{"id":408,"date":"2016-02-01T12:00:00","date_gmt":"2016-02-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2016\/02\/01\/newsletter-februar-2016-nr-85\/"},"modified":"2026-05-20T18:35:06","modified_gmt":"2026-05-20T17:35:06","slug":"newsletter-februar-2016-nr-85","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2016\/02\/01\/newsletter-februar-2016-nr-85\/","title":{"rendered":"Newsletter Februar 2016 Nr. 85"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 id=\"anker_LebenLernenundLehreninOs\" style=\"text-align: justify;\">Leben, Lernen und Lehren in Osteuropa und China &#8211; Arbeiten als Lektor der Robert Bosch Stiftung<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 21. Januar durften wir wieder zwei<br \/> Referenten begr\u00fc\u00dfen, die im Rahmen der Veranstaltungsreihe \u201eSinologie in<br \/> den Beruf\u201c Erfahrungen aus ihrem Berufsleben teilten. Sie berichteten<br \/> von ihrer Teilnahme am Lektorenprogramm der Robert Bosch Stiftung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#1\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_OldChinesePhonology\" style=\"text-align: justify;\">Old Chinese Phonology<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Aussprache des Chinesischen hat sich<br \/> \u00fcber Jahrtausende ver\u00e4ndert. William Baxter ist einer der f\u00fchrenden<br \/> Experten auf dem Gebiet der altchinesischen Phonologie und hat<br \/> Graduierten am 17. und 18. Oktober in Z\u00fcrich die Gelegenheit gegeben,<br \/> sich mit diesem faszinierenden Thema vertraut zu machen. Mariana M\u00fcnning<br \/> berichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#2\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Rezension:Lynch2015China\" style=\"text-align: justify;\">Rezension: Lynch, 2015 China\u2019s Futures &#8211; Wohin wird die Reise des aufgestiegenen Drachens gehen?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daniel C. Lynch, assoziierter Professor<br \/> der USC, sucht nach Chinas Zukunft. Nicht etwa in den Sternen, sondern<br \/> auf der Basis wissenschaftlicher Zukunftstheorien beleuchtet der Autor<br \/> in China\u2019s Futures aus u.a. wirtschaftlicher, system-politischer,<br \/> gesellschaftlicher Perspektive, welche m\u00f6glichen Wege von der<br \/> Chinesischen Elite debattiert werden. Diese verk\u00fcrzte Buchrezension<br \/> behandelt die ersten zwei Aspekte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#3\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Byubjiang-Worbermannicht\" style=\"text-align: justify;\">B\u00f9 yu\u030c \u4e0d\u8a9e, b\u00f9 jia\u030cng \u4e0d\u8bb2- Wor\u00fcber man nicht spricht &#8211; XXVI Jahrestagung der DVCS zu Gast an der RUB<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Titel &#8222;B\u00f9 yu\u030c \u4e0d\u8a9e, b\u00f9 jia\u030cng \u4e0d\u8bb2 \u2013<br \/> Wor\u00fcber man nicht spricht\u201c gab den thematischen Rahmen der Tagung f\u00fcr<br \/> deutschssprachige ChinawissenschaftlerInnen an der Ruhr-Universit\u00e4t<br \/> Bochum vor. Auch Heidelberger WissenschaftlerInnen bereicherten die<br \/> Diskussionsplattform mit ihren Vortr\u00e4gen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#4\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_YoungScholarsForum-Undde\" style=\"text-align: justify;\">Young Scholar\u2019s Forum &#8211; Und der Meister sprach, lernen, lernen und wieder lernen.<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur akademischen Halloween-Schaubude<br \/> wurde gerufen und drei aktive SHAN- Alumna aus Heidelberg folgten \u2013 Sie<br \/> folgten den Spuren des \u201eabtr\u00fcnnigen\u201c Alumnus Sebastian Riebold in seine<br \/> neue akademische Heimat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#5\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_MaundXiinSingapurNeunzig\" style=\"text-align: justify;\">Ma und Xi in Singapur \u2013 Neunzig Jahre nach der Ersten Einheitsfront von KMT und KP Chinas<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erste Beitrag von Thomas Kampen<br \/> befasst sich mit der Vorgeschichte der Begegnung von Ma Yingjiu und Xi<br \/> Jinping in Singapur und der Geschichte der Zusammenarbeit von Guomindang<br \/> (KMT) und der Kommunistischen Partei Chinas.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#6\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_MitdemFlugzeugvonChinana\" style=\"text-align: justify;\">Mit dem Flugzeug von China nach Europa &#8211; vor 77 Jahren<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heutzutage sind Fl\u00fcge zwischen China und<br \/> Europa eine selbstverst\u00e4ndliche, wenn auch oft kostspielige,<br \/> Angelegenheit. In den politisch turbulenten 1930er Jahren war dies noch<br \/> lange nicht der Fall. Die Erinnerungen von zwei deutschen Zeitzeugen<br \/> sind das Thema des zweiten Beitrages von Thomas Kampen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#7\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"1\" name=\"1\">Leben, Lernen und Lehren in Osteuropa und China &#8211; Arbeiten als Lektor der Robert Bosch Stiftung<\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter diesem Motto stellten Daniel Simon<br \/> und Abhilash Nalpathamkalam im Rahmen der Veranstaltungsreihe<br \/> \u201eSinologie in den Beruf\u201c am Donnerstag, den 21.01.2016 das<br \/> Lektorenprogramm der Robert Bosch Stiftung vor. \u201eDas beste<br \/> Stipendien-Programm der ganzen Welt\u201c, so Daniel Simon. Der Vortrag wurde<br \/> durch eine Reihe von Bildern unterst\u00fctzt, sodass die Zuh\u00f6rer sich ein<br \/> umfassendes Bild \u00fcber die Arbeit und das Leben als Lektor in einem<br \/> anderen Land gewinnen konnten. \u201eSinologie in den Beruf\u201c wird in<br \/> regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden von dem Alumni Verein des Institutes f\u00fcr<br \/> Sinologie SHAN organisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daniel Simon ist nach seinem<br \/> Magisterstudium der deutsch- und der englischsprachigen Literatur an der<br \/> Uni Bamberg von 2014 bis 2015 als Stipendiat der Robert Bosch Stiftung<br \/> an der Technischen Universit\u00e4t in Hohhot in der VR China gewesen. Nach<br \/> seinem Aufenthalt hat er sich an der Universit\u00e4t Heidelberg in den<br \/> Studiengang Chinesisch als Lehramt eingeschrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abhilash Nalpathamkalam ist nach seinem<br \/> Studium in Heidelberg 2013 zun\u00e4chst f\u00fcr ein Jahr in Kasachstan an der<br \/> Deutsch-Kasachischen Universit\u00e4t und danach 2014 f\u00fcr ein Jahr in der VR<br \/> China am Jinling College in Nanjing als Lektor t\u00e4tig gewesen. Nach<br \/> seiner T\u00e4tigkeit als Lektor der Robert Bosch Stiftung ist er nun als<br \/> Lehrer f\u00fcr Deutsch als Fremdsprache in Deutschland t\u00e4tig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>Was ist das Lektorenprogramm?<\/u><br \/> Das Lektorenprogramm der Robert Bosch Stiftung f\u00f6rdert jedes Jahr etwa<br \/> 25 neue Stipendiaten, die an Hochschulen in Osteuropa und Asien Deutsch<br \/> als Fremdsprache unterrichten und Bildungsprojekte durchf\u00fchren. Es<br \/> werden weltweit st\u00e4ndig neue Standorte er\u00f6ffnet. Zu den L\u00e4ndern, die<br \/> seit Neustem ausgew\u00e4hlt werden k\u00f6nnen, geh\u00f6ren Korea, Thailand und<br \/> Indonesien. Die Lektoren bringen sich aktiv in die Bildungsarbeit an<br \/> ihrem Hochschulstandort ein, engagieren sich im Sinne der<br \/> V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung und entwickeln sich pers\u00f6nlich und fachlich weiter.<br \/> Das Programmjahr wird durch ein umfangreiches Weiterbildungsangebot im<br \/> Bildungs- und Projektmanagement sowie ein individuelles Coaching<br \/> begleitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>Was w\u00e4ren meine Aufgaben?<\/u><br \/> Als Lektor h\u00e4tte man ganz viele unterschiedliche Aufgaben, wobei der<br \/> Deutschunterricht die Hauptaufgabe darstellt. Neben dem<br \/> Deutschunterricht k\u00f6nnten auch sogenannte Fachlektorate unterrichtet<br \/> werden. Das w\u00e4ren beispielsweise Deutsche Geschichte oder Sozialkunde.<br \/> Dies mache \u201eviel Spa\u00df\u201c und b\u00f6te die M\u00f6glichkeit nicht nur die deutsche<br \/> Sprache, sondern auch die deutsche Kultur weiterzugeben.&nbsp; Zu den<br \/> weiteren Aufgaben geh\u00f6rten, neben dem regul\u00e4ren Unterricht, Netzwerke in<br \/> den jeweiligen St\u00e4dten, Universit\u00e4ten und Konsulaten auf- und<br \/> auszubauen. Es sei ein wichtiger Punkt und sehr erw\u00fcnscht, stelle aber<br \/> keine Pflicht dar. Zus\u00e4tzliche Aufgaben w\u00e4ren Projektarbeiten, die man<br \/> im Rahmen der Robert Bosch Stiftung organisiert und leitet, sowie<br \/> au\u00dfercurriculare Aktivit\u00e4ten (Filmabend, Stammtisch, Feste am Lehrstuhl,<br \/> Stipendienhilfe, Stipendienberatung, Theater AG) oder die Beratung von<br \/> Studierenden und Kollegen. Ganz wichtig sei auch, dass man die Sprache<br \/> und Kultur des Gastlandes kennenlerne, als \u201eKulturmittler\u201c fungiere und<br \/> regelm\u00e4\u00dfig an den Weiterbildungen der Lektoren teilnehme.<br \/> Die Projektarbeit sei eine der interessanteren Aufgaben und beinhalte<br \/> die Durchf\u00fchrung von mindestens einem gro\u00dfen Bildungsprojekt pro<br \/> Lektoratsjahr. Das Thema der Projektarbeit muss schon bei der Bewerbung<br \/> mit angegeben werden. Hierbei werden 75% der Kosten von Stiftung und 25%<br \/> durch Drittmittel, die man anwerben muss, \u00fcbernommen. Das Ziel ist die<br \/> Mitgestaltung des Lebens an der Hochschule \/ der Stadt und das Reagieren<br \/> auf Bedarf vor Ort. \u201eAber keine Angst\u201c, denn man bekommt Hilfe und ein<br \/> Coaching f\u00fcr die Projektarbeit. Daniel Simon hat mit seinem<br \/> Stadt-Land-Projekt eine so gute Arbeit geleistet, dass daraus eine<br \/> Wanderausstellung geworden ist, die zurzeit in China und Deutschland<br \/> unterwegs ist. W\u00e4hrend des Projektes haben seine chinesischen<br \/> Deutschstudenten selbst Interviews gef\u00fchrt, ins Deutsche \u00fcbersetzt und<br \/> auf Plakate geschrieben. Ein Teil davon wird im Mai nach Heidelberg<br \/> kommen und im Konfuzius-Institut ausgestellt werden. Daniel Simon wird<br \/> dann ebenfalls einen Vortrag zu seinem Projekt halten. Das genaue Datum<br \/> hierf\u00fcr wird noch bekanntgegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>Welche Unterst\u00fctzung bekomme ich?<\/u><br \/> 1000 EUR Stipendium von der Robert Bosch Stiftung und ein Gehalt von der<br \/> Uni f\u00fcr den Deutschunterricht, Krankenversicherung, Wohnung,<br \/> Flugkosten, 1x Heimflug w\u00e4hrend des Jahres, Lehrb\u00fccher, Spracherwerb und<br \/> auch Familienmitglieder (Familienzusammenf\u00fchrung) k\u00f6nnen mitgenommen<br \/> und bezahlt werden. Man h\u00e4tte sozusagen keine eigenen Kosten, da<br \/> eigentlich \u201ealles bezahlt wird\u201c. Zus\u00e4tzlich dazu werden auch<br \/> Weiterbildungen in Form von trainingsbasierten Projektwerkst\u00e4tten und<br \/> DaF-Seminare, Unterst\u00fctzung, Betreuung und Beratung w\u00e4hrend des<br \/> Lektoratsjahres, regelm\u00e4\u00dfiges Feedback, Coachings oder Zwischentreffen<br \/> veranstaltet und angeboten. Wenn es jemandem in dem 1. Lektoratsjahr so<br \/> gut gefallen hat und er\/sie noch ein weiteres Jahr anschlie\u00dfen m\u00f6chte,<br \/> kann er\/sie sich f\u00fcr eine Anschlussf\u00f6rderung bewerben und dann ein 2.<br \/> Jahr als Lektor arbeiten. Aber Vorsicht: nach maximal 2 Jahren ist<br \/> Schluss und das Programm endet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>Voraussetzungen und n\u00e4chste Bewerbungsfrist?<\/u><br \/> Wichtige Voraussetzungen sind: Flexibilit\u00e4t und Offenheit, Neugierde und<br \/> Kreativit\u00e4t, fachliche und p\u00e4dagogische Kompetenzen, Eigeninitiative<br \/> und Mut, sowie Engagement f\u00fcr Projekte zur V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung. Wenn ihr<br \/> das alles mitbringt, mindestens einen BA-Abschluss habt, der noch nicht<br \/> l\u00e4nger als 5 Jahre zur\u00fcckliegt und noch unter 35 Jahren seid, dann<br \/> k\u00f6nnt ihr euch f\u00fcr das Lektorenprogramm in Osteuropa und Asien der<br \/> Robert Bosch Stiftung bewerben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> N\u00e4chste Bewerbungsfrist ist der 28.02.2016 f\u00fcr das Hochschuljahr 2016\/17. Weitere Informationen k\u00f6nnen der <a href=\"http:\/\/www.boschlektoren.de\/\" target=\"_blank\">Homepage der Robert Bosch Stiftung<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/lektorenprogramm\" target=\"_blank\">Facebook<\/a> entnommen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Wiebke Stoltz<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"2\" name=\"2\">Old Chinese Phonology<\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">The workshop \u201cLinguistic approaches to<br \/> premodern Chinese literature\u201d lead by Professor William H. Baxter<br \/> (University of Michigan, Ann Arbor) took place on October 17 and 18,<br \/> 2015 at the University of Zurich, organized by Professor Wolfgang Behr,<br \/> URPP Asia and Europe. In this unique event, William Baxter introduced 20<br \/> MA and PhD students and university teachers to his methods and findings<br \/> in the reconstruction of Old Chinese.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In 2014, William H. Baxter published Old<br \/> Chinese: A New Reconstruction together with Laurent Sagart (Oxford<br \/> University Press). This book represents the state of the art of Chinese<br \/> historical phonology and laid the basis for this workshop.<br \/> Baxter first presented the types of evidence that are used in the<br \/> reconstruction of Old Chinese, that is the language before the<br \/> establishment of the Qin \u79e6 Dynasty in 221 BCE. In the traditional<br \/> approach, established by the Swedish Sinologist Bernhard Karlgren<br \/> (1889-1978), the three most important clues about old Chinese are rhymes<br \/> in ancient poetry, such as the \u201cBook of Odes\u201d Shijing \u8a69\u7d93, phonetic<br \/> elements in the Chinese characters, and the reconstructed pronunciation<br \/> of Middle Chinese. It is generally accepted that there is a systematic<br \/> relationship between Middle and Old Chinese Middle Chinese refers to the<br \/> language preserved in rhyme dictionaries as the Qieyun \u5207\u97fb from 601 CE.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In their new book, Old Chinese: A new<br \/> Reconstruction, Baxter and Sagart present additional types of evidence.<br \/> Among these are the modern Min \u95a9 dialects, assumed to have made a<br \/> distinct development from other varieties of Chinese since the Han \u6f22<br \/> Dynasty (206 BCE \u2013 220 CE), as well as non-Chinese languages that have<br \/> preserved loanwords from Old Chinese. Other important sources of<br \/> information are excavated texts that have preserved the script from<br \/> before the standardization efforts of the Qin Dynasty. These<br \/> pre-standardized characters provide more clues about the pronunciation,<br \/> as the script was employed in a much more dynamic way at that time.<br \/> An important endeavor of Baxter and Sagart is to also reconstruct Old<br \/> Chinese morphology. While Karlgren, again, has laid the basis for<br \/> investigations into Old Chinese morphology with his theory of word<br \/> families, Baxter and Sagart have been able to identify word roots as<br \/> well as affixes in Old Chinese. These findings show clearly that the<br \/> reconstruction of Old Chinese is not merely a phonological undertaking,<br \/> but touches upon all aspects of language, including grammar. The<br \/> following example will show how semantics, phonetics, morphology and<br \/> paleography (the study of ancient writing) are intertwined.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl85 Artikel2\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/212045\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fittosize__650_305_0a734213c56b26b8bd42481b9f82c6e7_nl85_art.jpg\" style=\"width: 650px; height: 305px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span>The participants of the workshop with William H. Baxter in the middle.<\/span>\u200b<br style=\"clear: both;\"><br \/> \u200b<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">The reconstruction of the Old Chinese<br \/> pronunciation of \u8a2d sh\u00e8 (set up) demonstrates the diversity of evidence<br \/> that needs to be considered. Its Middle Chinese reconstruction is syet.<br \/> How do we now get to the Old Chinese pronunciation? Sometimes, two or<br \/> several characters can have a xiesheng \u8ae7\u8072 connection, that is when one<br \/> is written with the other as phonetic element. For\u8a2d we do not have such a<br \/> character, but luckily, the paleographer Qiu Xigui \u88d8\u932b\u572d has noticed that<br \/> sh\u00e8 was formerly often written with graphs (i.e. characters) that later<br \/> developed into y\u00ec \u57f6 (to plant, Middle Chinese: ngjiejH). \u57f6 then again<br \/> has a xiesheng connection with sh\u00ec \u52e2 (circumstances, setting, Middle<br \/> Chinese: syejH), as \u52e2 is \u57f6 with the element l\u00ec \u529b added at the bottom.<br \/> The three can therefore be reconstructed as:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u57f6 y\u00ec: *\u014bet-s \u2018to plant\u2019<br \/> \u8a2d sh\u00e8: *\u014b\u030aet \u2018set up\u2019<br \/> \u52e2 sh\u00ec: *\u014b\u030aet-s \u2018circumstances, setting\u2019 (Baxter\/Sagart 2014, 29-30)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">It is concluded that sh\u00ec \u52e2 (*\u014b\u030aet-s) is<br \/> the noun derived from sh\u00e8 \u8a2d (*\u014b\u030aet) by adding the suffix -s. Findings as<br \/> this shed new light on the Confucian classics that were difficult to<br \/> translate. Baxter and Sagart use their findings about sh\u00e8 \u8a2d to improve<br \/> the hitherto frequently quoted translation of a phrase from the Han Fei<br \/> zi: Nan shi by A. C. Graham from 1989:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u543e \u6240 \u70ba \u8a00 \u52e2 \u8005, \u8a00 \u4eba \u4e4b \u6240 \u8a2d \u4e5f<br \/> W\u00fa su\u01d2 w\u00e9i y\u00e1n sh\u00ec (*\u014b\u030aet-s) zh\u011b, y\u00e1n r\u00e9n zh\u012b su\u01d2 sh\u00e8 (*\u014b\u030aet) y\u011b.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Graham: \u201cWhen I speak of the power-base it is of something instituted by man.\u201d<br \/> Baxter\/Sagart: \u2018The setup (*\u014b\u030aet-s) of which I am speaking refers to what is set up (*\u014b\u030aet) by men.\u2019 (Baxter\/Sagart 2014, 30)<br \/> This example hopefully shows why investigations into the phonology and<br \/> morphology of Old Chinese are not only fascinating, but also rewarding \u2013<br \/> and why sinologists might want to consider making them. This workshop<br \/> was a rare and important occasion to obtain first-hand information on<br \/> the methodologies of reconstruction of Old Chinese, a field in which<br \/> only few scholars in the world have expertise. Baxter himself couldn&#8217;t<br \/> help but remark \u201cwhat a treat it is to see so many people interested in<br \/> Old Chinese phonology!\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mariana M\u00fcnning<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"3\" name=\"3\">Rezension: Lynch, 2015 China\u2019s Futures<sup>1<\/sup> &#8211; Wohin wird die Reise des aufgestiegenen Drachens gehen?<\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wohin wird die Reise des aufsteigenden<br \/> Drachens gehen? Zieht es China gen Westen? Oder strebt er nach h\u00f6heren<br \/> Sph\u00e4ren der Wirtschaft? F\u00fchrt Chinas Pfad zur unausweichlichen<br \/> Demokratisierung oder zerf\u00e4llt der Drache in eine pluralistische<br \/> Netz-Gesellschaft? Bleibt am Ende die blo\u00dfe Best\u00e4ndigkeit des<br \/> parteilichen Bestandes?<br \/> China\u2019s Futures ist ein Buch, in dem Daniel C. Lynch Zukunftsszenarien<br \/> Chinas aus verschiedenen Perspektiven aufgreift und beschreibt. Die vier<br \/> Hauptbetrachtungswinkel thematisieren den Stand der akademischen<br \/> Debatte und die daraus ermittelten Pfade f\u00fcr die wirtschaftliche<br \/> Entwicklung (Kapitel 2), die institutionelle Dimension der Politik, die<br \/> Polity, und damit systemische Best\u00e4ndigkeit des Regimes (Kapitel 3), das<br \/> Aufkommen einer neuen Gesellschaftlichkeit, die \u201enetwork society\u201c<br \/> (Kapitel 4, S.119) und die Interaktion mit der internationalen<br \/> Weltgemeinschaft hinsichtlich \u201aChinas Aufstieg\u2019 (Kapitel 5) und dem<br \/> kulturellen Wettstreit mit dem Westen (Kapitel 6). Ein siebtes Kapitel<br \/> fasst die Resultate gem\u00e4\u00df den Einzelanalysen zusammen.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lynch widmet sich den \u201aChinesischen<br \/> Zuk\u00fcnften\u2019 mit dem Anspruch, bei der Analyse vorwiegend chinesische<br \/> Quellen und parteiinterne Erzeugnisse (neibu Journals, S. xii) zu<br \/> verwenden. Die Selektion des Untersuchungsmaterials erfolgt nach<br \/> inhaltlichen Varianzkriterien, weniger nach Auswahl ermittelter<br \/> einflussreicher Figuren. Das Textkorpus soll sich somit aus der Debatte<br \/> erschlie\u00dfen und nicht nach einem \u201edead reckoning\u201c&nbsp; (that is,<br \/> \u201eguessing\u201c)\u201c erschlie\u00dfen (S. xvi). Das Hauptaugenmerk liegt unweigerlich<br \/> auf der umfangreichen und deskriptiven Darstellung der kontroversen<br \/> Debatte und ihren Quellen. Die analytischen Schl\u00fcsse sind jeweils in<br \/> K\u00fcrze zusammengefasst, gehen daher weniger in die Tiefe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorangestellt wird der theoretische<br \/> Hintergrund der Zukunftstheorien aus dem Rationalismus, der Geschichte<br \/> sowie der Chaostheorie (Kapitel 1). Bereits im Vorwort verweist der<br \/> Autor jedoch darauf, dass es keine zutreffenden Vorhersagen geben k\u00f6nne,<br \/> denn \u201eno matter how scientific a predictioneer\u2019s model may appear to<br \/> be, the future can never be known\u201c (S. viii). Zum einen g\u00e4be es zu viele<br \/> Faktoren und zum anderen wird menschliche Akteurschaft (\u201ehuman agency\u201c)<br \/> bzw. des Menschen freier Wille (\u201efree will\u201c) intervenieren (S. viii).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er baut eine Kontroverse aus zwei<br \/> Theoretikern auf und bietet eine perspektivische Synthese. Der<br \/> dominanten Lesart realistischer Analyse von Bueno de Mesquita (BDM)<br \/> setzt er die konstruktivistische Lesung Alexander Wendts entgegen. Die<br \/> Frage der Pr\u00e4ferenzen bezeichnet Lynch in BDMs Position als<br \/> \u201eAchillesferse\u201c (Achilles heel, S. 6), da \u201eInteressen bereits<br \/> Identit\u00e4ten voraussetzen\u201c (Interests presuppose identites, S. 6). Lynch<br \/> votiert f\u00fcr den Mehrwert regionalwissenschaftlicher Analyse und<br \/> begr\u00fcndet diesen durch den Einfluss der Akteursidentit\u00e4t. Lynch<br \/> konstatiert: Bueno de Mesquita \u201ehelpfully (but unintentionally)<br \/> illustrates the weakness inherent in forecasts that ignore, or<br \/> incautiously impute, actor identity\u201c (S. 7). &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Ansatz der geschichtswissenschaftlichen Lesung f\u00fchrt er David J. Staley an, der im Werk History and Future<sup>2<\/sup>&nbsp;<br \/> seine Zukunftstheorie aus der faktischen Geschichte und der rezipierten<br \/> Geschichtsschreibung zu zwei Zukunftsaussichten ableitet, eine<br \/> beschreibt das Spektrum aller m\u00f6glichen Pfade, die als Substitute f\u00fcr<br \/> die \u201eabwesende\u201c \u2013aber eintretende Zukunft (future1) steht (S.<br \/> 10-11).&nbsp; Als dritten Strang der Zukunftsforschung f\u00fchrt er die<br \/> Chaostheorie nach Elliot und Kiel<sup>3<\/sup>&nbsp; an (S.13). Dieser<br \/> Theorie nach best\u00fcnde das generelle Problem einer Vorhersagbarkeit<br \/> darin, dass alle angenommen Faktoren f\u00fcr den eingeschlagenen Weg akkurat<br \/> bleiben m\u00fcssten, das hie\u00dfe \u201eif even one significant assumption proves<br \/> false, the acutal future could end up profoundly different from the<br \/> predicted future\u201c (S. 15).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das zweite Kapitel ist betitelt mit<br \/> Economic Growth: marching into a middle income trap? Lynch untersucht<br \/> die liberale Alternative und stellt das wirtschaftliche Wachstum in den<br \/> Kontext demographischer Entwicklung. Dieses Kapitel beginnt er mit zwei<br \/> (westlichen) Analysten:&nbsp; Edward Steinfeld<sup>4<\/sup>&nbsp; (2010),<br \/> der f\u00fcr China den Wendepunkt 1990 ermittelte als die staatsgef\u00fchrte<br \/> Wirtschaft zu einer Marktbestimmten wurde (sprich von state-led to<br \/> market-driven, S. 21), wird gegen Huang Yasheng<sup>5<\/sup>&nbsp;<br \/> kontrastiert. Huang ermittelte 2008 nach Lynchs Lesung genau das<br \/> Gegenteil (S.21). Lynch konstatiert, dass beide in ihrer Perspektive<br \/> Recht behalten sollten \u201eBoth are right\u201c (S. 22). Die folgende Analyse<br \/> Chinesischer \u00d6konomen gibt Aufschluss \u00fcber diese paradoxe<br \/> Schlussfolgerung: Die neuen linken Ideen hatten unter der<br \/> Hu-Jintao-F\u00fchrung noch wenig Einfluss; die dominante Perspektive auf die<br \/> Wirtschaft verfolgte weitestgehend die Liberalisierung und besch\u00e4ftigte<br \/> sich mit dem Wachstum sowie Problemanalysen zum Abfedern der negativen<br \/> Folgen des Aufstiegs, so z.B. die Suche danach, die Investitionsblasen<br \/> einzufangen (S. 27). Im Kontext der Bev\u00f6lkerungsentwicklung stehen die<br \/> wachsenden Ungleichheiten, so etwa ein Gini-Koeffizient von 0.5,&nbsp;<br \/> sprich dem Auseinanderdriften von Arm und Reich. Er signalisiert, dass<br \/> der eingeschlagene Pfad vielleicht nicht mehr rapide zu wechseln sei,<br \/> obgleich die Chinesischen \u00d6konomen diesen nicht f\u00fcr tragf\u00e4hig erachten:<br \/> \u201ethe current trajectory is unsustainable\u201c (S.25).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Steuert China auf eine Falle des<br \/> mittleren Einkommens zu? Die middle income trap bezeichnet die<br \/> volkswirtschaftliche Einkommensentwicklung, nach der die<br \/> Durchschnittsl\u00f6hne so hoch gestiegen sind, dass sie \u201ezu teuer\u201c f\u00fcr eine<br \/> weitere billige Produktion sind. Die im Titel aufgeworfene Frage nach<br \/> der Gefahr einer middle income trap , wird in der deskriptiven<br \/> Darstellung einer Chinese Academy of Social Siences (CASS) Studie<br \/> aufgegriffen (S.39), jedoch weder in der Kapitelzusammenfassung (S. 67)<br \/> noch in der schlussfolgernden Kapitel\u00fcbersicht (241-242) direkt<br \/> diskutiert, geschweige denn beantwortet.&nbsp; Hingegen scheint das<br \/> zweite Kapitel eher die Debatte um die Nachwehen der Globalen<br \/> Finanzkrise (GFC) zu schildern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das dritte Kapitel: \u201cThe Leninist<br \/> Political System confronts a pluralistitc Wealthy Society\u201c behandelt zu<br \/> erwartende und m\u00f6gliche Zukunftspfade f\u00fcr eine Ver\u00e4nderung des<br \/> politischen Regimes. Im Zentrum steht die Frage nach der M\u00f6glichkeit<br \/> oder vielmehr Wahrscheinlichkeit einer Demokratisierung im westlichen<br \/> Sinne. Das Kapitel schlie\u00dft damit an die Debatte der 90er und fr\u00fchen<br \/> 2000er Jahre an, ob im Zuge der wirtschaftlichen \u00d6ffnung Chinas eine<br \/> Demokratisierung unausweichlich erscheine.&nbsp; Er st\u00fctzt sich auf<br \/> akademische Wortf\u00fchrer wie Larry Diamond<sup>6<\/sup>, der von der<br \/> \u201einevitable democratization\u201c (S.72) ausging und Andrew Nathan, der den<br \/> \u00f6konomischen Erfolg Chinas als Legitimationsgewinn f\u00fcr die<br \/> Kommunistische Partei und damit ihrer Herrschaft und der St\u00e4rkung des<br \/> Regierungssystems ermittelt (S. 69). Unter R\u00fcckgriff auf die chinesische<br \/> Akademia thematisiert Lynch zun\u00e4chst die Spannung zwischen Staat und<br \/> Gesellschaft. Dabei verweist er auf ein selbst gef\u00fchrtes Interview, aus<br \/> dem hervorging: \u201eContemporary China increasingly resembles the Qing<br \/> Dynasty after 1900\u201c (S. 77). Auf Grundlage des 2009 erschienen \u201eChina\u2019s<br \/> Future Directions\u201c<sup>7<\/sup>, ein autentifizierten Editoren Gruppe,<br \/> schlie\u00dft Lynch: \u201eA world without multiple poles &#8230; would be (1) chaotic<br \/> and thus dangerous and not developing, (2) susceptibal to constant<br \/> warfare and strife, and (3) bereft of morality and ethics. This is why<br \/> China\u2019s rise on the basis of rejecting \u201eWestern democracy\u201c and Western<br \/> discourse hegemony is so important for the world\u2019s future, not just<br \/> China\u2019s\u201c (S.82). Vor dem Hintergrund einer Demokratisierung Chinas,<br \/> stellt Lynch vier (Zukunfts-)Modelle auf die Probe: \u201eReverse<br \/> Sultanization\u201c eine Vorbereitung f\u00fcr eine genuine Demokratievorstlellung<br \/> nach Xiao Gongqin (S. 83-89);&nbsp; \u201eThe China Model\u201c nach den<br \/> Vorstellungen des Pekinger Professors f\u00fcr Internationale Studien Pan<br \/> Wei, der sich sp\u00f6ttisch gegen eine \u201edemocracy infatuation\u201c (S.97)<br \/> seitens Chinas im Zuge der dritten Welle \u00e4u\u00dferte (S. 89-99); \u201eRemnant<br \/> Liberalism\u201c zieht die liberal-gewandten Literaten (S. 99-107), wie Yu<br \/> Keping (Direktor des Forschungszentrums f\u00fcr vergleichende Politik und<br \/> Wirtschaft), Han Yunchuan (Professor der Zentralen Partei Schule, Social<br \/> Development Research Center) sowie Qin Xiao und Xu Yaotong. W\u00e4hrend Yu<br \/> eine klare positive Haltung zur Demokratisierung Chinas vertritt<br \/> (\u201edemocracy is a good thing\u201c , S.100), sieht Qin dies unter dem<br \/> bestehenden \u201etotalit\u00e4ren politischen System\u201c (S.104) kritischer. Xu<br \/> schreibt zur innerparteilichen Demokratie und listet die 18 Rechte<br \/> auf&nbsp; (Eighteen Rights, s. 105-106), darunter das Recht auf Wissen,<br \/> das Recht auf Meinungs\u00e4u\u00dferung hinsichtlich Entscheidungsfindung und das<br \/> Recht auf Kritiknahme. Als eine vierte Variante f\u00fchrt Lynch \u201eThe<br \/> Chongqing Model\u201c unter Berufung auf Autoren, wie Su Wei, Yang Fan und<br \/> Liu Shiwei auf. Sie allesamt stehen ideologisch hinter Bo Xilai und<br \/> fordern die Anerkennung des Chongqing Models f\u00fcr \u201e(1) a local<br \/> development model, (2) a model for solving widely recognized problems,<br \/> and (3) a model for all of China\u2019s transformation\u201c (S.108).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Kapitel 4 widmet sich den \u201eneuen<br \/> Grenzen\u201c und ermittelt nach der gleichen Struktur die m\u00f6glichen<br \/> Zukunftsoptionen der Chinesischen Regierung im Zusammenhang mit der<br \/> gesellschaftlichen Transformation in eine \u201eNetwork Society\u201c.&nbsp; Die<br \/> Kapitel 5 und 6 handeln von den internationalen Interaktionen Chinas in<br \/> Bezug auf den Aufstieg und die kulturelle Konfrontation mit&nbsp; dem<br \/> \u201eWesten\u201c. Die Kapitel 4, 5 und 6 werden in einem gesonderten Artikel<br \/> gew\u00fcrdigt. &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lynch besticht durch die hervorragende<br \/> Quellenarbeit und den Ansatz, Chinas Zukunft weitestgehend aus internen<br \/> Quellen (neibu Journals) oder Analysen chinesischer Akademiker zu<br \/> ermitteln. Es geht um die Zukunftsbilder, die vor dem Hintergrund eines<br \/> (westlichen) Forschungsstandes durch die Innenperspektive chinesischer<br \/> Autoren erschlossen werden. Das Buch bietet einen sehr guten \u00dcberblick<br \/> \u00fcber die elit\u00e4re und akademische Debattenlandschaft der theoretischen<br \/> Ans\u00e4tze.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Zusammenfassung der jeweiligen<br \/> Kapitel sowie dem evaluierenden Fazit (Kapitel 7) l\u00e4sst Lynch jedoch<br \/> weitestgehend offen, mit welchem der zukunftstheoretischen Ans\u00e4tze, aus<br \/> Rationalismus, Geschichtswissenschaft oder Chaostheorie, er zu seiner<br \/> Schlussfolgerung kommt. Der Autor verbleibt in der Szenarienbildung in<br \/> den jeweiligen Sachfeldern und w\u00e4gt diese kaum gegeneinander ab.<br \/> Interferenzen und Wechselwirkungen aus neo-marxistischer Wirtschaft und<br \/> reformfreudiger Politik oder einer sich der Kontrolle entziehenden<br \/> Netzgesellschaft in Interaktion mit einer grenz\u00fcberschreitenden<br \/> internationalen Gemeinschaft werden nicht umfangreich aufgegriffen<br \/> (Kapitel 7, S. 247-254). Lynch reduziert die Interessenlage zur<br \/> \u201eReduktion der Komplexit\u00e4t\u201c auf zwei dominante Linien. Der<br \/> Zusammenschnitt aus \u00f6konomischen Reformern und einem gegenl\u00e4ufigen<br \/> konservativem Lager, die zuvor auch als \u201etwo camps\u201c (S. 118) bezeichnet<br \/> wurden, sind \u2013 zwischen den Zeilen gelesen \u2013 die Fortf\u00fchrung des<br \/> tradierten, oft als Klassenkampf bezeichneten Konfliktes zweier ideeller<br \/> Faktionen, oder kurz gefasst: zwischen den konservativen Neo-Maoisten<br \/> und neo-liberalen Pragmatisten. Selbst verweist der Autor Lynch auf die<br \/> Kritik eines anonymen Buchrezensenten, Lynch zitiert den Vorschlag mit:<br \/> \u201eit would be reasonable to conclude that there are two fundamentally<br \/> different, completely disjointed Chinas floating in the minds of PRC<br \/> elites\u201c (S. 248).&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Autor: Daniel C. Lynch ist ein<br \/> Associate Professor f\u00fcr internationale Beziehungen an der Universit\u00e4t<br \/> Southern California (USC) und gesch\u00e4ftsf\u00fchrendes Mitglied im Vorstand<br \/> des affiliierten U.S.-China Institute. Er erhielt seinen PhD in der<br \/> Fachrichtung Politische Wissenschaft&nbsp; an der Universit\u00e4t Michigan.<br \/> Sein Forschungsfokus liegt auf Innen- und Au\u00dfenpolitik sowie<br \/> Internationaler Beziehungen in China und Ostasien. Die Publikationen<br \/> Rising China and Asian Democratization: Socialization to &#8222;Global<br \/> Culture&#8220; in the Political Transformation of Thailand, China, and Taiwan<br \/> (Stanford UP, 2006) und After the Propaganda State: Media, Politics, and<br \/> &#8222;Thought Work&#8220; in Reformed China (Stanford UP, 1999) stammen aus seiner<br \/> Feder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Josie-Marie Perkuhn<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[1] Daniel C. Lynch, <em>China\u2019s Futures: PRC Elites Debate Economics, Politics, and Foreign Policy<\/em> (Stanford, California: Stanford University Press, 2015).&nbsp; ZO\/DS 779.4.L96 2015.<br \/> [2]&nbsp;Staley, David J. <em>History and Future: Using Historical Thinking to Imagine the Future<\/em>. Lanham, MD: Lexington Books, 2007.<br \/> [3]&nbsp;Kiel, L. Douglas, and Euel Elliot. <em>Chaos Thory in the Social Sciences: Foundations and Applications<\/em> (Ann Arbor: The University of Michigan Press, 1997.<br \/> [4]&nbsp;Steinfeld, Edward S. <em>Playing Our Game: Why China\u2019s Rise Doesn\u2019t Threaten the West<\/em>. Oxford and New York; Oxford UP, 2010.<br \/> [5]&nbsp;Huang Yasheng. Capitalism with Chinese Characteristics:<br \/> Entrepreneurship and the State. Cambridge, UK, and New York: Cambridge<br \/> UP, 2006.<br \/> [6] U.a. Diamond, Larry. \u201eChina and East Asian Democracy: The Coming Wave.\u201c Journal of Democracy 23(1), January 2012, S.5-13.<br \/> [7] Zhongguo Weilai Zouxiang Editorial Group (\u4e2d\u56fd\u672a\u6765\u8d70\u5411\u7f16\u5199\u7ec4), ed. <em>Zhongguo Weilai&nbsp; Zouxiang: Juji Gaoceng Juece yu Guojia Zhanlue Buju<\/em> (\u4e2d\u56fd\u672a\u6765\u8d70\u5411\uff1a\u805a\u96c6\u9ad8\u5c42\u51b3\u7b56\u4e0e\u56fd\u5bb6\u6218\u7565\u5e03\u5c40), 2009.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"4\" name=\"4\">B\u00f9 yu\u030c \u4e0d\u8a9e, b\u00f9 jia\u030cng \u4e0d\u8bb2- Wor\u00fcber man nicht spricht &#8211; XXVI Jahrestagung der DVCS zu Gast an der RUB<\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Deutsche Vereinigung f\u00fcr<br \/> Chinastudien e.V. &nbsp;\u2013&nbsp; kurz DVCS \u2013 richtet j\u00e4hrlich im Herbst<br \/> eine Tagung f\u00fcr deutschsprachige ChinawissenschaftlerInnen aus. Die 26.<br \/> Tagung fand zum Titelthema &#8222;B\u00f9 yu\u030c \u4e0d\u8a9e, b\u00f9 jia\u030cng \u4e0d\u8bb2 \u2013 Wor\u00fcber man nicht<br \/> spricht\u201c an der Ruhr-Uni-Bochum (RUB) vom 6. &#8211; 7. November 2015 unter<br \/> Gastgeberschaft von Prof. Dr. Roetz (Uni Bochum) und &nbsp;Dr. R\u00fcdiger<br \/> Breuer (Uni Bochum) statt.&nbsp; Die Jahrestagung des Vereins stellt<br \/> eine wissenschaftliche Diskussionsplattform dar und bietet f\u00fcr<br \/> NachwuchswissenschaftlerInnen der Chinastudien die M\u00f6glichkeit<br \/> der&nbsp;Teilhabe. In diesem Jahr war es daher erstmalig m\u00f6glich neben<br \/> der Einreichung einzelner Papiere auch Poster zu den<br \/> Dissertationsprojekten einzureichen. Die Promotionsvorhaben wurden unter<br \/> wissenschaftlicher Leitung von Dr. Martin Hofmann (Uni Heidelberg) bzw.<br \/> Prof. Dr. Christine Moll-Murata (Uni Bochum) diskutiert. Ein besonderes<br \/> Aush\u00e4ngeschild der Jahrestagung ist das breitgef\u00e4cherte Themenspektrum,<br \/> das sich zeitlich von Altertum \u00fcber Moderne bis Neuzeit streckt und<br \/> fachliche Panels mit wissenschaftlichen Schwerpunkten zu Literatur,<br \/> Sprache, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik bereitstellt.&nbsp; Aus<br \/> Heidelberg trugen folgende AkademikerInnen vor: Viatcheslav Vetrov<br \/> elaborierte politische Korrektheit mit dem Titel: \u201ePolitically correct:<br \/> Von philosophischen Entgleisungen zu einer gereinigten Philosophie\u201c;<br \/> Mariana M\u00fcnning brach das Tabu und sprach frei \u00fcber \u201eGeplante Tabus \u2013<br \/> Politische Auslese von Sprache und Schrift\u201c und Josie-Marie Perkuhn geht<br \/> auf Spurensuche das Verschwiegene zum Gegenstand der Forschung zu<br \/> machen: \u201eHat hier jemand Faktion gesagt? \u2013&nbsp; Wie erforscht man<br \/> stillstreitenden Konsens?\u201c. &nbsp;(Der Link zum Programm mit den<br \/> jeweiligen Abstracts findet sich <a href=\"http:\/\/www.ruhr-uni-bochum.de\/oaw\/dvcs\/dokumente\/2015Programm.pdf\" target=\"_blank\">hier<\/a>). Ausgew\u00e4hlte Beitr\u00e4ge flie\u00dfen in die Jahressammelb\u00e4nde ein, die bei Harrassowitz ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die DVCS ist als ein gemeinn\u00fctziger Verein konstituiert (<a href=\"http:\/\/www.ruhr-uni-bochum.de\/oaw\/dvcs\/index.html\" target=\"_blank\">mehr<\/a>).<br \/> Im Rahmen der Jahrestagung rief die Vereinsspitze zur regul\u00e4ren<br \/> Mitgliederversammlung auf. Der Verein&nbsp;&nbsp;z\u00e4hlt in seinem<br \/> 25j\u00e4hrigen Bestehen bereits \u00fcber 200 Mitglieder. Im Fr\u00fchjahr 1990 wurde<br \/> der Verein an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin mit dem Fokus, die<br \/> gemeinschaftliche Entwicklung der Chinastudien der damaligen DDR und BRD<br \/> zu f\u00f6rdern, gegr\u00fcndet. F\u00fcr die diesj\u00e4hrige Tagung war es eine ganz<br \/> besondere Ehre, Vereinsmitglieder des Gr\u00fcndungsaktes begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen.<br \/> Darunter auch eine wahre Pionierin der Sinologie, Frau Prof. Dr. Eva<br \/> M\u00fcller.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Vereinsvorstand setzt sich aus 8<br \/> Mitgliedern inkl. Kassenwart zusammen und wird alle zwei Jahre neu<br \/> gew\u00e4hlt. In diesem Jahr wurde Prof. Dr. Christian Soffel (Universit\u00e4t<br \/> Trier) in seinem Amt als Vorsitzender best\u00e4tigt, ihm steht die<br \/> stellvertretende Vorsitzende Dr. Maria Khayutina (Universit\u00e4t M\u00fcnchen,<br \/> LMU) zur Seite. Die weiteren Posten wurden mit Prof. Dr. Roland<br \/> Altenburger (Universit\u00e4t W\u00fcrzburg, JMU) sowie Dr. Tania Becker von<br \/> Falkenstein, Dr. Matthias Hahn, Dr. Martin Hofmann, Dr. Kerstin Storm<br \/> sowie Dr. R\u00fcdiger Breuer (Kassenwart) besetzt. (Eine Liste des<br \/> Vorstandes findet sich <a href=\"http:\/\/www.ruhr-uni-bochum.de\/oaw\/dvcs\/vorstand.html\" target=\"_blank\">hier<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Reichweite des Vereins f\u00fcr<br \/> Chinastudien wurde&nbsp;sukzessive ausgedehnt und bezieht nun auch den<br \/> deutschsprachigen Raum insgesamt ein. So ist das Angebot f\u00fcr<br \/> ChinawissenschaftlerInnen aus \u00d6sterreich und der&nbsp;Schweiz erweitert<br \/> worden. Um dieses Signal zu verst\u00e4rken wird die Jahrestagung 2017 am 27.<br \/> und 28. Oktober in Wien stattfinden. Zuvor sind alle Interessierten<br \/> gebeten sich den 12. und 13. November 2016 f\u00fcr die diesj\u00e4hrige Tagung<br \/> zum Thema&nbsp;\u201e<em>Vom Wesen der Dinge: materielle Kultur&nbsp;Chinas<\/em>\u201c&nbsp;vorzumerken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Josie-Marie Perkuhn<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"5\" name=\"5\">Young Scholar\u2019s Forum &#8211; Und der Meister sprach, lernen, lernen und wieder lernen.<\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl85 Artikel5\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/212046\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fittosize__650_432_e02c52a4554ea43dcdcdf68129567263_nl85_ar.jpeg\" style=\"width: 650px; height: 432px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span>Mariana M\u00fcnning, Josie-Marie Perkuhn, Sebastian Riebold, Marina Rudyak (v. L.)<br style=\"clear: both;\"><br \/> \u200b<\/span>\u200b<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom 30. bis 31. Oktober 2015 tagte zum<br \/> zweiten Mal das Young Scholars\u2019 Forum an der Goethe-Universit\u00e4t<br \/> Frankfurt, organisiert vom Konfuzius-Institut und der Sinologie in<br \/> Kooperation mit dem Partnerinstitut an der Fudan Universit\u00e4t (<a href=\"http:\/\/www.konfuzius-institut-frankfurt.de\/deutsch\/mediathek\/fotos-20151030-31-ysf\/\" target=\"_blank\">mehr<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insgesamt zw\u00f6lf<br \/> NachwuchswissenschaftlerInnen aus vier renommierten Universit\u00e4ten<br \/> erhielten die Gelegenheit, wissenschaftliche Artikel zu ihrem<br \/> Forschungsgebiet \u00fcber diverse Themen in unterschiedlichen historischen<br \/> Kontexten vorzustellen. Ausdr\u00fcckliches Anliegen war es dabei, nicht nur<br \/> deutsch-chinesische DoktorandInnen zusammenzubringen, sondern auch den<br \/> interdisziplin\u00e4ren Austausch \u00fcber Themengebiete von Ideengeschichte \u00fcber<br \/> Medizin bis Sozialwissenschaft zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Schwerpunktbereich \u2018Literatur und<br \/> Kultur\u2018 trug Mariana M\u00fcnning zu dem Thema \u201eWei Jiangong on the Promotion<br \/> of the National Language in Taiwan\u201c vor. Sebastian Riebold pr\u00e4sentierte<br \/> zur historischen Ideengeschichte seinen Artikel \u201eDispensing with<br \/> \u201aIntellectual Gymnastics\u2019\u201c. Unter dem Paneltitel \u201eNew Approaches to<br \/> Chinese Politics\u201c vertraten Marina Rudyak mit dem Vortrag \u201eBecoming a<br \/> \u201aDonor\u2018: National Role Conception, Reform Dynamics and Learning in<br \/> China\u2019s Foreign Aid System\u201c sowie Josie-Marie Perkuhn mit dem Titel<br \/> \u201eChinese Domestic Foreign Policy: The impact of political factions on<br \/> China\u2019s foreign policy roles\u201c ihre innovativen Promotionsvorhaben zur<br \/> chinesischen Politik.&nbsp;Drei fachkundige ProfessorInnen \u2013 Prof. Dr.<br \/> Amelung, Jun.-Prof. Dr. Yang und Prof. Dr. Pan \u2013 diskutierten die<br \/> vorgetragenen Forschungsschwerpunkte, bevor die angeregte Debatte f\u00fcr<br \/> die interessierten TeilnehmerInnen er\u00f6ffnet wurde. Eingerahmt wurde die<br \/> Veranstaltung mit dem \u00f6ffentlichen Vortrag von Professor Michael Lackner<br \/> (Universit\u00e4t Erlangen- N\u00fcrnberg) \u00fcber \u201e<em>Views on Divination in Traditional and Modern China<\/em>\u201c<br \/> &#8211; ein Abriss der Geschichte chinesischer Vorhersagepraktiken; oder wie<br \/> man es am Vorabend zu Halloween in der Norddeutschen Mundart nicht<br \/> besser ausdr\u00fccken k\u00f6nnte: <em>allens Sp\u00f6kenkiekerei, nee!<\/em>\u201c&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Josie-Marie Perkuhn<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"6\" name=\"6\">Ma und Xi in Singapur \u2013 Neunzig Jahre nach der Ersten Einheitsfront von KMT und KP Chinas<\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 7. November 2015, dem Jahrestag der<br \/> Russischen Revolution, traf der Generalsekret\u00e4r der Kommunistischen<br \/> Partei Chinas Xi Jinping den Guomindang (Kuomintang)-Politiker&nbsp;Ma<br \/> Yingjiu (Ma&nbsp;Ying-jeou).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>1925<\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor neunzig Jahren starb der KMT-Gr\u00fcnder<br \/> Sun Zhongshan (Sun Yatsen) \u2013 noch im gleichen Jahr wurde in Moskau die<br \/> Sun Yatsen Universit\u00e4t (Zhongshan Daxue) gegr\u00fcndet. Dies war die Zeit<br \/> der von Sun initiierten und von der Sowjetunion unterst\u00fctzten Ersten<br \/> Einheitsfront von KMT und KP Chinas. Im Herbst 1925 schickte Jiang<br \/> Jieshi (Chiang Kai-shek) seinen Sohn Jiang Jingguo (Chiang Ching-kuo)<br \/> nach Moskau auf die neu gegr\u00fcndete Universit\u00e4t. (Auch Deng Xiaoping<br \/> studierte 1926 an derselben Universit\u00e4t.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u200b<img decoding=\"async\" alt=\"Nl85 Artikel6a\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/212047\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl85_artikel6a.jpg\" style=\"width:329px;height:372px;\"><br \/> \u200b<br \/> &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>1945<\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor siebzig Jahren trafen sich in der<br \/> Kriegshauptstadt Chongqing (Chungking) Chiang Kai-shek und Mao Zedong,<br \/> die sich schon in den zwanziger Jahren kennengelernt hatten. Die<br \/> Verhandlungen f\u00fchrten zu keinem positiven Ergebnis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u200b<img decoding=\"async\" alt=\"Nl85 Artikel6b\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/212048\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl85_artikel6b.jpg\" style=\"width:450px;height:317px;\"><br \/> <br style=\"clear:both;\"><br \/> \u200b\u200b<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>1975<\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor vierzig Jahren starb der alte Jiang,<br \/> wenig sp\u00e4ter Mao (1976). In den folgenden Jahren waren Jiang Jingguo<br \/> und Deng Xiaoping die einflussreichsten Politiker ihrer Parteien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>2005<\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor zehn Jahren besuchte KMT-Chef Lian<br \/> Zhan (Lien Chan) die Volksrepublik China und traf KP-Chef Hu Jintao. Er<br \/> hielt auch eine Rede an der Universit\u00e4t Beijing, wo seine Mutter<br \/> studiert hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>Herkunft<\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle genannten Personen wurden auf dem<br \/> \u201eFestland\u201c geboren, Herr Ma in Jiulong (Kowloon), seine Familie stammt<br \/> aus Hunan. Der Vater, der ebenfalls KMT-Funktion\u00e4r war, wurde in der<br \/> N\u00e4he von Mao Zedongs Geburtsort geboren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lian Zhan wurde im Jahr des Xi\u2019an Zwischenfalls (1936) in Xi\u2019an geboren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"7\" name=\"7\">Mit dem Flugzeug von China nach Europa &#8211; vor 77 Jahren<\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer Zeit, als die Bahnreise von<br \/> Westeuropa nach Ostasien mehrere Wochen und die Fahrt mit dem Schiff oft<br \/> mehrere Monate dauerte, <a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2014\/10\/01\/newsletter-oktober-2014-nr-77\/#2\" target=\"_blank\">tr\u00e4umten viele vom Fliegen<\/a>.<br \/> Dies galt besonders Ende der drei\u00dfiger Jahre, als es manche Europ\u00e4er in<br \/> die Kriegshauptstadt Chongqing (Chungking) und andere in das<br \/> kommunistische Yan\u2019an (Yenan) verschlagen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1939 hatten Otto Braun (1900-1974) und<br \/> Wolf Schenke (1914 -1989) die Gelegenheit, von China nach Europa zu<br \/> fliegen. Braun war ein deutscher Kommunist, der von Yan\u2019an nach Moskau<br \/> reiste; Schenke ein Nazi auf dem Weg von Chongqing nach Berlin. Nach dem<br \/> Xi\u2019an-Zwischenfall im Dezember 1936 hatten sich die Beziehungen<br \/> zwischen der KP Chinas, der Kuomintang (KMT) und der Sowjetunion langsam<br \/> verbessert, wodurch ab Herbst 1937 Fl\u00fcge zwischen Nordwestchina und<br \/> Europa erm\u00f6glicht wurden. Im November 1937 flogen einige chinesische<br \/> Kommunisten von Moskau \u00fcber Xinjiang (Sinkiang) nach Yan\u2019an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>Braun<\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px; float: left;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl85 Artikel7a\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/212049\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl85_artikel7a.jpg\" style=\"width: 120px; height: 111px;\"><\/span>\u201eAn<br \/> einem Sonntagmorgen im Sp\u00e4tsommer 1939, kurz vor Sonnenaufgang, weckte<br \/> mich ein Bote des Zentralkomitees in meiner Wohnh\u00f6hle. Er \u00fcbergab mir<br \/> einen Zettel [\u2026]: ,Komm sofort zum Flugplatz, Du fliegst nach Moskau.\u2018<br \/> &nbsp;&nbsp;Weiter nichts.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So beschrieb Otto Braun seine Abreise<br \/> aus China \u201enach sechs Jahren Abgeschlossenheit von der Au\u00dfenwelt\u201c. Mit<br \/> ihm reiste zwar nicht seine chinesische Gattin Li (die keine<br \/> Einreisegenehmigung f\u00fcr die Sowjetunion besa\u00df), daf\u00fcr aber Zhou Enlai,<br \/> der in Moskau medizinisch behandelt werden sollte. Zhou, der in den<br \/> zwanziger Jahren in Berlin gelebt hatte, sprach etwas Deutsch und hatte<br \/> zusammen mit Braun den \u201aLangen Marsch\u2018 absolviert. Die Reise ging<br \/> zun\u00e4chst nach Lanzhou, dann \u00fcber Hami, Urumqi, Alma Ata und Taschkent<br \/> nach Moskau \u2013 allerdings nicht sehr schnell: \u201eDie Reise dauerte an die<br \/> drei Wochen, weil das wechselhafte Herbstwetter unterwegs fast \u00fcberall<br \/> zu einem k\u00fcrzeren oder l\u00e4ngeren Aufenthalt zwang.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings w\u00e4re damals die Fahrt mit der<br \/> Transsibirischen Eisenbahn nicht einfacher gewesen, da japanische<br \/> Truppen die Mandschurei besetzt hatten. Unangenehm war f\u00fcr Braun auch<br \/> die Ankunft in der Sowjetunion, da er sich nun f\u00fcr politische und<br \/> milit\u00e4rische Fehler rechtfertigen mu\u00dfte. Er lebte sp\u00e4ter in der DDR und<br \/> ver\u00f6ffentlichte dort seine &nbsp;Aufzeichnungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>Schenke<\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px; float: left;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl85 Artikel7c\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/212051\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fittosize__120_179_23031ac58f707dffc8d008b3ce3d35d3_nl85_art.png\" style=\"width: 120px; height: 179px;\">\u200b<\/span>Schenke<br \/> startete wenige Monate sp\u00e4ter in Sichuan: \u201e\u00dcber die gr\u00fcne<br \/> Gartenlandschaft von Szechuan ging der Flug zuerst nach der<br \/> Provinzhauptstadt Chengtu, die etwa eine Flugstunde nordwestlich von<br \/> Chungking liegt. Es war der 19. Dezember 1939, am Heiligabend mu\u00dfte ich<br \/> programmgem\u00e4\u00df in Berlin sein\u201c. Danach ging es auch nach Lanzhou, dann<br \/> nach Hami. Nach l\u00e4ngerem Aufenthalt ging es mit einem anderen Flugzeug<br \/> nach Urumqi. \u201eAn den W\u00e4nden hingen chinesische Instruktionstafeln und<br \/> Bilder von Sheng Shi-tsai, dem Gouverneur. Bilder von Chiang Kai-shek,<br \/> wie man sie sonst in China \u00fcberall findet, gl\u00e4nzten durch Abwesenheit.\u201c<br \/> Am 1. Januar flog er nach Alma Ata. Dann ging es mit dem Zug weiter, da<br \/> die Strecke \u201ewegen der grimmigen K\u00e4lte nicht beflogen\u201c wurde. Nach einem<br \/> Tag in Moskau folgte eine weitere Zugfahrt. \u201eAm 11. Januar fr\u00fch morgens<br \/> endlich, 23 Tage nach meiner Abreise von Chungking, lief mein Zug auf<br \/> dem Bahnhof Zoo in Berlin ein.\u201c &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Schenke war das Reisen damit nicht<br \/> beendet; er kehrte einige Monate sp\u00e4ter \u2013 wieder \u00fcber Moskau und Chengdu<br \/> \u2013 nach Chongqing zur\u00fcck, verfasste hier\u00fcber aber keine genaue<br \/> Beschreibung. Er lebte sp\u00e4ter in der Bundesrepublik und ver\u00f6ffentlichte<br \/> mehrere B\u00fccher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz nach der Ver\u00f6ffentlichung von Schenkes Buch schrieb der SPIEGEL:<br \/> \u201eJahrelang harrte Tschiang Kai-schek in Tschungking [\u2026] unter den oft<br \/> pausenlosen Bombenangriffen der Japaner aus. Als im Herbst 1939 die<br \/> deutschen Waffen sich in Polen bew\u00e4hrt hatten, bem\u00fchte er sich,<br \/> Kriegsger\u00e4t in gro\u00dfem Umfang aus Deutschland zu bekommen. Als Gegengabe<br \/> bot er Wolfram, dass das deutsche R\u00fcstungsamt dringend f\u00fcr<br \/> Stahllegierungen ben\u00f6tigte. Ribbentrop wollte nicht. Da flog der<br \/> Vertreter des deutschen Nachrichtenb\u00fcros in Tschungking, Wolf Schenke,<br \/> \u00fcber die bisher geheimgehaltene Route Tschungking-Urumtschi-Alma<br \/> Ata-Moskau nach Berlin. Er drang nicht bis Ribbentrop vor.\u201c (<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-44447684.html\">Der <em>Spiegel<\/em><\/a> vom 09.03. 1950)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>Literatur:<\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wolf Schenke: China im Sturm, Hamburg 1949.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Otto Braun: Chinesische Aufzeichnungen, Berlin 1973.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Thomas Kampen: Chinesen in Europa &#8211; Europ\u00e4er in China: Journalisten, Spione, Studenten, Gossenberg, 2010.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT Leben, Lernen und Lehren in Osteuropa und China &#8211; Arbeiten als Lektor der Robert Bosch Stiftung Am 21. 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