{"id":333,"date":"2013-06-01T12:00:00","date_gmt":"2013-06-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2013\/06\/01\/newsletter-juni-2013-nr-71\/"},"modified":"2026-05-20T18:35:33","modified_gmt":"2026-05-20T17:35:33","slug":"newsletter-juni-2013-nr-71","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2013\/06\/01\/newsletter-juni-2013-nr-71\/","title":{"rendered":"Newsletter Juni 2013 Nr. 71"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">\n\t<a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 id=\"anker_Sinologenwosindwirberuns\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<span class=\"special\"><span dir=\"ltr\">Sinologen, wo<\/span><\/span> <span class=\"special\"><span dir=\"ltr\">sind wir? \u00dcber unsere z\u00f6gerliche Einmischung in den Mediendiskurs zu China<\/span><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tWarum sind Sinologen im deutschen Mediendiskurs so stark<br \/> unterrepr\u00e4sentiert? Warum werden stattdessen andere &#8222;Experten&#8220; befragt?<br \/> Melden Sinologen sich nicht oft genug zu Wort? Wenden sich die Medien an<br \/> die &#8222;Falschen&#8220;? Haben wir es also mit einem Ph\u00e4nomen von Hol- oder<br \/> Bringschuld zu tun? Cora Jungbluth \u00e4u\u00dfert sich &#8211; anl\u00e4sslich der<br \/> Podiumsdiskussion auf der SHAN-Ehemaligenfeier &#8211; zu diesem Thema.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#1\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Erzhlmal...SabrinaJger\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<span class=\"special\"><span dir=\"ltr\">Erz\u00e4hl mal &#8230; Sabrina J\u00e4ger<\/span><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIn ihrem Interview mit SHAN erz\u00e4hlt Sabrina J\u00e4ger, wie sie von der<br \/> Sinologie zum Dokumentarfilm gekommen ist. Nach ihrem BA-Studium in<br \/> Heidelberg hat sie zun\u00e4chst einen Doppelabschluss in G\u00f6ttingen und<br \/> Beijing gemacht und dann verschiedene Praktika absolviert. F\u00fcr ihren<br \/> eigenen Film war ihr jedoch wichtig, ihren sinologischen Hintergrund<br \/> miteinzubringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#2\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_DAAD-bersetzerwettbewerb\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<span class=\"special\"><span dir=\"ltr\">DAAD-\u00dcbersetzerwettbewerb: Blut- und Eisentauben<\/span><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tSophia Zasche berichtet von ihrer Teilnahme am deutsch-chinesischen<br \/> \u00dcbersetzerwettbewerb des DAAD und stellt uns ihre \u00dcbersetzung des<br \/> melancholischen Romans <em>Blut- und Eisentauben<\/em> von Lu Min vor, die sie im Rahmen des Wettbewerbes gemeinsam mit Li Yinyin erstellt hat.<a class=\"internal-link\" href=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/newsletter\/2013-1\/shan-newsletter-mai-nr.-70\/erzaehlt-doch-mal-...-dong-bijuan-und-li-fangfang\" title=\"Sinologie aus chinesischer Sicht\"> <\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#3\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_ChinesischeStudentenimna\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<span class=\"special\"><span dir=\"ltr\">Chinesische Studenten im nationalsozialistischen Deutschland<\/span><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tIn seinem Artikel stellt uns Thomas Kampen Ji Xianlin, Qiao Guanhua und<br \/> Qiu Fazu vor, die sich noch nach 1933 nach Deutschland zum Studieren<br \/> wagten. Qiu Fazu besuchte unter anderem die Universit\u00e4t Heidelberg, wo<br \/> ihm 1982 die Ehrendoktorw\u00fcrde verliehen wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#4\"><span class=\"internal-link\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">\n\t<span id=\"parent-fieldname-title\"><a id=\"1\" name=\"1\">S<\/a>inologen, wo sind wir? \u00dcber unsere z\u00f6gerliche Einmischung in den Mediendiskurs zu China <\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tChinas weltweite Bedeutung nimmt kontinuierlich zu \u2013 wirtschaftlich,<br \/> politisch und immer mehr auch kulturell. China ist in den Medien<br \/> allgegenw\u00e4rtig, leider oft jedoch einseitig und undifferenziert. Wo sind<br \/> nur die Sinologen, also die Personen, die sich \u2013 wie der Name schon<br \/> sagt \u2013 fachlich mit China auseinandersetzen und den Mediendiskurs daher<br \/> um einige Facetten bereichern k\u00f6nnten? Sie gl\u00e4nzen sehr h\u00e4ufig vor allem<br \/> durch eines: Abwesenheit.<\/p>\n<p>\tEin eklatantes Beispiel hierf\u00fcr war die globale Finanz- und<br \/> Wirtschaftskrise. China stand pl\u00f6tzlich als m\u00f6glicher Retter in der Not<br \/> ganz vorne in der medialen Berichterstattung und wurde in g\u00e4ngigen<br \/> Wirtschaftsbl\u00e4ttern herauf und herunter analysiert \u2013 von Wirtschafts-<br \/> und Finanzexperten, die allesamt pl\u00f6tzlich zu Chinaexperten mutierten,<br \/> zum Teil jedoch nicht einmal \u00fcber das Schattenbankensystem oder die<br \/> notleidenden Kredite im chinesischen Bankensektor Bescheid wussten. In<br \/> meiner Erinnerung (die nat\u00fcrlich tr\u00fcgen kann) meldete sich nicht ein<br \/> einziger Sinologe zu Wort. Vielleicht wurden die Sinologen auch einfach<br \/> nicht gefragt, aber auf das Thema Holschuld versus Bringschuld komme ich<br \/> noch zu sprechen.<\/p>\n<p>\tEs ist ein merkw\u00fcrdiges Ph\u00e4nomen, das ich in Bezug auf China schon \u00fcber<br \/> viele Jahre hinweg beobachten kann: Personen, die \u00fcber keinerlei oder<br \/> allenfalls rudiment\u00e4re Landeskenntnisse verf\u00fcgen, die kein Chinesisch<br \/> k\u00f6nnen und keinerlei chinabezogenen fachlichen Hintergrund haben,<br \/> schwingen sich in den deutschsprachigen Medien zu Chinaexperten auf und<br \/> wurden \u2013 ohne jegliche Legitimit\u00e4t \u2013 lange Zeit auch als solche<br \/> akzeptiert. Zum Gl\u00fcck \u00e4ndert sich das gerade zunehmend. F\u00fcr mich hat<br \/> diese Situation zwangsl\u00e4ufig die Frage aufgeworfen, ob es sich hierbei<br \/> mal wieder um ein Ph\u00e4nomen \u201emit chinesischen Charakteristika\u201c handelt \u2013<br \/> denn&nbsp; w\u00e4re es glaubw\u00fcrdig, wenn jemand ohne Landes- und<br \/> Sprachkenntnisse zum USA-Experten oder Frankreichexperten stilisiert<br \/> w\u00fcrde? Ich halte das f\u00fcr relativ unwahrscheinlich. Aber China ist ja<br \/> anders und mysteri\u00f6s. China kann man sowieso nicht verstehen. Also<br \/> braucht man auch keine eingehenderen Kenntnisse zur Beurteilung der Lage<br \/> \u2013 ist das die dahinter stehende, kaum nachzuvollziehende Logik? Warum<br \/> werden Sinologen nicht gefragt (=Holschuld der Medien)? Warum sorgen<br \/> Sinologen nicht daf\u00fcr, dass sie gefragt werden (=Bringschuld der<br \/> Sinologen)?&nbsp; Hier gilt es nat\u00fcrlich zu differenzieren, denn<br \/> nat\u00fcrlich ist Sinologe nicht gleich Sinologe. Und nicht jeder Sinologe<br \/> kann zu jedem aktuellen chinabezogenen Thema etwas sagen. Es ist<br \/> vielleicht auch eine Generationenfrage. Denn die deutsche Sinologie ist<br \/> traditionell eher historisch-philologisch aufgestellt, woraus sich<br \/> einfach weniger medienwirksame Themen ergeben.<\/p>\n<p>\tIn meiner Generation (Magister 2006) gibt es hingegen einige<br \/> Heidelberger Absolventen, die a) gegenwartsbezogen arbeiten und b) in<br \/> Positionen sind, in denen Pressearbeit eine wichtige Rolle spielt (z. B.<br \/> private Stiftungen). Das hei\u00dft, dass Sinologen, die nicht in der<br \/> Wissenschaft bleiben (also die Mehrheit), durchaus versuchen, Einfluss<br \/> auf den deutschen Pressediskurs zu China zu nehmen. Das erweist sich<br \/> allerdings als nicht immer einfach. Wir leben in einem Land, in dem \u2013 im<br \/> Gegensatz zu dem Land, mit dem wir uns als Sinologen in der Regel<br \/> besch\u00e4ftigen \u2013 Pressefreiheit herrscht. Das hei\u00dft, dass wir den Medien<br \/> Informationen zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnen und dies auch so pr\u00e4zise und<br \/> differenziert tun, wie wir es in unserer akademischen Ausbildung gelernt<br \/> haben. Aber was damit passiert und wie diese Informationen verwendet,<br \/> verk\u00fcrzt und m\u00f6glicherweise verunstaltet werden \u2013 das k\u00f6nnen wir nicht<br \/> mehr beeinflussen und die Dinge nehmen ihren unaufhaltsamen Lauf. Aber<br \/> das ist eben der Preis der Pressefreiheit. Eine besondere Gefahr stellt<br \/> in dieser Hinsicht das Labelling dar. Anscheinend muss jede Person, die<br \/> in den Medien zitiert wird ein Politiker, Prominenter, Teilnehmer von<br \/> \u201eDeutschland sucht den Superstar\u201c oder eben wenigstens ein thematisch<br \/> passender Experte sein. Wenn es um China geht, muss das dann eben ein<br \/> Chinaexperte sein, auch wenn es v\u00f6llig nebul\u00f6s ist, woher die fachliche<br \/> Legitimit\u00e4t daf\u00fcr stammt. Sinologen bringen immerhin ein St\u00fcck weit das<br \/> Zeug mit. Oftmals ist China aber nicht ausreichend, da scheinbar China =<br \/> Asien und Asien = China ist, muss gleich der fragw\u00fcrdige Titel des<br \/> sogenannten \u201eAsienexperten\u201c herhalten \u2013 Ein solcher Mensch m\u00fcsste<br \/> dementsprechend ja fundierte Kenntnisse zu einem \u00e4u\u00dferst heterogenen<br \/> Kontinent haben: Ein Kommentar zum Nahostkonflikt oder zur Lage in<br \/> Afghanistan, eine Kurzanalyse zu den anstehenden Regionalwahlen in<br \/> Indien oder der politischen Situation in Myanmar, eine Einsch\u00e4tzung zum<br \/> Besuch des chinesischen Ministerpr\u00e4sidenten in Deutschland oder zur Lage<br \/> auf der koreanischen Halbinsel \u2013 Diese Themen sollte ein<br \/> \u201eAsienexperte\u201c, gleichsam einer 1000-j\u00e4hrigen Eier legenden<br \/> Sojamilchsau, also ohne Weiteres abhandeln k\u00f6nnen\u2026Die Realit\u00e4t sieht<br \/> nat\u00fcrlich anders aus. Dennoch ist es schwierig, um dieses Label herum zu<br \/> kommen. Denn genauso wenig Einfluss wie auf den verwendeten Inhalt hat<br \/> man im Medienkontakt hinsichtlich der Bezeichnung, mit der man in<br \/> Erscheinung tritt. Und Sinologe scheint in dieser Hinsicht einfach<br \/> (noch?) zu exotisch zu sein. Immerhin l\u00e4sst sich als Sinologe au\u00dferhalb<br \/> der Wissenschaft die Bringschuld ein wenig begleichen und ist der<br \/> Kontakt einmal hergestellt, kommen Medienvertreter auch gerne ihrer<br \/> Holschuld nach und rufen den \u201eRundum-sorglos\u201c Chinaexperten zu jedem<br \/> Thema an, das gerade auf der Agenda steht \u2013 vom Parteitag und dem<br \/> Regierungswechsel \u00fcber das Fr\u00fchlingsfest hin zu Strafz\u00f6llen auf<br \/> chinesische Solarprodukte. Dann liegt es an uns selbst zu entscheiden,<br \/> auf welche Anfragen wir fachkompetent und gewissenhaft eingehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\tDoch wie sieht es mit der Hol- und Bringschuld in Bezug auf Sinologen<br \/> in der Wissenschaft aus? Verf\u00fcgen deutsche Redaktionen \u00fcber Listen der<br \/> wichtigsten deutschen Sinologen mit ihren jeweiligen<br \/> Forschungsschwerpunkten? Besteht allgemein Interesse an aktueller<br \/> Forschung zu China? Ist das in der journalistischen Praxis \u00fcberhaupt<br \/> \u00fcblich und in anderen F\u00e4chern auch der Fall? Ich w\u00fcrde das bezweifeln.<br \/> Vieles bleibt doch eher dem Zufall, pers\u00f6nlichen Kontakten oder dem<br \/> eigenen Engagement \u00fcberlassen. Womit wir bei der Frage der Bringschuld<br \/> der Wissenschaft w\u00e4ren. Ein \u00e4u\u00dferst sensibles und heikles Thema, wie wir<br \/> bei der Podiumsdiskussion am 4. Mai anl\u00e4sslich der SHAN-Alumnifeier<br \/> sehen konnten. Einerseits ist es gerade f\u00fcr Wissenschaftler schwierig,<br \/> ihre Forschungsergebnisse so in den Medien zu platzieren, dass sie<br \/> dargestellt werden, wie sie sind: differenziert und tiefgr\u00fcndig, aber<br \/> vielleicht auch schwer auf den Punkt zu bringen und eben nicht<br \/> publikumswirksam und polemisch. Denn \u2013 wie oben geschildert \u2013 ist es<br \/> nahezu unm\u00f6glich f\u00fcr die qualitativ angemessene Verwendung von zur<br \/> Verf\u00fcgung gestellten Informationen zu sorgen. Aus diesem Grund ist es<br \/> vielleicht nicht verwunderlich, dass von Seiten der deutschen<br \/> Wissenschaft (im UK und den USA l\u00e4uft das meines Wissens zum Teil<br \/> anders) gewisse Ber\u00fchrungs\u00e4ngste gegen\u00fcber den Medien bestehen. Denn<br \/> eine fachlich undifferenzierte Darstellung k\u00f6nnte dem eigenen Image in<br \/> der Fachgemeinschaft vielleicht doch mehr schaden als n\u00fctzen. Zudem<br \/> kostet die Auseinandersetzung mit den Medien viel Zeit \u2013 Zeit, die<br \/> kostbar ist und auf andere Dinge verwendet werden k\u00f6nnte. Das ist jedoch<br \/> bei weitem kein Sinologen-spezifisches Problem. Ein aufschlussreiches<br \/> Zitat aus der aktuellen Wirtschaftswoche (17.6.2013, S. 38) zeigt, dass<br \/> es sich bei der Frage nach der Medienpr\u00e4senz von Wissenschaftlern um ein<br \/> allgemeines Paradigma handelt, dass auch so scheinbar praxisnahe F\u00e4cher<br \/> wie die Wirtschaftswissenschaften betrifft: \u201eMit Steuergeldern<br \/> finanzierte \u00d6konomen sollen nicht im akademischen Elfenbeinturm hocken\u2026<br \/> Volkswirte sollen sich mit ihrer Fachkompetenz in die wirtschafts- und<br \/> gesellschaftspolitische Debatte einmischen und nicht dem Politiker,<br \/> Hobby\u00f6konomen und Juristen die Deutungshoheit \u00fcberlassen.\u201c Hier kommen<br \/> zwei Dinge zur Sprache, die Wissenschaftler unabh\u00e4ngig vom Fachbereich<br \/> betreffen: Zum einen die Frage der Finanzierung, die in der Regel<br \/> steuerbasiert ist. Zum anderen die Frage nach der gesellschaftlichen<br \/> Verantwortung und damit der Deutungshoheit ihres Fachgebiets, die sich<br \/> daraus, aber auch aus dem Anspruch der Wissenschaft selbst ergibt.<br \/> Wissenschaft ist eingebettet in die Gesellschaft, sie arbeitet in ihr<br \/> und&nbsp; aus ihr heraus und bringt sie im (Idealfall) voran. Allerdings<br \/> ist gerade f\u00fcr den gesellschaftlichen Fortschritt die Freiheit von<br \/> Forschung und Lehre eine grundlegende Voraussetzung. Es ist allzu<br \/> verf\u00fchrerisch, aber auch sehr gef\u00e4hrlich, wissenschaftliche Erkenntnis<br \/> allein am (gesellschaftlichen) Mehrwert zu messen, der ohnehin kaum<br \/> definierbar ist. Zudem entfalten Forschungsergebnisse oftmals<br \/> zeitversetzt oder \u00fcber Umwege ihre Wirkung au\u00dferhalb der Fachwelt. Und<br \/> manche tun dies auch gar nicht. Insofern w\u00e4re es wenig zielf\u00fchrend oder<br \/> f\u00fcr die Sache sogar sch\u00e4dlich, alle Sinologen zu zwangsverpflichten,<br \/> sich in die chinabezogene Mediendebatte einzuschalten. W\u00fcnschenswert<br \/> w\u00e4re aber eine aktive Gestaltung der Pressearbeit sinologischer<br \/> Institute in Deutschland, m\u00f6glicherweise in Kooperation mit den<br \/> Pressestellen der jeweiligen Universit\u00e4t. Die deutsche Sinologie hat<br \/> viel zu bieten, Sie sollte und muss die Debatte zu China in Deutschland<br \/> im 21. Jahrhundert mit gestalten, um ihre rechtm\u00e4\u00dfige Deutungshoheit in<br \/> dieser Hinsicht zu etablieren.<br \/> \t(Dieser Beitrag gibt ausschlie\u00dflich die pers\u00f6nliche Meinung der Autorin wieder.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tCora Jungbluth<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<em>Cora Jungbluth ist Project Managerin im Programm \u201eDeutschland und<br \/> Asien\u201c der Bertelsmann Stiftung in G\u00fctersloh und dort zust\u00e4ndig f\u00fcr den<br \/> Regionalbereich Greater China. Ihr Fachgebiet umfasst die<br \/> wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Deutschland und<br \/> China. Bevor sie im Juli 2012 in die Stiftung wechselte, war sie als<br \/> wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut f\u00fcr Sinologie der<br \/> Universit\u00e4t Freiburg und als Projektmitarbeiterin am Heidelberger<br \/> Exzellenzcluster \u201eAsien und Europa im globalen Kontext: die Dynamik der<br \/> Transkulturalit\u00e4t\u201c t\u00e4tig. Cora Jungbluth studierte Sinologie und<br \/> Volkswirtschaftslehre in Heidelberg, Shanghai und Beijing und<br \/> promovierte in Heidelberg mit einer Arbeit zur Internationalisierung<br \/> chinesischer Unternehmen.<\/p>\n<p>\t&nbsp;Aktuelle Beispiele f\u00fcr Interviews mit Cora Jungbluth als &#8222;Asienexpertin&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/handelsstreit-china-und-europa-werfen-sich-gegenseitig-dumpingpreise-vor\/8320310.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/handelsstreit-china-und-europa-werfen-sich-gegenseitig-dumpingpreise-vor\/8320310.html<\/a><\/p>\n<p>\t<a href=\"http:\/\/news.xinhuanet.com\/english\/china\/2013-05\/25\/c_132408325.htm\" target=\"_blank\">http:\/\/news.xinhuanet.com\/english\/china\/2013-05\/25\/c_132408325.htm<\/a><\/p>\n<p>\t<a href=\"http:\/\/news.xinhuanet.com\/world\/2013-05\/24\/c_124758320.htm\" target=\"_blank\">http:\/\/news.xinhuanet.com\/world\/2013-05\/24\/c_124758320.htm<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<span id=\"parent-fieldname-title\"><a id=\"2\" name=\"2\">E<\/a>rz\u00e4hl mal &#8230; Sabrina J\u00e4ger <\/span><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>In ihrem Dokumentarfilm &#8222;Eisbein s\u00fc\u00dfsauer&#8220; gibt Sabrina J\u00e4ger<br \/> einen Einblick in die Entscheidungsfindung zweier Abiturientinnen mit<br \/> chinesischen Wurzeln im Spannungsfeld ihrer deutsch-chinesischen<br \/> Zwischenwelt. Nach mehreren Praktika entschied sie sich dazu, einen<br \/> eigenen Dokumentarfilm zu drehen, f\u00fcr den sie diese beiden Protagonisten<br \/> ein dreiviertel Jahr lang begleitete.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>SHAN: Obwohl du jetzt deinen eigenen Dokumentarfilm gedreht<br \/> hast, kommst du nicht direkt aus der Filmwissenschaft. Vielleicht<br \/> k\u00f6nntest du uns einen kurzen \u00dcberblick dar\u00fcber geben, was du genau<br \/> studiert hast.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tSabrina J\u00e4ger: Gerne. Zun\u00e4chst habe ich hier in Heidelberg auf<br \/> Bachelor studiert. Sinologie im Hauptfach (75%) und Soziologie im<br \/> Nebenfach (25%). Damals hatten wir w\u00e4hrend des Prop\u00e4deutikums noch<br \/> sowohl klassisches als auch modernes Chinesisch. W\u00e4hrend des BA-Studiums<br \/> war ich au\u00dferdem zum Auslandsaufenthalt f\u00fcr ein Jahr in Taibei. Da ich<br \/> zu dem ersten Jahrgang geh\u00f6rte, der einen BA-Abschluss gemacht hat, war<br \/> entsprechend auch der Masterstudiengang in Heidelberg noch nicht sehr<br \/> ausgereift. Insbesondere fehlte es an Studenten, sodass ich mich nach<br \/> anderen Masterstudieng\u00e4ngen umgesehen habe. Schlie\u00dflich habe ich einen<br \/> Masterstudiengang an der Uni G\u00f6ttingen gefunden, der mich sehr<br \/> interessiert hat. Dort wurde gerade ein neuer Master eingef\u00fchrt, der die<br \/> Bereiche Kulturwissenschaften, Germanistik und Sinologie versuchte,<br \/> miteinander zu verkn\u00fcpfen: Interkulturelle Germanistik Deutschland \u2013<br \/> China.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIm Rahmen dieses Studiengangs habe ich ein Jahr in G\u00f6ttingen studiert<br \/> und ein Jahr an unserer chinesischen Partneruniversit\u00e4t in Peking. Meine<br \/> Masterarbeit habe ich an der BFSU (Beijing Waiguoyu Daxue \u5317\u4eac\u5916\u56fd\u8bed\u5927\u5b66) in<br \/> Peking geschrieben. Im Jahr 2010 habe ich dann meinen Masterabschluss<br \/> gemacht. Da wir in beiden L\u00e4ndern studiert haben, erhielten wir<br \/> dementsprechend einen Doppelabschluss. Besonders gut gefallen hat mir,<br \/> dass ich w\u00e4hrend meiner Zeit an den chinesischen Unis mit integriert<br \/> war. So habe ich Kurse in der Germanistik besucht und dort viel \u00fcber<br \/> unterschiedliche wissenschaftliche Methoden und \u00fcber die Unterschiede im<br \/> Bildungssystem gelernt. So waren zwar manche wissenschaftlichen Ans\u00e4tze<br \/> schwer miteinander zu verbinden, dabei galt es aber dies durch<br \/> interkulturelle Kommunikation und Kompetenz auszugleichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Und nach deinem Studium bist du dann direkt zum Film gegangen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tNein, zun\u00e4chst habe ich verschiedene Praktika gemacht, z.B. im Verlag<br \/> in Peking oder im chinesischen Kulturzentrum in Berlin. Das war sehr<br \/> spannend und ich habe viel \u00fcber Kulturvermittlung gelernt. Danach habe<br \/> ich mich bei verschiedenen Kultureinrichtungen beworben, aber trotz<br \/> guter Noten nur Absagen erhalten. Denn leider fehlen im Kulturbereich<br \/> oftmals die Gelder.&nbsp; \u00dcber die ZO-Liste kam dann ein<br \/> Praktikumsangebot von dem Dokumentarfilmer Arne Birkenstock aus K\u00f6ln.<br \/> Nach einer Bewerbung und einem Vorstellungsgespr\u00e4ch wurde ich direkt<br \/> angenommen.&nbsp; Arne Birkenstock hatte bereits eine<br \/> Dokumentations-Serie (7000 km Heimweh) \u00fcber deutsche Sch\u00fcler in China,<br \/> die dort in Gastfamilien leben, gemacht. Hierbei war f\u00fcr mich vor allem<br \/> die Machart solch einer Dokumentation interessant. Bereits w\u00e4hrend<br \/> meines Studiums habe ich meinen Fokus auf Medien und Film gelegt.<br \/> Besonders interessierten mich hierbei die Auswirkungen unterschiedlicher<br \/> Medien auf die Zuschauer mit ihren verschiedenen<br \/> Weltanschauungen.&nbsp; In meiner BA-Arbeit \u00fcber den Tibet-Konflikt<br \/> 1950\/51 habe ich die verschiedenen Sichtweisen des Westens und Chinas<br \/> untersucht und mich im Masterstudium ebenfalls mit der Berichterstattung<br \/> auseinandergesetzt. Meine Masterarbeit behandelte dann chinesische<br \/> historische Fernsehserien als Ph\u00e4nomene kultureller Identit\u00e4tsstiftung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tW\u00e4hrend des halbj\u00e4hrigen Praktikums in K\u00f6ln habe ich beispielsweise<br \/> neue Filmthemen recherchiert, Expos\u00e9s f\u00fcr Filmf\u00f6rderungen geschrieben<br \/> und konnte Teile des aktuellen Projekts im Schnitt begleiten. Dort wurde<br \/> mir klar, dass ich einen eigenen Film machen wollte. Diese Erkenntnis<br \/> kam leider erst nach dem Studium. Wichtig war es nun, so viele<br \/> Erfahrungen wie m\u00f6glich zu sammeln. Daher ging ich im Herbst 2011 als<br \/> Produktionsassistentin zu einer gro\u00dfen Produktionsfirma in K\u00f6ln, die im<br \/> Jahr mehrere Filme produziert. Bei dieser T\u00e4tigkeit ging es viel um<br \/> Organisation der verschiedenen Phasen eines Films. Die<br \/> Organisationsarbeit betrifft in diesem Fall fast 80% eines Films.<br \/> W\u00e4hrenddessen habe ich selbst schon nach m\u00f6glichen Themen f\u00fcr meinen<br \/> eigenen Film recherchiert. Ich wollte auf jeden Fall meinen eigenen<br \/> Hintergrund und die Erfahrungen der letzten Jahre mit einbringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Und wie kam es dann tats\u00e4chlich zu deinem Dokumentarfilm?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tMir war also klar, es musste um China gehen. Ich wusste aber auch,<br \/> dass ich wegen begrenzter Mittel nicht vor Ort recherchieren, geschweige<br \/> denn drehen konnte. Also habe ich mich f\u00fcr das \u201e\u00dcberthema\u201c: \u00b4Chinesen<br \/> in Deutschland` entschieden. Die Beschreibung des Filmvorhabens mit der<br \/> Suche nach m\u00f6glichen Protagonisten habe ich per E-Mail an das<br \/> Konfuzius-Institut in D\u00fcsseldorf geschickt. Die E-Mail ist dann aber<br \/> noch \u00fcber verschiedene andere Verteiler gelaufen, sodass sich<br \/> schlie\u00dflich zwischen 200 und 300 Chinesen bei mir gemeldet haben. Dies<br \/> hat mir ganz klar das&nbsp; Bed\u00fcrfnis der in Deutschland lebenden<br \/> Chinesen gezeigt, sich in der \u00d6ffentlichkeit mehr wahrgenommen zu<br \/> werden. Es ist nun mal leider so, dass Chinesen in unserer Gesellschaft<br \/> nicht wirklich wahrgenommen werden. Und wenn, dann h\u00e4ufig mit<br \/> Stereotypen versehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIch habe dann mit ein paar Interessierten und m\u00f6glichen Protagonisten<br \/> telefoniert und mir ihre Biografien und aktuelle Lebenssituation<br \/> angesehen. Ein guter Dokumentarfilm zeichnet sich f\u00fcr mich durch eine<br \/> gute Geschichte aus. Das bedeutet, dass der Zuschauer im Film den<br \/> Protagonisten bei einer Entwicklung begleiten soll. Entsprechend musste<br \/> ich die Protagonisten recherchieren. Schlie\u00dflich habe ich die Auswahl<br \/> auf vier Protagonisten reduziert. Einer davon war gerade in der<br \/> Abiturphase, was ein wichtiger Teil der Handlung war. Da war mir klar,<br \/> dass ich nicht warten konnte, bis ich Geld zugesagt bekam oder eine<br \/> Produktionsfirma gefunden hatte, sondern dass ich gleich anfangen<br \/> musste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tIm Mai letzten Jahres, habe ich daher, zusammen mit meinem Partner,<br \/> der schon Erfahrung mit der Kamera hatte, angefangen zu drehen.<br \/> Bez\u00fcglich des Equipments habe ich mich bei Kollegen erkundigt, in<br \/> Internetforen nachgefragt und ich hatte gl\u00fccklicherweise auch gen\u00fcgend<br \/> Bekannte, die mir dabei geholfen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDer Hauptgrund, weswegen ich den Film alleine gemacht habe, ist, dass<br \/> ich mich zu aller erst einmal \u201eausprobieren\u201c wollte und schauen, ob ich<br \/> mich in der Position als Interviewerin und Regisseuren auch wohlf\u00fchle.<br \/> Dar\u00fcber hinaus wollte ich bei so einem mit vielen negativen Vorurteilen<br \/> behafteten Thema wie China meine eigene Perspektive verfolgen. Im<br \/> Nachhinein denke ich, dass ich zu wenig Erfahrung hatte und manche Ziele<br \/> vielleicht in Zusammenarbeit mit einer Produktionsfirma klarer h\u00e4tten<br \/> formuliert werden k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDer Film behandelt die unterschiedlichen Hintergr\u00fcnde und<br \/> unterschiedlichen Biographien der Protagonisten. Dabei interessierte<br \/> mich besonders, wie sie mit dem Leben zwischen den Kulturen umgehen. Der<br \/> Schnitt hat vier bis f\u00fcnf Monate gedauert. In dieser Phase hat sich die<br \/> Dramaturgie des Films nochmal komplett ver\u00e4ndert \u2013 wie es bei<br \/> Dokumentarfilmen oft \u00fcblich ist. Der Film behandelt nun nur noch zwei<br \/> Protagonisten. Mir war wichtiger, das Leben der zwei jungen Frauen<br \/> pers\u00f6nlich und nahe zu erz\u00e4hlen.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Wieso hast du den Film \u201eEisbein s\u00fc\u00dfsauer\u201c genannt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDer Titel f\u00fcr meinen Film stand eigentlich gleich von Anfang an fest.<br \/> Ich habe nach einer Metapher gesucht, die beide Kulturen vereint.<br \/> \u201eS\u00fc\u00df-sauer\u201c ist ein sehr starker Begriff und das Leben ist eben nicht<br \/> immer nur s\u00fc\u00df, sondern auch mal sauer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tMittlerweile habe ich aber auch eine englische Version, die f\u00fcr<br \/> Festivals eingereicht werden kann. Wenn der Film gut ist, wird er<br \/> ausgew\u00e4hlt und l\u00e4uft dann auf einem Festival. Es gibt drei Kategorien<br \/> solcher Festivals, von A-C, wobei A die gro\u00dfen Festivals sind, wie in<br \/> Cannes, und C die kleineren unbekannten Festivals.&nbsp; Filmfestivals<br \/> sind deshalb von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr einen Film, da dort auch Leute aus<br \/> der gleichen Branche sind und der Film so eine h\u00f6here Chance hat,<br \/> national und international eingekauft zu werden. Allerdings muss man den<br \/> Film auf den verschiedenen Festivals bereits ein halbes Jahr im Voraus<br \/> einreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<strong>Vielleicht kannst du unseren Studenten noch ein paar Tipps geben, wie man in die Branche kommt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tProfessionell kommt man nat\u00fcrlich \u00fcber die Filmhochschule in die<br \/> Branche, aber als Quereinsteiger ist das auch noch m\u00f6glich. Allerdings<br \/> sollte man daf\u00fcr schon w\u00e4hrend des Studiums mehrere Praktika machen. Im<br \/> Medienbereich geht vieles \u00fcber Kontakte. Wenn man sich erst nach dem<br \/> Studium f\u00fcr etwas entscheidet, kann das manchmal ein sehr m\u00fchsamer Weg<br \/> werden. In meiner Position als Produktionsassistentin habe ich selbst<br \/> viele Bewerbungen gelesen. Letztlich, so schade das f\u00fcr manch Flei\u00dfige<br \/> auch sein mag, z\u00e4hlen in dieser Branche die Noten nicht so viel.<br \/> Praktische Erfahrungen stehen hierbei im Vordergrund. So gilt es auch<br \/> f\u00fcr mich noch, viele weitere Erfahrungen und Wissen zu sammeln. So<br \/> besuche ich auch weiterhin Seminare und Workshops und arbeite bereits an<br \/> meinem n\u00e4chsten Filmvorhaben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tSHAN bedankt sich ganz herzlich f\u00fcr das Interview!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Das Interview f\u00fchrte Fabienne Wallenwein.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<span id=\"parent-fieldname-title\"><a id=\"3\" name=\"3\">D<\/a>AAD-\u00dcbersetzerwettbewerb: Blut- und Eisentauben <\/span><\/h2>\n<div id=\"parent-fieldname-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\u00dcbersetzungen sind immer schwierig. Selbst wenn man den Sinn eines<br \/> Textes verstanden hat, muss man noch immer die Aufgabe meistern, diesen<br \/> in angemessenes Deutsch zu \u00fcbertragen \u2013 viele kennen sicher die Frage<br \/> \u201eWas soll das bedeuten?\u201c. Ist der zu \u00fcbersetzende Text kein Sachtext,<br \/> sondern Literatur, so hei\u00dft angemessen nat\u00fcrlich sch\u00f6nes Deutsch, das<br \/> gewisse Stimmungen vermitteln soll. Eine Herausforderung, die nur<br \/> gemeistert werden kann, wenn man Chinesisch und Deutsch gleicherma\u00dfen<br \/> gut beherrscht und f\u00fcr beide Sprachen ein gutes Gef\u00fchl hat;<br \/> deswegen&nbsp; haben sich noch nicht viele an diese Aufgabe herangewagt.<br \/> Leider, denn so haben viele begabte chinesische Autoren keine<br \/> Gelegenheit, auch ein deutsches Publikum zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDeswegen organisierte der DAAD Ende letzten Jahres einen<br \/> \u00dcbersetzungswettbewerb, bei dem Tandems aus jeweils einem deutschen und<br \/> einem chinesischen Muttersprachler gebildet wurden. Die Idee dahinter<br \/> war, so Defizite in der einen oder anderen Sprache ausgleichen zu<br \/> k\u00f6nnen. In einer Vorrunde wurden zun\u00e4chst nur Ausz\u00fcge aus drei Texten<br \/> \u00fcbersetzt, deren fertige \u00dcbersetzungen als Abschluss des Projektes in<br \/> Deutschland unter dem Titel \u201eAuf den Schwingen der Morgenr\u00f6te\u201c<br \/> ver\u00f6ffentlicht werden sollen. In der Endrunde wurden die Texte komplett<br \/> \u00fcbersetzt und unter diesen \u00dcbersetzungen wurden wieder die besten f\u00fcr<br \/> jeden Text ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t\u00dcbersetzt wurden drei Kurzgeschichten, geschrieben jeweils von Nanjinger Schriftstellern der j\u00fcngeren Generation: <em>Blut- und Eisentauben<\/em> von Lu Min (\u9c81\u654f), <em>Lehrer einer M\u00e4dchenschule<\/em> von Huang Fan (\u9ec4\u68b5) und <em>Lebewohl, Chopin<\/em> von Dan Yu (\u4e39\u7fbd). Auch ich hatte mit einer Freundin, Li Yinyin, ein \u00dcbersetzertandem gebildet und eine \u00dcbersetzung von Lu Mins <em>Blut- und Eisentauben<\/em> in der Endrunde eingereicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tLu Min, geboren 1973 in Dongtai, Jiangsu, verlor mit 16 ihren Vater,<br \/> nahm nach ihrem Schulabschluss zun\u00e4chst verschiedenste Arbeiten an, bis<br \/> sie sich mit 25 entschloss, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Mit dem<br \/> Schreiben will sie gegen die Sinnlosigkeit des Lebens ank\u00e4mpfen und so<br \/> setzt sie sich auch in ihren Geschichten viel mit den Themen Einsamkeit,<br \/> Sinnentleertheit und Stumpfsinn im Alltag der heutigen chinesischen<br \/> Gesellschaft auseinander. Diese Stimmung findet sich auch in der<br \/> Kurzgeschichte <em>Blut- und Eisentauben<\/em>. Die Hauptperson, Herr Mu,<br \/> lebt ein ganz normales Leben in einer beliebigen Stadt in China, geht<br \/> zur Arbeit, hat eine Frau, einen studierenden Sohn und ein sch\u00f6nes<br \/> Zuhause. Die Geschichte beginnt, als er seinen Nachbarn schr\u00e4g \u00fcber<br \/> seiner Wohnung kennen lernt, mit ihm \u00fcber dessen Brieftauben ins<br \/> Gespr\u00e4ch kommt und Gefallen an den Tieren, nicht aber an ihrem Halter<br \/> findet. Im Laufe der Geschichte versucht sich Herr Mu in Gedanken immer<br \/> mehr in eine bessere Welt der Tauben zu fliehen, um dem Alltagstrott<br \/> seines Jobs und den immer neuen Ermahnungen und Ma\u00dfnahmen seiner<br \/> gesundheitsfanatischen Frau zu entgehen. Es werden seine Gedanken,<br \/> Hoffnungen und auch sein Leiden geschildert bis zu dem Punkt, an dem er<br \/> nur noch aufgeben kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tDie Geschichte ist vor allem lesenswert, weil sie ganz abseits von<br \/> jeglichen gro\u00dfen Fragen, mit denen sich China zu besch\u00e4ftigen hat, seien<br \/> sie politischer oder wirtschaftlicher Natur, einen ganz normalen<br \/> Menschen, seine Gedanken, seine Freuden und N\u00f6te schildert. Man liest<br \/> \u00fcber Probleme, die nicht nur Menschen in China haben k\u00f6nnten. Au\u00dferdem<br \/> ist die Mann-Frau-Beziehung in einer normalen chinesischen Familie auch<br \/> ein Thema der Kurzgeschichte. So erkennt der Leser im Verlauf der<br \/> Geschichte zum Beispiel, dass die so harmonisch scheinende Ehe von Herrn<br \/> und Frau Mu nur aufgrund v\u00f6lligem Desinteresse aneinander funktioniert.<br \/> Man redet miteinander, dabei aneinander vorbei und st\u00f6rt sich nicht<br \/> daran, denn es ist den Aufwand nicht wert, Missverst\u00e4ndnisse zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tWer nun neugierig auf die Geschichte geworden ist und nicht auf die<br \/> Ver\u00f6ffentlichung des Buches warten m\u00f6chte, in der \u00fcbrigens eine andere<br \/> \u00dcbersetzungsversion erscheinen wird, kann die komplette \u00dcbersetzung am<br \/> Ende der Seite als PDF herunterladen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\tSophia Zasche<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t\t<em>Download:<\/em> <a class=\"internal-link\" href=\"http:\/\/147.142.222.80:8081\/Plone\/SHAN\/images\/newsletters\/2013\/juni\/Blut-%20und%20Eisentauben.pdf\" title=\"Blut- und Eisentauben\"> Blut-und Eisentauben<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<h2 class=\"documentFirstHeading\" style=\"text-align: justify;\">\n\t<span id=\"parent-fieldname-title\"><a id=\"4\" name=\"4\">C<\/a>hinesische Studenten im nationalsozialistischen Deutschland: Ji Xianlin, Qiao Guanhua und Qiu Fazu <\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tAnfang der drei\u00dfiger Jahre lebten noch viele linke chinesische<br \/> Studierende in Deutschland. 1933 kehrten manche von ihnen \u2013 wie Du<br \/> Renzhi und Liu Simu \u2013 in die Heimat zur\u00fcck (vgl. <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2012\/02\/01\/newsletter-februar-2012-nr-60\/#5\" target=\"_blank\" title=\"Von der Frankfurter Schule zur Pekinger Akademie\"> Von der Frankfurter Schule zur Pekinger Akademie, Nr. 60<\/a>); manche wurden verhaftet \u2013 wie z.B. Hu Lanqi (vgl. <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2010\/03\/01\/newsletter-maerz-2010-nr-42\/#3\" target=\"_blank\" title=\"Chinesinnen in Deutschland: Song Qingling, Hu Lanqi und Cheng Qiying\"> Chinesinnen in Deutschland, Nr. 42<\/a>) \u2013 und manche gingen in andere europ\u00e4ische L\u00e4nder \u2013 wie Xie Weijin, der sp\u00e4ter am Spanischen B\u00fcrgerkrieg teilnahm (vgl. <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2008\/06\/01\/newsletter-juni-2008-nr-23\/#3\" target=\"_blank\" title=\"Von Sichuan nach Deutschland und Spanien: Xie Weijin (1900-1978)\"> Von Sichuan nach Deutschland und Spanien, Nr. 23<\/a>).<br \/> F\u00fcr die unpolitischen und rechten Kuomintang-nahen Studenten gab es<br \/> zun\u00e4chst keinen Grund zu fliehen. Der prominenteste war Chiang Kai-sheks<br \/> adoptierter (zweiter) Sohn Chiang Wei-kuo (Jiang Weiguo, der sich auch<br \/> Wego Chiang nannte); Chiangs \u00e4ltester Sohn Ching-kuo (Jiang Jingguo)<br \/> lebte zu der Zeit in der Sowjetunion.&nbsp;<br \/> \tEs gab jedoch auch Chinesen, die erst nach 1933 nach Deutschland<br \/> reisten; drei von ihnen sollen hier vorgestellt werden. Der \u00e4lteste<br \/> wurde im Revolutionsjahr 1911 (Xinhai) geboren, die andern beiden wenig<br \/> sp\u00e4ter; sie hatten also&nbsp; \u2013 im Gegensatz zu den obengenannten<br \/> fr\u00fcheren Studierenden \u2013 den Untergang des Kaiserreichs der Qing nicht<br \/> mehr selbst miterlebt und waren von den Wirren der fr\u00fchen Republikzeit<br \/> gepr\u00e4gt. Qiao Guanhua war der prominenteste und hochrangigste und hatte<br \/> vermutlich wenig Zeit, ausf\u00fchrliche Memoiren zu verfassen, schrieb<br \/> jedoch k\u00fcrzere Texte; Ji und Qiu, die \u00fcber neunzig wurden, haben dagegen<br \/> ausf\u00fchrliche Erinnerungen hinterlassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p>\tJi Xianlin (1911-2009) stammte aus der ostchinesischen K\u00fcstenprovinz<br \/> Shandong. Seine gebildete aber verarmte Familie konnte ihn zun\u00e4chst<br \/> wenig unterst\u00fctzen, sein Vater starb fr\u00fch. Dennoch gelang es ihm 1930<br \/> Student der Qinghua Universit\u00e4t zu werden und 1934 zu graduieren.<br \/> Zuf\u00e4llig wurde bald darauf ein chinesisch-deutscher Stipendienvertrag<br \/> abgeschlossen, Ji Xianlin und Qiao Guanhua waren die ersten beiden<br \/> Studenten, die im September 1935 \u2013 \u00fcber Shanhaiguan, Harbin und Irkutsk \u2013<br \/> in den Westen reisen durften. Ji ging dann an die Universit\u00e4t<br \/> G\u00f6ttingen, wo er Sanskrit lernte und Chinesisch unterrichtete. Wie viele<br \/> andere Asiaten konnte er nach Ausbruch des Weltkriegs nicht in die<br \/> Heimat zur\u00fcckkehren. Da er allerdings von seiner Familie<br \/> \u201ezwangsverheiratet\u201c worden war und wenig Interesse an seiner Gattin<br \/> hatte, zog es ihn nicht zur\u00fcck und er verliebte sich (ungl\u00fccklich) in<br \/> eine Deutsche. Nach dem Krieg kehrte er dann doch zur\u00fcck, die R\u00fcckreise<br \/> \u00fcber die Schweiz, Frankreich und Vietnam dauerte mehrere Monate. Ji<br \/> wurde Professor in Beijing und geh\u00f6rte zu den wichtigsten<br \/> Sanskritforschern und Indienexperten Chinas. Bei einem Deutschlandbesuch<br \/> in den achtziger Jahren traf er seinen alten Doktorvater wieder \u2013 aber<br \/> nicht seine fr\u00fchere Freundin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p>\tQiao Guanhua (1913-1983) profitierte wie Ji Xianlin von der<br \/> Unterst\u00fctzung durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD),<br \/> hatte aber vollkommen andere Interessen. Er stammte aus der<br \/> Nachbarprovinz Jiangsu, hatte sein Studium an der Qinghua schon 1933<br \/> beendet und war dann nach Japan gegangen. Wegen politischer Aktivit\u00e4ten<br \/> mu\u00dfte er das Land bald wieder verlassen und bekam dann die Gelegenheit,<br \/> mit Ji nach Deutschland zu reisen. Ji schrieb \u00fcber Qiao: \u201eEr studierte<br \/> Philosophie, zwei Klassen \u00fcber mir. Auf dem Uni-Gel\u00e4nde schritt er,<br \/> einen Band der deutschen Ausgabe von Hegels Gesamtwerk in der Hand,<br \/> erhobenen Hauptes dahin, als sei er allein. [\u2026] Er war intelligent und<br \/> vor allem in der klassischen Literatur gebildet.\u201c (S.52)&nbsp; Qiao<br \/> Guanhua ging nach T\u00fcbingen, schrieb eine Dissertation \u00fcber Zhuangzi und<br \/> kehrte schon 1937 nach China zur\u00fcck; nach eigenen Angaben, hatte er<br \/> keine Zeit auf die Promotionsurkunde zu warten. Er trat dann der KP<br \/> China bei, war im Bereich internationale Propaganda t\u00e4tig und hatte<br \/> dabei Kontakt mit Zhou Enlai, dem ebenfalls aus Deutschland<br \/> zur\u00fcckgekehrten Wang Bingnan und seiner Frau Anna Wang. In der VR China<br \/> war er einer der Spitzendiplomaten, der auch bei der UNO eine wichtige<br \/> Rolle spielte. Nach dem fr\u00fchen Tod seiner ersten Frau, die auch im<br \/> diplomatischen Bereich gearbeitet hatte, heiratete er eine j\u00fcngere Frau,<br \/> die vorher als Mao Zedongs Englischlehrerin t\u00e4tig war. Sie schrieb<br \/> sp\u00e4ter ausf\u00fchrlich \u00fcber Mao und Qiao.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p>\tQiu Fazu (1914-2008) stammte aus Zhejiang und wuchs in der N\u00e4he der<br \/> Provinzhauptstadt Hangzhou auf. In der ersten H\u00e4fte der drei\u00dfiger Jahre<br \/> studierte er zun\u00e4chst in China Medizin, von 1937 bis 1946 studierte und<br \/> arbeitete er in Deutschland und promovierte in M\u00fcnchen. Er heiratete<br \/> eine Deutsche und kehrte dann mit ihr und einem Sohn in seine Heimat<br \/> zur\u00fcck. Sie verbrachten etwa ein Jahrzehnt in Shanghai und zogen dann<br \/> nach Wuhan, wo beide Ehepartner viele Jahre arbeiteten. Qiu wurde Rektor<br \/> der Medizinhochschule Wuhan und erhielt 1982 die&nbsp; Ehrendoktorw\u00fcrde<br \/> der Universit\u00e4t Heidelberg. Als er 2008 starb, lebte seine Frau noch,<br \/> eine Enkelin studierte in Heidelberg.<br \/> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \tLiteratur:<br \/> \tZhang Hanzhi: Fengyu qing, Shanghai, 1994.<br \/> \tJi Xianlin: Zehn Jahre in Deutschland, Beijing, 2009.<br \/> \tT. Kampen: Chinesen in Europa &#8211; Europ\u00e4er in China, Gossenberg, 2010.<br \/> \tQiu Fazu: \u00dcber mich selbst. In meinen eigenen Worten, Heidelberg, 2011.<\/p>\n<p>\tDr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<em>PS: Die Universit\u00e4t T\u00fcbingen meldete im letzten Herbst:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<em>Ein weiterer H\u00f6hepunkt des Festakts war die feierliche \u00dcbergabe der<br \/> originalen Promotionsurkunde Qiao Guanhuas aus dem Jahr 1938 an seinen<br \/> Sohn Qiao Zonghuai, ehemaliger Vize-Au\u00dfenminister der Volksrepublik<br \/> China. \u201eEs r\u00fchrt mich sehr, die Urkunde meines Vaters an seiner Statt in<br \/> Empfang nehmen zu d\u00fcrfen\u201c, sagte Qiao Zonghuai in Chinesisch. Sein<br \/> Vater (1913-1983), ehemaliger Au\u00dfenminister Chinas, ging 1935 zum<br \/> Auslandsstudium nach T\u00fcbingen, wo er seine Doktorarbeit in Philosophie<br \/> abschloss. \u201eDiese Zeit bereicherte ihn immens und hatte gro\u00dfen Einfluss<br \/> auf sein sp\u00e4teres Leben.\u201c Nach dem Angriff Japans auf die<br \/> Marco-Polo-Br\u00fccke 1937 verlie\u00df Qiao Guanhuas Deutschland. Seine<br \/> Promotionsurkunde wurde erst 1938 ausgestellt, weshalb er sie nicht<br \/> mitnehmen konnte.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<a href=\"https:\/\/3c.web.de\/mail\/client\/dereferrer?redirectUrl=http%3A%2F%2Fwww.uni-tuebingen.de%2Faktuelles%2Fnewsletter-uni-tuebingen-aktuell%2F2012%2F4%2Fstudium-und-lehre%2F3.html&amp;selection=tfol119b938407af4600\" target=\"_blank\">http:\/\/www.uni-tuebingen.de\/aktuelles\/newsletter-uni-tuebingen-aktuell\/2012\/4\/studium-und-lehre\/3.html<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \t<strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT Sinologen, wo sind wir? \u00dcber unsere z\u00f6gerliche Einmischung in den Mediendiskurs zu China Warum sind Sinologen im deutschen Mediendiskurs so stark unterrepr\u00e4sentiert? Warum werden stattdessen andere &#8222;Experten&#8220; befragt? 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