisation, Nachwuchsf\u00f6rderung, oder auch zur Nachhaltigkeit<br \/> der ganzen Unternehmung zu geben. Kurz, bei solchen Gelegenheiten wird<br \/> immer das volle Panorama entwickelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>An welcher Stelle sehen Sie den Cluster nach den n\u00e4chsten 4 Jahren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIn den n\u00e4chsten Jahren k\u00f6nnen wir zeigen, was wir hier in der ersten<br \/> Phase eingeleitet haben. F\u00fcr mich ist es wichtig zu betonen, dass wir<br \/> ein analytisches Instrumentarium entwickelt haben \u2013 das Konzept der<br \/> Transkulturalit\u00e4t \u2013das kulturelle Verflechtungen sichtbar und<br \/> interpretierbar macht. Wir gehen also nicht einfach davon aus, dass<br \/> Kulturen nebeneinander bestehen und auf mehr oder weniger friedliche Art<br \/> und Weise interagieren. Wir betrachten kulturelle Verflechtungen<br \/> vielmehr als Normalfall. Selbstverst\u00e4ndlich haben in verschiedenen<br \/> historischen Kontexten unterschiedliche Gruppierungen jeweils den<br \/> Anspruch gehabt, einen bestimmten Ausschnitt aus diesen<br \/> Verflechtungsgeschichten als \u201egenuin\u201c, das hei\u00dft als ihre eigene,<br \/> authentische Kultur darzustellen. Unser analytisches Instrument ist<br \/> dabei f\u00fcr die Beziehungen zwischen Europa und Asien im 21. Jahrhundert<br \/> von ganz besonderer Relevanz. Hier hat, wie ich denke, der Cluster auch<br \/> eine wichtige Funktion der \u00d6ffentlichkeit gegen\u00fcber; n\u00e4mlich<br \/> transdisziplin\u00e4r zu denken und wissenschaftliche Ergebnisse zu unserer<br \/> Gegenwart in Beziehung zu setzen. W\u00e4hrend wir in der ersten Phase das<br \/> Konzept der Transkulturalit\u00e4t sch\u00e4rfen, nachweisen oder eben<br \/> falsifizieren mussten, k\u00f6nnen wir es jetzt gezielt einsetzen und in den<br \/> vier Forschungsbereichen des Clusters anwenden. Dies bedeutet auch, dass<br \/> dieses Konzept nun sehr viel deutlicher auch in die unterschiedlichen<br \/> Disziplinen diffundiert und in anderen universit\u00e4ren Bereichen Anwendung<br \/> findet. Dieser Strukturwandel, den der Cluster bewirken soll, ist mir<br \/> besonders wichtig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Das hei\u00dft, Sie m\u00f6chten durch neue Konzepte in die aktuelle<br \/> Forschungsweise in den einzelnen Instituten eingreifen und die Arbeit<br \/> mitformen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tEingreifen ist f\u00fcr mich ein etwas schwieriger Begriff. Was wir hier<br \/> anstreben ist eine neue Form des Forschens, bei der die disziplin\u00e4re<br \/> Zusammenarbeit eine zentrale Rolle spielt. Disziplin\u00e4re Methoden bleiben<br \/> selbstverst\u00e4ndlich erhalten. Die Clusterprofessuren zeigen aber, wie<br \/> disziplin\u00e4re Kompetenzen \u00fcber die F\u00e4chergrenzen hinaus entstehen, etwa<br \/> wenn nun Global Art History, Cultural Economic History, Intellectual<br \/> History, Buddhist Studies und Visual and Media Anthropology angeboten<br \/> werden k\u00f6nnen. Es entsteht damit ein Mehrwert \u00fcber die bestehenden<br \/> Disziplinen hinaus. Sie k\u00f6nnen in der Tat die Welt neu denken, um es ein<br \/> wenig pathetisch auszudr\u00fccken.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Sie haben also einen gr\u00f6\u00dferen Spielraum, bestimmte Aspekte anzugehen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tEs gibt \u00fcberhaupt Themen, die jetzt erst auf der Bildfl\u00e4che erscheinen<br \/> und Forschungsfragen, die man in diesem Kontext ganz neu denken kann.<br \/> Das ist der gro\u00dfe Gewinn. Alle Formen von Grenz\u00fcberschreitungen, die dem<br \/> Konzept des methodischen Nationalismus vollkommen entgangen sind,<br \/> geh\u00f6ren beispielsweise dazu. Jede Disziplin, die im 19. Jahrhundert<br \/> entwickelt wurde, hat dieses nationale Korsett, ob nun Asien oder Europa<br \/> untersucht wurde. Somit sind auch zahlreiche Quellenbest\u00e4nde national<br \/> fokussiert. Alles was sich \u00fcber nationale Grenzen hinweg bewegt, ist<br \/> nicht nur viel schwieriger zu denken, sondern auch zu erforschen. Das<br \/> r\u00fchrt daher, dass es \u2013 hier spreche ich als Historikerin \u2013 keine<br \/> nationalen Archive gibt, die explizit Grenz\u00fcberschreitungen und<br \/> Verflechtungsprozesse dokumentieren. Das Konzept der Transkulturalit\u00e4t<br \/> erschlie\u00dft neues Material, f\u00fcr dessen Bearbeitung wir&nbsp; insbesondere<br \/> auch auf neuartige Informationstechnologien angewiesen sind. Ich kann<br \/> mir nur schwer vorstellen, dass das, was wir heute tun, vor 50 Jahren so<br \/> h\u00e4tte umgesetzt werden k\u00f6nnen. Gerade wenn grenz\u00fcberschreitende<br \/> Prozesse beleuchtet werden, sind digitale Hilfsmittel und IT-basierte<br \/> Methoden zentral. Die Heidelberg Research Area bietet die n\u00f6tige<br \/> Infrastruktur, um verstreute oder weit voneinander entfernte<br \/> Materialbest\u00e4nde miteinander in Verbindung zu setzen und auch jenen<br \/> zug\u00e4nglich zu machen, die nicht unbedingt \u00fcber die entsprechenden<br \/> Sprachkompetenzen verf\u00fcgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>In einem Atemzug mit der Clusterverl\u00e4ngerung wird auch die<br \/> Gr\u00fcndung eines neuen Centres for Transcultural Studies (HCTS) genannt.<br \/> K\u00f6nnen Sie kurz vorstellen, worum es in dem neuen Centre gehen soll und<br \/> wie es strukturiert sein wird?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDas Heidelberg Centre for Transcultural Studies ist das nachhaltige<br \/> Ergebnis unseres Clusters. Angedacht ist eine institutionelle Plattform,<br \/> die garantieren wird, dass die neu entwickelte Form des Arbeitens und<br \/> Forschens auch in Zukunft angeboten werden kann. HCTS ist das Herzst\u00fcck<br \/> dessen, was man als Nachhaltigkeit bezeichnen kann. Wenn der Cluster<br \/> einmal abgeschlossen ist \u2013 es handelt sich hierbei ja um ein zeitlich<br \/> begrenztes Projekt \u2013 wird das HCTS bleiben und sich weiterhin der<br \/> transkulturellen Forschung widmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Ganz praktisch gefragt, wird das Centre personell und r\u00e4umlich<br \/> mit dem jetzigen Cluster \u00fcbereinstimmen, oder sind die Strukturen noch<br \/> ganz offen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie Strukturen sind insofern nicht offen, als dass eine klare<br \/> Zielsetzung vorhanden ist und sich das HCTS somit aus dem entwickelt,<br \/> was wir hier bereits etabliert haben. Allerdings wird die Arbeit<br \/> nat\u00fcrlich nicht in den gleichen Dimensionen stattfinden k\u00f6nnen, wie es<br \/> gerade jetzt der Fall ist. Das HCTS wird weiterhin dem Prinzip der<br \/> transkulturellen Forschung verpflichtet bleiben und darauf hinarbeiten,<br \/> dass die verschiedenen disziplin\u00e4ren Bereiche miteinander interagieren,<br \/> die eigentlich in der Zeit vor dem Cluster wenig miteinander in Kontakt<br \/> kamen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>K\u00f6nnen Sie ein Beisp<\/strong><strong>iel nennen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tMeine Kollegen und Kolleginnen aus der Sinologie habe ich tats\u00e4chlich<br \/> erst richtig durch den Cluster kennen gelernt \u2013 das hei\u00dft erfahren \u00fcber<br \/> was sie forschen, womit sie sich besch\u00e4ftigen \u2013 und schlie\u00dflich mit<br \/> ihnen zusammengearbeitet. Vorher fand man sich zusammen vor allem eher<br \/> auf allgemeinen Sitzungen wieder, was nat\u00fcrlich weitaus weniger spannend<br \/> ist als das, was wir hier nun machen k\u00f6nnen, etwa dar\u00fcber nachzudenken,<br \/> was europ\u00e4ische und chinesische Enzyklop\u00e4dien verbindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Von der Ebene der Studenten aus gesehen ist nat\u00fcrlich der<br \/> Master \u201eTranscultural Studies\u201c von besonderem Interesse. Wird das<br \/> Programm auch unter dem HCTS weitergef\u00fchrt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDer Master, der inzwischen fest an der Universit\u00e4t etabliert ist, hat<br \/> sich aus dem Cluster entwickelt, ist aber heute ein eigenst\u00e4ndiger, fest<br \/> etablierter Studiengang, der auf jeden Fall auch unabh\u00e4ngig vom Cluster<br \/> weiter bestehen bleiben wird. Allerdings wird Cluster\/HCTS als<br \/> institutionelle Basis der transkulturellen Forschung das Zentrum des<br \/> Masters Transkultural Studies darstellen, zumal hier die f\u00fcnf<br \/> Clusterprofessuren zu finden sind, deren disziplin\u00e4re Ausrichtung ja den<br \/> Kern des Masters bilden.<\/p>\n<p>\tVielen herzlichen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch, Frau Herren-Oesch!<\/p>\n<p>\tDas Interview f\u00fchrte Silvia Faulstich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"3\" name=\"3\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Neues vom SHAN-Schulteam <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tBei der Gr\u00fcndung von SHAN im Jahr 2006 war die Schulinitiative eines<br \/> der zentralen Anliegen des Vereins. Seither bietet das Team an Schulen<br \/> in der Metropolregion Rhein-Neckar Chinesisch-Unterricht, China-AGs und<br \/> Projekttage an. Die Mitglieder sind fortgeschrittene Studierende,<br \/> Mitarbeiter und Alumni des Instituts f\u00fcr Sinologie der Universit\u00e4t<br \/> Heidelberg. Zu den Kooperationspartnern z\u00e4hlen neben den zahlreichen<br \/> beteiligten Schulen der Fachverband Chinesisch und das<br \/> Konfuzius-Institut Heidelberg. 2007 wurde das Projekt mit dem vom BMBF<br \/> und dem Haus der Wissenschaft Bremen ausgelobten Preis \u201eGeist<br \/> begeistert\u201c ausgezeichnet und bereits 2008-2010 durch die Robert Bosch<br \/> Stiftung gef\u00f6rdert. F\u00fcr das kommende Jahr haben wir uns erneut um eine<br \/> F\u00f6rderung beworben. Das Schulteam plant um zum einen das Projekt<br \/> qualitativ weiter zu entwickeln und um zum anderen neue<br \/> Projektmitglieder auszubilden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIm Rahmen der Neuausrichtung des Projekts wollen wir neue Lehrkr\u00e4fte<br \/> aufnehmen und &nbsp;die Unterrichtsmaterialien weiterentwickeln. Bis zum<br \/> Ende des Jahres 2013 sollen f\u00fcnf neue China-Projekte mit den genannten<br \/> Schwerpunkten etabliert werden. Neue Teammitglieder werden in<br \/> Didaktik-Schulungen ausgebildet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tWir freuen uns \u00fcber fortgeschrittene Studierende, die sich f\u00fcr eine<br \/> Mitarbeit im Schulteam interessieren. Ulrike B\u00fcchsel, die das Team<br \/> koordiniert, beantwortet gerne eure Fragen per Mail an:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"mailto:ulrike.buechsel@zo.uni-heidelberg.de\">ulrike.buechsel [at] zo.uni-heidelberg.de<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"4\" name=\"4\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Erz\u00e4hlen Sie mal&#8230; Andrea Janku! <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<em>Andrea Janku kennt das Institut f\u00fcr Sinologie in Heidelberg als<br \/> Studentin, Promovierende ebenso wie als Mitarbeiterin. Seit 2007 lehrt<br \/> sie nun an der SOAS in London. Im Interview berichtet sie von ihren<br \/> Erfahrungen in China 1990, Nachhaltigkeit und Katastrophen- und<br \/> Umweltgeschichte.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>SHAN: Frau Janku, zu Beginn die klassische Frage: Warum Sinologie?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDr. Andrea Janku: Im Gegensatz zu manchen Kommilitonen hatte ich das<br \/> nicht lange im Voraus geplant. Das Studium begonnen habe ich im<br \/> Magisterstudiengang mit den F\u00e4chern Romanistik und Germanistik. Leider<br \/> musste ich dazu das Latinum nachholen. Das habe ich zwar gerade so<br \/> bestanden, dennoch war ich danach auf der Suche nach einer spannenden<br \/> Alternative: Also habe ich angefangen Chinesisch zu lernen und das fand<br \/> ich wirklich sehr spannend! Nach einem Semester habe ich dann<br \/> beschlossen, Klassische Sinologie als Hauptfach dazu zu nehmen. In<br \/> meinem Jahrgang, mit Beginn Wintersemester 1987\/88, waren wir am Anfang<br \/> etwa 30 Studierende. Das waren die ersten Jahre des beginnenden<br \/> Chinabooms. Die Mehrzahl der Sinologiestudenten konzentrierte sich auf<br \/> modernes Chinesisch, was den Vorteil hatte, dass wir in den<br \/> Klassikseminaren immer in kleinen Gruppen arbeiten konnten. Das hat mir<br \/> gut gefallen. Ich bin dann bei der Klassischen Sinologie im Hauptfach<br \/> geblieben, mit Moderner Sinologie und Soziologie im Nebenfach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Mit klassischer Sinologie im Hauptfach haben Sie sicher viele Seminare bei Prof. Wagner besucht?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tJa, Prof. Wagner war Anfang 1987 nach Heidelberg gekommen. Vor allem<br \/> f\u00fcr diejenigen, die schon vorher ihr Studium begonnen hatten, bedeutete<br \/> das einen gro\u00dfen Einschnitt. Allerdings habe ich nicht so sehr die<br \/> wirklich \u201aklassischen\u2018 Klassikseminare besucht \u2013 keine buddhistischen<br \/> H\u00f6llen und Yijing-Kommentare. Dazu f\u00fchlte ich mich damals nicht gut<br \/> genug vorbereitet, was ich heute etwas bereue. F\u00fcr mich begann alles mit<br \/> den Seminaren zur sp\u00e4ten Qing-Presse. Ich war also schon von Anfang an<br \/> ein eher \u201amoderner\u2018 Klassikstudent. Professor Wagner hatte in den<br \/> neunziger Jahren zwei Forschungsgruppen geleitet, eine zur klassischen<br \/> Kommentarliteratur, die andere zum Thema public sphere. Im Rahmen der<br \/> letzteren ist meine Dissertation entstanden. Zu dieser Gruppe z\u00e4hlten<br \/> unter anderen auch Barbara Mittler, Natascha Vittinghoff,&nbsp; Nanny<br \/> Kim und Heike Holbig, die alle auch die akademische Laufbahn<br \/> eingeschlagen haben und inzwischen an&nbsp; verschiedenen sinologischen<br \/> Instituten in Deutschland und Europa forschen und lehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tToll war auch, dass sich zu diesem Zeitpunkt am Institut sehr viel in<br \/> Bewegung befand. Rudolf Wagner investierte viel Energie, Zeit und auch<br \/> Geld in den Aufbau der Institutsbibliothek und der EDV.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Eine \u00e4hnliche Aufbruchsstimmung haben Sie sicherlich dann auch bei Ihrem ersten Chinaaufenthalt gesp\u00fcrt.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tNein, leider nicht. Ich hatte geplant nach der Zwischenpr\u00fcfung im<br \/> Herbst 1989 nach Shanghai zu fliegen. Aber nach den Vorf\u00e4llen im Juni<br \/> hatte der DAAD vorerst alle Austauschprogramme auf Eis gelegt. Zum Gl\u00fcck<br \/> f\u00fcr uns Studierende erwies sich das als eine kurze Zwischenphase und<br \/> schon im Januar 1990 sind wir dann doch nach China gereist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIch hatte mich zuvor bei den Kommilitonen erkundigt, die 1986\/87 in<br \/> China gewesen waren und sie \u00fcber das Studium, Land und Leute befragt.<br \/> Was ich dann allerdings 1990 in Shanghai vorfand, entsprach so gar nicht<br \/> deren Berichten von einer offenen, sich im Aufbruch befindenden<br \/> Gesellschaft. Die meisten chinesischen Studierenden waren uns Ausl\u00e4ndern<br \/> gegen\u00fcber sehr zur\u00fcckhaltend. Nur einige wenige versuchten gezielt<br \/> Ausl\u00e4nder kennenzulernen, doch deren Motivation daf\u00fcr war uns nicht ganz<br \/> klar und \u2013 um ehrlich zu sein \u2013 manchmal etwas suspekt. In unsere<br \/> Zimmer im Wohnheim der internationalen Studierenden der Huadong Shifan<br \/> Daxue (East China Normal University) durften die chinesischen<br \/> Studierenden nicht und auch sonst wurden sie in ihren Kontakten zu ihren<br \/> ausl\u00e4ndischen Kommilitonen genau \u00fcberwacht. Einige der Lehrkr\u00e4fte, die<br \/> sich im Fr\u00fchjahr und Sommer in der Protestbewegung engagiert hatten,<br \/> befanden sich nun in einer sehr heiklen Lage, nicht nur weil sie nicht<br \/> mehr unterrichten durften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIn Erinnerung geblieben ist mir insbesondere ein Erlebnis, weil es die<br \/> Stimmung dieser Zeit f\u00fcr mich in besonderer Weise, in einer Szene,<br \/> zusammenfasst. Wie die meisten Auslandsstudenten war ich in den<br \/> Sommerferien im Land auf Reisen gegangen. Als ich allerdings fr\u00fcher als<br \/> die meisten an die Uni zur\u00fcckkam, konnte ich meinen Augen kaum trauen:<br \/> W\u00e4hrend meiner Abwesenheit hatte sich der Campus in ein milit\u00e4risches<br \/> Trainingslager verwandelt. Vor Beginn der Vorlesungen wurde den<br \/> chinesischen Studierenden in der Gluthitze des Shanghaier Augusts von<br \/> Ausbildern der Volksbefreiungsarmee eine milit\u00e4rische Grundausbildung<br \/> abverlangt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Waren viele internationale Austauschstudenten zu dieser Zeit in Shanghai?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tJa, insgesamt war ich anderthalb Jahre dort und habe in dieser Zeit<br \/> viele internationale Studierende kennengelernt. Eine gro\u00dfe Gruppe von<br \/> liuxuesheng an der Huashida waren Afrikaner, die Regierungsstipendien<br \/> f\u00fcr ihr Studium in Shanghai erhalten hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Wie hat sich dann Ihr weiteres Studium in Heidelberg entwickelt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tProf. Wagner hat zu der Zeit, als ich mein Hauptstudium begann, wie<br \/> schon erw\u00e4hnt, seine eigene Forschung und Lehre zum Thema Presse und<br \/> popular culture ausgeweitet. Dazu hat er auch eine Reihe von Shanghaier<br \/> Gastdozenten eingeladen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Wei<br \/> Shaochang, der damals schon um die siebzig war. Er war ein Experte der<br \/> popul\u00e4ren Literatur der sogenannten Mandarin Ducks and Butterflies<br \/> School (yuanyang hudie pai) der in den 1950er Jahren Materialien zu<br \/> dieser verp\u00f6nten Literatur zusammenstellen sollte, an denen dann<br \/> exemplarisch Kritik ge\u00fcbt wurde. Ihn konnte man fast immer lesend in der<br \/> Bibliothek finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tSchlie\u00dflich habe ich in diesem Bereich auch meine Magisterarbeit und<br \/> Dissertation \u00fcber die Shenbao geschrieben. Sp\u00e4ter hatte ich dann das<br \/> Gl\u00fcck, dass Joachim Gentz, der die Assistenz am Lehrstuhl f\u00fcr klassische<br \/> Sinologie innehatte, nach G\u00f6ttingen wechselte, und ich mit meiner<br \/> Bewerbung auf die frei gewordene Stelle erfolgreich war. So blieb ich<br \/> dann noch weitere vier Jahre in Heidelberg. 2006 bin ich dann<br \/> schlie\u00dflich nach London an die SOAS (School of Oriental and African<br \/> Studies) gegangen.&nbsp; Dort bin ich nicht in der Sinologie, sondern im<br \/> History Department. Die Abteilung dort ist sehr gro\u00df und intern nach<br \/> Regionen organisiert. Im Bereich Ostasien sind wir als Chinaspezialisten<br \/> zu zweit, dazu kommen zwei Japanhistoriker. Eine \u00e4hnliche Anzahl von<br \/> Experten ist jeweils f\u00fcr S\u00fcdostasien, S\u00fcdasien, Afrika und den Mittleren<br \/> Osten zust\u00e4ndig, wobei die letzten drei die bei unseren Studierenden<br \/> popul\u00e4rsten Regionen sind. Von den Mitarbeitern des SOAS kommen die<br \/> allerwenigsten aus Gro\u00dfbritannien. Die internationale Zusammensetzung<br \/> des Kollegiums und auch vor allem der postgraduate students ist einer<br \/> der interessantesten und attraktivsten Aspekte der Arbeit in London.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Die Teilnehmer ihrer Veranstaltungen studieren also Geschichte im Hauptfach?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tJa, die meisten studieren eigentlich \u201anur\u2018 Geschichte. Deshalb k\u00f6nnen<br \/> wir auch keine besonderen sprachlichen Kenntnisse, z.B. Chinesisch,<br \/> erwarten. Mit wenigen Ausnahmen arbeiten die B.A. und M.A.\u2013Studierenden<br \/> haupts\u00e4chlich mit englischen Quellen und Literatur. Mein Vorg\u00e4nger hatte<br \/> sich z.B. auf Missionsgeschichte spezialisiert, ein Thema, dass sich<br \/> verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gut mit englischsprachigen Quellen behandeln l\u00e4sst.<br \/> Spannend wird es auf dem Level der postgraduate students und<br \/> insbesondere der Doktoranden, die dann f\u00fcr meinen Bereich in der Regel<br \/> aus chinesischsprachigen L\u00e4ndern kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie ersten Jahre&nbsp; an der SOAS waren ziemlich arbeitsintensiv, aber<br \/> auch sehr spannend. Nicht nur weil ich nicht nur chinesische, sondern<br \/> auch ostasiatische Geschichte unterrichten musste, sondern weil ich in<br \/> diesem neuen Kontext fast automatisch gezwungen wurde, alles immer in<br \/> einem globalen Kontext zu sehen. Was ich vorher gemacht hatte, kam mir<br \/> auf einmal ungeheuer sinozentrisch vor. So lassen sich viele Ans\u00e4tze und<br \/> Fragestellungen relativieren und in gr\u00f6\u00dfere Zusammenh\u00e4nge stellen. Es<br \/> ist auch interessant zu sehen, dass in unserem History Department und<br \/> wohl auch in England allgemein, glaube ich, China weniger Bedeutung<br \/> zukommt als in Deutschland, und dagegen der islamischen Welt eine<br \/> weitaus gr\u00f6\u00dfere Bedeutung beigemessen wird. Das hat wohl nicht nur<br \/> historische Gr\u00fcnde. Dennoch sehe ich mich immer noch nicht wirklich als<br \/> Historikerin, sondern als historisch arbeitende Sinologin und habe<br \/> nat\u00fcrlich auch weiterhin meinen Fokus auf China. Das kann ich am besten<br \/> und daf\u00fcr wurde ich ja auch eingestellt, und sowieso geht es an der<br \/> SOAS, auch am History Department, in fast allen Veranstaltungen um<br \/> Afrika oder Asien, oder eben globale Themen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Welche Lehrveranstaltungen bieten Sie an?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tZun\u00e4chst einmal, zusammen mit anderen Kollegen, eine Einf\u00fchrung in die<br \/> Ostasiatische Geschichte, au\u00dferdem auf dem \u201aIntermediate Level\u2018 einen<br \/> Kurs zu \u201eModern China\u201c. F\u00fcr Masterstudierende biete ich neben einem Kurs<br \/> zur chinesischen Geschichte auch ein Seminar zur \u201eGeschichte der Umwelt<br \/> und Globalisierung in Asien und Afrika\u201c an. Dabei steht die Interaktion<br \/> zwischen menschlichen Gesellschaften und ihrer physischen Umgebung im<br \/> Kontext globaler Prozesse seit der fr\u00fchen Neuzeit im Fokus. Wie<br \/> beeinflussen sich diese beiden Faktoren gegenseitig? Wie sehen<br \/> historische Prozesse aus&nbsp; einer \u00f6kologischen Perspektive aus?<br \/> Welche Rolle spielt das Klima?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIm Bereich der Forschung \u00fcber Indien hat die Auseinandersetzung mit der<br \/> Umweltgeschichte eine l\u00e4ngere Tradition. Bereits seit den 70er Jahren<br \/> haben sich Wissenschaftler zum Beispiel mit den Konsequenzen der<br \/> systematischen Abholzung von W\u00e4ldern zugunsten von Plantagenwirtschaft<br \/> besch\u00e4ftig und Fragen zu den Folgen f\u00fcr die indigene Bev\u00f6lkerung<br \/> gestellt. Sowohl diese Fragestellungen als auch die Auseinandersetzung<br \/> mit umweltpolitischen Themen allgemein sind in Indien in Verbindung mit<br \/> der Kolonialgeschichte zu sehen.&nbsp; In China war zwar die historische<br \/> Geographie schon in der ersten H\u00e4lfte des zwanzigsten Jahrhunderts eine<br \/> wichtige Disziplin, aber bis heute k\u00e4mpfen Umwelthistoriker dort darum<br \/> als ein legitimer und wichtiger Bereich der Geschichtswissenschaften<br \/> anerkannt zu werden. Interessanterweise ist Umweltgeschichte Chinas oft<br \/> eher ein Teilbereich der Wirtschaftsgeschichte, w\u00e4hrend es in Indien<br \/> meistens um soziale Bewegungen geht. In jedem Fall&nbsp; ist es wichtig,<br \/> die Forschung in diesem Bereich und zu Fragen der Klimageschichte<br \/> weiter auszubauen. Denn das geh\u00f6rt auch zur Entwicklung von einem<br \/> Bewu\u00dftsein f\u00fcr Umwelt und Nachhaltigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Nachhaltigkeit ist momentan ein gro\u00dfes Modewort in allen Bereichen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tJa, den Begriff kann man vielleicht am besten als einen verzweifelten<br \/> Versuch, Entwicklung und die Erhaltung unserer nat\u00fcrlichen<br \/> Lebensbedingungen in Einklang zu bringen, sehen. Dahinter steht die<br \/> Entdeckung, wie abh\u00e4ngig wir von unserer Umwelt sind und von welcher<br \/> immensen Bedeutung der Erhalt von Biodiversit\u00e4t und einer funktionalen<br \/> physischen Umwelt ist. Daf\u00fcr ein Bewu\u00dftsein zu schaffen, ist<br \/> existentiell wichtig. Denn die zentralen Fragen der Zukunft stehen mit<br \/> dem Verh\u00e4ltnis zwischen Menschen und ihrer Umwelt in Verbindung: Wie<br \/> werden wir in 50 Jahren die Weltbev\u00f6lkerung ern\u00e4hren? K\u00f6nnen oder wollen<br \/> wir den Einsatz gentechnisch ver\u00e4nderter Lebensmittel vermeiden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIn diesem Zusammenhang m\u00fcssen wir auch erkennen, dass man die Begriffe<br \/> von Natur und Kultur nicht trennen kann. Ideengeschichtlich ist das eine<br \/> rezente Entwicklung. Die Trennung ist ein modernes Ph\u00e4nomen und sehr<br \/> kritisch zu sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>In welchem Zusammenhang stehen ihre Forschungsschwerpunkte zu<br \/> Umwelt- und Katastrophengeschichte mit der Vortragsreihe \u201eImaging<br \/> Disaster\u201c?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIch bin keine Kunsthistorikerin, habe aber im Zusammenhang mit meiner<br \/> Forschung \u00fcber Hungerkatastrophen im China des neunzehnten Jahrhunderts<br \/> eine Reihe von Bildmaterialien gesammelt, die zu diesem Thema passen.<br \/> F\u00fcr mich war das eine gute Gelegenheit, diese Materialien einmal in den<br \/> Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Haben Sie zum Schluss noch einen Rat f\u00fcr aktuell Studierende?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tMir hat die klassische Sinologie immer sehr viel Spa\u00df gemacht, deshalb<br \/> habe ich mich daf\u00fcr entschieden und bin dabei geblieben. Das rate ich<br \/> auch meinen Studierenden: Sucht euch ein Thema oder einen Bereich, an<br \/> dem ihr Spa\u00df habt, und konzentriert euch darauf, denn was man mit Freude<br \/> macht, macht man in der Regel gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong>Liebe Frau Janku, vielen herzlichen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDas Interview f\u00fchrte Helen H\u00fcbner.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"5\" name=\"5\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Heidelberg wird europ\u00e4isch &#8211; die EACS-Konferenz in Barcelona <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVor gut f\u00fcnfzehn Jahren fuhren mehr als f\u00fcnfzehn Heidelberger<br \/> Sinolog(inn)en &#8211; Gentz, Hahn, Holbig, Janku, Kampen, Mayer, Mittler,<br \/> R\u00f6llicke, Schimmelpfennig, Schweiger, Specht, ter Haar, Vittinghoff, L.<br \/> und R. Wagner, Yeh &#8211; nach Barcelona. Die Gruppe nahm an der Elften<br \/> Tagung (vgl. <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.zo.uni-heidelberg.de\/sinologie\/institute\/staff\/kampen\/eacs.html\"> zur Geschichte der EACS<\/a>)<br \/> der European Association of Chinese Studies&nbsp; (EACS) mit dem Titel<br \/> &#8222;China and the Outer world&#8220; teil und war in der Stadt erfolgreicher als<br \/> die meisten deutschen Fussballmannschaften. Etwa zehn Jahre nach Rudolf<br \/> Wagners Berufung nach Heidelberg war dies der erste gr\u00f6\u00dfere<br \/> internationale Auftritt von Heidelberger Professoren, Doktoranden und<br \/> Assistenten; keine andere europ\u00e4ische Universit\u00e4t war so stark<br \/> vertreten. F\u00fcr viele Teilnehmer war es die erste internationale<br \/> Konferenz und eine gute M\u00f6glichkeit, Forschungsergebnisse vorzustellen<br \/> und andere Sinologen kennenzulernen.<\/p>\n<p>\tDie EACS wurde 1975 gegr\u00fcndet und tagt seit 1976 alle zwei Jahre (vgl. <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2007\/05\/01\/newsletter-mai-2007-nr-11\/#4\" title=\"Chinavereine, Asiengesellschaften und ihre Publikationen\"> Chinavereine, Asiengesellschaften und ihre Publikationen<\/a><br \/> im SHAN-NL Mai 2007). F\u00fcr die Sinologie in Barcelona war es eine gute<br \/> Gelegenheit sich in der Konkurrenz mit Madrid zu profilieren &#8211; bis heute<br \/> hat es in der Hauptstadt keine \u00e4hnlich gro\u00dfe Chinakonferenz gegeben.<br \/> Das Programm von 1996 war damals im Newsletter der EACS abgedruckt und<br \/> ist immer noch online (vgl. <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/chinesestudies.eu\/index.php\/newsletter\/98-newsletter-no-10-jul-1996\"> EACS-Newsletter Juli 1996<\/a>). Ein Bericht \u00fcber die Konferenz erschien im IIAS Newsletter (vgl. <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.iias.nl\/iiasn\/10\/Regional\/10CEAE08.html\">Bericht des IIAS<\/a>).<\/p>\n<p>\tRudolf Wagner war schon vor der Konferenz Generalsekret\u00e4r der EACS<br \/> gewesen, in Barcelona wurde er zum Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt. Acht Jahre nach<br \/> der Tagung trafen sich die EACS-Mitglieder dann zum ersten Mal in<br \/> Heidelberg (vgl. <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.sino.uni-heidelberg.de\/eacs2004\/\">EACS 2004<\/a>).<br \/> Die Konferenz von 2004 war nicht nur die gr\u00f6\u00dfte in der Geschichte der<br \/> EACS, sondern auch bisher die gr\u00f6\u00dfte sinologische Tagung in Europa<br \/> \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p>\tDie n\u00e4chste Konferenz wird im September 2012 in Paris stattfinden. Mehr dazu auf der <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.chinesestudies.eu\/index.php\/91-conferences\/upcoming-conferences-and-workshops\/127-xixth-eacs-conference-paris-september-5th-8th-2012\"> Website der EACS<\/a>.<\/p>\n<p>\tDr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT Theater am Sinologischen Institut Der Theaterkurs von Frau Young-Stein f\u00fchrte drei chinesische Theaterst\u00fccke auf und sorgte f\u00fcr Begeisterung. 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