{"id":587,"date":"2018-08-01T12:00:00","date_gmt":"2018-08-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2018\/08\/01\/newsletter-august-2018-nr-95\/"},"modified":"2026-05-21T13:13:23","modified_gmt":"2026-05-21T12:13:23","slug":"newsletter-august-2018-nr-95","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2018\/08\/01\/newsletter-august-2018-nr-95\/","title":{"rendered":"Newsletter August 2018 Nr. 95"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"Inhalt\" name=\"Inhalt\">INHALT<\/a><\/h2>\n<h3 id=\"anker_TrumpMovesAsia:einBlicka\" style=\"font-weight: normal; text-align: justify;\">\n<strong>Interview mit Dr. Wilfried Spaar &#8211; Teil 1<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie ist unser langj\u00e4hriger Sprachlehrer<br \/> Dr. Spaar zu seinem Studienfach und Beruf gekommen? Interessiert ihn<br \/> heute noch das gleiche wie vor 50 Jahren? Der Leverkusener wurde von der<br \/> wissbegierigen Bonnerin Mariana M\u00fcnning befragt. Dies ist der erste<br \/> Teil einer langen Geschichte \u2013 Fortsetzung folgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Interview f\u00fchrte Mariana M\u00fcnning.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#1\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_TrumpMovesAsia:einBlicka\" style=\"font-weight: normal; text-align: justify;\"><strong>Chinesische Schauspielerinnen, \u00f6sterreichische Regisseure und der Film \u201eChildren of the World\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"font-weight: normal; text-align: justify;\">1941 drehten<br \/> \u00f6sterreichische Fl\u00fcchtlinge in Shanghai einen Film mit dem Titel<br \/> \u201eChildren of the World\u201c. Sie sprachen Deutsch und Franz\u00f6sisch, die<br \/> \u00fcbrigen Beteiligten Chinesisch und etwas Englisch. Wie konnte das gut<br \/> gehen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: normal; text-align: justify;\">Von Dr. Thomas Kampen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#2\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_TaipeiStammtischam10.Mrz\" style=\"font-weight: normal; text-align: justify;\"><strong>Dong Jianwu, Dong Weijian, sowie Chen Yun, Pu Huaren und Qin Bangxian in Shanghai<\/strong><\/h3>\n<p style=\"font-weight: normal; text-align: justify;\">Dong Jianwu und Pu<br \/> Huaren gingen auf Missionarsschulen und waren christlich gepr\u00e4gt. Doch<br \/> durch die dramatischen politischen Entwicklungen des Jahres 1927 wurden<br \/> sie zu Kommunisten. Wie war ihr weiteres Schicksal?<\/p>\n<p style=\"font-weight: normal; text-align: justify;\">Von Dr. Thomas Kampen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#3\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_InErinnerunganGaoGuangsh\" style=\"font-weight: normal; text-align: justify;\"><strong>Han Sen (1925-2018) und Ullabritt Horn (1956-2017)<\/strong><\/h3>\n<p>Der in Berlin geborene Han Sen ist nun auch in seiner Heimatstadt<br \/> gestorben. Ullabritt Horn, die einen Film \u00fcber ihn gedreht hatte, starb<br \/> wenige Monate vor ihm. Der zeitweilige Berliner Thomas Kampen, der auch<br \/> ein Buch \u00fcber den Chinesen gelesen hat, schreibt \u00fcber beide.<\/p>\n<p style=\"font-weight: normal; text-align: justify;\">Von Dr. Thomas Kampen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#4\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h3 id=\"anker_DasDeutsch-ChinesischeAl\" style=\"font-weight: normal; text-align: justify;\"><strong>Das Deutsch-Chinesische Alumni-Netzwerk ALUROUT<\/strong><\/h3>\n<p id=\"anker_TrumpMovesAsia:einBlicka\" style=\"font-weight: normal; text-align: justify;\">Denis Daus stellt das neue Deutsch-Chinesische-Alumni-Netzwerk ALUROUT und den Wissensaustausch beider L\u00e4nder vor.<\/p>\n<p style=\"font-weight: normal; text-align: justify;\">Von Denis Daus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#5\">&gt;&gt; Zum Artikel<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 id=\"anker_WerwarAnnaWangundwerwarW_1\"><a id=\"1\" name=\"1\"><\/a><strong>Interview mit Dr. Wilfried Spaar &#8211; Teil 1<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">MM: Lieber Herr Dr. Spaar, Ihr rheinischer Akzent ist f\u00fcr mich als Bonnerin unverkennbar. Wo sind Sie aufgewachsen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WS: Da kann man nichts machen, der Singsang bleibt. Ich bin in Leverkusen aufgewachsen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MM: Wie sind Sie zur Sinologie und zur chinesischen Sprache gekommen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WS: Das war so. Ich war auf einem<br \/> altphilologischen Gymnasium und habe Latein und Griechisch gelernt. Dann<br \/> dachte ich mir, ich will mal etwas anderes machen und habe mit Sanskrit<br \/> angefangen. Und dann dachte ich mir, man k\u00f6nnte ja noch etwas weiter<br \/> nach Osten gehen, und dann wollte ich Japanisch machen. Und der<br \/> japanische Sprachkurs war voll, da war kein Platz mehr, und au\u00dferdem<br \/> sagte man mir: \u201cDie Lehrer f\u00fcr Japanisch sind Faschisten, da gehst du<br \/> besser nicht hin! Geh lieber zu den Lehrern f\u00fcr Chinesisch!\u201d So bin ich<br \/> zum Chinesischen gekommen, obwohl ich eigentlich Japanisch machen<br \/> wollte. Das war erst auf der Universit\u00e4t K\u00f6ln und dann in Bochum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MM: Wer waren Ihre Dozenten f\u00fcr Chinesisch?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WS: An der Universit\u00e4t Bochum war der<br \/> Ordinarius f\u00fcr Chinesisch Professor Alfred Hoffmann, der jetzt schon<br \/> lange verstorben ist. Der hatte den Spitznamen \u201cGauleiter China\u201d.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MM: Weil er wirklich eine Nazi-Vergangenheit hatte?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WS: Einige haben es ihm nachgesagt. Aber<br \/> er hat sich nat\u00fcrlich, wie so viele andere, die damals zu der Zeit in<br \/> Ostasien gelebt und gearbeitet haben, irgendwie arrangiert. Aber direkte<br \/> Zuarbeit f\u00fcr die Nationalsozialistische Partei\u2026 einige Leute sagen das.<br \/> Mir war das eigentlich vollkommen egal. Der Mann hat mich beeindruckt<br \/> durch seine Chinesischkenntnisse. Er konnte Chinesisch sprechen,<br \/> Chinesisch und Japanisch, und zwar in jeder Situation! Die Professoren<br \/> damals (es gab noch keine Professorinnen) konnten kein Chinesisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MM: Und Alfred Hoffmann war zur Zeit des Dritten Reiches in China?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WS: Ja, er war erst in Beijing und dann<br \/> in Nanjing. Er hat mit der Fotografin Hedda Hammer einen sehr sch\u00f6nen<br \/> Fotoband \u00fcber Nanjing gemacht, der ist 1944 bei Noessler in Shanghai<br \/> erschienen und dokumentiert das damalige Nanjing. Das Buch ist sehr<br \/> sch\u00f6n und sehr selten, in Deutschland sind nur drei Exemplare erhalten.<br \/> Eins ist bei mir, eins ist in Berlin, eins ist in Leipzig. Eine echte<br \/> Rarit\u00e4t. Er hat sich also f\u00fcr China und gerade f\u00fcr die neuere und<br \/> aktuelle Geschichte und die chinesische Revolution sehr interessiert und<br \/> war sehr sachkundig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MM: Und er war in Bochum?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WS: Ja, die Universit\u00e4t war damals eine<br \/> Neugr\u00fcndung, 1964 gegr\u00fcndet, und ich bin 1971 dann dorthin gekommen, als<br \/> die Baulichkeiten gerade fertig geworden waren. Das ist so eine<br \/> monumentale Protz-Beton-Uni, das muss man mal gesehen haben. Aber mir<br \/> hat das nichts ausgemacht, ich fand das ganz interessant. Und die<br \/> M\u00f6glichkeiten, die wir als Studierende damals dort hatten! Ich habe<br \/> alles M\u00f6gliche studiert, auch Farsi, das ist modernes Iranisch, immer<br \/> wieder ein bisschen Latein, allgemeine Sprachwissenschaft, und dann habe<br \/> ich auch ein bisschen Theologie gemacht, Psychologie\u2026 damals hatte man<br \/> Zeit und konnte so etwas machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MM: Die 1968er Studentenbewegung, war die 1971, als Sie an die Uni kamen, noch sp\u00fcrbar?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WS: Ja, die war immer noch h\u00f6chst virulent. Ich bin mit diesen Schulungen aufgewachsen, Karl Marx, <em>Das Kapital<\/em><br \/> 1 bis 3, das haben wir runterbeten k\u00f6nnen. Diese ganze Terminologie,<br \/> und dann sp\u00e4ter die Kulturrevolutions-Terminologie, damit ist meine<br \/> Generation gro\u00df geworden. Ich war auch Mitglied in ach wei\u00df ich gar<br \/> nicht mehr. Aber irgendwann sind mir die ultra-linken Organisationen zu<br \/> chaotisch geworden, also wenn jeder sein eigenes Zentralkomitee ausruft,<br \/> das kam mir dann doch etwas merkw\u00fcrdig vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MM: Haben Sie auch das \u201eKleine rote Buch\u201c (Maos Zitate) gehabt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WS: Nat\u00fcrlich, das hatte jeder. Ich habe<br \/> die noch, hier stehen auch noch ein paar rum. [Spaar deutet auf die<br \/> gef\u00fcllten B\u00fccherregale in seinem B\u00fcro.] Ich habe noch B\u00fcchersammlungen<br \/> aus der Zeit, auch Flugbl\u00e4tter, die habe ich archiviert und aufgehoben,<br \/> das kann noch mal interessant werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MM: Das war also eine politisierte Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WS: Ja, das war es.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MM: Und wann sind Sie dann zum ersten Mal ins chinesischsprachige Ausland gefahren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WS: Sehr sp\u00e4t. Da hatte ich mein<br \/> Chinesischstudium schon abgeschlossen und konnte alles M\u00f6gliche, Zeitung<br \/> lesen, klassische Texte, und so weiter. Aber was ich nicht konnte, das<br \/> war fl\u00fcssig reden, Alltagsgespr\u00e4che f\u00fchren. Das hat mit uns niemand<br \/> gemacht. Und dann habe ich ein Stipendium bekommen vom DAAD und bin 1979<br \/> nach Taibei gekommen, und da bin ich erstmal \u201eertrunken\u201c. Ich erinnere<br \/> mich noch gut an den Einstufungstest an der Shida, und da haben die mich<br \/> erstmal in so eine Anf\u00e4nger-Klasse gesteckt. Einfach weil ich auf die<br \/> einfachen Fragen, die sie mir gestellt haben, nicht recht habe antworten<br \/> k\u00f6nnen. Aber das hat sich dann schnell ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MM: Hat man da noch etwas vom \u201eWei\u00dfen Terror\u201c gemerkt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WS: Nein, \u00fcberhaupt nicht. Offiziell war<br \/> das Land noch unter Milit\u00e4rverwaltung, und war, wie man heute sagen<br \/> w\u00fcrde, eine Einparteiendiktatur unter der Guomindang. Damals war Jiang<br \/> Jieshi \u8523\u4ecb\u77f3 vor nicht allzu langer Zeit verstorben, und sein Sohn, Jiang<br \/> Jingguo \u8523\u7d93\u570b, der war damals Pr\u00e4sident. Von innerer Unterdr\u00fcckung habe<br \/> ich da nichts gemerkt. Was aber offensichtlich war, war, dass die Post<br \/> von Ausl\u00e4ndern mitgelesen und archiviert wurde. Das war halt \u00fcblich und<br \/> das hat man gewusst. Und ansonsten war das f\u00fcr mich ein bestimmter<br \/> Kulturschock. In Deutschland hatten wir das, was man gemeinhin \u201eLinke<br \/> Bewegung\u201c nennt: \u201eWider den Konsum-Terror\u201c hie\u00df es. Naja,<br \/> \u201eKonsum-Terror\u201c in Deutschland Mitte der Siebziger Jahre, einfach<br \/> l\u00e4cherlich verglichen mit dem, was in China los ist. Und das hat mich<br \/> ziemlich geschockt. Der richtige \u201eKonsum-Terror\u201c, wie er Ende der 79er<br \/> und in den 80er Jahren in Taiwan herrschte, wie da konsumiert wurde, das<br \/> war f\u00fcr mich unbegreiflich, das war neu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MM: Und sind Sie dann auch in die Volksrepublik gefahren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WS: Ja, das war in der Zeit nach der<br \/> Kulturrevolution und als die Reform- und \u00d6ffnungspolitik begonnen hatte,<br \/> allerding noch nicht richtig in Schwung gekommen war. Deshalb konnte<br \/> man als Ausl\u00e4nder von Taiwan aus in die Volksrepublik China fahren, und<br \/> das habe ich auch gemacht und habe das Nach-Kulturrevolution\u00e4re China im<br \/> Aufbruch von Reform und \u00d6ffnung kennen gelernt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MM: Hat die Konkurrenz zwischen den zwei politischen Systemen zwischen Taiwan und Volksrepublik auch die Sinologie gespalten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WS: Ja. Die Leute, die sich mit Taiwan<br \/> besch\u00e4ftigt haben und nicht mit den \u201eVerk\u00fcrzten Schriftzeichen\u201c, die<br \/> galten als \u201ereaktion\u00e4r\u201c. Und wer das Kurzzeichen-Lehrbuch benutzt hat<br \/> und die Kurzzeichen verwendet hat, der galt als progressiv. Das war zum<br \/> Beispiel so, dass viele traditionelle oder konservativ eingestellte<br \/> Sinologie-Professoren alles, was aus der Volksrepublik kam, radikal<br \/> abgelehnt haben, die haben das gar nicht wahrgenommen. Dagegen war<br \/> dieser Alfred Hoffmann, der ja angeblich so reaktion\u00e4r gewesen ist, der<br \/> Erste in Bochum, der gesagt hat: \u201eWir nehmen diese neuen<br \/> Lehrb\u00fccher&nbsp; mit den verk\u00fcrzten Zeichen f\u00fcr den Unterricht auf.\u201c Er<br \/> hat die Zeichen im Unterricht besprochen und erkl\u00e4rt, dass diese<br \/> verk\u00fcrzten Zeichen ja nicht irgendwie eine kommunistische teuflische<br \/> Erfindung sind, sondern dass sie eine Geschichte haben, die bis zur<br \/> Han-Zeit zur\u00fcckgeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MM: Sie haben da doch auch etwas dar\u00fcber geschrieben, \u00fcber die zweite Schriftreform 1978, oder?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WS: Da habe ich mal etwas<br \/> zusammengestellt. Das ist eigentlich nur so ein kommentierter Index zu<br \/> den Formen der Kurzzeichen die nur f\u00fcr etwa zwei Monate offiziell g\u00fcltig<br \/> waren. Und die man aber ab und zu auch immer wieder sieht, vor allen<br \/> Dingen im Alltag, auf dem Markt zum Beispiel. Ein Musterbeispiel ist:<br \/> Ich war ja viel in Tibet. [Am Fenster von Spaars B\u00fcro h\u00e4ngt ein<br \/> tibetisches Tuch mit einem \u201eendlosen Knoten\u201c.] Und der chinesische Name<br \/> Xizang \u897f\u85cf ist ja bl\u00f6d zu schreiben, das zang oder cang \u85cf wird dann<br \/> einfach mit dem <em>caozitou<\/em> \u8349\u5b57\u5934 und darunter ein <em>shang<\/em> \u4e0a<br \/> geschrieben: \u4499. Das ist ein ganz inoffizielles Zeichen, aber das sieht<br \/> man immer wieder. Ich habe das immer fotografiert, abgeschrieben und<br \/> dokumentiert, wenn ich so etwas gesehen habe. &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MM: Was hat Sie nach Tibet gef\u00fchrt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WS: Tibet hat mich immer interessiert &#8211;<br \/> nicht unbedingt sinologisch oder akademisch. Ich hatte fr\u00fcher noch einen<br \/> Nebenberuf, ich war gepr\u00fcfter Bergf\u00fchrer und war also immer im<br \/> Hochgebirge unterwegs, meistens mit Jugendgruppen, und deshalb hatte ich<br \/> von der Bergsteigerei her gro\u00dfes Interesse an Tibet. In den Achtzigern<br \/> gab es so einen Sommer in Tibet, wo Tibet ge\u00f6ffnet war f\u00fcr alle, der hat<br \/> mich sehr erinnert an die Zeit Anfang der 70er Jahre an Orten wie Kabul<br \/> oder Goa. Lauter hippytoid gewandete Leute, j\u00fcngerer und \u00e4lterer<br \/> Generation, trieben da durch Lhasa, an jeder Ecke gab es Popmusik und<br \/> Yak-Burger und allen m\u00f6glichen Krempel, und das hat mich sehr daran<br \/> erinnert, wie ich Anfang der 70er in Iran, in Afghanistan, Pakistan,<br \/> Indien nat\u00fcrlich, Nepal gereist bin. Da hat man sich damals einfach so<br \/> rumgedr\u00fcckt, mit Ruck- und Schlafsack.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Das Interview f\u00fchrte Mariana M\u00fcnning am 12. Juli 2018 im Institut f\u00fcr Sinologie, Heidelberg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die weiteren Teile des Interviews finden Sie hier: <a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2026\/05\/19\/interview-mit-dr-wilfried-spaar-am-12-juli-2018-teil-2\/\">Teil 1<\/a>, <a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2019\/01\/01\/newsletter-januar-2019-nr-96\/\">Teil 2<\/a>, <a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2019\/04\/01\/newsletter-april-2019-nr-97\/\">Teil 3<\/a>, <a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2019\/06\/01\/newsletter-juni-2019-nr-98\/\">Teil 4<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a id=\"2\" name=\"2\"><\/a><strong>Chinesische Schauspielerinnen, \u00f6sterreichische Regisseure und der Film \u201eChildren of the World\u201c<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align:center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Nl95 Artikel2 001\" height=\"405\" node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/276322\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl95_artikel2_001.jpg\" style=\"border-style: solid; border-width: 0px; border-color: black; margin: 10px;\" width=\"270\"><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs entstand<br \/> in Shanghai ein bemerkenswerter Film, den ein \u00f6sterreichisches Ehepaar<br \/> zusammen mit chinesischen Schauspielerinnen, Schauspielern und<br \/> Technikern drehte. Dieser hatte viele Namen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Children of the World<\/em> \u2013 <em>Kinder der Welt<\/em> \u2013 <em>Shijie ern\u00fc<\/em> \u4e16\u754c\u513f\u5973 \u2013 <em>S\u00f6hne und T\u00f6chter der Welt<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses ungew\u00f6hnliche Werk wurde im Juni 2018 zum ersten Mal in Heidelberg gezeigt: <a href=\"https:\/\/www.karlstorkino.de\/programm\/kinder-der-welt\/\">https:\/\/www.karlstorkino.de\/programm\/kinder-der-welt\/<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align:center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Nl95 Artikel2 002\" height=\"146\" node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/276323\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl95_artikel2_002.jpg\" style=\"border-style: solid; border-width: 0px; border-color: black; margin: 10px;\" width=\"200\"><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">L(o)uise&nbsp; und Jakob Fleck \u4f5b\u83b1\u514b, die<br \/> beide schon seit Jahrzehnten Filme produziert hatten, waren 1940 von<br \/> \u00d6sterreich nach China geflohen. Dort lernten sie den chinesischen<br \/> Regisseur Fei Mu \u8d39\u7a46 kennen, der nach dem Krieg durch den Film <em>Xiao cheng zhi chun<\/em> \u5c0f\u57ce\u4e4b\u6625 ber\u00fchmt wurde. Zu dritt \u2013 aber ohne eine gemeinsame Sprache \u2013 leiteten sie nun dieses bemerkenswerte Projekt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Film war im Oktober 1941 fertig,<br \/> konnte aber nur kurz gezeigt werden. Der japanische Angriff auf Pearl<br \/> Harbor im Dezember des Jahres und die japanische Besetzung von Shanghai<br \/> verhinderten weitere Auff\u00fchrungen. Danach geriet das Werk in<br \/> Vergessenheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beiden Hauptdarstellerinnen waren Lan Lan \u84dd\u5170 und Ying Yin \u82f1\u8335. Der (sp\u00e4ter) bekannteste Schauspieler dieses Films war <a href=\"https:\/\/www.karlstorkino.de\/reihe\/shi-hui\/?Anzeigen=Vorwort\">Shi Hui<\/a> \u77f3\u6325.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lans Familie kam eigentlich aus Fujian,<br \/> sie wuchs jedoch im Norden auf und studierte in Beijing; eine j\u00fcngere<br \/> Schwester wurde in der Volksrepublik China <a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2016\/03\/01\/newsletter-maerz-2016-nr-86\/\">Filmregisseurin und \u00dcbersetzerin.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align:center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Nl95 Artikel2 003\" height=\"261\" node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/276324\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl95_artikel2_003.jpg\" style=\"border-style: solid; border-width: 0px; border-color: black; margin: 10px;\" width=\"418\"><\/p>\n<p>Lan Lan war urspr\u00fcnglich Theaterschauspielerin, spielte aber w\u00e4hrend des Krieges mehrfach Filmrollen.<\/p>\n<p>Ying Yin stammte aus einer mandschurischen Familie in Beijing und war<br \/> entfernt mit dem sp\u00e4teren Schauspieler (und Kulturpolitiker) Ying<br \/> Ruocheng \u82f1\u82e5\u8bda&nbsp; (\u201eDer letzte Kaiser\u201c) verwandt.<\/p>\n<p>Sie hatte schon als Zwanzigj\u00e4hrige in dem beliebten Film <em>Shizi jietou<\/em> \u5341\u5b57\u8857\u5934 mitgespielt. 1942 beging sie \u2013 nach der T\u00f6tung eines guten Freundes durch die Japaner \u2013 Selbstmord.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fei Mu, Shi Hui und die Flecks starben alle in den f\u00fcnfziger Jahren, Lan Lan vermutlich auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Autor: Dr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 id=\"anker_Chi-YinChenausWanhsienin\"><a id=\"3\" name=\"3\"><\/a><strong>Dong Jianwu, Dong Weijian, sowie Chen Yun, Pu Huaren und Qin Bangxian in Shanghai<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor f\u00fcnfzehn Jahren erschien in einer<br \/> chinesischen Zeitschrift \u00fcber Parteigeschichte ein kleiner Aufsatz mit<br \/> dem (verk\u00fcrzten) Titel: Dong Jianwu war nicht Dong Weijian. Auch wenn<br \/> die \u00dcberschrift f\u00fcr mich nicht \u00fcberraschend war (da der erste aus<br \/> Jiangsu und der zweite aus Hunan stammte), war der Beitrag trotzdem<br \/> interessant. Es stellte sich n\u00e4mlich heraus, dass beide Herren in<br \/> Shanghai viele gemeinsame Bekannte hatten, darunter Chen Yun, Pu Huaren<br \/> und Qin Bangxian.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Chen Yun geh\u00f6rte von den drei\u00dfiger<br \/> Jahren bis in die achtziger Jahre \u2013 mit Unterbrechungen \u2013 der KP-F\u00fchrung<br \/> an, ein Rekord, dem nur Zhou Enlai nahe kam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Qin Bangxian war einmal (inoffizieller)<br \/> KP-F\u00fchrer (1931-1935), geriet allerdings wegen seines fr\u00fchen Todes<br \/> schnell in Vergessenheit; Pu Huaren war nie besonders ber\u00fchmt, geh\u00f6rte<br \/> aber ab 1937 zu den wichtigsten Mitgliedern der damals gegr\u00fcndeten<br \/> Xinhua-Nachrichtenagentur in Yan\u2019an.<\/p>\n<h4 id=\"anker_FromChristtoMarx\" style=\"text-align: justify;\">From Christ to Marx<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dong Jianwu und Pu Huaren stammten beide<br \/> (wie auch Chen Yun und Qin Bangxian) aus Jiangsu, lernten sich fr\u00fch<br \/> kennen und verbrachten einige Jahre in Shanghai. Beide wurden Christen,<br \/> lernten Englisch und studierten an der St. John\u2019s University. Dong<br \/> kannte die Familie Song recht gut und pflegte Kontakte mit Song<br \/> Qingling, Song Ziwen und ihrer Mutter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pu Huaren reiste 1927 nach Moskau. Sheng Yueh, der ihn dort kennen lernte, schrieb:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cSome members [\u2026] later became<br \/> Communists. P\u2019u Hua-jen, for example, shifted his ardent faith from<br \/> Christ to Marx and preached communism instead of Christianity.\u201d (S.148)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch Vermittlung von Pu Huaren, wurde<br \/> 1928 auch Dong Jianwu Kommunist. Als Pastor hatte Dong in Shanghai eine<br \/> eigene Kirche in der gelegentlich geheime KP-Aktivit\u00e4ten stattfanden.<br \/> Zur unauff\u00e4lligen Aufrechterhaltung der Kontakte mit Song Qingling wurde<br \/> Dongs Tochter Huifang eingesetzt, die damals noch Sch\u00fclerin war. (Ich<br \/> sah sie vor mehr als zwanzig Jahren bei einer Konferenz in der<br \/> chinesischen Hauptstadt.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dong Weijian studierte nach der 1911<br \/> Revolution in den USA (Columbia), kehrte nach der Promotion in seine<br \/> Heimatprovinz Hunan zur\u00fcck und verlie\u00df diese 1927 \u2013 in dem Jahr wurde er<br \/> auch KP-Mitglied. In Shanghai lernte er \u2013 neben Pu Huaren \u2013 auch die<br \/> Schriftsteller Lu Xun, Tian Han und Yu Dafu kennen. Er arbeitete in<br \/> Shanghai f\u00fcr die (illegale) KP und wurde 1935 mit Pu verhaftet. 1937 kam<br \/> Dong frei, war aber gesundheitlich sehr angeschlagen, ging 1940 nach<br \/> Hongkong und starb 1942.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pu Huaren war ab 1937 in Yan\u2019an,<br \/> arbeitete f\u00fcr Xinhua und wurde sp\u00e4ter auch Sprachlehrer. Aufgrund ihrer<br \/> Englischkenntnisse waren Pu und die beiden Dongs oft als Dolmetscher und<br \/> \u00dcbersetzer t\u00e4tig.<\/p>\n<h4 id=\"anker_RedStaroverChina\" style=\"text-align: justify;\">Red Star over China<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">1936 wurde Dong Jianwu beauftragt, in<br \/> Xi\u2019an Kontakt mit dem amerikanischen Journalisten Edgar Snow<br \/> herzustellen. Dieser war von Peking angereist und wollte die<br \/> kommunistischen Gebiete besuchen. Als \u201ePastor Wang\u201c wurde Dong durch das<br \/> Buch \u201eRoter Stern \u00fcber China\u201c weltber\u00fchmt, aber der Name Dong Jianwu<br \/> blieb ein Geheimnis. Dong starb 1970, Pu Huaren 1974.<\/p>\n<h4 id=\"anker_Literatur:\" style=\"text-align: justify;\">Literatur:<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sheng Yueh: <em>Sun Yatsen-University in Moscow and the Chinese revolution: a personal account<\/em> (Kansas, 1971).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">E. Snow: <em>Roter Stern \u00fcber China<\/em> (Frankfurt, 1974).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">T. Kampen: \u201eThe secret life of Pastor Wang: Edgar Snow&#8217;s guide revealed\u201c, <em>CCP Research Newsletter<\/em>, Nr. 2 (1989), S. 7-8.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kong Fanling: \u201eDong Jianwu yu Dong Weijian bu shi tong yi ren\u201c, <em>Dang de wenxian<\/em>, Nr.5, 2003, S. 93-94.<\/p>\n<div style=\"text-align:center\">\n<figure class=\"image\" style=\"display:inline-block\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Nl95 Artikel3 001\" data-node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/276326\" height=\"442\" node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/276326\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl95_artikel3_001.jpg\" style=\"border-style: solid; border-width: 0px; border-color: black; margin: 10px;\" width=\"300\"><figcaption>Tochter Dong Huifang (in der Mitte).<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Autor: Dr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2 id=\"anker_MarxistischeArbeiter-Sch\"><strong><a id=\"4\" name=\"4\"><\/a>Han Sen (1925-2018) und Ullabritt Horn (1956-2017)<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus einer Berliner Pressemeldung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnter den Besuchern wird auch Han Sen,<br \/> der Autor des Buches \u201aEin Chinese mit dem Kontrabass\u2018, sein. 1925 in<br \/> Berlin als Sohn chinesischer Eltern geboren und aufgewachsen, 1933 in<br \/> die Schweiz emigriert, reiste er 1940 nach China aus. In seinem Buch<br \/> beschreibt er die Stationen seines Lebens und die Zeit in China als<br \/> \u00dcbersetzer bis hin zum Sekret\u00e4r f\u00fcr Maos Stellvertreter Tschou-Enlai.<br \/> Mit gleichem Titel entstand ein Dokumentarfilm von Ullabritt Horn.\u201c (<a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/rbmskzl\/aktuelles\/pressemitteilungen\/2003\/pressemitteilung.48624.php\">https:\/\/www.berlin.de\/rbmskzl\/aktuelles\/pressemitteilungen\/2003\/pressemitteilung.48624.php<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Han Sen wurde in Berlin geboren, <a href=\"http:\/\/www.epd-film.de\/personen\/ullabritt-horn-1\">Ullabritt Horn<\/a> in Bremerhaven. Beide wurden vor f\u00fcnfzehn Jahren durch ihren gemeinsamen Film <a href=\"http:\/\/www.lichtfilm.de\/de\/filme\/filmkatalog\/369-ein-chinese-mit-dem-kontrabass-1\"><em>Ein Chinese mit dem Kontrabass<\/em><\/a><br \/> bekannt, der noch gelegentlich im TV &nbsp;l\u00e4uft. Das gleichnamige Buch<br \/> wurde zuerst 2001 in M\u00fcnchen ver\u00f6ffentlicht, sp\u00e4ter gab es auch eine<br \/> Taschenbuchausgabe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Buch und Film wird der Weg des<br \/> Chinesen von Berlin \u00fcber die Odenwaldschule in die Schweiz und dann die<br \/> \u201eR\u00fcckkehr\u201c der Familie (mit einer Stiefmutter) \u00fcber Indien, Singapur,<br \/> Vietnam nach China beschrieben. Im Odenwald hatte er eine holl\u00e4ndische<br \/> Erzieherin, die \u00fcber ihn schrieb: \u201eHan-Sen-Shien. Er ist ein lieber,<br \/> guter, sanftm\u00fctiger Kerl, der von jedermann geliebt wird. [\u2026] Er spricht<br \/> aber kein Chinesisch sondern richtig Berlinerisch.\u201c (S.15)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Singapur gefiel dem Jungen gar nicht und<br \/> er stritt sich mit seinem Vater: \u201eMich erschreckte auch, dass mein<br \/> Vater&nbsp; trotz der vielen in Europa verbrachten Jahre durch und durch<br \/> Chinese geblieben war und sich \u00fcberhaupt nicht in die Haut seines in<br \/> Europa aufgewachsenen Sohnes versetzen konnte.\u201c (S.67)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach f\u00fcnfzehn Jahren in Europa und<br \/> f\u00fcnfzehn Jahren in China (Chongqing \u2013 Yan\u2019an \u2013 Harbin) reiste der junge<br \/> Mann dann in die Sowjetunion aus und verbrachte mehrere Jahrzehnte in<br \/> der Ukraine. Dort heiratete er und wurde dann selbst Vater.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ende der siebziger Jahre gelang es ihm \u2013<br \/> mit seiner Frau \u2013 in die DDR und nach Ostberlin zu reisen. Dort konnte<br \/> er nicht nur die ihm vertrauten Stadtbezirke, sondern auch einige alte<br \/> Bekannte wiedersehen. In den neunziger Jahren versuchte er, zun\u00e4chst<br \/> erfolglos, sich dauerhaft in der BRD niederzulassen. Buch und Film<br \/> trugen dann dazu bei, dass er seine letzten Lebensjahre in seiner<br \/> Geburtsstadt verbringen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ullabritt Horn, die vor allem in \u00d6sterreich ausgebildet wurde und verschiedene <a href=\"https:\/\/www.nuernberg.de\/presse\/mitteilungen\/presse_43611.html\">Film- und Kulturpreise<\/a> bekam, reiste mit Han Sen nach China und besuchte die Orte in denen er in den vierziger und f\u00fcnfziger Jahren gelebt hatte. <a href=\"https:\/\/www.kunstkulturquartier.de\/filmhaus\/programm\/schwerpunkte\/hommage-an-ullabritt-horn\/\">Sie starb im Dezember 2017 in N\u00fcrnberg<\/a>, Han Sen im M\u00e4rz 2018 in Berlin.<\/p>\n<p style=\"text-align:center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Nl95 Artikel4 001\" height=\"127\" node-id=\"\/2\/477\/478\/850\/851\/133921\/142586\/276327\" src=\"https:\/\/shan-hd.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nl95_artikel4_001.jpg\" style=\"border-style: solid; border-width: 0px; border-color: black; margin: 10px;\" width=\"80\"><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Han Sens Vater war <a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2008\/06\/01\/newsletter-juni-2008-nr-23\/\">Xie Weijin<\/a>, seine Mutter <a href=\"http:\/\/www.uni-heidelberg.de\/\/fakultaeten\/philosophie\/zo\/sinologie\/shan\/nl-archiv\/2017_NL91.html#3\">Cheng Qiying<\/a>.<br \/> Beide stammten aus Sichuan und trafen sich etwa 1924 in G\u00f6ttingen, wo<br \/> auch der aus der gleichen Provinz stammende, sp\u00e4ter ber\u00fchmt gewordene<br \/> General <a href=\"https:\/\/shan-hd.de\/index.php\/2016\/03\/01\/newsletter-maerz-2016-nr-86\/\">Zhu De<\/a> lebte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Autor: Dr. Thomas Kampen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<hr>\n<h2><a id=\"5\" name=\"5\"><\/a><strong>Das Deutsch-Chinesische Alumni-Netzwerk ALUROUT<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">China ist in kurzer Zeit zu einem der<br \/> innovativsten L\u00e4nder der Welt geworden und auf dem besten Weg zu einer<br \/> globalen Supermacht. Dies gilt insbesondere auch f\u00fcr den Wirtschafts-<br \/> und Wissenschaftsbereich der Logistik sowie angrenzende Themenfelder.<br \/> Chinesische Unternehmen sind nicht mehr nur Nachahmer westlicher<br \/> Technologien, sondern treten mit eigenem Fachwissen zunehmend in der<br \/> ganzen Welt als Gro\u00dfinvestoren und ernstzunehmende Konkurrenten in<br \/> Wirtschaft und Wissenschaft auf. Im Gegensatz dazu ist China f\u00fcr<br \/> Europ\u00e4er immer noch schwer zug\u00e4nglich, da Sprache, Kultur und Politik<br \/> enge Grenzen setzen. Dabei k\u00f6nnten deutsche Unternehmen viel von China<br \/> lernen und einen ma\u00dfgeblichen Wettbewerbsvorteil erlangen, wenn sie<br \/> verstehen, wie Chinas Welt funktioniert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade in der digitalen<br \/> Transformationszeit ist eine nachhaltige Zusammenarbeit beider L\u00e4nder im<br \/> Bereich der Logistik st\u00e4rker denn je gefragt. Denn hier bestehen sowohl<br \/> viele Anwendungsfelder in Forschung und Industrie als auch<br \/> Schnittpunkte zu anderen Themenbereichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu sind jedoch intensive Kooperationen<br \/> auf Augenh\u00f6he erforderlich. Ein Wissensaustausch von deutschen und<br \/> chinesischen Logistikexperten f\u00fchrt zu gewinnbringenden Chancen und zu<br \/> einem Fortschritt in Wissenschaft und Wirtschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die Wissenskooperation beider L\u00e4nder<br \/> im Kontext der Logistik zu st\u00e4rken, wurde das erste Deutsch-Chinesische<br \/> Alumni-Netzwerk ALUROUT ins Leben gerufen. Das vom BMBF gef\u00f6rderte<br \/> Projekt fokussiert die fachorientierte Vernetzung im Bereich der<br \/> Logistik. Den Alumni stehen zwei Anlaufstellen f\u00fcr Wissensaustausch und<br \/> Projektanbahnung zur Verf\u00fcgung \u2013 das Fraunhofer IML in Dortmund und der<br \/> \u00d6kopark in Qingdao in China. Beide Standorte nehmen eine herausragende<br \/> Stellung in der Logistik ein und erg\u00e4nzen sich optimal in fachlicher<br \/> Hinsicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mitglieder des Netzwerks profitieren in vielerlei Hinsicht von unseren Programmen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;&nbsp;&nbsp; \u2022&nbsp;&nbsp;<br \/> &nbsp;Finden und Pflegen vielversprechender Kontakte zu Branchenexperten<br \/> in Deutschland und China.<br \/> &nbsp;&nbsp; &nbsp;\u2022&nbsp;&nbsp; &nbsp;Identifikation relevanter Themen f\u00fcr Wissenschaft und Industrie.<br \/> &nbsp;&nbsp; &nbsp;\u2022&nbsp;&nbsp; &nbsp;Gemeinsame Forschungs- und Industrieprojekte.<br \/> &nbsp;&nbsp; &nbsp;\u2022&nbsp;&nbsp; &nbsp;Internationale Netzwerkveranstaltungen, Workshops und Thementage.<br \/> &nbsp;&nbsp; &nbsp;\u2022&nbsp;&nbsp; &nbsp;Fachvortr\u00e4ge hochkar\u00e4tiger Experten zu aktuellen Entwicklungen rund um Logistik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Informationen und wie sie dem Netzwerk kostenlos und unverbindlich beitreten k\u00f6nnen, erfahren sie auf der <a href=\"https:\/\/www.iml.fraunhofer.de\/de\/abteilungen\/b2\/supply-chain-development---strategy\/gefoerderte-projekte\/alurout.html\">ALUROUT-Webseite<\/a>. Wir freuen uns, auch sie bald in unserem Netzwerk begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Autor: Denis Daus<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#Inhalt\">&lt;&lt; Zur\u00fcck zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INHALT Interview mit Dr. Wilfried Spaar &#8211; Teil 1 Wie ist unser langj\u00e4hriger Sprachlehrer Dr. Spaar zu seinem Studienfach und Beruf gekommen? 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