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中国欢迎你们 – Willkommen in China!

Auch in diesem Jahr lockte der Aktionstag „Lebendiger Neckar“ der
Stadt Heidelberg die Besucher mit zahlreichen Attraktionen. Zum bereits
zweiten Mal beteiligte sich SHAN am China-Dorf, welches, von der
China-Initiative Heidelberg organisiert, allen Heidelberger Vereinen mit
China-Bezug eine Plattform bietet.

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Zwischen den Kulturen vermitteln – Interview mit Dr. Sabine Hieronymus

Sabine Hieronymus studierte von 1981-1990 Sinologie in Heidelberg und
arbeitet seit sechs Jahren als interkulturelle Trainerin, vor allem für
die Heidelberger Firma SinaLingua. Als Vorstandsmitglied der
China-Initiative Heidelberg e.V. ist sie für die Planung und
Umsetzung verschiedenster Projekte zuständig und Hauptverantwortliche
für das Chinesische Dorf, welches die China-Initiative seit 2007
jährlich am Aktionstag „Lebendiger Neckar“ organisiert. SHAN traf sie
zum Gespräch über ihre Vereinsarbeit und über das diesjährige
Chinesische Dorf. 

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Asientage – SinaLingua – Interview mit Geschäftsführerin Frau Zuhui Mao

Am 18. Juni 2010 feierte die Heidelberger Firma SinaLingua e.K. im
SRH Seminarzentrum ihr zehntes Jubiläum. Seit zehn Jahren bietet das
Unternehmen Sprachkurse und interkulturelles Training für deutsche
Firmen an, die wirtschaftlich in  ostasiatische sowie süd- und
südostasiatische Länder expandieren. In diesem Jahr wurde SinaLingua als
offizielle Trainingsinstitution für die World Expo in Shanghai
ausgewählt und war zuständig für das interkulturelle Training der
Mitarbeiter aus verschiedenen Ländern.

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Von Westeuropa nach Ostasien: „Spanienärzte“ in China

Als – vor etwa sieben Jahrzehnten – der Spanische Bürgerkrieg zu Ende
ging und der Zweite Weltkrieg begann, konnten oder wollten viele
mitteleuropäische Linke nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren. Für
einige ergab sich überraschenderweise die Gelegenheit, am
antijapanischen Krieg in China teilzunehmen.

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Sonne, Sekt und strahlende Gesichter

Am Mittwoch, den 30. Juni fand in den Räumen des Instituts für
Sinologie die dritte Absolventenfeier von SHAN statt. Bei sommerlich
heißen Temperaturen fanden sich acht Absolventen der Sinologie und ihre
Begleitungen ein, um mit den Professoren und SHAN noch einmal in
festlichem Rahmen ihren erfolgreichen Studienabschluss zu feiern.

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„Lasst die Welt China verstehen, und China in die Welt ziehen“ – Ein Vortrag von Marcus Hernig über Shanghai im Expo-Jahr 2010

In den letzten Jahren stand China durch die Ausrichtung großer,
anerkannter Veranstaltungen, wie der Frauen Fußball Weltmeisterschaft
2006 und den Olympischen Spielen 2008 immer wieder im Fokus der
Öffentlichkeit.  Nun rückt die Expo 2010 in Shanghai in den
Mitelpunkt der Aufmerksamkeit. Doch wohin entwickelt sich diese große
Metropole Chinas? Marcus Hernig ging dieser Frage in seinem Vortrag
nach.

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Geschenkt: Nordkoreas Fanblock und ein dritter Torwart

Aus sportlicher Perspektive war der Auftritt Nordkoreas bei der
Fussball Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika nicht sehr erfolgreich. Mit
12 Gegentoren, mehr Tore als alle anderen Mannschaften in der Vorrunde
kassierten, schied das Team von Trainer Kim Jong-hun sang und klanglos
aus dem Turnier aus. Unser Beitrag gibt Einblicke, die über die bloße
sportliche Leistung hinaus gehen.

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Von Mitteleuropa ins Reich der Mitte: Jaroslav Prusek (1906-1980) 

Vor dreißig Jahren starb der bekannte tschechische Sinologe Jaroslav
Prusek in seiner Heimatstadt Prag. Vor knapp achtzig Jahren unternahm er
– nach seinem Studium in Prag, Göteborg, Halle and Leipzig – eine
China-Reise und schrieb darüber ein umfangreiches Buch, das vor wenigen
Jahren in einer englischen Fassung erschien.

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中国欢迎你们 – Willkommen in China!

Auch in diesem Jahr lockte der Aktionstag „Lebendiger Neckar“ der
Stadt Heidelberg die Besucher mit zahlreichen Attraktionen. Zum bereits
zweiten Mal beteiligte sich SHAN am China-Dorf, welches, von der
China-Initiative Heidelberg organisiert, allen Heidelberger Vereinen mit
China-Bezug eine Plattform bietet. Die China-Initiative Heidelberg e.V.
hat sich die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen
Chinesen und Deutschen zur Aufgabe gemacht, und so konnte man sich
zwischen den Ständen mit traditioneller Tee-Zeremonie, Go- und
Majiang-Spielen und Tuschemalerei ein bisschen in das Land der Mitte
versetzt fühlen. Überall sah man begeisterte Besucher, die sich mit
großem Interesse an den angebotenen Aktionen beteiligten. Im Zentrum des
Dorfes war ein großer Platz angelegt, auf welchem rund um die Uhr ein
vielfältiges Programm mit Taijiquan, einer Präsentation chinesischer
Kleidung, einem Go-Showturnier, einer Lesestunde und einem
Kalligraphie-Workshop des Konfuzius-Instituts, geboten wurde. Die
Grundidee war ein Kulturprogramm zum Mitmachen anzubieten, ähnlich wie
in einem chinesischen Park, was bei Groß und Klein gut ankam.

Auch der SHAN-Stand, an dem den Besuchern ihre chinesischen Namen
aufgeschrieben bekamen und Scherenschnitte angeboten wurden, zog sehr
viele Leute an. Fasziniert beobachteten die Besucher wie aus den
Buchstaben ihrer Namen mehrere chinesische Schriftzeichen wurden. Die
Bedeutungen der Schriftzeichen, welche die SHAN-Helfer für die Umschrift
der Namen wählten, lösten Freude aus und sorgten teilweise sogar für
Diskussionsbedarf. Nicht selten erschien den Teilnehmern die phonetische
Übersetzung seltsam, sie verstanden aber, dass es bestimmte Silben im
Chinesischen einfach nicht gibt und man daher bei der Übersetzung von
Namen ein bisschen improvisieren muss. Die Scherenschnitte kamen vor
allem bei den jüngeren Besuchern gut an. Zu sehen wie aus einem Stück
Papier mit nur wenigen Schnitten ein Schmetterling oder ein Tigerkopf
entsteht, ließ aber nicht nur Kinderherzen höher schlagen, sondern
weckte auch bei so manchem Erwachsenen den Ehrgeiz es selber einmal
auszuprobieren. Auch Kaja Müller-Wang und Thomas Wang nutzten  die
Gelegenhait und präsentierten am SHAN-Stand die Puppen ihres
Budaixi-Puppen-Theaters. Die filigranen, farbenprächtigen Puppen zogen
große und kleine Zuschauer sofort in ihren Bann.

Am Stand von Zhang Zhenran konnte das Publikum durch Erklärung und
Demonstration des Künstlers einen Einblick in die chinesische
Kalligraphie sowie Steinabreibung gewinnen. Darüber hinaus brachte Li
Haibin, Kunstpädagoge, Künstler und Mitarbeiter des Konfuzius-Instituts,
den Besuchern in einem Workshop die Grundzüge der chinesischen
Kalligraphie näher. Mit viel Geduld und Verständnis erklärte er
Linienführung und Pinselstriche sowie den Aufbau einiger chinesischer
Schriftzeichen, um die Teilnehmer anschließend tatkräftig bei ihren
eigenen Versuchen zu unterstützen. Für alle, die bald eine Reise in das
Land der Mitte geplant haben, bot das Konfuzius-Institut einen
Chinesisch-Crash-Kurs an mit dem Schwerpunkt „Wie bestelle ich in einem
chinesischen Restaurant“. Um 16 Uhr las Heidi Marweg umringt von einer
gebannten Kinderschar aus dem Buch „Der Tigerprinz“ des, in diesem Jahr
mit dem Buchpreis des Heidelberger Buchladens „Leander“ ausgezeichneten,
Autoren Chen Jianghong. Auch für musikalische Untermalung war gesorgt:
Wolfgang Wendel verzauberte die Besucher mit seiner Dizi. Gut besucht
war auch der Stand der Akademie für Integrative Medizin, welche
ausführliches Informationsmaterial über die Inhalte der klassischen
chinesischen Medizin und ein Preisausschreiben mit attraktiven Gewinnen
anbot. Direkt daneben informierte die Heilpraxis Dr. med. Hua Zou über
ihre Behandlungsmethoden und Therapien sowie die von der Praxis
angebotenen Qi-Gong-Übungskurse und Seminare. Für Interessierte führte
Frau Dr. Zou sogar kostenlose Zungen- und Pulsdiagnosen durch.

Glücklicherweise spielte das Wetter die ganze Zeit mit: Obwohl Regen
vorhergesagt war, blieb es trocken, wenn auch ein wenig windig. Die
Organisatorin Sabine Hieronymus meinte dazu lachend, dass ihr erster
Wunsch am Wunschbaum gleich morgens, der für gutes Wetter gewesen sei.

Katja Modis

 

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Zwischen den Kulturen vermitteln – Interview mit Dr. Sabine Hieronymus

Sabine Hieronymus studierte von 1981-1990 Sinologie in Heidelberg und
arbeitet seit sechs Jahren als interkulturelle Trainerin, vor allem für
die Heidelberger Firma SinaLingua. Als Vorstandsmitglied der
China-Initiative Heidelberg e.V. (http://www.china-initiative.de/)
ist sie für die Planung und Umsetzung verschiedenster Projekte
zuständig und ist Hauptverantwortliche für das Chinesische Dorf, welches
die China-Initiative seit 2007 jährlich am Aktionstag „Lebendiger
Neckar“ organisiert. SHAN traf sie zum Gespräch über ihre Vereinsarbeit
und über das diesjährige Chinesische Dorf.

SHAN: Sabine, du bist ehrenamtlich sehr aktiv, nicht nur bei
der China-Initiative sondern auch bei SHAN. Wie bist du dazu gekommen?

SH: Schon nach dem Studium wollte ich immer etwas machen, das mit der
Organisation kultureller Events zu tun hat. 2006, im gleichen Jahr, in
dem auch SHAN seinen Anfang nahm, traf ich in China unsere jetzige
Vorsitzende Dr. Elisabeth Bach, die früher Vorsitzende des GDCF
(Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft) in Heidelberg war,
und wir unterhielten uns darüber, dass es im Raum Heidelberg viel mehr
kulturelle Veranstaltungen mit China-Bezug geben sollte – mit einem
Verein als Träger. Zurück in Heidelberg entstand dann schnell der
Kontakt mit anderen, die unabhängig von uns zu dem gleichen Schluss
gekommen waren und zusammen riefen wir die China-Initiative ins Leben.
Fast zeitgleich wurde SHAN gegründet und ich wurde dann auch gleich noch
dort Mitglied. Mein ganzes Leben lang hatte ich vermieden, einem Verein
beizutreten und innerhalb eines Jahres wurde ich dann Mitglied in
gleich zwei Vereinen.

SHAN: Und welche Ideen standen hinter dieser Vereinsgründung?
SH: Grundsätzlich bestand die Idee darin, Informationsveranstaltungen
zu China anzubieten, also zu Kultur, Land- u. Leuten, Wirtschaft und
Politik, Konzerte und Ausstellungen zu organisieren, aber auch über
gemeinsame Aktivitäten zu versuchen, die freundschaftlichen Beziehungen
zwischen Chinesen und Deutschen hier im Raum Heidelberg konkret zu
fördern.

SHAN: Was war euer bisher größtes Projekt?
SH: Schwere Frage – also auf jeden Fall rangiert hier das Chinesische
Dorf recht weit vorne.: Das erweist sich immer als recht große Sache,
zum einen weil wir hier mit vielen verschiedenen Vereinen und
Institutionen zusammenarbeiten– wie mit SHAN zum Beispiel, oder dem
Konfuzius-Institut, oder dem Verein chinesischer Wissenschaftler und
Studenten, andererseits haben wir mit dem Dorf auch das größte
Publikum.. Darüber hinaus haben wir aber auch etliche Vorträge,
Diskussionsrunden und Lesungen organisiert, z.B. eine Podiumsdiskussion
zum Thema „China und die Umwelt“, die John-Rabe-Matinee oder die Lesung
mit Marcus Hernig im letzten Jahr. Und natürlich viele kleinere Vorträge
und immer wieder „Social Events“ am Chinesischen Frühlingsfest, am
Mondfest usw.

SHAN: Seit wann gibt es das Chinesische Dorf schon, welche
Ideen stehen dahinter und wie lange seid ihr damit schon beim
„Lebendigen Neckar“ dabei?

SH: 2007 haben wir am Tag des „Lebendigen Neckars“, allerdings nicht
in den Aktionstag eingebunden, ein Drachenbootfest mit verschiedenen
Info-Ständen zur chinesischen Kultur im Garten des Völkerkundemuseums
veranstaltet: Die Resonanz war toll und es war klar, dass wir das gerne
wiederholen wollten. Wir kontaktierten 2008 die Organisatoren des
„Lebendigen Neckars“ und wurden mit offenen Armen empfangen. Plötzlich
hatten wir einen der schönsten Plätze auf der Neckarwiese, nah am Wasser
und sehr viel Platz. Und so ergab sich die Form: Das Dorf sollte etwas
Rundes und für sich wirkendes sein –da mogelte sich bestimmt heimlich
das Bild eines gewissen gallischen Dorfes mit in die Vorstellung – und
schließlich gab es auch einen guten Grund, weshalb wir mit dem Dorf
möglichst viel Besucher anziehen wollten: Wir wollten mit dem
Chinesischen Dorf Spenden für die Erdbebenopfer in Sichuan sammeln. Die
Idee hat alle sofort begeistert und zum Mitmachen bewegt, wodurch wir
schließlich 1200 Euro an Spenden zusammen bekamen.

Das Schöne ist ja, dass das Konzept des Dorfs so einfach ist: Keiner
muss erst eine Große Mauer überwinden – da ist ein Tor, durch das man
geht und schon ist man in einer eigenen Welt mit verschiedenen Ständen,
die alle mit der chinesischen Kultur zu tun haben, an denen man schauen,
fragen, mitmachen kann, es gibt einen Dorfplatz mit Vorführungen und
Mitmachaktionen. Und das wird auch ohne Fremdeln von den Leuten
angenommen. Es ist ja schon so gedacht, dass es eine Veranstaltung mit
Kultur „zum Anfassen“ sein soll. Und was auch ganz erstaunlich ist: Im
Chinesischen Dorf wird überall und ständig miteinander kommuniziert –
kaum einer läuft da einfach nur durch. Leute lernen sich dort kennen und
vernetzen sich. Das chinesische Dorf bietet auch die Möglichkeit, zu
sehen, wie das, was ursprünglich aus China kommt, hier angekommen ist
und auch angenommen wird. Ein gutes Beispiel ist das Programm auf dem
„Dorfplatz“: In diesem Jahr waren mehrere Taijiquan-Lehrer anwesend und
haben verschiedene Stile gezeigt. Das war wie in Shanghai oder Beijing
im Park: Zuschauen, vergleichen, mitmachen und das ohne Verabredung. Im
letzten Jahr kam auch schon mal zufällig ein Taiji-Lehrer aus China
vorbei und führte ganz spontan seine Form vor – das nur so als Beispiel
dafür, wie locker und entspannt die Atmosphäre im Dorf ist

SHAN: War es von Anfang an geplant, dass sich auch andere
Vereine daran beteiligen können oder kam das erst so nach und nach? Und
wie verlief so die Zusammenarbeit?

SH: Eigentlich war das schon von Anfang an so geplant – möglichst
viele Facetten von China in Heidelberg zu zeigen und verschiedene
Akteure mit ins Boot zu holen. SHAN wollte schon beim Drachenbootfest
mitmachen, aber leider überschnitt sich der Termin zu knapp mit dem
Alumnitreffen 2007, aber beim Dorf war SHAN schon immer dabei – anfangs
mit dem Angebot von Scherenschnitten und Kalligrafie, dann mit der
Xiaoxue des Schulteams 2009 und schließlich mit dem tollen Programm in
diesem Jahr. Der Verein der chinesischen Wissenschaftler und Studenten
war auch von Anfang dabei. Im vergangenen Jahr machte Prof. Thomas Rabe
mit seinem John-Rabe Communication Centre mit und in diesem Jahr war es
dann auch eine runde Sache, dass das Konfuzius-Institut mit seinem
Info-Stand und seinen verschiedenen Beiträgen zum Programm mitmachte.

SHAN: Was war dein persönliches Highlight oder dein persönlicher Tiefpunkt?
SH: Oh je, das ist echt schwer zu sagen. Ich fand es rundum einfach
so gelungen, ich bin eigentlich die ganze Zeit von Bude zu Bude gelaufen
und habe mich gefreut. Zum Beispiel haben mir bei SHAN die
Budaixi-Puppen sehr gut gefallen, oder wie Ihr die chinesischen Namen
mit den Kindern geschrieben habt. Alles wurde, vor allem von den
Kindern, sehr gut aufgenommen. Zwar hatte ich selbst kaum Zeit, mich mit
den Besuchern zu unterhalten, aber was ich so mitbekommen habe,
das  war alles sehr positiv. Und mit unserem Wunschbaum konnten wir
dieses Jahr, nur mit Wünschen, 300 Euro Spenden für das Erdbeben in
Qinghai sammeln! Ich selbst habe mir übrigens drei Dinge gewünscht und
die ersten beiden Wünsche sind schon in Erfüllung gegangen.

SHAN: Und was habt ihr im Anschluss mit dem Wunschbaum gemacht?
SH: Der Baum an sich war eine Leihgabe von der Bioland Baumschule
Wetzel und kehrte danach wieder dorthin zurück. Die roten Umschläge mit
den Wünschen werden, entsprechend einem chinesischen Brauch, durch
Verbrennen entweder feierlich zum Himmel geschickt, oder aber ich nehme
sie das nächste Mal mit nach China und bringe sie dort zu einem anderen
Wunschbaum.

SHAN: Wie ist der Plan für das nächste Jahr?
SH: Bei jedem Chinesischen Dorf variiert das Programm – das ergibt
sich ja auch daraus, wer mitmachen kann – lassen wir uns also
überraschen. Es hängt auch davon ab, ob sich Heidelberg im nächsten oder
aber erst im übernächsten Jahr wieder am Aktionstag „Lebendiger Neckar“
beteiligt.

SHAN. Was habt ihr für dieses Jahr noch geplant?
SH: Am 22.Juli wird Mao Zuhui einen Vortrag über die Expo 2010
halten, dann beteiligen wir uns am 24.Juli mit einem Infostand beim
Interkulturellen Fest auf dem Universitätsplatz. Am 18. September gibt
es das „Erste Heidelberger Sportfest der Kulturen“ und ich hoffe, dass
es klappt, dass die China-Initiative dort verschiedene chinesische
Sportarten vorstellen kann, ähnlich wie wir es auf unserem Dorfplatz
gemacht haben.

SHAN: Liebe Sabine, vielen Dank für das Gespräch.
SH: Gern geschehen.

 

Das Interview führte Katja Modis.

 

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Asientag – SinaLingua

Interview mit SinaLingua-Geschäftsführerin Zuhui Mao

Am 18. Juni 2010 feierte die Heidelberger Firma SinaLingua e.K.  (汉灵) im
SRH Seminarzentrum ihr zehntes Jubiläum. Seit ihrer Gründung bietet das
Unternehmen Sprachkurse und interkulturelles Training für deutsche
Firmen an, die wirtschaftlich in  ostasiatische sowie süd- und
südostasiatische Ländern expandieren. In diesem Jahr wurde SinaLingua
als offizielle Trainingsinstitution für die World Expo in Shanghai
ausgewählt und war zuständig für das interkulturelle Training der
Mitarbeiter und der Freiwilligen aus verschiedenen Ländern.

Anwesend bei dem Jubiläum war auch Dr. Eckart
Würzner, Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg, sowie der
Geschäftsführer der IHK Rhein-Necker Matthias Kruse, der vietnamesische
Konsul Nguyen Huy Phuong und der südkoreanische Vize-Generalkonsul Kim
Seong-Choon. Nach der Begrüßung besuchten die Gäste im Laufe des Tages
mit großer Begeisterung 15 Workshops. Die Themen waren sehr vielfältig,
von Schutzrecht der deutschen Investoren, bis hin zu buddhistischen
Prinzipien, von Logistik bis Budo wurde alles beandelt. Das gemeinsame
Abendessen wurde untermalt mit einem beeindruckenden indischen
Tempeltanz, koreanischem Trommel- und Fächertanz und chinesischem „Guqin
(古琴)“, was die fernöstliche Atmosphäre der Feier hervorragend
untermalte. Das Team von SinaLingua machte durch die Veranstaltung sehr
deutlich, dass kulturelles Verständnis für die Geschäftskommunikation
ebenfalls unabdingbar ist und Verständigung weit über die Sprache,
über die kommuniziert wird, hinausgeht.

Zhuhui Mao (冒祖蕙) kam mit 18 Jahren zum
Studium nach Heidelberg. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie einige Jahre
bei der deutschen Außenhandelskammer (AHK) in Hongkong. Später zog es
sie wieder nach Deutschland, wo sie vor zehn Jahren ihr eigenes
Unternehmen gründete. Wie ihr Weg von einer ausländischen Jurastudentin
zu einer erfolgreichen Geschäftsfrau verlief, verriet sie SHAN in der
Mittagspause der Jubiläumsveranstaltung.

SHAN: Frau Mao, als Sie nach Deutschland kamen, war es noch
nicht üblich für chinesische Studenten in Deutschland zu studieren. Was
war Ihre Motivation?

MAO: Sie haben Recht. Die heutigen chinesischen
Studenten wissen vielleicht nicht: Als ich hierher kam, also im Jahr
1985, war es noch nicht üblich selbstzahlend hier zu studieren. Damals
gab es auch ein paar chinesische Studenten in Deutschland. Aber sie
waren fast alle Austauschstudenten, deren Universitäten in China
Partner-Universitäten von deutschen waren. Mein Fall war etwas
besonders. Meine Schule (上海外国语大学附中) gehörte zu der
Fremdsprachenuniversität Shanghai. Meine erste Fremdsprache war Deutsch.
Das heißt: Bevor ich nach Deutschland kam, habe ich schon acht Jahre an
der Schule Deutsch gelernt. Weil ich so viel von Deutschland gehört,
und auch viel von der deutschen Geschichte und Kultur gelesen hatte,
wollte ich unbedingt selbst das Land erleben. Das war meine größte
Motivation damals nach Deutschland zu kommen.

SHAN: Wir wissen, dass Sie in Heidelberg eigentlich Jura
studiert haben. Was war der Anreiz für Sie eine Geschäftsfrau zu werden?

MAO: Nach einem Jurastudium ist natürlich der
direktere Weg  Anwalt zu werden, aber ich wollte immer die deutsche
Kultur und die chinesische Kultur in meiner Arbeit zusammenbringen. Man
kann natürlich auch Jurakenntnisse mit hineinbringen. Ich habe in den
90ern angefangen zu arbeiten. Damals gab es in China ziemlich viele
Geschäftschancen und viele Geschäftsperspektiven eröffneten sich. Man
kann sagen, dass das die beste Zeit war, Geschäfte in China aufzubauen.
Außerdem hat mich die Erfahrung bei der deutschen Außenhandelskammer in
Hongkong auch stark beeinflusst. Meine Aufgabe war damals die deutschen
Firmen zu beraten und ihnen dabei zu helfen, ihre Geschäfte über
Hongkong im Festland China zu etablieren.

SHAN: Hatten Sie als Chinesin viele Schwierigkeiten bei der Gründung der Firma in Deutschland?

MAO: Ja, es gab viele Schwierigkeiten. Aber
eigentlich nicht, weil ich Chinesin bin. Ich habe den Vorteil, dass ich
keine sprachlichen und kulturellen Verständnisprobleme habe. Die
Probleme waren nicht interkulturelle Missverständnisse, sondern
allgemeine Probleme, die alle Geschäftsgründer betrafen: Erstens gibt es
in Deutschland viele Regeln und verschiedene Gesetze und zweitens gibt
es viel Konkurrenz auf dem Markt. Eine Frage stellte ich mir immer: Wie
kann ich meine unbekannte Firma bekannt machen? Wir mussten und haben
sehr viel Arbeit geleistet, z.B. Kunden anrufen, Kunden persönliche
Besuche abstatten und auch viele Flyer verteilen. Wir haben am Anfang
sogar kostenlose ein- oder zweistündige Trainings angeboten. Allmählich
kennen immer mehr Leute unsere Firma und erfahren welchen Service wir
anbieten.

SHAN: Wir wissen, dass Ihre Firma als offizielle
Trainingsinstitution für die Shanghai World Expo 2010 ausgewählt wurde.
Die beteiligten Mitarbeiter und Freiwilligen kommen diesmal aus mehr als
200 Ländern. Wie können Sie so viele Kulturen unter ein Dach bringen?

MAO: Sie haben Recht. Das ist wirklich eine
Herausforderung für uns, weil wir uns diesmal so vielen Kulturen
gegenüber sehen. Deswegen brauchen wir ein Kriterium, um die Kulturen zu
kategorisieren. Wir haben die Methode des „Kulturellen Breitengrads
(文化纬度)“ verwendet, wie man es im Chinesischen nennt. Das ist eine
wissenschaftlich überprüfte Methode, die die Experten nach jahrelanger
interkultureller Forschung zusammengefasst haben. Wir haben sechs
„Breitengrade“ ausgesucht, die für kulturellen Austausch zwischen China
und dem Ausland angemessen sind, um verschiedene Kulturen zu
lokalisieren. So haben wir sowohl eine klare Gesamtstruktur als auch ein
deutliches Bild von verschiedenen Ländern.

SHAN: Es gibt immer mehr Unternehmen und Institutionen, die
sich mit wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen mit China und
Asien beschäftigen – zum Beispiel, das neue Konfuziusinstitut in
Heidelberg. Wie stellen Sie sich die Zukunft ihrer Firma unter dieser
Konkurrenz vor?

MAO: Unsere Firma hat in den letzten zehn Jahren eine
sehr gute Kundenbasis aufgebaut und entwickelt immer mehr Produkte und
Services. Unser Referenten-Team wird auch immer größer. Wir können
sagen, dass wir keine Angst vor Konkurrenz haben. Am Anfang gab es
bereits viele Konkurrenten. Ich glaube, Konkurrenz ist eine
Herausforderung für jedes Unternehmen, und zwar eine positive
Herausforderung. Außerdem denke ich, dass der Schwerpunkt des
Konfuzius-Instituts in Deutschland darin liegt, chinesische Kultur zu
verbreiten. Sein Ausgangpunkt ist eher in sprachlichen und kulturellen
Bereichen. Meine Firma richtet sich hauptsächlich auf die Unternehmen.
Von daher kann ich mir vorstellen, dass wir in bestimmten Bereichen mit
dem Konfuzius-Institut zusammenarbeiten können. Deswegen sehe ich es
nicht als reine Konkurrenz.

SHAN: In den letzten fünf Jahren hat sich der Arbeitsbereich
Ihrer Firma über China hinaus bis hin zu anderen Gebieten in Asien
vergrößert, z.B. Indien und Japan. Haben Sie vor zukünftig ihre
Geschäfte auch noch in weitere Regionen zu verbreiten?

MAO: Momentan haben wir das noch nicht vor. Unser
Schwerpunkt ist immer noch China, und zusätzlich andere asiatische
Länder. Asien ist ein wichtiges Gebiet für deutsche Unternehmen. Ich
denke, es gibt genug Chancen für uns im Bereich des interkulturellen
Managements. Wir nehmen uns vor, unsere Arbeit in diesem Gebiet zu
vertiefen. Z.B. haben wir schon in Shanghai und Beijing bereits Büros
und wollen in Hongkong und anderen Orten auch noch Zweigstellen gründen
oder mit Partnern kooperieren.

SHAN: Was für Tipps können Sie den Studenten geben, die nach dem Studium ihr eigenes Geschäft aufbauen möchten?

MAO: Habt keine Angst vor Schwierigkeiten. Unsere
Firma hat in den ersten zwei Jahren keinen einzigen Auftrag bekommen.
Das war wirklich eine schwierige Zeit. Aber durch unaufhörliche
Anstrebungen wird man am Ende ganz sicher Leistungen sehen.

SHAN: Vielen Dank für das Gespräch, Frau Mao.

 

 

Das Gespräch führte für SHAN Xu, Miao 徐淼.

 

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Von Westeuropa nach Ostasien: „Spanienärzte“ in China

 

Als – vor etwa sieben Jahrzehnten – der Spanische Bürgerkrieg zu Ende
ging und der Zweite Weltkrieg begann, konnten oder wollten viele
mitteleuropäische Linke nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren. Für
einige ergab sich überraschenderweise die Gelegenheit, am
antijapanischen Krieg in China teilzunehmen.

Der bekannteste westliche Arzt, der von Spanien nach China ging, war
allerdings kein Europäer sondern der Kanadier Norman Bethune
(1890-1939), der vor allem wegen seines frühen Todes weltberühmt wurde;
Mao Zedongs „Dem Gedenken Bethunes“ ( ) wurde von vielen Millionen gelesen.

Die europäischen Ärzte, die nach Ostasien reisten, wurden nicht so
bekannt, lebten dafür aber länger – einige hatten auch noch Zeit Bücher
über ihre Erlebnisse zu schreiben. Der tschechische Journalist Egon Erwin Kisch,
der selbst schon 1932 China besucht hatte,  nahm mit seinem Bruder
– dem Arzt Friedrich (Bedrich) Kisch – am Spanischen Bürgerkieg teil.
Hier trafen sie den Chinesen Xie Weijin, den der rasende Reporter schon vor seiner Chinareise kennen gelernt hatte.

Zu den Ärzten, die dort tätig waren und später in den Fernen Osten
gingen, gehörten: Herbert Baer (1898-1946), Rolf Becker (1906-1999),
Samuel Moses Flato (1910-1972), Walter Freudmann (19??-199?), Fritz
Jensen (1903-1955), David Iancu (1910-1990), Ianto Kaneti (1910-2004),
Bedrich Kisch (1894-1968) und Franticek Kriegel (1908-1979). Einige von
ihnen verbrachten erst mehrere Monate in französischen Lagern bevor sie
Europa verlassen konnten.

Becker, Jensen und Kisch bildeten die erste Gruppe, die im Frühjahr
1939 von London auf dem Seeweg nach Hongkong fuhr; in seinem Buch „China
siegt“ schrieb er: „Wir waren drei Ärzte, die im Jahre 1939 nach China
reisten … als Vortrupp einer Gruppe von sechzehn.“ Im Sommer folgten
Baer, Freudmann, Iancu und Kaneti. Becker und Jensen trafen in der
Kriegshauptstadt Chongqing den KP-Repräsentanten Zhou Enlai und die
deutsche Kommunistin Anna Wang.

Die „Spanienärzte“ arbeiteten meist im Süden des Landes und hatten in
China wenig Kontakt mit anderen Ärzten, die schon vorher eingetroffen
waren. Der deutsche Zahnarzt Herbert Wunsch war schon 1936 beim Xi’an Zwischenfall getötet worden; der Österreicher Jakob Rosenfeld arbeitete in Shandong, der Amerikaner George Hatem lebte in Yan’an.

Da einige „Spanienärzte“ Kommunisten waren, versuchte die
KMT-Regierung zu verhindern, daß diese in die KP-Gebiete im Norden
gelangten; nur Kisch schaffte die Flucht in den Norden. 1940 befanden
sich die meisten Ärzte in der Provinz Guizhou. Im Sommer 1940 traf – wie
Freudmann in seinem Buch erwähnt – die amerikanische Journalistin Agnes Smedley
mehr als ein Dutzend „Spanienärzte“. Etwa die Hälfte der „Spanienärzte“
(Baer, Flato, Freudmann, Iancu, Kisch, Kriegel) wurde 1943 von China
nach Burma geflogen, um dort neue Aufgaben zu übernehmen.

Nach dem Krieg kehrten die meisten Ärzte nach Europa zurück. Herbert
Baer starb schon 1946 in Deutschland. Fritz Jensen, der 1945 eine
Chinesin geheiratet hatte, ging jedoch schon 1953 wieder nach China und
arbeitete als Journalist; er wurde 1955 bei einem Flugzeugabsturz
getötet und in der chinesischen Hauptstadt begraben. Kisch lebte nach
dem Krieg in der Tschechoslowakei und starb 1968. Flato kehrte in seine
polnische Heimat zurück und war – auch in China – als Diplomat tätig,
emigrierte aber später und starb 1972 in Berlin. Kriegel lebte viel
Jahre in Prag, unterstützte die Linie von Dubcek und wurde 1968
verhaftet; er verbrachte seine letzten Lebensjahre unter Hausarrest und
starb 1979. David Iancu arbeitete in Rumänien und starb 1990. Walter
Freudmann arbeitete bis in die achtziger Jahre als praktischer Arzt in
Wien. Rolf Becker lebte vierzig Jahre als treuer Genosse in der DDR und
starb erst 1999. Ianto Kaneti, der auch eine Chinesin geheiratet hatte,
war Radiologe in Bulgarien; er besuchte 1989 zum 50. Jahrestag seiner
ersten Reise noch einmal China. 2004 starb er als letzter der
„Spanienärzte“.

Nur Freudmann und Jensen haben in der Nachkriegszeit Bücher über China
veröffentlicht, über die Anderen gab es jahrzehntelang kaum
Informationen. In den letzten Jahren gab es immerhin viele chinesische
Publikationen zu diesem interessanten Thema.

 

Literatur:

Walter Freudmann: Tschi-lai!, Linz, 1947.

Fritz Jensen: China siegt, Berlin, 1950.

Gerd Kaminski: Von Österreichern und Chinesen, Wien, 1980.

Arthur Clegg: Aid China – A memoir of a forgotten campaign, Beijing, 1989.

Arno Lustiger: Schalom Libertad – Juden im spanischen Bürgerkrieg, Frankfurt, 1989.

Eva Barilich: Fritz Jensen, Wien, 1991.

Israel Epstein: Xibanya yisheng zai Zhongguo, Wenshi Tiandi, 5, 1995.

Thomas Kampen: Deutsche und österreichische Kommunisten im
revolutionären China, Jahrbuch für historische Kommunismusforschung,
1997, 88-104.

Thomas Kampen: Xie Weijin und die Gebrüder Kisch, Das neue China, Juni 2001, 27-28.

 

Dr. Thomas Kampen

 

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Sonne, Sekt und strahlende Gesichter

Am Mittwoch, den 30. Juni fand in den Räumen des Instituts für
Sinologie die 3. Absolventenfeier von SHAN statt. Bei sommerlich heißen
Temperaturen fanden sich acht Absolventen der Sinologie und ihre
Begleitungen ein, um mit den Professoren und SHAN noch einmal in
festlichem Rahmen ihren erfolgreichen Studienabschluss zu feiern.

Das Alumni-Team um Christine Koch hatte für die Absolventen, Freunde
und Familie ein vielfältiges Programm organisiert: um 18.30 Uhr begann
die Veranstaltung nach der Begrüßung durch die SHAN-Vorsitzende Lena
Hessel zunächst mit einem Sektempfang. Darauf folgte der festliche,
offiziellere zweite Teil der Urkundenübergabe: die Absolventen erhielten
dabei Urkunden des Instituts in deutscher und chinesischer Version mit
einer Kalligraphie von Thomas Wang, deren Text und Zeichnung eine
Geschichte am Beginn des Zhuangzi aufgriffen. Außerdem waren sie mit
einer persönlichen Widmung der betreuenden Professoren an ihre
(ehemaligen) Studenten versehen.

Frau Professor Mittler verflocht bei der Urkundenübergabe stets die
Nennung des Themas der Bachelor- bzw. Magisterarbeit mit einem Hinweis
auf Persönlichkeit und Werdegang der jeweiligen StudentenInnen. Mit
einem Augenzwinken ging sie darauf ein, dass es eine Freude sei von den
Studierenden und ihren Arbeiten zu lernen, die Forschungsansätze
weiterverfolgen oder gar neue Themengebiete erschließen. Dabei betonte
sie die Vielfalt der behandelten Themen: die Darstellung der
Frauenfußballmannschaft in China in (Frauen-)zeitschriften, aber auch
die Schilderung der Konsequenzen von Internetzensur, ebenso wie der
literarische Vergleich von Kurzgeschichten der Autoren Yu Dafu und Xiao
Hong waren vertreten. Insbesondere in den Magisterarbeiten spiegelte
sich das immense Interesse an Chinas Wirtschaftsmacht wider: der Fokus
lag dabei zum einen auf den Folgen der Finanzkrise in China, aber auch
dem komplexen chinesischen Arbeitsrecht und der Wahrnehmung von
Einkommens- und Vermögensunterschieden in Hongkong, Taiwan und der VR
China. Dabei stellte Frau Professor Müller-Saini das außergewöhnliche
Engagement vieler Studierenden in den Vordergrund, die sich mit
Themenbereichen der Wirtschaft befassten.  An der Schnittstelle
zwischen klassischer und moderner Sinologie hatte Professor Wagner eine
Magisterarbeit zu den Staatstheorien Bluntschlis und deren Rezeption bei
Liang Qichao betreut und ergänzte die kurze Einführung am Anfang mit
einer anschaulichen Erläuterung zu der auf der Urkunde abgebildeten
Geschichte.

Im Anschluss freuten sich alle an der Darbietung der Heidelberg
Taiwanese Drama Group um Thomas Wang, die mit „Legend of the White
Snake“ das Programm um einen weiteren Höhepunkt bereicherten.

Im Restaurant „Essighaus“ fand die Absolventenfeier bei einem
gemeinsamen Abendessen und Gesprächen einen gemütlichen Ausklang.

SHAN wünscht den Absolventen, namentlich Désirée Burkhardt, Viktoria
Dümer, Ole Grogro, Sebastian Heindl, Liisi Karindi, Benjamin Kemmler,
Kaja Müller-Wang und Sebastian Müller  für ihren weiteren Werdegang
und Lebensweg alles Gute und hofft, dass sie den Kontakt zur Sinologie
in Heidelberg und dem Alumninetzwerk weiter aufrecht erhalten. 

Helen Hübner

 

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Vortrag von Marcus Hernig EXPO 2010

„Lasst die Welt China verstehen, und China in die Welt ziehen“
Ein Vortrag von Marcus Hernig über Shanghai im Expo-Jahr 2010

In den letzten Jahren gelang es China mit der Ausrichtung großer,
anerkannter Veranstaltungen, wie der Frauen Fußball Weltmeisterschaft
2006 und den Olympischen Spielen 2008, sich konstant im allgemeinen
Fokus der Öffentlichkeit zu halten. Höhepunkt dieser internationalen
Großevents soll die Expo in Shanghai sein, um sich der Welt einmal mehr
als weltoffenes  und modernes Land zu präsentieren. Doch wohin
entwickelt sich diese große Metropole Chinas, die als Experimentierfeld
für die Modernisierung des ganzen Landes angesehen wird? Dieser und
vielen weiteren Fragen widmete sich Professor Marcus Hernig in seinem
Vortrag „Shanghai im Expo-Jahr 2010: Mit Riesenschritten in die Welt
oder mit Riesenschritten oder mit Riesenschritten in die Krise?“ am
25.  Juli im Konfuzius-Institut Heidelberg. Während seines Vortrags
war es ihm wichtig die Expo aus chinesischer Sicht darzustellen, um
anschließend den Blick von Shanghai aus auf ganz China zu richten.

Hernig studierte Sinologie und Bochum und Nanjing und lebt seit 1998
als Dozent und Autor in Shanghai. Das erste Mal kam er während Deng
Xiaopings „Reise in den Süden“ im Jahr 1992 nach Shanghai, das ihm
damals sehr grau und trist erschien. Für ihn ist die rasante Entwicklung
Shanghais ein Beweis dafür, dass langfristige Entwicklungsprognosen für
China nicht möglich sind.  Westliche Sinologen waren damals davon
ausgingen, dass China einem ähnlichen Schicksal wie die UdSSR folgen
würde. Doch anstatt zu zerbrechen und in der Bedeutungslosigkeit zu
verschwinden, zeichnet das China unserer Tage das Bild eines
beispiellosen Aufstiegs.

Im neuen Shanghai gibt es kaum noch Platz für das pittoreske China
oder die Symbole der Kolonialzeit, eine „Pudonisierung“ hat begonnen.
Der Stadtteil jenseits des Flusses soll als Vorbild und Symbol für das
modene, chinesische Selbstbild die gelungenen Symbiose Ost und West
illustrieren. Überall in China steht die Marke „Made in Shanghai“ für
Modernisierung und Aufschwung. So plant die chinesische Regierung bis
zum Jahr 2020 im ganzen Land 400 neue Städte à einer Million Einwohner
nach Shanghaier Vorbild zu bauen. Für die Chinesen verkörpert diese
Stadt das junge, dynamische China, immer kreativ und „up to date“.

Der Expo-Slogan „better city, better live“ ist nach Professor Hernig
ein Zeichen für die totale Urbanisierung Chinas und dabei setzt man
einerseits auf Städteplanung am PC und andererseits auf den so genannten
„Herholismus“ 拿来主义. Dieser Begriff wurde von Lu Xun geprägt und bezieht
sich auf die Methode aus etwas Ausländischem etwas Chinesisches zu
machen. So holt man ausländische Architekten ins Land, damit sie ein
neues China aufbauen. „Das alte China wurde von den Ausländern weg
geholt, deshalb muss man das neue China aus dem Ausland holen und das
Land so stärken“, fügte Marcus Hernig erklärend hinzu. Gleichzeitig
besinnt man sich aber auch wieder auf das Eigene, wie die Architektur
des chinesischen Pavillons, der „Krone des Ostens“, deutlich macht. Der
größte Pavillon der Expo entstand in Zusammenarbeit mit der
Tongji-Universität nach dem Xifang-Prinzip (Rechteckbau-Prinzip) mit
Hilfe der traditionellen Technik des Querbalkenbaus. So wird der Wunsch
nach nationaler Größe, Moderne und Tradition dargestellt und steht
gleichzeitig als Sinnbild für ein neues chinesisches Selbstbewusstsein,
das schon während der olympischen Spiele deutlich wurde. Die EXPO soll
den chinesischen und ausländischen Besuchern zeigen, dass China
keineswegs eine beliebige Kopie der westlichen Moderne anfertigen will,
sondern stolz und selbstbewusst die eigene Tradition und kulturellen
Werte mit neuer Technik und modernem Wissen verbindet. Die gelungene
Symbiose soll neben dem chinesischen Pavillon auch das Maskottchen
Haibao in seinen zahlreichen Varianten, wahlweise als Cowboy, Luftballon
oder in japanischem Stil, zeigen. Denn das Sinnbild seiner Stadt ist
schließlich 四海之金, das Gold der vier Meere.

International soll ein neues Chinabild geschaffen werden: „Lasst die
Welt China verstehen und China in die Welt ziehen“, zitierte Hernig ein
chinesisches Sprichwort. China bemüht sich sehr um einen positiven
Eindruck auf die  internationale Gemeinschaft und präsentiert
seinen zivilisatorischen Entwicklungsstand. So hat die chinesische
Regierung beispielsweise extra ein Buch über die richtigen Sitten auf
der EXPO herausgebracht und führt Kampagnen für eine bessere öffentliche
Hygiene, richtige Müllentsorgung und Recycling durch. Auch die
Einstellung gegenüber behinderten Menschen scheint verändert. Früher
galten sie als Aussätzige, doch nun bemüht man sich um mehr
Rücksichtnahme und Integration, zumindest auf dem Gelände der Expo.

In der omnipräsenten Werbekampage spielt das Internet als Medium der
jüngeren Generation eine besonders wichtige Rolle. Die Weltausstellung
wird von vielen Bloggern als große Prüfung „in Sachen Zivilisation“
gesehen und als Herausforderung interpretiert: Einerseits solle man die
Tradition wahren, aber auch die Moderne zeigen. So wird die EXPO eine
Möglichkeit für die Landbevölkerung gemeinsam mit der Familie,
insbesondere den Eltern, eine Art „Reise ins Ausland“ zu unternehmen und
die Welt kennenzulernen, ohne China verlassen zu müssen. Doch während
man um einen ingesamt positiven Eindruck bemüht ist, mehren sich die
kritischen Stimmen. Der erfolgreiche Schriftsteller Han Han sieht in
Shanghai keinen Ort mehr zum Leben, da das Leben auf der Straße immer
mehr den großen Wohnkomplexen weichen müsse. Die immensen Geldsummen,
die nun für die EXPO und Infrastrukturverbesserungen ausgegeben wurden,
sollten seiner Meinung nach auf sinnvollere Art und Weise, z.B. in eine
Sozialversicherung, investiert werden.

Zusammenfassend bot Marcus Hernig einen komplexen Überblick und
gleichzeitig interessante Details im Hinblick auf die Wahrnehmung und
zukünftige Vision der Entwicklung Shanghais und Chinas insgesamt. Er
selbst räumte gegen Ende des Vortrags ein, dass seiner Meinung nach das
Essen und die Schrift als die beiden großen Kulturelemente Chinas mit
Sicherheit Bestand haben werden.

Abschließend sagte Professor Hernig, dass die Expo in den Augen der
Chinesen die große Eröffnungsfeier für das Shanghai des 21. Jahrhunderts
darstelle. Nun bleibt nur noch die Frage zu klären, wie die Welt die
Expo sieht.

Helen Hübner, Katja Modis

 

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Geschenkt: Nordkoreas Fanblock und ein dritter Torwart

Aus sportlicher Perspektive war der Auftritt Nordkoreas bei der
Fussball Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika alles andere als
erfolgreich. Mit zwölf Gegentoren, mehr Tore als alle anderen
Mannschaften in der Vorrunde kassierten, schied das Team von Trainer Kim
Jong-hun sang und klanglos aus dem Turnier aus. Wie hätte es auch
anders kommen sollen mit den großen, namhaften Gegnern aus Brasilien,
Portugal und der Elfenbeinküste gegen die das Team aus Ostasien nur ein
einziges Tor schoss?

Dies alles soll aber nicht davon ablenken, dass Nordkorea abseits des
Fussballplatzes doch für eine gute Portion Unterhaltung gesorgt hat bei
dieser ersten WM auf afrikanischem Boden. Da wäre zum Beispiel die
Geschichte des dritten Torwarts im Kader der Nordkoreaner. Offiziell
darf eine Mannschaft, die an der WM teilnimmt, drei Torhüter nominieren.
Um die Geschicke der Nordkoreaner in der Offensive positiv zu leiten,
griff Trainer Kim Jong-hun kurzerhand zu einem weiteren Stürmer,
nominierte ihn aber als dritten Torwart, sodass die maximale Anzahl von
23 Spielern nicht überschritten wurde. Diese raffinierte Finte wurde von
den noch raffinierteren FIFA-Offiziellen schnell erkannt und der arme
Stürmer wurde zum Einsatz als Torwart oder zu der Nichtteilnahme am
Turnier verdonnert. Kim Jong-hun dementierte sämtliche Vorwürfe, einen
weiteren Stürmer ins Turnier schmuggeln zu wollen, um dem „geliebten
Führer“ das ein oder andere zusätzliche Tor zu schenken.

Das Kurioseste an der WM-Teilnahme Nordkoreas waren aber wohl die
mitgereisten nordkoreanischen Fans, die in Wirklichkeit gar keine waren.
Medienberichten zu Folge wurden durch die China Sports Management Group tausend
vom nationalen Sportkommittee Nordkoreas zu verschenkende Tickets in
Peking verteilt, unter anderem an Musiker und Schauspieler. Diese
reisten dann nach Südafrika mit der Aufgabe, in den drei
Vorrundenspielen Nordkoreas einen rot-weiß-blauen Fanblock im Stadion zu
bilden. Die tausend Tickets waren in Windeseile vergeben, wohl auch
weil China nicht an der WM teilnahm und sich so für die glücklichen
Empfänger eine Chance bot, ans Kap der Guten Hoffnung zu fliegen, um
dort wenigstens den kleinen Nachbarn zu unterstützen. Die Gelegenheit,
ein Spiel live im Stadion zu verfolgen, hatten viele Südafrikaner nicht.
Wie es in Harald Martensteins Zeit-Kolumne Notizen vom Kap
(24.06.2010) ein arbeitsloser Südafrikaner so schön beschrieb: „Diese
Jobs hätten auch ohne weiteres von Südafrikanern erledigt werden können.
[Ich] hätte, gegen angemessene Bezahlung, gerne einen Koreaner
gespielt.“

Johann Platt

 

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Von Mitteleuropa ins Reich der Mitte: Jaroslav Prusek (1906-1980)

Vor dreißig Jahren starb der bekannte tschechische Sinologe Jaroslav
Prusek in seiner Heimatstadt Prag. Vor knapp achtzig Jahren unternahm er
– nach seinem Studium in Prag, Göteborg, Halle and Leipzig – eine
China-Reise und schrieb darüber ein umfangreiches Buch, das vor wenigen
Jahren in einer englischen Fassung erschien; im gleichen Jahr (1932)
reiste auch der tschechische Journalist Egon Erwin Kisch (1885-1948)
nach China und schrieb das Buch China geheim (Vgl. SHAN-NL Nr. 22, Mai 2008). 

Während Kisch mit der Transsibirischen Eisenbahn fuhr, benutzte
Prusek den südlichen Seeweg: Suez – Singapore – Hong Kong – Guangzhou –
Macao – Beijing; darauf folgte noch ein Aufenthalt in Japan. Im
Gegensatz zu den meisten anderen Reisenden der damaligen Zeit war er
Sinologe, besaß Sprachkenntnisse und interessierte sich besonders für
die moderne chinesische Literatur. In China traf er zahlreiche
Autor(inn)en, Künstler und Politiker, darunter Bing Xin, Guo Moruo, Hu
Shi, Qi Baishi, Shao Lizi and Shen Congwen; von einigen gibt es auch
Photos in seinem Buch. 

Nach fünf Jahren in Ostasien kehrte Prusek 1937 in die
Tschechoslowakei zurück. In den Kriegsjahren veröffentlichte er Bücher,
Artikel und Übersetzungen chinesischer Kurzgeschichten. 1947 wurde er
Professor an der Universität Prag. In den beiden folgenden Jahrzehnten
nahm er an zahlreichen internationalen Konferenzen teil und hielt
Vorträge in Amerika, Asien und in vielen europäischen Ländern. 

1968 bereitete Prusek eine Konferenz der Junior Sinologues in Prag
vor. Wegen des Einmarschs sowjetischer Truppen konnte diese jedoch nicht
stattfinden. (http://www.sino.uni-heidelberg.de/staff/kampen/eacs_juniorconf.htm
) Es gelang Prusek jedoch noch im gleichen Jahr einen Konferenzband zu
veröffentlichen, in dem die Vierte Mai Bewegung behandelt wurde. Kurz
darauf musste Prusek seine Lehrtätigkeit einstellen und wurde in den
Ruhestand versetzt – er starb im April 1980. Nach dem Zusammenbruch des
kommunistischen Regimes konnte 1994 schliesslich eine Konferenz der
europäischen Sinologen in Prag durchgeführt werden (http://www.sino.uni-heidelberg.de/staff/kampen/eacs_conf.htm ), bei der die Verdienste Pruseks gewürdigt wurden. 

Pruseks in den vierziger Jahren auf tschechisch veröffentlichter
Reisebericht wurde sechzig Jahre später ins Englische übersetzt und
unter dem Titel „My Sister China“ veröffentlicht. Kurz darauf stellten
Pruseks Kollegen und Schüler einen Sammelband über ihren Professor
zusammen, der 2006 (zweisprachig tschechisch/englisch) gedruckt
wurde. 

 

Literatur: 

Jaroslav Prusek, Die Literatur des befreiten China und ihre Volkstraditionen, Prag, 1955. 

Jaroslav Prusek (ed.), The May Fourth Movement in China, Prague, 1968. 

Jaroslav Prusek, Chinese history and literature: collection of studies, Dordrecht, 1970. 

Jaroslav Prusek, The Lyrical and the Epic, Bloomington, 1980. 

Jaroslav Prusek, My Sister China, Prag, 2002. 

Milena Dolezelova-Velingerova (ed.), Jaroslav Prusek 1906-2006, Prag, 2006. 

 

Dr. Thomas Kampen

 

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