{"id":331,"date":"2013-05-01T12:00:00","date_gmt":"2013-05-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2013\/05\/01\/shan-newsletter-mai-2013-nr-70\/"},"modified":"2026-05-20T18:35:35","modified_gmt":"2026-05-20T17:35:35","slug":"shan-newsletter-mai-2013-nr-70","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2013\/05\/01\/shan-newsletter-mai-2013-nr-70\/","title":{"rendered":"SHAN Newsletter Mai 2013 Nr. 70"},"content":{"rendered":"<div id=\"text_79_0\">\n<h2 style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\n\t<span class=\"special\"><span dir=\"ltr\">SHAN-Ehemaligenfeier: Podiumsdiskussion &#8222;Zukunft der Sinologie &#8211; die n\u00e4chsten 50 Jahre&#8220;<\/span><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAm geschichtstr\u00e4chtigen 4. Mai, ebenfalls Gr\u00fcndungstag von SHAN e. V, fand die diesj\u00e4hrige Feier der ehemaligen Absolventen des Instituts f\u00fcr Sinologie statt. Zudem bot das 50. Jubil\u00e4um unseres Instituts, das wir im letzten Jahr feierten, Anlass, im Rahmen einer Podiumsdiskussion einmal \u00fcber die Zukunft der Sinologie nachzudenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#1\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\n\t<span class=\"special\"><span dir=\"ltr\">CATS &#8211; Zukunft der Heidelberger Sinologie?<\/span><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDer Wissenschaftsrat hat die F\u00f6rderung eines neuen Forschungsbaus empfohlen, der das Centre for Asian and Transcultural Studies beherbergen soll. Der endg\u00fcltige F\u00f6rderungsbeschluss durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und L\u00e4ndern, der auch dar\u00fcber entscheidet, wo die n\u00e4chste Generation der Studierenden ihre Vokabeln lernen wird, steht noch aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#2\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\n\t<span class=\"special\"><span dir=\"ltr\">Sinologie aus chinesischer Sicht<\/span><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tUm eine erweiterte Perspektive zu bekommen, hat SHAN zwei chinesische Studentinnen zu ihrer Meinung zur Zukunft der Sinologie befragt. Die beiden Studentinnen Dong Bijuan \u8463\u78a7\u5a1f und Li Fangfang \u674e\u82b3\u82b3 erz\u00e4hlen \u00fcber die Zeit ihres Studiums am sinologischen Institut und ihre Zukunftserwartungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#3\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\n\t<span class=\"special\"><span dir=\"ltr\">Sinologische Zukunftsplanungen &#8211; in der DDR<\/span><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tSo wie die heutige Heidelberger Sinologie Zukunftspl\u00e4ne schmiedet, machten sich in den f\u00fcnfziger Jahren auch die verantwortlichen Stellen der DDR Gedanken \u00fcber die Zukunft der ostdeutschen Sinologie. Thomas Kampen wirft mit uns einen Blick hinter die Kulissen der wissenschaftlichen Planungen der DDR. Besonders interessant ist hierbei die von der ostdeutschen Sinologie vollzogene Gratwanderung, aufgrund der sich wandelnden Beziehung zwischen der DDR und der Volksrepublik China.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#4\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\n\t<span dir=\"ltr\"><span class=\"special\"><span dir=\"ltr\">Altern in China und Deutschland &#8211; zwischen Taiji und Pflegeheim<\/span><\/span><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDas Problem der &#8222;Gesellschaft der Alten&#8220; ist kein ausschlie\u00dflich deutsches. Auch im Land der Mitte k\u00e4mpft man mit einer rapide alternden Bev\u00f6lkerung. Wie die Regierungen, die Gesellschaft und die Senioren selbst damit umgehen, ob Alter als Chance oder Problem gesehen werden sollte, all diese Fragen wurden lebhaft bei einer Podiumsdiskussion des Konfuzius-Instituts debattiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#5\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">\n\t<span id=\"parent-fieldname-title\"><a id=\"1\" name=\"1\">S<\/a>HAN-Ehemaligenfeier: &#8222;Zukunft der Sinologie &#8211; die n\u00e4chsten 50 Jahre&#8220; <\/span><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tUnter dem Motto \u201eSinologie \u2013 die n\u00e4chsten 50 Jahre\u201c lud SHAN e. V. am Samstag, den 4. Mai 2013 zur diesj\u00e4hrigen Ehemaligenfeier in das Karl-Jaspers-Zentrum ein. Alle zwei Jahre veranstaltet SHAN eine Ehemaligenfeier, um den Austausch zwischen den Studierenden, den Dozenten und den Ehemaligen zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tAuf den Sektempfang zur Begr\u00fc\u00dfung der G\u00e4ste folgte eine kurze Vorstellung der aktuellen Projekte von SHAN durch den derzeitigen Vorsitzenden Max aus der F\u00fcnten.&nbsp; Anschlie\u00dfend begann die Podiumsdiskussion \u201eSinologie \u2013 die n\u00e4chsten 50 Jahre\u201c. Hierf\u00fcr konnten die SHAN-Gr\u00fcndungsmitglieder Oliver Radtke (Robert Bosch Stiftung), der die Diskussion moderierte, und JunProf. Dr. Lena Henningsen (Sinologie Freiburg), sowie&nbsp; die Heidelberger Dozenten Prof. Dr. Enno Giele und PD Dr. Ylva Monschein und Prof. Dr. Iwo Amelung (Sinologie Frankfurt), gewinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDer Einstieg in die Diskussion erfolgte durch eine pers\u00f6nliche Stellungnahme zum Satz \u201eIch bin Sinologe, weil\u2026\u201c. Es folgten Antworten, wie zum Beispiel \u201eder Blick auf China kann helfen globale Probleme zu verstehen und zu l\u00f6sen\u201c (Monschein), \u201edie Vielfalt des Untersuchungsgegenstandes ist klasse\u201c (Henningsen), aber auch sehr pers\u00f6nliche Aussagen wie \u201edie Faszination der chinesischen Zeichen hat mich zum Studium der Sinologie gebracht&#8220; (Monschein) oder \u201edie Sinologen sind sehr menschlich&#8220; (Giele), was eine angenehme Studiums- und Forschungsumgebung erzeugt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tWeiterhin kam es auch zu Grundsatzfragen: Woraus besteht die Sinologie? Was sind die Kernkompetenzen eines Sinologen? Und inwiefern m\u00fcssen die Inhalte der Sinologie, im speziellen die Inhalte des Studiengangs, hinsichtlich der Zukunftsf\u00e4higkeit angepasst werden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDar\u00fcber hinaus wurde die Frage aufgeworfen, ob Sinologen sich in den Medien zu wenig zu Wort melden. Als aktuelles Beispiel wurde die Finanzkrise genannt, in der China auch eine wichtige Rolle eingenommen hat und einnimmt. Warum sich zu diesem Thema kein Sinologe in den Medien \u00e4u\u00dferte, wurde kritisch beleuchtet. Liegt es an den Medien, dass diese sich lediglich den ihnen bekannten Wirtschaftswissenschaftlern bedienen, ohne nach Regionalwissenschaftlern zu suchen? Oder ist es an den Sinologen sich aktiv in das Mediengeschehen einzumischen und die eigenen Kompetenzen besser einzubringen? Der Appell, dass sich alle Sinologen mehr einbringen sollten, erntete jedoch auch Kritik. So kam der Einwand von Enno Giele, dass Folgendes zu bedenken sei: \u201eWo Sinologe draufsteht, ist nicht immer der passende Sinologe drin.\u201c Um bei dem oben genannten Beispiel zu bleiben, hei\u00dft das, nicht jeder Sinologe ist Experte f\u00fcr die aktuelle Wirtschaft und Politik in China. Nicht jeder Sinologe kann sich in die Medien einbringen. Themen, die zum Beispiel das klassische China betreffen, sind im Tagesjournalismus rar ges\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDesweiteren er\u00f6rterten die Diskussionsteilnehmer Anregungen und Kommentare aus dem Publikum. Zur zentralen Frage wurde, ob das Bachelor\/Master-System f\u00fcr Einbu\u00dfen von Fachexpertisen verantwortlich sei. Dies wurde von Diskussionsteilnehmern verneint: \u201eNein, das System verkompliziert das Erlangen ausreichender Fachexpertisen lediglich\u201c (Henningsen), aber auch bekr\u00e4ftigt: \u201eJa, das Bachelor\/Master-System f\u00fchrt dazu, dass die Studierenden nicht mehr zu den Vortr\u00e4gen kommen. Das liegt daran, dass hierf\u00fcr keine Leistungspunkte vorgesehen sind&#8220; (Amelung). Auch fehlt interessierten Studenten aufgrund von Leistungsdruck oft die Zeit, den eigentlich so wichtigen Vortr\u00e4gen beizuwohnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDen Abschluss der Diskussionsrunde bildete die Frage \u201eWarum soll jemand im Jahr 2013 anfangen Sinologie zu studieren?\u201c Hierbei waren sich die Teilnehmer einig, schnell bildete sich ein Konsens: \u201eGanz einfach, Sinologie macht Spa\u00df!\u201c \u201eDurch die Besch\u00e4ftigung mit so etwas weit Entferntem muss man sich in alternative Gesellschaftsmuster hineindenken, das ist unglaublich spannend!\u201c, war eine weitere Anmerkung. Schlie\u00dflich kam noch die These auf, dass Chinesisch vielleicht einmal zur Lingua franca werden k\u00f6nnte. Wenn dem so w\u00e4re, k\u00e4men die Studenten vielleicht in Zukunft sogar schon mit Basissprachkenntnissen an die Universit\u00e4ten und man k\u00f6nnte im ersten Semester mit der \u00dcbersetzung von Parteidokumenten oder Klassischem Chinesisch beginnen. \u201eSinologie \u2013 die n\u00e4chsten 50 Jahre\u201c \u2013 man darf gespannt sein, wo die Reise der Sinologie hingeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie Teilnehmer der Ehemaligenfeier folgten nach der Podiumsdiskussion, welche vom Pipa Spiel einer Heidelberger Studentin umrahmt wurde, der Einladung SHANs zum gemeinsamen Essen zu Mr. Wu. Dort kn\u00fcpften einige in ihren Gespr\u00e4chen an Punkte der Podiumsdiskussion an, andere genossen das ausgiebige Men\u00fc.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tSHAN bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten f\u00fcr die gelungene Feier!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tKira-Kristina H\u00fclshoff<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<\/div>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<span id=\"parent-fieldname-title\"><a id=\"2\" name=\"2\">C<\/a>ATS &#8211; Zukunft der Heidelberger Sinologie? <\/span><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie beengten R\u00e4umlichkeiten der Heidelberger Sinologie gewinnen weder Sch\u00f6nheitspreise, noch \u00fcberzeugen sie durch Funktionalit\u00e4t. Daran konnte auch die Renovierung vor zwei Jahren nur geringf\u00fcgig etwas \u00e4ndern, es bleibt beengt, die Bibliothek platzt l\u00e4ngst aus allen N\u00e4hten. Statt weiterer Auslagerung in Magazine, soll die Bereichsbibliothek Ostasien auch r\u00e4umlich eine Bibliothek werden, die zum Studieren einl\u00e4dt. Um sowohl dem Institut, als auch der Bibliothek geeignete R\u00e4ume und gen\u00fcgend Platz bieten zu k\u00f6nnen, ist der Umzug in ein gr\u00f6\u00dferes Geb\u00e4ude unabdinglich. \u00dcber Umzugspl\u00e4ne wird schon jahrelang geredet, doch wenn ein relativ kleines Institut einer gro\u00dfen Universit\u00e4t ein neues Geb\u00e4ude ben\u00f6tigt, ist das ein langwieriger Prozess. Jetzt ist vielleicht tats\u00e4chlich eine L\u00f6sung ist Sicht!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIn seiner Sitzung am 26. April 2013 hat sich der Wissenschaftsrat f\u00fcr einen Neubau f\u00fcr ein interdisziplin\u00e4res Forschungszentrum an der Universit\u00e4t Heidelberg ausgesprochen. Der F\u00f6rderh\u00f6chstbetrag des Projektes betr\u00e4gt 10,1 Mio. Euro, die aus Bundesmitteln an das Land flie\u00dfen k\u00f6nnten, um das geplante Vorhaben zu unterst\u00fctzen. Gemeinsam mit den F\u00f6rdermitteln des Landes k\u00f6nnte so eine Summe von 20 Mio. Euro zusammenkommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie Bewilligung des Antrages k\u00f6nnte den seit Jahren erhofften, doch immer wieder verschobenen Umzug des Instituts f\u00fcr Sinologie m\u00f6glich machen. Auszahlen w\u00fcrde sich das lange Warten allemal: Der geplante Forschungsbau, in N\u00e4he des Karl-Jaspers-Centers, soll das Centre for Asian and Transcultural Studies (CATS) beherbergen, in dem einmal asiatische und europ\u00e4ische Geisteswissenschaften zusammenarbeiten sollen. Herzst\u00fcck des geplanten Zentrums soll eine gemeinsame Bibliothek des Zentrums f\u00fcr Ostasienwissenschaften (ZO), des S\u00fcdasien-Instituts und des Instituts f\u00fcr Ethnologie werden. Der momentan in der Bibliothek der Sinologie herrschende Raummangel k\u00f6nnte somit bald der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Als f\u00f6rderungsw\u00fcrdig d\u00fcrften sich auch das geplante Medienzentrum, sowie moderne Medialabs und eine Digital Humanities Unit<span class=\"apple-converted-space\">&nbsp;erweisen, die das mittlerweile in die Jahre gekommene Sprachlabor ad\u00e4quat ersetzen w\u00fcrden und eine Bereicherung f\u00fcr Forschende, Lehrende und Studierende der Heidelberger Geisteswissenschaften darstellen k\u00f6nnten.<\/span> Der geplante Asiencampus soll den Methodenaustausch und Perspektivenwechsel zwischen Asienwissenschaften und den Sozial- und Geisteswissenschaften f\u00f6rdern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie endg\u00fcltige Entscheidung dar\u00fcber, ob Heidelberg-Bergheim \u2013 nach den Stationen Akademiestra\u00dfe 1, Hans-Thoma-Platz 44, Hauptstra\u00dfe 240, Sandgasse 7 und der aktuellen Akademiestra\u00dfe 4-8 \u2013 zur nun sechsten Adresse der Heidelberger Sinologie wird, liegt bei der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und L\u00e4ndern und soll bei deren n\u00e4chster Sitzung, die vermutlich am 28. Juni 2013 stattfinden wird, getroffen werden. Bis dahin hei\u00dft es Daumen dr\u00fccken, damit zuk\u00fcnftige Generationen von Studierenden ihre Vokabeln in interdisziplin\u00e4rem Umfeld auf einem gro\u00dfen und modernen Campus lernen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/mwk.baden-wuerttemberg.de\/service\/pressemitteilungen\/presse-detailseite\/wissenschaftsrat-empfiehlt-foerderung-eines-forschungsneubaus-der-universitaet-heidelberg\/\">Link zur Pressemitteilung des Wissenschaftsrats<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tAnna Schiller<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t&nbsp;<\/h2>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<span id=\"parent-fieldname-title\"><a id=\"3\" name=\"3\">S<\/a>inologie aus chinesischer Sicht <\/span><\/h2>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t<em>Die beiden chinesischen Studentinnen Dong Bijuan \u8463\u78a7\u5a1f und Li Fangfang \u674e\u82b3\u82b3 sind zur Zeit im 4. Semster ihres Masterstudiums am sinologischen Institut und erz\u00e4hlen \u00fcber ihre Eindr\u00fccke und Erfahrungen in Heidelberg.<\/em><\/p>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>SHAN: Erz\u00e4hlt doch zuerst mal kurz etwas \u00fcber euch.<\/strong><\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\tDong Bijuan: Ich hei\u00dfe Bijuan Dong-Bari\u00e9 und studiere im Moment Sinologie auf Master an der Universit\u00e4t Heidelberg. Ich habe in China meinen Bachelor in Sinologie absolviert. Ich bin seit 2006 in Deutschland, weil mein Mann hier arbeitet und ich auch in Deutschland studieren will. Mein Forschungsschwerpunkt ist chinesische Literatur bzw. chinesische Kultur.<\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\tLi Fangfang: Ich hei\u00dfe Li Fangfang und komme aus der Stadt Chifeng \u8d64\u5cf0 in der Inneren Mongolei. Zur Zeit bin ich im 4. Semester meines Masterstudiums. Sinologie habe ich als Nebenfach gew\u00e4hlt. Mein Hauptfach ist Germanistik im Kulturvergleich mit Schwerpunkt Literaturwissenschaft. Davor habe ich schon einen BA in Hohhot an der Technischen Universit\u00e4t der Inneren Mongolei in Germanistik gemacht. Im September 2011 bin ich dann zum Studieren nach Deutschland gekommen. Da ich vorher schon meinen BA in Germanistik gemacht hatte und das mit Schwerpunkt im technischen Bereich, bot es sich an, das Studium in Deutschland fortzusetzen. Mein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Vergleichenden Literaturwissenschaft, speziell der Imagologie. In meiner Masterarbeit besch\u00e4ftige ich mich also mit Phantasieliteratur aus der Romantik und ihren Vertretern, darunter Eichendorff, Heine oder E.T.A. Hoffmann.<\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Wieso habt ihr euch f\u00fcr das Sinologiestudium entschieden? Wieso in Heidelberg?<\/strong><\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\tDong Bijuan: Chinesische Literatur ist meine Leidenschaft. Ich finde es interessant, die chinesische Literatur auch aus westlicher Perspektive kennenzulernen. Heidelberg liegt in der N\u00e4he meines Wohnorts Karlsruhe und ist eine sch\u00f6ne Studentenstadt. Die Sinologie in Heidelberg hat eine sehr gute Bibliothek.<\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\tLi Fangfang: Mich interessiert vor allem die Herangehensweise, wie die Deutschen sich mit China befassen und was sie \u00fcber die chinesische Kultur denken. Ich habe mich unter anderem f\u00fcr ein Studium in Heidelberg entschieden, weil die Universit\u00e4t Heidelberg die \u00e4lteste Universit\u00e4t in Deutschland ist. Zuvor habe ich auch \u00fcberlegt nach Dresden oder Frankfurt zu gehen, aber ich mag lieber kleinere St\u00e4dte, keine gro\u00dfen Wirtschaftszentren, die aber trotzdem ein gro\u00dfes kulturelles Angebot bieten.<\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Welche Berufschancen erhofft ihr euch von eurem Studium?<\/strong><\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\tDong Bijuan: In China habe ich ein Lehrerzertifikat erworben. Ich hoffe mit dem Masterabschluss eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr diesen Beruf in Deutschland zu erlangen. Ich schreibe regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr einige Zeitschriften und Zeitungen. Auch das k\u00f6nnte ich mir beruflich vorstellen.<\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\tLi Fangfang: Ich m\u00f6chte sp\u00e4ter gerne etwas mit Interkultureller Komunikation machen und denke, dass das Studium mich gut darauf vorbereitet. Meine Kommilitonen beispielsweise kommen aus ganz unterschiedlichen Staaten. Au\u00dferdem bin ich besonders am Vergleich der beiden Sprachen Deutsch und Chinesisch interessiert und denke dar\u00fcber habe ich viel gelernt. Ich hoffe, dass ich mal in einem globalen Unternehmen arbeiten kann, im Bereich Unternehmenskommunikation, wo man Chinesisch-Muttersprachler braucht, die aber auch flie\u00dfend Deutsch sprechen.<\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Denkt ihr, dass das Studium der Sinologie auch zuk\u00fcnftig attraktiv sein wird?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDong Bijuan: China besitzt eine alte Kutur und au\u00dferdem eine wundersch\u00f6ne und vielf\u00e4ltige Literatur. Diese werden ihren Reiz nicht verlieren. Die wachsende wirtschaftliche Bedeutung Chinas steigert zus\u00e4tzlich die Attraktivit\u00e4t des Fachs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tLi Fangfang: Auf jeden Fall, denn es gibt immer mehr M\u00f6glichkeiten zur Zusammenarbeit der beiden L\u00e4nder Deutschland und China. Ein Beispiel daf\u00fcr w\u00e4re wie schon von mir beschrieben, der Bereich der Unternehmenskommunikation. Es gibt nat\u00fcrlich auch noch viele andere Bereiche. Au\u00dferdem kann ich mir vorstellen, dass viele Deutsche jetzt auch in China arbeiten m\u00f6chten, besonders in Gro\u00dfst\u00e4dten wie Beijing oder Shanghai.<\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Was sind f\u00fcr euch die gr\u00f6\u00dften Schwierigkeiten im Studium?<\/strong><\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\tDong Bijuan: Es ist schwierig, das Studium gut zu planen und zeitgerecht fertig zu werden. Vor allem auf die Korrektur von Seminararbeiten muss man sehr lange warten, was zu Verz\u00f6gerungen beim Studium f\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\tLi Fangfang: Manchmal habe ich Probleme, die wissenschaftlichen Texte richtig zu verstehen. Oft ist es \u00e4u\u00dferst schwierig, die chinesische sprachwissenschaftliche Terminologie so ins Deutsche zu \u00fcbersetzen, dass es von Deutschen gut verstanden werden kann. Auch in der Denkweise der deutschen Dozenten gibt es Unterschiede und manchmal ist es schwierig f\u00fcr Nicht-Muttersprachler diese nachzuvollziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Wie bewertet ihr die Unterst\u00fctzung von Seiten des Instituts und wie die M\u00f6glichkeiten zum Kontakt mit deutschen Studenten?<\/strong><\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\tDong Bijuan: Bisher habe ich alle notwendige Unterst\u00fctzung durch das Institut erhalten. Es gibt viele M\u00f6glichkeiten zum Kennenlernen deutscher Studenten, was ich sehr gut finde.<\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\tLi Fangfang: Die Unterst\u00fctzung finde ich ganz gut. Die Dozenten, mit denen ich zu tun hatte, haben mir sehr geholfen. Sie gehen auf die Studenten zu und geben gute Ratschl\u00e4ge, auch \u00fcber das Studium hinaus. Au\u00dferdem habe ich in der Bibliothek der Sinologie viel n\u00fctzliches Material auch auf Chinesisch gefunden. Im Unterricht ist mir aufgefallen, dass doch oftmals deutsche Kommilitonen mit Deutschen zusammensitzen und chinesische Kommilitonen mit anderen Chinesen. Aber das ist nicht ausschlie\u00dflich der Fall. Die Kontaktm\u00f6glichkeiten finde ich allerdings doch eher beschr\u00e4nkt, au\u00dfer Tandem gibt es nicht viele M\u00f6glichkeiten, auch langfristig in Kontakt zu bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Was w\u00fcrdest du dir w\u00fcnschen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\tDong Bijuan: Ich f\u00e4nde es sehr gut, wenn man auch vom Deutschen ins Chinesische \u00fcbersetzen m\u00fcsste.<\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\tLi Fangfang: Ich f\u00e4nde es gut, wenn wir mehr Projekte mit China initiieren k\u00f6nnten, wie beispielsweise direkte Austauschprogramme, bei denen nicht nur deutsche Studenten zum Auslandssemester nach China gehen, sondern auch chinesische Germanistikstudenten nach Deutschland kommen, damit man sich direkt miteinander austauschen kann.<\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\tSHAN bedankt sich ganz herzlich f\u00fcr das Interview!<\/p>\n<p class=\"a\" style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tvon Fabienne Wallenwein<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<span id=\"parent-fieldname-title\"><a id=\"4\" name=\"4\">S<\/a>inologische Zukunftsplanungen \u2013 in der DDR <\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie Besch\u00e4ftigung mit der Wissenschaftsplanung in der DDR ist nicht nur im Zusammenhang mit der Erforschung der Asienwissenschaften interessant, sondern kann auch bei der Analyse des Wissenschaftssystems der Volksrepublik China n\u00fctzlich sein, da DDR und VRCh vom gleichen sowjetischen Vorbild beeinflusst wurden. Auch nach dem Ende von DDR und Sowjetunion wurden in China manche alten Traditionen fortgef\u00fchrt. &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tFreundschaft<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tSeit den f\u00fcnfziger Jahren gab es in der DDR zahlreiche und kontinuierliche Bem\u00fchungen, Studenten-, Doktoranden- und Habilitandenzahlen sowie Berufswege zu planen. Schon mit dem Gr\u00fcndungstag der DDR war die SED-F\u00fchrung mit dem Problem konfrontiert, mit der im Fernen Osten eine Woche zuvor gegr\u00fcndeten Volksrepublik China verb\u00fcndet zu sein. Im Gegensatz zur Bundesrepublik gab es fr\u00fchzeitig &#8211; und besonders im Zuge der Chinareisen Grotewohls und Ulbrichts &#8211; das Bed\u00fcrfnis, die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen schnell auszubauen. Daher wurden seit Mitte der f\u00fcnfziger Jahre zahlreiche DDR-Student(inn)en nach China geschickt und die Sinologie &#8211; vor allem in Berlin &#8211; ausgebaut. An der Humboldt-Universit\u00e4t, an der es Anfang der sechziger Jahre zwei Sinologieprofessoren gab, war zum Beispiel f\u00fcr &#8222;die Fachrichtung Sinologie als die bedeutendste Disziplin der Asien- und Afrikawissenschaften [&#8230;] bis zum Jahre 1965, sp\u00e4testens aber 1966 eine Verdoppelung des Lehrk\u00f6rpers [&#8230;] vorgesehen&#8220;.&nbsp; (Perspektivplan [1960], MHF= Ministerium f\u00fcr Hoch- und Fachschulwesen, DR 3\/2943.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tKonflikt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tKurz darauf brachte dann der sino-sowjetische Konflikt eine radikale Wende. In einem Bericht zur Lage der Sinologie vom 7. Mai 1963 hei\u00dft es: Aufgrund &#8222;der ver\u00e4nderten Beziehungen zwischen der DDR und der VR China&#8220; ist &#8222;der Bedarf an Sinologen au\u00dferordentlich stark zur\u00fcck gegangen. Folgen: Das OAI Berlin mu\u00dfte Ende 1962 ein ganzes Studienjahr umlenken. Nach Abschlu\u00df des jetzigen 5. Studienjahres wird die Ausbildung von Sinologen in Berlin \u00fcberhaupt eingestellt. In Leipzig studieren noch 10 Sinologen, die Zahl soll aber auch reduziert werden. Keine Neuimmatrikulation in der Sinologie in den n\u00e4chsten Jahren.&#8220; (Zur Lage, den Problemen und zu den Entwicklungsm\u00f6glichkeiten der Fachrichtung Sinologie am Ostasiatischen Institut der Humboldt-Universit\u00e4t Berlin, MHF DR3\/ AE 2946. S. 1)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\u00c4hnliche Probleme gab es auch bei geplanten Dissertationen und Habilitationen. Anfang der sechziger Jahre wurde die Fertigstellung von 21 Dissertationen bis 1967 mit Namen und Themen geplant. Bei 11 der Genannten, die zu der Zeit gerade erst mit der Anfertigung ihrer Dissertationen begonnen hatten, waren schon Habilitationsschriften mit Abgabeterminen zwischen 1965 und 1967 eingeplant.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie Aufteilung der Dissertationen\/ Habilitationen nach Fachgebieten sah folgenderma\u00dfen aus:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAlte Geschichte:&nbsp;&nbsp; &nbsp; 5\/2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tMod. Geschichte:&nbsp;&nbsp; &nbsp;2\/2<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAlte Sprache:&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;3\/2<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tMod. Sprache:&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;4\/1<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAlte Literatur:&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;2\/2<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tMod. Literatur:&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;3\/1<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tPhilosophie:&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;1\/1<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tWirtschaftsgeographie:&nbsp;&nbsp; &nbsp;1\/-<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t(Perspektivplan [1960], MHF, DR 3\/2943.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDiese Pl\u00e4ne wurden nur zu einem kleinen Teil realisiert. Tats\u00e4chlich haben weniger als die H\u00e4lfte der Genannten promoviert und meist deutlich sp\u00e4ter als vorgesehen. Habilitiert wurden nur drei von 11, davon einer in den siebziger und zwei in den achtziger Jahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tEinsame Professoren<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAuch die Verdopplung des Lehrk\u00f6rpers gelang nicht. Nach dem Tod von Professor Erkes in Leipzig (1958) blieb dessen Stelle f\u00fcr ein Vierteljahrhundert unbesetzt und nach der Emeritierung von Professor Ratchnevsky in Berlin (1964) war der nicht-habilitierte und international wenig bekannte Siegfried Behrsing f\u00fcr mehrere Jahre der einzige Sinologieprofessor in der ganzen DDR.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie politisch bedingte Reduzierung der sinologischen Ausbildung und Forschung hat damals nicht nur zahlreiche Studierende endg\u00fcltig aus der Sinologie vertrieben, sondern auch die weitere Laufbahn vieler \u00fcbrig gebliebener stark beeintr\u00e4chtigt. Besonders bemerkenswert ist, da\u00df die im Geiste der DDR-chinesischen Freundschaft erzogenen Sinologen vom erneuten Ausbau der Chinawissenschaften in den siebziger Jahren kaum profitieren konnten; denn nun wurde eine neue Generation von Spezialisten ausgebildet, die sich im Kampf gegen den &#8222;antimarxistischen-antisozialistischen&#8220; Gegner, der mit USA und BRD verb\u00fcndet war, bew\u00e4hren sollte. In einer 1975 erarbeiteten F\u00fcnfzehnjahres-Planung des Ministeriums f\u00fcr Hoch- und Fachschulwesen in Bezug auf Ost-, S\u00fcd- und S\u00fcdostasien hei\u00dft es: &#8222;Die sich st\u00e4ndig erweiternden Aufgaben in diesem L\u00e4nderbereich und die Notwendigkeit der Heranbildung von Nachwuchswissenschaftlern f\u00fcr diesen L\u00e4nderbereich macht eine Erh\u00f6hung der Immatrikulationszahlen bis 1990 notwendig. [&#8230;] Bei der Auswahl der Kader ist ein strenger Ma\u00dfstab anzulegen, der garantiert, da\u00df diese Kader nach ihrer Ausbildung auch in der internationalen Arbeit eingesetzt werden k\u00f6nnen und einen hohen Grad der Disponibilit\u00e4t besitzen. Neben der Ausbildung von Regionalwissenschaftlern, Sprachwissenschaftlern und Sprachmittlern sind zielgerichtet Kader f\u00fcr die Gebiete Staat und Recht, Soziologie, \u00d6konomie, Geschichte, Philosophie, Kultur und Literatur auszubilden.&#8220;&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t(Ma\u00dfnahmeplan zur Sicherung der Auswahl und Ausbildung sowie Weiterqualifizierung von Kadern f\u00fcr den Einsatz in den L\u00e4ndern des Fernen Ostens, S\u00fcd- und S\u00fcdostasiens [1975], MHF, DR 3\/46)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIn diesem Plan wurden Lehrst\u00fchle f\u00fcr Sinologie, Geschichte Chinas, \u00d6konomie Chinas und Philosophie Chinas sowie Dozenturen f\u00fcr Geschichte Chinas, Chinesische Sprache, Chinesische Literatur, Staat und Recht Chinas und Soziologie Chinas vorgesehen. Diese Planung wurde zwar nur teilweise realisiert, es kam aber zu einem deutlichen Ausbau der Stellen. In den folgenden Jahren zeigt sich auch ein deutliches Wachstum bei der Zahl der Diplomarbeiten und Dissertationen, die sich von den siebziger zu den achtziger Jahren fast verdoppelte (von 42 auf 82). Der erneute Ausbau war jedoch mit einer strengen Auswahl der Studienanf\u00e4nger verbunden. Nach der Darstellung eines S\u00fcdasienwissenschaftlers der Akademie der Wissenschaften &#8222;regelten Zulassungsbeschr\u00e4nkungen fachlicher, sicherheitspolitischer und ideologischer Art den Studienzugang. In den offiziellen Studienangeboten der siebziger Jahre waren die Studieng\u00e4nge Regionalwissenschaften nicht enthalten. Viele Studenten erhielten durch Bekannte \u00fcber die in der realen DDR so wichtigen Beziehungen davon Kenntnis und bewarben sich direkt bei den Hochschulen, viele waren auch sogenannte Delegierungskader, von den k\u00fcnftigen Arbeitsgebern des \u00f6ffentlichen Dienstes bereits ausgew\u00e4hlt und mit einem Vorarbeitsvertrag versehen. Weder Westverwandtschaft noch negativer politischer Leumund waren akzeptabel f\u00fcr die sp\u00e4ter in den aus DDR-Sicht sensiblen Au\u00dfenbereich T\u00e4tigen, denen sich durch die Auslandsaufenthalte auch g\u00fcnstige M\u00f6glichkeiten zur sogenannten Republikflucht boten.&#8220;&nbsp; (Dietrich Reetz, Entwicklung und Stand der Asienwissenschaften in der DDR, in ASIEN, Nr.38, 1991, S.83)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tInstitutionen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tF\u00fcr die Planung und Koordination der Ostasienwissenschaften waren in den achtziger Jahren mehrere Wissenschaftliche R\u00e4te zust\u00e4ndig, dazu geh\u00f6rten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&#8211; der Wissenschaftliche Rat f\u00fcr internationale Arbeiterbewegung (Sitz: AfG),<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&#8211; der Wissenschaftliche Rat f\u00fcr Au\u00dfenpolitische Forschung (Sitz: IIB),<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&#8211; der Zentrale Rat f\u00fcr Asien- Afrika und Lateinamerikawissenschaften (ZENTRAAL).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIm Zentralen Forschungsplan wurde China unter dem Titel &#8222;Die sozial\u00f6konomische Entwicklung, die Innen- und Au\u00dfenpolitik Chinas&#8220; aufgef\u00fchrt. Hierf\u00fcr waren die R\u00e4te f\u00fcr internationale Arbeiterbewegung und Au\u00dfenpolitische Forschung zust\u00e4ndig. (Zentraler Forschungsplan [1986], S. 681-692)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tF\u00fcr die Koordination der gegenwartsbezogenen Chinaforschung in den Bereichen (Innen-) Politik, Gesellschaft und Ideologie war nach der Eskalation des sino-sowjetischen Konflikts der &#8222;Problemrat f\u00fcr aktuelle Chinaforschung&#8220; (Wissenschaftlicher Rat f\u00fcr internationale Arbeiterbewegung) gegr\u00fcndet worden. Der Leiter war Professor Helmut Peters, Lehrstuhlinhaber des Instituts f\u00fcr Internationale Arbeiterbewegung (IAB) der Akademie f\u00fcr Gesellschaftswissenschaften beim Zentralkomitee der SED; daneben waren andere Wissenschaftler der ZK-Akademie und der Humboldt Universit\u00e4t beteiligt. Die Mitglieder hatten h\u00e4ufig Gelegenheit nach China, in die Sowjetunion und andere europ\u00e4ische Staaten zu reisen. Sie verfa\u00dften Berichte f\u00fcr das Politb\u00fcro, entwarfen Forschungspl\u00e4ne, unterhielten Kontakte mit ausl\u00e4ndischen Chinaforschern, und organisierten nationale und internationale Tagungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie Schwerpunkte der Forschung und die Arbeitsteilung unter den verschiedenen Institutionen zeigt ein &#8222;Ma\u00dfnahmeplan der aktuellen Chinaforschung&#8220; von 1973:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t1. Entwicklung der Arbeiterklasse (IfG\/IAB)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t2. Wesen des Maoismus (IfG\/IAB, HUB\/FGNG)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t3. Politische Struktur des heutigen China (HUB\/FGNG, IfG\/IAB)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t4. Spaltert\u00e4tigkeit der Maoisten in der internationalen kommunistischen Bewegung (IfG\/IAB)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t5. Europapolitik chinesischer F\u00fchrer (IIB, IAB\/FGNG)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t6. Auseinandersetzung mit der reaktion\u00e4ren b\u00fcrgerlichen Sinopolitologie, insbesondere der BRD und Westberlins (HUB\/FGNG)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tBei Einzelthemen des 2. Schwerpunkts &#8222;Maoismus&#8220; werden zus\u00e4tzlich weitere Institute der ZK-Akademie, die Sinologie der Humboldt-Universit\u00e4t, das Institut f\u00fcr Marxismus-Leninismus (IML), das Institut f\u00fcr Internationale Politik und Wirtschaft (IPW) und die Universit\u00e4ten Leipzig und Rostock aufgef\u00fchrt. Unter &#8222;Ma\u00dfnahmen&#8220; werden hier f\u00fcnf Dissertationsthemen (eine A-Dissertation und vier B-Dissertationen, d.h. Habilitationsschriften) genannt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIfG\/IAB: Lenin und Mao (B),<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIfG\/IAB: Der subjektive Charakter des Maoismus (B),<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tHUB\/FGNG: Traditionelle Sozialutopien (B),<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tHUB\/FGNG: Innenpolitische Auseinandersetzungen (A),<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tHUB\/Sinologie: Die Darstellung der Arbeiterklasse (B). &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tEinige der in den folgenden Jahren abgeschlossene Dissertationen lassen sich den obengenannten Schwerpunkten zuordnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDie Schwerpunktthemen geh\u00f6rten zum Teil zu gr\u00f6\u00dferen Projekten an denen die meisten osteurop\u00e4ischen Staaten beteiligt waren, wie z. B.:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&#8222;Klassen und Klassenbeziehungen&#8220;,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&#8222;China und die sozialistischen L\u00e4nder&#8220;,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&#8222;Die Kampagne zur Kritik an Lin Biao und Konfuzius&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&#8222;Kritik der Ideologie und Praxis des Maoismus&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&#8222;Ideologisch-theoretische Prozesse im gegenw\u00e4rtigen China&#8220; &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDar\u00fcber hinaus spielten Themen aus dem Zentralen Forschungsplan der Gesellschaftswissenschaften (Z), dem MHF-Plan (M), bzw. HU-Plan (H) eine wichtige Rolle. Hierzu geh\u00f6rten unter anderem<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&#8211; &#8222;Sozialismus in Asien&#8220; (Z),<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&#8211; &#8222;Nationalismus in Asien&#8220; (Z),<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&#8211; &#8222;Transkriptionssysteme asiatischer und afrikanischer Sprachen&#8220; (M),<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&#8211; &#8222;Geschichte der internationalen Beziehungen in Asien&#8220; (M),<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&#8211; &#8222;Philosophie und ideologische Prozesse in Asien&#8220; (H),<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&#8211; &#8222;Untersuchungen zu Literaturen Asiens und Afrikas&#8220; (H). &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tLiteratur:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tT. Kampen: Ostasienwissenschaften in der DDR und in den neuen Bundesl\u00e4ndern, in: Krauth\/Wolz: Wissenschaft und Wiedervereinigung &#8211; Asien- und Afrikawissenschaften im Umbruch, Berlin: Akademie Verlag, 1998, 269-306.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tT. Kampen:&nbsp; Sinologie im 20. Jahrhundert: Heidelberg &#8211; Deutschland &#8211; International. Heidelberg: Mattes Verlag, 2011.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tDr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n<hr>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<span id=\"parent-fieldname-title\"><a id=\"5\" name=\"5\">A<\/a>ltern in China und Deutschland &#8211; zwischen Taiji und Pflegeheim <\/span><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Altern &#8211;&nbsp;<\/strong> was f\u00fcr Institutionen wie Institute oder Vereinigungen ein Alleinstellungsmerkmal, gar prestigetr\u00e4chtig sein kann, wird bei Menschen oftmals als reiner &#8222;Verfall&#8220; gesehen. Institutionen &#8222;reifen&#8220;, verf\u00fcgen \u00fcber &#8222;langj\u00e4hrige Erfahrung&#8220;, werden &#8222;traditionsreich&#8220;, Menschen werden &#8222;alt&#8220;,&nbsp; sprechen von den &#8222;guten alten Zeiten&#8220;, werden &#8222;konservativ&#8220; &#8211; im besten Fall kann man sie als &#8222;jung geblieben&#8220; bezeichnen. Institutionen &#8222;verj\u00fcngen und erneuern sich&#8220;, Menschen k\u00f6nnen h\u00f6chstens auf eine neue H\u00fcfte hoffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tAm 30. April 2013 lud das Konfuzius Institut Heidelberg zu einer Podiumsdiskussion mit dem Thema: <strong>Age and Images of Ageing in Germany and China: Chances, Challenges, and New Perspectives.<\/strong> Nachdem im letzten Jahr eine \u00e4hnliche Veranstaltung zum Thema <a class=\"internal-link\" href=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/newsletter\/2011\/shan-newsletter-dezember-nr.-58\/zwischen-phantasie-und-perfektion\" title=\"Zwischen Phantasie und Perfektion\"> Erziehung und Bildung in Deutschland und China<\/a> stattgefunden hatte, die vor allem die Lernprozesse der J\u00fcngsten in den zwei Gesellschaften beleuchtete, sollte nun also auf das entgegengesetzte Spektrum der Gesellschaft geblickt werden.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tNach ein paar Gru\u00dfworten begann die Veranstaltung mit den Kurzvortr\u00e4gen der vier geladenen G\u00e4ste. Die Zusammenstellung erschien umfassend und sinnvoll: Der Heidelberger Gerontologe Andreas Kruse, der seine Perspektive in vielerlei Kommissionen auch politisch umzusetzen sucht, brachte eine fortschrittliche Interpretation des \u201eAlters\u201c in den Diskurs. Sein besonderes Anliegen war \u201eAlter\u201c als Chance zu begreifen: Dazu bedarf es einer Uminterpretation der Rollen dieser Menschen, so k\u00f6nnen sie als \u201eSorgende\u201c, \u201eaktive Alte\u201c eine spezifische Nische in einer Gesellschaft produktiv ausf\u00fcllen. Klar wurde au\u00dferdem, wie wichtig es ist, Verletzlichkeit als St\u00e4rke zu begreifen und ein System der geteilten Verantwortung zu entwickeln. Den Blick auf China er\u00f6ffnete Chen Jie mit n\u00fcchterner Statistik und Managementans\u00e4tzen. Bei ihr wurden die Realit\u00e4ten und die daraus entstehenden physischen und monet\u00e4ren Zw\u00e4nge des Problems deutlich. Hans van Ess besch\u00e4ftigte sich mit den Implikationen von konstruierter \u201echinesischer\u201c Tradition und moralischen Zwickm\u00fchlen, die sich aus dem Gebot zu kindlicher Piet\u00e4t und tats\u00e4chlichen M\u00f6glichkeiten der Angeh\u00f6rigen ergeben. Der besonderen Popularit\u00e4t des \u201echinesischen\u201c Konzeptes von Kindspiet\u00e4t setzte er dessen sehr sp\u00e4te Revitalisierung durch die Mandschu entgegen. Au\u00dferdem schlug er einen Bogen zu den Sorgen der heutigen Elterngeneration: Die \u201ekleinen Kaiser\u201c k\u00f6nnten sich der Sorge um ihre Eltern unter Umst\u00e4nden verwehren! Der Humangeograph und Sozialgerontologe Ian Cook brachte eine internationalere Perspektive, die der Einordnung der Problematik zutr\u00e4glich war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIm Verlaufe der Diskussion wurde sehr deutlich, wie sehr die Herangehensweisen an das &#8222;Problem Alter&#8220; abh\u00e4ngig von dem Entwicklungsstand des jeweiligen Landes sind. Kann sich ein Land die Grundversorgung Pflegebed\u00fcrftiger leisten, so f\u00e4llt es leichter, Alter als Chance zu interpretieren. Stellt aber schon die Befriedigung der Prim\u00e4rbed\u00fcrfnisse eine Herausforderung dar, so kann Alter nur schwer als Chance, gar Ressource betrachtet werden. Hier wurde ein Unterschied zu den Ergebnissen bez\u00fcglich Erziehung aus der letzten Veranstaltung dieser Art augenscheinlich: W\u00e4hrend China in PISA Studien mit Deutschland konkurrieren kann, man selbstbewusst und auf Augenh\u00f6he spricht, so wird bei Fragen der Altersversorgung wiederholt Chinas Status als &#8222;Entwicklungsland&#8220; betont. Dies mag als Spiegel der M\u00e4chteverh\u00e4ltnisse der jeweiligen Bev\u00f6lkerungen gedeutet werden. Deutschlands Politik k\u00fcmmert sich um eine alternde W\u00e4hlerschicht &#8211; China taumelte nicht unschuldig in die Tiefen der Urnenform der Bev\u00f6lkerungspyramide, k\u00fcmmert sich aber zun\u00e4chst um die Kinder und Zukunft des Landes und damit auch um das Wohlwollen der Bev\u00f6lkerungsschicht, die das System erhalten soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tEin besonderer Schwerpunkt soll nach Wunsch des Sponsors &#8211; der Robert Bosch Stiftung &#8211; bei diesen Veranstaltungen auf der Erkenntnis der M\u00f6glichkeiten des Voneinander Lernens und damit verbundener Zusammenarbeit liegen. Gerade aufgrund der Unterschiedlichkeit der Voraussetzungen und Entwicklungsstadien fiel diese Aufgabe schwer. Die Sprecher blieben oftmals in ihren jeweiligen Kontexten beziehungsweise Deutungsans\u00e4tzen verhaftet. Einige Chancen klangen jedoch implizit an:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tF\u00fcr China kann vor allem die deutsche Infrastruktur der Altersvorsorge ein Vorbild sein. Noch sind in China nicht-staatliche Institutionen die Haupttr\u00e4ger der Verantwortung f\u00fcr \u00e4ltere und pflegebed\u00fcrftige Menschen. Will China effektiv staatliche Verantwortung \u00fcbernehmen, muss zun\u00e4chst eingestanden werden, welche Folgen die Ein-Kind-Politik auf die Bev\u00f6lkerungspyramide Chinas hat, dass Angeh\u00f6rige alleine nicht mehr f\u00fcr die \u00e4lteren Generationen sorgen k\u00f6nnen, und dass institutioneller Aufbau schnell stattfinden muss. Stattdessen schien eine gewisse pragmatische Rechnung im Raume zu stehen. Chen Jie waren die Ausma\u00dfe des Problems nat\u00fcrlich bewusst. Genauso bewusst aber wohl die fehlende Bereitschaft des chinesischen Staates sofort genug Geld zu investieren, um Familien zu entlasten. Die Selbstmordrate unter \u00fcber F\u00fcnfzigj\u00e4hrigen, m\u00e4nnlichen Chinesen vom Land ist erschreckend hoch. Dass Menschen diese letzte Konsequenz w\u00e4hlen, um ihrer Familie nicht zur Last zu fallen, wurde nicht erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDoch aus der Diskussion wurde auch klar, dass genau diese Not kreative L\u00f6sungen hervorbringt, die f\u00fcr Deutsche vorbildhaft sein k\u00f6nnen. Chinas Gro\u00dfeltern-Generation ist aktiv: Sie sind oft stark an der Erziehung ihrer Enkelkinder beteiligt, gr\u00fcnden (nat\u00fcrlich teils aus existenzieller Not) neue Unternehmen, \u00fcben Taiji und bilden kleine Zivilgesellschaften in lokalen Parks. So \u00fcbernehmen sie h\u00e4ufig die Funktion als Sorgende, die Herr Kruse so empfohlen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie Veranstaltung regte zum Nachdenken an, auch wenn viele Fragen wegen der K\u00fcrze der Fragerunde unbeantwortet blieben. Die Reziprozit\u00e4t des Diskurses sollte bei weiteren Veranstaltungen nicht zu Gunsten der aus mangelnder Absprache zwischen den Vortragenden resultierenden Repetition von Statistiken vernachl\u00e4ssigt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDer von Barbara Mittler, die die Podiumsdiskussion leitete, ge\u00e4u\u00dferte Vorschlag, sich in einer n\u00e4chsten Veranstaltung dem Dialog zwischen den Generationen zu widmen, erschient im Lichte der Wortmeldung einer jungen Chinesin, die eindrucksvoll ihre pers\u00f6nlichen Zweifel im Umgang mit der Elterngeneration schilderte, w\u00fcnschenswert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tOdila Schr\u00f6der<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tFotos: Marcel Has\u00fcbert (mit freundlicher Genehmigung des Konfuzius-Instituts an der Universit\u00e4t Heidelberg e. V.)<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"#Inhalt\"><strong>&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT SHAN-Ehemaligenfeier: Podiumsdiskussion &#8222;Zukunft der Sinologie &#8211; die n\u00e4chsten 50 Jahre&#8220; Am geschichtstr\u00e4chtigen 4. Mai, ebenfalls Gr\u00fcndungstag von SHAN e. 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