INHALT

20 chinesische Filme der dreißiger Jahre

In diesem Semester hat die Shanghaier
Filmindustrie der 20er und 30er Jahre besondere Aufmerksamkeit erhalten,
nicht zuletzt durch den Kurs von Prof. Pickowicz und Dr. Sun am
Cluster. Für jene, die sich weiter informieren möchten, bietet Dr.
Kampen ein kleines Panoptikum aus der Blütezeit des frühen chinesischen
Films.

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Eindrücke von den Golden Chopstick Awards

Die Golden Chopstick Awards waren sicherlich ein besonderer Höhepunkt
unter den Veranstaltungen in diesem Semester. Ein Resümee von Joost
Brokke mit vielen Fotografien.

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金筷子电影节

Auch Yang Yiwen berichtet über die Gala der Golden Chopsticks Awards, und gibt ihr Urteil über die gezeigten Filme ab.

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Lu Xun 魯迅 in Deutschland vor sechzig Jahren

Lu Xun gilt bis heute als der Autor der modernen chinesischen
Literatur schlechthin. In diesem Artikel zeigt Dr. Kampen, wie früh die
Rezeption Lu Xuns im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat.

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Die erste Tagung der European Association of Chinese Studies (EACS) vor vierzig Jahren

Dieses Jahr, vom 23.-28. August, fand die 21. Tagung der European
Association of Chinese Studies in St. Petersburg statt. Dr. Thomas
Kampen resümiert die Geschichte dieser Organisation und ihrer
Konferenzen.

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Sinologie in den Beruf: Hoa Chu Thi über ihre Arbeit als Business Development Manager bei Ecovis Beijing

Ein regelmäßiges Angebot von SHAN sind die „Sinologie in den
Beruf“-Vorträge, die oft von Alumnae und Alumni der Heidelberger
Sinologie stammen. Dieses Semester berichtete Hoa Chu Thi am 11. Juli
2016 von ihren Erfahrungen bei der Firma ECOVIS.

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Sinologie – und was macht man dann damit? Mit Sebastian Krauskopf

Wir freuen uns, den ersten Artikel der Reihe „Sinologie – und was
macht man dann damit?“ zu veröffentlichen. Sebastian Krauskopf, der
seinen Master in Sinologie an der Universität Freiburg absolvierte,
erzählt von seinem Werdegang.

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20 chinesische Filme der dreißiger Jahre

​Vor drei Jahrzehnten sah ich in London
zahlreiche alte chinesische Filme, die dort zum ersten Mal – seit dem
Zweiten Weltkrieg – gezeigt wurden, die meisten von ihnen wurden etwa
gleichzeitig in Paris vorgeführt. 1985 war der achtzigste Jahrestag der
Produktion des ersten chinesischen Films und der fünfzigste Jahrestag
des Todes der Schauspielerin Ruan Lingyu. Im gleichen Jahr hatte ich die
Ehre, die charmante Schauspielerin Huang Zongying zu treffen, die in
der Verfilmung von Ba Jins Roman Familie mitgespielt hatte. Die
1985 Sechzigjährige kam allerdings als Schriftstellerin nach Europa und
war in dem Band  Seven Contemporary Chinese Women Writers
 vertreten.

In Deutschland gab es damals nur eine
kleinere Auswahl von alten Filmen, dafür gab es hier auch ein paar neue
Filme  von Chen Kaige und Zhang Yimou. Das wichtigste Kino war zu
der Zeit das Arsenal in Berlin-Schöneberg.

 

Filme

In London fanden die Vorführungen in
einem häßlichen modernen Betonkomplex südlich der Themse statt; sobald
die Filme begannen vergaß man die Umgebung. Organisiert wurde die
Veranstaltung vom National Film Theatre unter dem Titel „Electric
Shadows“ bzw. „More Electric Shadows“. Gezeigt wurden u.a. die Filme Chuncan (Spring Silkworms), Dalu (The Highway), Shengsi tongxin (Unchanged Heart in Life and Death), Taohua qixueji (The Peach Girl), Tiyu Huanghou (Queen of Sport), Tianming (Daybreak), Xiao Wanyi
(Little Toys) der Regisseure Cheng Bugao,  Sun Yu, Ying Yunwei und
Yuan Muzhi  mi.t den Schauspielerinnen Chen Yanyan, Hu Die, Li
Lili, Ruan Lingyu Zhou Xuan und den Schauspielern Han Lan’gen und Jin
Yan.

Nl88 Artikel1a Sun Yu

Sun Yu

 

Filmstudios

Chen, Li, Ruan und Sun Yu waren bei der Firma Lianhua (U.P.S.) unter Vertrag, die wohl die mutigste war; bekannte Filme waren Lian’ai yu Yiwu (Love and Duty), Taohua qixueji (The Peach Girl) und Xin nüxing (New woman) – alle mit Ruan Lingyu.  Hier war auch – u.a. in dem Film Wang Laowu – die Schauspielerin Lan Ping zu sehen, die später als Mao Zedongs Frau Jiang Qing berühmt wurde.

Als die Filmzeitschrift Dazhong dianying
2004 eine Liste der zehn einflußreichsten chinesischen Filme
veröffentlichte, waren zwei aus den dreißiger Jahren dabei – beide von
Lianhua: Shennü (Goddess) von Wu Yonggang mit Ruan Lingyu und Dalu (The Highway) von Sun Yu mit Chen Yanyan, Li Lili und Jin Yan.

Die (zeitweilig) bekannteste chinesische Schauspielerin Hu Die war bei Mingxing (Star), vor allem der Film Zimeihua
(Twin Sisters) wurde berühmt; dieses Unternehmen hatte mehr Geld,
begann früher mit der aufwendigen Produktion von Tonfilmen, drehte aber
oft seichte Unterhaltungsfilme; zu den Highlights gehörte Shizi jietou (Crossroads)
von Shen Xiling, der in Japan studiert hatte und 1940 bei einem
japanischen Luftangriff getötet wurde.  Interessant war auch das
kleinere radikale Unternehmen Diantong/Denton bei dem der Regisseur und
Schauspieler Yuan Muzhi und die Schauspielerinnen Wang Renmei (vorher
bei Lianhua) und Wang Ying arbeiteten. Diantong wurde allerdings Mitte
der dreißiger Jahre geschlossen, die Schauspielerin Wang Ying wurde
verhaftet.

Das Ende der Shanghaier Filmindustrie
kam jedoch durch die japanischen Angriffe 1937. Wenn über die
chinesischen Filme der dreißiger Jahre geschrieben wird, geht es meist
nur um die Zeit von 1930 bis 1937. Die Gründe waren auch wirtschaftlich:
durch die japanischen Eroberungen gingen Märkte verloren, die
Einführung des Tonfilms erforderte Investitionen bei Studios und Kinos,
die nicht durch höhere Einnahmen kompensiert werden konnten (Das
Publikum sah sowieso lieber amerikanische Filme.) Die Einführung des
Tonfilms beendete auch die Karrieren vieler Schauspieler, die kein
Hochchinesisch sprachen. Manche Schauspieler kehrten zu den Theatern
zurück, in denen sie in den zwanziger Jahren ihre Laufbahn begonnen
hatten.

Nl88 Artikel1b Wang Yin

Wang Yin

 

In den achtziger Jahren konnte man
solche Filme nur im Kino sehen, die Fernsehanstalten interessierten sich
nicht dafür, DVDs und Youtube gab es noch nicht. Da man die meisten
Filme nur ein mal sah und da es schwierig (und nervig) war, während der
Vorführungen Notizen zu machen, fiel  die wissenschaftliche
Beschäftigung damit sehr schwer – vor allem sinnvolles Zitieren war kaum
möglich.

Zu dieser Zeit gab es auch kaum
Hintergrundinformationen über Filme, Regisseure und Schauspieler(innen).
In den achtziger Jahre gab es zwar immer mehr chinesische Bücher und
Zeitschriften darüber, aber es vergingen einige Jahre bis diese in
westliche Bibliotheken gelangten und bis die Sinologiestudierenden
ausreichende Sprachkenntnisse zum Lesen hatten. Bei den alten
Stummfilmen war oft  das Problem, dass sie zwar chinesische
Untertitel hatten, diese aber nur kurz eingeblendet wurden, womit die
meisten Ausländer überfordert waren; außerdem waren es natürlich
Langzeichen, die viele, die mit VR-Lehrbüchern ausgebildet wurden, nicht
so schätzten. Bei den frühen Tonfilmen war meist die Tonqualität sehr
schlecht.

Das wichtigste englische Buch war damals:

Jay Leyda: Dianying – Electric Shadows,
Cambridge (Mass.), 1972.  (Der 1910 geborene Autor hatte sowohl in
China als auch in der Sowjetunion gelebt und war mit einer
Auslandschinesin verheiratet.)

Die wichtigste chinesische Quelle war die zweibändige Ausgabe von Zhongguo dianying fazhanshi
(Cheng Jihua), die zuerst 1963 erschienen war und 1980 nachgedruckt
wurde. (Die gut bebilderte billige Paperbackausgabe war gerade bei
ausländischen Studierenden sehr beliebt.)

Für Freunde alter Filme war Anfang der neunziger Jahre das Erscheinen des Films Center Stage
des Regisseurs Stanley Kwan (HK) besonders erfreulich. Hier waren nicht
nur viele Ausschnitte aus Ruan Lingyu – Filmen, sondern auch Interviews
mit noch lebenden Schauspielerinnen zu sehen. Li Lili berichtete sowohl
über verschiedene Filme als auch über das Begräbnis von Ruan 1935. Chen
Yanyan, die mehrfach mit Li Lili und Sun Yu zusammengearbeitet hatte,
wurde auch interviewt; da sie 1949 nach Taiwan gegangen war, hatte sie
keinen Kontakt mehr mit ihren alten Kollegen in der Volksrepublik.

Sun und Chen starben in den neunziger Jahren, Li erst 2005 (https://shan-hd.de/index.php/2014/06/01/newsletter-juni-2014-nr-76/#3).

Nl88 Artikel1c Li Lili

Li Lili

 

In diesem Jahrhundert

Zwei Jahrzehnte nach den Londoner „Electric Shadows“ hatten wir im Heidelberger Karlstorkino die Gelegenheit, den Film Lian’ai yu Yiwu
(Love and Duty) von Bu Wancang mit Ruan Lingyu, Chen Yanyan und Jin Yan
(Lianhua) zu sehen, den es nicht auf DVD oder Video-CD gab und der
direkt aus Taiwan eingeflogen wurde.

 

Nl88 Artikel1d

Wer die Schwarzweißfilme der dreißiger
Jahre mit den Farbfilmen der achtziger Jahre verglich, hatte oft den
Eindruck, dass die alte Filmwelt viel bunter war.

 

Dr. Thomas Kampen

 

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Eindrücke von den Golden Chopstick Awards

Die Idee einer alternativen Lehrmethode
zu verwirklichen ist nicht immer leicht. Nicht bei jedem Thema lassen
sich leicht andere Herangehensweisen finden, als das übliche – mehr oder
minder frontaler Unterricht, Referat, Klausur und Hausarbeit.

Anders sieht es natürlich bei dem Thema
chinesischer Stummfilm der 1930er aus. Dort drängt sich als eine
Alternative das Filmemachen auf. Daher ist es vielleicht nicht
verwunderlich, dass am 16. Juli im DAI eine Gala stattfand wo –
moderiert von Paul G. Pickowicz und Sun Liying – Filme von Studierenden
im Stile des Shanghaier Stummfilms aus genau jener Periode gezeigt
wurden.

Die Shanghaier Stummfilm-Industrie
ähnelte der in Hollywood der 1930er stark. Dabei sind besonders das
Studiosystem und der Starkult als Ähnlichkeiten zu nennen. Der
herausragende Unterschied besteht leider darin, dass diejenige in
Shanghai eher noch in Vergessenheit geraten ist. Selbst chinesische
Kommilitonen bestätigen immer wieder, dass sie nichts aus dieser Periode
gesehen habe, weil auch das Material sehr selten geworden ist – was
auch mit der Eigenschaft von Nitro-Film zu tun hat, äußerst leicht
entflammbar zu sein. Dabei musste sich die Shanghaier Filmindustrie vor
ihrer damaligen Konkurrenz nicht verstecken, Filme wie etwa Shennü 神女 von Wu Yonggang 吴永刚 aus dem Jahre 1934 etwa sind auch für westliche Betrachter sehenswerte Meilensteine der Filmgeschichte.

Doch nicht nur zu Ehren des Shanghaier Stummfilms veranstaltete man eine Gala. Die drei Filme Crossroad 三岔口, The Shore 彼岸 und The Giftbox 小木匣
haben an sich schon so eine Ehre verdient, weil es wirklich erstaunlich
war, was bei der Veranstaltung geboten wurde. Vor allem auch, weil man
bedenken muss, dass die Studenten ohne weitere filmische Vorkenntnisse
in weniger als einem Semester diese Filme selbstständig produziert
haben. Darüberhinaus hat am Abend sicherlich auch die Begleitmusik bei
dem Film Crossroad – sie wurde eigens für den Film komponiert –
einen besonderen Eindruck gemacht. Doch auch die Preisvergabe und somit
die Entscheidung der Jury – sie setzte sich aus Dozenten aus
verscheiden Fakultäten zusammen – verursachte bestimmt so einiges an
Spannung und Nervosität.

Vor allem der Film The Giftbox
konnte die Jury überzeugen, sodass er den Preis als bester Film und die
Preise für beste Regie und bestes Bühnenbild ernten konnte. Auch The Shore konnte insgesamt fünf sogar Preise und somit noch mehr Preise als The Giftbox
für sich verbuchen – beste weibliche und männliche Hauptrolle sowie
beste Kamera und bestes Poster und nicht zu vergessen Sonderpreis der
Jury für die beste Sterbeszene. Crossroad bekam für die schon
erwähnte Begleitmusik den Preis für die beste Musik und noch dazu den
Preis für die besten weiblichen und männlichen Nebenrollen. Dabei gingen
die Moderatoren auch nicht leer aus, auch sie wurden durch ein Andenken
– an Sun Liying, die Heidelberg verlassen wird – und einen
Erinnerungsfilm der Kursteilnehmer – für Prof. Pickowicz – bedacht.

Die beiden Moderatoren der Veranstaltung
– Sun Liying und Paul G. Pickowicz –waren auch die Dozenten des Kurses,
worin die Filme entstanden sind. Paul G. Pickowicz ist im Rahmen eines
Forschungsstipendiums der Humboldtstiftung nur für diesen Kurs an das
Heidelberg Centre for Transcultural Studies (HCTS) gekommen. Davor hat
er diesen Kurs aber auch schon 20 mal größtenteils in an der University
of California San Diego aber auch an anderen Universitäten weltweit –
u.a. auch an der University of Edinburgh aber auch in Shanghai selbst,
unterrichtet. Dabei ist der Verlauf prinzipiell immer ähnlich. Die
Klassen werden zu Gruppen von je mindestens sieben eingeteilt und
werden, nachdem sie mehrere Filme der Zeit gesehen haben, vor die
Aufgabe gestellt zusammen absolut selbständig einen Film zu produzieren.
Prof. Pickowicz legt sehr viel Wert darauf, dass er die Filme vor der
Gala nicht zu sehen bekommt.

Prof. Pickowicz war dabei auch nach all
den Malen, welche er den Kurs unterrichtet hat doch von der
Herangehensweise – die ihn immer noch neue Aspekte entdecken ließ – als
auch von der künstlerischen Qualität der Filme der Heidelberger
Studenten begeistert. Genau so begeistert aber auch erschöpft waren die
Studenten mit dem Ausgang. Zufrieden konnten sie auch sein, denn alle
drei Filme haben gezeigt, wie hart sie daran gearbeitet haben, den
Stummfilm von Shanghai der 30er Jahre nachzuvollziehen und wie sehr
ihnen dies auch geglückt ist.

 



Nl88 Artikel2a Crossroad

Crossroad – der einzige Film mit authentischer Begleitmusik

 

 

Nl88 Artikel2b

Das Team von The Shore – Alle Teams mussten sich jeweils nach der Vorführung den Fragen der Jury stellen

 

 

Nl88 Artikel2c Filmposter

Die Filmposter (v.l. The Shore, Crossroad, Giftbox ) – eigens für die Veranstaltung von den Teams entworfen

 

 

Nl88 Artikel2d Jury

Die Jury beim Ausfragen der Teams

 

 

Nl88 Artikel2e Dozenten

Die Dozenten des Kurses – Paul
G. Pickowicz (UC San Diego, visiting Humboldt Scholar am HCTS) und
Liying Sun – Bei der Preisvergabe

 

 

Nl88 Artikel2f Preis Bestes Plakat

Der Preis für das Beste Plakat – Michela Bonato (The Shore) läuft zur Bühne

 

 

Nl88 Artikel2g Preis Beste Musik

Der Preis für die Beste Musik – Katrin Kowalski, Rebecca Hussman (Crossroad)

 

 

Nl88 Artikel2h Beste Maennliche Nebenrolle

Beste männliche Nebenrolle – Shen Junyi (Crossroad)

 

 

Nl88 Artikel2j Beste Weibliche Nebenrolle

Beste weibliche Nebenrolle – Wang Xiaoxin (Crossroad)

 

 

Nl88 Artikel2i Bestes Buehnenbild

Bestes Bühnenbild – Hannah Friedel, Rafael Pekmezovic und Fabian Schmid (The Giftbox)

 

 

 

Nl88 Artikel2k Beste Kamera

Beste Kamera – Lydia Rachel (The Shore)

 

 

Nl88 Artikel2l Beste Maennliche Hauptrolle

Bester männliche Hauptrolle – Andrea Tsang nimmt den Preis für Shao Tianze in Abwesenheit entgegen (The Shore)

 

 

Nl88 Artikel2m Beste Weibliche Hauptrolle

Beste Weibliche Hauptrolle – Wang Yizhou (The Shore)

 

 

Nl88 Artikel2n Beste Regie

Beste Regie – Hannah Friedel (The Giftbox)

 

 

Nl88 Artikel2o Beste Sterbescene

Sonderpreis der Jury – Beste Sterbescene – The Shore

 

 

Nl88 Artikel2p Bester Film

Bester Film – The Giftbox

 

 

Nl88 Artikel2q Andenken

Übergabe von Andenken an Sun Liying

 

 

Nl88 Artikel2r Erinnerungsfilm

Und auch ein Erinnerungsfilm an Prof. Pickowicz

 

 

Joost Brokke

 

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金筷子电影节

学期初就听汉学系的朋友说要拍电影,一路又是借服装借场地,又是找群演,又是闹分歧,又是熬夜剪辑加特效,没想到学期最后竟然真的办了一个电影节!这三部学生自导自演的无声电影的首映式吸引了不少观众,大厅坐得满满当当,演员盛装参加颁奖,致领奖词。

三部影片从剧本、拍摄直到后期都是学生亲自完成。在此之前他们已经在课上看过不少中国
无声电影,也听过Pickowicz教授讲解分析。无论是主题的选择,拍摄的镜头,表现的形式还是后期的特效,都体现了他们对上海20世纪无声电影的细致
观察以及揣摩。回归电影本身,三部电影不约而同地选择了某种象征作为标题:三岔口象征选择,海岸象征流逝,小木匣象征秘密。情节中也不时穿插有象征意义的
镜头。因此综合来说,三部电影都具有一定的可解读性。

《三岔口》的情节较简单,因而是三部电影里最连贯最贴合主题的。妹妹无法在阶级立场上
对立的哥哥和恋人之间作出选择,最后二人在火拼中双双身亡,留下绝望的妹妹。书、珍珠项链、罂粟花是影片中主要的隐喻,前二者象征了女主角和二人之间的关
系,后者预言了女主角的结局。值得一提的是影片结尾妹妹幻想哥哥和恋人复活的镜头,从全程的上帝视角转到某一个角色的内心视角,突破了电影叙事的单一视
角。幻觉镜头之前不给足够提示,故对不明所以的观众来说情节突然变得荒诞,之后回归冷酷的现实让观众突然意识到刚才看到的是角色产生的幻觉,由此在角色情
绪的表现手法上突破了一个次元。除此之外,令人惊艳的是,电影配备了现场乐
器伴奏。正如演奏者之一所解释的,在无声电影中,音乐能够帮助引导观众进入某种期望的情绪。

《海岸》对演员的表现力的挑战比较大。随着身份的变化和经历的增长,演员必须表现出角
色性格以及心理状态的梯度。从一个乡下进城的青涩质朴的年轻女佣,到进入上流社会却饱受蔑视的女人,到一个失去丈夫的妻子和孤苦无依独自养育孩子的单身母
亲,到发狂的复仇鬼,尽管没有受过专业训练,女演员的某几个镜头也相当出彩,比如找寻孩子时跌倒在路边的杂草堆中,镜头从正上方向下拍摄,手指揪住枯草的
力度和紧张感颇具感染力。我猜想这也是评审团将“最佳女主角”颁给这部电影的女主角的原因。

《小木匣》中,开头孩子玩耍的镜头是整部影片最出彩的地方,小演员们的出色演出勾勒出
了三角恋的雏形,从占的片长来看显然也很受导演重视。在拍摄手法上,利用小木匣的开合连结过去与现在显然借鉴了经典,显得过渡流畅自然。这部电影相当注意
细节,比如连接城市和乡下的小路采用同一个拍摄角度,不同神态不同衣着的人物或迎镜头而来或背镜头而去,有一种时过境迁、物是人非的味道。

话说回来,《三岔口》虽然是三部电影里掌控感最强的,但牺牲了角色的深度和立体性。整
体角色形象比较单薄,有面具化倾向。《海岸》中,弱叙事而重角色情感表达,增加了业余演员的负担,也使影片节奏稍显不平衡。《小木匣》虽在构思和细节上下
了功夫,但在情节发展的节奏和程度上稍显力不从心。比如女主角的自杀,虽然通过推理可以理解女主融入不了城市生活也再也无法回归乡村,因失去归所而绝望自
杀,但是前期铺垫不够,绝望情绪显出几分“为赋新词强说愁”的味道,自杀也缺少水到渠成的感觉。但无论如何,这三部无声电影的完成度和质量都大大超过预
期。

在电影节最后,由于Pickowicz教授完成这学期的课程以后就要离开海德堡了,他
安排了一个戏剧性的小插曲:一个学生跑上台宣布还有第四个小电影!原来Pickowicz教授录了一段音乐视频,和上他课的所有同学一一告别。这是我见过
的最戏剧化的也是最走心的告别之一。他把银幕上平面的电影引入了立体的生活,又把生活的鲜活片段加以演绎搬上银幕。明暗之间,现实和艺术的界限渐渐模糊。

Yang Yiwen

 

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Lu Xun魯迅 in Deutschland vor sechzig Jahren

Nl88 Artikel4 Lu Xun

Vor 80 Jahren starb der 1881 geborene Lu
Xun (Zhou Shuren), der als wichtigster chinesischer Schriftsteller des
20. Jahrhunderts gilt. Er hat Europa nie besucht, interessierte sich
jedoch sehr für Deutschland und sprach etwas Deutsch.

 

 Nl88 Artikel4 Anna Wang

Anna Wang

 

Begegnungen

In seinem letzten Lebensjahr – 1936 –
traf Lu Xun noch einige deutschsprachige Gäste, darunter die Deutsche
Anna Wang (1907-1989) und die Österreicherin Ruth Weiss (1908-2006).
Schon vorher hatte er in Shanghai die Buchhändlerin Ursula Hamburger
(1907-2000) kennen gelernt. (http://
projects.zo.uni-heidelberg.de/shan/shan/147.142.222.80_3a8081/plone/
shan/newsletter/2011/shan-newsletter-november-nr.-57/lu-xun-und-die-
auslaenderinnen.htm
)

Nl88 Artikel4 Buch

 

Übersetzungen

Schon 1955, d.h. vor der
Veröffentlichung der englischsprachigen Werksauswahl von Gladys Yang und
Yang Xianyi (1956) erschien in Düsseldorf eine deutschsprachige
Sammlung von Erzählungen unter dem Titel „Die Reise ist lang“, als Autor
wurde Lu Hsün genannt, Übersetzer war Joseph Kalmer (1898-1959). Kalmer
stammte aus Galizien, lernte offenbar in Wien Chinesisch und floh 1938
nach England, wo er die nächsten beiden Jahrzehnte verbrachte.  Der
Übersetzer lebte nie in Deutschland und war hier nicht sehr bekannt,
leider starb er jedoch schon Ende der fünfziger Jahre. Seine
Übersetzungen wurden jedoch bekannter als er – vermutlich – selbst
erwartet hatte. 1974 erschien im chinesischen Verlag für fremdsprachige
Literatur der Band „Einige Erzählungen von Lu Hsün“ bei dem kein
Übersetzer genannt wurde. Schon die ersten Sätze (S.1) stimmen wörtlich
mit den ersten Sätzen bei Kalmer (S. 9) überein: „In meiner Jugend hatte
ich viele Träume. Die meisten von ihnen sind nun vergessen, doch sehe
ich nichts, was daran zu bedauern wäre, denn wenn es auch Vergnügen
bereiten mag, die Vergangenheit zurückzurufen, so kann es einen auch
vereinsamen, und es hat keinen Sinn, dabei zu verweilen.“

1958 erschien in der DDR von Lu Xun-
hier als Lu Ssün transkribiert- „Morgenblüten abends gepflückt – Eine
Auswahl aus seinem Werk“, als Übersetzerin wurde Johanna Herzfeldt
(1886-1977) genannt. Sie hatte wohl in den dreißiger Jahren in Berlin
begonnen einige ostasiatische Sprachen zu lernen, war aber wegen
Krankheiten und wegen des Kriegsausbruchs nicht so weit gekommen. Ihre
Übersetzungen beruhten zum Teil auf englischen und russischen Vorlagen
oder wurden mit Hilfe von – nicht genannten – in der DDR lebenden
Chinesen angefertigt.

Die Westausgabe bestand aus den drei
Teilen „Zu den Waffen“, „Zaudern“ und „Feldgräser“, die Ostausgabe
enthielt diese Teile ebenfalls, ergänzte jedoch die chinesischen Worte
Nahan, Fanghuang und Yätsau; hinzu kamen: „Morgenblüten abends
gepflückt“, sowie etwa hundert Seiten einzelne Essays. Der erste Band
hatte 524 Seiten, der spätere 748 Seiten. Frau Herzfeldt schrieb auch
ein Nachwort, das eine kurze Biographie des Autors enthielt.

In der DDR hatte die Veröffentlichung
von Lu Xuns Werken große politische Bedeutung, da die verbündete
Volksrepublik China 1956 den 20. Todestag des Dichters feierte. Die BRD,
die damals keine diplomatischen Beziehungen zu China hatte,
interessierte sich (offiziell) weder für Lu Xun noch für andere
chinesische Schriftsteller und Künstler. 

 

Forschungen

Nach dem Erscheinen von Kalmers Buch
verfaßte der holländische Schriftsteller Jef (Josephus) Last
(1898-1972), der schon in Leiden Sinologie studiert hatte, in Hamburg
eine Dissertation über Lu mit dem Titel „Der Wandel in der Beurteilung
Lu Hsüns und seine Ursachen“, die 1959 als „Lu Hsün – Dichter und Idol“
veröffentlicht wurde. Last zitierte nicht nur Kalmers Übersetzung
wiederholt, er übernahm auch die Schreibweise Hsün. Eher unbekannt blieb
allerdings lange Zeit ein viel früheres Werk:  die
Dissertationsschrift „Lu Hsün – Sein Leben und sein Werk“ von Wang
Cheng-ju von der Universität Bonn, die 1940 gedruckt wurde.

Hier wird deutlich, daß sich
interessierte deutschsprachige Leser schon zehn Jahre nach der Gründung
von BRD, DDR und Volksrepublik China ganz gut über Lu Xun informieren
konnten.

 

Dr. Thomas Kampen

 

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Die erste Tagung der European Association of Chinese Studies (EACS) vor vierzig Jahren

Im September 1976 fand in Paris die erste große Tagung der 1975 gegründeten European Association of Chinese Studies statt (http://www.zo.uni-heidelberg.de/sinologie/institute/staff/kampen/eacs.html).

Da in den siebziger Jahren viele west-
und südeuropäische Länder diplomatische Beziehungen mit der
Volksrepublik China aufgenommen hatten, wuchs auch international das
Interesse an den Chinawissenschaften. Durch die Präsenz der VR in der
UNO und durch wachsende Handelsinteressen wuchs die Bedeutung der
modernen Sinologie. Der Vietnamkrieg und die Kulturrevolution hatten
ebenfalls das studentische Interesse an Ostasien gefördert. Die EACS
wurde dadurch zu einer lebendigen Gesellschaft, die sich mit zahlreichen
Themen und Problemen beschäftigte, die aber durch Konflikte zwischen
klassischen und modernen Sinolog(inn)en sowie zwischen Geistes- und
Sozialwissenschaftlern auch belastet wurde. Ein besonderes Problem war
die Ost-West-Spaltung Europas, die während des sino-sowjetischen
Konflikts zu scharfen Auseinandersetzungen führte. (In der Woche in der
die Tagung stattfand starb Mao Zedong.)

Von der Tagung in Paris gibt es eine
Teilnehmerliste und von der EACS aus dem gleichen Jahr eine
Mitgliederliste. Hier finden sich u.a. viele spätere Präsident(inn)en
der EACS und damit viele der bekanntesten europäischen Sinolog(inn)en
des späten 20. Jahrhunderts: Bastid-Bruguiere, Egerod, Malmqvist,
Peyraube, Staiger, van der Loon und Zürcher. Die französische Sinologie
war besonders stark vertreten. Daneben gibt es zahlreiche
BRD-Sinolog(inn)en und einige wenige aus der DDR.

In einem Bericht von DDR-Sinologen (aus dem gleichen Monat) standen die politischen Aspekte im Vordergrund:

„Die in der Aufgabenstellung für diese
Reise genannten Ziele hinsichtlich der offensiven Auseinandersetzung mit
bürgerlichen und maoistischen Chinatheorien, der stärkeren Einflußnahme
der marxistischen Chinawissenschaften auf die Tätigkeit der o.gen.
Gesellschaft sowie der Gewinnung von Informationen über Grundtendenzen
in der bürgerlichen Chinaforschung wurden voll realisiert.

Durch das abgestimmte Auftreten der
Chinawissenschaftler sozialistischer Länder wurde erreicht, daß die
neugegründete Gesellschaft ihre Arbeit auf sachlicher und
wissenschaftlicher Grundlage durchführen kann und maoistische Kräfte
keinen direkten Einfluß auf die Leitung der Gesellschaft gewinnen
konnten. Durch die Wahl von Prof. Sladkowskij, Direktor des
Fernost-Instituts Moskau zu einem der Vizepräsidenten der Gesellschaft
und fünf weiterer Vertreter sozialistische Länder in den Vorstand
(UdSSR, CSSR, VR Polen, VR Bulgarien und DDR: Gen. Roland Felber) wurden
sehr gute Voraussetzungen für eine aktive Einflußnahme unsererseits
geschaffen.

Die Mitgliedschaft der
DDR-Chinawissenschaftler in der Gesellschaft wurde entsprechend der
Festlegung des Sekretariatsbeschlusses erklärt als 1.) Kollektive
Mitgliedschaft der DDR-Chinawissenschaften, wahrgenommen durch die
Sektion Asienwissenschaften der Humboldtuniversität zu Berlin; 2.)
Einzelmitgliedschaft der Genossen Helmut Peters, Fritz Gruner und Roland
Felber.“

 Nl88 Artikel5a Eacs

 

Derartige Tagungen wurden seitdem – mit
wenigen Ausnahmen – alle zwei Jahre an wechselnden Orten durchgeführt,
so auch wieder in diesem Jahr. (Von 1948 bis 1972 hatten sich die Junior
Sinologues informell meist jährlich in verschiedenen Ländern
getroffen.) 

 Nl88 Artikel5b

Die EACS organisierte zahlreiche Forschungsprojekte, publizierte einen Newsletter (http://www.zo.uni-heidelberg.de/sinologie/institute/staff/kampen/eacs.html#newsletter), sowie Bücher und Broschüren (http://www.zo.uni-heidelberg.de/sinologie/institute/staff/kampen/eacs.html#publications). Von den Junior Sinologues gibt es auch schöne Photos (http://www.zo.uni-heidelberg.de/sinologie/institute/staff/kampen/eacs.html#photographs).

 

Heidelberger in Europa

In den letzten beiden Jahrzehnten waren relativ viele Heidelberger
Sinolog(inn)en bei den EACS Tagungen präsent u.a. 1996 in Barcelona (https://shan-hd.de/index.php/2012/07/01/newsletter-juli-2012-nr-64/#5), 2006 in Ljubljana (https://shan-hd.de/index.php/2007/01/01/newsletter-januar-2007-nr-7/#7) und 2008 in Lund (http://projects.zo.uni-heidelberg.de/shan/shan/147.142.222.80_3a8081/plone/shan/newsletter/2008-1/august/eacs-tagung-in-lund.htm).

2004 fand die Tagung in Heidelberg statt (http://www.sino.uni-heidelberg.de/eacs2004/ ).

 

PS:

Einige Dokumente und Informationen über
die EACS und die Junior Sinologues wurden mir freundlicherweise von
Professor Edwin G. Pulleyblank (1922 – 2013) zur Verfügung gestellt;
dieser hatte schon an den ersten Treffen der vierziger Jahre
teilgenommen.

 

Dr. Thomas Kampen

 

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Sinologie in den Beruf: Hoa Chu Thi über ihre Arbeit als Business Development Manager bei Ecovis Beijing

​Hoa Chu Thi studierte Sinologie,
Germanistik im Kulturvergleich und Öffentliches Recht in Heidelberg.
Seit 2015 ist sie als Business Development Manager bei Ecovis Beijing in
Heidelberg, zugehörig zur Unternehmensgruppe Ecovis International,
tätig. Hoa Chu This  Aufgabengebiete umfassen das operative
Management, die strategische Leitung, Marketing und Vertrieb sowie die
Kundenbetreuung und die Personalleitung.

Was ist Ecovis?

Ecovis International ist eines der führenden internationalen Beratungsunternehmen.

Ecovis Beijing ist Teil von Ecovis
International und bietet maßgeschneiderte Lösungen für in China
agierende Unternehmen in den Bereichen Buchhaltung, Wirtschaftsprüfung
sowie Steuer- und Rechtsberatung. Um deutschen Kunden eine bessere
Beratung vor Ort und chinesischen Unternehmen eine Anlaufstelle in
Deutschlandzu bieten, wurde 2015 das Büro Ecovis Beijing China Desk in
Heidelberg ins Leben gerufen. Hoa Chu Thi ergriff nach einem direkten
Jobangebot von ihrem jetzigen Vorgesetzten über das Karriere-Netzwerk
LinkedIn die Chance, beim Aufbau des Büros mitzuwirken.

Sie legt jedem Sinologen nahe, während
und nach dem Studium viel Berufserfahrung zu sammeln. Man solle keine
Scheu vor Bewerbungen haben und jede Chance ergreifen. Diese Einstellung
spiegelt sich auch in ihrem Lebenslauf wider: Während ihres Studiums in
Heidelberg sammelte sie praktische Erfahrung im Verein, im öffentlichen
Dienst, beim deutschen Mittelstand und in einem Konzern. Dabei habe sie
herausgefunden, welche Tätigkeiten ihr besonders zusagen und welche
nicht. Aber nicht nur das ist ihrer Meinung nach wertvoll. Auch die
vielen hilfreichen Tipps ihrer Vorgesetzten und Kollegen und viele
Arbeitssituationen, die sie bewältigen musste, bilden den Grundstein
ihre heutige Position und helfen ihr dabei, die Aufgaben zu meistern.

Zum Schluss gab sie weitere hilfreiche
Empfehlungen: Wer schon früh anfängt, ein nationales und internationales
berufliches Netzwerk aufzubauen, profitiert umso schneller von
kompetenten Kontakten bis hin zu konkreten Karrierechancen. Die
kontinuirliche Pflege dieses Netzwerks ist dabei von großer Bedeutung.
Zudem rät sie jedem Sinologen, der in wirtschaftlich tätigen Unternehmen
arbeiten möchte, sich auch fernab des Studiums weiterzubilden. Dabei
wäre der Career Service der Universität Heidelberg die perfekte
Möglichkeit, einen ersten Einblick in wirtschafltiche Themen zu
erhalten.

Mehr zu Ecovis Beijing und Karrierechancen erfahrt ihr hier: http://www.ecovis-beijing.com/en/

Ihr könnt euch mit euren Fragen auch direkt an Hoa Chu Thi richten: hoa.chuthi [at] ecovis-beijing.com







 

Laura Limbach

 

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Sinologie – und was macht man dann damit? Mit Sebastian Krauskopf

Zu deiner Person

Wer bist du? Wo stehst du gerade in deiner Bildungs-/Berufslaufbahn?
Sebastian Krauskopf, Master letztes Jahr im November abgeschlossen. Seit
März Praktikum bei Huawei Technologies. Ab September Vollzeitstelle in
der selbigen Firma.

 

Studium der Sinologie

Warum hast du den Studiengang Sinologie ausgewählt?
Interesse an China und Sprachen.

Wo hast du dein Studium begonnen?
Freiburg

Was hast du nach deinem Abschluss (Bachelor/Master/Magister) gemacht?
Nach dem Bachelor den Master studiert.

 

Master

Falls du dich für einen Masterstudiengang Sinologie entschieden hast: Warum?
Ich wollte mich noch weiterhin mit der Materie befassen, und wollte mich
durch einen Masterabschluss auch für höhere Positionen im späteren
Berufsleben qualifizieren. Außerdem war ich mir noch nicht sicher, ob
nicht noch eine Promotion angeschlossen werden soll.

Für welche Universität hast du dich entschieden?
Freiburg, im Bachelor habe ich ehrlich gesagt nicht viel über den
Standort nachgedacht. Im Master bin ich bei Freiburg geblieben, weil
meine Schwerpunkte auf gegenwärtigem China gegeben waren, außerdem ein
neuer Studiengang ins Leben gerufen wurde. Ein weiteres Plus war das
integrierte Auslandssemester und die internationale Ausschreibung. Ich
war letzten Endes der einzige Deutsche in meinem Jahrgang, so war es
eine kulturelle Erfahrung auf verschiedenen Ebenen.

Worauf legt das Institut, in dem du dein Masterstudium machst/gemacht hast, seinen Schwerpunkt?
Gegenwärtiges China, Entwicklungen ab 1949-heute. Große Freiheit in
eigener Forschung, d.h. Eigeninitiative ist sehr gerne gesehen, wenn es
um die Wahl eines Themas einer Hausarbeit oder Abschlussarbeit geht.
Verschiedene Forschungsmethoden werden auch sehr detailliert an die
Studierenden herangeführt, genauso wie die Möglichkeit, an diversen
Forschungsprojekten des Instituts teilzunehmen.

Wurden deine Erwartungen erfüllt?
In Teilen: Ich hätte rückblickend einen Standortwechsel doch eher
vorgezogen und kann eigentlich den Wechsel der Uni nach dem Bachelor nur
empfehlen. Bei mir ging es zwar auch so, aber hätte das Semester im
Ausland nicht gegeben, hätte ich wohl den Standort nochmal während des
Studiums gewechselt.

 

Ziele

Welche Pläne/Ziele hast du für deine berufliche Laufbahn? Wie hilft dir Sinologie dabei?
Die Sinologie hilft mir dabei „leider“ wenig. Viele Fähigkeiten oder
Kenntnisse bringen einem konkret bei der Jobsuche oder im Berufsleben
nicht viel. Was mir bisher viel geholfen hat sind meine sehr guten
Chinesischkenntnisse, ohne diese hätte ich es bestimmt schwieriger.
Momentan versuche ich mir erst ein konkretes Profil zu schaffen mit Hard Skills,
in meinem Fall im Human Resources Bereich. Und dies in einer
chinesischen Firma, da es doch schwierig scheint in einer deutschen
Firma direkt einzusteigen, ohne BWL, VWL oder Jura Hintergrund, nur mit
einem rein geisteswissenschaftlichen Studium. Letzten Endes würde ich
sagen, dass man versuchen sollte, Sinologie besser zu vermarkten während
seiner Jobsuche. Versuchen sollte man, sich vom reinen Sprachimage oder
vom Eindruck der Realitätsferne zu distanzieren und konkret
formulieren, welche nützlichen Kenntnisse man erworben hat.

 

Sebastian Krauskopf

 

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