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Die tschechischen Journalisten Otto Heller (1897-1945) und Egon Erwin Kisch (1885-1948) im Fernen Osten

China zog auch die beiden
tschechischen, deutschsprachigen Journalisten Egon Erwin Kisch – auch
heute noch bekannt als „rasender Reporter“ – und Otto Heller, an. Ein
Bericht von Dr. Thomas Kampen.

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Weitemeyer und Wu – ein deutsch-chinesisches Paar in Göttingen, Moskau und Shanghai

Auch das Schicksal von Irene
Weitemeyer und Wu Zhaogao zeigt, welche Auswirkungen die globalen
politisch-ideologischen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts auf den
Lebensweg einzelner Menschen haben konnten. Von Dr. Thomas Kampen.

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Wie kann ein China-Austausch nachhaltig gestaltet werden?

Das SHAN-Schulteam engagiert
sich auch im Austausch zwischen chinesischen und deutschen Schulen, hier
zwischen Mannheim und Shanghai sowie Heidelberg und Danyang. Ein
Bericht von Leah Kunkel und Emily Graf.

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Die tschechischen Journalisten Otto Heller (1897-1945) und Egon Erwin Kisch (1885-1948) im Fernen Osten




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Im deutschsprachigen Raum gehörten Otto Heller und Egon Erwin Kisch in
der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den bekanntesten tschechischen
Journalisten. Nach 1949 wurde Kisch in der DDR in großen Auflagen immer
wieder nachgedruckt, Heller dagegen ignoriert; für die BRD waren beide
Autoren zu links, erst mit der Studentenbewegung wuchs zumindest das
Interesse an Kisch.

Kisch war der ältere, erfolgreichere und
berühmtere und hatte in schwierigen Situationen oft Glück; Heller
geriet oft in Schwierigkeiten, wurde während des Zweiten Weltkriegs
mehrfach inhaftiert und starb schließlich – noch vor Kriegsende – im
März 1945. Das Leben der beiden zeigt dennoch auffallend viele
Gemeinsamkeiten, die nicht nur mit gleicher Herkunft, Sprache und
politischer Orientierung zusammenhängen, sondern auch mit ihren Reisen
und daraus resultierenden Publikationen.

Beide lebten in Deutschland und in der
Sowjetunion, beide nahmen am Spanischen Bürgerkrieg teil und beide
reisten in den Fernen Osten. Ihre Werke erschienen in den gleichen
Verlagen.

 

Der 50. Geburtstag

Im Frühjahr 1935 veröffentlichte die Zeitschrift Neue deutsche Blätter
ein Sonderheft für Egon Erwin Kisch, da dieser 50 wurde. Die Titelseite
zeigt, dass diese eine Exilzeitschrift war, die in
Prag-Wien-Zürich-Paris-Amsterdam erschien, die meisten Autoren waren
Deutsche. Zur Redaktion gehörte Anna Seghers, die in Heidelberg
Sinologie studiert hatte und dann als Schriftstellerin in Berlin lebte,
wo sie Kisch kennen lernte. Da sie selbst damals noch nicht nach China
reisen konnte, hatte sie großes Interesse an journalistischen
Reiseberichten über Ostasien.

Otto Heller schrieb in dem Heft: „Das
letzte Mal trafen wir uns am Bahnhof von Zürich, das vorletzte Mal am
Bahnhof in Chabarowsk. Du kamst damals aus China, ich fuhr nach
Wladiwostok. Deutschland ‚regierte‘ bereits Herr von Papen. Es war ein
trüber fernöstlicher Spätsommertag, regnerisch, neblig, wir ärgerten uns
beide über Zugverspätungen. Das seltsamste aber war, dass wir uns gar
nicht darüber wunderten, wo wir uns trafen. Es war beinahe eine
Selbstverständlichkeit. Es ist alles was Du schreibst und erzählst, so
selbstverständlich, es wirkt oft anekdotisch, ohne es zu sein.“ (S. 282)

Da beide Autoren Mitglieder von
kommunistischen Parteien waren, wurden die Ostasienreisen vermutlich
irgendwie von sowjetischer Seite gefördert, unterstützt oder angeordnet –
hierzu gibt es aber kaum Informationen. Allerdings ist bekannt, dass
beide Journalisten in Berlin den Chinesen Xie Weijin kannten, der ihnen
bei der Vorbereitung der Reisen half; dieser war später auch in Spanien.
(https://shan-hd.de/index.php/2008/06/01/newsletter-juni-2008-nr-23/#3).

Hellers Text bezieht sich auf das Jahr
1932, Kisch war im Frühjahr nach China gereist – er war im März in
Tschita, im Mai in Shanghai (wo er Ursula Hamburger und Agnes Smedley
traf) und danach in Peking und Nanking; im Herbst verfaßte er das Buch China geheim und veröffentlichte es zum Jahresende in Deutschland. Heller publizierte 1932 Das Geheimnis der Mandschurei und Wladi Wostok: Der Kampf um den Fernen Osten.
Der politische Hintergrund und das Hauptinteresse der Sowjetunion war
die japanische Expansion in der Mandschurei und in benachbarten Regionen
nahe der sowjetischen Grenze.

Nach der Flucht aus Deutschland gingen
Heller und Xie in die Schweiz, Kisch und Seghers nach Frankreich, beide
landeten schließlich in Mexiko und kehrten nach dem Krieg nach Europa
zurück. (Seghers reiste mit einer DDR-Delegation in den fünfziger Jahren
zum ersten und einzigen Mal nach China.)

 

PS

Bedrich (Friedrich) Kisch, ein Bruder
von Egon, war Arzt und nahm ebenfalls am Spanischen Bürgerkrieg teil;
danach reiste er mit anderen Ärzten nach China, um den Kampf gegen Japan
zu unterstützen, er starb 1968.

(https://shan-hd.de/index.php/2010/07/01/newsletter-juli-2010-nr-44/#4 )

 

Dr. Thomas Kampen

 

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Weitemeyer und Wu – ein deutsch-chinesisches Paar in Göttingen, Moskau und Shanghai

Vor 110 Jahren wurde im Raum Göttingen Irene Weitemeyer geboren; im
gleichen Jahr kamen (einige Monate vor ihr) in Berlin Ruth Werner und –
weiter östlich – Anna Wang zur Welt. Alle drei lebten in den dreißiger
Jahren in China und in den sechziger Jahren wieder in Deutschland.

Von Irene Weitemeyer sind jedoch im
Gegensatz zu den anderen Damen keine Bücher bekannt, daher ist es auch
schwierig, ihr Leben zu rekonstruieren. Eine Gemeinsamkeit der drei ist,
dass sie früh heirateten und sich auch früh wieder von ihren Gatten
trennten.

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Chinesische Studenten

Der 1899 geborene chinesische Student Wu
Zhaogao (Wu Chao-kao) traf in den frühen zwanziger Jahren in Göttingen
ein und studierte dort Mathematik. Er lernte offenbar schon bald die
damals noch recht junge Irene kennen, beide hatten Kontakt zur KPD. Der
Chinese benutzte auch schon frühzeitig den Namen Wu Jianxi (Wu
Chien-hsi); in verschiedenen Dokumenten taucht er auch als Wu Shao kao,
Wu Chao-kao und Wu Chao-kuo auf, wobei unklar ist, ob er selbst oder
andere die Varianten erfunden haben. Die spätere Gattin nannte sich
vorübergehend Weitemeyer-Wu, wurde aber auch irrtümlich als Wedemeier
und Wiedemeyer bezeichnet. Da sie später für die Sowjetunion arbeiteten,
bekamen sie auch noch russische Namen.

Herr Wu war einer von vielen
chinesischen Studenten in Göttingen – die Stadt gehörte in den zwanziger
Jahren zu den beliebtesten Studienorten in Deutschland. Die
bekanntesten waren Zhu De, der spätere Gründer der Roten Armee, und Xie
Weijin, der zwanzig Jahre in Europa verbrachte und am Spanischen
Bürgerkrieg teilnahm. Zhu und Xie hatten chinesische Freundinnen, die
beide etwa 1925 Kinder bekamen, sie waren zu der Zeit allerdings nicht
mehr in Göttingen.

Über Irene, mit der sie in Shanghai
zusammen arbeitete, schrieb Ruth Werner: sie „.hatte ihr Kind in Moskau
zurückgelassen und sehnte sich nach der Tochter, die noch nicht zwei
Jahre alt war. […] Von ihrem eigenen Kind sprach sie erst, nachdem sie
die Nachricht von seinem Tode erhalten hatte. Es war an einer
Gehirnhautentzündung gestorben.“ Außerdem steht auf der gleichen Seite
eine Beschreibung der Freundin: „Sommersprossen auf weißer Haut,
milchigblaue Augen und rotes widerspenstiges Haar“ (S.74). Auf Photos
sieht man, dass sie recht klein war.

Herr Wu ist auf mehreren Bildern der
zwanziger und frühen dreißiger Jahre zu sehen, immer mit Brille, meist
mit Hut. (In Moskau hatten in den späten zwanziger Jahren wohl beide für
die Kommunistische internationale gearbeitet.)

 

In Shanghai

Ruth Werner reiste im Juli 1930 (mit
ihrem Mann) mit dem Zug nach China. Ihre Freundin, die offenbar im
gleichen Jahr geheiratet hatte, reiste wohl im August oder September.
Irene soll im Herbst – vermutlich im November – eine Buchhandlung in
Shanghai eröffnet haben. Ein halbes Jahr vor Ruth Werner war schon der
Agent Richard Sorge in der Stadt eingetroffen, für diesen arbeitete Herr
Wu. (Schon im Jahr davor war die amerikanische Journalistin Agnes
Smedley von Berlin über Moskau nach China gereist – alle Genannten
hatten in Shanghai mit ihr Kontakt.) Anfang der dreißiger Jahre waren
auch einige KPD-Funktionäre in der Stadt, darunter die Herren Eisler,
Ewert und Stern; Ruth Werner war schon in Berlin Parteimitglied
geworden. Die beiden Frauen arbeiteten vorübergehend gemeinsam im
Buchladen und hatten Kontakt mit Agnes Smedley, Song Qingling und dem
Schriftsteller Lu Xun. Die Österreicherin Ruth Weiss, die 1933 in
Shanghai eintraf, erwähnt in ihren Memoiren Herrn und Frau Wu, wusste
aber über diese nicht viel (S.82).

 

Die Abreise

Ende 1932 und in den ersten Monaten des
Jahres 1933 waren viele ausländische Kommunisten in Shanghai von
Verhaftung bedroht und verliessen die Stadt. Sorge, Ruth Werner, Agnes
Smedley und Irene Wu hielten sich vorübergehend in der Sowjetunion auf.
Sorge ging dann nach Japan, Ruth Werner in die Mandschurei; Agnes und
Irene kehrten nach Shanghai zurück, wo die Buchhändlerin an anderer
Stelle einen neuen Laden eröffnete. 1935 gab es eine neue
Verhaftungswelle – Irene und Ruth verliessen das Land endgültig. Herr Wu
ging dagegen von Shanghai nach Peking, änderte seinen Namen und
profilierte sich als Akademiker – unklar ist, ob er dort noch weiter für
den Spionagering arbeitete.

 

Nachkriegszeit

Nach dem Krieg lebte Wu in der
Volksrepublik China und war als Wissenschaftler, Universitätsrektor,
Verlagschef und Übersetzer tätig; er hatte zwar gute Posten, wurde aber
kein Spitzenpolitiker, über seine Spionagevergangenheit wurde bis zu
seinem Tod (1973) nichts bekannt. Irene hatte in den dreißiger Jahren
zunächst noch in Moskau gearbeitet, wurde aber – wie viele damals –
inhaftiert. Sie durfte 1955 in die Bundesrepublik ausreisen und
verbrachte vermutlich ihre letzten Lebensjahre nahe ihres Geburtsorts,
sie soll 1978 gestorben sein.

 

PS:

Ein interessanter, aber wenig bekannter
Aspekt der Familiengeschichte ist die Tatsache, dass Wu einen jüngeren
Bruder hatte, der in den zwanziger Jahren in Amerika studierte. Zu
dieser Zeit versuchten sowohl Wu als auch Irene den Bruder (in
getrennten Briefen) für den Kommunismus zu begeistern. Auch der jüngere
Bruder lebte später in der VR, starb aber recht früh. Die Brüder
stammten aus der Provinz Henan. In neueren Texten aus der VR wird auch
noch ein dort lebender Sohn von Wu Zhaogao erwähnt, was auf eine weitere
Ehe schließen lässt.

 

Literatur:

Ruth Werner: Sonjas Rapport, Berlin, 1977.

J. & S. MacKinnon: Agnes Smedley, Zürich, 1989.

Ruth Weiss: Am Rande der Geschichte, Osnabrück, 1999.

Eine Übersetzung von Wu:

Cunow, Heinrich: Jing ji tong shi 經濟通史 (Allgemeine Wirtschaftsgeschichte) / H.
Cunow zhu H. Cunow著. Wu Jue xian yi 吴覺先譯. – Chu ban 初版. Shang hai 上海 :
Shang wu yin shu guan 商務印書館, Minguo 25 [1936]. – 2, 2, 24, 770 S.

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Dr. Thomas Kampen

 

 

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Wie kann ein China-Austausch nachhaltig gestaltet werden?

 

Schulteam-Mitglied Leah Kunkel begleitet Schüleraustausch des Feudenheim-Gymnasiums nach Shanghai

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​Vom 20. Oktober bis zum 4. November letzten Jahres hatte ich die
spannende Gelegenheit, als Betreuerin Teil eines China-Austausches zu
werden und für zwei Wochen nach China zu reisen. Obgleich ich schon seit
2011 am Institut für Sinologie Chinesisch studiere, war dies auch meine
erste Reise in die Volksrepublik, daher war ich auf diese Reise
natürlich besonders gespannt. Seit 2005 findet jährlich zwischen dem
Feudenheim-Gymnasium Mannheim (FGM) und der Shanghai World Foreign
Language Middle School (WFLMS) in Shanghai ein solcher China-Austausch
statt. Unsere Gruppe bestand aus insgesamt 15 Schüler/innen des FGM
unterschiedlichster Klassenstufen, Herrn Elvers (Deutsch- und
Ethik-Lehrer am FGM und Organisator des Austausches) und mir.

Das Programm bestand aus zwei Teilen. In
der ersten Woche standen der Schulunterricht an der WFLMS und der
Aufenthalt in den Gastfamilien der Schüler/innen auf dem Plan. Nachdem
wir von der Schule vor Ort in einer kurzweiligen Abschiedsfeier
verabschiedet worden waren, begaben wir uns dann in der zweiten Woche
auf eine Studienfahrt in die alte chinesische Hauptstadt Xi’an, die den
zweiten Teil unserer Reise bildete.

Meine Reise nach China begann am
Frankfurter Flughafen mit dem Kennenlernen unserer Gruppe. Mir war
einerseits bewusst, dass die kommende Fahrt viel Verantwortung verlangen
würde, andererseits war ich sehr gespannt und freute mich auf die
Reise. Mit den Schüler/innen verstand ich mich von Anfang an gut – bei
Fragen oder Problemen hatten sie keine Hemmungen, auf mich zuzukommen.
Im Laufe unserer ersten Woche begleitete ich die Schüler/innen in den
Unterricht und konnte dadurch einen interessanten Einblick in das
chinesische Bildungssystem gewinnen. Vor allem den Austausch mit
chinesischen Lehrer/innen der Partnerschule empfand ich als sehr
informativ, da diese nicht nur über die Organisation der Schule, sondern
auch über ihre eigene berufliche Laufbahn berichteten. Auf der
anschließenden Studienfahrt in Xi’an lernten die Schüler/innen viel über
die chinesische Kultur, und auch ich konnte mein theoretisches Wissen
aus dem Studium durch die Alltagspraxis und die einprägsamen
Reiseerlebnisse erweitern. Im Laufe des Besuches der berühmten
Terrakotta-Armee beim Mausoleum von Qin Shihuangdi ist mir besonders die
große Angst vieler Chinesen im Gedächtnis geblieben, die das Grab des
ersten Kaisers bis heute nicht zu öffnen wagen – aus Respekt und
vielleicht auch aus Angst vor dem Unbekannten oder Unvorhersehbaren.

Während der Reise habe ich in meiner
Funktion als Betreuerin nicht nur die „Lehrerseite“, sondern auch die
„Schülerseite“ besser kennen lernen dürfen. In meinen Augen ist es
gerade dieser Aspekt, der die Attraktivität der Begleitung eines
Schüleraustausches ausmacht. Persönlich konnte ich zudem viel über
Organisation, Verantwortung, Kommunikation und den Umgang mit
Schüler/innen lernen. Unsere vielen Eindrücke und Erlebnisse ließen wir
schließlich im Rahmen eines Nachtreffens (mit Foto-Präsentation und
Fragerunde) gemeinsam mit den Eltern der Schüler/innen noch einmal Revue
passieren und rundeten die Reise dadurch erfolgreich ab. Meine Zeit als
Betreuerin eines Schulaustausches in China war eine tolle Erfahrung,
die mir viel gebracht hat und die ich nur jedem empfehlen kann.

 

Das Schulteam unterstützt das Kurfürst-Friedrich-Gymnasium Heidelberg beim Empfang einer chinesischen Delegation aus Danyang

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Am 28. Oktober 2016
hieß das Kurfürst-Friedrich-Gymnasium in Heidelberg (KFG) eine
chinesische Delegation aus seiner Partnerschule in Danyang (Nähe
Shanghai) willkommen. Das Schulteam des Instituts für Sinologie
unterstütze diesen Austausch, indem es dolmetschend und beratend den
Schulen zur Seite stand.

Das KFG bietet seit sechs Jahren einen
China-Austausch an, der es seinen Schüler/innen ermöglicht, jährlich
zwei Wochen in China eine Schule zu besuchen und das Land zu erkunden.
In Zukunft wird dieser Austausch vom Schulteam des Instituts für
Sinologie durch die Etablierung einer wöchentlich stattfinden
Chinesisch-AG unterstützt, in der die Schüler/innen Grundkenntnisse in
der chinesischen Sprache und über das Land China in all seinen Facetten
erlernen, um einen intensiveren und nachhaltigen Austausch mit China zu
ermöglichen. Die AG ist nun im Januar dieses Jahres angelaufen und wird
von Daniel Simon betreut, der am Institut für Sinologie im
Erweiterungsfach Chinesisch im Lehramtsstudiengang studiert. 

Der jährliche Schulaustausch wird
gemeinsam mit einer Partnerschule aus Danyang organisiert, der Huanan
Experimental School. Im Juli besuchen chinesische Schüler/innen für zwei
Wochen das KFG und wohnen in dieser Zeit bei Gastfamilien in
Heidelberg. Im Oktober desselben Jahres besuchen daraufhin die
Schüler/innen des KFG die Danyang Huanan Experiemental School, wohnen
bei chinesischen Gastfamilien und reisen für eine weitere Woche nach
Shanghai und Xi’an. Hierbei lernen sie den chinesischen Schulalltag
kennen, aber haben auch die Chance, Einblicke in die Geschichte und das
kulturelle Erbe Chinas zu bekommen. Einen Erfahrungsbericht des KFG zum
letzten Austausch finden sie hier.

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Um die Zukunft des
Schulaustausches zu gestalten und sich auszutauschen, besuchte am 28.
Oktober eine chinesische Delegation das KFG. Der Schulleiter des KFG,
Herr Dr. Alperowitz, und die im Schulaustausch mitwirkenden Lehrerinnen
Frau Sagerer-Eichinger und Frau Schmidt hießen die Vize-Bürgermeisterin
der Stadt Danyang, Frau Xu Wei, wie auch Vertreter aus der Abteilung für
Bildung der Stadt, gemeinsam mit den Schulleitern der Danyang Huanan
Experimental School, Herr Wang Xuping, und der No.3 Middle School, Herr
Wang Lixing, am KFG willkommen. Aus dem Schulteam nahmen an der
Besprechung Emily Graf, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für
Sinologie und Leiterin des Schulteams, und Daniel Simon,
Lehramtskandidat im Erweiterungsfach Chinesisch und AG-Leiter im
Schulteam, teil.


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Unterrichtsbesuch in der 10. Klasse, Einblicke in die Geschichte des
KFG (gegründet 1546), wie auch der heutigen deutschen Schulpolitik und
ein darauffolgendes Gespräch über die Erfahrungen der jeweiligen Schulen
im Austausch der letzten Jahre ermöglichten es der chinesischen Seite,
einen Einblick in den Alltag und auch in die strukturellen und
politischen Bedingungen deutscher Schulen zu gewinnen (z.B. Bedeutung
des Elternbeirats, der Schülervertretung, der Gesamtlehrerkonferenz). Im
Gespräch wurde deutlich, dass auf beiden Seiten Erwartungen, Bedenken,
aber auch Hoffnungen über die Praxis eines Schulaustausches bestehen.


Der Dialog zwischen den Schulen zeigte, dass beiden Seiten viel
an einem zukünftigen Weiterbestehen des Schüleraustausches liegt und
dass seine Umsetzung nachhaltig gestaltet werden muss. Das Schulteam des
Instituts für Sinologie, welches mit dem Konfuzius-Institut an der
Universität Heidelberg kooperiert, hat sich bereit erklärt, das KFG mit
der Etablierung einer Chinesisch-AG hierbei zu unterstützen. Der Besuch
der chinesischen Delegation aus Danyang war eine sehr gewinnbringende
Begegnung und zeigte, dass ein Austausch auf Ebene der Schulleitung und
des Lehrerkollegiums mindestens genauso lehrreich wie auch für eine
erfolgreiche Begegnung zweier Kulturen grundlegend ist, wie der
Austausch auf Seiten der Schülerinnen und Schüler.

 

Bericht: Leah Kunkel; Emily Graf

Photographie: Marianne Sagerer-Eichinger, Emily Graf

 

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