{"id":488,"date":"2016-03-01T12:00:00","date_gmt":"2016-03-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2016\/01\/01\/newsletter-maerz-2016-nr-86\/"},"modified":"2026-05-20T18:35:03","modified_gmt":"2026-05-20T17:35:03","slug":"newsletter-maerz-2016-nr-86","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2016\/03\/01\/newsletter-maerz-2016-nr-86\/","title":{"rendered":"Newsletter M\u00e4rz 2016 Nr. 86"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 id=\"anker_DieJournalistinWangXingj\" style=\"text-align: justify;\">Die Journalistin Wang Xingjuan \u738b\u884c\u5a1f<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Thomas Kampen stellt in einem Beitrag<br \/> die Journalistin und Frauenrechtlerin Wang Xingjuan vor, die erst nach<br \/> ihrer Pensionierung in der \u00d6ffentlichkeit bekannt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#1\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_ZhuMindieeinsameTochterd\" style=\"text-align: justify;\">Zhu Min \u2013 die einsame Tochter des Generals Zhu De<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiterer Text behandelt die in<br \/> Deutschland gezeugte, in Ru\u00dfland geborene Tochter von Zhu De, Zhu Min,<br \/> die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs in deutsche Gefangenschaft geriet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#2\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_UngewhnlicheEhen:DieLan-\" style=\"text-align: justify;\">Ungew\u00f6hnliche Ehen: Die Lan-Schwestern und ihre M\u00e4nner<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Spannend und undurchsichtig ist die<br \/> Geschichte der Lan-Schwestern, die &nbsp;in Beijing, Nanjing, Shanghai,<br \/> Guilin, Xinjiang, Taiwan und Korea aktiv waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#3\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Tochter-Schwester-Mutter\" style=\"text-align: justify;\">Tochter &#8211; Schwester &#8211; Mutter: drei Texte aus China<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich werden noch einige kurze chinesische Texte \u00fcber Frauen pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#4\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Josie-MariePerkuhninterv\" style=\"text-align: justify;\">Josie-Marie Perkuhn interviewt Astrid Lipinsky<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Josie-Marie Perkuhn stellte f\u00fcnf Fragen<br \/> an die Expertin f\u00fcr Frauen und Recht in China, Dr. Astrid Lipinsky.<br \/> Themen sind u.a. das Frauenschutzgesetz, h\u00e4usliche Gewalt,<br \/> Rechtsprechung und aktuelle Medien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#5\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_DiskursberGeschlechtergl\" style=\"text-align: justify;\">Geschlechtergleichstellung im Kontext der Rechtsreform<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Artikel betrachtet die<br \/> Gleichstellung der Frau von zwei Seiten: welche Rechtsnormen haben sich<br \/> im Rechtsreformprozess der sp\u00e4ten Qing-Zeit ver\u00e4ndert und welche<br \/> weiblichen Akteure haben sich f\u00fcr Frauen und ihre Rechte eingesetzt?<br \/> Hierzu wird die historische Entwicklung der Rechtsnormen f\u00fcr Frauen im<br \/> Positiven wie im Negativen nachgezeichnet; anschlie\u00dfend werden drei f\u00fcr<br \/> den Diskurs der Gleichberechtigung bedeutsame weibliche Akteure<br \/> vorgestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#6\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_Mateer\" style=\"text-align: justify;\">Julia B. Mateer (Di Jiulie \u72c4\u5c31\u70c8, 1837-1898) &#8211; Missionarin, Musikp\u00e4dagogin<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Julia B. Mateer (1837-1898) lebte als<br \/> protestantische Missionarin in China. Zusammen mit ihrem Mann betrieb<br \/> sie eine Jungenschule und verfasste eines der ersten Lehrb\u00fccher f\u00fcr<br \/> Musik, in dem sie die Prinzipien der westlichen Musiklehre und<br \/> Singpraxis auf chinesisch erkl\u00e4rte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#7\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"1\" name=\"1\">Die Journalistin Wang Xingjuan \u738b\u884c\u5a1f<\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor knapp zehn Jahren erschien das Buch <em>Duocai de heping (Colours of Peace) <\/em>in<br \/> Beijing. Darin befindet sich ein Kapitel von Wang Ping \u00fcber Wang<br \/> Xingjuan in dem steht, dass diese 1988 in den Ruhestand gegangen war.<br \/> Genau in jenem Jahr hatte ich Wang Xingjuan in Beijing getroffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>He Zizhen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den fr\u00fchen achtziger Jahren schrieb sie das Buch <em>He Zizhen de lu<\/em> \u00fcber Mao Zedongs zweite Frau He Zizhen (1910-1984), das nach langen Kontroversen 1985 in kleiner Auflage <em>neibu<\/em> gedruckt wurde. Sp\u00e4ter folgte noch der Band <em>Li Min, He Zizhen yu Mao Zedong <\/em>(<a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2009\/04\/01\/newsletter-april-2009-nr-32\/#3\" target=\"_blank\">Li Min ist die Tochter von Mao und He<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die lebendige Journalistin weitaus<br \/> gespr\u00e4chiger war als die offiziellen Parteihistoriker, habe ich viel bei<br \/> dem Gespr\u00e4ch gelernt. Sie erw\u00e4hnte auch, dass der Widerstand gegen<br \/> Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber He Zizhen unter anderem von Deng Yingchao kam.<br \/> Sie war die Witwe von Zhou Enlai, der in den drei\u00dfiger Jahren ein Gegner<br \/> Maos war. Sie und andere wollten unbedingt verhindern, dass die<br \/> damaligen Kontroversen \u00f6ffentlich bekannt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiteres Problem von He war bis<br \/> 1976, dass Jiang Qing die offizielle Frau Maos war und He nicht erw\u00e4hnt<br \/> werden sollte. Als Jiang Qing dann verhaftet wurde, begann ein Kult um<br \/> Maos erste (fr\u00fch ermordete) Frau Yang Kaihui, auch dabei sollte die<br \/> zweite nicht erw\u00e4hnt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings hatte He Zizhen, die den<br \/> Langen Marsch mitgemacht hatte, auch viele Freunde beim Milit\u00e4r; ihr<br \/> \u00e4lterer &nbsp;Bruder war auch KP-Funktion\u00e4r.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wang Xingjuan<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wang Xingjuan wurde 1930 in Guangdong<br \/> geboren und hatte als Tochter einer Nebenfrau in einer Gro\u00dffamilie einen<br \/> besonders schlechten Status; sie verlie\u00df ihre Familie und studierte in<br \/> Nanjing. Ab 1951 arbeitete sie in Beijing bei der Jugendzeitung (<em>Zhongguo qingnianbao<\/em>),<br \/> sp\u00e4ter in einem Verlag (Beijing chubanshe). In den achtziger Jahren<br \/> schrieb sie f\u00fcr verschiedene Frauenzeitschriften und besch\u00e4ftigte sich<br \/> vor allem mit Problemen junger M\u00e4dchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem Vierteljahrhundert ihres Ruhestand wurde sie als \u201eFounder of China&#8217;s first women&#8217;s NGO\u201c bekannt: <a href=\"http:\/\/www.womenofchina.cn\/womenofchina\/html1\/special\/15\/6134-1.htm\" target=\"_blank\">Beijing Maple Women&#8217;s Psychological Counseling Center.<\/a> Im Jahre 2009 traf sie Hilary Clinton bei deren Chinareise. 2013 wurde sie \u201c<a href=\"http:\/\/www.womenofchina.cn\/womenofchina\/html1\/news\/china\/16\/8744-1.htm\" target=\"_blank\">Most Influential Public Welfare Figure in China<\/a>\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Literatur:<\/p>\n<p><em>He Zizhen de lu<\/em>, Beijing, 1985.<\/p>\n<p><em>Li Min, He Zizhen yu Mao Zedong<\/em>, Beijing, 1993.<\/p>\n<p><em>Duocai de heping (Colours of Peace)<\/em>, &nbsp;Beijing, 2007.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"NL86 Artikel1\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214801\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/wangimage001.jpg\" style=\"width: 240px; height: 300px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><br style=\"clear: both;\"><br \/> \u200b<\/span>\u200b<\/p>\n<p>Dr. Thomas Kampen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"2\" name=\"2\">Zhu Min \u2013 die einsame Tochter des Generals Zhu De<\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zhu De (1886-1976) war Gr\u00fcnder der Roten<br \/> Armee und sp\u00e4ter Oberkommandierender der Volksbefreiungsarmee (VBA). In<br \/> den fr\u00fchen zwanziger Jahren lebte er in Deutschland und wurde hier<br \/> Mitglied der KP.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In G\u00f6ttingen und Berlin lebte Zhu mit<br \/> einer Chinesin zusammen, die 1925 schwanger wurde, im April 1926 eine<br \/> Tochter bekam \u2013 und starb. Die Tochter Zhu Min wurde in Moskau geboren,<br \/> da Zhu De wegen politischer Aktivit\u00e4ten aus Deutschland ausgewiesen<br \/> worden war. Das Kind wurde nach China gebracht und verbrachte einige<br \/> Jahre bei Verwandten in der Provinz Sichuan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zhu De lebte (wie Mao Zedong) ab 1927 in<br \/> der s\u00fcdchinesischen Provinz Jiangxi, wo die Rote Armee und die<br \/> Chinesische Sowjetrepublik gegr\u00fcndet wurden. 1934 begann der Lange<br \/> Marsch, ab 1937 war Yan\u2019an (in Nordwestchina) das Zentrum der<br \/> Kommunisten. 1929 hatte Zhu De Kang Keqing (1912-1992) geheiratet und<br \/> lebte mit dieser bis zu seinem Tod zusammen. Kang stammte wie Maos<br \/> zweite Frau He Zizhen aus der Provinz Jiangxi, beide kamen aus armen<br \/> Familien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Alter von 14 Jahren konnte Zhu Min<br \/> nach Yan\u2019an reisen und zum ersten Mal ihren Vater wiedersehen. Aber<br \/> schon im folgenden Jahr wurde Zhu Min mit Maos Tochter Li Min zur<br \/> Ausbildung in die Sowjetunion geschickt. Da die Verh\u00e4ltnisse in Yan\u2019an<br \/> sehr primitiv waren, galt es als besonderer Gl\u00fccksfall, da\u00df sie mit<br \/> einem Milit\u00e4rflugzeug fliegen konnten und in ein Kinderheim in der N\u00e4he<br \/> von Minsk kamen. Dieses Gebiet wurde jedoch noch im gleichen Jahr von<br \/> den Deutschen erobert und sie wurde festgenommen und nach Ostpreu\u00dfen<br \/> gebracht. Erst 1946 konnte sie nach Moskau zur\u00fcckkehren, sie ging noch<br \/> einige Jahre zur Schule und 1949 auf eine Hochschule.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> \u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel2a\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214810\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel2a.jpg\" style=\"width: 500px; height: 372px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><\/span><br style=\"clear: both;\"><br \/> \u200b<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1953 kehrte sie nach China zur\u00fcck und<br \/> sah ihren Vater wieder. Danach arbeitete sie in der Hauptstadt als<br \/> Dozentin an einer Hochschule, 1986 ging sie in den Ruhestand. In den<br \/> folgenden Jahren ver\u00f6ffentlichte sie einige B\u00fccher und Aufs\u00e4tze \u00fcber<br \/> ihren Vater und ihr eigenes Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch Zhu Min erreichte ein hohes Alter \u2013 sie starb im April 2009.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel2b\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214811\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel2b.jpg\" style=\"width: 500px; height: 357px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><br style=\"clear: both;\"><br \/> \u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel2c\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214812\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel2c.jpg\" style=\"width: 397px; height: 274px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><br style=\"clear: both;\"><br \/> \u200b<\/span>\u200b<\/span>\u200b<\/p>\n<p>Literatur:<\/p>\n<p>Agnes Smedley: The Great Road \u2013 The Life and Times of Chu Teh, New York, 1956.<\/p>\n<p>Agnes Smedley: Der gro\u00dfe Weg, Berlin, 1958.<\/p>\n<p>Zhu De nianpu, Beijjing, 2006.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dr. Thomas Kampen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"3\" name=\"3\">Ungew\u00f6hnliche Ehen: Die Lan-Schwestern und ihre M\u00e4nner<\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts<br \/> wuchsen in Nordchina drei M\u00e4dchen der Familie Lan auf, die eigentlich<br \/> aus der s\u00fcd\u00f6stlichen Provinz Fujian stammte. Alle drei bekamen eine gute<br \/> Ausbildung, was auf modern denkende Eltern schlie\u00dfen l\u00e4sst; alle drei<br \/> lernten Englisch und sie interessierten sich f\u00fcr Literatur, Theater und<br \/> Film. Allerdings ist \u00fcber die Familie nicht viel mehr bekannt und auch<br \/> \u00fcber die M\u00e4dchen wei\u00df man nicht viel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Regisseurin<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genaue Daten gibt es nur von der<br \/> j\u00fcngsten \u2013 Fuxin: sie wurde 1917 geboren &nbsp;und starb 1984. Sie hatte<br \/> in Nanjing eine Theaterschule besucht und floh nach den japanischen<br \/> Angriffen 1937 mit vielen anderen in die S\u00fcdprovinzen Guangxi und<br \/> Guizhou. Dort traf sie viele K\u00fcnstler und Intellektuelle aus Shanghai,<br \/> die schon ihre \u00e4lteste Schwester kannten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Gr\u00fcndung der Volksrepublik<br \/> arbeitete sie in Beijing, Changchun und Korea. Sie war vor allem<br \/> Regisseurin und \u00dcbersetzerin und wird in verschiedenen biographischen<br \/> Nachschlagewerken erw\u00e4hnt. Ihr Mann war der Autor Yan Gong (1914-2000).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Funkerin<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die etwa zehn Jahre \u00e4ltere mittlere<br \/> Schwester Fuzeng war geheimdienstlich t\u00e4tig und hat ihre Herkunft lange<br \/> verschleiert. Sie war etwa f\u00fcnfzig Jahre lang mit einem Mann<br \/> verheiratet, der abwechselnd die Familiennamen Chen, Liu und Zhang<br \/> benutzte. (Daher bekamen auch ihre beiden Kinder unterschiedliche<br \/> Familiennamen.) Sie hatten sich in den zwanziger Jahren w\u00e4hrend des<br \/> Studiums in Nordchina kennen gelernt. Der Mann ging dann nach S\u00fcdchina,<br \/> sp\u00e4ter nach Shanghai und holte die Frau nach. Er wurde \u2013 vermutlich<br \/> durch Vermittlung durch die amerikanische Journalistin Agnes Smedley \u2013<br \/> Mitglied von Richard Sorges Spionagering. Da Sorge kein Chinesisch<br \/> konnte, war das flie\u00dfend Englisch sprechende Paar f\u00fcr ihn sehr n\u00fctzlich,<br \/> die Frau wurde sp\u00e4ter zur Funkerin ausgebildet. Der Mann suchte sich<br \/> aus seinem Freundeskreis drei Assistenten \u2013 da alle neu in Shanghai<br \/> waren, hatten die lokalen Sicherheitsorgane keine Informationen \u00fcber<br \/> sie. Ende 1932 mu\u00dfte Sorge die Stadt verlassen, da er von Verhaftung<br \/> bedroht war. Die Chinesen arbeiteten nun f\u00fcr seine Nachfolger, die aus<br \/> Osteuropa stammten. Einer von ihnen wurde 1935 verhaftet, sp\u00e4ter<br \/> ausgewiesen. Die meisten Chinesen konnten fliehen, einige wurden jedoch<br \/> verhaftet und hingerichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ehepaar, das nun den Familiennamen<br \/> Chen benutzte wurde nach der Flucht in die Sowjetunion auf einen neuen<br \/> Posten nach Xinjiang (Sinkiang) geschickt. Dort herrschte ein lokaler<br \/> Machthaber namens Sheng Shicai, der vor\u00fcbergehend mit der Sowjetunion<br \/> zusammenarbeitete und daf\u00fcr sowjetische Unterst\u00fctzung bekam. Nach ein<br \/> paar Jahren \u00e4nderte er jedoch seine Haltung und paktierte mit Chiang<br \/> Kai-shek; dies war offenbar eine Folge der Schw\u00e4chung der Sowjetunion<br \/> durch den deutschen Angriff. Die Kommunisten mu\u00dften nun fliehen, das<br \/> Paar war erfolgreich und ging mit den beiden Kindern wieder in die<br \/> Sowjetunion. Andere wurden \u2013 wie ein Bruder Mao Zedongs \u2013 get\u00f6tet oder<br \/> verhaftet. Das Paar reiste dann \u00fcber Sibirien nach Nordchina, der Mann<br \/> ging sp\u00e4ter in die kommunistische Zentrale Yan\u2019an, die Frau wurde von<br \/> den Japanern vor\u00fcbergehend inhaftiert. Die Kinder hatten sie in einem<br \/> sowjetischen Kinderheim gelassen \u2013 die ganze Familie war dann erst in<br \/> den f\u00fcnfziger Jahren wieder vereint.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beide Ehepartner arbeiteten wohl nach<br \/> 1949 f\u00fcr den Geheimdienst; sie starb 1979, ihr Mann 1995. Er hat in<br \/> seinen letzten Lebensjahren einige autobiographische Texte<br \/> ver\u00f6ffentlicht, die vermutlich auf fr\u00fcheren Berichten f\u00fcr seine<br \/> Arbeitgeber beruhten. Hierin berichtete er auch ausf\u00fchrlich \u00fcber seine<br \/> Zusammenarbeit mit Richard Sorge. Die beiden 1928 und 1931 geborenen<br \/> \u201eKinder\u201c leben vielleicht noch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Schauspielerin<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00e4lteste der drei Schwestern wurde<br \/> schon in ihrer Jugendzeit ber\u00fchmt, sie sang, spielte Theater und soll<br \/> ungew\u00f6hnlich h\u00fcbsch gewesen sein. Sie hie\u00df Fuqing, wurde aber als<br \/> Schauspielerin Lan Lan bekannt. Sie hatte eine Vorliebe f\u00fcr ernste<br \/> Rollen und spielte schon fr\u00fch M\u00fctter, Schwiegerm\u00fctter und K\u00f6niginnen.<br \/> Sie soll 1928 ihr Studium an der Yanjing Universit\u00e4t abgeschlossen<br \/> haben. Zu dieser Zeit druckte eine Illustrierte ein Bild von ihr auf der<br \/> Titelseite. Sie war in den drei\u00dfiger Jahren mit dem Drehbuchschreiber<br \/> und Journalisten Sun Shiyi verheiratet und bildete Schauspieler aus. Die<br \/> bekannteste &nbsp;Sch\u00fclerin war die sp\u00e4tere Frau Mao Zedongs \u2013 Jiang<br \/> Qing, die sich bis zu ihrer Hochzeit Lan Ping nannte, da ihre Lehrerin<br \/> Lan hie\u00df. Alle drei lebten in den mittleren drei\u00dfiger Jahren in<br \/> Shanghai, wo Sun beim Film arbeitete. Er schrieb das Drehbuch f\u00fcr den<br \/> bekannten Film Xin N\u00fcxing \/ New Women (1934). Der Film behandelte einen<br \/> Selbstmord, die Hauptdarstellerin war Ruan Lingyu, die 1935 auch<br \/> Selbstmord beging; Sun und Lan nahmen an ihrem Begr\u00e4bnis teil.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u4e16\u754c\u513f\u5973\uff081941\u5e74\uff0c\u5f20\u7ffc\uff0c\u77f3\u6325\uff0c\u84dd\u5170\u4e3b\u6f14\uff09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel3b\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/215012\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fittosize__400_300_8d8b63fd03e965bb14c6ccec0495a1f2_nl86_art.jpg\" style=\"width: 400px; height: 300px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><br style=\"clear: both;\"><br \/> \u200b<\/span>\u200b<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beide Ehepartner waren jedoch damals<br \/> schon f\u00fcr den Spionagering von Richard Sorge t\u00e4tig. Beide Schwestern und<br \/> beide Ehem\u00e4nner hatten das Gl\u00fcck die gef\u00e4hrlichen Jahre in Shanghai<br \/> unbeschadet zu \u00fcberstehen. Ob die j\u00fcngste Schwester auch in<br \/> Spionageaktivit\u00e4ten verwickelt war, ist nicht bekannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Literatur:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2014\/12\/01\/newsletter-dezember-2014-nr-79\/#1\" target=\"_blank\">Chen Yin und Zhang Lan: Zwei chinesische Kinder in Xinjiang und in der Sowjetunion<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2008\/07\/01\/newsletter-juli-2008-nr-24\/#3\" target=\"_blank\">Komplizierte Familienverh\u00e4ltnisse: Mao Zedongs S\u00f6hne, Schwiegert\u00f6chter und die geheimnisvolle Schw\u00e4gerin<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2010\/09\/01\/newsletter-september-2010-nr-46\/#4\" target=\"_blank\">Zhang Fang und seine Memoiren : Richard Sorges chinesischer Assistent berichtet<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dr. Thomas Kampen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"4\" name=\"4\">Tochter &#8211; Schwester &#8211; Mutter: drei Texte aus China<\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Roman aus den zwanziger Jahren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>1. Kapitel<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Frau Li hatte sich immer mehr in Hitze geredet. Nun rannen ihr gar ein paar Zornestr<\/em><em>\u00e4<\/em><em>nen <\/em><em>\u00fc<\/em><em>ber die gepuderten Wangen. Dieser l<\/em><em>\u00e4<\/em><em>stige Verwandtenbesuch! Alle Laune war ihr verdorben! Wie hatte sie sich auf das heutige Hotelsouper mit anschlie<\/em><em>\u00df<\/em><em>endem Theaterbesuch gefreut! Eben schickte sie sich mit ihrem Mann zum Ausgehen an, da war ihr der &#8222;gro<\/em><em>\u00df<\/em><em>e, alte Herr&#8220; aus der Chinesenstadt gemeldet worden.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Zwar war es ihr leiblicher Vater,<br \/> aber sie wollte nun einmal mit ihrer verarmten Verwandtschaft nichts<br \/> mehr zu tun haben. Seit ihr Mann den hochbezahlten Sekret<\/em><em>\u00e4<\/em><em>rposten in der ausl<\/em><em>\u00e4<\/em><em>ndischen Bank erhalten hatte und aus der dumpfen Enge der Chinesenstadt hierher in die ger<\/em><em>\u00e4<\/em><em>umige Weite des Settlements, in das h<\/em><em>\u00fc<\/em><em>bsche Heim im Hong kew Viertel <\/em><em>\u00fc<\/em><em>bergesiedelt war, hatte sich f<\/em><em>\u00fc<\/em><em>r<br \/> sie eine Trennungsmauer zwischen dem Heute und Gestern aufgetan, hoch<br \/> und fest wie der alte Stadtwall, der ehemals die Chinesenstadt vom<br \/> internationalen Niederlassungsgebiet schied. Nein, sie wollte nicht mehr<br \/> an das enge, <\/em><em>\u00e4<\/em><em>rmliche Milieu erinnert sein, in dem sie aufgewachsen war.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel4a\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214805\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel4a.jpg\" style=\"width: 150px; height: 195px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><\/span>\u200b<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(aus: Hai shang shuo mong jen, <em>Fr<\/em><em>\u00e4<\/em><em>ulein Tschang &#8211; Ein chinesisches M<\/em><em>\u00e4<\/em><em>dchen von heute<\/em>, Berlin, 1931.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel4b\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214806\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel4b.jpg\" style=\"width: 120px; height: 169px;\"><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anmerkung :<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Autor mit dem Familiennamen Zhu war<br \/> relativ unbekannt; er war an mehreren Theater- und Filmproduktionen<br \/> beteiligt. Das Buch erschien zun\u00e4chst als Fortsetzungsroman in einer<br \/> Shanghaier Zeitung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Film aus den drei\u00dfiger Jahren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die revolution<\/em><em>\u00e4<\/em><em>re Bewegung in China hat die Kinobesucher f<\/em><em>\u00fc<\/em><em>r den modernen Gesellschaftsfilm reif gemacht. Einen durchschlagenden Erfolg hatte der 1933 gedrehte Film <\/em><em>\u201e<\/em><em>Zwei Schwestern<\/em><em>\u201c<\/em><em>, in dem die begabte Butterfly Wu eine Doppelrolle spielt. Ein Waffenschmuggler, der zwei T<\/em><em>\u00f6<\/em><em>chter in kindlichem Alter hat, verkauft seine sch<\/em><em>\u00f6<\/em><em>nere Tochter an einen reichen Mann, der sie zu seiner Konkubine macht. Nachdem der Vater das Geld eingesteckt hat, verl<\/em><em>\u00e4<\/em><em>sst er seine mittellose Frau und <\/em><em>\u00fc<\/em><em>berl<\/em><em>\u00e4<\/em><em>sst<br \/> sie ihrem Schicksal mit ihrem anderen Kinde. Nach Jahren wird die arme<br \/> Tochter, die mittlerweile einen armen Mann geheiratet hat, Magd bei<br \/> ihrer im Wohlstand lebenden sch<\/em><em>\u00f6<\/em><em>nen Schwester, ohne dass die beiden sich als Schwestern erkennen. Die gem<\/em><em>\u00fc<\/em><em>tlose M<\/em><em>\u00e4<\/em><em>tresse<br \/> des reichen Mannes misshandelt ihre Magd in der schrecklichsten Weise.<br \/> Als der Ehemann der armen Magd erkrankt, bestiehlt sie ihre Herrin, um<br \/> Arzneien kaufen zu k<\/em><em>\u00f6<\/em><em>nnen. Sie wird erwischt und kommt<br \/> vor den Richter. Der Zufall will es, dass der Richter niemand anderes<br \/> ist als ihr Vater, wobei Vater und Tochter, nachdem seit ihrer Trennung<br \/> mehrere Jahre verstrichen waren, sich nicht erkennen. Aber als die arme<br \/> Mutter, die vom Richter verurteilte Tochter im Gef<\/em><em>\u00e4<\/em><em>ngnis<br \/> besucht, kommt alles heraus, Vater und reiche Schwester erkennen, was<br \/> sie der armen angetan haben . . . Alles schluchzte im Zuschauerraum.<\/em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(aus: A.J. Storfer, \u201eChinesische Filme\u201c, in <em>Gelbe Post<\/em>, 1939.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel4c\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214807\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel4c.jpg\" style=\"width: 144px; height: 220px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><\/span>\u200b<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anmerkung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Butterfly Wu&nbsp; war die bekannte Schauspielerin Hu Die. Der Film hie\u00df Zimeihua (1933), Regisseur war Zheng Zhengqiu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel4d\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214808\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel4d.jpg\" style=\"width: 268px; height: 254px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><br style=\"clear: both;\"><br \/> \u200b<\/span>\u200b<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erz\u00e4hlung aus den achtziger Jahren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Vor sieben Jahren hatte Yude die Kaderschule verlassen k<\/em><em>\u00f6<\/em><em>nnen,<br \/> sieben Jahre war das schon her. Man hatte ihr eine Stelle als<br \/> Kunstlehrerin an einer Schule zugewiesen, und auch ihr Sohn Chenchen kam<br \/> vom Internat in einem Vorort wieder in die Stadt zur<\/em><em>\u00fc<\/em><em>ck.<br \/> Mutter und Sohn waren gern heimgekehrt. Aber als sie jetzt das Licht<br \/> anmachte, erschien Yude ihr Zuhause doch recht trostlos: die<br \/> Wirklichkeit bestand aus einem Bett und zwei B<\/em><em>\u00e4<\/em><em>nken. Was damals verkauft werden konnte, war verkauft worden. Als Chen <\/em><em>Yan seine Arbeit <\/em><em>verloren hatte, waren einige weniger wichtige Dinge wie Frisiertisch und B<\/em><em>\u00fc<\/em><em>cherschrank<br \/> verkauft worden. Nach Chen Yans Tod aber wurden auch die notwendigen<br \/> Dinge wie Tisch und Geschirrschrank verkauft. Und jetzt? Von ihrem<br \/> Monatslohn von 60 Yuan mu<\/em><em>\u00df<\/em><em>ten auch Chenchens Gro<\/em><em>\u00df<\/em><em>mutter in der N<\/em><em>\u00e4<\/em><em>he von Yangzhou und ihre eigene verwitwete Mutter in Shaoxing versorgt werden. Yude machte sich Sorgen, ihr Sohn hingegen sa<\/em><em>\u00df<\/em> <em>gutgelaunt auf dem Bettrand, plapperte, lie<\/em><em>\u00df<\/em> <em>die Beine baumeln. Selbst wenn sie noch <\/em><em>\u00e4<\/em><em>rmer gewesen w<\/em><em>\u00e4<\/em><em>ren, das Kind h<\/em><em>\u00e4<\/em><em>tte sich wohlgef<\/em><em>\u00fc<\/em><em>hlt. Die Freude des Sohnes verdr<\/em><em>\u00e4<\/em><em>ngte die <\/em><em>\u00e4<\/em><em>ngstlichen Gedanken der Mutter und machte den Abend freundlich, die h<\/em><em>\u00e4<\/em><em>usliche Stimmung zufrieden.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Am folgenden Morgen ging Yude mit ihrem Sohn, der stolz die neue Schultasche auf dem R<\/em><em>\u00fc<\/em><em>cken trug, zu der ihm zugeteilten Schule. Ihr Weg f<\/em><em>\u00fc<\/em><em>hrte an einer gut ausgestatteten Schwerpunkt-Grundschule vorbei, bis sie einige Stra<\/em><em>\u00df<\/em><em>en weiter die private Grundschule betraten. Als Yude das f<\/em><em>\u00fc<\/em><em>r Chenchen auszuf<\/em><em>\u00fc<\/em><em>llende<br \/> Anmeldeformular in der Hand hielt, begriff sie, warum ihr Kind nicht<br \/> auf der Schwerpunkt-Grundschule eingeschult werden konnte und auch sp<\/em><em>\u00e4<\/em><em>ter keine Schwerpunkt-Hauptschule oder Universit<\/em><em>\u00e4<\/em><em>t w<\/em><em>\u00fc<\/em><em>rde besuchen k<\/em><em>\u00f6<\/em><em>nnen, selbst eine verantwortungsvolle Arbeit w<\/em><em>\u00fc<\/em><em>rde er niemals bekommen. Die Entscheidung war vom politischen <\/em><em>Verhalten seines <\/em><em>Vaters Chen Yan diktiert worden; der Vater, ein f<\/em><em>\u00fc<\/em><em>r die Beh<\/em><em>\u00f6<\/em><em>rden <\/em><em>\u201e<\/em><em>aktiver Konterrevolution<\/em><em>\u00e4<\/em><em>r<\/em><em>\u201c<\/em><em>, der aus Angst vor seiner Verurteilung Selbstmord begangen hatte, hing als riesige Wolke <\/em><em>\u00fc<\/em><em>ber dem Kind und h<\/em><em>\u00fc<\/em><em>llte es ein, <\/em><em>erbarmungslos<\/em><em>\u2026<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel4e\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/214809\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel4e.jpg\" style=\"width: 209px; height: 300px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><\/span>\u200b<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(aus: Ru Zhijuan, \u201eTreiben\u201c, in <em>Die Horen<\/em> 138, 1985. \u00dcbersetzt von Thomas Kampen.)&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anmerkung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ru war eine der bekanntesten Autorinnen der Volksrepublik China, ihre Tochter ist die Schriftstellerin Wang Anyi.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">zusammengestellt und kommentiert von Dr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"5\" name=\"5\">Josie-Marie Perkuhn interviewt Astrid Lipinsky<\/a><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel5a\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/215007\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel5a.jpg\" style=\"width: 200px; height: 267px;\"><\/span><br style=\"clear: both;\"><br \/> \u200b<\/p>\n<p>Dr. Astrid Lipinsky ist Universit\u00e4tsassistentin an der Universit\u00e4t<br \/> Wien. Sie ist nicht nur Fachfrau f\u00fcr Sinologie, sondern auch f\u00fcr Recht.<br \/> Sie besch\u00e4ftigt sich vor allem mit den Rechten von Frauen in der<br \/> chinesischen Gesetzgebung. Auf ihrer Webseite <a href=\"http:\/\/www.sinojus-feminae.eu\/\">www.Sinojus-feminae.eu<\/a> sind viele ihrer Schriften \u00fcber Frauen und Recht in China, Hongkong und Taiwan zu finden. Auf der <a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2016\/02\/01\/newsletter-februar-2016-nr-85\/#4\" target=\"_blank\">XXVI. Jahrestagung der Deutschen Vereinigung f\u00fcr China-Studien e.V. (DVCS) in Bochum<\/a><br \/> referierte Astrid Lipinsky \u00fcber das \u201dTabuthema h\u00e4usliche Gewalt\u201d. Per<br \/> E-Mail beantwortete sie nun Josie-Marie Perkuhn f\u00fcnf Fragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Wie hat sich das Strafrecht und seine Auslegung zum Thema h\u00e4uslicher Gewalt in China ver\u00e4ndert?<\/li>\n<\/ol>\n<p>In China und international wurde ein eigenes Gesetz gegen h\u00e4usliche<br \/> Gewalt verlangt. Untersuchungen seit der Vierten Weltfrauenkonferenz<br \/> 1995, als der Chinesische Frauenverband noch behauptete, h\u00e4usliche<br \/> Gewalt sei ein Ph\u00e4nomen des westlichen Kapitalismus, weshalb es in China<br \/> keine gebe, haben gezeigt, dass eine von vier Chinesinnen in ihrer Ehe<br \/> verbale oder physische Gewalt, Vergewaltigung sowie Aushungern und<br \/> Einsperren erlebt.<\/p>\n<p>Erstmals aufgenommen wurde die h\u00e4usliche Gewalt dann als<br \/> Scheidungsgrund (\u00a7 32) und als Begr\u00fcndung einer Entsch\u00e4digungsforderung<br \/> bei Scheidung im neuen Ehegesetz von 2001 \u00a7\u00a7 45 \u2013 47 (<a href=\"http:\/\/www.hsph.harvard.edu\/population\/domesticviolence\/china.dv.80.htm\" target=\"_blank\">Quelle<\/a>).<br \/> 2001 kam damit \u00fcberhaupt erstmals der Begriff der h\u00e4uslichen Gewalt im<br \/> chinesischen Gesetz auf. Eine Definition des Begriffes erfolgte aber<br \/> nicht. Vielmehr stand h\u00e4usliche Gewalt in einer Aufz\u00e4hlungsreihe mit<br \/> Bigamie, Ehebruch und b\u00f6swilligem Verlassen. Alle unterstanden der<br \/> Generalklausel, dass zun\u00e4chst mehrere Schlichtungsversuche zu erfolgen<br \/> h\u00e4tten. W\u00e4hrend der Andauer der Schlichtung war die Frau ungesch\u00fctzt<br \/> weiterer Gewalt ausgesetzt.<\/p>\n<p>Auch in die neue Version des Frauenrechtsschutzgesetzes \u7236\u5973\u6b0a\u76ca\u4fdd\u969c\u6cd5 von<br \/> 2005 wurde in Art. 46 ein Verbot h\u00e4uslicher Gewalt aufgenommen und um<br \/> die Verpflichtung des Staates und aller seiner Organe, sie zu<br \/> verhindern, erg\u00e4nzt. Insofern greift Art. 46 erstmals die Rolle und<br \/> Verantwortung des Staates auf, die im Umgang mit h\u00e4uslicher Gewalt als<br \/> einer eben nicht privaten und rein innerfamili\u00e4ren Straftat, wie im<br \/> Gesetz von 2015 festgeschrieben, an zentraler Stelle steht. Der<br \/> Chinesische Frauenverband har erfolglos verlangt, dass das Gesetz gegen<br \/> h\u00e4usliche Gewalt in den F\u00fcnfjahresplan f\u00fcr Gesetzgebung 2008\u20132013<br \/> aufgenommen wird. Es gab aber kontinuierlich entsprechende Versuche.<br \/> Unter anderem wurden Juristinnen aus Taiwan eingeladen, wo der Domestic<br \/> Violence Prevention Act 1998 beschlossen wurde und in Kraft trat.<\/p>\n<p>Der Volltext des Gesetzes der Volksrepublik China gegen h\u00e4usliche Gewalt \u4e2d\u534e\u4eba\u6c11\u5171\u548c\u56fd\u53cd\u5bb6\u5ead\u66b4\u529b\u6cd5 findet sich <a href=\"http:\/\/www.npc.gov.cn\/npc\/xinwen\/2015-12\/28\/content_1957457.htm\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<br \/> Das Gesetz wurde nach mehreren, jeweils zur Kommentierung \u00f6ffentlich<br \/> freigegebenen Entw\u00fcrfen am 27.12.2015 verabschiedet, trat aber erst am<br \/> 01.03.2016 in Kraft. Trotz der mehrj\u00e4hrigen Vorbereitung ist das Gesetz<br \/> bei Chinas Richtern nicht bekannt. Dies zeigen die ersten Versuche von<br \/> Frauen, eine Schutzverordnung zu erhalten, wie das Gesetz sie<br \/> vorschreibt. Das Gericht muss eine \u201eprotection order\u201c binnen 72 Stunden<br \/> erlassen, w\u00e4hrend die gemeinsam damit verlangte Scheidung<br \/> durchschnittlich 3 Monate dauert. Die Schutzverordnung kann f\u00fcr maximal 6<br \/> Monate erlassen werden; je nachdem ist eine Verl\u00e4ngerung m\u00f6glich. Der<br \/> Schutz umfasst Wegweise-, Ann\u00e4herungs- und Betretungsverbote f\u00fcr den<br \/> T\u00e4ter. Wie die F\u00e4lle zeigen, ist dieser gerichtlich garantierte Schutz<br \/> das Hauptanliegen betroffener Frauen. Das Gesetz macht Gerichte, die<br \/> Polizei, den Frauenverband und soziale Organisationen mitverantwortlich<br \/> f\u00fcr die Verfolgung h\u00e4uslicher Gewalt. Das Beispiel Taiwan hat aber<br \/> gezeigt, dass es jahrzehntelange Trainings braucht, um die Polizei f\u00fcr<br \/> h\u00e4usliche Gewalt zu sensibilisieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li value=\"2\">Was l\u00e4sst sich dazu am Beispiel des Falles Li Yan zeigen?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Am Fall Li Yan sieht man sehr sch\u00f6n die Zwickm\u00fchle, in die politische<br \/> Vorgaben und die \u00f6ffentliche Meinung in China die Gerichte bringen. Die<br \/> internationale \u00d6ffentlichkeit sah bei Li Yan Notwehr und verlangte<br \/> einen Freispruch. Die Angeh\u00f6rigen ihres Mannes und viele in China sahen<br \/> sie des Mordes an ihrem Mann schuldig und verlangten die Todesstrafe.<br \/> Die Gewalt des Mannes in der Ehe betrachten sie nicht als strafw\u00fcrdig.<br \/> Das Gericht hat den Hauptauftrag, die \u00f6ffentliche Ruhe zu gew\u00e4hrleisten.<br \/> Deshalb war ein Freispruch undenkbar, und selbst die Todesstrafe auf<br \/> Aufschub f\u00fchrte im Gericht zu gewaltt\u00e4tigen Protesten der Angeh\u00f6rigen<br \/> des Toten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel5b\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/215008\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fittosize__400_225_9f622d57aacc94d767dd783bc1d74e45_nl86_art.jpg\" style=\"width: 400px; height: 225px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><\/span><br style=\"clear: both;\"><br \/> Abbildung: Li Yan<\/p>\n<p>Li Yan war monatelang von ihrem Mann auf schwerste Art und Weise<br \/> misshandelt worden. Bei den Beh\u00f6rden reagierte niemand auf ihre<br \/> Hilfegesuche. Sie erschlug ihn schlie\u00dflich in einer Verzweiflungstat und<br \/> versuchte zun\u00e4chst, die Leiche zu beseitigen. \u00dcber sie wurde die<br \/> Todesstrafe auf Aufschub verh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li value=\"3\">In Anlehnung an den Fall Dong Shanshan ist 2015 (endlich)<br \/>\n ein Gesetzesentwurf erfolgt, demnach der Polizei mehr Verantwortung<br \/>\nzukommt. Wie sind Ihre Einsch\u00e4tzungen?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Man sieht in Taiwan, wo es auch Untersuchungen dazu gibt, und am<br \/> chinesischen Alltag, dass die Ver\u00e4nderung der Einstellung der Polizei<br \/> und ihrer Praxis viele Investitionen in Polizeitraining und eine lange<br \/> \u00dcbergangszeit braucht. Es m\u00fcsste sicher gestellt werden, dass ab sofort<br \/> der Umgang mit h\u00e4uslicher Gewalt Pflichtteil der Polizeiausbildung ist.<br \/> In China ist die breite \u00f6ffentliche Meinung GEGEN ein polizeiliches<br \/> Eingreifen ein weiterer Hinderungsgrund.<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel5c\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/215009\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl86_artikel5c.jpg\" style=\"width: 362px; height: 286px;\"><\/span><br \/> Abbildung: Dong Shanshan<\/p>\n<p>Dong Shanshan starb an den Misshandlungen ihres Ehemanns. Auch sie<br \/> hatte zuvor bei der Polizei um Hilfe gerufen, doch man wollte sich nicht<br \/> in die Angelegenheiten zwischen Eheleuten einmischen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li value=\"4\">Welchen Einfluss und Erfolg hatte die 2002 ausgestrahlte TV-Serie \u201eMit Fremden sprich man nicht&nbsp; \u4e0d\u8981\u548c\u964c\u751f\u4eba\u8bf4\u8bdd\u201d?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Gro\u00dfen. Allerdings reicht eine einmalige Ausstrahlung nicht. Die<br \/> Aussendung m\u00fcsste j\u00e4hrlich, etwa anl\u00e4sslich der \u201c16 Tage gegen Gewalt an<br \/> Frauen\u201d, wiederholt werden. Es sollte auch eine DVD geben. Bisher habe<br \/> ich davon nichts gesehen.<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel5d\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/215010\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fittosize__400_300_a0f61e851460329c16a7b62a831dd73a_nl86_art.jpg\" style=\"width: 400px; height: 300px;\"><\/span><br style=\"clear: both;\"><\/p>\n<p> Abbildung: Mit Fremden spricht man nicht<\/p>\n<p>Die Fernsehserie \u201cMit Fremden spricht man nicht \u4e0d\u8981\u548c\u964c\u751f\u4eba\u8bf4\u8bdd\u201d thematisiert das Tabuthema h\u00e4usliche Gewalt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li value=\"5\">W\u00e4hrend Ihres Vortrags auf der Jahrestagung der DVCS<br \/>\nnotierte ich mir die zusammenfassende Formel: Recht vor Frauen vor<br \/>\nGericht; Hat sich die Situation des Frauen-Rechts- vor Gericht \u00fcberhaupt<br \/>\n verbessert?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Da ist die Frage welche Frauenrechte und welche Priorit\u00e4ten. China<br \/> hat ja das Frauenrechtsschutzgesetz im Quasi-Verfassungsrang, aber mir<br \/> ist kein Gerichtsverfahren bekannt, wo auf seiner Grundlage geklagt<br \/> wurde. Das w\u00e4re wie bei der chinesischen Verfassung, die ja auch nicht<br \/> direkt eingeklagt werden kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bildungsrechte: Ob und welche frau hat, entscheidet die Familie.<\/p>\n<p>Berufsrechte: Spielen in der Praxis keine Rolle.<\/p>\n<p>Rechte in der Familie: Gelten nach wie vor als Familienangelegenheit.<br \/> Eine Frau, die vor Gericht geht, gilt als schlechte Frau. Ist sie<br \/> Zweit- oder Drittfrau und klagt auf einen Erbteil, wird sie verlieren<br \/> (es gibt Beispielf\u00e4lle), weil ihre Beziehung f\u00fcr das Gericht nicht nur<br \/> nicht legitim, sondern auch moralisch falsch ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"6\" name=\"6\">Geschlechtergleichstellung im Kontext der Rechtsreform<\/a><\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Geschlechtergleichstellung im Kontext der Rechtsreform<\/strong><sup><strong><a href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><\/strong><\/sup><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em><strong>Inwieweit hat sich die rechtliche Stellung der Frau gem\u00e4\u00df dem Rechtsentwurf in der sp\u00e4ten Qing-Zeit ver\u00e4ndert?<\/strong><\/em><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">In der \u00dcbergangszeit von der Qing- Dynastie<br \/> (1644-1911) zur Republik (1912a-1949) hat sich hinsichtlich der<br \/> gesellschaftlichen Stellung der Frau ein bedeutender Wandel vollzogen.<br \/> W\u00e4hrend Frauen zuvor eine subordinierte Position in der Gesellschaft<br \/> einnahmen und selbst rechtlich die Rolle eines \u201epassiven Agenten\u201c<br \/> ausf\u00fcllten<sup><a href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/sup>,<br \/> traten Frauen nun zunehmend als gleichberechtigte Agenten in<br \/> Erscheinung. Drei Aspekte stechen heraus: der Zugang zu Bildung, der<br \/> Zugang zu finanzieller Sicherheit und die rechtliche Verankerung ihrer<br \/> Gleichstellung. Mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert wurden bereits<br \/> vielerorts Frauenschulen er\u00f6ffnet<sup><a href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a><\/sup>,<br \/> im Rahmen des industriellen Wachstums \u00fcbernahmen Frauen erstmals als<br \/> Arbeiterinnen au\u00dferhalb der famili\u00e4ren Produktion eine Rolle und damit<br \/> eine \u00f6konomische Position im Markt ein<sup><a href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a><\/sup>. Sie erlangten graduell die M\u00f6glichkeit zu finanzieller sowie sozialer Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Weniger an die Frage des Eigentums, denn an die Frage<br \/> der Schuld angelehnt, ist die damit einhergehende Abschaffung der<br \/> famili\u00e4ren Kollektivverantwortung, die bis auf die Han-Zeit (206 v.<br \/> Chr.- 220 n. Chr.) zur\u00fcckgef\u00fchrt werden kann.<sup><a href=\"#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a><\/sup><br \/> Der Wandel vom Status des rechtlichen Objekts zum Subjekt, bzw. von<br \/> einem passiven zu einem aktiven Agenten vor Gericht geh\u00f6rt zu den<br \/> europ\u00e4ischen Rechtsstaatlichkeitsnormen, die seit dem ausgehenden 17.Jh.<br \/> debattiert wurden. Im chinesischen Kontext sollte dies neben der<br \/> Abschaffung der Statusgesellschaft bedeuten, dass Frauen selbst als<br \/> Agentinnen vor dem Gericht auftreten w\u00fcrden k\u00f6nnen. In<br \/> Auseinandersetzung mit westlichen Rechtsnormen flossen also Ans\u00e4tze der<br \/> individuellen Gleichstellung in die Rechtsnormen ein.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Aus der kontroversen Rechtsdebatte der<br \/> Qing-Nationalversammlung 1911 um neuen Strafgesetz \u00fcber die revidierten<br \/> Unzuchtsbestimmungen zwischen der <em>Baipiao dang<\/em> \u767d\u7968\u9ee8 (\u201ePartei der<br \/> Wei\u00dfen Stimmzettel\u201c), die eine Dekriminalisierung von au\u00dferehelichem<br \/> Geschlechtsverkehr f\u00fcr Frauen unter moralistischen Gesichtspunkten zu<br \/> verhindern suchte und der <em>Lanpiao dang<\/em> \u85cd\u7968\u9ee8 (\u201ePartei der Blauen Stimmzettel\u201c), die eben eine solche Dekriminalisierung aus pragmatischen Gr\u00fcnden unterst\u00fctzte<a href=\"#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a>,<br \/> schlussfolgert Yeung, dass weder die Emanzipation der Frau noch die<br \/> Beg\u00fcnstigung ihrer Rechte intendiert war. Yeung schreibt: \u201ethe reformers<br \/> certainly did not intend to promote the autonomy of women or women\u00b4s<br \/> rights.\u201d<sup><a href=\"#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a><\/sup><br \/> Die Rechtsreformen zu Beginn des 20. Jahrhunderts standen vielmehr im<br \/> Zusammenhang mit der chinesischen Selbstst\u00e4rkungskampagne und der<br \/> Abschaffung extraterritorialer Rechte der westlichen M\u00e4chte, Elemente<br \/> der Geschlechtergleichstellung sind daher eher als un-intendiertes<br \/> Resultat zu betrachten.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Der Qing-Code und rechtliche Stellung der Frau<\/strong><sup><a href=\"#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die fr\u00fcheste Version des Qing-Codes wurde bereits 1646 unter dem ersten Mandschu-Kaiser verfasst und bis 1740 zum <em>Da Qing l\u00fcli<\/em> erweitert.<sup><a href=\"#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a><\/sup><br \/> Ein Rechtstext ist nicht statisch und unterliegt grunds\u00e4tzlich dem<br \/> soziologischen, politischen sowie \u00f6konomischen Wandel einer<br \/> Gesellschaft, der sich in Form von Gesetzes\u00e4nderungen und -erg\u00e4nzungen<br \/> oder gar Abschaffungen auf den Gesetzestext auswirkt. So auch im Falle<br \/> des Qing-Codes, welcher durch eine Vielzahl von Substatuten, <em>li<\/em> \u4f8b, zu dem (Haupt-)Gesetzestext, <em>l\u00fc<\/em> \u5f8b, \u2013 wie sich aus dem Namen \u201e<em>Da Qing l\u00fcli<\/em>\u201c ableiten l\u00e4sst \u2013 gem\u00e4\u00df den sozialen Gegebenheiten angepasst<sup><a href=\"#sdfootnote10sym\" name=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a><\/sup> wurde.<sup><a href=\"#sdfootnote11sym\" name=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die rechtliche Stellung der Frau kann stark<br \/> schematisch mit zwei Wesensmerkmalen charakterisiert werden: zum einen<br \/> durch die Anbindung der Frau zum patriarchalischen Familienoberhaupt als<br \/> entweder Tochter oder Ehefrau und zum anderen durch den Status eines<br \/> \u201eSachgegenstandes\u201c.<sup><a href=\"#sdfootnote12sym\" name=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Aus Ersterem resultiert, dass Frauen prinzipiell<br \/> keine M\u00f6glichkeit einger\u00e4umt wurde, vor Gericht als Agentin zu<br \/> erscheinen, weder als Anklagende noch als Zeugin. Auch r\u00e4umte das<br \/> vorherrschende Gesetz Frauen prinzipiell kein \u201eIndividualrecht\u201c auf<br \/> freie Entscheidung beispielsweise hinsichtlich der Eheschlie\u00dfung ein und<br \/> folglich gab es f\u00fcr sie auch kein Recht auf Scheidung. Dies bedeutete<br \/> jedoch nicht, dass sie dem Gesetz nicht unterstellt gewesen w\u00e4ren.<br \/> Ebenso wenig hatten sie das \u201eRecht\u201c auf Erlangung oder Besitz von<br \/> Eigentum und unter dem Gesichtspunkt der patriarchalischen Erbfolge,<br \/> waren sie nicht erbberechtigt.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Vergleich mit einem Sachgegenstand resultiert<br \/> neben der Betrachtung gesetzlicher Bestimmungen aus Huangs Analyse<br \/> einzelner Strafrechtsf\u00e4lle, aus denen hervorgeht, dass Frauen rechtlich<br \/> als Objekt einer Handlung gesehen wurden, nicht aber als Subjekt<sup><a href=\"#sdfootnote13sym\" name=\"sdfootnote13anc\"><sup>13<\/sup><\/a><\/sup>. \u201eThe law even implicitly equated those [abducted] women with things taken by theft or robbery,\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote14sym\" name=\"sdfootnote14anc\"><sup>14<\/sup><\/a><\/sup>.<br \/> Der Aspekt der \u201eVersachlichung\u201d l\u00e4sst sich auf Straff\u00e4lle bez\u00fcglich<br \/> Entf\u00fchrungen, Zwangsehen, Verkauf sowie \u201eVersklavung\u201c und Zwang zur<br \/> Prostitution \u00fcbertragen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Gesetze sind nicht frei von Ver\u00e4nderung und so sieht<br \/> Huang die \u201egro\u00dfen Erfolge\u201c der rechtlichen Verbesserung hinsichtlich der<br \/> Stellung der Frau in den Substatuten, demnach ihnen in dreierlei F\u00e4llen<br \/> eine \u201eWahl zur Weigerung\u201c einger\u00e4umt wurde: sich als Frau gegen<br \/> Vergewaltigung, als Witwe gegen Wiederverheiratung und als Ehefrau gegen<br \/> den Verkauf auszusprechen<sup><a href=\"#sdfootnote15sym\" name=\"sdfootnote15anc\"><sup>15<\/sup><\/a><\/sup>. Weniger als Verbesserung der rechtlichen Stellung, denn als Verschlechterung, ist das Urteil gem\u00e4\u00df dem Grundsatz des <em>zheng fenghua<\/em>\u6b63<br \/> \u98a8\u5316, also dem Anpassen an gesellschaftliche Gebr\u00e4uche, zu bewerten,<br \/> demnach ein Ehemann seine Frau aufgrund existentieller Armut verkaufen<br \/> durfte, ohne daf\u00fcr strafrechtliche Folgen<sup><a href=\"#sdfootnote16sym\" name=\"sdfootnote16anc\"><sup>16<\/sup><\/a><\/sup> zu erleiden.<sup><a href=\"#sdfootnote17sym\" name=\"sdfootnote17anc\"><sup>17<\/sup><\/a><\/sup><br \/> Trotz einer Vielzahl von hinzugef\u00fcgten Substatuten und einem<br \/> hinreichend legitimierenden Wandel der sozio-\u00f6konomischen Stellung der<br \/> Frau verblieb ihre Stellung gegen\u00fcber dem Mann untergeordnet.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Die Rechtsreform<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Eine Revisionskommission wurde er\u00f6ffnet, die den<br \/> Rechtsreformprozess auf im Ausland ausgebildete Experten gest\u00fctzt<br \/> vorantreiben sollte. Gem\u00e4\u00df einer Throneingabe von Zhang Zhidong\u5f20\u4e4b\u6d1e<br \/> (1837-1909) und Liu Kunyi\u5289\u5764\u4e00 (1830-1902) 1901 wurde eine Kommission zur<br \/> Rechtsreform und Rechtsrevision des erweiterten Qing-Codes unter F\u00fchrung<br \/> Shen Jiabens\u6c88\u5bb6\u672c (1840-1913) eingesetzt<sup><a href=\"#sdfootnote18sym\" name=\"sdfootnote18anc\"><sup>18<\/sup><\/a><\/sup>. Als erstes Ergebnis wurde 1906 das Prozessrecht f\u00fcr Straf- und Zivilf\u00e4lle (<em>Xingshi Minshi Susong fa<\/em>\u5f62<br \/> \u5f0f\u6c11\u4e8b\u8a34\u8a1f\u6cd5) pr\u00e4sentiert, welches auch wegen seiner Gegenl\u00e4ufigkeit zu<br \/> konfuzianischen Werten und dem Antrieb zur Geschlechtergleichstellung<br \/> zuvor von Zhang Zhidong selbst kritisiert worden war<sup><a href=\"#sdfootnote19sym\" name=\"sdfootnote19anc\"><sup>19<\/sup><\/a><\/sup>.<br \/> Weder Prozessrecht noch sp\u00e4tere Entw\u00fcrfe zum Zivil- und Strafrecht<br \/> (1907) konnten in ihrer Gesamtheit vor dem Fall der Dynastie (1911)<br \/> implementiert werden. Jedoch kam es zu tats\u00e4chlichen \u00c4nderungen durch<br \/> Vorschriften, die sich auch auf die Geschlechtergleichheit auswirkten.<br \/> Mit dem Entwurf des Neuen Strafrechts intendierten die Reformer absolute<br \/> Straffreiheit f\u00fcr freiwilligen Geschlechtsverkehr unverheirateter<br \/> Frauen und Witwen. Nicht nur, dass damit Frauen implizit die M\u00f6glichkeit<br \/> eines freien Willens zugeschrieben worden w\u00e4re, es h\u00e4tte auch die <em>Zust\u00e4ndigkeit<\/em><br \/> vom Strafrecht zum Zivilrecht \u00fcbertragen. Wie Zhang Zhidong zuvor das<br \/> Prozessrecht aufgrund der Unvereinbarkeit mit konfuzianischen<br \/> Grundwerten abgelehnt hatte, wurde das Neue Strafrecht von Moralisten<br \/> wie Lao Naixuan \u52de\u4e43\u5ba3 (1843-1920), der auch der oben erw\u00e4hnten <em>Baipiao dang<\/em><br \/> angeh\u00f6rte, kritisiert. Sie bef\u00fcrworteten die Einbettung moralischer<br \/> Prinzipien in den Rechtstext und lehnten gleichsam die intendierte<br \/> Trennung von \u201eSozialem \u00dcbel\u201c und Verbrechen gem\u00e4\u00df der Auseinandersetzung<br \/> mit Grunds\u00e4tzen des Naturrechts<sup><a href=\"#sdfootnote20sym\" name=\"sdfootnote20anc\"><sup>20<\/sup><\/a><\/sup> ab.<sup><a href=\"#sdfootnote21sym\" name=\"sdfootnote21anc\"><sup>21<\/sup><\/a><\/sup><br \/> Das Ergebnis der durchaus kontroversen Diskussion brachte im Rahmen der<br \/> \u00dcbergangs-vorschriften 1909 die Wiederaufnahme illegitimen<br \/> Geschlechtsverkehrs hervor.<sup><a href=\"#sdfootnote22sym\" name=\"sdfootnote22anc\"><sup>22<\/sup><\/a><\/sup><br \/> Es l\u00e4sst sich also festhalten, dass an die Diskussion \u00fcber eine formale<br \/> Zugeh\u00f6rigkeit zum Straf- oder Zivilrecht auch inhaltliche Aspekte<br \/> verkn\u00fcpft waren. Im dargestellten Beispiel f\u00fchrte dies jedoch wider der<br \/> Intention der Rechtsreformer nicht zu einer verbesserten Stellung der<br \/> Frau, sondern es rief gerade das Gegenteil hervor. Es ist ferner davon<br \/> auszugehen, dass \u201efemale sexual behavior [\u2026] [became] even more heavily<br \/> guarded , a matter of public interest, and thus subject to state and<br \/> family control\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote23sym\" name=\"sdfootnote23anc\"><sup>23<\/sup><\/a><\/sup>.<br \/> Wie bereits ausgef\u00fchrt wurde, lag die rechtliche Verbesserung in der<br \/> Weigerung zur Vergewaltigung, zur Wiederverheiratung und zum Verkauf.<br \/> Der Verkauf einer Ehebrecherin an einen anderen Mann unter Aufsicht<br \/> eines Magistraten wurde durch den Qing-Code als Strafma\u00df festgesetzt,<br \/> wobei der Erl\u00f6s konfisziert wurde. Mit der Modernisierungsbestrebung<br \/> wurde erst 1908 der \u201eZwangsverkauf\u201c aus dem Gesetzestext gestrichen.<sup><a href=\"#sdfootnote24sym\" name=\"sdfootnote24anc\"><sup>24<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em><strong>Gab es weibliche Akteure und inwieweit haben sie sich f\u00fcr eine gesetzliche Fixierung der Geschlechtergleichstellung eingesetzt?<\/strong><\/em><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Das Forschungsfeld der Geschlechtergleichstellung hat<br \/> nicht zuletzt durch das Aufkommen durchgreifender Frauenbewegungen seit<br \/> Beginn des 20. Jahrhunderts an Bedeutung gewonnen und ist stets<br \/> erweitert worden. Bei der Recherche zu dieser Arbeit bin ich jedoch kaum<br \/> auf haltbare Quellen gesto\u00dfen, die auf eine weibliche Beteiligung am<br \/> fr\u00fchen Rechtsreformprozess hinweisen. Auch der Hinweis von Christopher<br \/> Lucas in \u201e<em>Women of China<\/em>\u201c, dass die Kaiserinwitwe Cixi \u6148\u79a7\u592a\u540edas<br \/> Ministerium f\u00fcr Rechtsreformen eingerichtet habe, um die Position der<br \/> Frauen zu st\u00e4rken, l\u00e4sst sich nicht halten. Lucas schreibt: \u201e[\u2026] as<br \/> early as 1906, the Dowager-Empress [Cixi] decreed a Law Revision Bureau,<br \/> chiefly to improve woman\u00b4s station,\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote25sym\" name=\"sdfootnote25anc\"><sup>25<\/sup><\/a><\/sup><br \/> . Zwar ist es nicht abstreitbar, dass auf ihr Anweisen hin sowohl<br \/> Reformkommission als auch Ministerium eingerichtet worden sind, eine<br \/> intentionale Begr\u00fcndung zu Gunsten der Frauen, bleibt m. E. spekulativ.<br \/> Dass es jedoch engagierte Frauen gab, die sich im Zuge der<br \/> sozio-\u00f6konomischen Ver\u00e4nderungen organisierten und damit eine<br \/> sozial-politische Frauenbewegung initiierten, ist nach dem Stand der<br \/> Forschung belegt.<a href=\"#sdfootnote26sym\" name=\"sdfootnote26anc\"><sup>26<\/sup><\/a><br \/> Welche weiblichen Akteure gab es, die sich sowohl mit der<br \/> gesellschaftlich-rechtlichen Geschlechtergleichstellung befassten als<br \/> auch direkt oder indirekt Einfluss auf die chinesische Gesellschaft<br \/> nahmen oder h\u00e4tten nehmen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wie bereits angef\u00fchrt, gab es neben der<br \/> Kaiserinnenwitwe Cixi keine weiblichen Akteure, die am Reformprozess<br \/> beteiligt waren. Eine inhaltliche Beteiligung Cixis ist weder<br \/> hinreichend dokumentiert noch wahrscheinlich. In der Zeitspanne waren<br \/> jedoch Frauen aktiv, drei von ihnen sollen hier vorgestellt werden.<br \/> Diese drei stehen exemplarisch f\u00fcr den sozialen Wandel und zeigen mit<br \/> ihrer Selbstst\u00e4rkung die Verbesserung der Frauenrolle in der<br \/> Gesellschaft: Shimoda Utako \u4e0b\u7530 \u6b4c\u5b50(1854-1936), die zu Beginn des 20<br \/> Jahrhunderts bis nach Shanghai wirkte, und als Japanerin f\u00fcr den<br \/> transnationalen Austausch und f\u00fcr die Verbreitung von<br \/> Geschlechter-gleichheit steht; Qiu Jin \u79cb\u747e (1875-1907), die sowohl f\u00fcr<br \/> ihre Stellung gegen\u00fcber der Geschlechtergleichberechtigung als auch f\u00fcr<br \/> ihren politisch-revolution\u00e4ren Kampf hingerichtet wurde und als<br \/> M\u00e4rtyrerin in die Geschichte Chinas einging und He Zhen \u4f55\u9707 (1884-?), die<br \/> durch die Ver\u00f6ffentlichung der progressiven Zeitung \u201e<em>Tianyi bao<\/em>\u201c \u5929\u7fa9\u5831 (<em>Zeitung f\u00fcr Naturrecht<\/em>)<br \/> f\u00fcr die rechtliche Gleichstellung von Frauen eintrat. Kurzum eine<br \/> Japanerin, die Chinesen ausbildete, eine Chinesin, die nach Japan ging<br \/> und als Revolution\u00e4rin zur\u00fcckkehrte und eine Chinesin, die nach Japan<br \/> floh und dort blieb.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Shimoda Utako<\/strong>\u4e0b\u7530 \u6b4c\u5b50<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wie der Name schon verr\u00e4t, war<em> Shimoda Utako<\/em><br \/> Japanerin. Sie wurde 1854 im heutigen Ena geboren und ist bis heute<br \/> ber\u00fchmt f\u00fcr ihren poetischen Beitrag zu den japanischen Meiji-Reformen<br \/> (1868). Sie postulierte den Zusammenhang von weiblicher Selbstdefinition<br \/> und Selbstst\u00e4rkung durch Bildung und verkn\u00fcpfte damit den weiblichen<br \/> Beitrag am Nationalismus. Ihr Werk und Wirken konzentrierte sich nach<br \/> der Jahrhundertwende vor allem auf die Etablierung von Frauenschulen.<br \/> Wie also kann Shimoda Utako, eine Japanerin, symbolisch f\u00fcr den sozialen<br \/> Wandel in der chinesischen Geschlechterfrage stehen? Shimoda Utako<br \/> fokussierte die St\u00e4rkung der gesamt-asiatischen Sph\u00e4re. Eine<br \/> pan-asiatische Region als politisches Gegengewicht zum Westen hinge<br \/> jedoch von einem gest\u00e4rkten China ab und dieses sei (nur) \u00fcber einen<br \/> durch gebildete Frauen vorangetriebenen Nationalismus realisierbar.<sup><a href=\"#sdfootnote27sym\" name=\"sdfootnote27anc\"><sup>27<\/sup><\/a><\/sup> Wenn ihr Frauenbild ma\u00dfgeblich gepr\u00e4gt war durch die traditionellen Tugenden einer \u201eguten Ehefrau\u201c und \u201eweisen Mutter\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote28sym\" name=\"sdfootnote28anc\"><sup>28<\/sup><\/a><\/sup>,<br \/> so war ihr Einfluss auf die weibliche chinesische Jugend ihrer Zeit<br \/> immens. Ihr Einfluss zeigte sich einerseits durch ein staatlich<br \/> begr\u00fc\u00dftes Austauschprogramm f\u00fcr junge Chinesinnen, die bei ihr in Japan<br \/> geschult wurden und andererseits durch die federf\u00fchrende Gr\u00fcndung<sup><a href=\"#sdfootnote29sym\" name=\"sdfootnote29anc\"><sup>29<\/sup><\/a><\/sup> der Gesellschaft f\u00fcr Erneuerung &#8211; <em>Zuoxin She <\/em>\u4f5c\u65b0\u793e- 1901 in Shanghai<sup><a href=\"#sdfootnote30sym\" name=\"sdfootnote30anc\"><sup>30<\/sup><\/a><\/sup>. Zu den Ver\u00f6ffentlichungen der Gesellschaft geh\u00f6rten Schulb\u00fccher nach westlichem <em>Vorbild<\/em><sup><a href=\"#sdfootnote31sym\" name=\"sdfootnote31anc\"><sup>31<\/sup><\/a><\/sup> sowie die Zeitung \u201e<em>Dalu<\/em> \u5927\u9678\u201d (\u201c<em>Festlandchina<\/em>\u201d).<br \/> Auch Cixi wurde auf Shimoda Utako aufmerksam und hoffte darauf, dass<br \/> \u201eShimoda im Sommerpalast au\u00dferhalb Pekings eine Frauenschule einrichten<br \/> w\u00fcrde,\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote32sym\" name=\"sdfootnote32anc\"><sup>32<\/sup><\/a><\/sup>.<br \/> Inwieweit diese Bekundung Cixis dahingehend ausgelegt werden kann, dass<br \/> sie die rechtliche Stellung der Frauen verbessern wollte (s. Lukas,<br \/> 1965), bleibt jedoch weiterhin fragw\u00fcrdig. Halten wir fest, Shimoda<br \/> wirkte direkt auf die Etablierung von Frauenschulen ein, als Lehrerin<br \/> wirkte sie direkt auf die chinesische Austauschstudentinnen ein und \u00fcber<br \/> diese Studentinnen und ihre Ver\u00f6ffentlichungen wirkte sie indirekt auf<br \/> das Bewusstsein der Zeit ein, um die gesellschaftliche weniger<br \/> rechtliche Rolle der Frauen zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Qiu Jin<\/strong>\u79cb\u747e<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Qiu Jin<\/em> wurde 1875 in Xiamen (fr\u00fcher Amoy)<br \/> in der Provinz Fujian, wo ihr Gro\u00dfvater Qiu Jiahe \u79cb\u5609\u79bedas Amt des<br \/> Stadtpr\u00e4fekten bekleidete, als zweites Kind in eine chinesisch<br \/> konventionelle Beamtenfamilie geboren. Urspr\u00fcnglich stammte ihre Familie<br \/> aus Shaoxing, wohin sie nach dem Tod ihres Gro\u00dfvaters sowie Vaters mit<br \/> ihrer Familie zur\u00fcckkehrte. Durch ihre Mutter und den Hauslehrer des<br \/> gr\u00f6\u00dferen Bruders erhielt sie eine klassische Ausbildung, die ihr ein<br \/> hohes Ma\u00df an Bildung zukommen lie\u00df.<a href=\"#sdfootnote33sym\" name=\"sdfootnote33anc\"><sup>33<\/sup><\/a><br \/> Mit ihrem traditionell verheirateten Ehemann zog sie in die Hauptstadt<br \/> nach Peking und schloss Freundschaft mit gleich gesinnten Frauen.<br \/> Darunter war auch Wu Zhiying <a href=\"http:\/\/zh.wikipedia.org\/w\/index.php?title=%E5%90%B4%E8%8A%9D%E7%91%9B&amp;action=edit&amp;redlink=1\">\u5434\u829d\u745b<\/a>,<br \/> der sie in einem Gespr\u00e4ch sagte: \u201eDie Frauen m\u00fcssen etwas lernen, um<br \/> unabh\u00e4ngig zu werden. Sie d\u00fcrfen sich nicht immer in allen Dingen an die<br \/> M\u00e4nner klammern,\u201c <a href=\"#sdfootnote34sym\" name=\"sdfootnote34anc\"><sup>34<\/sup><\/a>.<br \/> Gem\u00e4\u00df dieser Aussage trennte sie sich von ihrem Mann und beschloss f\u00fcr<br \/> ein Austauschstudium nach Japan zu reisen, wo sie u. a. auf Shimoda<br \/> Utako traf <a href=\"#sdfootnote35sym\" name=\"sdfootnote35anc\"><sup>35<\/sup><\/a> und als Hauptverantwortungstr\u00e4gerin einer <em>Organisation <\/em>\u2013 <em>san he hui <\/em>\u4e09<br \/> \u5408\u6703, einer Geheimgesellschaft aus vorwiegend revolution\u00e4ren Studenten,<br \/> aber auch Sun Yat-sen (Sun Yixian\u5b6b\u9038\u4ed9) \u2013 beitritt. Nach ihrer R\u00fcckkehr<br \/> 1906 schlie\u00dft sie sich der Nationalbewegung in China an, lehrt in<br \/> verschiedenen M\u00e4dchen- und Frauenschulen und soll sich sp\u00e4ter in<br \/> Shanghai bei der Herstellung von Sprengk\u00f6rpern verletzt haben<a href=\"#sdfootnote36sym\" name=\"sdfootnote36anc\"><sup>36<\/sup><\/a>. Vor ihrer Verhaftung hielt sie sich in der Milit\u00e4rakademie \u201e<em>Da Tong<\/em>\u201c\u5927<br \/> \u901a in Hangzhou auf und wurde am 17. Juli 1907 nach Vernehmungen in<br \/> Shaoxing exekutiert. Die semi-biographische Erz\u00e4hlung, die im Deutschen<br \/> unter dem Titel \u201e<em>Die Steine des Vogels Jingwei<\/em>\u201c von Cathrine<br \/> Gipoulon bekannt geworden ist, war in China zwar bis 1958 quasi<br \/> unbekannt, untermauert jedoch in vielerlei Hinsicht ihre Einstellung zur<br \/> Geschlechtergleich-berechtigung sowie die Chance ihrer Realisierung<br \/> mittels der nationalistischen Bewegung. Auch Qiu Jin sieht Bildung als<br \/> Grundlage f\u00fcr eine gleichberechtigte Stellung in der Gesellschaft. Die<br \/> Forderung nach rechtlicher Gleichstellung l\u00e4sst sich jedoch nur aus<br \/> ihrer Erz\u00e4hlung ableiten. So widmete sie ein Kapitel \u201e<em>Frauen, die gro\u00dfe Pl\u00e4ne haben und f\u00fcr die Sache der Gerechtigkeit k\u00e4mpfen<\/em>\u201c und ein weiteres \u201e<em>Wie Huang Jingxiong durch das Land zieht, um den Gedanken vom Recht auf Freiheit zu verbreiten<\/em>\u201c<a href=\"#sdfootnote37sym\" name=\"sdfootnote37anc\"><sup>37<\/sup><\/a>.<br \/> W\u00e4hrend ersteres Kapitel prim\u00e4r ein Beitrag gegen die traditionellen<br \/> Eheschlie\u00dfungen darstellt und die \u2013 aus mangelnder Bildung \u2013 schlechte<br \/> m\u00fctterliche Erziehung ihren Kindern gegen\u00fcber thematisiert, zielt<br \/> Letzteres auf die \u00f6konomisch-finanzielle Unabh\u00e4ngigkeit von Frauen im<br \/> Zuge der Industrialisierung ab. In beiden Kapiteln wird die Forderung<br \/> nach einer rechtlichen Anerkennung deutlich. Wie auch Shimoda Utako und<br \/> noch folgende He Zhen suchten die weiblichen Akteure in der auflebenden<br \/> Presselandschaft ihr Sprachrohr. So unternahm Qiu Jin mit der<br \/> Ver\u00f6ffentlichung einer chinesischen Frauenzeitung <em>Zhongguo N\u00fcbao<\/em> \u4e2d\u570b\u5973\u5831den Versuch, eine Grundlage f\u00fcr die Frauenvereinigung sowie ihrer Bildung zu schaffen.<a href=\"#sdfootnote38sym\" name=\"sdfootnote38anc\"><sup>38<\/sup><\/a><br \/> Auf die Rolle der Presse und den Einfluss der Akteure werde ich im<br \/> dritten Kapitel n\u00e4her eingehen. Halten wir fest, dass Qiu Jin eine<br \/> gebildete Chinesin war, die sich sowohl schriftlich gegen die ungleiche<br \/> Position der Frauen ausdr\u00fcckte als auch durch die Trennung von ihrem<br \/> Ehemann und die revolution\u00e4ren Aktivit\u00e4ten gegen bestehende Konventionen<br \/> und ungleichen Rechte f\u00fcr die Gleichberechtigung der Frauen aussprach.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>He Zhen<\/strong>\u4f55\u9707<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Auch He Zhen ist vor allem durch ihre<br \/> Ver\u00f6ffentlichungen zur Geschlechtergleichstellung ber\u00fchmt geworden. Sie<br \/> gilt als eine der radikalsten weiblichen Vertreterinnen ihrer Zeit und<br \/> wird nicht zuletzt aufgrund ihrer Ausbildung unter Cai Yuanpei \u8521\u5143\u57f9<br \/> (1868-1940), in dessen Schule <em>Aiguo N\u00fcxiao<\/em>\u611b\u570b\u5973\u6821 (<em>Patriotische Frauenschule<\/em>) \u201eweibliche Anarchisten\u201c trainiert werden sollten, zu dem Anarcho-Feminismus gez\u00e4hlt.<a href=\"#sdfootnote39sym\" name=\"sdfootnote39anc\"><sup>39<\/sup><\/a><br \/> So wichtig ihre Rolle auch sein mochte, n\u00e4here Erkenntnisse \u00fcber ihre<br \/> Biographie hat die Forschung mangels Quellen der letzten zwanzig Jahre<br \/> nicht hervorgebracht. Feststeht, dass sie 1884 in Yizheng in der Provinz<br \/> Jiangzu unter dem Namen He Ban \u4f55\u73edgeboren wurde und den<br \/> H\u00f6flichkeitsnamen Zhijian \u5fd7\u528d trug. 1904 heiratete sie Liu Shipei \u5289\u5e2b\u57f9<br \/> (1884-1919), einen ber\u00fchmten klassischen Gelehrten der <em>Hanxue<\/em>&#8211;<br \/> Texttradition. Liu hatte sich bereits 1903 gegen die mandschurische<br \/> Herrschaft ausgesprochen und gleichsam selbst als Anarchisten<br \/> bezeichnet.<a href=\"#sdfootnote40sym\" name=\"sdfootnote40anc\"><sup>40<\/sup><\/a> Mit ihm zusammen floh sie 1907 noch vor der Verhaftung Qiu Jins nach Tokio, wo sie gemeinsam die <em>Tianyi Bao<\/em><br \/> herausgaben. Auch He Zhen arbeitete bis 1919 als Tutorin, bis ihr Mann<br \/> starb und sie angeblich in ihrer Trauer als Nonne bis zu ihrem eigenen<br \/> Tod ins Kloster ging.<a href=\"#sdfootnote41sym\" name=\"sdfootnote41anc\"><sup>41<\/sup><\/a> Zwar wurde die <em>Zeitung f\u00fcr Naturrecht<\/em><br \/> in Japan ver\u00f6ffentlicht, behielt jedoch China als zentrales Thema und<br \/> chinesische Studentinnen als Adressaten. Bereits mit der zweiten Ausgabe<br \/> \u00e4nderte sich ihr Titel zu <em>Shehui zhuyi jiangxi hui<\/em> \u793e\u6703\u4e3b\u7fa9\u8b1b\u7fd2\u6703(<em>Gesellschaft f\u00fcr Studium und Sozialismus)<\/em>,<br \/> wodurch der Fokus weniger auf die Frauenrechte an sich fiel, denn auf<br \/> die Forderung nach einem sozialistischen Gesellschaftssystem. In ihren<br \/> Beitr\u00e4gen konzentrierte He Zhen sich weder auf Themen, wie die<br \/> Abschaffung des \u201eF\u00fc\u00dfebindens\u201c oder beschr\u00e4nkte sich auf die Ausbildung<br \/> von Frauen noch suchte sie L\u00f6sungen im bestehenden Regierungssystem<br \/> durch beispielsweise Forderungen an die Rechtsreform, sondern<br \/> proklamierte die Abschaffung der Regierung insgesamt und damit implizit<br \/> die Geschlechtergleichstellung. \u201eHe Zhen takes the elimination of<br \/> government as the only guarantee of absolute sexual equality\u201c<a href=\"#sdfootnote42sym\" name=\"sdfootnote42anc\"><sup>42<\/sup><\/a>.<br \/> Zu den fr\u00fchen, ver\u00f6ffentlichten Artikeln geh\u00f6rte neben \u201cN\u00fczi Xuanbu<br \/> Shu\u201d \u5973\u5b50\u5ba3\u5e03\u66f8 (Erkl\u00e4rung der Frauen) und \u201eN\u00fczi Jiefang Wenti\u201d \u5973\u5b50\u89e3\u653e\u554f\u984c<br \/> (Probleme bei der Frauenbefreiung)\u201c auch \u201cN\u00fczi Fuchou Lun\u201d \u5973\u5b50\u5fa9\u4ec7\u8ad6 (Zur<br \/> Rache der Frau). Xia gibt den Wortlaut He Zhens wie folgt wieder: \u201eOnce<br \/> government is no longer, then all men are equal and all women are equal,<br \/> and men and women are equal [&#8230;]\u201d<a href=\"#sdfootnote43sym\" name=\"sdfootnote43anc\"><sup>43<\/sup><\/a>.<br \/> Mit dieser Forderung ging sie noch einen Schritt weiter als ihre<br \/> Zeitgenossinnen und distanzierte sich von ihren Mitstreiterinnen.<br \/> Inwieweit die radikalen Schriften in ihrer Heimat China Verbreitung<br \/> fanden, bleibt unklar. Es ist jedoch zu vermuten, dass sie den gleichen<br \/> Weg \u00fcber die Schule Shimoda Utakos fanden. Halten wir fest, He Zhen ist<br \/> mit ihren Forderungen nach rechtlicher Gleichstellung durch Abschaffung<br \/> des gesamten Regierungssystems am radikalsten, \u00fcber ihren Einfluss ist<br \/> jedoch am wenigsten bekannt.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Es lie\u00dfen sich noch weitere Beispiele von Frauen mit<br \/> revolution\u00e4rem Geist anf\u00fcgen, ich m\u00f6chte mich jedoch auf diese drei<br \/> Beispiel beschr\u00e4nken. Aufgezeigt habe ich den gro\u00dfen transnationalen<br \/> Einfluss Japans, der sowohl f\u00fcr die innovativen Entw\u00fcrfe der<br \/> Rechtsreform pr\u00e4gend war als auch f\u00fcr die Ausbildung eines Frauenbildes<br \/> im Wandel. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass allen drei<br \/> vorgestellten Frauen eine hohe Bildung, eine T\u00e4tigkeit als Tutorin, ein<br \/> gesteigertes Interesse am Nationalismus, eine neue <em>Weltvorstellung<\/em>,<br \/> die in Auseinandersetzung mit dem Westen vorwiegend \u00fcber Japan<br \/> transportiert wurde, sowie die Nutzung der Presse als<br \/> Multiplikationsorgan gemeinsam ist. In den vorgestellten F\u00e4llen wurden<br \/> die radikalen Ideen \u00fcber spezielle Frauenzeitungen und -zeitschriften<br \/> verbreitet, die Thematik der Geschlechtergleichstellung w\u00e4re wohl kaum<br \/> ohne den Einfluss in die Tagespresse verbreitet worden.<\/p>\n<p align=\"CENTER\">&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literaturangaben<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Cai He\/Wu Xiaoping, 2006: Social Change and Occupational Gender Inequality, in:<em> Chinese Sociology and Anthropology<\/em>, 23:4,37-53.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Cheng, Joseph Kai Huan, 1976: <em>Chinese Law in Transition. The Late Ch\u2019ing Law Reform, 1901-1911<\/em>, Brown University. &nbsp;<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Cheng, Weikun, 2000: Going Public Through<br \/> Education: Female Reformers and Girls` Schools in Late Qing Beijing, in:<br \/> <em>Late Imperial China<\/em>, 21:1, 107-144.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gates, Hill, 1989, The Commoditization of Chinese Women, in: <em>Signs<\/em>, 14,4: Commom Grounds and Crossroads: Race, Ethnicity, and Class in Women\u00b4s Lives, 799-832.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gipoulon, Catherine: 1977: <em>Die Steine des Vogels Jingwei \u2013 Qiu Jin: Revolution\u00e4rin im China des 19.Jhs.<\/em>,M\u00fcnchen.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Huang, Philip C.C, 2001: <em>Code, Custom, and Legal Practice in China<\/em>, California.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ho Clara Wing-chung (Hrsg), 1998: Biographical<br \/> Dictionary of Chinese Woman: the Qin Period, 1644-1911, Bd.2, von Lee,<br \/> Lily Xiao &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Hong\/Stefanowska,A.D (Hrsg.) assisted by Sue<br \/> Wiles: <em>Biographical Dictionary of Chinese Woman<\/em>, Armonk, New York.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Hobbes, Thomas, 1651: Leviathan oder Stoff,<br \/> Form und Gewalt eines b\u00fcrgerlichen und kirchlichen Staates, hrsg. und<br \/> eingeleitet von Iring Fetscher, \u00fcbers. Von Walter Euchner, Berlin, 1966.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Jiang Weitang \u59dc\u7def\u5802\/Liu Ningyuan \u5289\u5be7\u5143, 1990: \u5317\u4eac\u5a66\u5973\u5831\u520a\u8003<em>Beijing fun\u00fc baokan kao, 1905\u20131949<\/em> (Textual Research on Women\u2019s Journals and Newspapers in Beijing, 1905\u20131949). Beijing.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Judge, Joan, 2001: Talent, Virtue, and the<br \/> Nation: Chinese Nationalisms and Female Subjectivities in the Early<br \/> Twentieth Century, in: <em>The American Historical Review<\/em>, 106:3, 765-803.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kazuko, Ono, 1989: <em>Chinese Woman in a Century of Revolution, 1850-1950<\/em>, Stanford, California.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Locke, John: 1989: <em>Zwei Abhandlungen \u00fcber die Regierung. Herausgegeben und eingeleitet von Walter Euchner. \u00dcbersetzt von Hans J\u00f6rn Hoffmann<\/em>, 4. Auflage, Frankfurt (a.M.) S.227, \u00a744.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Lucas, Christopher, 1965: <em>Women of China<\/em>, Hong Kong.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; MacLachlan, Sarah, 2008: <em>zuoxinshebian<\/em>\u4f5c\u65b0\u793e\u7de8(1902), in: Baishan heishuilu \u767d\u5c71\u9ed1\u6c34\u9304,entnommen: <u><a href=\"http:\/\/bbs.gxsd.com.cn\/archiver\/?tid-110383.html\">http:\/\/bbs.gxsd.com.cn\/archiver\/?tid-110383.html<\/a><\/u> [20.10.2008].<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Meijer, Marinus Johan, 1991: <em>Murder and Adultery in Late Imperial China \u2013 Study of Law and Morality<\/em>, Leiden, New York, Kobenhavn, K\u00f6ln.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Shaoxing Government, 1999: <em>Qiu Jin<\/em>, entnommen: <u><a href=\"http:\/\/www.shaoxing.gov.cn\/en\/0307\/10350.htm\">http:\/\/www.shaoxing.gov.cn\/en\/0307\/10350.htm<\/a><\/u> [01.11.2008]<em> Shenbao <\/em>\u7533\u5831, 1881: <em>Fun\u00fc Wu Qingyi Jiao Guanmei Shuo<\/em>\u5a66\u5973\u52ff\u8f15\u6613\u4ea4\u5b98\u5a92\u8aaa (Dar\u00fcber, das Frauen offiziellen Matronen (<em>guanmei<\/em>) nicht leichthin ausgeliefert werden), 2794, 13.2.1881.<br \/> -1881: <em>Lun Fun\u00fc Guan Mai<\/em>\u8ad6\u5a66\u5973\u5b98\u8ce3 (\u00dcber den offiziellen Verkauf von Frauen), 2851, 11.4.1881.<br \/> <em>Shuntian Shibao<\/em>\u9806\u5929\u6642\u5831, 1906: <em>Xulun N\u00fczi Jiaoyu Yiding Zongzhi<\/em> \u7e8c\u8ad6\u5973\u5b50\u6559\u80b2\u5b9c\u5b9a\u5b97\u65e8(Fortsetzung \u00fcber die angestrebten Ziele der Frauenbildungsbewegung), 1264 15.5.1906.<br \/> -1907: <em>N\u00fcxue Cishanhui Dafang Huahe\u201c<\/em> \u5973\u5b78\u6148\u5584\u6703\u5927\u653e\u82b1\u76d2 (Die philantrophische Gesellschaft f\u00fcr Frauenbildung bewundert ihr Feuerwerk), 1561, 13. 4.1907.<br \/> -1907: <em>Ji Riben N\u00fczi Jiaoyu Fada<\/em>\u8a18\u65e5\u672c\u5973\u5b50\u6559\u80b2\u767c\u9054 (Notiz \u00fcber die Entwicklung der japanischen Frauenbildungsbewegung) 1561, 13. 4.1907.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Speth, Rudolf 2003: John Locke, in: Massing,Peter\/ Breit, Gotthard (Hrsg.) <em>Demokratie-Theorien<\/em>, <em>Von der Antike bis zur Gegenwart<\/em>, Bonn, 99-105.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Sui, Bobby, 1982: <em>Woman of China: Imperialism and woman\u00b4s resistance 1900-1949<\/em>, London.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Tan, Carol G.S, 2005: Hurry no man\u00b4s cattle \u2013 British Rule and suicide in China, in: <em>The Journal of Legal History<\/em>, 26:3, 279-304.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wagner, Rudolf G., 2008: \u201cWoman In Shenbaoguan<br \/> Publications\u201d, 1872-90, in: Qian Naixu\/Fong, Grace,S.\/Smith, Richard J.:<br \/> <em>Different Worlds of Discourse \u2013Transformation of Gender and Genre in Late Qing and Early Republican China<\/em>, Boston,227-256.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wilkinson, Endymion, 2000: <em>Chinese History- A Manual, Revised and Enlarged<\/em>, Cambridge, London.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wright, Mary Clabaugh, 1968: <em>China in Revolution: The First Phase 1900-1913, edited and with an introduction by Mary Clabaugh Wright<\/em>, New Haven, London.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Xia Xiaohong, 2008: Tianyi Bao And He Zhen\u00b4s<br \/> Views On \u201cWomen\u00b4s Revolution, in: Qian Naixu\/Fong, Grace,S.\/Smith,<br \/> Richard J.: <em>Different Worlds of Discourse \u2013 Transformation of Gender and Genre in Late Qing and Early Republican China<\/em>, Boston, 293-314.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Yeung, Alison Sau-Chu, 2003: Moral Teachings and Legal Principles, in: <em>Modern China<\/em>, 29:3, 297-328.<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Zarrow, Peter, 1988: He Zhen and Anarcho-Feminism in China, in: <em>The Journal of Asian Studies<\/em>, 47:4, 796-818.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p><a href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a> Dieser Artikel<br \/> basiert auf einer Hausarbeit im Seminar \u201eRechtstradition von der Qing<br \/> zur Republik\u201c, eingereicht bei Michael L\u00fcdke im Sommersemsester 2008.<br \/> Der vorliegende Artikel ist stark gek\u00fcrzt und st\u00fctzt sich auf dem<br \/> akademischen Stand von 2008. Neuere Erkenntnisse sind nicht beachtet.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\">\n<p><a href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a> Huang, Philip C.C, 2001: <em>Code, Custom, and Legal Practice in China<\/em>, California, S. 155.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<p><a href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a> Vgl. Cheng, Weikun, 2000: Going Public Through Education: Female Reformers and Girls`<\/p>\n<p>Schools in Late Qing Beijing, in: <em>Late Imperial China<\/em>, 21:1, 107-144.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote4\">\n<p><a href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a> Vgl. Gates, Hill, 1989, The Commoditization of Chinese Women, in: <em>Signs<\/em>, 14,4: Commom<\/p>\n<p>Grounds and Crossroads: Race, Ethnicity, and Class in Women\u00b4s Lives, 799-832.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote5\">\n<p><a href=\"#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a> Cheng, Joseph Kai Huan, 1976: <em>Chinese Law in Transition. The Late Ch\u2019ing Law <\/em><\/p>\n<p><em>Reform, 1901-1911<\/em>, Brown University, S. 135.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote6\">\n<p><a href=\"#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a> Hier gilt es<br \/> noch einmal zu unterstreichen, dass die Argumente f\u00fcr die<br \/> Dekriminalisierung keineswegs auf einer besonderen Ber\u00fccksichtigung von<br \/> Frauenrechten fu\u00dften.Yeung, Alison Sau-Chu, 2003: Moral Teachings and<br \/> Legal Principles, in: <em>Modern China<\/em>, 29:3, 297-328, S.303.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote7\">\n<p><a href=\"#sdfootnote7anc\" name=\"sdfootnote7sym\">7<\/a> Yeung 2003, S.304.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote8\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"#sdfootnote8anc\" name=\"sdfootnote8sym\">8<\/a> Informationen dieses und folgender Abschnitte basieren auf dem Nachfolgewerk zu \u201e<em>Civil Justice in China<\/em>\u201c (1996) \u201e<em>Code, Custom, and Legal Practice in China<\/em>\u201c(2001)<br \/> von Philip C.C. Huang. Diese zwei B\u00e4nde stellen derzeit die<br \/> umfassendste sowie j\u00fcngste englischsprachige Arbeit zu den<br \/> Rechtsreformprozessen in der \u00dcbergangszeit von Qing zur Republik dar. Im<br \/> Rahmen dieser Seminararbeit sind die Ausf\u00fchrungen zu Gunsten der<br \/> Arbeitsl\u00e4nge stark vereinfacht.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote9\">\n<p><a href=\"#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a> Wilkinson, Endymion, 2000: Chinese History- A Manual, Revised and Enlarged, Cambridge, London, S.547.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote10\">\n<p><a href=\"#sdfootnote10anc\" name=\"sdfootnote10sym\">10<\/a> Die Erg\u00e4nzung von Substaten gem\u00e4\u00df dem gesellschaftlichen Wandel wird mit <em>zheng fenghua<\/em> \u6b63\u98a8\u5316 bezeichnet, dem \u201c<em>Richten gem\u00e4\u00df den gesellschaftlichen Gebr\u00e4uchen\u201d<\/em>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote11\">\n<p><a href=\"#sdfootnote11anc\" name=\"sdfootnote11sym\">11<\/a> Vgl. Mejer, Marinus Johan, 1991: <em>Murder and Adultery in Late Imperial China \u2013 Study of Law <\/em><\/p>\n<p><em>and Morality<\/em>, Leiden, New York, Kobenhavn, K\u00f6ln, S. IX.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote12\">\n<p><a href=\"#sdfootnote12anc\" name=\"sdfootnote12sym\">12<\/a> Huang, 2001<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote13\">\n<p><a href=\"#sdfootnote13anc\" name=\"sdfootnote13sym\">13<\/a> Der Charakter der Versachlichung steht im Zusammenhang mit dem chinesischen Begriff <em>he<\/em> \u548c \u201e<em>von etwas betroffen sein<\/em>\u201c und impliziert den Objektcharakter im Gegensatz zu einer aktiven Agentenschaft, dem Subjektcharakter.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote14\">\n<p><a href=\"#sdfootnote14anc\" name=\"sdfootnote14sym\">14<\/a> Huang 2001: 159<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote15\">\n<p><a href=\"#sdfootnote15anc\" name=\"sdfootnote15sym\">15<\/a> An dieser<br \/> Stelle muss einer Frau der Kommentar erlaubt sein, dass hinsichtlich der<br \/> bedeutenden \u00f6konomischen Stellung (vgl. Gates, 1989), dem zunehmenden \u2013<br \/> wenn auch bescheidenen \u2013 Bildungsgrad (vgl. Cheng, 2000) und dem<br \/> wichtigen Beitrag am chinesischen Nationalismus (vgl. Judge, 2001) es<br \/> als Frechheit anzusehen ist, daraus den Begriff eines Agenten<br \/> abzuleiten. \u201e[\u2026 it would be wrong to hold that she wielded no agency at<br \/> all,\u201d (Huang, 2001:166)].<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote16\">\n<p><a href=\"#sdfootnote16anc\" name=\"sdfootnote16sym\">16<\/a> Gem\u00e4\u00df dem<br \/> erweiterten Qing-Code stand der Verkauf der Ehefrau zwecks<br \/> (Wieder-)Verheiratung oder Verkauf in den Stand einer Konkubine (als <em>maixiu maixiu<\/em> \u8cb7\u4f11\u8ce3\u4f11bezeichnet) unter Strafe, ebenso strafbar galt der Verkauf einer Frau in die Prostitution (bezeichnet als <em>maichang <\/em>\u8ce3\u5a3c, Huang, 2001:157), jedoch nicht, wenn es als Strafe verh\u00e4ngt wurde.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote17\">\n<p><a href=\"#sdfootnote17anc\" name=\"sdfootnote17sym\">17<\/a> Huang 2001:157<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote18\">\n<p><a href=\"#sdfootnote18anc\" name=\"sdfootnote18sym\">18<\/a> Zwar wurde die Kommission bereits 1902 einberufen und 1903 ein Ministerium f\u00fcr Recht (<em>fabu<\/em> \u6cd5\u90e8, Yeung, 2003:298) bzw. (<em>fal\u00fc guan<\/em> \u6cd5\u5f8b\u9986, vgl. Cheng, 1976:122) eingerichtet, jedoch begann die inhaltliche Arbeit erst 1904 (vgl. Cheng, 1976).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote19\">\n<p><a href=\"#sdfootnote19anc\" name=\"sdfootnote19sym\">19<\/a> Huang 2001: 32f.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote20\">\n<p><a href=\"#sdfootnote20anc\" name=\"sdfootnote20sym\">20<\/a> Die<br \/> Grundlage f\u00fcr diese naturrechtliche Unterscheidung gegen\u00fcber dem<br \/> Rechtspositivismus ist auf Thomas Hobbes zur\u00fcckzuf\u00fchren, jedoch verl\u00e4uft<br \/> der Argumentationsstrang entgegengesetzt. Nach Hobbes k\u00f6nnen moralische<br \/> Grundwerte zur Schaffung von Gesetzen herangezogen werden,<br \/> Zuwiderhandlungen gegen nicht verfasste Gesetzte verbleiben bei der<br \/> moralischen Verurteilung. \u201eDenn da in diesem Falle kein anderes Gesetz<br \/> als das der Natur bleibt, ist keine Anklage m\u00f6glich, so ist dies S\u00fcnde,<br \/> aber kein Verbrechen,\u201c (Hobbes, 1651:224).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote21\">\n<p><a href=\"#sdfootnote21anc\" name=\"sdfootnote21sym\">21<\/a> Yeung, Alison Sau-Chu, 2003: Moral Teachings and Legal Principles, in: <em>Modern China<\/em>,<\/p>\n<p>29:3, 297-328, S. 307.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote22\">\n<p><a href=\"#sdfootnote22anc\" name=\"sdfootnote22sym\">22<\/a> Es hei\u00dft:<br \/> \u201e[T]he Interim Provisions reintroduced criminal punishment for illicit<br \/> sex involving an unmarried woman, stipulating a maximum penalty or<br \/> either a fith-degree confinement [\u2026] or a fine of 100 yuan.\u201d (Yeung,<br \/> 2003:302).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote23\">\n<p><a href=\"#sdfootnote23anc\" name=\"sdfootnote23sym\">23<\/a> Yeung, 2003, S. 320.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote24\">\n<p><a href=\"#sdfootnote24anc\" name=\"sdfootnote24sym\">24<\/a> Mejer, 1991, S. 48.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote25\">\n<p><a href=\"#sdfootnote25anc\" name=\"sdfootnote25sym\">25<\/a> Lucas, Christopher, 1965: <em>Women of China<\/em>, Hong Kong, S.45.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote26\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"#sdfootnote26anc\" name=\"sdfootnote26sym\">26<\/a>Gipoulon, 1977; Sui, 1982; Kazuko, 1989, Cai\/Wu, 2006<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote27\">\n<p><a href=\"#sdfootnote27anc\" name=\"sdfootnote27sym\">27<\/a> Judge, Joan, 2001: Talent, Virtue, and the Nation: Chinese Nationalisms and Female<\/p>\n<p>Subjectivities in the Early Twentieth Century, in: <em>The American Historical Review<\/em>, 106:3, 765-803.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote28\">\n<p><a href=\"#sdfootnote28anc\" name=\"sdfootnote28sym\">28<\/a> Genau dieses<br \/> traditionelle Frauenbild brachte ihr Anerkennung bei Reformern wie<br \/> Zhang Zhidong ein, der neben seinem Beitrag zum Rechtsreformprozess auch<br \/> das erste offizielle Dokument zur Etablierung von M\u00e4dchen- und<br \/> Frauenschulen verfasste (Judge, 2001:777).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote29\">\n<p><a href=\"#sdfootnote29anc\" name=\"sdfootnote29sym\">29<\/a> An der<br \/> Gesellschaftsgr\u00fcndung waren vor allem ihre chinesischen Studentinnen<br \/> beteiligt, darunter Ji Yihui, Qian Fengbao (780); Qiu Jin (1875-1907),<br \/> He Xiangning (1872-1972), (Judge, 2001:773).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote30\">\n<p><a href=\"#sdfootnote30anc\" name=\"sdfootnote30sym\">30<\/a> Judge, 2001:S. 773.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote31\">\n<p><a href=\"#sdfootnote31anc\" name=\"sdfootnote31sym\">31<\/a> Sarah MacLachlan ver\u00f6ffentlichte im Diskussionsforum von <em>Guoxue shudian, <\/em>dass<em>:<\/em><br \/> \u201eDie Ver\u00f6ffentlichungen gr\u00f6\u00dftenteils westliche Schulbuchsammlungen<br \/> waren.\u201c Die Herausgeber verfolgten damit ihre eigene Agenda, n\u00e4mlich:<br \/> \u201edie Aufr\u00fcttlung der Staatsb\u00fcrger [\u2026] um einen Nationalstaat zu gr\u00fcnden\u201c<br \/> und beruft sich auf einen Artikel \u201eBaishan heishuilu\u201c \u767d\u5c71\u9ed1\u6c34\u9304, der 1902<br \/> von der Gesellschaft ver\u00f6ffentlich worden sein soll. (MacLachlan,2008, <em>zuoxinshebian <\/em>\u4f5c\u65b0\u793e\u7de8<u><a href=\"http:\/\/bbs.gxsd.com.cn\/archiver\/?tid-110383.html\">http:\/\/bbs.gxsd.com.cn\/archiver\/?tid-110383.html<\/a><\/u> [20.10.2008]).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote32\">\n<p><a href=\"#sdfootnote32anc\" name=\"sdfootnote32sym\">32<\/a> Judge, 2001:S. 778.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote33\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"#sdfootnote33anc\" name=\"sdfootnote33sym\">33<\/a>Gipoulon, Catherine: 1977: <em>Die Steine des Vogels Jingwei \u2013 Qiu Jin: Revolution\u00e4rin im <\/em><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>China des 19.Jhs.<\/em>,M\u00fcnchen.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote34\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"#sdfootnote34anc\" name=\"sdfootnote34sym\">34<\/a>Gipoulon, 1977:124<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote35\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"#sdfootnote35anc\" name=\"sdfootnote35sym\">35<\/a>Judge, 2001<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote36\">\n<p><a href=\"#sdfootnote36anc\" name=\"sdfootnote36sym\">36<\/a>Gipoulon, 1977<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote37\">\n<p><a href=\"#sdfootnote37anc\" name=\"sdfootnote37sym\">37<\/a>Gipoulon, 1977: 24 f.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote38\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"#sdfootnote38anc\" name=\"sdfootnote38sym\">38<\/a>Gipoulon, 1977:190<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote39\">\n<p><a href=\"#sdfootnote39anc\" name=\"sdfootnote39sym\">39<\/a>Zarrow, Peter, 1988: He Zhen and Anarcho-Feminism in China, in: <em>The Journal of Asian <\/em>Studies, 47:4, 796-818.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote40\">\n<p><a href=\"#sdfootnote40anc\" name=\"sdfootnote40sym\">40<\/a>Zarrow, 1988: 799<em>.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote41\">\n<p><a href=\"#sdfootnote41anc\" name=\"sdfootnote41sym\">41<\/a>Xia Xiaohong, 2008: Tianyi Bao And He Zhen\u00b4s Views On \u201cWomen\u00b4s Revolution, in: Qian Naixu\/Fong, Grace,S.\/Smith,<\/p>\n<p>Richard J.: <em>Different Worlds of Discourse \u2013 Transformation of Gender and Genre in Late Qing and Early Republican<\/em><\/p>\n<p><em>China<\/em>, Boston, 293-314, 295.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote42\">\n<p><a href=\"#sdfootnote42anc\" name=\"sdfootnote42sym\">42<\/a>Xia, 2008: 306.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote43\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"#sdfootnote43anc\" name=\"sdfootnote43sym\">43<\/a>Xia, 2008:307<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"7\" name=\"7\">Julia B. Mateer (Di Jiulie \u72c4\u5c31\u70c8, 1837-1898) &#8211; Missionarin, Musikp\u00e4dagogin<\/a><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\">\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel7a\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/215005\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fittosize__500_710_7235dc269c830356163b55eed34489d3_nl86_art.jpg\" style=\"width: 500px; height: 710px;\"><br \/> <span class=\"i-iwe2-image-caption\"><\/span><\/span>\u200b<\/span><\/p>\n<p>Abbildung 1: Julia Ann Brown Mateer, ca. 1864.<\/p>\n<p>Julia Ann Brown wurde 1837 in Ohio in eine Presbyterianische Familie<br \/> geboren. Sie erhielt zwar nie eine musikwissenschaftliche Ausbildung, in<br \/> ihrer Gemeinde jedoch kam dem Singen eine wichtige Rolle zu, und sie<br \/> sang aktiv im Chor. Direkt nach ihrer Heirat mit Rev. Calvin W. Mateer<br \/> im Jahr 1862 wurden die beiden von der American Presbyterian Missions<br \/> (North) nach China entsandt. Calvin Mateer w\u00fcrde dort das<br \/> Chinesisch-Lehrbuch <em>A Course of Mandarin Lessons Based on Idiom <\/em>verfassen (siehe Abbildung 2).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel7b\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/215003\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fittosize__500_291_36821506110b57c5ecf5d5f1323d3ea7_nl86_art.jpg\" style=\"width: 500px; height: 291px;\"><\/span><br style=\"clear: both;\"><br \/> \u200b<\/p>\n<p>Abbildung 2: Calvin Mateers <em>A Course of Mandarin Lessons<\/em> (1898) enth\u00e4lt eine Tabelle, die die Aussprache mehrerer Dialekte vergleicht.<\/p>\n<p>1864 erreichten sie Dengzhou \u767b\u5dde, das heute Penglai \u84ec\u83b1 heisst, in<br \/> Shandong. Noch im selben Jahr gr\u00fcnden die beiden eine Jungenschule<br \/> namens <em>Dengzhou men<\/em><em>gyang xuetang<\/em> \u767b\u5dde\u8499\u517b\u5b78\u5802, die stetig<br \/> weiter wuchs und sich in das Dengzhou College weiter entwickelte. Julia<br \/> Mateer wird von Gong Hong-yu in seinem Artikel \u201cProtestant Missionaries<br \/> and School Music Education in Late Qing China\u201c (Chime 18-19, 2010,<br \/> https:\/\/www.academia.edu\/10939611\/<br \/> Protestant_Missionaries_and_School_Music_Education_in_Late_Qing_China_-<br \/> _The_Case_of_Julia_B._Mateer) als liebevolle Mutterfigur beschrieben.<\/p>\n<p>Singen und Musiktheorie wurden ein wichtiger Teil des Unterrichts an<br \/> der Schule. Julia Mateer verfasste zu diesem Zweck eines der ersten<br \/> Musik-Lehrb\u00fccher f\u00fcr chinesische Schulkinder: <em>Xiguo yuefa qimeng<\/em><br \/> \u897f\u570b\u6a02\u6cd5\u5553\u8499 (Einf\u00fchrung in die westliche Musik, siehe Abbildung 3), das 1872<br \/> in Shanghai gedruckt wurde. Sie \u00fcberarbeitete das Buch noch einmal 6<br \/> Jahre vor ihrem Tod, im Jahr 1892, und publizierte es unter dem Titel <em>Shengshi pu <\/em>\u8056\u8a69\u8b5c (Anthologie der heiligen Hymnen). Auf Englisch nannte Julia Mateer es <em>Principles of Vocal Music and Tune Book<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u200b<span class=\"i-iwe2-image-container\" style=\"display: inline-block; margin: 0px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Nl86 Artikel7c\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/215006\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/fittosize__500_798_64a53497faabd111c84e02d3ba36952c_nl86_art.jpg\" style=\"width: 500px; height: 798px;\"><\/span><br style=\"clear: both;\"><br \/> &nbsp;<\/p>\n<p>Abbildung 3: Eine Seite aus Julia Mateers <em>Xiguo yuefa qimeng<\/em>.<\/p>\n<p>Das Buch besteht aus einer Einf\u00fchrung in die Musiktheorie sowie aus<br \/> Noten und Lied-Texten. Die Einf\u00fchrung erkl\u00e4rt Begriffe wie Rhythmus und<br \/> Melodie. Es folgen unterschiedliche Gesangs\u00fcbungen, und \u00fcber 360<br \/> bekannte Kirchenlieder. Als Sprache w\u00e4hlte Julia Mateer Mandarin (<em>guanhua<\/em><br \/> \u5b98\u8a71). Im Vergleich zu Texten der Jesuiten war das theologische Vokabular<br \/> viel einfacher, denn die Zielgruppe waren ja Schulkinder.<\/p>\n<p>Francois Picard argumentiert in seinem Artikel \u201cSynthetic or Hybrid?\u201d, dass das im <em>Xiguo yuefa qimeng<\/em><br \/> enthaltene Tonrepertoire sowohl auf westlicher als auch chinesischer<br \/> Tradition beruht. Dieser Artikel wird im Laufe des Jahres vom<br \/> Ostasien-Institut e.V. im Konferenzband<em> The Strange Sound<\/em> ver\u00f6ffentlicht werden. Herausgeber sind die drei Heidelberger Josie-Marie Perkuhn, Johannes Sturm und Mariana M\u00fcnning.<\/p>\n<p>Von Julia Mateers Sohn Robert McCheyne Mateer ist au\u00dferdem das Buch<em> <a href=\"http:\/\/www.forgottenbooks.com\/readbook\/Character-Building_in_China_1000356817\" target=\"_blank\">Character Building in China. The Life-Story of Julia Brown Mateer<\/a><\/em><a href=\"http:\/\/www.forgottenbooks.com\/readbook\/Character-Building_in_China_1000356817\" target=\"_blank\"> <\/a>erschienen.<br \/> Nach Julia Mateers Tod heiratete Calvin Matter erneut. Seine zweite<br \/> Frau Ada Haven Mateer schrieb unter anderem das Chinesisch-Lehrbuch <a href=\"http:\/\/onlinebooks.library.upenn.edu\/webbin\/book\/lookupname?key=Mateer%2C%20A.%20H.%20%28Ada%20Haven%29\" target=\"_blank\"><em>New Terms for New Ideas. A Study of the Chinese Newspaper<\/em>.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT Die Journalistin Wang Xingjuan \u738b\u884c\u5a1f Thomas Kampen stellt in einem Beitrag die Journalistin und Frauenrechtlerin Wang Xingjuan vor, die erst nach ihrer Pensionierung in der \u00d6ffentlichkeit bekannt wurde. &gt;&gt; [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_EventAllDay":false,"_EventTimezone":"","_EventStartDate":"","_EventEndDate":"","_EventStartDateUTC":"","_EventEndDateUTC":"","_EventShowMap":false,"_EventShowMapLink":false,"_EventURL":"","_EventCost":"","_EventCostDescription":"","_EventCurrencySymbol":"","_EventCurrencyCode":"","_EventCurrencyPosition":"","_EventDateTimeSeparator":"","_EventTimeRangeSeparator":"","_EventOrganizerID":[],"_EventVenueID":[],"_OrganizerEmail":"","_OrganizerPhone":"","_OrganizerWebsite":"","_VenueAddress":"","_VenueCity":"","_VenueCountry":"","_VenueProvince":"","_VenueState":"","_VenueZip":"","_VenuePhone":"","_VenueURL":"","_VenueStateProvince":"","_VenueLat":"","_VenueLng":"","_VenueShowMap":false,"_VenueShowMapLink":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-488","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-newsletter"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.6 - 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