INHALT
Chen Yin und Zhang Lan: Zwei chinesische Kinder in Xinjiang und in der Sowjetunion
Was machen eigentlich die lieben
Kleinen, während ihre Eltern die kommunistische Revolution vorantreiben?
Die Lebensgeschichten der Geschwister Chen Yin und Zhang Lan bieten
einen Einblick ins das Leben der Kinder chinesischer Revolutionäre.
Sprachkolumne – Wortspiele verboten!
Diese Kolumne hat sich bisher mit den
Blüten der chinesischen Sprache im Internet beschäftigt. Die Sprache der
Netizens überrascht uns immer wieder mit Übergriffen auf die
chinesische Grammatik, lustigen Phrasen und einer unerschöpflichen
Findigkeit was Synonyme für zensierte Begriffe angeht. Nun sollen
Wortspiele aus den Chinesischen Medien verbannt werden.
Territorialkonflikte und zivilgesellschaftlicher Aktivismus: Die Baodiao-Bewegung
Der Konflikt um die Senkaku-/
Diaoyu-Inseln beschäftigt die internationale Politik bereits seit
mehreren Jahrzehnten. Abseits des internationalen Parketts beförderte
der Disput zu Beginn der 1970er Jahre auch politischen Aktivismus
innerhalb der Bevölkerung. Jason Franz berichtet von den Anfängen der
Baodiao-Bewegung.
SHAN-Newsletter Jahresrückblick
Lassen sie mit uns das Jahr in SHAN-Newslettern Revue passieren.
Chen Yin und Zhang Lan: Zwei chinesische Kinder in Xinjiang und in der Sowjetunion
Chen Yin wurde 1928 in Kaifeng, seine
Schwester Zhang Lan 1931 in Tianjin geboren. Sie hatten die gleichen
Eltern; die unterschiedlichen Namen und Orte waren wohl eine Folge der
konspirativen Aktivitäten der Eltern. Der Vater benutzte – unter anderem
– die Namen Chen Peisheng und Zhang Fang (Weitere Informationen zu
Zhang Fang finden sie hier).
In der ersten Hälfte der dreißiger Jahre lebte die Familie meist in
Shanghai, wegen akuter Verhaftungsgefahr erfolgte 1935 jedoch die Flucht
in die Sowjetunion.
In Xinjiang

Sheng Shicai
1936 übernahmen die Eltern eine gefährliche Mission in Xinjiang;
in der Nähe der heutigen Stadt Urumqi gingen dann auch die Kinder zur
Schule. Zu dieser Zeit war der dortige Warlord Sheng Shicai (1897-1979)
an einer Zusammenarbeit mit der Sowjetunion interessiert und
beschäftigte einige aus Moskau kommende Berater; vorübergehend duldete
er auch die Aktivitäten chinesischer Kommunisten. (In dieser Zeit gab es
auch eine Flugverbindung von Moskau über Urumqi nach Lanzhou und
Chongqing.) Anfang der vierziger Jahre änderte Sheng Shicai seine
Strategie, brach mit Moskau und verbündete sich mit Chiang Kaishek in
Chongqing. Sheng ließ nun viele Kommunisten verhaften, einige wurden
hingerichtet (wie z.B. Mao Zedongs jüngerer Bruder Mao Zemin). In
Xinjiang lebte damals auch Zhang Wenqiu (die Anfang der dreißiger Jahre
ebenfalls in Shanghai gearbeitet hatte) mit ihren Töchtern (Weitere
Informationen hierzu finden sie hier). Sie verbrachten mehrere Jahre im Gefängnis.
In der Sowjetunion
Anfang 1941 sollten die Eltern eine neue
Aufgabe in Nordchina übernehmen, die Kinder wurden nun in die
Sowjetunion in ein Kinderheim geschickt. Kurz darauf griffen deutsche
Truppen die Sowjetunion an, sodass die Geschwister ausgerechnet die
schwierigen Kriegsjahre dort erlebten. Sie wohnten vorübergehend in
Iwanowo, wo auch die Söhne Mao Zedongs (Anying und Anqing), die Tochter
Li Min, sowie die Tochter des Generals Zhu De (Zhu Min) lebten. (Weitere
Informationen zu Li Min finden sie hier.)

In der Sowjetunion
Chen Yin, der inzwischen Mitglied des kommunistischen
Jugendverbands geworden war, beendete 1947 die Schule und begann zu
studieren. Zhang Lan begann ihr Studium 1949 in Moskau. Anfang 1950 sah
sie dort Mao Zedong und Zhou Enlai, die gerade die Verhandlungen für den
sino-sowjetischen Freundschaftsvertrag führten und bei dieser
Gelegenheit die chinesischen Studierenden in der Sowjetunion empfingen.
Nach ihren Abschlüssen kehrten die Geschwister Mitte der fünfziger Jahre
nach China zurück.
In der Volksrepublik China
Wie vielen damaligen Absolventen wurden
ihnen Arbeitsplätze in verschiedenen Provinzen zugewiesen; mit den in
Beijing lebenden Eltern, von denen sie schon mehr als 12 Jahre getrennt
waren, hatten sie auch jetzt wenig Kontakt. Erst nach dem Tod der Mutter
(1979), bekam Chen Yin eine Stelle in der Hauptstadt und konnte sich
mehr um seinen Vater kümmern. (Dieser verfasste gerade seine
Memoiren). Zhang Lan arbeitete in der Stadt Luoyang (Provinz Henan). Der
Vater starb 1995 in Beijing, zu dieser Zeit waren die Kinder schon im
Rentenalter.
1998 wurden einige Überlebende noch
einmal nach Iwanowo eingeladen; in diesem Zusammenhang entstanden einige
Presseberichte und andere Publikationen. Im Frühjahr 2010 wurden
offenbar in der russischen Botschaft in Beijing zum Jahrestag des
Kriegsendes einige Personen geehrt, zu denen auch Chen und Zhang
gehörten.
PS
Über die chinesischen Kinder in der Sowjetunion gibt es einen – leider wenig überzeugenden – Spielfilm mit dem Titel 红樱桃 Hong
Yingtao / Red Cherry (1995). Die Inhaltsangabe beginnt
folgendermaßen: 1940年冬,中国孤儿楚楚和罗小蛮被送入莫斯科近郊的伊万诺夫国际儿童院学习.
Weitere Informationen zum Internat in Iwanowo finden sie hier.
Dr. Thomas Kampen
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Sprachkolumne – Wortspiele verboten!
Ende
November wurde eine Anweisung an alle Radio- und Fernsehstationen
Chinas herausgegeben: “Information zur ordnungsgemäßen Nutzung der
chinesischen Sprache und Schriftzeichen in Radio, Fernsehen und Werbung“《关于广播电视节目和广告中规范使用国家通用语言文字的通知》. Diese Anweisung verbannt alle nicht-standardisierten Versionen chinesischer Idiome (成语), die semantisch “inkorrekte” Nutzung derselben, die
“uninformierte”, unorthodoxe Nutzung von Idiomen, “ungrammatikalische”
Nutzung chinesischer Zeichen, die Verwendung von englischen Abkürzungen,
phonetische “Verwechslungen” und vieles mehr aus chinesischen Radio-
und Fernsehprogrammen.
Diese
Kolumne hat sich bisher ebenjenen Phänomenen gewidmet. Solche meist im
Internet geborenen, aber auch zu Werbezwecken verwendeten Sprachspiele,
offenbaren nicht nur die Wandlungsfähigkeit der chinesischen Sprache und
sind für uns interessante Absonderlichkeiten. In China dienen sie
zunächst oft dem Umgang mit alltäglichen Problemen, sonst
unaussprechlichen Gefühlen, die Teil der der rapiden Entwicklung des
Landes sind. Vor allem aber sind sie ein Mittel chinesische Zensoren zu
überlisten. Oftmals gehen diese über den Austausch phonetisch gleicher
Zeichen entstandenen Sprichwörter auch direkt in die Alltagssprache ein.
Grund
für die Erinnerung an die schon zuvor vorhandenen Regelungen und des
Verbots ist angeblich die “Sorge” um den Verlust des Wissens um die
korrekte Nutzung der chinesischen Sprache. Lehrer und Eltern würden bei
Schülern zunehmend Zeichenverwirrung und “unkorrekte oder
ungrammatische” Zeichennutzung feststellen. Die Sorge gelte daher dem
Erhalt der traditionsreichen chinesischen Kultur, insbesondere dem
Erhalt der “normierten Implikationen” und des Wissens um die
historischen Hintergründe einiger chinesischer Idiome, als Teil
ebenjener “nationalen Tradition”.
Radio-
und Fernsehstationen werden daher angehalten Untertitelung und
Synchronisation zu überprüfen, Moderatoren sollen Standard-Chinesisch
sprechen, keine dialektalen Einwürfe machen und sich an die normierte
Bedeutung von Idiomen halten. Auch in der Werbung seien solche
Wortspiele zu vermeiden.
Wäre
der Bann nicht so ernst gemeint, könnte man die “Anweisung” fast eins
zu eins in ein Satiremagazin übernehmen. Dazu müsste dem Ganzen nur eine
Bemerkung zur Geschichte der chinesischen Sprache nach 1850 und
Fußnoten zu grammatikalischen Wendungen hinzugefügt werden. Fast jeder
der Sätze wäre noch vor 100 Jahren schwer verständlich gewesen und ohne
den Einfluss westlicher Grammatik auf das Japanische und Chinesische
undenkbar. Genauso könnte man die japanischen Neologismen zählen, die
sich in der Anweisung nur so tummeln. Kommentieren könnte man ebenso die
Gefahr, die von der wahren Kenntnis oftmals hochpolitischer klassischer
chinesischer Gedichte ausgehen könnte. Oder die Tatsache, dass all
diese Neologismen und Wortspiele mit zunehmendem Wissen um ihre
womöglich klassischen Ursprünge und verborgenen Bedeutungen nur umso
interessanter und womöglich subversiver würden.
Ich
möchte die Gelegenheit nutzen um das zu leisten, zu dem die chinesische
Regierung, wäre sie ernsthaft besorgt um den “Erhalt der traditionellen
Kultur und der chinesischen Sprache”, ihre Medien (und Schulen)
anhalten müsste: Schauen wir uns doch zwei der offiziell kritisierten
Phrasen mal genauer an.
“我不能同意你更多” – I cannot agree with you anymore.
Dieser
Satz ist im Chinesischen ungrammatisch und erinnert uns vielleicht an
Sätze wie “I only understand train station” oder “I think I spider”. Er
entspringt einer direkten Übersetzung aus dem Englischen. Wenn man Foren
durchstöbert, stellt man tatsächlich fest, dass der genaue Wortlaut des
englischen Originals, und vor allem die Ambiguität des Satzes, nicht
mehr allen Nutzern bewusst zu sein scheint. Ohne das Bewusstsein für
seine grammatikalische – naja – “Besonderheit” würde er jedoch nicht
einmal auffallen (und gefallen).
人艰不拆: Seid doch etwas nachsichtig mit mir!

Der Satz kommt aus dem Lied “Lügen” (auf Englisch als “Fairy Tale” betitelt) des taiwanesischen Sängers Lin Yoga (https://www.youtube.com/watch?v=j44-dcqD3b0) in dem es heißt: 人生已经如此艰难,有些事情就不要拆穿了
“Das Leben ist schon so hart, diese Angelegenheiten will ich nun nicht
auch noch offenlegen”. Genauso wie aus klassischen Gedichten Zeilen und
einzelne Zeichen oder Versanfänge entnommen wurden, um eigene Idiome und
Sinneinheiten zu bilden, die oft auch von ihrem eigentlichen Kontext
befreit fungieren können, so wurde aus dieser Liedzeile ein Idiom
gebildet. Egal wie viel man von der musikalischen oder literarischen
Qualität des Liedes hält – allein die Tatsache, dass junge Chinesen ihre
Gefühle mit Hilfe traditioneller Formen äußern, kann als Triumpf
klassischen Bewusstseins gedeutet werden!
Die “Anweisung” in voller Länge finden sie hier.
Offizielle Standpunkte und Kommentare:
politics.people.com.cn/n/2014/1208/c1001-26165824.html
opinion.people.com.cn/n/2014/1204/c1003-26143799.html
Odila Schröder
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Territorialkonflikte und zivilgesellschaftlicher Aktivismus: Die Baodiao-Bewegung
Die Senkaku-/ Diaoyu-Inseln – eine
kleine, unbewohnte Inselgruppe ca. 100 Seemeilen von Taiwan entfernt –
rückten in den letzten Jahren immer wieder in das Licht der
Weltöffentlichkeit. Sie sind Gegenstand eines langjährigen
Territorialdisputs zwischen China, Japan und Taiwan, der in Abständen
seit den Berichten von Öl- und Gasvorkommen im Jahr 1969 immer wieder
für Furore gesorgt hat. Anders als man erwarten würde, ging die „Furore“
in den meisten Fällen jedoch nicht von den Regierungen in Beijing,
Tokio oder Tapei aus, sondern von ihren aktivistischen Bürgern. Diese
zeigten sich, ganz im Gegensatz zu der in „Asien“ so häufig
beklagten/gepriesenen Autoritätsgläubigkeit und fehlenden
Zivilgesellschaft, im Bezug auf die Inseln politisch äußerst engagiert.

Tatsächlich mischten Aktivisten seit Ausbruch des Disputs
kräftig mit, um ihre zögerlichen politischen Stellvertreter aus der
Reserve zu locken. Diese machten sich jedoch keine Illusionen über ihre
Chancen, den Disput mit oder ohne Zwangsmittel schnell für sich
entscheiden zu können (Territorialfragen sind gewöhnlich weder mit den
Kontrahenten, noch mit der eigenen Bevölkerung verhandelbar). Die
pragmatische Lösung lautete daher, nicht viel Wind um die Sache zu
machen und die Entscheidung des Konflikts den nachfolgenden Generationen
zu überlassen – sei es nun in der Hoffnung, dass diese klüger und
vernünftiger sein würden (ungefähr so formulierte es 1978 zumindest Deng
Xiaoping), oder sei es in der Hoffnung, dass sich diese aufgrund der
relativen Zunahme militärischer Kapazitäten besser durchsetzen können
würden. So verwundert es nicht, dass es vier taiwanesische Aktivisten
waren, die am 2. September 1970 erstmals zu den Inseln fuhren und mit
dem Aufstellen der Flagge eigenmächtig auf die taiwanesische
Souveränität pochten, von der ihre legale Ausüberin (die Regierung der
Republik China auf Taiwan), in diesem Moment nichts wissen wollte
(handelte es sich bei Japan doch um den wichtigsten Verbündeten der USA,
dem spätestens seit der Quemoy-Krise von 1954 unentbehrlichen Garanten
der eigenen Sicherheit). Ironischerweise verlor ja die Republik China
bereits ein knappes Jahr später ihre äußere Souveränität langfristig,
nachdem die Volksrepublik mit der Verabschiedung der Resolution 2758
ihren Platz im UN-Sicherheitsrat und ihre Rolle als legitime Vertreterin
Chinas eingenommen hatte. Auch wenn es für die Entscheidung vermutlich
kaum Gewicht hatte, ist es doch bezeichnend, dass diesem
Souveränitätswechsel nicht nur der Nixon-Schock vorausging, sondern auch
eine tiefgreifende, innenpolitische Legitimitätskrise der Regierung auf
Taiwan, die sich nicht zuletzt an der von der Bevölkerung als schwach
wahrgenommenen, außenpolitischen Performanz der Regierung im Bezug auf
die umstrittenen Inseln entzündet hatte.

Nachdem die japanische Küstenwache die chinesische Flagge auf
den Inseln im September 1970 entfernt, und ein paar taiwanesische
Fischerboote aus den umliegenden Gewässern verdrängt hatte, war aus den
vier Aktivisten in kurzer Zeit eine breite Masse von Empörten geworden,
die sich besonders aus den chinesischen Diaspora rekrutierte und sich im
Dezember in einer weltweiten Protestwelle äußerte, die in erster Linie
von den chinesischen (Auslands-)Studenten in Nordamerika, aber auch in
Europa, Südostasien und Australien getragen wurde. Traditionsbewusst
kulminierten die Proteste am 9. Dezember, dem Jahrestag der großen
anti-japanischen Protestbewegung von 1935 (一二九運動). Diese
Protestwelle, der Ende Januar 1971 noch eine Zweite folgte, markiert die
historische Geburtsstunde der Baodiao-Bewegung (保釣運動). Wie es
für die neuen, chinesischen „Bewegungen“ charakteristisch zu sein
scheint, war jedoch auch „Baodiao“ weniger eine kohärente Bewegung,
sondern mehr ein zerfasertes Zusammenwirken von lokalen Komitees
unterschiedlichster politischer Colleur, die sich mit jeweils eigenen
Flugschriften und kurzlebigen Journalen Gehör zu verschaffen suchten
(die vermutlich einflussreichste davon war die in zwei Ausgaben
erschienene Zhanbao 戰報). Während die Bevölkerung auf dem
chinesischen Festland erfolgreich von den Ereignissen abgeschnitten
blieb, kam es in Hongkong zu gewaltsamen Ausschreitungen. Auf Taiwan, wo
Baodiao der Repression des autokratischen Regimes ausgesetzt war,
unterzeichneten 2000 Studenten mit ihrem Blut eine Petition zur
Verteidigung der Inseln. Aber auch wenn sich Baodiao nach dem Verlust
des anfänglichen, „patriotischen Konsenses“ entlang der
unterschiedlichen, ideologischen Fronten zerrieb
(pro-/anti-kommunistisch, pro-/anti-japanisch,
pro-westlich/anti-imperialistisch), sollten die Protestwellen von
1970/71 noch zu einer wichtigen Referenz für spätere
Aktivistengenerationen werden. In den letzten Jahren kam es zu einer
regelrechten „Baodiao-Nostalgie“, die, unter dem Leitbild der
„chinesischen Einheit“ (mit Fokus auf die beiden Ufer der Taiwanstraße),
zunehmend auch von offizieller Seite befördert wure (z.B. durch
Ausstellungen zu den Ereignissen von 1970/71 an nationalen Universitäten
wie der Tsinghua-Universität in Beijing). Wie es dazu kam soll
Gegenstand des nächsten Artikels sein.
Literatur:
Chang Chun-kai (2012): Generation and Era: The Defending Diaoyutai Movement and NTU Student Activism in 1970s Taiwan
[shidai yu shidai: 1970 niandai Taida Baodiao yu xuesheng yundong
世代與時代:1970 年代台大保釣與學生運動]. Master Thesis, National Taiwan University.
Deans, Phil (2000): “Contending Nationalisms and the Diaoyutai/Senkaku Dispute,” in: Security Dialogue, 31, 119-131.
Jacobs, J. Bruce (2012): Democratizing Taiwan. Leiden: Brill.
Wang, Chih-ming (2009): “Tracking Baodiao: Diaspora, Sovereignty, and Chinese American Resistance,” in: The Journal of the Chinese Historical Society of America. Special Issue: Seizing the Moment. Twentieth Century Chinese American Activism, 128-136.
Bildquellen:
http://img.hexun.com/2008-06-16/106716540.jpg
Jason Franz
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SHAN-Newsletter Jahresrückblick
Das SHAN-Jahr begann 2014 im Februar. Im
Newsletter 74 berichtete Thomas Kampen von den berühmten Unbekannten Lu
Cui und Rao Shushi, die beide einen Teil ihrer Karriere in Paris und
New York verbrachten. Esther Bouzy rezensierte für uns die Biographie Scottish Mandarin,
die das Leben von Sir Reginald Johnson, dem Tutor Puyis näher
beleuchtet. Odila Schröder fasste für uns die Ergebnisse der
Bundestagung „Chinesisch als Fremdsprache an Schulen“ des Fachverbands
Chinesisch e.V. zusammen und Anna Schiller berichtete vom Shanghaier
Heiratsmarkt, wo Chinas kleine Kaiser unter die Haube gebracht werden
sollen.
In der Mai-Ausgabe ging Odila Schröder
der Frage nach, ob Q eigentlich ein chinesisches Zeichen ist und Thomas
Kampen schlug für uns Brücken zwischen chinesischer und Heidelberger
Wissenschaft. Janina Heker berichtete von der Lesung aus Mo Yans Werken,
die im Konfuzius-Institut stattfand und von der anschließenden
Diskussion um die Rolle des Autors als vermeintlicher „Staatsschreiber“.
Anna Schiller rezensierte für uns das Buch The Rape of Nanking von Iris Chang, das in Zeitzeugengesprächen die Gräueltaten im Nanjing des Zweiten Weltkriegs aufarbeitet.
Oliver Schulz organisierte im Juni eine
Diskussionsrunde anlässlich des 25. Jahrestages des Massakers am
Tian´anmen. In seinem Artikel fasste er die Ergebnisse des Treffens
zusammen. Helen Hübner interviewte unter der Rubrik „Erzählen sie
mal…“ Marina Rudyak, die von ihrer Arbeit bei der Gesellschaft für
Internationale Zusammenarbeit berichtete. Einen Einblick in die Anfänge
des chinesischen Stummfilms gewährte uns Thomas Kampen in seinem Artikel
über die Schauspielerin Li Lili und den Regisseur Sun Yu. Anna Schiller
interviewte Vera Grossegesse von der Global China Connection, die ihre
2014 gegründete studentische Initiative zum kulturellen Austausch
zwischen China und Deutschland vorstellte.
Nach der Sommerpause starteten wir in
die zweite Hälfte des SHAN-Jahres mit einem Artikel über die
Absolventenfeier des Zentrums für Ostasienwissenschaften von Helen
Hübner. Von deutschen Auswanderern, die mit dem Schiff in ein neues
Leben nach China aufbrachen und von Spionageringen während des Zweiten
Weltkriegs berichtete Thomas Kampen. In ihrem Artikel über den Vortrag
Claudia Criscinos im Konfuzius-Institut befasste sich Anna Schiller mit
der Entwicklung der Shikumen-Architektur Shanghais.
In der November-Ausgabe, dem vorletzten Newsletter des Jahres 2014, rezensierte Josie-Marie Perkuhn für uns das Buch The Emperor and The Princlings.
Jason Franz beleuchtete die Auswirkungen des Ost-West-Konfliktes auf
die sinologischen Forschungen zu beiden Seiten des Eisernen Vorhangs.
Thomas Kampen erzählte von den Spionen Richard Sorge und Liu Jinzhong im
China der 1930er. Der letzte Artikel des Newsletters war zugleich ein
Appell und wir baten sie, sich an der Petition zum Erhalt der
Qualitätssicherungsmittel zu beteiligen.
Wir danken allen Autorinnen und Autoren,
sowie allen Mitarbeitenden, die uns dieses Jahr beim Erstellen des
Newsletters tatkräftig unterstützt haben. Ein weiteres großes Dankeschön
geht an unsere Leserinnen und Leser. Vielen Dank für ihr Interesse!
Anna Schiller


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