INHALT
Der chinesische Dichter und Übersetzer Feng über sich und seine Aufenthalte in Heidelberg
Wie begegnet ein junger Chinese in den
1920ern das erste Mal Goethe? Wie verschlägt es ihn nach Heidelberg, wo
er Kurse des berühmten Germanisten Gundolf belegte, der doch „Goethe“
schrieb? Und wie bringt ihn Goethe Jahre später wieder in seine alte
Studienstadt?
Die Mongolei – ein „Sandwichland“ zwischen Russland und China?
Im Rahmen einer von SHAN e. V.
organisierten Vortragsreihe zur Mongolei bot Marina Rudyak interessante
Einblicke in die (über)regionale, wirtschaftliche Integration des
Nachbarlandes Chinas. So erfuhren die Zuhörer, dass die Abfertigung
einer Fleischlieferung nach China bis zu 30 Tage in Anspruch nehmen
kann.
90 Jahre Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) – gegründet in Heidelberg
Was verbindet Frau Labitzky mit Wolfgang
Kubin und vielen anderen Studenten – vielleicht sogar euch persönlich?
Sie waren Stipendiaten des DAAD. Der Akademische Austauschdienst wurde
1925 in Heidelberg gegründet – In der Publikation anlässlich des
Jubiläums finden sich so einige Andeutungen über Pfade Richtung China.
SHAN-Fotowettbewerb: Die Gewinnerbilder
Vera La Mela begeisterte mit spannenden Aufnahmen des alltäglichen Lebens in Xinjiang.
Der chinesische Dichter und Übersetzer Feng über sich und seine Aufenthalte in Heidelberg
Im Jahre 1930 tauchte ein Chinese namens
Feng mit folgendem Lebenslauf in Deutschland auf: „Ich, Tscheng-dsche
Feng, wurde am 17. September 1905 in der Stadt Tzo der Provinz Hopeh,
China, als Sohn des Kaufmanns Wen-Shu Feng geboren. Im Jahre 1917
besuchte ich das Städt. Gymnasium in Peking, das ich im Jahr 1923 mit
dem Reifezeugnis verließ. Im Herbst 1923 immatrikulierte ich mich an der
Pekinger Reichsuniversität und habe dort 8 Semester Germanistik
studiert. Im Jahre 1927 habe ich nach bestandener Schlußprüfung diese
Universität verlassen. Am 12. September 1930 wurde ich von der Regierung
der Provinz Hopeh nach Deutschland geschickt. Ich beabsichtige an der
Heidelberger Universität das germanistische Fach weiter zu
studieren.“

Der Dichter Feng Zhi
Goethe
Später erwähnte Feng rückblickend:
„Anfang der 20er Jahre lernte ich zum ersten Mal Goethe kennen. Im
Jahre 1919 hatten die fortgeschrittenen chinesischen Intellektuellen die
»4.-Mai-Bewegung« begründet, die in der chinesischen Geschichte
epochemachend ist. Nach innen hin bekämpfte man den Feudalismus und
förderte eine Revolution in der Literatur, nach außen hin leistete man
der imperialistischen Aggression Widerstand. Während dieser
4.-Mai-Bewegung forderten die Jugendlichen die Befreiung des Individuums
und straften die überlieferte Moral mit Verachtung. Sie hatten
vielleicht Nietzsche nicht gelesen, akzeptierten aber gern seine Losung
»Umwertung aller Werte«. Gerade zu jener Zeit erschien der von Guo
Moruo, einem Mitbegründer der chinesischen neuen Dichtung, übersetzte
Roman Die Leiden des jungen Werthers, der von den jungen Lesern
begeistert aufgenommen wurde. Wie viele andere sah ich den Helden des
Romans damals als einen engen Freund an.“
Heidelberg
Über die Reise von Peking nach
Heidelberg schrieb er: „Am 12. September 1930 […] fuhr ich über Harbin,
durch das endlos sich streckende Sibirien und über Moskau […] Richtung
Deutschland. Nachdem ich einige Tage in Berlin verbracht hatte, kam ich
mit dem Nachtzug in Heidelberg an. […] Ich fragte mich: ‚Soll hier
vorerst meine Endstation sein?‘“ (Feng Zhi: „Erinnerungen an
Heidelberg“, in Li Xuetao: Dein Bild in meinem Auge, Beijing,
2009, S. 12.) Im gleichen Monat, in dem Feng nach Europa reiste, fand in
Shanghai eine große Geburtstagsfeier für den Schriftsteller Lu Xun
statt, an der auch Ausländer wie Agnes Smedley teilnahmen. Lu Xun hatte
in den zwanziger Jahren in Beijing Feng und in Shanghai Xu Fancheng
kennen gelernt; Xu ging 1929, Feng 1930 nach Heidelberg. Als Feng in
Heidelberg eintraf, wußte er noch nichts über Xu, aber da es nur sehr
wenige Chinesen in Heidelberg gab, lernte er ihn bald kennen.
Feng erhielt Ende der achtziger Jahre
den Friedrich-Gundolf-Preis und bemerkte in seiner Dankesrede: „Der Name
Friedrich Gundolf ist mir sehr vertraut, denn vor siebenundfünfzig
Jahren habe ich an der Universität Heidelberg anderthalb Semester
Friedrich Gundolfs Vorlesungen gehört und seine Werke gelesen. Bis heute
ist mir seine Widmung über dem Portal zum neuen Universitätsbau im Sinn
− »Dem lebendigen Geist«.“
Weggang und Rückkehr
Schon im Sommer 1931 starb Gundolf, Feng
war sehr unglücklich und schrieb an einen Freund: „Monatelang hat
Gundolf durch seine Vorlesung mich begeistert. Sowohl seine
Persönlichkeit als auch seine Werke verehre ich von ganzem Herzen. Ich
bin ein Wegforscher und erkenne ihn als meinen Wegweiser. Aber, wie ist
es jetzt?“ (Feng Zhi: „Erinnerungen an Heidelberg“, in Li Xuetao: Dein Bild in meinem Auge,
Beijing, 2009, S. 29.) Feng ging nun ohne große Begeisterung
vorübergehend nach Berlin. Von 1933 bis 1935 lebte er dann wieder in
Heidelberg und wohnte in der Klingenteichstraße 15. Allerdings waren Xu
Fancheng und andere Freunde inzwischen abgereist. Dafür hatte er nun
eine Frau namens Yao Kekun, die Philosophie und Literatur studierte.
1935 schloss er die Dissertationsschrift Die Analogie von Natur und Geist als Stilprinzip in Novalis‘ Dichtung
ab, die in der Heidelberger Universitätsbibliothek noch vorhanden ist.
Im gleichen Jahr kehrte das Paar nach China zurück.
Weitere Aufenthalte
„Nach 44 Jahren habe ich noch dreimal
Heidelberg besucht, 1979, 1982 und 1987, zufällig war es immer im Juni.“
Bei der ersten Reise war er Mitglied einer Delegation der Chinesischen
Akademie der Sozialwissenschaften. Drei Jahre danach war er Teilnehmer
an einer Goethekonferenz. 1987 besuchte er ein letztes Mal – mit seiner
Frau – die Stadt; beide konnten noch einmal das Haus betreten, in
dem sie in den dreißiger Jahren gewohnt hatten. (Feng Zhi: „Erinnerungen
an Heidelberg“, in Li Xuetao: Dein Bild in meinem Auge, Beijing, 2009, S. 34ff.) Zu dieser Zeit war von seinem vorherigen Besuch schon ein Konferenzband mit dem Titel Goethe und China – China und Goethe
erschienen, der auch Texte von ihm enthielt. Hierin wird er als
Stellvertretender Vorsitzender des Schriftstellerverbands und Leiter des
Instituts für fremdsprachige Literatur der Akademie der
Sozialwissenschaften beschrieben.
Feng Zhi starb 1993, sein Freund Xu Fancheng im Jahr 2000, Yao Kekun 2003.
Literatur
Feng Tscheng-sche: Die Analogie von Natur und Geist als
Stilprinzip in Novalis‘ Dichtung, Heidelberg, 1935. Feng Zhi xuanji,
Chengdu, 1985.
G. Debon, A. Hsia (Hg.): Goethe und China – China und Goethe, Bern, 1985.
Dr. Thomas Kampen
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Die Mongolei – ein „Sandwichland“ zwischen Russland und China?
Am 18. Mai 2015 begrüßte SHAN e.V. eines
seiner Gründungsmitglieder, Marina Rudyak, die im Rahmen der vom Verein
organisierten Vortragsreihe zur Mongolei zum Thema „Regionale
wirtschaftliche Integration der Mongolei in Asien“ referierte.
Nach ihrem Masterabschluss der
Heidelberger Sinologie war Marina Rudyak mehrere Jahre für die
Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Peking tätig.
Dort arbeitete sie insbesondere im Bereich der nachhaltigen ökonomischen
Entwicklung und regionalen wirtschaftlichen Integration. Im Frühjahr
2014 kehrte sie an das Institut für Sinologie in Heidelberg zurück, um
zum Thema chinesische Entwicklungshilfe zu promovieren.

Marina Rudyak gab Aufschluss über das mongolische Wachstumspotenzial
Regionale wirtschaftliche Integration ist ein Prozess, um
mehrere Märkte zu einem großen Markt zusammenzuführen. Dabei ergeben
sich wirtschaftliche und politische Vorteile, so können z.B. kleinere
Staaten durch eine derartige Integration Herausforderungen besser
meistern. Beispiel hierfür sind die kleineren östlichen EU-Staaten.
Aufgrund des Zusammenbruchs der Sowjetunion, die die Mongolei stark
unterstützt hatte, stand das Land in den 90-er Jahren vor einem
wirtschaftlichen Schock. Naturkatastrophen und schlechte
Regierungsführung verschlechterten die Gesamtbedingungen, sodass eine
Transformation der Wirtschaftsstrukturen dringend notwendig wurde und
eine regionale Integration umso wichtiger, so Rudyak.
Dank extensiver Rohstoffvorkommen
besteht für die Mongolei in diesem Sektor heutzutage ein starkes
Wachstumspotenzial. Im Bergbau werden 9% des BIPs erwirtschaftet, Kohle
gehört mit einem Anteil von 19,4% am Exportvolumen zu den mongolischen
Exportschlagern, gefolgt von Eisenerz, Rohöl und Zinkerz. Marina Rudyak
merkte jedoch kritisch an, dass die Exportstrukturen durch eine
inkompetente Regierungsführung und schlechte Bedingungen für Investoren
stark volatil sind. Des Weiteren ist die Mongolei in hohem Maße von
seinem Nachbarn China abhängig: 90% aller Exporte gehen nach China.
Gleichzeitig sind die Chinesen die größten Importeure der Mongolei. Eine
hohe Abhängigkeit besteht ebenso zu Russland, denn 90% der Gas- und
Dieselimporte kommen aus dem nördlichen Nachbarland.
Aus eigenen Erfahrungen berichtete
Marina Rudyak vom mangelhaften Straßennetz in der Mongolei. In vielen
Gebieten, insbesondere abseits der Hauptstadt gäbe es überhaupt keine
richtigen Straßen. Dabei bildeten unbefestigte Wege auf denen LKWs sich
gerade einmal mit 20km/h vorwärts bewegen könnten, die Route für den
Kohleexport nach China. Dass dies höchst ineffektiv ist, lässt sich
schnell erahnen. Ein Ausweg hierfür schien der Ausbau des
Eisenbahnnetzes, jedoch meldeten sich hier sowohl Russland als auch
China als Investor zu Wort. Beide wollten ihr eigenes Eisenbahnsystem
(China seine Schmalspur, Russland seine Breitspur) umgesetzt sehen.
Durch den großen Einfluss dieser beiden Akteure beherbergt die Mongolei
nun Eisenbahnlinien sowohl mit Schmalspur als auch mit Breitspur.
Inwiefern dies effektiv sei, stellte auch die Vortragende Marina Rudyak
in Frage, betonte aber gleichzeitig auch, dass man letztendlich den
Anstieg der Transportkapazitäten werten muss.
Neben derartigen infrastrukturellen
Handelshemmnissen stellen unübersichtliche Administrationsprozesse an
den Grenzen der Mongolei sowohl für Importeure als auch für Exporteure
ein großes Problem dar. Im Rahmen ihrer Arbeit bei der GIZ traf die
Vortragende auf einen Fleischexporteur, dessen Erfahrungen sie
schilderte. So dauert der Prozess von Behördengängen, Anträgen und
Zertifikaten zum Fleischexport bis zu 28 Tage zuzüglich 2 Tage
Zollabfertigung. Die Frage welche Fleischsorte 30 Tage mongolische Sonne
genießbar überdauern kann, zeigt die ernsthafte Problematik.
Viele der genannten Problemfelder sollen
nun durch Initiativen zur besseren regionalen wirtschaftlichen
Integration angegangen werden. Konkret gibt es zwei größere Initiativen
zu nennen: Die Greater Tumen Initiative und die Central Asia Regional
Economic Corporation (CAREC). Die CAREC nimmt sich beispielsweise dem
Infrastrukturproblem an und mobilisiert ihre Ressourcen für den Ausbau
von Transportkorridoren. So soll zum Beispiel an der
mongolisch-russischen Grenze ein großer Highway entstehen. In der
mongolisch-chinesischen Grenzstadt Zamyun-Uud wird unter modernsten
Aspekten ein Logistikzentrum aufgebaut, um nur einige der unzähligen
Projekte zu nennen.
Weitere Faktoren, die die Zukunft der
Mongolei beeinflussen werden und von Frau Rudyak erläutert wurden, sind
zum Beispiel die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens mit Japan, die
Shanghai Corporation Organisation, das Projekt der neuen Seidenstraße,
ASEAN und die Beantragung der Mitgliedschaft in der Asia Pacific
Economic Corporation.
Ob und wie diese (über)regionalen
Prozesse zu einer Loslösung aus der russisch-chinesischen
Sandwichposition beitragen, muss noch beobachtet werden. Sicher ist
jedoch, dass ein Land mit so großen und wertvollen Rohstoffvorkommen wie
die Mongolei, immer große Aufmerksamkeit genießen wird. Fraglich
bleibt, wie sich der diesbezügliche Handel entwickelt und wie die
Mongolei über ihre nationalen Probleme hinweg ihren wirtschaftlichen und
politischen Standpunkt innerhalb der internationalen
Staatengemeinschaft stärkt.
Text: Kira-Kristina Hülshoff
Foto: Mariana Münning
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90 Jahre Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) – gegründet in Heidelberg
Im Geleitwort zur dreibändigen DAAD-Publikation Spuren in die Zukunft
heißt es: „Aus einer privaten studentischen Initiative heraus
wurde am 1. Januar 1925 der ‚Akademische Austauschdienst e.V.‘ in
Heidelberg gegründet. Damit wurde der Grundstein des heutigen DAAD als
privatrechtlichen Vereins und gemeinsamer Einrichtung der deutschen
Hochschulen und Studentenschaften gelegt.“ (S.8) „In diesem Jahr
jährt sich neben der Gründung des Jahres 1925 auch die Neugründung des
DAAD 1950.“ (S.12)

Qiao Guanhua
Vor dem Krieg 
Ji Xianlin
Die Gründung 1925 erfolgte im Institut
für Sozial- und Staatswissenschaft, Vorgänger des heutigen
Alfred-Weber-Instituts. Noch im Gründungsjahr erfolgte der Umzug in die
Hauptstadt Berlin, der private Charakter ging verloren: „Der Vorsitz,
den in Heidelberg Alfred Weber innehatte, ging in Berlin an den
Völkerrechtler Viktor Bruns über.“ (S.22) Der zweite Band hat den Titel Mit dem DAAD in die Welt: Ausländer und Deutsche erzählen von ihren Erlebnissen. Hier fallen gleich die Namen Klaus Mehnert und Erwin Wickert
auf – sie waren vor dem Krieg Stipendiaten in den USA und verbrachten
dann die Kriegsjahre in Ostasien. Mitte der dreißiger Jahre kamen auch die ersten chinesischen Stipendiaten
nach Deutschland: Ji Xianlin studierte in Göttingen, Qiao Guanhua in
Tübingen (er gehörte später zu den wichtigsten Außenpolitikern der VR).
Nach dem Krieg
Zwischen 1949 und 1972 gab es zwischen
der BRD und der VR China wegen fehlender diplomatischer Beziehungen
keinen Stipendiatenaustausch. Mitte der siebziger Jahre begann dann der
Austausch in beide Richtungen. Im Dezember 2007 wurde ein erstes Treffen der China-Alumni der Zeit von 1972 bis 2007 organisiert. Zwei Jahre später erschien der daraus resultierende Band Abenteuer China: DAAD-Alumni aus vier Jahrzehnten erinnern sich (Bonn, 2009). Zu den frühen Stipendiat(inn)en der siebziger Jahre gehörten übrigens Bibliothekarin A. Labitzky, Lektorin H. Brexendorf, SHAN- und DVCS-Mitglied V. Klöpsch sowie die (späteren) Professoren W. Kubin und U. Manthe (der erste Stipendiat in der VR). Die Heidelbergerin Hoa Chu Thi berichtete im SHAN Newsletter auch schon über ein Praktikum beim DAAD in Shanghai.
Aktuelle Informationen gibt es hier und hier.
Literatur
DAAD: Spuren in die Zukunft – Der Deutsche Akademische Austauschdienst 1925-2000, Bonn 2000.
DAAD: Abenteuer China, Bonn, 2009.
Dr. Thomas Kampen
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SHAN-Fotowettbewerb: Die Gewinnerbilder
Verena La Mela heißt unsere glückliche
Gewinnerin. Sie schickte uns gleich eine ganze Bildreihe, die auf einer
Reise in einem alten VW-Bus von Deutschland nach China entstanden ist.
Über ihre spannende Tour, die sie unter anderem nach Xinjiang führte,
und die auf dem Weg aufgenommenen Fotos berichtet Verena La Mela
folgendes:

Uyghure auf dem Viehmarkt von Kashgar
„Alle hier aufgeführten Bilder sind im Jahr 2014 während einer
7-monatigen Überlandfahrt mit dem VW-Bus von Deutschland nach China
aufgenommen worden. Nach 15 000 Kilometern Anfahrt erfolgte die Einreise
nach China über den Torugart Pass von Kirgistan kommend nach Xinjiang,
im Anschluss daran hatten wir einige Tage Aufenthalt in Kashgar, dort
haben wir den berühmten Viehmarkt besucht, auf dem das erste Bild
entstanden ist. Der Besuch eines weiteren Marktes in Kashgar erlaubte
die Aufnahme 2.
Auf beiden Bildern sind Uyghuren
abgebildet, eine ethnische Minderheit in China, die überwiegend in der
Provinz Xinjiang lebt. Uyghuren sprechen Uyghurisch, eine Turksprache
und sind zudem überwiegend muslimischen Glaubens. Diese Merkmale tragen
zu einer eigenen Identität der in China lebenden Uyghuren bei, die
jedoch systematisch von der chinesischen Regierung unterdrückt wird.
Dies ist ein Grund dafür, weshalb das Verhältnis zwischen Uyghuren und
der Han-chinesischen Mehrheit durch massive Spannungen gekennzeichnet
ist. Insbesondere in Xinjiang herrschen daher starke
Sicherheitskontrollen, z.B. beim Betreten von Kaufhäusern (Taschen
werden durchsucht), beim Besuch von Tankstellen (Auto- und
Fahrerregistrierung aus Angst vor Autoattentaten) oder sonstigen
„Check-posts“, die eine Ausweiskontrolle verlangen. Die Spannungen waren
während unseres Aufenthalts in Xinjiang deutlich zu spüren.

Marktszene Kashgar: Uyghurischer Schuhverkäufer und Kunde
Weiter ging es auf dem Karakorum Highway, eine der höchst
gelegenen Fernstraßen dieser Erde, nach Tashkorgan, die letzte „große“
Stadt vor der pakistanischen Grenze. Das China, das man aus Shanghai,
Peking oder inzwischen auch Kunming kennt, sucht man dort (noch)
vergebens. Dass es dennoch ein Teil Chinas ist, erkennt man an Bild
3. Die Bilder 4 und 5 zeigen die „Mondlandschaft“ entlang des
Karakorum Highways. Diese ist gekennzeichnet durch dauerhaft
schneebedeckte Bergspitzen, Bergwüsten und kristallklaren Seen.
Ziel und Sinn dieser Reise war es, China einmal von einer anderen Seite – im wahrsten Sinne des Wortes – kennenzulernen.“

Karakorum Highway Tashkorgan

Mondlandschaft Karakorum Highway

Mondlandschaft Karakorum Highway
Fotos und Text: Verena La Mela


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