{"id":316,"date":"2012-10-01T12:00:00","date_gmt":"2012-10-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2012\/10\/01\/newsletter-oktober-2012-nr-65\/"},"modified":"2026-05-20T18:35:46","modified_gmt":"2026-05-20T17:35:46","slug":"newsletter-oktober-2012-nr-65","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2012\/10\/01\/newsletter-oktober-2012-nr-65\/","title":{"rendered":"Newsletter Oktober 2012 Nr. 65"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 id=\"anker_Sprachkolumne:Chinesisch\" style=\"text-align: justify;\">\n\tSprachkolumne: <span dir=\"ltr\">Chinesische Geisterstunde: Was spukt denn da durch den Wortschatz?<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIn chinesischen Chatrooms spukt es gewaltig: Windige \u8d4c\u9b3c treffen hier auf gierige \u9152\u9b3c und kl\u00e4gliche \u4e27\u6c14\u9b3c teilen mitunter ihr Leid mit kopflosen \u7cca\u6d82\u9b3c. Dass sich hinter diesen und \u00e4hnlichen Gestalten das ein oder andere menschliche Gesicht verbergen kann, zeigt unsere aktuelle Sprachkolumne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#1\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_SummercampdesKonfuzius-I\" style=\"text-align: justify;\">\n\tSummercamp des Konfuzius-Instituts Heidelberg<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tChinesisch lernen und China hautnah erleben: Im Sommer 2012 bot das Kunfuzius-Institut Heidelberg 18 Studierenden die M\u00f6glichkeit China im Rahmen einer Summerschool an der Shanghai Jiaotong Universit\u00e4t kennenzulernen. Anna Schiller war dabei und berichtet uns von ihren Erlebnissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#2\"><strong>&gt;&gt; Zum Artikel<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Ost-Nord-undSd-Chineseni\" style=\"text-align: justify;\">\n\tOst-, Nord- und S\u00fcd-Chinesen in der chinesischen KP-F\u00fchrung<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie ganze Welt blickt nach China, wenn beim 18. Parteitag Xi Jinping, der aus dem Nordwesten Chinas stammt, die Parteif\u00fchrung \u00fcbernehmen soll. Thomas Kampen berichtet \u00fcber die F\u00fchrungskader der letzten achtzig Jahre und ihre Geburtsregionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#3\"><strong>&gt;&gt; Zum Artikel<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Restaurantkritik\" style=\"text-align: justify;\">\n\tRestaurantkritik<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIn dieser Ausgabe setzt SHAN seine Reihe der Restaurantkritiken mit einem Besuch im &#8222;Asia Snack N&amp;N&#8220; fort. Dabei entdeckten wir, dass das unscheinbare Restaurant am Bismarckplatz Erstaunliches zu bieten hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#4\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"1\" name=\"1\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Sprachkolumne: Chinesische Geisterstunde: Was spukt denn da durch den Wortschatz? <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tLaut den \u00dcberlieferungen im Lunyu hat bereits Konfuzius die Devise ausgegeben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\u201c\u656c\u9b3c\u795e\u800c\u8fdc\u4e4b\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<em>,Ehre die Geister, aber halte dich fern von ihnen!\u2018<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDoch nicht nur in chinesischen Volksweisen wimmelt es von Geistern. Auch der chinesische Wortschatz h\u00e4lt allerlei Spukgestalten bereit. Weit verbreitet ist die Verwendung von \u9b3c als abf\u00e4llige Bezeichnung von Abh\u00e4ngigen. So gibt es z.B. den \u201eAlkohol-Geist\u201c (\u9152\u9b3c), den dauerqualmenden \u201eGro\u00dfer-Rauch-Geist\u201c (\u5927\u70df\u9b3c) oder den geldverprassenden \u201eZock-Geist\u201c (\u8d4c\u9b3c).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDar\u00fcber hinaus gibt es jedoch noch viele andere Wortschatzgeister. Zum Beispiel die von der knausrigen Sorte \u2013 und zwar gleich in doppelter Ausf\u00fchrung: Den \u541d\u556c\u9b3c \u201aPfennigfuchser\u2018 und den \u5c0f\u6c14\u9b3c \u201aGeizhals\u2018. Und von wegen Nachtgestalten! ,Schwindler\u2018 oder ,Einbrecher\u2018 treiben als \u201eGeist(er) des helllichten Tages\u201c (\u767d\u65e5\u9b3c) ihr Unwesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tEs gibt aber auch recht possierliche Spukgestalten. Zum Beispiel den ,Mut-Klein-Geist\u2018 (\u80c6\u5c0f\u9b3c), der bei uns wahrscheinlich am ehesten als \u201aAngsthase\u2018 durch die bildliche Sprache hoppelt. Oder der ebenfalls bemitleidenswerte \u201eUngl\u00fccks-Geist\u201c (\u4e27\u6c14\u9b3c) bzw. \u201aPechvogel\u2018, dem hinter jeder Ecke neues Unheil bl\u00fcht. Und dann ist da zu guter Letzt auch noch der \u201everpeilte Geist\u201c (\u7cca\u6d82\u9b3c) oder \u201aWirrkopf\u2018, der wohl nie gespenstisch mit seinen Ketten rasseln kann, weil er diese zuvor sicherlich irgendwo ausversehen hat liegen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tTrotz der Warnung des Gro\u00dfen Meisters sollten wir uns nicht zu sehr vor den Spukgestalten f\u00fcrchten, denn der Volksmund wei\u00df auch:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;\u201c\u5fc3\u91cc\u8d8a\u6015\u9b3c\u8d8a\u6765\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<em>\u201aJe mehr man sich vor den Geistern f\u00fcrchtet, desto wahrscheinlicher ist ihr Erscheinen.\u2018<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tGruseln wir uns also nicht zu sehr und hoffen, dass zumindest die nette Sorte Geist weiterhin zahlreich durch chinesische Konversationen spukt.<\/p>\n<div class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"margin: 0px; text-align: justify;\">\n\t<img decoding=\"async\" alt=\"2012_65_geisterstunde\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/147485\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fittosize__300_238_13559c0086a6d45afe8f498d042b9800_1_artike.jpg\" style=\"width: 300px; height: 238px;\"><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDer Ober-Ghostbuster der chinesischen Mythologie, Zhong Kui, mit einigen seiner D\u00e4monen.&nbsp; [Ausschnitt eines Gem\u00e4ldes von Gong Kai, \u00a9 Wikipedia Commons]<\/p>\n<h3 id=\"anker_MeinLehrerderMicroblog\" style=\"text-align: justify;\">\n\t\u5fae\u535a\u8001\u5e08 \u2013 Mein Lehrer der Microblog<\/h3>\n<div class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"margin: 0px; text-align: justify;\">\n\t<img decoding=\"async\" alt=\"2012_65_tweet1\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/147486\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/2_danxiaogui_angsthase.png\" style=\"width: 583px; height: 103px;\"><br \/>\n\t&nbsp;<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<em>\u201eIch hab rausgefunden, dass ich eigentlich \u00fcberhaupt nichts bin. Nur ein Angsthase, eine Heulsuse. Gott\/Amen rette mich!\u201c<\/em><\/p>\n<div class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"margin: 0px; text-align: justify;\">\n\t<img decoding=\"async\" alt=\"2012_65_tweet2\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/147487\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/3_hutugui_wirrkopf.png\" style=\"width: 584px; height: 244px;\"><br \/>\n\t&nbsp;<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<em><em>\u201e<\/em>Ich bin echt ein Wirrkopf. In letzter Zeit vergess ich andauernd irgendwelches Zeug!\u201c<\/em><\/p>\n<div class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"margin: 0px; text-align: justify;\">\n\t<img decoding=\"async\" alt=\"2012_65_tweet3\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/147488\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1_linsegui_knausrig.png\" style=\"width: 584px; height: 103px;\"><br \/>\n\t&nbsp;<\/div>\n<div class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"margin: 0px; text-align: justify;\">\n\t<em>\u201eF\u00fcr was lebt der Mensch? Um Geld zu verdienen. F\u00fcr was verdient<br \/>\nder Mensch Geld? Gut Essen. Gut Trinken. Gut Spa\u00df haben. Aber warum<br \/>\nwerden alle Menschen sobald sie Geld haben zu Geizkragen? Ich kapier das<br \/>\n nicht\u2026ganz und gar nicht.\u201c<\/em><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tFabian L\u00fcbke<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"2\" name=\"2\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Summercamp 2012 des Konfuzius-Instituts Heidelberg <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVom 20. August bis 7. September 2012 bot das Konfuzius-Institut Heidelberg 18 Studenten aller Fachrichtungen die M\u00f6glichkeit, China im Rahmen einer Summerschool an der Shanghai Jiaotong Universit\u00e4t kennenzulernen.<br \/> \tDas Programm, dessen Kosten weitgehend von Hanban (Dachorganisation der Konfuzius-Institute) getragen werden und das vom Konfuzius-Institut Heidelberg organisiert wird, umfasst einen zweiw\u00f6chigen Aufenthalt in Shanghai, drei\u00dfig Stunden Sprachunterricht in Kleingruppen an der Shanghai Jiaotong Universit\u00e4t und einen dreit\u00e4gigen Ausflug nach Peking. Es richtet sich an Studenten, die \u00fcber erste Grundkenntnisse im Chinesischen verf\u00fcgen und noch keinen l\u00e4ngeren Zeitraum in China verbracht haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie Summerschool-Teilnehmer wurden im sehr komfortablen G\u00e4stehaus der Jiaotong Universit\u00e4t untergebracht. Da sich dieses direkt auf dem Xuhui Campus befindet, wo auch der Sprachunterricht stattfand, konnten die deutschen Teilnehmer das chinesische Studentenleben einmal hautnah, etwa beim Essen in der Mensa, erleben. Im Anschluss an die Sprachkurse am Vormittag, boten zwei interessante Vorlesungen Gelegenheit, sich \u00fcber die Geschichte Chinas und die Wirtschaft Shanghais zu informieren. Au\u00dferdem erhielten die Teilnehmer im Kalligraphie-Unterricht und bei einem Wushu-Kurs einen einmaligen Einblick in die Kultur Chinas.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tNeben dem Lernen kam nat\u00fcrlich auch die Freizeit nicht zu kurz. So wurden in Shanghai gemeinsam das Science and Technology Museum, der Bund, die Nanjing Donglu, die Yu G\u00e4rten, das Shanghai Museum, Qi Bao, Tianzi Fang, und die ehemalige Residenz von Song Qingling besucht.<\/p>\n<p> \tAm ersten Septemberwochenende fand ein Wochenendausflug nach Hangzhou statt, der aus einer Bootsfahrt auf dem Westsee, einem Besuch des Lingyin Klosters und der Altstadt Hangzhous mit Hu Qingyu Apotheke, sowie einem Rundgang auf dem Nachtmarkt bestand.<\/p>\n<p> \tWieder zur\u00fcck in Shanghai, stand die m\u00fcndliche Abschlusspr\u00fcfung auf dem Programm, die alle Studenten dank des hervorragenden Sprachunterrichts bestanden. Danach ging es auf einer abenteuerlichen Reise im Nachtzug nach Peking, der letzten Station des Summercamps.<\/p>\n<p> \tIn Peking folgten eine Tour \u00fcber den Platz des himmlischen Friedens und durch die Verbotene Stadt, die Besichtigung des Sommerpalastes und des Himmelstempels und ein Ausflug zur Gro\u00dfen Mauer und zu den Ming Gr\u00e4bern.<\/p>\n<p> \tEin herzliches Dankesch\u00f6n im Namen aller Teilnehmer an das Konfuzius-Institut Heidelberg f\u00fcr diese sehr lohnenswerte Reise und ganz besonders an die drei Betreuerinnen, Janina Heker, Sylvia Schneider und Yin Tingting.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAnna Schiller<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"3\" name=\"3\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Ost-, Nord- und S\u00fcd-Chinesen in der chinesischen KP-F\u00fchrung <\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tVor acht Jahrzehnten wurde in der s\u00fcdlichen Provinz Jiangxi die chinesische Sowjetrepublik gegr\u00fcndet. In der KP-F\u00fchrung dominierte damals der stalinistische Fl\u00fcgel (Qin Bangxian, Wang Jiaxiang, Wang Ming und Zhang Wentian); zu den wichtigsten Verb\u00fcndeten geh\u00f6rten Zhou Enlai, Kang Sheng und Chen Yun.<\/p>\n<p> \tShanghai und Ostchina<br \/> \tAlle sieben stammten aus dem Osten Chinas und hatten Anfang der drei\u00dfiger Jahre in Shanghai gearbeitet. Ihre T\u00e4tigkeitsbereiche waren vor allem Propaganda, Au\u00dfenbeziehungen und geheime Untergrundarbeit. Da die meisten von ihnen im Ausland studiert hatten und Fremdsprachenkenntnisse besa\u00dfen, waren au\u00dfenpolitische T\u00e4tigkeiten naheliegend. Die die in Moskau gelebt hatten, kannten sich auch mit der sowjetischen&nbsp; Propaganda aus. Die Untergrundarbeit besa\u00df wegen der brutalen Verfolgung der Kommunisten in Shanghai (durch die Nationalregierung der KMT) gro\u00dfe Bedeutung. Zhou Enlai leitete den KP-Geheimdienst, Kang Sheng und Chen Yun waren f\u00fcr die Sicherheit des Politb\u00fcros verantwortlich.&nbsp; Diese Gro\u00dfstadtpolitiker waren jedoch mit den Verh\u00e4ltnissen in den l\u00e4ndlichen Gebieten, wo die gro\u00dfe Mehrheit der chinesischen Bev\u00f6lkerung lebt, nicht vertraut. Mit Ausnahme von Zhou Enlai fehlte ihnen auch Erfahrung in milit\u00e4rischen Angelegenheiten. Als 1931 wegen der anhaltenden Verfolgungen der Aufenthalt in Shanghai zu gef\u00e4hrlich wurde, verlie\u00dfen alle sieben nacheinander die Stadt. Wang Ming und Kang Sheng reisten zur Zentrale der Kommunistischen Internationale nach Moskau, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen ins Sowjetgebiet von Jiangxi gingen. Nach ihrer \u00dcbersiedlung entmachtete die Parteif\u00fchrung Mao Zedong und andere lokale Parteif\u00fchrer, die die l\u00e4ndlichen Sowjetgebiete aufgebaut hatten. Auch der damals noch unbedeutende Deng Xiaoping wurde kritisiert und abgesetzt. Deng stieg erst in den f\u00fcnfziger Jahren in das Politb\u00fcro auf, der ein Jahr j\u00fcngere Chen Yun schon 1934 (vgl. <a class=\"internal-link\" href=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/newsletter\/2010\/januar\/die-langen-maersche-vor-75-jahren\" title=\"Die Langen M\u00e4rsche vor 75 Jahren\">Die langen M\u00e4rsche<\/a>).<\/p>\n<p> \tHunan und S\u00fcdchina<br \/> \tDer Macht\u00fcbernahme durch die Shanghaier F\u00fchrung folgten mehrere milit\u00e4rische Niederlagen. Schlie\u00dflich mu\u00dfte die Rote Armee das Sowjetgebiet aufgeben und aus Jiangxi fliehen. So begann im Oktober 1934 der \u201eLange Marsch\u201c. Das Ergebnis der Mi\u00dferfolge der Parteif\u00fchrung aus Shanghai war ihre schrittweise Entmachtung und der Aufstieg Mao Zedongs. In den folgenden Jahren stiegen viele Politiker aus seiner Heimatprovinz Hunan in die Parteispitze auf, darunter der sp\u00e4tere Verteidigungsminister Peng Dehuai und Staatspr\u00e4sident Liu Shaoqi. Jahrzehntelang dominierten die Hunanesen in der Parteif\u00fchrung; auch Hu Yaobang, der Anfang der achtziger Jahre Generalsekret\u00e4r der KP wurde, stammte aus Hunan.<\/p>\n<p> \tSichuan und der S\u00fcdwesten<br \/> \tMit dem Wiederaufstieg Deng Xiaopings nach 1976 wuchs der Einflu\u00df von Politikern aus dessen s\u00fcdwestchinesischer Heimat Sichuan. Hierzu geh\u00f6rten General Nie Rongzhen und Yang Shangkun, der 1988 Staatspr\u00e4sident wurde. Andere profitierten von Arbeitserfahrungen in Sichuan. So war Hu Yaobang Anfang der f\u00fcnfziger Jahre unter Deng in Sichuan t\u00e4tig gewesen. Sein Nachfolger als Generalsekret\u00e4r, Zhao Ziyang, der aus Nordchina stammte, soll durch seine Arbeit als Parteichef von Sichuan die Gunst Deng Xiaopings erlangt haben. Nach 1989 nahm der Einflu\u00df der Politiker aus Sichuan immer mehr ab. Deng, Nie und Yang starben in den neunziger Jahren, Yangs Halbbruder Baibing und Dengs G\u00fcnstling Chen Xitong wurden gest\u00fcrzt.<\/p>\n<p> \tShanghais Comeback<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tMit dem Krisenjahr 1989 begann die R\u00fcckkehr der Politiker aus dem Osten. Der neue Generalsekret\u00e4r Jiang Zemin war vorher Parteisekret\u00e4r von Shanghai, der Geburtsort des Ministerpr\u00e4sidenten Li Peng war Shanghai, Au\u00dfenminister Qian Qichen kam aus dem Umland und hatte in der Stadt studiert; gef\u00f6rdert wurden sie von dem damals noch sehr einflu\u00dfreichen Chen Yun, der ebenfalls dort geboren wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAuch nach dem Machtwechsel von 2002 blieb der ostchinesische Einflu\u00df bestehen. Hu Jintao wurde in Shanghai geboren, zu den Mitgliedern des St\u00e4ndigen Ausschu\u00df des Politb\u00fcros geh\u00f6rten damals auch die Ostchinesen Huang Ju und Wu Bangguo. Da Hu Jintao \u2013 wie vorher Jiang Zemin \u2013 zus\u00e4tzlich das Amt des Staatspr\u00e4sidenten und den Vorsitz der Milit\u00e4rkommission \u00fcbernahm, war sein Einflu\u00df besonders gro\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDer Norden<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIn den letzten Jahren nahm die Zahl der Nordchinesen in der Parteispitze etwas zu. Ministerpr\u00e4sident Wen Jiabao stammt aus Tianjin, der ehrgeizige Bo Xilai aus Shanxi und der aufstrebende Xi Jinping aus Nordwestchina. Allerdings sind Bo Xilais Zukunftsaussichten gegenw\u00e4rtig sehr schlecht, w\u00e4hrend Xi Jinping durch das mometane Chaos weiter gest\u00e4rkt werden k\u00f6nnte. Da Li Keqiang und der umstrittene Zhou Yongkang wiederum aus dem Osten stammen, ist mit einer pl\u00f6tzlichen Macht\u00fcbernahme der Nordchinesen nicht zu rechnen.<br \/> \tBemerkenswert ist die Schw\u00e4che der Politiker aus den florierenden Provinzen Fujian, Guangdong und Hainan. Dies zeigt, da\u00df wirtschaftlicher Erfolg nicht unbedingt zum Aufstieg von Politikern aus diesen Regionen f\u00fchrt. Auch die bev\u00f6lkerungsreichen Provinzen Henan, Shandong und Sichuan sind nur schwach vertreten.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/> \tAufmerksame Leserinnen vermissen vielleicht die Frauen in der Parteispitze. Die relativ einflu\u00dfreiche Liu Yandong stammt aus Ostchina.<\/p>\n<p> \t<span class=\"external-link\">Dr. Thomas Kampen<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"4\" name=\"4\"><span id=\"parent-fieldname-title\">Restaurantkritik: Asia Snack N&amp;N <\/span><\/a><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tAngesicht der lauen Sommern\u00e4chte in der vorlesungsfreien Zeit hat sich SHAN aufgemacht, ein sommertaugliches asiatisches Restaurant zu finden. Diese Mission nahmen wir uns zugleich zum Anlass, unsere Reihe der SHAN-Restaurantkritiken fortzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Asia Snack N&amp;N<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tMan kann es leicht \u00fcbersehen, dieses Restaurant, das sich direkt am Bismarckplatz neben dem Woolworth hinter Ginkob\u00e4umen versteckt. Auch mit dem Namen verbleibt die Lokalit\u00e4t zun\u00e4chst unter dem Deckmantel einer wenig aussagekr\u00e4ftigen pan-asiatischen Identit\u00e4t: \u201eAsia Snack N &amp; N\u201c. Gr\u00fcnde genug, uns neugierig zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Atmosph\u00e4re und Ambiente<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDer Blick aus den gro\u00dfen Fenstern geht direkt auf den turbulenten Bismarckplatz, wo sich zur Rushhour Autos, Busse, Fu\u00dfg\u00e4nger und Fahrradfahrer dr\u00e4ngeln und die Stra\u00dfenbahn sich unter lautem Bimmeln den Weg bahnt. Damit liegt das Restaurant inmitten des allerbesten \u70ed\u95f9. Wer orientalistisch-angehauchte Stille sucht, ist g\u00e4nzlich fehl am Platz. Aufgrund dieses bunten Treibens und der liebevollen Inneneinrichtung aus rot-gepolsterten St\u00fchlen und Orchideen auf dem Fensterbrett, f\u00fchlt man sich hier deshalb so sehr in Asien wie sonst in keinem Restaurant in Heidelberg. Nur der obligatorische Fernseher fehlt. Unter den kleinen Ginkob\u00e4umen und neben Blumenbeeten, in denen sich je nach Saison blaugr\u00fcner Kohl oder andere Zierpflanzen finden,&nbsp; stehen einige zus\u00e4tzliche&nbsp; Tische.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Die Karte und das Essen<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie normale Karte ist angef\u00fcllt mit den \u00fcblichen Gerichten: wer es schnell und g\u00fcnstig mag, der bestellt eine kleine Portion gebratenen Reis, gebratene Nudeln oder Chop Suey in unterschiedlichen Ausf\u00fchrungen. Zu zahlen sind daf\u00fcr 2,50 &#8211; 5 \u20ac und was man erh\u00e4lt ist bodenst\u00e4ndige deutsch-chinesische Schnellimbiss-Qualit\u00e4t, die vor allem eines leistet: sie macht satt. Um mehr geboten zu bekommen, muss man wissen, dass es sich bei dem anonymen \u201eAsia Snack N &amp; N\u201c eigentlich um ein vietnamesisches Restaurant handelt. Es lohnt sich deshalb die normale Karte links liegen zu lassen und sich stattdessen auf die handgeschriebene Tafel rechts neben der Kasse zu beschr\u00e4nken. Hier finden sich die vietnamesischen Gerichte. Unser abendliches Men\u00fc setze sich zusammen aus 3 gro\u00dfen Fr\u00fchlingsrollen f\u00fcr 3 \u20ac, einer kleinen Portion Reisbandnudelsuppe mit Rind (Pho Ha Noi) f\u00fcr 4,60 \u20ac und einer Portion&nbsp; gebratenem Huhn mit Gem\u00fcse und Zitronengras. Die Fr\u00fchlingsrollen waren schon einmal ein sehr guter Anfang: sie wurden frittiert serviert, waren mit Gem\u00fcse gef\u00fcllt und erstaunlich saftig. Auch an dem gebratenen H\u00e4hnchen lie\u00df sich nichts aussetzen. Das eigentliche Highlight aber, das alles in den Schatten stellte, war die Suppe. Serviert wurde sie ungew\u00fcrzt zusammen mit Sojaso\u00dfe, Sambal-Olek und Chilli. Das Fleisch war kein Bisschen verkocht, sondern weich und saftig. Die Nudeln angenehm bissfest und der Sch\u00e4rfegrad dank eigenem W\u00fcrzen genau richtig. Zeitnah und hei\u00df serviert machte das Essen so nicht nur satt und zufrieden, sondern auch gl\u00fccklich. Und in Kombination mit einem kalten Qingdao-Bier blieben so keine W\u00fcnsche offen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Was nicht in der Karte steht<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tJedes der angebotenen Biere, die kaum unterbietbare 1,50 \u20ac kosten, kann man auch mitnehmen und als Wegbier auf dem Weg in die Stadt genie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Fazit<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDas Geheimnis um das unscheinbare \u201eAsia Snack N&amp;N\u201c ist gel\u00fcftet: Hinter den Ginkob\u00e4umen versteckt sich ein sehr zu empfehlendes vietnamesisches Restaurant, das asiatisches Essen f\u00fcr Fortgeschrittene serviert: Wer hier her kommt, der muss nicht nur \u70ed\u95f9 erprobt sein, sondern zudem auch wissen, wie man eine Pho-Suppe w\u00fcrzt. Wer dieses Herausforderung annimmt, der wird mit einem Gaumenschmaus und gro\u00dfst\u00e4dtischem Flair belohnt.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tA<em>sia Snack<br \/> \t\tBergheimer Str. 4<\/em><br \/> \t\t<em>69115 Heidelberg<br \/> \t\t\u00d6ffnungszeiten: Mo-So 11:00 bis 23:00 Uhr<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tEsther Berg<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT Sprachkolumne: Chinesische Geisterstunde: Was spukt denn da durch den Wortschatz? 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